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Title:
ADAPTING A PROCESS FOR PRODUCING COMPONENTS OF A COMPONENT ASSEMBLY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/001234
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to adapting a process for producing components of a component assembly, wherein, during the production process of a first component of the component assembly, a real digital model (15) of the first component is provided with information regarding design, production, actual geometry (5), field usage, repair and/or recycling of the first component and is updated, comprising the steps of: - acquiring (Sl) specifications (11) for the components of the component assembly; - creating (S2) a CAD model (12) for manufacturing the first component according to the specifications (11); - creating (S3) the real digital model (15); - adapting (S4) the real digital model (15) on the basis of first information obtained as a result of creating (S2) the CAD model (12); - manufacturing (S5, 13) the first component according to the CAD model (12); - adapting (S6) the real digital model (15) on the basis of second information obtained as a result of manufacturing (S5, 13) the first component; - comparing (S7) the real digital model (15) with the specifications (11) for the components of the component assembly; - adapting (S8) the CAD model (12) taking into account the comparison (S7) and additional parameters; and - using (S9) the adapted CAD model (12) for further manufacturing of the components of the component assembly.

Inventors:
SCHUH CARSTEN (DE)
Application Number:
EP2020/067646
Publication Date:
January 07, 2021
Filing Date:
June 24, 2020
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
International Classes:
G06F30/20; G05B19/4097; G06F30/17; G06F119/18
Foreign References:
DE102018115432A12019-01-03
EP3151073A12017-04-05
US20190049929A12019-02-14
Other References:
ANONYMOUS: "Wertstromanalyse - Wikipedia", 14 March 2019 (2019-03-14), pages 1 - 3, XP055737279, Retrieved from the Internet [retrieved on 20201006]
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Anpassung eines Herstellungsprozesses von Bauteilen einer Bauteilgruppe,

wobei während des Herstellungsprozesses eines ersten Bauteils der Bauteilgruppe ein digitales Realmodell (15) des ersten Bauteils bereitgestellt und aktualisiert wird,

wobei das digitale Realmodell (15) Informationen bezüglich Konstruktion, Produktion, Ist-Geometrie (5), Feldeinsatz, Re paratur und/ oder Recycling des ersten Bauteils enthält, aufweisend die folgenden Schritte:

- ein Erfassen (Sl) von Anforderungen (11) an die Bauteile der Bauteilgruppe,

- ein Erstellen (S2) eines CAD-Modells (12) zur Fertigung des ersten Bauteils gemäß den Anforderungen (11),

- ein Erstellen (S3) des digitalen Realmodells (15),

- ein Anpassen (S4) des digitalen Realmodells (15) auf Basis durch die Erstellung (S2) des CAD-Modells (12) gewonnener erster Informationen,

- ein Fertigen (S5, 13) des ersten Bauteils gemäß dem CAD-

Modell (12),

- ein Anpassen (S6) des digitalen Realmodells (15) auf Basis durch die Fertigung (S5, 13) des ersten Bauteils gewonnener zweiter Informationen,

- ein Vergleichen (S7) des digitalen Realmodells (15) mit den Anforderungen (11) an die Bauteile der Bauteilgruppe,

- ein Anpassen (S8) des CAD-Modells (12) unter Berücksichti gung des Vergleichs (S7) und weiterer Parameter und

- ein Verwenden (S9) des angepassten CAD-Modells (12) für die weitere Fertigung der Bauteile der Bauteilgruppe.

