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Title:
AGENT WITH INFLUENCES HYPERACTIVE IMMUNOLOGICAL EFFECTOR CELLS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1995/000175
Kind Code:
A1
Abstract:
Described is an agent which influences hyperactive immunological effector cells and which includes (I) a calcium antagonist and (II) an agent which reduces the intracellular cAMP/cGMP ratio. Also described is an agent which influences hyperactive immunological effector cells and which includes (I) an agent which eliminates the hyperactive effector cells and (II) alloreactive cells with a preprogrammed death.

Inventors:
Leskovar, Peter
Application Number:
PCT/EP1994/001992
Publication Date:
January 05, 1995
Filing Date:
June 19, 1994
Export Citation:
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Assignee:
Leskovar, Peter
International Classes:
A61K31/495; A61K45/06; (IPC1-7): A61K45/06; A61K31/495
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Claims:
Patentansprüche
1. Mittel zur Beeinflussung von hyperaktivierten immunologischen Effektorzellen umfassend (I) einen Calciumantagonisten (II) ein den intrazellulären Quotienten von cAMP/cGMP reduzierendes Mittel.
2. Mittel nach Anspruch 1, d adur ch gekenn z e i chnet , daß der Calciumantagonist ein CalciumÖberladungsblocker ist.
3. Mittel nach Anspruch l oder 2, d a d ur ch g ek e n n z e i c h n e t , daß der Calciumantagonist Cinnarizin ist.
4. Mittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da durch gekenn z e i chnet , daß Komponente (II) ein Mittel ist, das den Gehalt an cAMP in der Zelle vermindert und/oder ein Mittel, das den Gehalt an cGMP erhöht.
5. Mittel nach Anspruch 4, dadurch gekenn zei chnet , daß das den Gehalt an cAMP vermindernde Mittel ein Antagonist von Gsgekoppelten Rezeptoren und/oder ein Agonist von Gj/Gp/GQ gekoppelten Rezeptoren ist.
6. Hittel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß Komponente (II) ein Antagonist von ßadrenergen Rezeptoren, Histaminrezeptoren und/oder A2purinergen Rezeptoren ist.
7. Hittel nach Anspruch 6, d a d u r c h g e k e n n z e i c hn e t , daß der Antagonist für ßadrenerge Rezeptoren Propranolol ist.
8. Mittel zur Beeinflussung von hyperaktivierten immunologischen Effektorzellen umfassend (I) ein die hyperaktivierten Effektorzellen eliminierendes Hittel (II) alloreaktive Zellen mit vorbestimmtem Zelltod.
9. Hittel nach Anspruch 8, dadurch gekenn z eichnet , daß Komponente (I) TZellen eliminierendes Mittel ist.
10. Hittel nach Anspruch 9, d a durch gekenn z e i chn et , daß Komponente (I) gegen CD8 und/oder CD3 gerichtete Antikörper umfaßt. ERSATZBLÄIT(REGEL26) .
11. Mittel nach einem der Ansprüche 8 bis 10, d a du r c h ge k e n n z e i c hn e t , daß Komponente (I) zusätzlich ein Cytostaticum, insbesondere Cyclophosphamid enthält.
12. Mittel nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekenn z eichnet , daß Komponente (II) allogene, die pathologischen Ts Zellen und/oder hyperaktivierte Makrophagen inaktivierende Zellen umfaßt, deren DNA kontrolliert verändert wurde.
13. Verwendung einer Kombination aus einen Calciumantagonisten und einem das Verhältnis von cAMP/cGMP in der Zelle reduzierendem Mittel zur Herstellung eines Arzneimittels zur Bekämpfung von Krebs, viralen und bakteriellen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen.
14. Verwendung einer Kombination aus einem hyperaktivierte Effektorzellen eliminierenden Hittel und alloreaktiven Zellen mit vorbestimmtem Zelltod zur Herstellung eines Arzneimittels zur Bekämpfung von Krebs, Virenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen.
15. Verfahren zur Behandlung von Krebs, Virenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen umfassend, daß man hyperaktivierte immunologische Effektorzellen elimiert oder in den Normalzustand zurückführt und hierdurch die eigene Immunabwehr zur Restaurierung des Zustandes vor Krankheitsbeginn befähigt. ERSATZELÄTT (REGEL 26).
Description:
Mittel zur Beeinflussung von hyperaktivierten imunologischen Effektorzellen

Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Beeinflussung von hyperaktivierten immunologischen Effektorzellen und die Verwendung dieses Mittels.

Bei verschiedenartigen Zuständen und Erkrankungen des Menschen sind die immunologischen Effektorzellen durch zuviele Reize, z.B. durch Cytokine, hyperaktiviert und können daher auf neue spezifi¬ sche Reize nicht mehr reagieren. Das Immunsystem wird dadurch negativ beeinträchtigt oder sogar ausge¬ schaltet. Dieser Zustand kann hervorgerufen werden, wenn eine Infektion zu lange andauert durch per- sistierende Stimulation oder wenn Zellen kurzzeitig überaktiviert werden durch zu starke Ausschüttung von endogenen Cytokinen. Unter dem Begriff "immunologische Effektorzellen" werden hier z.B. T-Zellen, Makropha- gen/Monozyten, NK-Zellen und andere immunologisch wirksame Zellen verstanden.

An vielen immunologischen Prozessen ist auf der zellulären Ebene das aus Adenosintriphosphat (ATP), z.B. durch Einwirkung von Adenylatcyclase (AC), gebildete cyclische Adenosinmonophosphat (cAMP) beteiligt. cAMP nimmt als "second messenger" eine zentrale Rolle in der hormonalen Regulation und im Stoffwechsel ein durch Aktivierung von Proteinkinasen, z.B. Proteinkinase A (PKA). PKA phosphoryliert dann Proteine, die wie¬ derum die Immunantwort supprimieren. Dadurch wirkt eine Hyperaktivierung der Effektorzellen für die Immun¬ funktionen suppressiv. Zur Steuerung dieser Reaktionskaskade gibt es eine antagonistische Bildung von cycli- schem Guanosinmonophosphat (cGMP), das dem cAMP entgegenwirkt.

Diese Reaktionskaskade wird auch beeinflußt durch die Gruppe der G-Protein gekoppelten Rezeptoren, zu denen Rezeptoren, wie adrenerge, Muscarin-, Histamin-, Serotonin- and Adenosinrezeptoren gehören. G-Pro- teine (Guanin-Nucleotide-bindende Proteine) können die Bildung eines second messenger stimulieren (G s ) oder hemmen (G j ). Durch Beeinflussung von G s - und G^-Rezeptoren kann daher auch die Bildung von AC und damit von cAMP beeinflußt werden.

Zustände bei denen das natürliche Gleichgewicht nicht mehr vorliegt sind beispielsweise Krebs, Virenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen, einschließlich der auslösenden und krankheitserhaltenden autoimmunen Komponente der Arteriosklerose.

Es war nun Aufgabe der Erfindung, ein Mittel bereitzustellen, um derartige Krankheitszustände zu bekämpfen und ein durch Hyperaktivierung supprimiertes Immunsystem wieder für Reize und eine normale Immunantwort ansprechbar zu machen.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Mittel zur Beeinflussung von hyperaktivierten immunologischen Effektorzellen, das I) einen Calciumantagonisten und (II) ein den intrazellulären Quotienten von cAMP/cGMP verminderndes Mittel umfaßt.

Überraschenderweise wurde festgestellt, daß mit einer derartigen Kombination die Hyperaktivierung von Effektorzellen vermindert oder aufgehoben werden kann. Dadurch werden diese Zellen wieder bereit für die Aufnahme spezifischer Reize und können wieder eine normale Imunreaktion liefern. Es wurde gefunden, daß hyperaktivierte Zellen zuviel Calcium enthalten und einen zu hohen Quotienten von cAMP/cGMP aufweisen. In

einer ersten Ausführungsform besteht daher das Prinzip des erfindungsgemäßen Mittels darin, den Calciumfluß in die Zelle zu verhindern und den pathologisch veränderten Quotienten von cAMP/cGMP beeinflußt wird. Dies wird erreicht durch die erfindungsgemäße Kombination der Komponenten (I) und (II).

Überraschenderweise wird es damit möglich, so unterschiedliche Krankheiten, wie Tumoren, autoimmune Erkrankungen, Arteriosklerose, die möglicherweise zu ihrer Auslösung einen autoimmunen Promotor benötigt, ferner bakterielle, virale einschließlich retrovirale Infektionen und einige auf immunologischen Entgleisun¬ gen bzw. Deviationen beruhende, "moderne" Krankheiten, z.B. das CFS (chronic fatigue syndrome) zu behandeln. All diese Zustände und Erkrankungen könnten - immunologisch gesehen - gemeinsame Dysregulationseleente auf¬ weisen. Diese gemeinsamen Elemente sind z.B. eine persistierende oder überschießende Aktivierung gewisser Leukozyten-Subpopulationen, meist Makrophagen und Helfer-T-Zellen, nicht selten auch Suppressorzellen. Bei einer simultanen Hyperaktivierung von Makrophagen und Helfer-T-Zellen, wie sie auch bei HIV-Patienten beob¬ achtet wurde, kann es zur gegenseitigen Stimulierung beider voneinander abhängiger Leukozyten-Subpopulatio¬ nen kommen.

Ein weiteres gemeinsames Element ist die Deblockierung von blastogen prätransformierten T4- und Plasma-(B)-Zellen als Folge vorausgegangener, länger andauernder latenter oder manifester Immunsuppression; sie basiert auf der "Ausdünnung" der autoantigen- bzw. pathogenspezifischen Überwacherzellen oder Suppres- sor-T-Zellen.

Vom molekular-biologischen Gesichtspunkt her ist den unterschiedlichsten, oben erwähnten Krankhei¬ ten die Persistenz eines erhöhten intrazellulären Ca 2+ j-Spiegels gemeinsam, die einerseits zur immunsuppres- siven Gegenregulation und andererseits zur herabgesetzten Immunstiulierbarkeit gegenüber neuen antigenen Reizen fuhrt. Dies resultiert nicht nur in einer Beeinträchtigung des bestehenden Sets an immunkompetenten Zellen, sondern zusätzlich in einer gestörten Nachrekrutierung neuer, noch steuerbarer Immunozyten.

Die erfindungsgemäße Kombination der Komponenten I und II sorgt für eine Deblockierung der falsch programmierten Immunozyten oder Effektorzellen, vor allem der Zellen im hyperaktivierten Zustand, und hat daher Einfluß auf die "wound healing"- bzw. "tissue repair"-Funktion von umprogrammierten Makrophagen und Cytokine-hypersezernierenden Helfer-T-Zellen.

Diese Beruhigung der hyperaktivierten oder persistierend aktivierten Effektorzellen wird einerseits durch Komponente I erreicht durch Verhinderung der Ca 2+ ^-Starre, d.h. einer Blockierung der Zellüberladung mit Ca 2+ ^-Ionen? andererseits wird die Ca 2+ j-Abhängigkeit durch Regulierung des intrazellulären pHj-Wertes reguliert. Ein weiterer Mechanismus ist die Kontrolle des Elektrolyttransportes durch die Zellmembran, d.h. eine Beeinflussung der Ca + -, Na + - und K + -Kanäle bzw. der Austauschmechanismen für Na + /K + , Na + /H + , K + /H + , HC0 3 " /cr, Ca 2+ /Na + oder Ca 2+ /H + bzw. verschiedener ATPasen, Anti- und Symport.

Mit der erfindungsgemäßen Kombination konnten bei Tumorpatienten Verkleinerungen von Tumor oder Metastasen um ein bis zwei Drittel innerhalb von einigen Wochen erzielt werden, ohne gleichzeitige Radio¬ oder Chemotherapie. Auch bei Patienten mit Autoimun-Erkrankungen, z.B. multipler Sklerose oder CFS wurden überraschende therapeutische Erfolge erzielt.

Die im folgenden angegebenen einzelnen Beispiele für die Komponenten I und II können jeweils unter¬ einander kombiniert werden. Es ist auch möglich ihre Wirkung in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung

zu erweitern durch Kombination mit bekannten Imunstimulatoren, Immunmodulatoren (BRHS) bei neoplastischen und autoiπmunen Erkrankungen, ferner bei arteriosklerotischen Gefäßveränderungen und ebenso bei mit Makro¬ phagen- und T-Zell-Hyperaktivierung zusammenhängenden, auf Plasma-Destabilisierung beruhenden Erkrankungen, wie Amyloidose, Alzheimer Krankheit, und bei CFS. Auch bei bakteriellen und viralen Infektionen sind diese Kombinationen therapeutisch nützlich. Hierdurch kann die initiale immunologische Entgleisung, d.h. die Hyperaktivierung von Leukozyten-Subpopulationen rückgängig gemacht werden; die Restaurierung des ursprüng¬ lichen Immunstatus kann dann spontan erfolgen.

Das Therapieschema kann beispielsweise 2- oder 3-stufig sein. Dabei kann z.B. in einer ersten Phase eine Deblockierung von immunkompetenten, aber falsch programmierten Effektorzellen, primär Makrophagen und T-Zellen, und in einer zweiten Phase eine kontrollierte Stimulierung der Immunozyten erfolgen. In einer wei¬ teren Ausführungsform kann sich dann noch als dritte Phase ein Einfrieren des kontrolliert stimulierten Zellzustandes, praktisch eine Verlängerung der zweiten Phase, anschließen. Für die erste Phase kann dazu das erfindungsgemäße Mittel eingesetzt werden. Für die zweite Phase sind bekannte Immunstimulantien geeignet und für die dritte Phase kann wieder das erfindungsgemäße Mittel eingesetzt werden, jedoch in geringerer Dosie¬ rung, z.B.20 bis 50. der in der ersten Phase verwendeten Menge.

Einzelheiten über die Deblockierung der immunkompetenten Zellen im hypoxischen und/oder azidifi- zierten Milieu von chronisch entzündeten Geweben, incl. nekrotisierendes Tumorgewebe werden beschrieben. Hyper- oder persistierend aktivierte Makrophagen verbrauchen 10- bis 20mal mehr Sauerstoff als ruhende, in Anwesenheit von gamma-Interferon steigt dieser 0 2 -Verbrauch noch wesentlich stärker an.

Bei der Phagozytose von opsonisierten Partikeln (Bakterien, Latex usw.) sowie von Immunkomplexen via den Fc-gamma-Rezeptor schaltet der Makrophage auf den Embden-Mayerhof-glykolytischen Glucoseabbau um. Hierdurch wird der molekulare Sauerstoff für die Bildung von mikrobiziden Sauerstoff-Radikalen (ROI) zur Verfügung gestellt. Auch die Bildung von Leukotrien C, D und E, die ein reduziertes Glutathion voraussetzt, wird der Übertragung von Elektronen bzw. Protonen an Sauerstoff-Radikale (mittels Cytochrom P450) geopfert. Das statt Leukotrien C, D und E gebildete Leukotrien B stimuliert direkt die Cytochrom P450 vermittelte ROI- Bildung.

Diese durch Opsonisierung aufoktroierte Umschaltung zur Glykolyse führt via Milchsäure-Überproduk¬ tion und -Sekretion zur starken Ansäuerung des Mikromilieus um hyperaktivierte Makrophagen. Zusammen mit der hypoxischen Gewebeansäuerung führt dies zum lokalen pH-Abfall und hiermit zur Hemmung der Immunozyten-Funk- tion. Die gestörte Bildung von Leukotrien C, D und E, die durch ROI-Produkte noch zusätzlich beeinträchtigt wird, resultiert in gehemmter Glykosylierung und Sezernierung von Cytokinen und Immunglobulinen.

Die durch gestörte Angiogenese und hyperaktivierte Mekrophagen entstandene Hypoxie im Entzündungs¬ gewebe, z.B. nekrotisierendem Tumorgewebe führt über mehrere Schritte zum Abfall des intrazellulären pH-Wer¬ tes. Dieser äußert sich zuerst in einer starken Hemmung der Zellaktivität (unterhalb von pH 6,8) und endet bei weiterem Abfall im Zelltod.

Ohne an eine Theorie gebunden zu sein, wird angenommen, daß sowohl der apoptotische als auch der autolytische Zelltod auf einem Abfall des intrazellulären pHs basiert, wodurch lysosoale Enzyme aktiv wer¬ den. Zuvor versagt die H + -Pumpe, die in den Lysosomen einen pH von 4,5 bis 5,0 aufrechterhält.

Von den Myokardzellen her weiß man, daß der Zelltod in Anwesenheit des Sauerstoffs als terminalem Elektronen-Akzeptor der Atmungskettenphosphorylierung bevorzugt, bei gleichzeitiger Zellaktivierung bzw. gleichzeitig erhöhtem intrazellulärem Ca^-Spiegel eintritt. Darum sollte der, nur bei 0 2 -Anwesenheit sinn¬ volle aerobe Glucoseabbauweg über den TCC/Citrat-Cyclus im hypoxischen bzw. ischämischen Gewebe medikamentös gehemmt werden. Hierdurch wird auch die Überproduktion von NADH 2 (und NADPH 2 ), die zur beschleunigten glyko- lytischen Milchsäureproduktion und hiermit pH-Abnahme führt, verhindert.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden daher BRMs (Immunmodulatoren) mit deblockierenden Sub¬ stanzen kombiniert bzw. die Deblockierung der immunkomponenten Zellen vor weiteren (immun)therapeutischen Schritten vorgenommen.

Als erfindungsgemäße Komponente II wird ein Mittel eingesetzt, das den Quotienten cAMP/cGMP verän¬ dert. In einer Variante wird dazu der intrazelluläre cGMP-Spiegel erhöht.

Einer der Hauptgründe der blockierten Funktion von immunkompetenten Zellen (mononukleären und poly- morphkernigen Phagozyten, NK-Zellen, K-Zellen, T-Zellen) in situ/in vitro z.B. in Tumorläsionen, in chro¬ nisch-entzündlichen Geweben ist der niedrige cGMP-Spiegel bzw. der erhöhte cAMP-Spiegel im Cytosol der immunkompetenten Zellen.

Der erhöhte cAMP-Spiegel geht in erster Linie auf die Aktivierung der Adenylatcyclase durch hyper- produzierte Prostaglandine (PGE 2/E 1) zurück; diese Prostaglandine werden in erster Linie durch hyperakti- vierte Makrophagen, Fibroblasten und Synovialzellen sezerniert und führen zusammen mit Catecholaminen via Aktivierung des beta-adrenergen Rezeptors zur erwähnten Adenylatcyclase-λktivierung und hiermit zur cAMP- Bildung im Cytosol.

Der intrazelluläre cAMP-Anstieg hemmt verschiedene Zellfunktionen, u.a. die immunrelevanten Funk¬ tionen der meisten Immunozyten-Subklassen. Deshalb wird erfindungsgemäß die Induktion der Guanylcyclase und hiermit der Anstieg des intrazellulären cGMP-Spiegels in den immunkompetenten Zellen in vitro und in vivo bevorzugt angewendet.

Der besondere Vorteil dieser Aktivierungsart von Immunozyten ist in der Tatsache begründet, daß hierdurch in vitro und in vivo blockierte (präinaktivierte) Effektorzellen deblockiert bzw. von der Suppres- sor- zu der Effektor-Funktion umprogrammiert werden.

Für das erfindungsgemäße Mittel allein oder in Kombination geeignet sind die folgenden Substanzen, die (a) einzeln oder (b) kombiniert untereinander oder (c) kombiniert einzeln oder untereinander mit BRMs eingesetzt werden können:

(1) Alkalisierende Substanzen, wie Alkali-(bi)carbonat sowie Alkalisalze von metabolisierenden ("verbrennbaren") organischen Säuren (z.B. Na-Laktat, Na-Gluconat, Na-, K-Citrat).

(2) Reversible kompetitive Hemmer der Zitronensäure-Weiteroxidation im Krebs(Citrat)-Cyclus, d.h. Inhibitoren der Tricarbonsäuren des Citratcyclus (z.B. Tricarballylat, Methyl/Ethyl-Succinat, Malonat u. a.).

Das Wirkungsprinzip ist die Verhinderung der Zellüberaktivierung (z.B. Makrophagen) bei fehlendem 0 2 -Elektronenakzeptor.

(3) ß-Blocker generell

Das Wirkungsprinzip ist hier die Verhinderung des intrazellulären Anstiegs von cAMP und der hier¬ mit assoziierten Aktivität der A-Kinase (PKA).

(4) Ca-Antagonisten generell

Das Wirkungsprinzip ist die Hemmung des Ca-Einstros in die hyperaktivierte (hypoxische) Zelle, wodurch das Ca^-stimulierte Weiterlaufen des Krebscyclus bei mangelnder Präsenz des 0 2 -Elektronenakzeptors und mittelbar der pH-Abfall bzw. der Zelltod verhindert wird. Im Falle der hyperaktivierten Makrophagen kann hierdurch die ROI-Produktion gehemmt werden. Diese ROI hemmen ihrerseits die Glycosylierung und hiermit die Sekretion von Cytokinen.

(5) Ca-Agonisten generell

Das Wirkungsprinzip besteht darin, daß die unter Punkt (3) besprochenen ß-Blocker und die Ca- Agonisten das intrazelluläre Ca^ erhöhen.

Für diese spezielle Kombination ist es bevorzugt, in zwei Stufen vorzugehen: Zuerst soll mit den unter Punkt (4) besprochenen Ca-Antagonisten die Aktivität der "falsch programmierten", d.h. hyperaktivier¬ ten Makrophagen zum Stillstand gebracht werden. Danach soll mit Ca-Agonisten und/oder ß-Blockern die Akti¬ vierung der immunkompetenten Zellen generell unterstützt werden.

(6) Substanzen, die den Abfall des intrazellulären H^ verhindern, indem sie die Zellmembran passieren und intrazellulär die überschüssigen H + -Ionen binden. Es handelt sich um alle Vertreter von mem¬ brangängigen basischen Stoffen, z.B. um Derivate von TRIZMA, von HEPES, von Mono-, Di- und Triethanolaminen sowie um Produkte von Chloroquin und andere Antialariamittel, ferner um Monensin sowie um intrazellulär NH3-abspaltende Verbindungen, z.B. die beiden Substrate der cytosolischen Glutaminase bzw. Asparaginase, das Glutamin und das Asparagin.

Weitere pHj-erhöhende Substanzen sind Lithium-, Cäsium-, Rubidium-Salze der Kohlensäure und der verbrennbaren organischen Säuren.

Die membrangängigen schwachen Basen dürfen als freie Basen oder als (Bi)carbonat bzw. als Salze metabolisierbarer organischer Säuren, nicht aber als Chlorid, Sulfat, Nitrat usw. zum Einsatz kommen. Das gleiche gilt für Glutamin und Asparagin.

Diese Substanzen können mit Alkalisalzen verbrennbarer Säuren (Punkt (1)) und/oder den TCC/Ci- tratcyclushemmern kombiniert werden.

(7) Hemmer der LDH (Lactat-Dehydrogenase) und der XOD (Xanthioxydase)

Das Wirkungsprinzip besteht in einer Hemmung der Milchsäurebildung, die die überschüssige Ansäue- rung des Cytosols und des extrazellulären Milieus verhindern kann. Diese LDL- und XOD-Inhibitoren können mit Hemmern der Säuren des TCC/Krebscyclus kombiniert werden.

(8) Substanzen, die das intrazelluläre Redox-Potential korrigieren, z.B. Fumarat/Maleinat, Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E, Alkali(K)-ferrocyamid, Se-Verbindungen (z.B. Na-Selenit), Na-/K-Thiosulfat, Alkalisulfat, aber auch die reduzierten Formen von Mercaptyl/Thionyl (-SH)-Gruppen haltigen Verbindungen, z.B. Glutathion, Penicillamin, Thiola (Thiopronin), Cystein, Methionin.

(9) Substanzen, die den intrazellulären (NDP(P) + /NAD(P)H 2 - bzw. den GSSG/2GSH-Quotienten korri¬ gieren, z.B. N-Acetylcystein.

(10) Substanzen, die den terminalen Elektronen-Akzeptor(molekularen 0 2 ) der Atmungskettenphos- phorylierung ersetzen, z.B. Ascorbat, Dehydroascorbat, Dehydroascorbat, ungesättigte Fettsäuren.

Die Substanzen unter Punkt (8), (9) und (10) wirken in ähnliche Richtung; es handelt sich z. T. um gleiche Substanzen.

(11) Radikalfänger (ROI-scavenger) bzw. Antioxydantien

Beispiele: (a) Phenole wie Tocopherole, Flavonoide, Phenolsäuren plus Ester, Benzodioxole, Lignane (NDGA), BHT, BHA, THBP (b) Amine wie Tetramethyl-p-phenylendiamin (c) Heterozyklen wie Ethoxyquin, Barbitu- rate, Carbazole, Phenothiazine, Levamisol, Nafazatron, Naloxon und Tinoridin, (d) verschiedene weitere Ver¬ bindungen wie Vitamin C, Glutathion, (GSH), ß-Carotin und Vitamin A-Derivate.