2. Verfahren nach Anspruch 1,

wobei das digitale Realmodell (15) des ersten Bauteils konti nuierlich oder zu vorgegebenen Zeitpunkten bereitgestellt und aktualisiert wird.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das CAD-Modell (12) Daten zu Geometrie, Material, Ober flächenbeschaffenheit, Qualitätsspezifikationen, Ablauf des Herstellungsprozesses, Normen, zu verwendende Werkzeuge und/ oder zu verwendende Hilfsmittel enthält.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei die Anforderungen (11) an die Bauteile aus Kundenspezi fikationen, Kundenwünschen, einem Lastenheft und/ oder einem Pflichtenheft erfasst werden.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei die Anforderungen (11) an die Bauteile Informationen zu der Funktion, den Toleranzen, der Lebensdauer und/ oder dem Preis der Bauteile enthalten.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der Vergleich des digitalen Realmodells (15) mit den Anforderungen (11) an die Bauteile während der Fertigung (13, S5) und/ oder nach Abschluss der Fertigung (13, S5) im Rahmen einer Prüfung oder Inspektion (14) durchgeführt wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei die Anpassung des CAD-Modells (12) innerhalb eines dy namischen Regelkreises (16) vorgenommen wird.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei die weiteren Parameter zur Anpassung des CAD-Modells (12) die Anforderungen (11) an die Bauteile beinhalten.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei die weiteren Parameter zur Anpassung des CAD-Modells (12) Informationen aus Simulationen beinhalten.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die weiteren Parameter zur Anpassung des CAD-Modells (12) durch bei dem Herstellungsprozess gewonnene Erkenntnisse optimiert werden. 11. Verfahren nach Anspruch 10,

wobei die Erkenntnisse, die bei bisherigen Herstellungspro zessen gemacht wurden, in durch maschinelles Lernen optimier ter Form zur Anpassung des CAD-Modells (12) berücksichtigt werden.

Description:
Beschreibung

Anpassung eines Herstellungsprozesses von Bauteilen einer Bauteilgruppe

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anpas sung eines Herstellungsprozesses von Bauteilen einer Bauteil gruppe, wobei während des Herstellungsprozesses eines ersten Bauteils der Bauteilgruppe ein digitales Realmodell des ers ten Bauteils bereitgestellt und aktualisiert wird.

Beschreibung des Stands der Technik

Der Prozessablauf entlang der digitalen Herstellungskette ei nes Bauteils orientiert sich aktuell an einem linearen, ge steuerten Wertstrom (Computer-aided Design (CAD) / Computer- aided Manufacturing (CAM) -> Herstellung -> Computer-aided Quality (CAQ) ) , bei dem keine Feedback- oder Regelungsschlei fen vorgesehen sind.

Bei Auftreten von Herstellungs- und Qualitätsproblemen wird heute das Engineering informiert, welches dann über eine Än derung/Anpassung einzelner Prozessschritte entscheidet, das Material oder die verwendeten Werkzeuge anpasst, Kontakt mit dem Kunden bzgl. einer Änderung des Pflichtenheftes aufnimmt oder Sonderfreigaben erteilt.

Das CAD-Design eines Bauteils umfasst normalerweise Geomet rie- und Materialdaten, Details zur Oberflächenbeschaffen heit, Qualitäts-Spezifikationen, PMIs, welche zusätzliche Merkmale und CTQs (Critical to Quality) enthalten sowie ggf. weitere Informationen (Prozessablauf, Normen, zu verwendende Werkzeuge und Hilfsmittel etc.), welche wichtig sind zur Her stellung des Bauteils gemäß der Kundenspezifikation. Ein digitales Realmodell ist im Folgenden definiert als ein vollumfängliches digitales Abbild eines Bauteils entlang der Wertschöpfungskette bzw. des Lebenszyklus (Product Lifecycle) zum Zeitpunkt x, also entlang des CAD/CAM, Produktion, Feld einsatz, ggf. Reparatur bis hin zum Recycling bzw. Verschrot tung. Dabei enthält das 3D-Realmodell alle für das Bauteil im Lebenszyklus wesentlichen Informationen, beginnend mit dem CAD-Modell, sämtlicher (CTQ-) relevanter Material- und Her stellungsdaten (z.B. Materialbatch, Materialhistorie, Details zu den einzelnen Prozessschritten wie Maschine, Werker, Werk zeuge inkl . deren Historie, Realgeometrien, besondere Vor kommnisse, Rework) , qualitätsrelevante Daten (inkl. Historie, Details zur Durchführung, ausführende Personen) , Lagerzeiten, Feldeinsatz (inkl. Details zum Einbauort und der Belastungen während Laufzeit), ggf. Inspektionsdaten, Reparatur und Zwei teinsatz, etc.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Lösung für ei nen alternativen Herstellungsprozess von Bauteilen anzugeben.

Die Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.

Ein Aspekt der Erfindung besteht darin, ein Verfahren bereit zustellen, dass einen gesamten Herstellungsprozess durch ein digitales Realmodell erfasst und Änderungen im Herstellungs prozess vornimmt, sobald Abweichungen zwischen einem Ist- und Sollzustand festgestellt werden.

Die Erfindung beansprucht ein Verfahren zur Anpassung eines Herstellungsprozesses von Bauteilen einer Bauteilgruppe, wobei während des Herstellungsprozesses eines ersten Bauteils der Bauteilgruppe ein digitales Realmodell des ersten Bau teils bereitgestellt und aktualisiert wird,

wobei das digitale Realmodell Informationen bezüglich Kon struktion, Produktion, Ist-Geometrie, Feldeinsatz, Reparatur und/ oder Recycling des ersten Bauteils enthält,

aufweisend die folgenden Schritte:

- ein Erfassen von Anforderungen an die Bauteile der Bauteil gruppe,

- ein Erstellen eines CAD-Modells zur Fertigung des ersten Bauteils gemäß den Anforderungen,

- ein Erstellen des digitalen Realmodells,

- ein Anpassen des digitalen Realmodells auf Basis durch die Erstellung des CAD-Modells gewonnener erster Informationen,

- ein Fertigen des ersten Bauteils gemäß dem CAD-Modell,

- ein Anpassen des digitalen Realmodells auf Basis durch die Fertigung des ersten Bauteils gewonnener zweiter Informatio nen,

- ein Vergleichen des digitalen Realmodells mit den Anforde rungen an die Bauteile der Bauteilgruppe,

- ein Anpassen des CAD-Modells unter Berücksichtigung des Vergleichs und weiterer Parameter und

- ein Verwenden des angepassten CAD-Modells für die weitere Fertigung der Bauteile der Bauteilgruppe.

Der Herstellungsprozess umfasst dabei den gesamten Prozess von der Planung der Herstellung (Erfassen von Anforderungen) bis zur Fertigung des ersten Bauteils und der weiteren Ferti gung der Bauteile der Bauteilgruppe.

Das Anpassen des CAD-Modells kann sowohl in einem CAD-Modell, das prozesssicher mit den bisher verwendeten Maschinen, Werk zeugen, Hilfsmitteln und Prozessen gefertigt werden kann, o- der in Änderung von Prozesskette und -ausführung resultieren. Beim Anpassen können somit möglicherweise Abweichungen von den Anforderungen an die Bauteile der Bauteilgruppe zugelas sen werden. Das hat den Vorteil, dass so ein Optimum zwischen Kundenwünschen (Anforderungen) und Möglichkeiten des Herstel lungsprozesses gefunden werden kann.

Das digitale Realmodell besteht dabei zur gesamten Lebenszeit (Lebenszyklus, Wertschöpfungskette, Produktzyklus ) und wäh rend des gesamten Herstellungsprozesses der Bauteile.

In einer weiteren Ausgestaltung kann das digitale Realmodell des ersten Bauteils kontinuierlich (fortlaufend/ stetig) oder zu vorgegebenen Zeitpunkten bereitgestellt und aktualisiert werden .

In einer weiteren Ausgestaltung kann das CAD-Modell Daten zu Geometrie, Material, Oberflächenbeschaffenheit, Qualitätsspe zifikationen, Ablauf des Herstellungsprozesses, Normen, zu verwendende Werkzeuge und/ oder zu verwendende Hilfsmittel enthalten .

In einer weiteren Ausgestaltung können die Anforderungen an die Bauteile aus Kundenspezifikationen, Kundenwünschen, einem Lastenheft und/ oder einem Pflichtenheft erfasst werden.

In einer weiteren Ausgestaltung können die Anforderungen an die Bauteile Informationen zu der Funktion, den Toleranzen, der Lebensdauer und/ oder dem Preis der Bauteile enthalten.

In einer weiteren Ausgestaltung kann der Vergleich des digi talen Realmodells mit den Anforderungen an die Bauteile wäh rend der Fertigung und/ oder nach Abschluss der Fertigung im Rahmen einer Prüfung oder Inspektion durchgeführt werden.