(12) Cl ' -Kanal-Blocker

(13) Cyclooxygenase-Hemer/nicht steroidale Antiphlogistika

(14) Anti-H2-Histaminika (Antagonisten des H2-Histaminrezeptors), z.B. Cimetidin

(15) Hemmer der cAMP- bzw. cGMP-Phosphodiesterase/Methylxanthine, z.B. Theophylin oder Theobro- min

(16) Da Immunkomplexe (IC) via spezielle Rezeptoren, die Fc(gamma)-R und/oder CR1, CR3, Clq- u. a. Rezeptoren Makrophagen/Monozyten, Suppressor-T-Zellen (T G /T S ) sowie NK-Zellen suppriieren, wird die IC- induzierte, persistierende Aktivierung, die sich im Endeffekt als Immunsuppression äußert, erfindungsgemäß (a) durch die Fc(gamma)-Untereinheit von Ig(IgG), (b) durch die gentechnologisch veränderten Komplement- Untereinheiten (Austausch von Schlüssel-Aminosäuren), z.B. C3b, C3bi oder Clq und/oder (c) durch IgG-Über- schuß gehemmt.

(17) Substanzen, die anti-denaturierend und z. T. re-naturierend auf Proteine generell und auf biorelevante Proteine im speziellen wirken, z.B. Foramid, Acetamid, Anilid (Foranilid, Acetanilid) und de¬ ren Alkyl- und Dialkylderivate (z.B. Methyl/Dimethyl), insbesondere die untoxischen Monomethylderivate sowie andere nichttoxische, wassermischbare Verbindungen. Sie wirken, indem sie die Hydratation und Deelektrizi- tätskonstante (DK) des Mediums schwächen.

Diese Substanzen könnten mit PEG.PVP und/oder DMSO kombiniert werden. Die gleichen Substanzen bzw. deren Kombinationen mit PEG, PVP, Glycerin und/oder DMSO, eignen sich auch als kryoprotektive Stoffe für das Einfrieren (Konservierung) von Zellen und Proteinen.

Physiologisch besonders interessant ist dabei das PVP, das als Plasma-Expander jahrelang klinisch eingesetzt worden ist.

Die einzelnen Klassen der oben beschriebenen de-blockierenden Substanzen sind auch als Zusätze zu konventionellen Vakzinen geeignet.

(18) Anti-gama-Interferon, Anti-M- und GM-CSF sowie Anti-TNF alpha

(19) Liposome, enthaltend (a) Cytostatike, (b) andere Cytotoxine, z.B. Ricin, Abrin.

(20) Substanzen, die die Histaminfreisetzung aus Mastzellen verhindern, z.B. Cromoglycat und Intal

(21) Substanzen, die die Cl " -Konzentration der extrazellulären Flüssigkeit (ECF) verringern

(22) Substanzen, die die ECF-Konzentration des HCOß ' -Ions erhöhen.

Besonders bevorzugt wird für das erfindungsgemäße Mittel als Komponente I ein Calciu-Überladungs- blocker, insbesondere Cinnarizin, und als Komponente II ein Antagonist von ß-adrenergen Rezeptoren, Histamin-H2-Rezeptoren und/oder A2-purinergen Rezeptoren, insbesondere Propranolol, verwendet.

Anschließend werden einige bevorzugte Präparate genannt, die als Zweier-, Dreier- oder Mehrfach¬ kombinationen (A+B, A+C..., B+C, B+D..., A-B-C, A-B-D...) für das erfindungsgemäße Mittel in betracht kom¬ men. Ihr besonderer Vorteil liegt darin, daß sie als Einzelpräparate bekannt sind und direkt klinisch einge¬ setzt werden können. Sie können - als Einzel- oder als Kombinationspräparate - mit Immunmodulatoren (BRM) kombiniert werden.

1. Ca-Antagonisten (Zielsetzung: Verhinderung der intrazellulären Ca-Überladung und der hiermit assoziierten Hemmung von Guanylcyclase sowie der 5-Lipoxygenase einerseits und der Ca, genauer gesagt CaH (Ca-Hodulin) stimulierten Ca-ATPase bzw. Adenylcyclase andererseits)

1.1 auf der Nifedipin-Basis: Adalat (26.071) oder Aprical 5/-10/-retard (26.072), oder Bayotensin/- mite (26.075)

1.2 auf der Verapamil-Basis: Azupamil 40/ -80/ -120 (26.073) oder Dignover 40/ -80(2.081) oder Drostreakard 40/ -80/ -120 (26.083) oder Verapamil-ratiopharm (26.108)

1.3 auf der Cinnarizin-Basis: Cinnarizin-ratiopharm (36.035) oder Cinnarizin Siegfried (36.036 oder Cinnarizin R.A.N. (36.034) oder Cinnacet (36.033) oder Cerepar (36.032).

2. beta-Blocker (Zielsetzung: Hemmung der cAHP-erhöhenden Sub-Rezeptoren für Katecholamin, PGE1/PGE2 sowie Histamin (H2-R)

2.1 auf der Acetutolol-Basis: Neptal 400 (26.036) oder Prent 400 (26.040)

2.2 auf der Metoprolol-Basis: Lopresor/-mite (26.035)

2.3 auf der Propanolol-Basis: Indobloc 10/40/80 (26.032) oder Efektolol 10/40/80 (26.024) oder Elbrol 40/Elbrol 80 (26.027)

3. Kombinationspräparate: Ca-Antagonisten plus beta-Blocker Belnif (26.070) oder Tredalat (16.132) Nif-Ten 50 (16.131)

4. Nicht-steroidale Antiphlogistika/Antirheumatika (Hemmer der Cyclooxygenase/Prostaglandin-Synthe- tase)

4.1 auf der Diclofenac-Basis: Diclofenac-Wolff-25/50 (05.142) oder Diclo-OPT 50,100 retard (05.143) oder Diclophlogent (05.144).

4.2 auf der Ibuprofen-Basis: Dolgit 200/400/SL (05.149) oder Ibuphlogent 200/-400 (05.161)

4.3 auf der Indometacin-Basis: Indo-Tablinen (05.170) oder Indomet retard-ratiophar 75 (05.167) oder Amuno/Retard (MSD) (05,129)

4.4 auf der Ketoprofen-Basis: Alrheumun (05.128)

4.5 auf der Acetylsalicylsäure-Basis: Spalt (05.122) oder Solpyron (05.121) oder Gepan mite (05.117).

5. Den intrazellulären pHi-beeinflussende Präparate (Zielsetzung: Einflußnahme auf intrazelluläres pH K- und Na-Ion sowie das HC03-/Cl-Verhältnis und hiermit assoziierte Deblockierung von hyper- oder persi- stierend aktivierten immunkompetenten Zellen, primär Makrophagen)

(a) Hanooxygen (03.007) oder Gelum oral -rd (03.006)

(b) Acidovert (03.005) oder Acetolyt (03.001) oder Nephrotrans (03.004) oder Natriumhydrogencarbonat lg (03.003)

(c) Histinorm (05.210).

6. Redoxpotential (NAD(P)H/NAD(P) + bzw. GSH/GSSH) korrierende Präparate

6.1 Mercaptyl- (Thionyl-, Sulfhydryl-)/Disulfid-Quotient verbessernde Präparate

(a) Actylcystein (23.119) oder Acetylcystein-ratiopharm 100/200 (23.120)

(b) Metalcaptase 150/ -300 (05.201) oder Trolovol (05.206)

6.2 Reduzierende Präparate

Cebion (83.099) oder Cedoxon Cassis (83.100) oder Cetebe (83.102), Resochin (05.203) oder Quensyl (05.202) oder Tauredon 10/20/50 (05.205)

Besonders bevorzugt werden die zwei erstgenannten Präparate verwendet, da sie oral verabreicht wer¬ den können.

(7) Goldpräparate (tragen - ähnlich wie Chloroquin - zur Stabilisierung ("Beruhigung") der hyperaktivierten Makrophagen bei)

Ridaura (05.204) (kann oral verabreicht werden) oder Aureostan 10/25/50/100 (05.199)

(9) Methylxanthine (z.B. Theophyllin) (Zielsetzung: Stabilisierung des erhöhten cGMP-Spiegels nach Korrektur des cAMP/cGMP-Quotienten; Methylxanthine hemmen nicht nur die cAMP-Phosphodiesterase, sondern auch die cGMP-PDE):

Theophyllin retard - ratiopharm 125/250/350/500 (27.082) oder Theospirex (27.084)

(10) Antidiabetika (Simulierung der Insulin-Aktivität bzw. Antagonisierung des Glycolyse- und TCC- hemmenden bzw. Gluconeogenese fördernden Glucagons)

10.1 auf der Biguanidin (Metformin)-Basis: Glucophage retard/-mite (11.070)

10.2 auf der Tolbutamid-Basis: Artosin 1,0 (11.037) oder Rastinon Hoechst (11.065) oder Tolbutamid 0,5 g/lg (11.067)

10.3 auf der Glibenclamid-Basis: Azuglucon -3,5/ -1,75 (11.038) oder Diamicron (11.041) oder Glu- conorm 1,75/3,5 (11.051)

10.4 auf der Glisoxepid-Basis: Pro-Diaban (11.064). 11. Guanylcyclase (cGHP) stimulierende Präparate

11.1 auf der Isosorbiddinitrat-Basis: Coleb 20/-40 (54.044) oder Dignonitrat 40/-60/-100 (54.049)

11.2 auf der Isosorbidmononitrat-Basis: Conpin 20/-40 (54.054) oder Coragin 20/-0/-60 (54.046)

11.3 auf der Glyceroltrinitrat-Basis: Nitroglycerin retard-ratiopharm (54.023)

Eine Alternative bietet das Sydnonimin-Derivat Molsidomin (z.B. Molsidomin 1/2/4 von et Berlin). Der Wirkungsmechanismus auf zellulärer Ebene sollte jenem der Nitrokörper entsprechen; in beiden Fällen soll die Aktivität der Guanylcyclase und hiermit der intrazelluläre cGMP-Spiegel steigen.

12. Hemmer der Xanthinoxidase (XOD) mit dem Ziel, die Bildung von Sauerstoffradikalen mindestens partiell zu unterdrücken (siehe auch Punkt 5): Allopurinol 300 Stada (43.007) oder Allopurinol Dorsch (43.008) oder Allopurinol-retard Woelm (43.011).

13. Einige, K-sparende Diuretika (wegen K-Retardeffekt bzw. mittelbar wegen Förderung des H+/K+- Antiports und somit des pHi-Anstiegs)

13.1 auf der Basis des Aldosteron-Antagonisten Spironolactons: Spironolacton-ratiophar 50/-100 (02.016)

13.2 auf der Triamteren-Basis: Jatropur Tabletten (35.060)

13.3 auf der Amilorid-Basis: Amilorid allein oder in Kombination mit Hydrochlorothiazid als Amilorid comp.-ratiopharm (35.063)

14. Carboanhydrase-Hemmer, z.B. Acetazolamid (wegen des Einfluß auf das pHi sowie auf die Glyko- lyse, Gluconeogenese und TCC/Krebs (Citrat)-Cyclus; Hemmung der Glycolyse drosselnden FPK/Fructose-Phosphat- Kinase): Diamox retard (67.151) oder Diamox (39.006).

15. Sauerstoff-Träger (für eine bessere 02-Versorgung des hypoxischen Entzündungsgewebes) Oxoferin bzw. TCDO (Tetrachlordekaoxyd), der gleiche oder ein besserer Effekt kann mit einer Sauerstofftherapie erreicht werden. Oxoferin bzw. TCDO können mit Ascorbinsäure und/oder Bernsteinsäure und/oder Bernsteinsäure bzw. Fumarsäure kombiniert werden.

16. Parathormon-hemmende Präparate (PTH wirkt via Aldenylcyclase bzw. cAMP zellsupprimierend, ähn¬ lich wie z.B. Glucagon, Histamin (via H2-Rezeptor), Adenosin, PGE2 und Horadrenalin (via betal-adrenergen Rezeptor) sowie Adrenalin und Isoproterenol (via beta2-adrenergen Rezeptor))

Die Makrophagen exprimieren u. a. Rezeptoren für (a) Insulin, (b) Glucagon, (c) Histamin, (d) Sero- tonin, (e) Parathormon, (f) Calcitonin, (g) Somatotropin, (h) Somatostatin, (i) PGE2, (j) cAMP, (k) p- adrenergen Rezeptor, (1) Neuropeptide (Endorphin), (m) Arginin-Vasopressin und (n) Transferrin.

16.1 auf der Etidronsäure-Basis: Diphos (65.005)

16.2 auf der Clodronsäure-Basis: Ostac (65.007).

17. Selen-Verbindungen (zur ROI-Neutralisierung; Simulierung der Gluthation-Peroxidase)

17.1 auf der Hatriumselenit-Pentahydrat-Basis: Seienase (GH.Pharm)

17.2 auf der Ebselen-Basis.

18. Lithium-Verbindungen (zur Erhöhung des cytoplasmatischen pH-Wertes)

18.1 auf der Lithiu-Aspartat-Basis: Lithium-Aspartat Dragees 120 (70.235)

18.2 auf der Lithiu-Orotat-Basis: Lithiuorotat Tabletten (70.237)

18.3 auf der Lithium-Carbonat-Basis: Hypnorex retard (70.234)

18.4 auf der Lithium-Sulfat-Basis: Lithium-Duriles (70.236).

19. Einige essentielle Bausteine, um Biosynthesebausteine nach Umschaltung von der katabolischen zur anabolischen Funktion der immunkompetenten Zellen bereitzustellen:

19.1 L-Glutamin, 19.2 Ribose, 19.3 Creatin(in), 19.4 ATP(ADP,AMP) und/oder GTP (GCP/GMP, Guanin, 19.5 ungesättigte Fettsäure + Ascorbinsäure 19.6 EPL, 19.7 Vanadin-Verbindungen, 19.8 Glutathion, 19.9 Folsäure.

Bevorzugte erfindungsgemäße Mittel ergeben sich bei einer Kombination von 1 + 2; 1 oder 3 + 5; 1 oder 3 + 6; 1 oder 3 + 5 + 6 und 5 + 6. Besonders bevorzugt wird aus der Gruppe 11.3; aus der Gruppe 5 Hanooxygen und aus der Gruppe 66.1a und/oder 6.2 verwendet. Diese bevorzugten Kombinationen können zusätz¬ lich mit 4, 12, 17 und/oder 18 oder auch 7, 8 und 10 kombiniert werden. Eine besonders bevorzugte Ausfüh¬ rungsform des erfindungsgemäßen Mittels ist die Kombination von Cinnarizin als Komponente I und von Propra- nolol als Komponente II.

Die konventionellen Stimulierungsverfahren z.B. mit BRMs können mit stark subdosierten Präparaten 11 und/oder niedrig dosierten Lymphokinen (z.B. IL-2, gamma-IFN) unterstützt werden.

Bisher wurde die Tatsache, daß auch Immunozyten - ähnlich wie andere Körperzellen - auf einige, das intrazelluläre-Ca "l"l' -Ion beeinflussende Signale reagieren, nicht berücksichtigt.

Deshalb wird erfindungsgemäß die Aktivierung von Immunozyten sowie die Deblockierung in situ/in vivo inaktivierter Effektorzellen (Monozyten/Makrophagen, T s , NK-Zellen, K-Zellen) durch alpha-Sympatho- mimetica (z.B. Phenyleprin), durch Calciuagonisten (z.B. Bay K 8644 oder CGP 28392) und durch ß-Rezep- torenblocker (Betabiocker, ß-Sympatholytika) angewendet. Diese, Ca "14 erhöhende Verbindungen können allein oder kombiniert unter sich bzw. mit Immunstimulanzien/Immunpotentiatoren/Immunmodulatoren (BRM) eingesetzt werden. Sie eignen sich sowohl zur in vitro als auch zur in vivo Aktivierung bzw. Reaktivie- rung/Deblockierung von immunkompetenten Zellen. Betabiocker können die Wirkung von physiologisch vorkommen¬ den Agonisten Noradrenalin (Noradrenalin (Norepinephrin) und Adrenalin (Epinephrin) auf dem alphal- und alpha2-Adrenozeptor lenken, was sich günstig auf die Zellaktivierung auswirkt (Anstieg des cGMP bzw. Abfall des cAMP).

Von besonderem Interesse ist die erfindungsgemäße Kombination von zweierlei Arten Ca^-beeinflus- sender Substanzen, und zwar jener Substanzen, die den Ca^-Einstrom in die Zelle fördern mit jenen Substan¬ zen, die nach Einstellung eines erhöhten Ca-Spiegels im Cytosol den schnellen Abbau desselben durch die Blockierung der Ca-Kanäle verhindern. Hierbei handelt es sich um die oben erwähnten alpha-Sympathomimetika, sowie um die ebenso erwähnten Ca-Agonisten und ß-Blocker und um Ca-Kanalblocker (Ca-Antagonisten, wie Nifedipin, Verapamil und Diltiazem.

Beispiele für cGMP-erhöhender Verbindungen sind organische Nitrite und Nitrate, d.h. Ester der sal¬ petrigen oder Salpetersäure, wie Amylnitrit, Nitroglycerin, Isosorbitdinitrat und 5-Isosorbitmononitrat, ferner Nitroprussid-Natrium sowie Parasympathomimetika. Parasympathomimetika können in drei Gruppen unter¬ teilt werden: a) Cholinester (Beispiele: Carbachol, Bethanechol, Methacholin); b) Alkaloide mit parasympa- thomimetischer Wirkung (Beispiel: Pilokarpin); c) Hemmstoffe der Cholinesterase (Beispiele für reversible Hemmstoffe: Physostigmin, Neostipin und Pyridostipin; Beispiele für irreversible Hemmstoffe: Fluostipin und Tetrastigmin).

Gemaäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein zur Beeinflussung von hyperakti¬ vierten immunologischen Effektorzellen zur Verfügung gestellt, das (I) ein die hyperaktivierten Effektorzel¬ len eliminierendes Mittel und (II) alloreaktive Zellen mit vorbestimmtem Zelltod umfaßt.

Das Wirkung dieses Mittels beruht auf dem Ersatz von "vorbelasteten", "falsch-programmierten" immunkompetenten Zellen des Patienten durch entsprechende, in vitro prägenerierte ("maßgeschneiderte") auto¬ loge oder homologe/allogene immunkompetente Zellen, was auch als "Mikroimmunchirurgie" bezeichnet wird.

Diese "Mikroimmunchirurgie" kann bei Patienten (a) mit neoplastischen (speziell: solide Tumoren) (b) mit (retro)viralen Erkrankungen, einschließlich AIDS, (c) mit autoimmunen und (d) mit arteriosklerotisch-bedingten Erkrankungen eingesetzt werden. Mit anderen Worten stellt das erfindungsgemäße Mittel eine Kombination (a) aus der Resistenzbrechung (Schwächung bzw. Eliminierung) des pathologischen Satzes von Patienten-Immunozyten und (b) aus der Reinfusion der ex vivo prägenerierten ("maßgeschneiderten") immunokompetenten Zellen dar. Zusätzlich wird mit dieser Variante des erfindungsgemäßen Mittels die kritische labile Zwischenphase durch auf neuartige Weise in vitro vorbehandelte allogene und/oder autologe immunkompetente Zellen überbrückt.

Die Schwächung bzw. Eliminierung der "falsch-programmierten" (pathologischen) immunkompetenten Zel¬ len des Empfängers (Patienten) ist in allen Details bereits in den Patentanmeldungen DE 3812605 AI und PCT/EP89/00403 beschrieben worden.

Hier wird auf die neuartige in-vitro-Präparation von immunkompetenten Zellen (a) für die kritische labile Zwischenphase, sowie (b) für die Reinfusion des neuen ("gesunden") Sets an "maßgeschneiderten" immun¬ kompetenten Zellen eingegangen.

Bekanntlich ist das Problem bei Knochenmarktransplationen, daß die Patienten extrem infektanfällig sind und daß dieser immunkompromitierte Zustand die unvermeidlichen Resttumorzellen "explodieren" läßt. Wer¬ den die Spender-Knochenmarkzellen nicht total von immunkompetenten T-Zellen depletiert, so hilft der soge¬ nannte Graft-versus-Leukemia-Effekt der nicht-depletierten Spender-T-Zellen, die Resistenz gegenüber Infek¬ ten und restlichen Tumorzellen zu erhöhen? leider muß dieser Vorteil durch die Gefahr einer Graft-versus- Host-Reaktion (GvHR) mit ähnlich fatalen Folgen für die Patienten erkauft werden. Hit autologen Knochenmark¬ transplantationen kann man zwar die GvHR verhindern, einer breiteren Anwendung, z.B. auch bei soliden Tumo¬ ren (nicht nur bei Leukämien) stehen jedoch die extreme immunologische Labilität des Patienten und die hier¬ mit verbundenen enormen Kosten (ca.160.000 Dollar/Patient) im Wege.

Beide Probleme, die GvHR bei allogenen und die extreme immunologische Labilität, verbunden mit den extremen Kosten für die keimfreie Haltung des Patienten, im Falle der allogenen und der autologen Knochen¬ marktransplantation, werden mit der zweiten Variante des erfindungsgemäßen Mittels gelöst, wobei von der hier beschriebenen, neuartigen in-vitro-Vorbehandlung der allogenen immunkompetenten Zellen Gebrauch gemacht wird. Auf diese Weise läßt sich bei allogenen Knochenmarktransplantationen die Infektion und die Reinduktion der Toleranz gegenüber den unvermeidbaren Resttumorzellen in der kritischen Phase nach der Entfernung des Primärtumors verhindern; bei autologen Transplantationen kann dem Patienten der "innere immunologische Halt" gewährt werden, so daß die äußeren, extrem teuren Sterilitätsmaßnahmen entfallen können. Dies ermöglicht die Ausweitung der Knochenmarktransplantation auf solide Tumoren. Eine weitere Milderung des Eingriffs kann durch den erfindungsgemäßen Ersatz der Ganzkörperbestrahlung und/oder der hochdosierten Chemotherapie durch selektive Depletion von immunkompetenten T-Zellen durch verschiedene Mabs und die daraus abgeleiteten Immun-

konjugate erzielt werden. Dies macht den Eingriff nicht nur bei soliden Tumoren, sondern auch bei Auto- immunerkrankungen zusätzlich attraktiver.

Das erfindungsgemäße Mittel ist geeignet für ein therapeutisches Verfahren, das aus 3 Phasen besteht: (a) in der Phase I werden die "falsch programmierten" immunkompetenten Zellen entweder durch Ganz¬ körperbestrahlung und/oder hochdosierte Chemotherapie oder/und durch spezifische Mabs bzw. entsprechende Immuntoxine, gerichtet gegen T-Zellen bzw. deren Subpopulationen (T s bei Tumorpatienten, Tac-R + -Zellen bei Autoimmunkrankheiten), eliminiert; (b) in der darauffolgenden Phase II werden in vitro präparierte, maßge¬ schneiderte immunkompetente Zellen in den Patienten infundiert, um ihm in der kritischen, labilen Zwischen¬ phase Immunkompetenz ohne eine GvH-Gefährdung zu verleihen; c) in der Phase III erhält der Patient die Injektion von ebenso ex vivo prägenerierten Effektorzel¬ len (CTLs, TILs, LAKs im Falle der Tumorpatienten bzw. Autoantigen-spezifische Ts im Falle der Autoimmuner- ranklingen).

Da die Phase I bereits Gegenstand der Patentanmeldung PCT/EP89/00403 (Anmelder: P. Leskovar) ist, werden hier - wie erwähnt - nur die Phase II und Phase III beschrieben.

Die für die Phase II benötigten Effektorzellen werden in vitro wie folgt generiert:

(a) Allogene (d.h. Spender-)-T-Zellen bzw. Lymphozyten werden zuerst im Isoleucin- bzw. serum¬ freien Medium kultiviert, um sie zu synchronisieren, d.h. in gleiche Phasen des Zellcyclus zu bringen. Anschließend wird Isoleucin bzw. Serum zugesetzt und nach Zellprogression im Zellcyclus (G 1 -> S..G 2 -Phase) mit Mitomycin C behandelt. Hierbei wird die Mitomycin-Konzentration so eingestellt, daß sich die Zellen nur noch zwei- bis fünfmal teilen und dann absterben (z.B.1 bis 5 mg/10 6 Zellen). Anstelle von Isoleucin bzw. Serum können andere essentielle Zellsubstrate als Cyclus-Arretierer und statt Mitomycin C verschiedene Mito¬ mycin C-Homologa, wie BMV 25282 und BMY25067 sowie andere DNA-schädigende, RNA-verschonende Substanzen, wie Hemmer der DNA-Polymerase, DNA-guervernetzende Cytostatika bzw. Zellbestrahlung eingesetzt werden.

Nach 12 bis 24 Stunden, optimal 18 Stunden, der Inkubation mit Mitomycin C (oder anderen, die DNA partiell, aber irreversibel schädigenden Substanzen) werden die allogenen (Spender-)-T-Zellen mit frischem Medium versetzt.