Die Prüfung oder Inspektion kann durch ein automatisiertes Verfahren durchgeführt werden. Das automatisierte Verfahren kann Sensormessungen einbeziehen, wobei Ergebnisse der Sen sormessungen mit Soll-Werten verglichen werden.

In einer weiteren Ausgestaltung kann die Anpassung des CAD- Modells von einem dynamischen Regelkreis vorgenommen werden. Eine mögliche Ausführung eines Regelkreises ist in Fig. 2 ge geben .

In einer weiteren Ausgestaltung können die weiteren Parameter zur Anpassung des CAD-Modells die Anforderungen an die Bau teile beinhalten.

In einer weiteren Ausgestaltung können die weiteren Parameter zur Anpassung des CAD-Modells Informationen aus Simulationen beinhalten. Für die Simulation kann z.B. eine Finite Elemente Methode und eine Korrelation der vorhandenen Belastungen ge genüber Belastbarkeiten, Strömungsmodellen, Lebensdauerprog nosen etc. verwendet werden.

In einer weiteren Ausgestaltung können die weiteren Parameter zur Anpassung des CAD-Modells durch bei dem Herstellungspro zess gewonnene Erkenntnisse optimiert werden.

In einer weiteren Ausgestaltung können die Erkenntnisse, die bei bisherigen Herstellungsprozessen gemacht wurden, in durch maschinelles Lernen optimierter Form zur Anpassung des CAD- Modells berücksichtigt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren weist folgende Vorteile gegen über dem Stand der Technik auf:

- hohe Flexibilität in Bezug auf das herzustellende Bauteil und Design des Bauteils

- robuste, resiliente, adaptive, aber auch schnell rekonfigu- rierbare Prozesskette

- hohe Produktivität (Kosteneffizienz, Auslastungsgrad) und niedrige Fehlleistungskostenrate für vorhandene Prozessli nien, Werkzeuge und Hilfsmittel

- lernendes und selbstoptimierendes System (Machine Learning, Artificial Intelligence) als integraler Bestandteil eines cy berphysikalischen Produktionssystems (CPS) . KURZE BESCHRE IBUNG DER ZE ICHNUNGEN

Die Besonderheiten und Vorteile der Erfindung werden aus den nachfolgenden Erläuterungen mehrerer Ausführungsbeispiele an hand von schematischen Zeichnungen ersichtlich.

Es zeigen

Fig. 1 ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfah rens ,

Fig. 2 einen allgemeinen Regelkreis und

Fig. 3 einen Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens.

DE TAILLIERTE BESCHRE IBUNG DER ERFINDUNG

Fig. 1 zeigt ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfah rens zur Anpassung eines Herstellungsprozesses von Bauteilen einer Bauteilgruppe, wobei während des Herstellungsprozesses eines ersten Bauteils der Bauteilgruppe ein digitales Realmo dell des ersten Bauteils bereitgestellt und aktualisiert wird, wobei das digitale Realmodell Informationen bezüglich Konstruktion, Produktion, Ist-Geometrie, Feldeinsatz, Repara tur und/ oder Recycling des ersten Bauteils enthält.

Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf:

- Schritt Sl: Ein Erfassen von Anforderungen an die Bauteile der Bauteilgruppe,

- Schritt S2 : Ein Erstellen eines CAD-Modells zur Fertigung des ersten Bauteils gemäß den Anforderungen,

- Schritt S3: Ein Erstellen des digitalen Realmodells,

- Schritt S4: Ein Anpassen des digitalen Realmodells auf Ba sis durch die Erstellung des CAD-Modells gewonnener erster Informationen,

- Schritt S5: Ein Fertigen des ersten Bauteils gemäß dem CAD- Modell , - Schritt S6: Ein Anpassen des digitalen Realmodells auf Ba sis durch die Fertigung des ersten Bauteils gewonnener zwei ter Informationen,

- Schritt S7 : Ein Vergleichen des digitalen Realmodells mit den Anforderungen an die Bauteile der Bauteilgruppe,

- Schritt S8: Ein Anpassen des CAD-Modells unter Berücksich tigung des Vergleichs und weiterer Parameter und

- Schritt S9: Ein Verwenden des angepassten CAD-Modells für die weitere Fertigung der Bauteile der Bauteilgruppe.