Zur besseren in vitro Aktivierung können Spender-Lymphozyten aus dem Knochenmark und/oder Peripher- blut in einer Art Ein-Weg-MLC/NLR mit den Empfänger-Lymphozyten (am besten T-depletierten oder präselektier¬ ten MHC II-positiven B-Zellen und/oder adhärierenden Zellen) vorinkubiert werden.

Diese Vorinkubation erfolgt im Isoleucin- bzw. serumfreien Medium, wobei die Empfänger-MHC II-posi- tiven Zellen (B-Zellen) zuvor mit Mitomycin C oder Bestrahlung so geschwächt werden, daß sie zwar metabo- lisch aktiv bleiben, aber nicht mehr proliferieren können.

Bei späterer Mitomycin C-Behandlung der allogenen (Spender-)-Lymphozyten (T-Zellen) erhalten sie eine zusätzliche Cytostatikum-Dosis, was zu ihrem selektiven Tod führt.

Die so vorbehandelten Spenderzellen werden nach der Infusion in den Patienten im Kontakt mit dessen MHC II-positiven Zellen (B-Zellen, Monozyten/Makrophagen, aktivierte T-Zellen) aktiviert; hierbei sezernie- ren sie neben IL-2 noch zusätzliche Cytokine/Lymphokine, die dem immuninkompetenten Empfänger (mangels rei¬ fer Helfer-T-Zellen) fehlen.

Diese Spenderzellen können aber nicht die gefürchtete GvH-Reaktion bzw. -Krankheit (GvHD) auslosen, da sie "vorprogrammiert" sind und nach wenigen Zellteilungen sterben.

Die Spender sollen im Falle der Tumorpatienten mit Tumorantigen und im Falle der AIDS-Patienten mit HIV-Antigenen plus Lysat aus Erregern von opportunistischen Infekten präimmunisiert werden.

(b) Nach einem Alternativverfahren werden in der ersten Phase nur Mitomycin C-vorbehandelte PBMs (Peripherlyphozyten) und in der zweiten Phase T-depletierte Knochenmarkzellen eingesetzt.

Diese so vorbehandelten Spender-T-Zellen können durch allogene (Spender)-LAK-Zellen ersetzt oder ergänzt werden.

Normalerweise werden nur autologe LAK-Zellen therapeutisch eingesetzt. Erfindungsgemäß wird empfoh¬ len, allogene (Spender-) anstelle oder zusätzlich zu autologen LAK-Zellen therapeutisch einzusetzen. Die Gefahr einer GvHD ist deshalb nicht gegeben, da die LAK-Zellen im Schnitt zu 90 I aus aktivierten NK-Zellen und zu 10. aus MHC-nicht restringierten CD3 (T)-Zellen bestehen. Die für die Alloreaktion und hiermit für die GvHD verantwortlichen T-Subpopulationen können während der LAK-Generierung in vitro nicht überleben, da ihnen trotz IL-2-Zusatz das gleichzeit benötigte Antigen (Alloantigen der Empfänder-MHC II-positiven Zellen) fehlt. Sicherheitshalber können die T-Zellen in vitro mit entsprechenden Mabs oder Immunotoxinen prädeple- tiert werden; die Codepletierung der erwähnten 10 I an CD3 + -Zellen wird in Kauf genommen. Alternativ hierzu kann bevorzugt die LAK-Zell-Population in vitro mit Mitomycin C (oder anderen DNA-schädigenden Substanzen s. o.) vorbehandelt werden.

(c) Sollte es in vereinzelten Fällen aus irgendeinem Grund doch zur GvHR bzw. GvHD kommen, so könnte diese durch ein neuartiges Verfahren verhindert werden. Dieses erfindungsgemäße Verfahren ist gene¬ rell bei GvHD anwendbar.

Es besteht in einer in vitro Generierung von alloreaktiven, gegen die Spenderzellen gerichteten T- Zellen (a) des Empfängers oder (b) einer dritten Person (zweiten Spenders) durch den entsprechenden MLC/MLR- Ansatz, wobei die Spender (erste Spender)-Zellen als Stimulatorzellen zuvor bestrahlt oder mit Proliferation verhindernder, Zellmetabolismus erhaltender MitoycinC-Dosis vorbehandelt werden.

Die Responderzellen (vom Empfänger bzw. zweiten Spender) werden danach mit Mitomycin C (oder ande¬ ren DNA-schädigenden Substanzen) so behandelt, daß sie sich noch zwei- bis fünfmal teilen und dann absterben (siehe oben).

Zur Effizienzsteigerung kann die autoaggressive Subpopulation der Patienten-T-Zellen mittels Immun- toxine, bestehend aus Cytotoxin (z.B. Abrin, Ricin, Doxorubicin, 131 -Radionuklid)plus IL-2 bzw. Anti-Tac/IL- 2-Rezeptor-Mab, präeliminiert werden.

Die so vorbehandelten Effektorzellen können, ähnlich wie die unter (a), (b) und (c) beschriebenen begrenzt teilungsfähigen Effektoren, erfindungsgemäß im Kulturmedium (z.B. RPMI 1640) unter Zusatz von 8 bis 15 . DMSO sowie PVP und PEG (Patentanmeldung DE 3812605 AI und PCT/EP89/00403) unterschiedlicher Konzentration und Molgewichts eingefroren und bei Gebrauch aufgetaut werden.

Der Zusatz von PVP und/oder PEG verbessert die Vitalität und ermöglicht, z. U. von alleinigem DMSO- Zusatz, den Erhalt des präaktivierten Zustandes der kryopreservierten Effektorzellen. Hierdurch ist eine länger andauernde Wirkung durch wiederholte Infusion der Effektorzellen möglich.

Eine weitere Verbesserung des Verfahrens bringt die Trennung der adhärierenden Zellen (Makrophagen/Monozyten) des Spenders vor der Mitomycin C-Behandlung (zwecks Vorprogrammierung begrenzt tei¬ lungsfähiger Effektorzellen) und die spätere Zumischung dieser so verschonten, GvHR/GvHD nicht auslösenden Makrophagen/Monozyten zu den Mitomycin C behandelten Effektorzellen (T-Zellen bzw. Lymphozyten) vor deren Infusion in den Patienten.

Das Mitomycin C kann - zwecks Generierung von begrenzt teilungsfähigen Effektorzellen - durch Interferon (α, ß, T), TNFα, DMSO, Vitamin A und E sowie (Re)differenzierungssubstanzen, wie Butyrat kombi¬ niert werden.

Besonders bevorzugt ist auch die folgende Ausführungsform:

Durch mitogene Lettine (PHA, ConA) und mitogene Antikörper (Anti-CD3/Ti, Anti-CD2/Tll) lassen sich Patientenlymphozyten in vitro zu Antitumor-CTLs bzw. entsprechenden Antitumor-Plasmazellen klonal postexpan¬ dieren. Diese in vitro Postexpansion erfaßt nur zuvor blastogen transformierte T- und B-Klone, d.h. Memory- T- und B-Zellen. Da sich der Tumorpatient im Verlauf der Krankheit mit den TumorZellen und der AIDS/ARC/LAS- Patient entsprechend mit dem HIV-Virus sowie mit den Erregern der opportunistischen Infekte auseinanderge¬ setzt hat, befinden sich in seinem Blut entsprechende Gedächtniszellen, die nun in vitro klonal postexpan¬ diert werden können. Je nach den Kulturbedingungen können diese Gedächtniszellen in Richtung von CTLs (CD8- aber auch CD4-positiven) oder von Suppressortumorzellen (Ts) dirigiert werden, was deren gezielten Einsatz sowohl bei (a) Tumor- und AIDS-Patienten als auch (b) bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen ermöglicht. Wenn die Resistenz (Immunkompetenz) des Patienten, wie oben beschrieben, temporär gebrochen wird, kann mit in vitro gezielt klonal postexpandierten Patienten-Lymphozyten (T-Zellen) ein entscheidender Einfluß auf den Krankheitsverlauf genommen werden. Die klonale Postexpansion in Richtung von cytotoxischen T-Zellen kann z.B. durch drei- bis sechstätige Behandlung mit PHA erzielt werden. Die bei der Behandlung von Autoimmuner¬ krankungen benötigten autotoleranten Ts-Zellen lassen sich z.B. durch eine siebentägige Inkubation mit dem Lettin PWM bzw. eine drei- bis verwöchentliche Behandlung mit dem Lettin PHA generieren. Dabei beobachtet man, daß parallel mit der Zunahme der CD8 + -Suppressorzellen die Zahl der CD4 + -Helferzellen abnimmt. Man kann diese Zellen (T s ) kontinuierlich in der Zellkultur über mehr als 6 Monate halten, wenn man wie folgt vor¬ geht: zweimal wöchentlich wird rIL-2 zugesetzt und die Zellen werden alle zwei Wochen mit Feeder-Zellen und PHA restimuliert. Die Aktivität dieser T s -Zellen ist relativ resistent gegenüber Bestrahlung und Mitomycin C. Diese T g -Zellen supprimieren die Proliferation von autologen und heterologen CD4 + -T-Zellen, wenn diese mit PWM, 0KT3 oder Tetanus-Toxoid stimuliert werden; sie supprimieren dagegen nicht die MLR-Attivierung von T4-Zellen. Die CD4-positiven T-Zellen exprimieren keine IL-2-Rezeptoren in Anwesenheit von den so generier¬ ten T s -Zellen.

Alternativ hierzu lassen sich die T s -Zellen in vitro durch den Zusatz von PEG2, Anti-ILl, Anti-IL2, Anti-IL4, CyclosporinA, Rapamycin und/oder FK506 generieren.

Die bei Tumor- und AIDS/ARC-Patienten benötigten, T s -depletierten cytotoxischen Effektorzellen kön¬ nen alternativ durch Eliminierung der CD8 + -Zellen (mittels entsprechenden Mabs bzw. Immuntoxine) erzielt werden, wobei die CD4 + -Zellen in vivo CD8 + -CTLs postinduzieren können. Günstig wirken sich auch Anti-PGE2, Anti-Lipocortin/Macrocortin sowie Anti-beta-TGF aus. Bei AIDS/ARC/LAS-Patienten könnte der Patient vor der

in vitro Expandierung der Gedächtniszellen mit einem Lysat aus opportunistischen Infektionserregern präimmu¬ nisiert werden; alternativ hierzu kann ein gesunder Spender mit (a) viralem Antigen (gpl20) und (b) Lysat präimmunisiert werden. Die so gebildeten allogenen Gedächtniszellen (T- und B-Zellen) können in vitro klonal postexpandiert, mit Mitomycin C - wie oben beschrieben - nachbehandelt, gewaschen und in den AIDS-Patienten infundiert werden.

Da die Arteriosklerose und andere koronale Herzkrankheiten nach eigenen und auch anderen (W. Hollander) Erkenntnissen einen autoimmunen Entstehungsmechanismus aufweisen, kann das erfindungsgemäße Mittel, das auf der Microimmunchirurgie aufbaut, die "konventionelle" Behandlung ersetzen oder mindestens ergänzen. Nur so besteht die Hoffnung auf eine ursächliche, nicht nur symptomatische Behandlung dieser weit verbreiteten Krankheit.

Es wird angenommen, daß es zur Gefäßverkalkung nur dann kommt, wenn eine Hyperlipidäie (Hypercholsterinäie, Hyperlipoproteinämie) mit einem immunologischen Defett, genauer gesagt, mit einer spe¬ ziellen immunologischen Konstellation koinzidiert. Diese besondere immunologische Konstellation ist gegeben, wenn persistierende immunsuppressive Vorgeschichte des Patienten, bedingt durch chronische oder wiederholte Infekte und/oder immunsuppressive Therapien zur Deblockierung sowie klonalen Expansion von Autoantigen- und infettspezifischen T4- und B-Zellen geführt hat. Die persistierend aktivierten (deblockierten) T4-Zellen sezernieren Gamma-Interferon und halten hierdurch die Makrophagen protrahiert im hyperaktivierten Zustand. Zugleich stimulieren (deblockieren) sie die B-Zellen (Plasmazellen) zur Ig-Produttion mit der Folge eines anhaltenden Anstiegs der zirkulierenden Immunkomplexe (CICs). Diese und die in der Umgebung von hyperakti¬ vierten Makrophagen denaturierten Igs kompetieren um die hydrophobe Oberfläche auf Core-Remnants von Chylo- micronen sowie von ß-VLDLs. Die hyperaktivierten Makrophagen scheiden auch erhöhte Mengen an Clq und C3b/C3d aus, die sich ebenso an die Oberfläche von Chylomicron-Remnants und ß-VLDL setzen. Zusätzlich wird durch die Sauerstoff-Radikale (ROI) in der Umgebung von hyperaktivierten Makrophagen das ApoB und LDLs hydrophobiert (Blockierung von e-NH 2 -Gruppen des Lysins) und hiermit die Anlagerung von CISs, denaturierten Igs und C-Kom- ponenten auf LDLs gefördert. Folge ist Aufnahme dieser veränderten Lipoproteine durch Makrophagen (Fc-R + , CR1 + , CR3 + ) anstelle durch ApoE-R + -Hepatozyten.

Deshalb wird erfindungsgemäß durch einen mikroimmunchirurgischen Eingriff der Set an autoantigen- und infektspezifischen Gedächtniszellen depletiert. Hierbei kann mit entsprechenden Mabs bzw. daraus syn¬ thetisierten Immuntoxinen entweder nur die B- oder aber die B- und T-Zell-Subpopulation in vivo depletiert werden. Von Vorteil ist es dabei, diesen Set in reaktiven B- (und T-)-Zellen durch in vitro prägenerierte Ts-Frattion zu ersetzen. Diese kann durch eine simple drei- bis vierwöchige Inkubation der PBMs des Patien¬ ten mit ConA bzw. PHA generiert werden. Alternativ oder unterstützend kann der Patient mit erfindungsgemäßen Präparaten zur Inattivierung der hyperaktivierten Makrophagen behandelt werden. Solche Präparate bestehen aus der Fab/F(ab') 2 -Untereinheit des Mabs (Markierung) bzw. entsprechenden Immuntoxinen (Depletion), gerich¬ tet (a) gegen den (säurelabilen und säureresistenten) Fc(gamma)-Rezeptor, (b) gegen den Complement-Rezeptor (CR1, CR3), (c) gegen den Scavenger/AcLDL-Rezeptor (I und II), (d) gegen den gamma-Interferon-Rezeptor und/oder (e) gegen den LPS/Endotoxin-Rezeptor. Alternativ hierzu kann der gentechnologisch hergestellte Rezeptor als solcher bzw. seine Untereinheiten eingesetzt werden.

Weiterhin können erfindungsgemäß denaturierte (z.B. hitzedenaturierte) Complement-Komponenten (clq, c3b, c3d usw.) bzw. gentechnoligisch hergestellte defekte C-Komponenten eingesetzt werden.

Diese biotechnologischen Produkte können mit Antioxidantien (Vitamin E, Vitamin A, Probucol) kom¬ biniert werden.

Von Vorteil ist auch die in vivo Neutralisierung des solubilisierten ApoB, E- und ApoE-Rezeptors im Plasma des Patienten, nach dessen quantitativen Bestimmungen in vitro.

In einer weiteren Ausführungsform wird zusätzlich eine Kombination (a) mit Calciumantagonisten/Ca- Kanalblockern (Verapail, Nifedipin, Dilthiazem) (b) mit cGHP erhöhenden Substanzen (z.B. Na-Nitgroprusid, org. Nitro-Verbindungen) sowie (c) mit Substanzen, die den intrazellulären pH-Wert in Monozyten/Makrophagen steigern, verabreicht. Hierdurch soll der Ersatz "falsch programmierter" (hyperattivierter) Makrophagen durch "unbelastete" Monozyten ermöglicht werden.

Um den mikroimmunchirurgischen Eingriff über längeren Zeitraum oder wiederholt vornehmen zu können, muß die Bildung der neutralisierenden Antikörper des Patienten gegen xenogene (meist murine) Mabs und die daraus abgeleiteten Immunkonjugate durch Stoffe und Stoffgemische, wie sie in der Patentanmeldung PCT/EP89/00403 spezifiziert worden sind, und/oder durch die anschließend hier beschriebenen Verfahren ver¬ hindert werden:

(1) Verhinderung der neutralisierenden Antikörper durch Vorbehandlung des Empfängers mit Mabs, die als eine Art Hapten an Tolerogene als Trägermoleküle ("Carrier") gekoppelt sind. Beispiele solcher tolerogenen Carriers sind Polyethylenglykol (PAG/PEG), ferner Polyvinylpyrrolidon (PVP) sowie verschiedene Copolymere aus rechtsdrehenden (D-)-Aminosäuren (z.B. D-Glutamin-Lysin, kurz D-GL).

(2) Das gleiche Prinzip (wie unter Punkt (1)) gilt für verschiedene Immunkonjugate (Heterokonjugate, bifunttionelle Immunkonjugate), z.B. für Konjugate von Mabs (gerichtet gegen Tumorzellen, viral/bakteriell befallene Zellen, Leukozyten-Subpopulation) (a) mit Cytotoxinen, wie Ricin oder Abrin (= Immunotoxine), (b) mit Cytostatika wie Doxorubicin, (c) mit Radionukliden wie 131 I und (d) mit Zielzell aus¬ hungernden Enzpen wie Arginase, Asparaginase usw. Hit anderen Worten: Die Toleranz gegenüber diesartigen Verbindungen, die bei der Therapie aber auch Diagnostik zum Einsatz kommen, kann durch deren Kopplung an die unter Punkt (1) aufgeführten Tolerogene (Tolgerogen-Carriers) erzielt werden, wobei eine zweistufige Gabe (sub-immunogene, gefolgt von immunogener/tolerogener Dosierung) wie unter Punkt (1) dargelegt, vorteilhaft ist.

(3) Verhinderung der neutralisierenden Antikörper gegen xenogene (murine) Proteine kann auch durch stritt-monoeren, streng molekulardispersen Charakter dieser xenogenen Proteine erreicht werden. Die¬ ses Ziel kann durch folgende Zusätze zum xenogenen Protein erreicht werden: (a) Mercaptoethanol, (b) Gluta- thion, (c) N-Acetyl-Cystein, (d) Pennicilamin D/Metallcaptase, (e) andere Disulfid-zu-Thiol/Sulfhydril- Gruppe umwandelnde Substanzen (Ascorbat, Thiosulfat, Sulfit, Cystein) sowie 6M Harnstoff und Guanidin-Hydro- chlorid.

(4) Verhinderung der neutralisierenden Antikörper durch die direkte in vivo Anwendung von Mab- produzierenden Plasmazellen, die als Ausscheider streng-monoklonaler, durch in vitro Manipulation nicht

xenogenisierter (partiell denaturierter/aggregierter) Mabs eine low-zone/small-dose Immunotoleranz gegenüber dem xenogenen Protein induzieren.

(5) Verhinderung der neutralisierenden Antikörper durch die direkte in vivo Anwendung von Mab produzierenden Hybridoraazellen, die zuvor in vitro mit Mitomycin C und/oder anderen DNA-quervernetzenden Cytostatika vorbehandelt und hierdurch auf eine begrenzte Langlebigkeit (2 bis 5 Zellteilungen) "vorprogrammiert" sind.

(6) Verhinderung der neutralisierenden Antikörper durch Aggregat-verhindernde Substanzen, z.B. einige Protein solubilisierende Tenside (Beispiel: Salze von höheren Fettsäuren, Lysolezithin) in extrem niedrigen Konzentrationen.

Im folgenden wird noch auf einige Details in Verbindung mit der obigen Beschreibung der Erfindung eingegangen.

So ist es erfindungsgemäß bevorzugt, die hyperaktivierten, suppresiv wirkenden Makrophagen wie folgt zu desatti ieren:

(a) durch Antioxydantien, (b) durch Hemmer der bei der Bildung von reaktiven Sauerstoffintermedia- ten beteiligten Enzyme, (c) durch PAF-Hemmer, (d) durch PLA2/PLC-Hemmer und/oder (e) durch Ca-Kanal- blocker/Ca-Antagonisten. Nach dieser "Beruhigung" hyperattivierter Makrophagen ist in der anschließenden zweiten Phase die Reaktivierung neuer Makrophagen rekrutiert aus den zirkulierenden Monozyten, vorgesehen.

Zur erleichterten in vitro Generierung von blastogen prätransformierten (Gedächtnis)zellen ist es erfindungsgemäß bevorzugt, die Patienten-Peripher-Lpphozyten (PBMs) zuerst mit Anti-CD8- und/oder Anti-CD3- Mabs plus Complement bzw. entsprechenden Immuntoxinen partiell von Suppressor-T-Zellen zu depletieren, um anschließend mit Mitogenen (Lettinen oder mitogenen Mabs) die so deblockierten Gedächtniszellen (T- und B- Zellen) klonal postexpandieren zu können.

Im Falle der λutoimmunerkrankungen kann mit Zusatz von Ts-fördernden Substanzen (Anti-HLA-DR-Mab, Anti-LFA-lbeta-Mab, Cyclosporin A, Corticosteroiden, FK506, Rapamycin, ConA) und im Falle der Tumor- und AIDS (viralen) Erkrankungen mit Zusatz von Tc(CTL)-fördernden Substanzen (Anti-HLA-DQ-Mab, Anti-LFA-lalpha- Mab, Cyclooxygenase-Hemmern wie Aspirin, Indomethacin, Anti-PGE-Ak usw.) die klonale Expansion der Gedächt¬ niszellen in Richtung entsprechender Effektoren gelenkt werden. Die Lenkung in Richtung von Tc- anstelle von Ts-Zellen gelingt auch durch Entfernung der adhärierenden Zellen aus dem in vitro Ansatz.

Das Grundprinzip dieser neuartigen Technik ist die Beeinflußung des Krankheitsverlaufes durch Rein¬ fusion der so ex vivo "maßgeschneiderten" Effektorzellen in den Patienten, dessen immunologische Resistenz zuvor in vivo durch Anti-CD8-Mab und/oder Anti-CD3-Mab (im Falle des Tumor- und AIDS-Patienten) bzw. durch Anti-CD3-Mab (im Falle des Patienten mit Autoimmunerkrankungen) temporär reduziert worden war.

Im Falle der Tumorpatienten kann der Effekt noch gesteigert werden, wenn die Tumorzellen des Pati¬ enten in vitro mit gamme-Interferon, mit TNFalpha und/oder 5-HETE zur MHC I- und/oder MHC II-Expression induziert und zusammen mit den "maßgeschneiderten", in vitro klonal postexpandierten Patienten-Gedächtnis¬ zellen reinfundiert werden.

Eine weitere Effizienzsteigerung betrifft die Coinfusion von in vitro mit Glutaraldehyd vorbehan¬ delten und danach ausgewaschenen Patienten-Makrophagen, die in vitro mit dem Tumorantigen präinkubiert wor-

den sind. Weitere Vorteile bringt eine Coinfusion von inaktivierten vorbestrahlten oder Glutaraldehyd vorbe¬ handelten) Patienten-Leukozyten (PBMs) zwecks Induktion von Antiidiotypen, gerichtet gegen Patienten-Ts-Zel- len. Von Vorteil ist auch die Infusion von Hybridzellen, gebildet nach Fusion von Patienten-Tumorzellen mit MHO II-positiven autologen und homologen Zellen.

Die oben besprochene Verbesserung der LAK/TIL-Techniken kann weiter ausgebaut werden, wenn die LAK- bzw. TIL-Zellen mit allogenen (Spender)-T-Zellen angereichert werden, welche zuvor mit Mitomycin C und ande¬ ren DNA schädigenden, RNA verschonenden Zusätzen partiell vorgeschädigt worden sind. Hierdurch werden zusätzliche Lpphokine sezernierende Zellen eingeführt, die speziell im Falle der TIL-Technik wichtige Dienste leisten.

Gleiche positive Rolle können diese vorgeschädigten allogenen Zellen bei Knochenmark-Rezipienten spielen.

Bei Autoimmunerkrankungen kommt auch der Einsatz von allogenen, ex vivo klonal postexpandierten Gedächtniszellen in betracht, wenn diese mit DNA schädigenden, RNA verschonenden Zusätzen zuvor vorgeschä¬ digt worden sind. Das Grundprinzip ist hier die Tatsache, daß gesunde Spender- und andere Ts-Gedächtniszel- len enthalten, die autoantigenspezifisch sind und den Patienten fehlen bzw. von autoaggressiven Zellen außer Funktion gesetzt worden sind.

Dieser Effekt läßt sich auch zur Verhinderung der GvHD praktisch nutzen. Die "Xenogenisierung" von LAK- bzw. TIL-Zellen nach ihrer in vitro Kultivierung (mehr als 99 I LAK-Zellen werden in den RES-Organen abgefangen) läßt sich erfindungsgemäß durch Zusatz von alpha2-Makroglobulin-, Antitrypsin- und/oder Corti- son-Zusatz zum Medium reduzieren.