Fig. 2 zeigt einen allgemeinen Regelkreis 16. In einer Ausge staltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Anpassung des CAD-Modells auf Basis durch die Herstellung des ersten Bauteils (der Bauteilgruppe) gewonnener Informationen inner halb eines dynamischen Regelkreises vorgenommen werden. Der Regelkreis weist eine Regelstrecke 1 auf. Die Regelstrecke 1 kann z.B. ein Herstellungsprozess, ein Fertigungsprozess und/ oder ein Verarbeitungsprozess des ersten Bauteils in einer Maschine sein. Auf die Regelstrecke 1 können Störgrößen 2 wirken. Störgrößen 2 können z.B. Materialabweichungen/ - toleranzen im Rohstoff für das erste Bauteil sein. Über die Regelstrecke 1 soll vom Regelkreis eine Regelgröße 3 geregelt werden. Die Regelgröße 3 können z.B. Abmessungen des ersten Bauteils sein. Die Regelgröße 3 wird von einer Messeinrich tung 4 erfasst. Die Messeinrichtung 4 kann z.B. Sensoren auf weisen, die das erste Bauteil während des Herstellungsprozes ses erfassen und an der Maschine, die das erste Bauteil her stellt, angebracht sein. Das Ergebnis des Erfassens durch die Messeinrichtung 4 ist ein Istwert 5. Im Beispiel ist der Ist wert 5 die Ist-Geometrie und Teil eines digitalen Realmo dells. Der Istwert 5 wird mit einem von außen gegebenen / de finierten Sollwert 6 verglichen. Der Sollwert 6 kann z.B. An forderungen an die Abmaße der Bauteile der Bauteilgruppe ent halten. Ergebnisse des Vergleichs werden an einen Regler 7 weitergegeben. Der Regler 7 kann z.B. ein Computerprogramm sein. Der Regler 7 steuert eine Steuergröße 8. Die Steuergrö ße 8 kann z.B. das CAD-Modell (auf dessen Basis das erste Bauteil hergestellt wurde) sein. Die Steuergröße 8 steuert eine Stelleinrichtung 9. Die Stelleinrichtung 9 kann z.B. die Maschinensteuerung der Maschine sein. Die Stelleinrichtung stellt eine Stellgröße 10. Die Stellgröße kann z.B. ein Ma schinenparameter wie Bohrdurchmesser und/ oder Fräsgeschwin digkeit sein. Die gestellte (veränderte) Stellgröße 10 kann im weiteren Ablauf auf der Regelstrecke 1 verwendet werden, um weitere Bauteile der Bauteilgruppe herzustellen.

Im Folgenden sind die Komponenten des Regelkreises 16 aus Fig. 2 mit einem weiteren Ausführungsbeispiel in Verbindung gebracht. Auf Basis einer vorgegebenen Kundenspezifikation (Sollwert 6) und eines darauf basierenden CAD-Modells (Steu ergröße 8) wird ein erstes Bauteil einer Bauteilgruppe mit Wandungen (Regelgröße 3), welche eine gewisse Materialstärke inkl . Toleranz (Sollwert 6) aufweisen sollen, gefertigt. Im Verlauf des zerspanenden Herstellungsprozesses (Regelstrecke 1) wird deutlich, dass diese Wandungen (Regelgröße 3) auf grund von Störgrößen 2 nicht innerhalb der angegebenen Tole ranzen (Sollwert 6) prozesssicher hergestellt werden können, d.h. das im Verlauf eines Prozessschrittes (online) oder bei der nachfolgenden geometrischen Vermessung durch eine Mess einrichtung 4 (offline) erstellte digitale Realmodell (Ist wert 5) des ersten Bauteils zeigt eine signifikante Abwei chung von den Sollmaßen (Sollwert 6) . Daraufhin greift ein (automatischer) Mechanismus (Regler 7), der auf Basis der vorgegebenen Kundenspezifikationen (Sollwert 6) versucht, durch Anpassung des CAD-Modells (Steuergröße 8) (z.B. Anpas sung von Material oder Geometrien - u.a. Radien, Wandstärken, Toleranzen, Oberflächenrauigkeiten etc.), ggf. unter Zuhilfe nahme geeigneter Simulationsmodelle (z.B. Finite Elemente Me thode für Korrelation Belastungen vs . Belastbarkeiten, Strö mungsmodelle, Lebensdauerprognosen etc.), von CAM- Simulationen sowie auf Basis der gemachten Erfahrungen bei der Herstellung (Machine Learning) entweder ein Design (CAD- Modell) zu erstellen, das prozesssicher mit den bisher ver wendeten Maschinen (Stellgröße 10), Werkzeugen (Stellgröße 10), Hilfsmitteln (Stellgröße 10) und Prozessen (Stellgröße 10) gefertigt werden kann, oder Vorschläge zur geeigneten Än- derung von Prozesskette und -ausführung (inkl. Stellgrößen 10 durch Eingreifen der Stelleinrichtung 9) macht. Das angepass te CAD-Modell (Steuergröße 8) und/ oder die geänderte Pro zesskette und -ausführung (Stellgröße 10) können im weiteren Ablauf auf der Regelstrecke 1 verwendet werden, um weitere Bauteile der Bauteilgruppe herzustellen.

Fig. 3 zeigt einen möglichen Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Anpassung eines Herstellungsprozesses von Bau teilen einer Bauteilgruppe. Anforderungen 11 an die Bauteile der Bauteilgruppe (Kundenspezifikationen, Lastenheft, Pflich tenheft) werden erfasst. Auf Basis der Anforderungen 11 wird ein CAD-Modell 12 erstellt. Auf Basis des CAD-Modells 12 wird die Fertigung 13 durchgeführt. Die Fertigung 13 bzw. Ergeb nisse der Fertigung 13 unterlaufen anschließend eine Prüfung/ Inspektion 14. Während des gesamten Verfahrens wird ein digi tales Realmodell 15 bereitgestellt und aktualisiert. Ein (dy namischer) Regelkreis 16 kann jederzeit (zum Beispiel bei Ab weichung von Soll- und Istwerten eingreifen und das CAD- Modell 12 anpassen. Durch die Anpassung des CAD-Modells 12 wird auch die Fertigung 13 angepasst. Dabei sind Abweichungen von den Anforderungen 11 erlaubt. Weitere Bauteile der Bau teilgruppe können auf Basis der Anpassungen hergestellt wer den .

Ziel ist es, durch das Anpassen des CAD-Modells ein CAD- Modell, das prozesssicher mit den bisher verwendeten Maschi nen, Werkzeugen, Hilfsmitteln und Prozessen gefertigt werden kann, oder eine umsetzbare neue Prozesskette und -ausführung zu schaffen. Beim Anpassen können somit möglicherweise Abwei chungen von den Anforderungen an die Bauteile der Bauteil gruppe zugelassen werden. Das hat den Vorteil, dass so ein Optimum zwischen Kundenwünschen (Anforderungen) und Möglich keiten des Herstellungsprozesses gefunden werden kann.

Um auf Fertigung- oder Qualitätsprobleme zeitnah und effektiv reagieren zu können, ist die Einführung von Regelkreisen 16 zwischen Fertigung 13 und dem Bauteildesign (CAD-Modell 12) innerhalb der digitalen Kette unabdingbar.

Erfindungsgemäß wird ein (online oder offline) Regelkreis 16 beansprucht, der sich aus Anforderungen 11 an ein Bauteil (vorgegebene Kundenspezifikationen, Lastenheft / Pflichten heft) , dem CAD-Modell 12 und dem digitalen Realmodell 15 ent lang des Herstellungsprozesses, insbesondere mit Fokus auf die Fertigung 13, zusammensetzt.

Obwohl die Erfindung im Detail durch die Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, ist die Erfindung durch die offenbarten Beispiele nicht eingeschränkt und ande re Variationen können vom Fachmann daraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.

Bezugszeichenliste

1 Regelstrecke

2 Störgrößen

3 Regelgröße

4 Messeinrichtung

5 Istwert

6 Sollwert

7 Regler

8 Steuergröße

9 Stelleinrichtung

10 Stellgröße

11 Anforderungen

12 CAD-Modell

13 Fertigung

14 Prüfung/ Inspektion

15 digitales Realmodell

16 Regelkreis Si Verfahrensschritt i mit i = [1; 9]