Eine Variante des hier beschriebenen Verfahrens ermöglicht eine von außen steuerbare in vivo Pro¬ duktion (a) von Cytokinen/Lpphokinen (z.B. TNFalpha, IL-1, IL-2, IL-4, IL-6, IL-3, G-CSF, M-CSF, GM-CSF), (b) von Hormonen (z.B. Insulin, Parathormon usw.) sowie (c) von anderen, physiologisch wichtigen Zellfakto¬ ren. Das Prinzip basiert auf der Transfettion der spenderspezifischen Empfänger-T-Zellen durch entspre¬ chende, diese Cytokine bzw. Hormone kodierenden Gene, wobei die Präselettion der alloreattiven, spenderspe¬ zifischen Empfänger-T-Zellen durch einen (wiederholten) Ein-Weg-MLC-Ansatz (Stimulatorzellen: Spender-PBMs, Responderzellen: Empfänger-PBMs) erzielt wird.

Nach der Reinfusion der so transfizierten Empfänger-T-Zellen können diese direkt in vivo beliebig oft durch die i. v. Injektion von inaktivierten (Mitomycin C vorbehandelten bzw. vorbestrahlten) Spender- PBMs reaktiviert und zur Sekretion von Cytokinen bzw. Hormonen angeregt werden. Durch die in vitro Prägene- rierung von autologen, alloreattiven T-Gedächtniszellen, gerichtet gegen SpenderA, SpenderB, SpenderC usw. lassen sich spenderabhängig verschiedene Funktionen transfizieren und nach Reinfusion in vivo gezielt und selektiv "abrufen". Durch die intraläsionale/intratumorale Injektion läßt sich eine Lokalisierung des Effek¬ tes im Tumorgewebe erzielen. Ein ähnliches in vivo Einschalten ("switching on") der transgen übertragenen Funktion von außen ermöglicht folgendes System: die Empfänger-T-Zellen werden nach der in vivo Immunisierung mit einem Modellantigen in vitro in Anwesenheit dieses Modellantigens klonal postexpandiert, mit dem gewünschten Gen, z.B. Cytokin- oder Hormon kodierendem Gen transfiziert und - vorteilhafterweise nach vor¬ ausgegangener temporärer Depletion immunkompetenter Zellen ("Resistenzbrechung") - in den Empfänger reinfun-

diert. Durch spätere Restmulierung des Empfängers mit gleichem Modellantigen wird - ähnlich wie im Falle des oben beschriebenen Alloantigens - die transfizierte Zellfunktion "eingeschaltet". Als Antigene eignen sich insbesondere die bei Cutantests verwendeten Antigene (Tuberculin) und Haptene (DNCB, DNBB, DNBS, TNBS usw.).

Statt der oben beschriebenen Alloantigene und Modellantigene können niedrigdosierte Allergene ein¬ gesetzt werden.

Diese von außen steuerbare in vivo Sekretion von Lymphokinen/Cytokinen ist von besonderer Bedeutung für stark immunokopromittierte Patienten (AIDS/ARC/LAS-Patienten, Krebspatienten im fortgeschrittenen Sta¬ dium, Empfänger von Knochenmark-Transplantaten).

Die oben besprochene Transplantation (a) von Organen, (b) von Knochenmark und (c) von Hormonen (Insulin) bzw. Cytokine produzierenden allogenen oder xenogenen Zellen und Mitomycin C vorbehandelten Hybri¬ domen kann wesentlich verbessert werden, wenn wie folgt vorgegangen wird: zuerst muß durch spezifische Anti¬ körper (Anti-panT- bzw. Anti-CD8-Mabs) bzw. die daraus gebildeten Immunotoxine die Immunresistenz temporär reduziert ("gebrochen") werden. Danach werden - vor der eigentlichen Transplantation - die in vitro prägene¬ rierten Suppressor-T-Zellen (Ts) (s. o.) reinfundiert. Der wesentliche Vorteil gegenüber den "konven¬ tionellen" Transplantationen liegt darin, daß hier - anders als bei den "konventionellen" Transplantationen - der Empfänger nicht "unvorbereitet" mit den MHC II positiven Spenderzellen (Knochenmark-Makrophagen und B- Zellen bzw. "passenger lpphocytes" bei Organtransplantaten) in Kontakt kommt, sondern zuvor mit blastogen trätransformierten allotoleranten Ts-Zellen "ausgestattet" wird; diese spenderspezifischen Ts-Gedächtniszel- len dirigieren die CD4/CD8-doppelpositiven Präkursorzellen (Inducer/Transducer-SuppressorZeilen) in Richtung von Ts-Effektorzellen, bevor die alloreattiven Tc/CTL-Zellen die Oberhand bekommen. Dieser, auf den ersten Blick unauffällige Unterschied kann für das Überleben von Organ- bzw. Knochenmark-Transplantaten entschei¬ dend sein.

Die Toleranz gegenüber dem Organ- bzw. Knochenmark-Transplantat sowie gegenüber den Hormone (Insulin) bzw. Cytokine produzierenden allogenen Zellen kann auch wie folgt induziert werden: in vitro wer¬ den im MLC-Ansatz (Responderzellen, Empfänger-PBMs, Stimulatorzellen: Spender-PBMs) spenderspezifische allo- reattive Empfänger-T-Zellen selettioniert und klonal postexpandiert; die wiederholte MLC ermöglicht eine 95.ige Anreicherung dieser alloreattiven T-Zellen. Nun werden die spenderspezifischen alloreattiven PBMs- bzw. T-Zellen in vitro durch Bestrahlung oder hochdosiertes Mitomycin C inaktiviert und in den Empfänger retransfundiert; zuvor muß dieser jedoch (mit AntiCD3 oder Anti-CDl- oder Anti-CD8-Mab) temporär immuninkom¬ petent gemacht werden. Das Prinzip ist hier die Induktion von Anti-Idiotypen im Empfänger (in vivo), bevor dieser in Kontakt mit MHC II-positiven Spenderzellen (Knochenmarkzellen bzw. "passenger lymphocytes" im Organtransplantat) kommt. Deshalb ist es wichtig, diese Induktion von Anti-Idiotypen einige Tage vor der eigentlichen Transplantation vorzunehmen.

Die begleitenden Probleme bei Transplantationen (Immunsuppression, Infektanfälligkeit) können gemildert werden, wenn zusammen mit den allotoleranten Ts-Zellen in vitro inaktivierte allogene (Spender), MHCII-positive Zellen (B-Zellen, Makrophagen/Monozyten) coinfundiert werden. Diese MHC II-positiven Zellen können in vitro durch eine Art MLC (Responderzellen: Empfänger-PBMs, Stimulatorzellen: Spender-PBMs) präge-

neriert, anschließend eingefroren und während bzw. nach Transplantation in den Transplantat-Empfänger wie¬ derholt reinfundiert werden.

Die Dirigierung der Präkursorzellen in vitro in Richtung von Ts-Zellen kann durch den Zusatz von Anti-HLA-DR- und/oder Anti-LFA-lbeta-Mabs zum Ansatz beschleunigt werden. Umgekehrt kann die Entstehung der Tc/CTLs durch Anti-HLA-DQ- und/oder Anti-LFA-lalpha-Mabs induziert werden.

Der für die Transplantat-Abstoßung kritische Anstieg der MHC II-positiven APCs ("passenger lymphocytes") im Organtransplantat kann durch Zusatz von Anti-HLA-DR-Mab bzw. entsprechende Fab/F(ab') 2 - Untereinheit und/oder Ca-Kanalblocker (Verapamil, Nifedipin, Dilthiaze ) verhindert werden.

Eine weitere Verbesserung der oben behandelten LAK/TIL-Technik kann erfindungsgemäß (a) durch Coin- fusion von präinattivierten (Vorbehandlung mit Mitomycin C usw.) allogenen, MHC II-positiven Zellen (B-Zel¬ len, adhärierende Zellen) sowie (b) durch Zusatz von subdosierten Corticosteroiden und/oder Serumproteina- sen-Inhibitoren alpha2-Makroglobulin bzw. alphal-Antitrypsin) zum Medium während der in vitro Generierung der LAK- bzw. TIL-Zellen erzielt werden. Das so modifizierte Zellkulturmedium verhindert die in vitro Xeno- genisierung der LAK- und TIL-Zellen und somit deren vorzeitige RES-Eliminierung in vivo.

Zur Aktivierung der tuoriziden/viruziden Effektorzellen eignet sich erfindungsgemäß eine weitere Methode, nämlich die kontrollierte Behandlung der Effektorzellen (NK-Zellen, T-Zellen, Mono- zyten/Makrophagen) (a) durch fusogene Substanzen in subfusogenen Konzentrationen (z.B. PEG, PVP), ferner (b) durch Elettrofusion unter subfusogenen Bedingungen (1000 bis 5000 kHz; 10 bis 150 V/cm 2 ) und/oder (c) durch proteolytische Enzyme und Lipasen.

Die oben beschriebene Hybridisierung kann man erfindungsgemäß auch zur Stabilisierung und somit zur Etablierung neuer Zellinien heranziehen, die normalerweise nicht angehen.

Eine bessere Lokalisierung der oben beschriebenen, transfizierten Cytokine bzw. Hormone sezernie- renden T-Zellen kann erfindungsgemäß durch die in vitro Beladung ("arming") dieser transfizierten Zellen mit bifunttionellen Mabs, erkennend sowohl diese transfizierten Zellen als auch die Tumorzellen, erzielt werden.

Um eine Art allergische Reaktion, gerichtet gegen die Tumorzellen, zu induzieren, ist es erfindungsgemäß möglich, die "konventionellen" Anti-Tumor-Mabs, die meist vom IgG-Isotyp sind, mit Anti- Tumor-Mabs des IgE-Isotyps zu kombinieren. Diese können in vitro durch gezieltes "Umschalten" ("isotype- switching") der Plasmazellen von der IgG- auf die IgE-Produttion gebildet werden, wobei mit dem Zusatz von Anti-gamma-Interferon und Anti-IL-2 einerseits sowie von IL-3, IL-4 und IL-5 andererseits zum Medium der Prozeß des "isotype-switching" induziert bzw. beschleunigt wird. Von Vorteil ist ein gleichzeitiger Zusatz von Anti-CD8-Mab zum Medium. Die Imortalisierung (Hybridomabildung) erfolgt im Falle der Anti-Tumor-IgGs vor und im Falle der Anti-Tuor-IgEs nach dem "isotype-switching" der Plasmazellen. Alternativ hierzu können Anti-Tumor-Mabs des IgE-Isotyps durch Konjugierung von xenogenen (murinen) Anti-Tumor-Mabs (genauer gesagt: Fab/F(ab') 2 -Untereinheiten) mit humanem Fc-Teil konstruiert werden.

Eine weitere Variante sieht den direkten in vivo Einsatz von Hybridomazellen, gewonnen vor (IgG bzw. nach (IgE) dem "isotype-switching" nach deren Vorbehandlung mit DNA schädigenden/RNA verschonenenden Agenzien (z.B. MMS, MitomycinC) vor.

In einer weiteren Variante wird direkt in vivo Anti-gamme-Interferon plus IL-4 (IL-3, IL-5) eingesetzt; hierdurch wird die Aktivität der T^-Zellen erhöht und jene der T fll -Zellen unterdrüctt, was ebenso zum vorzeitigen "isotyp-switching" führt.

Eine bevorzugte Ausführungsfor der vorliegenden Erfindung ist der generelle Ersatz der die Immor- talität einbringenden (maligne transformierten) Partnerzelle (z.B. NS-1) bei der Herstellung von Hybridoma- und Quadroma-Zellen durch MHC II/HLA-DR-positive (allogene) Zellen. Hierdurch wird zwar keine Immortalität der fusionierten Zellen, wohl aber eine von außen steuerbare Attivierung der Hybridoma- bzw. Quadroma-Zellen erhielt. Das neuartige Verfahren beruht (a) auf einer in vitro Prägenerierung von alloreattiven T-Zellen des Empfängers gegen Spender A und evtl. gegen weitere Spender (Spender B, Spender C usw.) mittels (wiederholten) MLC-Ansatzes (b) auf der Fusion der präselettionierten (angereicherten) alloreattiven Gedächtnis-T-Zellen mit Partnerzellen, wie sie bei "konventionellen" Hybridisierungen eingesetzt werden (z.B. Anti-Tuor-Mab-produzierenden Plasmazellen) sowie (c) auf der Reinfusion der so entstandenen Hybrido¬ mazellen in den temporär imuninkompetenden Empfänger. Diese Hybridomazellen, die relativ gut toleriert wer¬ den, da sie ganz (im Falle der humanen/autologen Plasmazellen) bzw. partiell (im Falle uriner Plasmazellen) autologen Charakter aufweisen, können durch spätere (wiederholte) Injektion inaktivierter Spender-Lymphozy- ten kontrolliert reaktiviert werden.

Eine Art "Autoreattivität" gegenüber Tumorzellen kann erfindungsgemäß wie folgt erzielt werden: die Patienten-Tumorzellen werden in vitro mit gamma-Interferon (TNFalpha, 5HETE) zur Membran-Postexpression von MHC II (neben MHCI) stimuliert. Alternativ hierzu werden Tumorzellen mit (a) autologen, (b) allogenen MHC II-positiven Zellen in vitro fusioniert und danach gründlich gewaschen. Zur weiteren Xenogenisierung der Patienten-Tumorzellen kann eine Fusion mit LPS-haltigen gramnegativen Batterien und/oder Hefezellen vorgese¬ hen sein.

Die in vitro auf beschriebene Weise veränderten Patienten-Tumorzellen können nach ihrer Inattivie- rung in den Patienten reinfundiert werden, wobei dieser zuvor (durch Injektion von Anti-CD3-Anti-CD1-, Anti- CD2- oder Anti-CD8-Mab) temporär immuninkompetent gemacht bzw. im Falle des Anti-CD8-Mab dereprimiert werden muß. Auf diese Weise werden Voraussetzungen für eine, gegen Tumorzellen gerichtete Autoaggression geschaf¬ fen.

Eine weitere interessante Variante des oben beschriebenen Verfahrens sieht vor, daß die Hybridoma- Zellen, entstanden aus Patienten-Tumorzellen plus MHC II-positiven allogenen Zellen (z.B. allogenen B-Zel¬ len), nach ihrer Infusion in den temporär immuninkompetenten Tumorpatienten die Induktion der Autoaggressi¬ vität gegen Tumorzellen beschleunigen können, wenn sie mit (wiederholten) Injektionen von inaktivierten PBMs jenes Spenders kombiniert werden, von dem die Partnerzellen für die ursprüngliche Hybridisierung mit Patien¬ ten-Tumorzellen stammen.

Die oben besprochenen erfindungsgemäßen Erkenntnisse können auch bei der Verbesserung konventionel¬ ler Vakzinen (z.B. gegen bakterielle und (retro)virale Infekte, einschließlich einer HIV-Infektion) prak¬ tisch genützt werden. So kann die Effizienz der konventionellen Vakzinen durch Kombination der Pathogen-Prä- paration mit Anti-CD8-Mabs (bzw. entsprechende Immuntoxine) und/oder mit komplettem oder inkomplettem (Freud)-Adjuvans wesentlich gesteigert werden. Günstig ist es auch, wenn die erste Vakzination ("priming")

mit Anti-B-Zell-Mabs (z.B. Anti-CD19-, Anti-CD20-, Anti-CD21-, Anti-CD22-Mab) und die zweite Vakzination ("boosting") ohne diese Anti-B-Zell-Mabs erfolgt. Vorteilhaft ist auch die in vitro Bildung des Komplexes aus Pathogen: Anti-Pathogen (IgM-Isotyp) und evtl. Complement bzw. C-Untereinheiten (Clq . C3b/C3d usw.) sowie der Zusatz von Anti-Pathogen des IgE-Isotyps (Alternativ kann die Vakzine-Präparation die "isotype- switching" fördernden IL-4, IL-3 und IL-5 sowie Anti-gamma-Interferon enthalten, was in vivo zum beschleu¬ nigten "Umschalten" auf die IgE-Produktion führt.

Nach einer weiteren erfindungsgemäßen Variante kann die Bekämpfung der GvDH durch Einsatz von auto¬ logen PBMs (Peripherblut-Lymphozyten/T-Zellen) erfolgen, die in vitro - möglichst wiederholt - mit den Spen- der-Lymphozyten/T-Zellen in einer Art MLC vorinkubiert und somit allopräattiviert worden sind.

Hierbei entsprechen die autologen (Empfänger)-PBMs den Responder- und die allogenen (Spender)-PMs den Stimulatorzellen; die letzteren werden, wie beim MLC-Ansatz üblich, mit der Vorbestrahlung oder Mito¬ mycin C-Vorbehandlung an der Proliferation gehindert. Die wiederholte Coinkubation der Spender- und Empfän¬ ger-PBMs führt zur Ausbildung hocheffizienter alloreattiver Gedächtniszellen, die sich für die Bekämpfung und Eliminierung der außer Kontrolle geratenen, GvHD verursachenden Spender-T-Zellen besonders eignen.

Die oben beschriebene autologe Knochenmarttransplantation kann erfindungsgemäß wie folgt verbessert werden: (a) durch Präeliinierung von Suppressor-T-Zellen in vitro, z.B. durch Anti-CD8-Mabs bzw. entspre¬ chende Immuntoxine, (b) durch in vitro Präaktivierung der Effektorzellen, (c) durch Zusatz von autologen und/oder allogenen LAK-Zellen (die allogenen LAK-Zellen können, müssen jedoch nicht, von CD3-positiven Zel¬ len fprädepletiert werden), (d) durch Zusatz von autologen, CD8 + -depletierten PBMs zu den autologen Knochen¬ markzellen, wobei die PBMs vorteilhafterweise (tumorspezifisch) präattiviert sein sollten, sowie (e) durch den Zusatz von allogenen, vorteilhafterweise präattivierten allogenen PBMs, die allerdings zuvor mit niedrig dosiertem Mitomycin C bzw. anderen DNA schädigenden, RNA verschonenden Substanzen vorbehandelt werden müssen, um der alloreattiven Subpopulation eine beschränkte Teilungsfähigkeit zu verleihen.

Von der Knochenmarttransplantation bei ganzkörperbestrahlten und/oderhoch chemotherapierten Leuk¬ ämiepatienten her ist bekannt, daß der Therapieerfolg in hohem Maße von dem Zeitpunkt der Entnahme des auto¬ logen Knochenmarks (PR bzw. CR) abhängt. Erfindungsgemäß wird empfohlen, in vitro durch den stufenweisen Zusatz von Anti CD8- bzw. Anti CD3-Mab plus Complement bzw. entsprechenden Immuntoxinen zu den Patienten- PBMs jene Grenzkonzentrationen an immunkompetenten T-Zellen empirisch zu ermitteln, bei der die Deblockie¬ rung und somit die Stimulierung der Gedächtnis-T4- und -B-Zellen eintritt; die so vorbehandelten autologen PBMs simulieren die günstige Situation, wie sie im Falle der Knochenmarkentnahme während der CR-Phase ange¬ troffen wird.

Diese Technik eignet sich speziell für die Patienten mit soliden Tumoren, aber auch für AIDS/ARC/LAS-Patienten.

Die oben erwähnten allogenen LAK-Zellen bringen den besonderen Vorteil, daß sie nicht mit (tumorspezifischen) Suppressor-T-Zellen kontaminiert sein können; zusätzlicher Vorteil ist die Lymphokin- Produktion durch autologe, gegen allogene LAK-Zellen gerichtete T-Zellen, was sich bei dem immunkomprimier¬ ten Empfänger als sehr wichtig erweisen könnte. LAK-Zellen einer oder mehrerer Personen könnten, speziell

nach einer Anti-CD3-Vorbehandlung, eingefroren und für verschiedene Patienten vorgesehen werden ("standardisierte LAK-Zellen").

Im Folgenden werden noch einige weitere Verbesserungen der oben beschriebenen Techniken beschrie¬ ben.

So ist es erfindungsgemäß möglich, die begrenzte Langlebidkeit der Hybridomazeilen nicht durch die Behandlung mit DNA schädigenden, RNA verschonenden Substanzen, wie Mitomycin C anzustreben, sondern durch Änderung des Verhältnisses der Partnerzellen zueinander. Dies gilt sowohl für die chemische (PEG), virale (SV-40) als auch für die Elettrofusion.

Durch Verringerung des zahlenmäßigen Anteils an Partnerzellen, die zur Langlebigkeit (Immortalisation) der Hybridoma-Zellen beisteuern, gegenüber jenen Partnerzellen, die die angestrebte Funk¬ tion einbringen, von "klassich" 1:1 auf 1:2; 1:3; 1:4? 1:5 bis 1:10, wird eine begrenzte Langlebigkeit der Hybridomazellen angestrebt, ähnlich wie bei der Behandlung mit niedrigdosiertem Mitomycin C.

Die frühzeitige Fusion instabiler Zellinien, die ex vivo (in Zellkultur) nicht angehen, mit trans¬ formierten Zellen kann - erfindungsgemäß - die neu zu etablierenden Zellen "stabilisieren" und hiermit das Problem derer in vitro Kultivierung lösen.

Eine Fusion von Lymphokin und Hormon produzierenden Zellen mit transformierten Zellen, gefolgt von der Nachbehandlung der entstandenen Hybridomazellen mit Mitomycin C bzw. anderen DNA schädigenden, RNA ver¬ schonenden Substanzen, ermöglicht erfindungsgemäß erstmalig den direkten in vivo Einsatz diesartiger Lym- phokin/Cytokin- und Hormonproduzenten in vivo (z.B. in vivo Sekretion von Insulin). Die so vorbehandelten sekretorischen Zellen sterben nach einigen Zellteilungen ab und können durch neue ersetzt werden, wodurch eine effektive Kontrolle des Cytokin- bzw. Hormonspiegels möglich ist.

Die Toleranz gegenüber solchen Sekretorzellen kann (a) durch gleichzeitige Behandlung mit immun- suppressiven Substanzen (Cytostatika, subdosiertes Anti-CD4 bzw. Anti-HHC II), (b) durch Implantierung der Zellen im Thymusbereich und/oder (c) durch "Autologisierung", d.h. Verwendung von autologen Partnerzellen bei der Hybridomabildung erzielt werden.

Anschließend seien noch einige ergänzende Punkte zum obigen Text angeführt.

So wird bei den AIDS/ARC-Patienten die in vitro Vorsensibilisierung der Patienten-Lymphozyten (T- Zellen) mit vorbestrahlten bzw. Mitomycin C vorbehandelten Spender-Lymphozyten (T-Zellen), gefolgt von der Transfettion der alloattivierten Patienten-T-Zellen mit Cytokin- bzw. Anti-HIV-Antikörper produzierenden Genen, sowie Reinfusion der so transfizierten autologen T-Zellen in den Patienten empfohlen. Hierbei kann ein Teil der transfizierten Zellen das Gen für den IgG-Isotyp und der andere Teil das Gen für den IgE-Isotyp tragen. Die spätere Einschaltung der Cytokin- bzw. Antikörper-Produktion erfolgt durch Injektion von inak¬ tivierten Spender-Lymphozyten.

Alternativ hierzu können nach der vereinfachten Version die Patienten-T-Zellen generell, nicht nur die spenderspezifischen alloreattiven T-Subpopulationen, in vitro mit Cytokin- und/oder Anti-HIV-Antikörper codierenden Genen transfiziert und in den Patienten reinfundiert werden. Auch hier erfolgt die spätere Ein¬ schaltung der Cytokin- bzw. Antikörperproduttion in vivo durch Injektion beliebiger Spender-Lymphozyten; dies funktioniert deshalb, weil sich unter den Patienten-Lymphozyten stets auch solche befinden, die gegen

den jeweiligen Spender alloreattiv sind. Bei den konventionellen Vakzinen läßt sich das Verhältnis zwischen "positiven" (T H und Tc/CTL) und "negativen" (Ts) Gedächtniszellen erfindungsgemäß durch folgende weitere Maßnahmen steigern: bei den konventionellen Vakzinen läßt sich das Verhältnis von "positiven" (Tg und Tc/CTL) zu "negativen" (TS) Gedächtniszellen erfindungsgemäß durch folgende weitere Maßnahmen steigern:

(a) Im zweiten Abschnitt des ImpfVorganges, d.h.4 bis 6 Tage nach der Impfung, kann die gegen¬ regulierende Wirkung von prolongiert aktivierten ("hyperaktivierten") Makrophagen durch Ca-Kanal-Blocker bzw. Makrophagen inaktivierende Maßnahmen (ROI-inaktivierenden Zusätze wie Retinol, Tocopherol oder Caroti- noide, Glutathion, Ascorbat, Radikal-Scavengers) verzögert werden.

(b) Mit Anti-HLA-DQ (nicht DR) und Anti-LFA-lalpha (nicht beta) kann ebenso das (TH + Tc)/Ts- Verhältnis zugunsten der "positiven" Gedächtniszellen verschoben werden.

(c) Ähnlichen Effekt (Verschiebung der Gedächtniszellen in Richtung von T H und T c /CTLs) kann man erfindungsgemäß durch Anti-Lipomodulin-/AntiLipocortin-/Anti-Macrocortin-Mabs und/oder Mellitin erzie¬ len.

(d) Eine wesentliche Verbesserung der konventionellen Vakzinen kann durch die Koppplung von Pathogen-Antigenen (viralen oder bakteriellen Strukturen) an Carrier-Strutturen, die als Impfstoffbestand- teil bei Schutzimpfungen der Bevölkerung (z.B. gegen Kinderkrankheiten) eingesetzt werden. Beispiele f+ür solche Carrier-Strutturen sind: Tetanus- und Diphterieoxoid, Tuberkulin bzw. inaktiviertes M. tubercu- losis/BCG, errreicht werden. Dieses Prinzip sollte auch bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen retrovi- rale, incl. HIV-Infektionen Berücksichtigung finden, da es die präexistenten Gedächtnishelferzellen mobili¬ sieren könnte, mindestens jene, die die Kontatt/Brücken-Epitope zwischen Carrier und Hapten erkennen.

(e) Eine weitere Verbesserung der Impfeffizienz bringt die Anwendung des Anti-Thyosin.alpha 7 (nicht alphal).

(f) Eine Verstärkung des Effektes bringt auch Anti-PG3E2(E1) und/oder der Zusatz des PGF2alpha, wodurch die HLA-DR-Expression auf APCs(Makrophagen) gesteigert wird.

(g) Die Resistenzentwicklung gegenüber dem pathogenen Keim kann auch dadurch gesteigert werden, wenn der Erstkontatt mit den Antigenstrutturen des pathogenen Keimes (z.B. gpl20/160 bzw. gp41 beim HIV) via Alveolarakrophagen erfolgt, wodurch der frühe Kontakt mit den Suppressor-T-Zellen - anders als bei der i.v. Gabe - vermieden wird. Deshalb wird die Aerosol-Spray-Sensibilisierung als alleiniger oder mindestens als erster Schritt ("priming") empfohlen.

(h) Da die Makrophagen, die prolongiert das gleiche Antigen präsentieren, PGE2/E1 statt IL-1 (als zweites Signal) sezernieren, welches im Zusammenspiel mit dem von Makrophagen simultan sezernierten alpha/beta-Interferon bzw. mit dem von T H sezernierten gamma-Interferon die CD4/CD8-doppelpositiven Präkur¬ sorzellen in Richtung von Suppressor-T-Zellen lenken, kann man im zweiten Abschnitt (nach 4 bis 7 Tagen) mit Anti-Interferon-Mabs die Ts-Generierung verzögern.

(i) Mit in vitro vorgebildeten IgE-Antigen-IgE-Komplexen lassen sich frühzeitig die Fc e -R-tra- genden Zellen (u. A. Monozyten/Makrophagen, aber auch NCF-A-, ECF-A-, Kinin-Protease-freisetzende Mastzel¬ len) aktivieren, was die "positiven" Gedächtniszellen fördert.

Weitere Ausführungsformen sind die folgenden:

(a) Tumorpatienten können mit inaktivierten Hybridomzellen behandelt werden, die durch die Fusion der Patienten-Tumorzellen mit allogenen, d.h. Spenderzellen der gleichen Provinienz, aus dem gleichen Organ wie das tumorerkrankte Organ, gebildet werden. Ein Beispiel sind Leukämiezellen, fusioniert mit der gleichen Lymphozyten-Subklasse eines gesunden Spenders.

(b) Die TJJ (=T M )-Zellen lassen sich in vivo stimulieren, wenn die Injektion von Antikörpern des IgM-Isotyps von der Injektion des entsprechenden Antigens gefolgt wird.

Analog hierzu lassen sich in vivo die Ts(-T G )-Zellen durch eine successive Infusion von IgG und dem entsprechenden Antigen stimulieren.

(c) Ähnlich wie oben für das System des "allogenen Switchings" beschrieben, lassen sich auto¬ loge Lpphozyten in vitro gegen ein Hodellantigen aktivieren und die resultierenden Gedächtniszellen mit Cytokin- bzw. Mab-codierenden Genen transfizieren; nach der Reinfusion sprechen sie auf die Resensibilisie- rung mit dem gleichen Modellantigen an. Am meisten eignen sich hierzu an sensibilisierende Antigene. Vorteilhafterweise kann man präexistente Gedächtniszellen, stammend z.B. von Schutzimpfungen, nützen, z.B. Tuberculin, DNCB, DNBB, TNBS).

(d) Mit Anti-CD3-, Anti-TCR/Ti, Anti-CD2/Tll- und anderen mitogenen Mabs können blastogen transformierte Gedächtniszellen zur Proliferation angeregt werden, nicht dagegen die naiven/non-primed T- Zellen, bei denen der mittlere Abstand (wegen zu niedriger Oberflächendichte) zwischen gleichartigen Hem- branantigenen (CD3, Ti...) zu gering ist, um von den beiden Fab-Untereinheiten umspannt ("überbrückt") zu werden. Deshalb werden erfindungsgemäß neuartige Antikörper empfohlen, die zwei und mehrere Anti-CD3 (Ti,CD2...)-Mabs bzw. deren Fab/F(ab'^-Untereinheiten an verschiedene Spacer-Moleküle konjugiert enthalten, wodurch auch die entfernteren CD3-, Ti-, CD2- u. a. Membranstrutturen auf nativen Tg-Zellen kurzgeschlossen werden können. Hierdurch wird eine gewissermaßen APC-unabhängige Aktivierung von naiven Tg-Zellen ermög¬ licht, was bei immunsupprimierten AIDS- und Tumorpatienten mit gestörter APC-Funttion von Bedeutung sein könnte.

Um gleichzeitig die neutralisierenden Antikörper gegen xenogene (murine) Mabs zu verhindern, wird empfohlen, als Spacers starke Tolerogene, speziell Polymere/Copolpere aus D-Aminosäuren, z.B. D-GL, oder PEG oder Heparin oder sialinsäurehaltige Polymere vorzusehen.

Die Effizienz der Überbrückung von Membranstrutturen mit den beschriebenen neuartigen Antikörpern läßt sich weiterhin steigern, wenn durch gleichzeitigen Zusatz von Interferon die Dichte des zu überbrücken¬ den Antigens gesteigert wird.

Die Simulation des funktioneilen Effektes einer Ligand:Rezeptor-Interaktion durch den Anti-Rezep- tor-Mab dürfte davon abhängen, ob zwei benachbarte Rezeptoren nahe genug liegen, um durch den Anti-Rezeptor- Mab kurzgeschlossen zu werden.

Ganz neue Möglichkeiten der Attivierung von tumoriziden und/oder viruziden Effektorzellen ergeben sich daher erfindungsgemäß durch die Konjugation von Mabs bzw. deren Fab/F(ab'^-Untereinheiten mit Spezifi- tät (a) für Lpphokin/Cytokin-Rezeptoren bzw. (b) für Wachstumsfattoren (EGF, IGF, PDGF u. a.) an Spacer- Moleküle, z.B. eine (CH 2 ) n -Kette oder D-GL. D-Polylysin als Spacer-Molekül ist deshalb interessant, da es einerseits ein Tolerogen ist und andererseits durch seine positive Ladung eine erleichterte Annäherung an

die Zielzelloberfläche ermöglicht. Das gleiche gilt für die Polymere oder Copolymere anderer basischer, rechtsdrehender (D)-Aminosäuren.

Der hier beschriebene Vorteil des Einbaus von Spacer-Molekülen als Träger gleich- und verschieden¬ artiger Mabs ist erfindungsgemäß auch auf alle einfachen und kombinierten Mabs (z.B. die Signal 1 und Signal 2 simultan vermittelnden Immunkonjugate), die in den Patentanmeldungen PCT/EP89/00403 und DE 3812605 AI näher spezifiziert worden sind, übertragbar.

(e) Da die in vitro auf konventionelle Weise (Rosenberg, Oldham) generierten LAK-Zellen zu 90 I aus NK-Zellen und zu 10 I aus MHC-nichtrestringierten CD3 + -Zellen bestehen und weitgehend frei von poten¬ tiellen alloreaktiven, GvH-auslösenden T-Zellen sind, wird erfindungsgemäß empfohlen, die homolo- gen/allogenen LAK-Zellen zur ύberbrückung der, für die späteren Rezidive kritischen immunkompetenten Phase (a) bei Knochenmark-Empfängern und (b) nach der Entfernung des Primärtumors einzusetzen. Die LAK-Zellen kön¬ nen (a) durch Anti-CD3-Mab plus Complement oder (b) durch Immuntoxine, bestehend aus den Fab/F(ab'^-Unter¬ einheit des Anti-CD3-Mabs plus Cytotoxin (Abrin, Ricin, Doxorubicin) vor der Infusion in den Patienten depletiert werden.

Die allogenen LAK-Zellen können nach dem eigens entwickelten Einfrierverfahren (mit PEG/PVP-Zusatz zu DMSO) unter Erhalt des präattiierten Zustandes konserviert werden.

(f) Es wird angenommen, daß die Arteriosklerose bei hypercholesterinämischen Patienten auto¬ immun, genauer gesagt, durch hyperaktivierte Makrophagen induziert wird. Daher können die hyperaktivierten Makrophagen (a) mit Corticosteroiden (Prednison, Methylprednisolon) (b) durch Ca-Kanal-Blocker (c) durch Maskierung der Fc- und CRl/CR3-Rezeptoren mit Fab/F(ab') 2 -Untereinheiten entsprechender Anti-Rezeptor-Mabs (d) durch ROI-reduzierende Substanzen und Radikal-Scavengers, sowie (e) durch Anti-CD19 (CD20, CD21, CD22)- Habs (temporäre Depletion der CIS-produzierenden B-Zellen) unter Kontrolle gebracht werden.

Die Immunozyten im Bereich des chronisch-entzündlichen tumorösen und nekrotischen Gewebes sind einem Mikromilieu ausgesetzt, das a) durch hypoxisch/anoxische und/oder b) durch saure Stoffwechsellage charakterisiert ist.

(a) Der Sauerstoffmangel, bedingt durch die gestörte Angiogenese und durch den 15- bis 20fachen 0 2 -Verbrauch hyperattivierter Makrophagen, verleiht den Tumorzellen gegenüber den Normalzellen den Vorteil des Überlebens mittels Umschaltung des Zellstoffwechsels auf die Glykolyse (Emden-Meyerhof-Weg).

Dieser führt zur Bildung der Milchsäure und zum Ansäern des Milieus, mit der Folge, daß die Normal¬ zellen zum Unterschied von den Tumorzellen mit den steilen H + -Gradienten bei der Alkalisierung des intra¬ zellulären Raumes als Vorbedingung für die Zeilproliferation nicht mehr überwinden können und somit in der Gl- bzw. G2-Phase des Zellzyklus arretiert bleiben. Deshalb muß das ungünstige Redoxpotential des entzünde¬ ten Gewebes i) durch Sauerstoffträger und/oder ii) durch andere Elektronen-Akzeptoren in Richtung Oxidation verschoben werden.

(i) Beispiele der 0 2 -Träger: Oxoferin, TCDO (Tetrachlordekaoxyd) (ii) Beispiele der Elektronen-Akzeptoren: Ascorbinsäure bzw. Dehydroascorbinsäure, (poly)ungesättigte Verbindungen (Fettsäuren).

(b) Der niedrige pH-Wert im entzündeten Gewebe blockiert auch die Aktivität von immunkompeten¬ ten Zellen. Dm deren Proliferation und Nachschub zu ermöglichen, muß durch gezielte Anhebung des intrazellu¬ lären pH-Wertes die H + /Na + -Pumpe entlastet werden. Deshalb ist die Anwendung von Substanzen in vitro und in vivo bevorzugt, die den intrazellulären pH-Wert erhöhen. Beispiele sind quaternäre Basen und deren Salze (Carbonat, Citrat, Maleat), ferner TMSMA (als Base oder als Salz) (THAM/Tromethamin/Trometamol), Ethanol- amin, Diethanolamin, Triethanola in usw.. Dabei ist die intrazelluläre pH-Anhebung auf 7,3 bis 7,6 die Vor¬ aussetzung für die Zellproliferation.

Auch die Cytokin-induzierte Zellproliferation ist mit einem pH-Anstieg im Cytosol assoziiert.

Der Mangel am molekularen 0 2 äußert sich auch in einer Verschiebung des Eicosanoid-Stoffwechsels in Richtung der Prostaglandin- (anstelle der Leucotrien)-Bildung, was einer ümschaltung zur Suppressorfunttion entspricht. um die von den hyperattivierten Makrophagen (Suppressormonozyten) ausgehende immunsuppressive Wir¬ kung auf die immunkompetenten Zellen im entzündlichen Gewebe (Tumor, persistierende Infekte usw.) auszu¬ schalten, wird erfindungsgemäß empfohlen, die hyperattivierten Makrophagen wie folgt zu inattivieren bzw. zu eliminieren: a) durch monoklonale Antikörper und daraus abgeleitete Immuntoxine, gerichtet gegen die Ober- flächenantigene auf enddifferenzierten Makrophagen (X-4, X-14, X-15, X-ll, X-12) sowie gegen die Diffe¬ renzierungsantigene, exprimiert auf den hyperaktivierten Makrophagen.

(b) durch cytotoxische Substanzen enkapsuliert in Liposomen

(c) durch Substanzen, die die Lysosommembran der Makrophagen stabilisieren, z.B. verschiedene Goldpräparate wie Aurothioglucose, Aurothiopolypeptid oder Na-Aurothiomalat, ferner verschiedene Antimala- ria-Mittel wie Chloroquin sowie D-Penicillamin.

Proteasen können die Zellen direkt von der Suppressor- zur Effektor-Funktion umschalten. GEF (glycosylation enhancing factor), eine kalikreinähnliche Kinin-Protease verhindert die GIF (glycosylation inhibition factor) induzierte Immunsuppression; eine membranständige Serinprotease ist direkt bei der Zellaktivierung beteiligt.

Lipasen können direkt oder via das Spaltprodutt Lysophosphatid (Lysolezitin) die Immunozyten (Makrophagen, NK-, K-, T-Zellen) aktivieren. Diese Attivierung geht zum Teil auf die Simulierung der Me- bransphospholipasen (PLC, PLA 2) zurück.

Die Wirkung von Mucopolysaccharidasen ist ähnlich jener der Proteasen. Deshalb wird erfindungsgemäß empfohlen in vitro und in vivo (orale Kultienzympräparate) die Deblockierung von Immunozyten mit Proteasen, Lipasen und Mucopolysaccharidasen - allein oder in Kombination mit anderen, oben beschriebenen Zellattiva- toren - vorzunehmen.

Neutralisierung der antiproliferativen Faktoren im Plasma (IFN alpha und beta, TNF alpha) mit spe¬ zifischen Antikörpern

Interferone TNF alpha und TGF beta schalten die Zellen, einschließlich der immunkompetenten Zellen, von der Proliferation zur Diffferenzierung um. Somit haben sie eine antiproliferative Wirkung nicht zuletzt auch auf die heranreifenden Vorlauferzellen, mit der Folge, daß der in situ benötigte Nachschub bei patholo¬ gisch erhöhten IFN-, TNF- und TGF-Werten vorzeitig abgebrochen wird. Pathologisch erhöhte Spiegel dieser

Cytokine sind z.B. bei AIDS- und Tumorpatienten, z. T. auch bei Autoimmunerkrankungen und persistierenden Infekten gemessen worden.

Deshalb wird empfohlen, in solchen Situationen durch neutralisierende Antikörper diesen antiproli- ferativen Effekt genannter Cytokine auszuschalten.

Weiterhin wird empfohlen, bei Tumorpatienten, aber auch bei LAS/ARC/AIDS-Patienten, die Immunabwehr durch spezielle Konjugate, bestehend aus der Fab/F(ab') 2 -Untereinheit des gegen das Tumorantigen bzw. gegen die HIV-Epitope gerichteten (murinen) Mao (monoklonalen Antikörpers) plus der PC epsilon-Untereinheit huma¬ nen Ursprungs, zu verstärken.

Einige membranständige immunrelevante Strukturen, die eine Interaktion der immunkompetenten Zellen ermöglichen, werden immunsuppressiv, wenn sie von der Zelloberfläche in das Plasma abgeschilfert werden (antigen shedding). Beispiele solcher Strukturen sind MHC II, MHC I, CD 4, CD 8, beta2-Mikroglobulin und andere. Interessanterweise sind einige dieser Strukturen bei AIDS- und Tumorpatienten stark erhöht gefunden worden.

Deshalb wird empfohlen, durch Neutralisierung a) von genannten immunrelevanten Membranstrutturen, b) solubilisierten Cytokinrezeptoren mit spezifischen monoklonalen Antikörpern deren suppressive Wirkung auszuschalten.

Attivierung durch Maskierung von Suppressorzell-induzierenden Oberflächenstrukturen auf APC (Antigen präsentierenden Zellen, z.B. Makrophagen und dendritische Zellen)

Während die HLA-DR-Struttur auf APCs die Helfer-T-Zellen aktiviert, ist die HLA-DQ-Struttur für die Attivierung von Suppressor-T-Zellen verantwortlich; ähnlich vermittelt das membranständige Integrinmolekül LFA-1 alpha die Generierung von Suppressor-T-Zellen, während das LFA-1 beta Molekül die Helfer-T-Zellen induziert.

Deshalb wird empfohlen, mit dem Anti-HLA-DQ- und/oder Anti-LFA-1 alpha Mab die Immunreaktion in positive Richtung zu lenken. Als besonders effektiv ist folgendes Verfahren der Immuntherapie von Tumor¬ patienten zu betrachten:

(a) Die Tumorpatienten werden, wie in den beiden Patentanmeldungen DE 3812605 AI und PCT94/EP89/O0403 im Detail beschrieben, in vivo von den tumorprotettiven Suppressorzellen befreit.

(b) In vitro werden maligne Zellen des Tumorpatienten zuerst mit IFN gamma und/oder TNF alpha zur Postexpression von MHC II (und MHC I) induziert, danach inaktiviert mit Anti-HLA DQ und/oder Anti-LFA-1 alpha bzw. deren Fab/F(ab') 2 -Untereinheit behandelt und anschließend in den Patienten reinjiziert. Alterna¬ tiv hierzu können maligne Zellen des Tumorpatienten mit autologen und/oder homologen MHC II positiven Zellen (B-Zellen oder bevorzugt Makrophagen) mittels PEG fusioniert, anschließend mit Anti-HLA DQ und/oder Anti LFA-1 alpha behandelt und in den Patienten reinjiziert werden. Bei beiden Alternativen muß noch der wichtige Schritt einer Immunreattivierung des Patienten angeschlossen werden, wie er im Detail in den beiden zi¬ tierten Patentanmeldungen beschrieben ist.

Es wird angenommen, daß Autoimmunkrankheiten entstehen als Folge der Deblockierung von T4- und Plasmazellen, welche durch den unterdrückten Nachschub von kontrollierenden Suppressor-T-Zellen bedingt ist.

Dieser unterdrückte Nachschub immunkompetenter Suppressor-T-Zellen hat seinen Ursprung in einer infett- und/oder therapiebedingten persistierenden Immunsuppression.

Das Grundprinzip der hier besprochenen neuartigen Tumortherapie ist die Kombination (a) der Resistenzbrechung immunkompetenter Zellen, die temporär ist und (b) der Reinfusion von in vitro prägenerier¬ ten tumorspezifischen T-Zellen. Wesentlich dabei ist, daß diese tumorspezifischen T-Zellen blastogoen trans¬ formiert sind, also Gedächtnisfunttion besitzen; nach den Gesetzen der sogenannten "restringierten" DML (CML to Non-MHC molecules) sind nur blastogen transformierte T-Zellen imstande in vivo die Reattion gegen das betreffende (lösliche) Antigen auszulösen.

Die tumorspezifischen T-Zellen können in vivo eine Art Autoimmunreattion gegen das Tumorantigen auslösen, wen sie wie folgt generiert werden:

(a) die Patienten-Lymphozyten (T-Zellen) werden in vitro polyklonal, z.B. mit PHA, postexpan¬ diert, die CD 8-positiven Suppressor-T-Zellen anschließend z.B. mit Mabs oder Immuntoxinen eliminiert und die zurückbleibenden CD4 positive T-Zellen mit Gedächtniszellen reinfundiert. In vivo können diese T4-Zellen entsprechende CTLs mit Spezifizität für Tumorzellen induzieren. Anstelle der Postdepletion von CD 8 + -Zellen kann durch eine Vorbestrahlung 500 Rad die Inducer-Suppressor Subpopulation im voraus inaktiviert werden.

(b) Alternativ hierzu können Patienten-Lymphozyten (T-Zellen) in vitro mit malignen Zellen des Patienten inkubiert werden, wobei die letzteren nach den beiden oben beschriebenen Verfahren zur MHC II Postexpression induziert werden.

(c) Ein interessanter weiterer Weg sieht die Reinfusion von Patienten-Lymphozyten (T-Zellen) zusammen mit Mitomycin C vorbehandelten Patienten-Makrophagen vor.

Der Erfolg der Organ- und Knochenmarttransplantation kann wesentlich verbessert werden, wenn das Spenderorgan, genauer gesagt die hierin enthaltenen "Passenger-Lymphozyten" bzw. die Spender-Knochenmarkzel¬ len in vitro mit Anti-HLA DR- und/oder Anti-LFA 1 alpha-Mabs (oder deren Fab/F(ab') 2 -Untereinheit) vorbehan¬ delt werden. Alternativ oder zusätzlich kann mit Ca-Antagonisten (Verapamil, Nifedipin, Diltiazem) oder mit antimitogenen Substanzen (Colchicin, Demecolcin, Gliotoxin) die MHC II Postexpression auf den "Passenger- Lpphozyten" unterdrückt werden. Diese MHC II Postexpression nach der Organentnahme scheint für die spätere Organabstoßung kritisch zu sein.

Eine wesentliche Verbesserung der Knochenmarkkryokonservierung bringt erfindungsgemäß der Zusatz von PEG und/oder PVP unterschiedlichen Molgewichts zu dem konventionellen Kryoprotettant DMSO mit sich. Zum Unterschied zum DMSO erhalten die eingefrorenen Zellen sowohl ihre Vitalität als auch ihren präaktivierten Zustand, wenn sie in Anwesenheit von PEG bzw. PVP plus DMSO eingefroren werden.

In vivo Tumorbekämpfung mit beschränkt lebensfähigen Hybridomen aus tumorspezifischen Immunozyten plus Mitomycin C vorbehandelten immortalisierten Partnerzellen

Mit Mitomycin C und anderen cytotoxischen Substanzen, die die Vermehrung (DNA-Schädigung), nicht aber den Stoffwechsel der Zelle beeinträchtigen, lassen sich transformierte Feederzellen (3T3, STO, loT.1/2, FHS-74Int) dosisabhängig so programmieren, daß sie z.B. für einige Wochen überleben, daß deren Vermehrung nach wenigen Verdopplungen jedoch unterbunden wird.

Es wird daher empfohlen entweder (a) prägenerierte Immunozyten zuerst mit Myeloazellen, wie sie routinemäßig zur Hybridisierung angewandt werden, zu fusionieren und die so erhaltenen Hybridomazellen mit Mitomycin C zu behandeln oder sie (b) mit Mitomycin C vorbehandelten bzw. (c) mit begrenzt lebensfähigen nicht transformierten Fibroblast- oder embryonalen Zellinien (kommerziell erhältlich) zu fusionieren. Anstelle von Mitomycin C können andere, die Zellvermehrung verhindernde Substanzen oder kontrollierte Zell- bestrahlung treten.

Eine typische Mitomycinkonzentration ist 10 μg/ml, eine typische Inkubationszeit (bei 5 μg/10 6 Zel¬ len) 18 Stunden.

Auf diese Weise lassen sich Hybridomzellen aus tumorspezifischen Plasmazellen (CTLs, NK- und K/ADCC-Zellen und präattivierten Makrophagen herstellen. Sie können in Kultur gehalten oder eingefroren durch Zusatz von PEG und/oder PVP zu DMSO werden, wobei die attivitätserhaltende Wirkung dieses neuartigen Kryoprotettant-Gemisches bei wiederholter Infusion einen weiteren Vorteil mit sich bringt.

Wichtig ist auch, daß bei Anwendung des HAT- bzw. HAs-Mediums eine ausreichende Selektion der gebildeten Hybridomzellen gegeben ist und eine zeitaufwendige Klonierung nicht notwendig erscheint.

Auch die Arteriosklerose ist immunologisch bedingt

Es wird angenommen, daß es zu Gefäßablagerungen und -Verkalkungen kommt, wenn erhöhte LDL-, spe¬ ziell die beta-VLDL- und/oder Chylomikron-Remnants auf erhöhte bzw. persistierende Imunkomplexe im Plasma treffen, wobei eine hydrophobe Anlagerung von Immunkomplexen an die LDL- bzw. beta-VLDL-Oberfläche eine rasche Aufnahme durch Makrophagen zur Folge hat, was bei einer Überforderung/Überladung der Makrophagen zu deren Umwandlung zu Schaumzellen und Ablagerung im Bereich der atheromatös veränderten Gefäßwand führt. Im speziellen kommt es zu einem Wettlauf zwischen ApoE und Immunkomplexen bzw. den im Microenvironment von hyperattivierten Makrophagen durch niedrigen pH (4 bis 5) und ROI^-Radikalen) denaturierte Immunglobuline um die Besetzung der stark hydrophoben Oberfläche von hoch cholesterinhaltigen core remnants bzw. beta-VLDL. Die Folge ist die Fehlleitung dieser Vesikel an die Adresse der Makrophagen anstelle an jene der Hepatozyten (ApoE-Rezeptor-positiv).

Eine Arteriosklerose-Behandlung durch orale IC-spaltende Enzympräparate kann daher vorteilhaft sein.

Immunmodulierende Stoffe und Stoffgemische bei der Behandlung von Tumorpatienten, von Patienten mit chronischen Infekten sowie jenen mit Autoimmunkrankheiten

(1) Bei Tumorpatienten und bei Patienten mit (chronischen) Infekten, speziell jene mit (retro)viralen Infektionen kann die Behandlung mit Anti-B-Zell-Antikörpern den Krankheitszustand wesentlich verbessern, weil hierdurch die immunsuppresiven Immunkomplexe reduziert und die CTL-hindernden, da Antigen- askierenden spezifischen Antikörper eliminiert werden. Beispiele solcher Antikörper sind die Anti-CD19-, Anti-CD20-, Anti-CD21- und Anti-CD22-Mabs sowie polyklonale Anti-8-Zell-Antikörper.

(2) Wegen der negativen Beeinflussung des Krankheitsverlaufes durch protrahiert (chronisch) ak¬ tivierte Makrophagen/Monozyten ist sowohl bei Tumorpatienten als auch bei Patienten mit chronischen Infek¬ ten, incl. (retro)viralen Infetten (HIV) die Eliminierung der Makrophagen/Monozyten mit mono- oder polyklo-

nalen Antikörpern zu empfehlen. Beispiele solcher monoklonalen Antikörper sind Anti-CD15-, Anti-CD14-, Anti- CDllc- und Anti-CDllb-Mab.

(3) Die unter Punkt (1) und (2) beschriebenen Antikörper können auch simultan als Coctail gege¬ ben werden.

(4) Punkte (1), (2) und (3) gelten auch für Patienten mit Autoimmunkrankheiten.

(5) Anstelle von Antikörpern können deren Konjugate mit Cytotoxinen, Radionukliden und/oder Cytostatika zur Verstärkung des Effektes eingesetzt werden.

(6) Anstelle von Antikörpern oder deren Konjugaten können die Fab/F(ab') 2 -Untereinheiten zur Maskierung, nicht Eliminierung, der B-Zellen bzw. Makrophagen/Monozyten eingesetzt werden.

(7) Einen wesentlichen Fortschritt stellt in der Tumortherapie die in vitro induzierte Postex¬ pression von MHC II-Antigenen auf der Oberfläche von den zu reinjizierenden autologen Tumorzellen dar. Diese Postexpression von MHC II-Antigenen erfolgt durch die in vitro Behandlung der kultivierten Patienten- Tumorzellen mit Interferonen, speziell gamma-IFN und/oder TNF-alpha. Vor der Reinjizierung werden die Tumor¬ zellen durch Mitomycin C oder Hitzebehandlung oder chemisch (z.B. mit Formaldehyd oder Glutaraldehyd) inaktiviert; Mitomycin C bzw. Formaldehyd/Glutaraldehyd werden vor der Reinfusion gründlich ausgewaschen.

(8) Alternativ zu (7) können Hybridomazellen, entstanden durch die chemische Fusion (z.B. 20 bis 40. PAG) von Patienten-Tumorzellen mit Patienten-MHC II-positiven Zellen (Makrophagen, B-Zellen) einge¬ setzt werden. Diese Zellfusion kann unter stark vereinfachten Bedingungen und mit nicht vitalen Patienten¬ zellen durchgeführt werden; jegliche Klonierung entfällt.

(9) Eine weitere Alternative sieht vor, in Liposomen des Tumorantigen plus das autologe MHC II- Antigen einzubauen.

(10) Ein neues Prinzip in der Tumortherapie baut auf der Simulierung der Immunreattion (a) bei Abstoßung von Organ-Transplantaten und (b) bei der Entstehung von Autoimmunreattion.

In beiden Fällen fällt auf, daß das Antigen (Alloantigen bei Organtransplantaten bzw. das Autoanti¬ gen bei der Autoimmunreattion) in "prozessierter" Form, d.h. im Kontext mit dem MHC II-Komplex erst präsen¬ tiert wird. Im zeitlichen Wettkampf mit den Suppressor-T-Zellen, die mit löslichem Antigen (ohne Prozessie¬ rung) direkt reagieren, bevorzugt diese Erstpräsentierung des Antigens die positive Immunreattion (Helfer¬ und cytotoxische T-Zellen) und "unterdrüctt" die Entstehung von Antigen-spezifischen Suppressor-T-Zellen.

Es wird empfohlen, nach der Entfernung des Primärtumors, die in vivo Situation bei Organtransplan¬ taten bzw. Autoimmunreattion durch Haßnahmen wie in vitro MHC Il-Postexprimierung bei Patienten-Tumorzellen (siehe oben) zu simulieren. um die Immunreattion gegen die Resttumorzellen und (Prämikro)metastasen nach der Entfernung des Primärtumors zu verstärken wird empfohlen, mit Tumorantigen-spezifischen Antikörpern des IgE-Isotyps bzw. mit Konjugaten, bestehend aus Fab/'F(ab') 2 -Untereinheit des IgG oder IgM (gerichtet gegen das Tumorantigen) plus Fc-üntereinheit von IgE (beliebiger Spezifität) allein oder kombiniert mit IL-4, die konventionellen Behandlungen zu unterstützen.

(11) Empfohlen wird ferner eine in vitro Präprozessierung des Patienten-Tumorantigens; dies geschieht durch Phagozytose des löslichen, z.B. 3M KCl-Extrattes des Tumorantigens bzw. der inattivierten Tumorzellen mit nachfolgender Reinfusion der Makrophagen in den Patienten.

(12) Besondere Vorteile bringt die Generierung der Helfer-T-Gedächtniszellen durch in vitro Inkubation der Patienten-T-Zellen mit dessen inattivierten Tumorzellen, gefolgt von der Eliminierung der T8- Suppressorzellen mittels Anti-CD8-Mab plus Complement. Beide, die so vorbehandelten Makrophagen und Helfer- T-Zellen simulieren die Situation bei Organtransplantaten bzw. Autoimmunreattionen, die beide durch starke in vivo Immunantwort charakterisiert sind; im vorliegenden Fall richtet sich die in vivo Immunreattion gegen das Tumorantigen und hiermit gegen die Tumorzellen.

(13) Mit der Titration, d.h. "Neutralisierung" der löslichen Fraktion von immunrelevanten Membranstrutturen im Plasma mittels spezieller Antikörper kann der immunsuppressive Effett dieser humoralen Faktoren behoben werden. Die gleichen Strukturen, die in membranassoziierter Form die Immunozyten-Interak- tion verstärken, stören in löslicher Form die Immunreattion. Um die Menge des neutralisierenden Antikörpers patientenindividuell quantitativ zu bestimmen, muß mit spezifischen diagnostischen Verfahren der Plasma¬ gehalt an solchen Suppressorfattoren im voraus bestimmt werden.

Beides, die dazu gehörenden diagnostischen Verfahren und der daraus resultierende therapeutische Einsatz der neutralisierenden Antikörper sind Gegenstand der vorliegenden Anmeldung.

Beispiele solcher Strukturen/Moleküle sind Membranrezeptoren generell, die Immunreattionen vermit¬ teln oder verstärken, z.B. IL-2/Tac/CD25-Rezeptor T H/CD2/Leu5a/IL-4-Rezeptor, ferner ein Rezeptor:Ligand- Syste aus kooperierenden Immunozyten (Integrine wie CD2 : LFA3, ICAM-1 : LFA1) oder z.B. immunrelevante Strukturen wie CD4, CD8, NHC II.

(14) Im speziellen Fall der HIV-Behandlung wird die unter Punkt (11) und (1 beschriebene in vitro Generierung von Makrophagen mit präprozessiertem Antigen bzw. von antigenspezifischen Helfer-T- Gedächtniszellen durch Cogenerierung von entsprechenden Makrophagen bzw. T4-Gedächtniszellen mit Spezifität sowohl für HIV-Strukturen als auch für die Erreger der AIDS-begleitenden opportunistischen Infekte erwei¬ tert.

(1) Klassiche Impfstoffe können wesentlich verbessert werden, wenn das Antigen (Pathogen) in vitro mit seinem Antikörper des IgM-Isotyps assoziiert wird und hiermit im zeitlichen Wettlauf der Makropha¬ gen mit den Suppressor-T-Zellen die ersteren bevorzugt werden.

(2) Anstelle des IgM (1) kann in vitro ein Pathogen: IgM/IgG:Complement (bzw. Complement-Fak- tor)-Assoziat treten; hierdurch werden in vivo die Makrophagen des Impflings noch stärker vor den Suppres¬ sor-T-Zellen bevorzugt, weil das Assoziat durch Fc- und C-Rezeptoren auf Makrophagen gebunden wird.

(3) Zur weiteren Verstärkung der Immunisierung durch Vaccinepathogen wird der Zusatz von Patho- gen-spezifischen IgE und/oder Konjugaten aus Pathogen-spezifischen Fab/F(ab') 2 -üntereinheit von IgG/IgM plus Fc-Fragment von (IgE beliebiger Spezifität) allein oder kombiniert mit IL-4 empfohlen.

(4) Es ist ratsam die erste Impfung (priming) mit Zusatz von Anti-CD 8-Mab plus Anti-B-Zell-Bad und die zweite Immunisierung (boosting) mit Zusatz von Anti-CD 8-Mab (ohne Anti-B-Zell-Mab) durchzuführen.

(5) Es wird weiterhin empfohlen, einige Tage (4 bis 6 Tage) nach der ersten Impfung bzw. erst im Rahmen der zweiten Impfung mit der Fab/F/ab'^-Untereinheit der gegen Makrophagen/Monozyten gerichteten Mabs diese Zellsubpopulation zu maskieren, um die negative Beeinflußung der immunologischen Gedächtnisaus¬ bildung zu verhindern.

(6) Ein ähnlicher Effett wie unter Punkt (5) kann durch die Zugabe von Antikörpern gegen gamma- Interferon, gegen TNF-alpha ferner gegen PGE2 sowie gegen TGF-beta 4 bis 6 Tage nach der Erstimmunisierung bzw. erst im Rahmen der zweiten Immunisierung (Impfung) erzielt werden. Zur Verstärkung des Effektes kann mit IL-4 kombiniert werden.

Verhinderung der Tumorrezidive nach der Knochenmark-Transplantation durch Steigerung des Graft- versus-Leukemia (GvL)-Effettes, ohne die Gefahr einer gleichzeitig erhöhten Graft-versus-Host (GvH)-Reattion

Patienten mit soliden Tumoren sterben normalerweise nicht am Primärtumor, sondern an den Metasta¬ sen. Die frühen (Pra)mikrometastasen und die unvermeidlichen residuellen Tumorzellen werden durch die diag¬ nostischen Standardverfahren nicht erfaßt. Sie finden nahezu ideale Bedingungen für ein ungehindertes, rasches Wachstum im stark immunosupprimierten Patienten, unmittelbar nach der chirurgischen und/oder (radio)chemischen Behandlung des Primärtumors. Diese Immunsuppression geht sowohl auf das Basisleiden als auch auf den chirurgischen und/oder (radio)chemischen Eingriff (zwecks Tumorentfernung) zurück.

Hinzu kommt, daß die unreifen Prä-T- und Prä-B-Zellen extrem für die Reinduttion der Toleranz gegenüber den Resstumorzellen anfällig sind. Dies hat zur Folge, daß die späteren Tumorrezidive bereits "vorprogrammiert" sind durch die ungehinderte Proliferation der Resttumorzellen in den ersten Wochen (2 bis 12 Wochen) nach der Entfernung des Primärtumors bzw. nach der Knochenmark-Transplantation.

Jahrelange Suche nach einer Lösung dieses kardinalen Problems der Tumortherapie resultierte in der Ausarbeitung von mehreren Verfahren, die alle auf einer Überbrückung der kritischen, oft fatalen immun- suppressiven Phase vor der Restaurierung der patienteneigenen Immunabwehr basieren. Diese Verfahren können per se oder in Kombination mit anderen, in der vorliegenden Anmeldung beschriebenen Verfahren oder mit bekannten Verfahren eingesetzt werden.

Bei einem Verfahren werden die Knochenmarkzellen des Spenders mit dessen immunkompetenten Lymphozy¬ ten versetzt, deren Lebenserwartung durch eine spezielle dreistufige Vorbehandlung vorprogrammiert (vordeterminiert) worden ist. Auf diese Weise erhält der Patient Immunkompetenz bis zur Restaurierung der eigenen Immunabwehr und kann sowohl der Gefährdung durch Infekte als auch der Reinduttion der Toleranz gegenüber residuellen Tumorzellen und hiermit den späteren Rezidiven vorbeugen. Bevor die Spender-T-Zellen eine GvH-Krankheit auslösen können, sterben die speziell vorbehandelten Spender-Lymphozyten ab.

Der Zelltod kann durch eine kontrollierte in vitro Vorbehandlung der Spender-T-Zellen mit DNA-quer¬ vernetzenden Substanzen vordeterminiert werden.

Weiterhin kann mit dem in vitro Einbau von radiomarkierten, d.h. Radionuklide/Radioisotope-haltigen Nukleoside, Nukleotide, Basen sowie deren Derivate in die DNA der immunkompetenten Spender-T-Zellen der spä¬ tere Zelltod dieser Immunozyten via intrazelluläre Strahlung induziert werden. Beispiele solcher radiomar¬ kierter Nukleoside sind 2'-Deoxyuridin-2- 14 C, ferner 2'-Deoxyuridin-5- 3 H,2'-Deoxycytidin-5- 3 H und 5-Brom-2'-

Deoxyuridin-2- 14 C. Es kommen alle Nukleoside und Nukleotide, die mit unterschiedlichsten Radionukliden (z.B. von H, P, S und anderen) markiert und dem Zeilwachstumsmedium zugesetzt worden sind, in betracht.

Im Falle, daß die immunokompetenten T-Zellen des Spenders mit Mitomycin C- oder strahlunginatti- vierten, MHC II (und/oder MHCI)-positiven Zellen des Empfängers coinkubiert werden, werden die zelltod-vor- determinierenden radiomarkierten Nukleoside nahezu selektiv in die alloreattiven, gegen den Empfänger gerichteten Spender-T-Zellen inkorporiert.

Im speziellen Fall des radiomarkierten Bro-Deoxyuridins können die zum T-depletierten Spender-Kno¬ chenmark zugesesetzten immunkompetenten T-Zellen des Spenders nach erfolgter Restaurierung des patienten¬ eigenen Immunsystems zur Selbstzerstörung durch DNA-inkorporierte Nukleoside noch durch eine ex vivo UV- Bestrahlung abgetötet werden, da die Brdür-haltigen Zellen photosensitiv sind.

Eine ähnliche Technik des Radionuklid-Einbaus in den Zellkern kann erfindungsgemäß zur Tuorzell- Abtötung in situ verwendet werden. Hierbei dienen nicht die gegen die Tumorzellen gerichteten monoklonalen Antikörper (Mab), sondern (a) die den Tumor erkennenden TIL (tumor infiltrating lymphocytes) und (b) die ebenso tumorspezifischen Tc/CTL (cytotoxischen T-Zellen) als Träger der radioaktiven, den Tumor zerstörenden Strahlung.

Der besondere Vorteil des zellulären gegenüber dem molekularen, d.h. Mab-vermittelten Transport der den Tumor zerstörenden Radionuklide in die unmittelbare Nähe der Tumorzellen ist die wesentlich höhere Intensität (Dichte) des tumoriziden Lokalstrahlers. Die Selektivität ist (a) im Falle der TIL-Zellen als Träger der Radioaktivität durch die Tumorspezifität der TIL-Zellen (Rosenberg, Anderson, Blaese) und im Falle der tumorspezifischen Tc/CTL durch deren selektive Erkennung von Tumorantigenen (TATA, TSTA, TSA) gegeben. Obwohl die TIL-Zellen beiden T-Zellsubpopulationen, den CD4- und den CD8-positiven T-Zellen zuge¬ rechnet werden, ist eine klare Grenze zwischen TIL-Zellen und Tc/CTL-Zellen schwer zu ziehen. Es dürfte sich vielfach um die gleichen Zellen handeln.

Anders als bei der Vorprogrammierung des Zelltodes mit radiomarkierten Nukleosiden kann man bei der Präparation der TIL- und der Tc/CTL-Zellen als Träger der tumoriziden Strahlung neben den radiomarkierten Nukleosiden noch radiomarkierte Aminosäuren und andere radiomarkierte Zellbausteine (Präkursoren) einsetzen; sie müssen dem Zellkulturmedium zugesetzt wereden und werden nach der Aufnahme durch TIL- und/oder Tc/CTL- Zellen in deren Zellstruttur eingebaut.

Eine weitere Möglichkeit der überbrückung der fatalen immunsuppressiven Phase nach Entfernung des Primärtumors bzw. nach der erfolgten Knochenmark-Transplantation besteht in der in vitro Vorbehandlung von immunokompetenten Zellen des Spenders mit photosensitiven Farbstoffen (Beispiel: Psoralen), gefolgt von deren Zusatz zum T-Zell deputierten Knochenmark des Spenders und Transfusion in den Empfänger. Später, nachdem diese immunkompetenten Zellen den Patienten (Empfänger) vor Infekten und vor klonaler Expansion von Resttumorzellen verschont haben, werden sie ex vivo mit starker UV-Bestrahlung in einer Art Photopherese (PUVA) selektiv eliminiert. Hierzu bestehen spezielle Apparaturen. Der Effizienz halber wird empfohlen, diese Technik mit den anderen, hier besprochenen Techniken zu kombinieren.

In einer analogen Technik werden photosensitive Farbstoffe mit radioaktiv markiertem oder nicht markiertem Brom-Deoxyuridin(BrdUr) kombiniert oder ersetzt und ebenfalls nach der Restaurierung des patien-

teneigenen Immunsystems ex vivo mit starker UV-Bestrahlung selettiv abgetötet. Der Einsatz des radioattiven statt des kalten Isotops im Brdür verstärkt zusätzlich die Effizienz der Technik und soll mit einer Vorinku¬ bation der immunkompetenten Zellen des Spenders mit präinattivierten MHC II (und MHCI) positiven Empfänger¬ zellen kombiniert werden, um auf diese Weise eine selektive Vorprogrammierung des Zelltodes in der empfängerspezifischen alloreattiven Subpopulation des Spenders zu ermöglichen.

Ein weiterer Weg ist die in vitro Transfektion der immunkompetenten T-Zellen des Spenders mit stark immunogenen Oberflächenantigenen, gefolgt von deren Zusatz zum T-Zell-depletierten Knochenmark des Spenders und Transfusion in dem Empfänger (z.B. Tumorpatienten). Die spätere in vivo Eliminierung der Immuninkompe¬ tenz überbrückenden reifen Spender-T-Zellen erfolgt mit den Antikörpern, gerichtet gegen das transfizierte Membran-Antigen.

Diese Antikörper können zwecks Effizienzsteigerung mit Cytotoxinen konjugiert werden.

Nach einer weiteren immunkompetenten Technik werden die iirarunkompetenten T-Zellen des Spenders, welcher durch HLA-Typisierung klar vom Empfänger unterscheidbar, also MHC-inkompatibel ist, zum T-Zell- depletierten Knochenmark des Spenders zugesetzt und in den Empfänger (Patienten) transfundiert. Nach Erlan¬ gung der patienteneigenen Immunkompetenz werden diese reifen Spender-T-Zellen in vivo durch allotypische Antikörper oder, bevorzugt, durch entsprechende Immuntoxine selettiv inaktiviert.

Es wird empfohlen, die beiden letztgenannten Techniken, d.h. die Technik mit der Transfektion von Oberflächenantigenen sowie die letztgenannte, auf allotypischen Antikörpern bzw. Immuntoxinen basierende Technik, ähnlich wie jene, beruhend auf photosensitiven Farbstoffen und auf nicht radiomarkiertem Brdür, mit den oben beschriebenen, radikaleren Verfahren, die den vorprogrammierten Zelltod der MHC-inkompatiblen Spen¬ der-T-Zellen implizieren, zu kombinieren.

Ein weiteres Verfahren basiert auf der Additivität des DNA schädigenden Wirkung von cytostatischen Substanzen und/oder Bestrahlung. Nach diesem Verfahren werden die immunkompetenten T-Zellen des Spenders zuerst mit halber (sub-lethaler) Dosis des DNA schädigenden Cytostatikums bzw. der DNA schädigenden Radiatio vorbehandelt und später in vivo nach beendeter Mission (Öberbrückung der fatalen immunsuppressiven Zwischen¬ phase vor Restaurierung der patienteneignenen Immunabwehr) mit der zweiten (lethalen) Dosis des Cytostati¬ kums bzw. der Bestrahlung inaktiviert (abgetötet). Die stark erhöhte GvL (graft-versus-leukemia)-Aktivität des so vorbehandelten Spender-Knochenmarks kann noch wesentlich intensiviert werden, wenn die zum T-Zell- prädepletierten Spender-Knochenmark "als Verstärkung" zugesetzten immunkompetenten T-Zellen des Spenders nach erfolgter selektiver Eliminierung der alloreattiven Subklone bzw. vor Erhalt der hier beschriebenen in vitro Vorbehandlung in tumorspezifischer oder -unspezifischer Weise präattiviert werden.

Anschließend sei noch die Technik mit dem neuen Typ der immunkompetenten T-Zellen, charakterisiert durch den "eingefrorenen" aktivierten funttionellen Zustand kurz skizziert. Details über diesen neuartigen Zelltyp, der einen konstitutiv aktivierten Zeilzustand ohne Zellproliferation impliziert, folgen weiter unter. Dieser neuartige T-Zelltyp betrifft die zum T-Zell-depletierten Spender-Knochenmark zuzusetzenden immunkompetenten T-Zellen des Spenders und brauchen nach der Transfusion in den Empfänger (Patienten) nicht durch einen Eingriff von außen depletiert werden, da die verhinderte, d.h. genetisch ausgeschaltete Fähig¬ keit zur Zellproliferation jegliches Gefahrenpotential eliminiert.

All diesen Techniken ist gemeinsam, daß sie (a) eine stark erhöhte GvL-Attivität ohne gleichzeitige GvH-Reattion aufweisen, (b) den Einsatz von histoinkompatiblen Knochenmark-Transplantaten ermöglichen, (c) die Option einer zusätzlichen tumorspezifischen und/oder -unspezifischen Präattivierung der, um T-depletier- ten Knochenmark zugesetzten immunkompetenten Spender-T-Zellen offen lassen und (d) auch die HvG (host-ver- suc-graft), nicht nur die GvH-Reattion stark herabzusetzen und hierdurch die unliebsamen Nebenwirkungen einer intensivierten chemo- oder radiotherapeutischen Behandlung zwecks Inattivierung der HvG (graft failure) induzierenden immunkompetenten T- (und NK)-Zellen minimieren. Diese Tatsache könnten die künftig anzustrebende Knochenmark-Transplantation nicht nur bei Leukämie und Lymphomen, sondern auch bei soliden Tumoren wesentlich erleichtern. Bei soliden Tumoren könnte die Knochenmark-Transplantation allerdings durch den stark vereinfachten Austausch der Patienten (Empfänger) T-Zellen mit den T-Lymphozyten des Spenders ersetzt werden. Dies kann durch eine in vivo Depletierung der Patienten-T-Zellen mittels spezifischer mono- klonaler Antikörper bzw. entsprechender Immuntoxine und Transfusion von gesunden Spender-T-Zellen erfolgen, wobei bei Histoinkompatibilität die oben beschriebenen Techniken der Spenderzell-Vorbehandlung heranzuziehen sind.

Ein weiteres Therapiemodell sieht vor, die Überbrückung der fatalen immunsuppressiven Phase nach Entfernung des Primärtumors bzw. nach der Knochenmark-Transplantation durch autologe oder allogene LAK-Zel¬ len plus rIL-2 anzustreben. Da die LAK-Zellen aus ca.90. NK-Zellen und ca.10. MHC nicht restringierten CD3-positiven T-Zellen bestehen, wird empfohlen, bei allogenen LAK-Zellen in vitro die CD3-positive Subtrak¬ tion z.B. mit entsprechenden Mabs (plus Komplement) oder Immuntoxinen zu prädepletieren; alternativ kann die gesamte LAK-Population nach einem der oben beschriebenen Verfahren behandelt werden, um deren Zelltod vorzu¬ programmieren. Die so vorbehandelten allogenen LAK-Zellen werden zum Spender-Knochenmark vor dessen Trans¬ fusion in den Patienten zugesetzt. Ein wichtiger positiver "Nebeneffett" ist das in vivo Abtöten von HvG in¬ duzierenden Empfängerrest-T-Zellen; hierdurch könnten Nebenwirkungen radikaler (Radio) Chemotherapie verhin¬ dert werden. Dieser HvGR-hemmende Effett basiert auf der Eigenschaft von NK- und LAK-Zellen, schnell proli- ferierende (Blut)zellen - via das 4F2/TNK Tar-Antigen - zu erkennen und zu inattivieren; aus diesem Grund wird ihnen auch eine Hämatopoese-kontrollierende Rolle zugeschrieben. Gewisse Selektivität für die HvGR ver¬ ursachende Subpopulation ergibt sich durch deren selektive Proliferation im ansonsten immunsupprimierten Empfänger.

Eine weitere wichtige Verbesserung ist von der Plasapherese des Empfängerblutes im Rahmen der autologen oder allogenen Knochenmark-Transplantation zu erwarten. Die Entfernung von immunsuppressiven Fak¬ toren, die primär in der Klasse der Immunkomplexe, der solubilisierten Cytokin- und Wachstumsfaktor-Rezepto¬ ren sowie der Prostaglandine zu suchen sind, wird bei den konventionellen Knochenmark-Transplantationen zu wenig berücksichtigt. Eine weitere Verbesserung könnte sich durch den Zusatz von Fibroblasten zum Spender- Knochenmark ergeben. Die Situation unmittelbar nach der Knochenmark-Transplantation hat gemeinsame Elemente mit der Situation der Immunozyten beim Li iting-Dilution-Test, bei dem zugesetzte Fibroblasten durch Sekre¬ tion von Wachstumsfattoren das Überleben und Wachstum von immunkompetenten Zellen ermöglichen. Die neueren therapeutischen Ansätze zur Verkürzung der Immuninkompetenz des Tumorpatienten (Knochenmark-Empfängers) mit

Cytokinen (G-CSF, GM-CSF) gehen zwar in diese Richtung, man muß allerdings davon ausgehen, daß die zum Spen¬ der-Knochenmark zugesetzten Fibroblasten ein breiteres Spektrum an Wachstumsfattoren sezemieren.

Ein weiterer Verbesserungsvorschlag betrifft den Zusatz von Spender-Makrophagen zum Spender- Knochenmark; hierdurch soll die Kooperation der akzessorischen Zellen (APC) mit T-Zellen in der kritischen Zeit unmittelbar nach der Transplantation garantiert werden. Von Vorteil wäre auch eine temporäre Maskierung von Empfänger-Makrophagen (wegen der anwesenden Suppressor-Monozyten).

Ein weiterer Punkt betrifft die erfindungsgemäße Empfehlung einer selektiven in vivo Depletierung (z.B. durch spezifische Mabs oder Immuntoxine) der Empfänger-Monozyten/Makrophagen und/oder eine Anreiche¬ rung des Spender-Knochenmarks mit Spender-Makrophagen.

Abschließend soll noch ein wichtiger weiterer Punkt Erwähnung finden: entsprechend den neuesten Erkenntnissen ist die Anwendung der neutralisierenden Mabs, gerichtet gegen alle Cytokine (Monokine und Lym- phokine), welche die gegenseitige Attivierung ("Aufschaukelung") von Makrophagen, T4-Zellen und NK-Zellen in der kritischen Phase der GvH- und der HvG-Reattion ermöglichen, vorteilhaft. So kann man z.B. mit der Neu¬ tralisation von TNFalpha und/oder IL-1 und/oder IL-6 und/oder gamalFN nach der allogenen Knochenmark- aber auch nach der Organtransplantation die klonale Expansion von alloreattiven Subpopulationen verhindern.

Es soll ein neuartiger Zelltyp beschrieben werden, der durch den "eingefrorenen", d.h. konstitutiv aktivierten funttionellen Status und gleichzeitig durch eine permanente Abschaltung der Zellproliferation charakterisiert ist. Dieser konstitutiv aktivierte Status ist mit der Zeil-Arretierung in der Gl- oder G2- Phase sowie mit einem permanent erhöhten Spiegel an intrazellularem Calcium (Ca^) assoziiert. Im Falle der ex vivo generierten LAK (lymphokine-activated-killer) und TIL (tumor infiltrating lymphocytes) Zellen könnte mit entsprechender Zellumwandlung das Problem der schnellen Attivitätsabnahme in vivo gelöst werden. Diese Inattivierung von LAK- und TIL-Zellen geht auf die Lipocortin/Lipomodulin-Induktion durch plasmatische Corticosteroide (Cortisol) zurück und kann grundsätzlich auf zwei Wegen behoben werden:

(1) durch die konstitutive, proliferationsfreie Attivierung von LAK- und TIL-Zellen und

(2) durch die Transfektion von LAK- und TIL-Zellen mit den Cortisol spaltenden Enzymen, der 20 alpha-Hydroxysteroid-Dehydrogenase und der ß-Glucoronidase, genauer gesagt, mit der, diese Enzyme codieren¬ den cDNA.

Die T-Zell-Attivierung (a) durch verschiedene Cytokine wie IL-2, IL-3 und CSF-1/M-CSF sowie (b) durch (prozessiertes) Antigen läuft über den gleichen Weg, nämlich über die Attivierung der PI (Phosphoinositol) abhängigen PLC (Phospholipase C) und resultiert u. a. im Anstieg des intrazellulären Ca + -Spiegels.

Der konstitutiv erhöhte Caj 2+ -Spiegel in den Zellcyclus arretierten Zellen (Gegenstand der vorlie¬ genden Anmeldung) eröffnet einen nueartigen Weg der Zellaktivierung. Ein besonderer Vorteil ist die Zellak¬ tivierung und Aufrechterhaltung dieses aktivierten Zustandes auch bei Abwesenheit des spezifischen Signals, wie z.B. des (prozessierten) Antigens im Falle der Helfer-T-Zellen. Anders ausgedrückt, der konstitutiv erhöhte Ca^ 2+ -Spiegel in den Zellcyclus arretierten Zellen verleiht denselben die genetisch vordeterminierte (hochspezialisierte) Funktion, z.B. die Produktion von spezifischen Antikörpern oder die CTL- bzw. ADCC- Attivität.

Ein weiterer Vorteil ist die innere Stabilität, d.h. die Resistenz gegenüber der spezifischen oder unspezifischen Suppression durch Suppressorfattoren, wie Prostaglandine (z.B. PGE1/E2) oder Corticosteroide, ohne die Gefahr einer unkontrollierten Zellproliferation (wegen der Zellcyclus-Arretierung).

Die permanente (konstitutive) Zellattivierung ohne Gefahr der unkontrollierten Zellproliferation läßt sich erfindungsgemäß nach zwei verschiedenen Prinzipien realisieren: (a) durch Hybridisierung der Zel¬ len mit gewünschter Funktion, z.B. Plasmazellen, CTL/Tc, T4/T fi usw. mit immortalisierten Zellen (autologen Tumorzellen des Patienten oder transformierten Zellen anderer Herkunft) und nachfolgender Behandlung der entstandenen Hybridomazellen mit den Zelltod vorprogrammierenden Techniken, wie oben im Teil A beschrieben und (b) durch doppelte Transfektion der Zellen mit gewünschter Funktion (B, T4, T8) mit der Sense-cDNA, kodierend für die konstitutive Zellattivierung plus Antisense-cDNA, kodierend für die Abschaltung der Zell¬ proliferation.

Ad(a): Gemäß einer Variante dieser Technik erfolgt die den Zelltod programmierende Behandlung nicht erst an Hybridomazellen, sondern bereits an den bei der Hybridisierung eingesetzten immortalisierten Partnerzellen.

Die allogene Abstoßungsreattion beim Einsatz von nicht autologen immortalisierten Zellen muß erfin¬ dungsgemäß (a) durch wiederholte Inkubation in Anwesenheit des alloantigen-spezifischen Antikörpers, oder (b) durch Transfektion der Zellen mit der histospezifischen Antisense-cDNA verhindert werden.

Als immortalisierte Hybridisierungs-Partnerzellen sind solche zu wählen, die durch autokrine oder parakrine Mechanismen einen erhöhten intrazellulären Caj 2+ -Spiegel aufrechterhalten. Zur Hybridisierung geeignet sind auch transformierte Zellen, die durch konstitutive, ligandabhängige Aktivität der Tyrosin- oder Serin/Threonin-Kinasen oder aber durch Förderung der PI-Dmwandlung zu PIP2 den aktivierten Zustand der Zelle - unabhängig von äußeren Signalen - aufrechterhalten.

Ad(b): Die doppelte Transfektion der Zielzellen mit gewünschter Funktion (B, T4, T8...) (bl) mit Sense-cDNA, kodierend für die konstitutive Expression von zellattivierenden Signalen plus (b2) mit der Anti¬ sense-cDNA, kodierend für die Abschaltung der Zellproliferation, ermöglicht eine permanent "eingeschaltete", nicht proliferierende Zelle, die zudem keine spezifischen Signale (z.B. prozessiertes Antigen) zu ihrer Attivierung benötigt.

Die Anwendungsgebiete dieser doppelt transfizierten sowie der oben beschriebenen speziell vorbehan¬ delten Hybridomazellen sind enorm. Als Beispiel sei (1) die bei H. Alzheimer bzw. M. Parkinson zu praktizie¬ rende intrakraniale Injektion von NGF (nerve-growth-factor) und/oder DOPA sezernierenden langlebigen, durch plasmatische Suppressorfattoren nicht abschaltbaren Zellkonstrutte (z.B. auf der Basis von transfizierten Fibroblasten), ferner (2) die in vivo Cytokine und Wachstumsfattoren produzierenden Zellkonstrutte, welche nach hochdosierter (Radio)Chemotherapie und Knochenmark-Transplantation den Immunapparat des Patienten un¬ terstützen, sowie (3) Zellkonstrutte auf der Basis von tumorspezifischen Plasmazellen, die in situ gegen Tumorzellen gerichtete Antikörper produzieren und hiermit weitgehend die Induktion von neutralisierenden Immunglobulinen gegen diese Antituor-Habs verhindern.

Als Zellattivierungssignale kodierende Sense-cDNA eignet sich (1) die cDNA für verschiedene Cyto- kine/Lymphokine bzw. (häatologische) Wachstumsfattoren und/oder deren Rezeptoren, ferner (2) die cDNA für

PLC und PLA2, weiterhin (3) die cDNA für verschiedene cytoplasmatische Serin/Threoninkinase und letztlich (4) die cDNA für verschiedene Proteinkinasen des Typs C-Kinase, Ca/Calmodulinkinase, Caseinkinase II und G- Kinase. Als Zellproliferation verhindernde Antisense-cDNA eignet sich die Antisense-cDNA von allen, die Zellproliferation auslösenden Faktoren. Beispiele sind (a) Cyclin A, Cyclin Bl, c-ras, c-raf, PSTAIRE, MPF, p34 cdc2 , pl3, (b) DNA-Transkriptionsfattoren wie AP-l(AP-I) und AP-2(AP-II) sowie (c) DNA-Polymerase-alpha, PCNA und (Protein-)Elongation-Fattor (elF-2/elF-2p).

PSTAIRE stellt die cdc2-Subregion (Aminosäuren 42 bis 56) dar und gehört, wie p34 cdc2 zur Familie der zellzyklusspezifischen Protoeinkinasen. PCNA (proliferating cell nuclear antigen) ist eine 36kD Intranu- klear-Polypeptid und Bestandteil der Polymerase-delta; KPF steht für Mitose- bzw. M-Phase-Promoting-Factor.

Alternativ zu diesen Antisense-cDNAs können Sense-cDNAs, kodierend Suppressor-Onkogene, wie pl05RB (Retinoblastoa-Genprodutt) und p53, zur Ausschaltung der unkontrollierten Zellproliferation in die Ziel¬ zelle transfiziert werden. Durch die prophylaktische Einführung von Extrakopien der p53 und/oder RB-cDNAs können somatische Zellen, incl. Leukozyten, gegenüber ümwelt-Carcinogenen resistenter gemacht werden.

Eine weitere Möglichkeit der Abschaltung unkontrollierter Zellproliferation ist die Fusion mit Wildtyp-RB bzw. Wildtyp-p53 enthaltenden nicht transformierten (Normal)zellen. Ein wichtiger Puntt ist die erfindungsgemäße Nichtexprimierung des MHC II- bzw. MHC I-Komplexes auf dem Zellkonstrutt miteis Transfek¬ tion mit MHC II- bzw. MHC I-kodierender Antisense-cDNA.

Die Antisense-cDNA kann grundsätzlich durch (a) Ribozyme, (b) durch Psoralenderivate der Antisense- Oligonukleoside bzw. -Oligonukleosidmethylphosphonate sowie (c) durch Antigen- und Antisense-Oligonukleotid- Interkalator-Konjugate ersetzt werden.

(a) Die Ribozyme, genannt auch "katalytische RNA", haben gegenüber der entsprechenden Anti¬ sense-cDNA den Vorteil der Irreversibilität, da sie die Sense-DNA spalten. Die kleinste und einfachste selbstspaltende Domäne des Ribozyms ist die "hammerhead"-Struttur, z.B. die von Uhlenbeck beschriebene Struktur I oder die von Haselhoff und Gerlach beschriebene Form IV.

(b) Die Psoralen-Derivate der Antisense-Oligonukleosidmethylphosphonate haben ebenso den Vor¬ teil der Irreversibilität, wobei die gezielte Ausschaltung der gewünschten Sense-DNA durch photoinduzierte DNA-Quervernetzung erfolgt.

(c) Bei der Technik, basierend auf Oligonukleitid-Interkalator-Konjugaten, wird die Irreversi¬ bilität der Ausschaltung gewünschter DNA-Region dadurch erzielt, daß die Antisense-cDNA oder -RNA mit chemisch (Cu 2+ -Phenanthrolin) oder photochemisch (Ellipticin) induzierbaren Interkalator-Molekülen gekoppelt wird.

Zur Immuntherapie von neoplastischen und autoimmunen Erkrankungen sowie von bakteriellen und (retroviralen) Infekten (a) durch Deblockierung des hyperattivierten Zustandes von immunkompetenten Zellen und/oder (b) durch Eliminierung bzw. Inattivierung von hyperattivierten Effektorzellen ("Mikroimmunchirur¬ gie") wird das gleiche Prinzip verwendet, wie für die Verbesserung von konventionellen Vakzinen sowie für die Verhinderung der Abstoßungsreattion bei Organtransplantationen.

(a) Deblockierung von hyper- oder persistierend aktivierten immunkompetenten Zellen. Das eigent¬ liche, bisher kaum beachtete Problem bei zahlreichen Erkrankungen wie Tumor, autoimmune Krankheiten, bak-

teriellen bzw. (retro)viralen Infekten (incl.HIV-Infekte) sowie bei CFS ("chronic fatigue syndroe") ist der hyper-, nicht hypoattivierte Zustand von immunkompetenten Zellen. Durch persistierende Attivierung einiger Subklone wird eine lokale oder systemische Suppression anderer Subklone und hiermit die fehlende Aktivier- barkeit (Hypoergie oder Anergie) für die krankheitsrelevanten Antigene (Pathogene) verursacht. Den oben erwähnten, auf ersten Blick grundunterschiedlichen Erkrankungen ist ein Element gemeinsam, nämlich eine vorausgehende, die Erkrankung mitinduzierende Phase der protrahierten Immunsuppression, die im Falle der Tumorerkrankung die immunologische Überwachung (immune surveillance) der (spontan) transformierten Körper¬ zellen beeinträchtigt und bei Autoimmunkrankheiten die Deblockierung und klonale Postexpansion von auto¬ aggressiven T- und B-Subklonen zur Folge hat.

Um die immunkompetenten Zellen wieder für krankheitsrelevante (Neo)antigensignale suszeptibel zu machen, müssen diese Zellen zuerst deblockiert oder aber inaktiviert bzw. eliminiert werden.

Diese Deblockierung gelingt erfindungsgemäß durch die Kombination der die "voltage-operated" und/oder "receptor-operated" ' Ca2+-Kanäle blockierenden Stoffe und Stoffgemische als Komponente I mit den das intrazelluläre cAMP-herabsetzenden bzw. den intrazellulären cAMP/cGMP-Quotienten erniedrigenden Stoffen und Stoffgemischen als Komponente II.

Die erfindungsgemäße Komponente I zur Blockierung von Ca2+-Kanälen kann "klassische" Ca2+-Antago- nisten (Ca2+-Kanalblocker) aller Subtypen, z.B. Phenylalkylamine, Dihydropyridine, Benzothiazepine, Pipera- zine, Quinoxaline, Quinazoline, wie Bepridil und Perhexilin, umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann gleichzeitig eine partielle Hemmung (Blockierung) von alpha- plus beta-Adrenozeptoren und/oder von H2- plus Hl-Histamin-Rezeptoren und/oder A2- plus Al-Adenosin-Rezeptoren (mit entsprechenden niedrig-dosierten Antagonisten) und/oder 5HT(Serotonin)- Rezeptoren und/oder Rezeptoren verschiedener Entzündungsmediatoren (z.B.Bradykinin, Kinin-Kaskade, Komplement-Kaskade, speziell C5a, C4a,C3a, PAF etc.) erfolgen. Beispiele für bevorzugte Kombinationen sind weiter unten angeführt. Diese bevorzugten Stoffe und Stoffemische können mit subdosierten Nitroverbindungen, z.B. Molsidomin, Ca-Öberladungsblockern, z.B. Cinnarizin, und anderen Ca-Antagonisten sowie mit BRM (Immunmodulatoren) und/oder Cytokinen kombiniert werden. Besonders interessant wegen der geringen Nebenwirkungen ist die Kombination von Molsidomin und Nicergolin (ein alpha-Blocker), mit und ohne Ca-Öberladungsblocker (z.B. Cinnarizin als Vertreter der Piperazine).

Als Komponente II wird ein Mittel zur Reduktion des cAMP/cGMP-Quotienten verwendet, das z.B. ein Mittel zur Reduktion des cAMP-Spiegels sein kann. Beispiele sind Antagonisten all jener Zellrezeptoren, die via das Gs-Protein mit der membran-assoziierten Adenylatcyclase (AC) gekoppelt sind. Verstärkt wird dieser Effekt, speziell die cAMP-Abnahme und die cGMP-Zunahme, d.h. Abfall des cAMP/cGMP-Quotienten durch gleich¬ zeitige Gabe von Agonisten aller Gp-, Gi- oder Go-Protein-gekoppelten Rezeptoren und/oder von cGMP-erhöhen- den, Cai-reduzierenden Nitroverbindungen (z.B.: Isosorbid-Hono- und Dinitrat, Glycerol-Trini- trat/Nitroglycerin, Erythrit-Tetranitrat, Pentaerythrit-Tetranitrat, Amylnitrit, Molsidomin).

Besonders geeignet sind erfindungsgemäß die Antagonisten jener Gs-gekoppelter Zellrezeptoren, deren normale, physiologische (endogene) Agonisten (Liganden) gleichzeitig an Gp-, Gi- oder Go-gekoppelte Zellre¬ zeptoren binden; durch Verdrängung dieser endogenen Liganden von deren Gs-gekoppelten Zellrezeptoren interagieren sie verstärkt mit dem korrespondierenden Gp- bzw. Gi- bzw. Go-gekoppelten Rezeptor und erzielen

gleichzeitig 2 Effekte, die cAMP-Abnahme und die cGMP-Zunahme im Cytosol der immunkompetenten Zielzelle. Beispiele solcher endogenen Agonisten sind Katecholamine (Adrenalin/ Epinephrin und Noradrenalin/ Norepi- nephrin), Histamin und Adenosin. So leiten z.B. die Antagonisten des ß-Adrenozeptors (auf Immunozyten, z.B.T-Zellen und Monozyten/ Makrophagen) die Katecholamine, primär Adrenalin, vom ß- zum alpha-Adrenozeptor um. -hnlich wird durch Antagonisten des H2-Histamin-Rezeptors der endogene Ligand Histamin vom cAMP-erhöhen- den H2-Rezeptor zum cAMP-herabsetzenden bzw. cGMP-erhöhenden HI-Rezeptor umgeleitet. Im Falle des endogenen Agonisten Adenosin bewirkt die Blockierung des A2-Subtyps des Pl-Adenosin-Rezeptors (durch A2-Rezeptor- Antagonisten) die verstärkte Interaktion von Adenosin mit dem cAMP-unterdrückenden AI-Rezeptor.

Bevorzugt ist auch die Anwendung von Stoffen und Stoffgemischen, die neben den Ca-Kanälen auch Na- Kanäle reversibel hemmen können; das Wirkungsprinzip ist die Erhöhung des Ruhepotentials von immunkompeten¬ ten Zellen, welches bei hyperattiviertem Zustand derselben herabgesetzt ist. Zu diesen Stoffen gehören einige Ca-Antagonisten, wie Cinnarizin, Flunarizin, Fendilin, Bepridil, Tiapa il und z.T. Verapail und Gallopamil. Andererseits sind subdosierte Antiarrhythmika (Klasse I bis IV) von Interesse, hierunter spe¬ ziell die Kombination von Klasse I B mit Klasse III wegen der ausgewogenen Bilanz des K-Efluxes (Klasse I B) und des K-Influxes (Klasse III) bei gleichsinniger reversibler Hemmung des Na-Kanals. unter diesen Stoffen sind auch die Adrenozeptor-Blocker Sotalol und Propranolol von besonderem Interesse. Besonders bevorzugt ist die Kombination von Cinnarizin und Propranolol.

Der Kern der Erfindung ist die Erkenntnis, daß die Herabsetzung des intrazellulären cAMP-Spiegels bzw. des cAMP/cGMP-Quotienten mit der Blockierung der "voltage-operated" und/oder "receptor-operated" Ca2+- Kanäle zu kombinieren ist. In speziellen Fällen kann daher Komponente I mit Komponente II identisch sein, wenn eine Substanz beide Wirkungen aufweist. Bei speziellen Nitroverbindungen, z.B. den Sydnonimin-Derivaten (z.B.Molsedomin), werden beide Effekte (cGMP-Anstieg, Cai-Abnahe) bereits durch ein einziges Präparat erreicht. Derartige Stoffe fallen auch unter die Definition des erfindungsgemäßen Mittels.

Wichtig ist auch die Notwendigkeit der allgemeinen Herabsetzung von unspezifischen und spezifischen Signalen, wodurch die Anergie von hyper- bzw. falsch aktivierten Effektorzellen (bei den oben aufgezählten Erkrankungen) durchbrochen und diese Effektorzellen (T-Zellen, Makrophagen/ Monozyten, NK-Zellen) für neue, krankheitsbezogene Signale wieder zugänglich werden. Diese Herabsetzung von unspezifischen ("unproduktiven" bzw. "Hintergrund"-Signalen) wird als "Herausfiltern" ("filtering out"/ "cutting off") von Signalen bezeich¬ net, erzielbar, wie erwähnt, durch sub-dosierte Antagonisten von z.B. ß- plus alpha-Adrenozeptoren.

Weitere Verbesserungen sowohl bei der neuartigen Therapie der oben genannten Erkrankungen als auch bei der Effizienz der konventionellen Vakzinen sind erfindungsgemäß durch Methylxanthine, intrazelluläres pH (pHi) korrigierende (erhöhende) Substanzen, Redoxpotential bzw. GSH/ GSSG bzw. NAD(P)H / NAD(P)+-Quotient verbessernde sowie Ionenhomöostase-, vor allem K+-Bilanz korrigierende Präparate zu erzielen.

(b) Inattivierung / Eliminierung von hyper- bzw. persistierend aktivierten immunkompetenten Zellen

Das Prinzip dieser in vivo Inattivierung bzw. Depletierung von hyperattivierten ("falsch program¬ mierten") Effektorzellen ist die sogenannte "Mikroimmunchirurgie", eine neue Technik, die in der Zukunft eine zur Gen-Therapie parallele oder mit ihr konkurrierende bzw. sie ergänzende Behandlung darstellen könnte.

Das Grundprinzip der "Mikroimmunchirurgie" ist die weitgehend selektive Inattivierung bzw. Elimi¬ nierung der Krankheit-induzierenden bzw.aufrechterhaltenden Lymphozyten-Subklonen durch die Kombination von (bl) panT- bzw. T-Subklasse-spezifischen monoklonalen Antikörpern (Mabs) bzw. der, aus denen abgeleiteten Immuntoxinen (d.h.Mab plus Cytotoxin), plus (b2) alloreattiven T-Zellen des gesunden Spenders. Durch diese erfindungsgemäße Kombination von humoraler (Mab) und zellulärer (allogene T-Zellen) Technik kann die Effi¬ zienz der Mab-vermittelten Depletion von pathogenen Immunozyten-Subklonen wesentlich erhöht werden, wie durch Tierversuche eindeutig gezeigt wurde. Sowohl bei Tumorpatienten als auch bei Patienten mit (chronischen) Infekten, incl. HIV-Infektion und bei jenen mit dem "neuen" CFS (chronic fatigue syndrome) fällt auf, daß die FACS-Analyse z.T.stark erhöhte Werte für CD8-positive (Ts) und/oder für HLA-DR (MHC II)- positive T-Zellen aufweist, die vor oder während des Krankheitsschubs noch zusätzlich steigen.

Durch Kombination von Mabs (gegen CD3- oder CD8-Antigene) plus allogenen Donor-PBM/ PBL- bzw. Donor-T-Zellen, deren Zelltod zuvor durch eine spezielle in vitro Vorbehandlung vorprogram- miert"/"vordeterminiert" werden muß, lassen sich (nach Gesetzen von MLR/MLC, CML und PLT) die erwähnten CD8- und HLA-DR-positiven pathologischen (hyperattivierten) Effektorzellen in vivo selettiv inattivieren bzw. eliminieren.

Auf diese Weise konnten in Versuchen 94-1001-ige Überlebensraten von tumortragenden Mäusen erzielt werden.

Die spezielle, in vitro Vorbehandlung der allogenen Donor-PBM/ PBL- bzw. Donor-T-Zellen (" Donor- Effettorzellen") zwecks Zelltod-Vorprogrammierung ist ein Hehrsehritt-Verfahren, bestehend aus folgenden Teilschritten:

(1) Synchronisierung der "Donor-Effettorzellen" (a) durch Zellinkubation in serumfreiem Medium, gefolgt von der Zellkultur im serumhaltigen Medium, oder (alternativ) (b) durch Zellinkubation zuerst in Abwesenheit von essentiellen Aminosäuren (z.B. Isoleucin) und dann in Anwesenheit dieser essentiellen Amino¬ säuren, oder (alternativ) (c) durch Zellinkubation in Gegenwart von synchronisierenden Cytostatika, wie Vin- christin, Hydroxyharnstoff oder Bleomycin.

(2) Behandlung der "Donor-Effettorzellen" durch (a) bifunttionell alkylierende Agenzien, d.h. die DNA-quervernetzende Substanzen (z.B. Mitomycin C) und/oder (b) durch Inhibitoren des Enzyms Ribonucleotid- Reduttase (z.B. Hydroxyharnstoff), welche die DNA - Synthese blockieren, die RNA- und Proteinsynthese jedoch nicht beeinträchtigen.

(3) Inkubation der "Donor-Effettorzellen" in Anwesenheit von Inhibitoren, der DNA-Reparasen (DNA- repair System) (z.B. Hydroxyharnstoff).

(4) Gründliches Zellauswaschen, z.B. mit PBS oder RPMI 1640

(5) Infusion der so vorbehandelten "Donor-Effettorzellen" in den Rezepienten (z.B. Tumorpatienten). Ein alternatives Verfahren sieht die Inkubation von "Donor-Effettor-Zellen" (a) mit radiomarkierten

DNA-Bausteinen ( Purin- und Pyrimidinbasen) und/oder (b) mit Radioisotop-haltigen Aminosäuren vor.

Ein weiteres alternatives Verfahren besteht in der Bestrahlung der "Donor-Effettorzellen", gefolgt von deren Inkubation in Gegenwart von Inhibitoren der DNA-Reparasen (z.B. Hydroxyharnstoff).

Im speziellen Fall von Autoimmunkrankheiten sind die Zielzellen der "vorprogrammierten" alloreatti¬ ven Donor-T-Zellen die ebenso HLA-DR (MHC II)-positiven autoaggressiven T Zellen (überwiegend T4-, z.T. T8- Zellen).

Die Prozedur besteht aus der in vivo Depletion von T-Zellen (mit anti-panT (CD3)-Mabs) bzw. deren T8- bzw. T4-Subklassen (mit anti-CD8- bzw. anti-CD4-Mabs). Bevorzuft ist es aus Kostengründen "reine" Mabs bzw.Immuntoxine durch Mab-sparende Kombination mit Cytostatika, insbesondere Cyclophosphamid zu ersetzen.

Die alloreattiven Donor-T-Zellen bzw. Donor-PBHs/PBLs (Peripherblut-Lymphozyten) eliminieren die MHC Il-positiven sowie die blast-artigen pathologischen Subklone, ohne hierbei GvHD zu induzieren, da sie (wegen des "vorprogrammierten" Zelltodes) vorzeitig absterben.

Die oben beschriebene Technik kann noch weiterhin verbessert werden, wenn nach der Einwirkung der speziell vorbehandelten Donor-T- bzw. PBMs / PBLs-Zellen auf die pathologisch aktivierten Rezipienten-Ly- phozyten (s.o.) autologe Peripherblutzellen, die zuvor ex vivo gegen die Donor-PBMs / PBLs präattiviert wor¬ den sind, in den Patienten reinfundiert werden.

Tierversuche haben gezeigt, daß die "Mikroimmunchirurgie" so effizient ist, daß (a) die Spender- Effettorzellen auch ohne Voraktivierung die Cytolyse von pathologischen Leukozyten-Subklonen des Patienten ermöglichen und (b) daß sie auch ohne vorausgegangene in vivo Ts-Depletierung (durch Subpopulation (Ts)- und/oder panT (CD3)-spezifische Mabs) wirksam sind, obwohl die Kombination des zellulären und des humoralen Angriffs nach wie vor am effizientesten ist. In allen Versuchen zeigt sich aber, daß die in vivo eingesetz¬ ten Mabs durch Effektorzellen mit vorprogrammiertem Zelltod eine enorme Wirkungsteigerung erfahren; dies gilt erfindungsgemäß sowohl für den oben beschriebenen Einsatz einer Kombination dieser speziell vorbehan¬ delten Effektorzellen mit verschiedenen Mabs bei Tumorpatienten, als auch für die bereits klinisch einge¬ setzten Mabs bei der Organtransplantation (anti CD3-Mabs) und bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen (anti CD4-Mabs).

Eine weitere Möglichkeit (a) der Überbrückung der kritischen immuninkompetenten Phase z.B. nach der Exzision des Primärtumors oder nach der Knochenmarttransplantation, und (b) der Verhinderung von GvHR (bei gleichzeitig bestehender GvLR) besteht erfindungsgemäß im folgenden Verfahren:

(a) Die Patienten, z.B. jene mit soliden Tumoren, werden zuerst mit anti CD3-Mab (bzw. mit entspre¬ chendem Immuntoxin) oder mit der Mab-einsparenden Kombination von Cytostatikum (z.B. Cyclophosphamid) plus Mab "konditioniert".

(b) Anschließend wird in vivo die CD8: HLA-DR/DQ- doppelpositive Suppressorfrattion mit Hilfe der "-Üttoimunchirurgie" eliminiert, und

(c) durch patienteneigene (autologe) T-Zellen bzw. PBMs/PBLs werden die Spender-Effettorzellen in vivo depletiert, wobei das Verhältnis zwischen den autologen T-Zellen bzw.PBMs/PBLs (Puntt (c)) einerseits und zwischen den entsprechenden Leukozyten-Subpopulationen des gesunden Spenders (Puntt (b)) 3 : 1 bis 10 :1 betragen muß. In diesem Falle kann die Zelltod-Programmierung u.U. entfallen.

Sowohl die Spender-Effettorzellen (Puntt (b)) als auch die autologen Effektorzellen (Punkt (c)) können, üßen aber nicht allopräattiviert werden. Besonders bevorzugt ist es, elterliche PBMs/PBLs als Spen¬ der-Effettorzellen einzusetzen.

Durch die Präsensibilisierung der alloreaktiven Effektorzellen des Spenders gegen die Empfänger- Lpphozyten kann ein weiterer Vorteil erzielt werden: Die so vorsensibilisierten Spender-Effettorzellen sind blastogen prätransformiert und können, ähnlich wie die Effektorzellen des sekundären MLC-Ansatzes und jene des PLT (pried lpphocyte typing)-Ansatzes, ein bis zwei Tage eher als die nicht-vorsensibilisierten Ver- gleichsklone in vivo aktiviert werden. Dieser Umstand verleiht ihnen den entscheidenden Vorteil, daß sie nach ihrer Infusion in den Patienten dessen pathologisch (hyper)aktivierten, MHC Il-positiven Subpopulatio- nen eliminieren, bevor die Gegenwehr gegen diese therapeutisch eingesetzten Donor-Effettoren aufgebaut wer¬ den kann. Aus diesem Grunde kann die Anzahl der zu transfundierenden Donor-Effettoren verringert und die Zelltod-Vorprogrammierung u.U. entfallen.

(c) Verbesserung der Organtransplantation (Nieren-, Herz/Lunge-, Leber-Allotransplantate)

Die akute Abstoßungsreattion, die oft zum Verlust des Allotransplantats führt, läßt sich erfin¬ dungsgemäß wesentlich verbessern, wenn die klassischen Verfahren, basierend (a) auf einer generalisierten, nebenwirkungsreichen Immunsuppresseion (Azathioprin, Prednison, (Hethyl)prednisolon, Cyclosporin A) und/oder (b) auf der in vivo T-Zell-Depletion durch anti-CD3-Mabs oder ALG oder ATG, durch die "Mikroimmunchirurgie" bzw. durch die Zelltod-vorprogrammierten Effektorzellen entweder ergänzt oder z.T. ersetzt werden.

(d) Verbesserung der konventionellen Impfstoffe

Das gleiche Prinzip und die gleichen Techniken (Deblockierung und/oder Inattivierung/ Eliminierung von hyperattivierten Effektorzellen) können zur Verbesserung von konventionellen antibatteriellen und anti(retro)viralen Vakzinen, incl. die Anti-HIV-Vakzinen, angewendet werden; die Zielzellen sind hier die CD8 : MHC II-doppelpositiven Suppressor-Effettorzellen. Das Prinzip ist die Erhöhung der absoluten Anzahl von blastogen-prätransforierten, pathogen-spezifischen Th (Helfer-T-Zellen), von Tc/CTL (cytotoxischen T- Zellen) und/oder B (Plasma)-Zellen durch (a) Deblockierung und/oder (b) durch Inattivierung/ Eliminierung von pathogen-spezifischen Ts (Suppressor-T-Zellen). Diese Ts blockieren frühzeitig eine im Prozeß der Vakzi¬ nation angelaufene Generierung von pathogen-spezifischen Th-, Tc/ CTL- und B-Gedächtniszellen. Durch (a) Deblockierung und/oder (b) Inattivierung/Eliminierung der CD8 : HLA- DR/DQ- doppelpositiven Ts-Zellen wird die klonale Expansion von "positiven" Gedächtniszellen (Th,Tc,B) stark erhöht und hierdurch der Infettions- schutz der "klassischen" Vakzinen signifikant verbessert.

(a) Die Deblockierung der Ts-Zellen erfolgt mit der erfindungsgemäßen Kombination aus den Komponen¬ ten I und II.

(b) Die Inattivierung/ Eliminierung der CD8 : HLA-DR/DQ-doppelpositiven Ts-Zellen erfolgt durch alloreattive, zelltod-vorprogrammierte Effektorzellen, wie in der vorliegenden Anmeldung beschrieben (s.o.).

(c) Ein weiteres Verfahren zur Verbesserung des, bei der Vakzination induzierten, pathogen-spezifi¬ schen "immunologischen Gedächtnisses" ist die Eliminierung der pathogen-spezifischen Ts-Zellen durch Behand¬ lung des Impflings mit Subset (CD8/Ts)- und/oder panT (CD3)-spezifischen Mabs bzw. entsprechenden Immun¬ toxinen.

(d) Eine weitere Möglichkeit, die Anzahl der pathogen-spezifischen Th-, Tc- und B-Zellen zu erhö¬ hen, ist die Verzögerung der Antikörperbildung durch Mabs (und durch Immuntoxine), gerichtet gegen (dl) B- Zellen, (d2) Th(T4)-Zellen, (d3) B- plus Th(T4)-Zellen, (d4) Monozyten/Makrophagen ("Suppressor-Monozy-

ten"),und/oder (d5) B- Zellen plus Suppressor-Monozyten. Auch hier können "reine" Mabs durch das Mab-ein- sparende Gemisch aus Cytostatika (z.B. Cyclophosphamid) plus Mab ersetzt werden.

(e) Unterstützung und partieller Ersatz von Glucocorticoiden (e.g.Cortison) durch niedrig dosierte Antagonisten der Gi (Gp, Go)-gekoppelten Rezeptoren und/oder durch niedrig dosierte Agonisten der Gs-gekop¬ pelten Rezeptoren.

Die durch starke Nebenwirkungen gekennzeichneten Glucocorticoide können erfindungsgemäß durch sub- dosierte Blocker der Gi-, Gp- bzw. Go-gekoppelten Rezeptoren und/oder durch niedrig dosierte Liganden der Gs-gekoppelten Rezeptoren unterstützt oder partiell ersetzt werden. Zusätzlich kann der Effett dieser Stoffe und Stoffgemische durch eine Kombination mit subdosierten Ca-Antagonisten verstärkt werden.

Die Indikation dieser neuartigen Kombinationspräparate entspricht jener der "klassischen" Gluco¬ corticoide (Corticosteroide). Besonders geeignet sind wieder die Antagonisten jener Gi (Gp, Go)-gekoppelten Rezeptoren, die sich den endogenen Liganden mit einem Gs-gekoppelten Rezeptor teilen (Beispiele: Katechol¬ amine, Histamin, Adenosin). Mit derartigen Kombinationspräparaten lassen sich auch andere, klinisch (z.B. bei der Organtransplantation) eingesetzte Immunsuppressiva (Cyclosporin A, FK 506, Rapamycin, Azathyoprin, Cyclophosphamid, etc.) unterstützen bzw. partiell ersetzen.

Durch ausgewogene Kombination der einzelnen subdosierten Agonisten und Antagonisten, z.B. durch gleichzeitige partielle (reversible) Hemmung von alpha- und beta-Adrenozeptoren kann eine nebenwirkungsarme Applikation erzielt werden.

Heil der hyperattivierte Zustand von Effektorzellen (T-Zellen, Monozyten/Makrophagen, etc.) ein wichtiges Element in der Pathogenese (a) des Tumors (b) der Autoimmunkrankheiten (c) der arterioskleroti- schen Gefäßveränderungen (d) der Infektionskrankheiten (inkl. HIV-Infektionen) ist, gelten die unter Punkt (a) ("Deblockierung von hyper- oder persistierend aktivierten immunkompetenten Zellen") und unter Puntt (b) (" Inattivierung /Eliminierung von hyper- bzw. persisitieren aktivierten immunkompetenten Zellen ") beschriebenen Verfahren erfindungsgemäß für alle diese Erkrankungen.

Herabsetzung der Hintergrund-Signale, d.h. "Herausfiltern" von unspezifischen (unproduktiven) transmembranalen Signalen, um die Suszeptibilität der immunkompetenten Zellen für spezifische, immunrele¬ vante Signale zu erhöhen bzw.zu ermöglichen

1. Kombination von subdosierten ß- (ßl- plus ß2-) und subdosierten alpha- (alphal- plus alpha2-) Adrenozeptor-Blockern (Antagonisten) (Zielsetzung: Verhinderung des hypo- bzw. des anergen Zustandes von hyperaktivierten immunkompetenten Zellen durch Herabsetzung des Pegels von nichtspezifischen Hintergrund¬ signalen)

1.1. Kombination von Präparaten auf der Pindolol-Basis (z.B. Durapindol / -15/-retard (26.039), oder Pinbetol/forte (26.067) ) plus Präparaten auf der Phenoxybenzamin-Basis (z.B. Dibenzyran 1/5 /10 (81.091)). Pindolol ist ein ßl- plus ß2-Sympatholytikum, Phenoxybenzamin dagegen ein alpha 1- plus alpha 2- Blocker. Empfohlene Dosierung: lx 15 mg/d oder 3 x 5mg/ d Durapindol plus 1 x 5mg/d bzw.2 - 3 x lmg/d Dibenzyran

2. Kombination von subdosierten ß- (ßl- plus B2-) Adrenozeptor-Blockern mit subdosierten alphal- Rezeptor-Antagonisten, die zusätzlich den Hl-Histamin- und den 5HT (Serotonin)-Rezeptor blockieren (Zielsetzung: wie unter Punkt 1)

2.1. Kombination von Präparaten auf der Pindolol-Basis (z.B.Durapindol/-15/-retard (26.039), oder Pinbetol/forte (26.067) ) plus Präparaten auf der Indoramin . HCl- Basis (z.B. Wydora/50 (16.039) ). Indoramin . HCl ist ein Antagonist des alphal-Adrenozeptors, des Hl-Histaminrezeptors sowie des 5HT (Serotonin)- Rezeptors. Empfohlene Dosierung: Durapindol (s.o.); Indoramin 1 x 25mg/d

3. Kombination von subdosierten ß- (ßl- plus B2-) Adrenozeptor-Antagonisten mit subdosierten alpha -(alphal- oder alpha2-)Rezeptor-Blockern (Zielsetzung: wie unter Punkt 1 und 2)

3.1. Kombination von Präparaten auf der Basis von 3.1.1. Alprenolol . HCl (z.B. Aptin (26.002)), 3.1.2. Bupranolol . HCl (z.B.Betadrenol 50/-100 (26.017)), 3.1.3. Penbutololsulfat (z.B. Betapressin (26.019)), 3.1.4. Bisoprololfumarat (z.B.Concor5/10 (26.025)) oder 3.1.5. Carteolol . HCl (z.B. Endakδ/ 10 (26.046)) plus Präparaten auf der Basis von 3.1.1. Urapidil (z.B. Ebrantil 30/60/90 (16.032)), 3.1.2. Doxazosinmesilat (z.B. Cardular lmg/-2mg/-4mg (16.029) oder Diblocin lmg/-2mg/-4mg (16.030)) oder 3.1.3. Terazosin (z.B. Heitrin 1/2/5 (16.035)). Empfohlene Dosierungen: Aptin- Duriles 1 x 200mg/d; Betadrenol 1-2 x 50 mg/d; Betapressin 0,5-1 x 40mg/d; Concor 1 x 5 mg oder 1 x lOmg/d; Endak 5mg/d; Ebrantil 30mg/d; Cardular lmg/d; Diblocin lmg/d; Heitrin 0,5 - lmg/d;

4. Kombination von subdosierten H2-und Hl-Histaminrezeptor-Antagonisten (Zielsetzung : wie oben) 4.1. Kombination von Präparaten auf der Basis von Cymetidin (z.B. Sigacimet 200/-400/-800 (59.102) oder Tagamet 200/-400/-800 (59.105) oder H2-Blocker- ratiopharra 200/400/800/1000 (59.096) plus Präparaten auf der Basis von 4.1.1. Oxatomid . H20 (z.B. Barpet (07004) ), 4.1.2. Brompheniramin-Hydrogenmaleat (z.B.Dimegan(07.005)), 4.1.3. Dimetindenmaleat (z.B. Fenistil (07.006)) oder 4.1.4. Terfenadin (z.B.Hisfedin (07.009)) Empfohlene Dosierungen: Sigacimet 1 x 200mg/d; Tagamet 1 x 200mg/d; H2-Blocker- ratiophar 1 x 200mg/d; Barpet 1 x 30mg/d; Dimegan 1 x 12mg/d; Fenistil 1 x lmg/d; Hisfedin 0,5- 1 x 60mg/d

5. Kombination von subdosierten Antagonisten des A2- plus AI- Pl- purinergen (Adenosin) Rezeptors (Zielsetzung: wie oben)

5.1. Kombination von Präparaten auf der Basis von Methylxanthinen (Theophyllin) (z.B. Aerobin mite (27.102) oder Contiphyllin Retardtabletten (27.113) oder Euphyllin N Tabletten (27.125) ) plus Präparaten auf der Basis von Ipratropiubromid (z.B. Atrovent Kapseln (27.048) oder Itrop Filmtabletten (09028)). Empfohlene Dosierung: Aerobin 0,5-1 x 200mg/d; Contiphyllin Retardtabletten 0,5-1 x 300mg/d; Euphyllin N Tabletten 1 x 73mg/d; Atrovent Kapseln 0,5-1 x 200ug/d; Itrop Filmtabletten 0,5-1 x lOmg/d. Von Interesse sind auch Kombinationen mit Präparaten auf der Basis von Cromoglicinsäuredinatriumsalz und Ketotifen- hydrofumarat.

Subdosierte Antagonisten unter Punkt 1, 2, 3 und 4 können kombiniert werden. In solchem Falle ist die Dosierung auf 5-50. der unter Punkt 1,2,3 und 4 aufgeführten Dosis zu reduzieren. Die stark subdosierten Antagonisten unter Punkt 1, 2, 3 und 4 können mit konventionellen Ca-Antagonisten und/oder mit subdosierten Agonisten von Gp- und Gi-gekoppelten Rezeptoren kombiniert werden.

(I) Neoplastische Erkrankungen

(1) Die Restaurierung der Immunkompetenz nach Behandlung von Tumorpatienten mit sublethaler Bestrahlung bzw. hochdosierter Chemotherapie kann erfindungsgemäß beschleunigt werden, wenn Cytokine wie M- CSF oder GM-CSF mit (a) Antagonisten von Gs-gekoppelten Rezeptoren, (b) Agonisten von Gi (Gp/Go(-gekoppelten Rezeptoren, und/oder (c) Ca-Antagonisten kombiniert werden.

(2) Therapeutische Ansätze, basierend auf tumor-spezifischen Mabs (und entsprechenden Immuntoxi¬ nen), können erfindungsgemäß durch Kombination dieser Mabs (und Immuntoxine) mit (a) Anti-CD3- und/oder Anti-CD8-Mabs, sowie (b) mit "Mi)αoimmunchirurgie"(s.o.) wesentlich verbessert werden.

(3) Eine Abwandlung der "Mikroimmunchirurgie" sieht vor, den Tumorpatienten (a) zuerst (wie oben) mit der Kombination aus Mab-sparenden Cyclophosphamid plus Anti CD3- oder Anti CD8-Mab zu behandeln, danach (b) alloreaktive Spender-Effektorzellen(PBM/PBL bzw. T-Zellen), evtl präimmunisiert gegen den Rezipienten in den so vorbehandelten Patienten zu injizieren, (c) durch erneute Behandlung mit Cyclophosphamid plus Anti CD3- oder Anti CD8-Mab die alloreaktiven Spenderzellen zu eliminieren, und (d) mit den vor Behandlungsbeginn entnommenen autologen PBM bzw. T-Zellen die Immunkompetenz wieder herzustellen. In der vereinfachten Version kann auf den unter (c) beschriebenen Teilschritt verzichtet werden.

(4) Die Reinduktion von tumor-spezifischen Ts-Zellen kann (a) durch Mabs, gerichtet gegen unreife T-Zellen (z.B. Anti-T6-, Anti T9-, Anti T 10-Habs), (b) durch Antagonisten von Gs-gekoppelten Rezeptoren, und/oder (c) durch Agonisten von Gi-gekoppelten Rezeptoren verhindert werden.

(5) Um eine vorzeitige RES-Eliinierung von allogenen Effektorzellen bei der "Mikroimmunchirurgie" zu verhindern, wird eine gleichzeitige Gabe von Frederythrozyten bzw. von inaktivierten autologen Erythro- zyten empfohlen (temporäre "RES-Blockierung").

(6) Die Kombination von (a) Insulin bzw.Antidiabetika mit (b) Glucose bzw. Di- und Tricarbonsäuren eignet sich zur Einleitung bzw.Verstärkung des oben beschriebenen Deblockierungsprozesses von hyperaktivier¬ ten Makrophagen und T-Zellen. Statt Di- und Tricarbonsäuren sind deren Alkalisalze zu empfehlen, da sie zum Anstieg des intrazellulären pHi führen.

(7) Die Kombinatione von (a) Amilorid plus Plasa-ansäuernden Substanzen (z.B. NH4C1, Lysin, HCl, Methionin, HCl) mit (b) TNF (bzw. TNF-Induktoren, wie LPS) oder Interferon, verstärkt deren ROI-vermittelte Zielzeil-Schädigung, indem sie die Synthese der ROI-abbauenden Enzyme (z.B. SOD) hemmt.

(8) Da das Vorkommen und der negative Einfluß von hyper- bzw. persistierend aktivierten Effektor¬ zellen (Makrophagen, T-Zellen usw.) als ein gemeinsames Element bei (a) neoplastischen und (b) autoimmunen Erkrankungen, ferner bei (c) arteriosklerotischen Gefäßveränderungen (d) bakteriellen und (retro)viralen Infekten, incl. HIV und (e) Vakzinen zu registrieren sind, ist der Einsatz von Antagonisten der Gs-gekoppel¬ ten Rezeptoren sowie jener von Agonisten der Gi(Gp)-gekoppelten Rezeptoren und/oder jener von Ca-Antago- nisten/Ca-überladungsblockern in allen aufgezählten Situationen vorteilhaft.

(9) Um die Effizienz der "Mikroimmunchirurgie" weiterhin zu steigern, wird empfohlen, die Spender- Effektorzellen in vivo oder in vitro gegen den Empfänger (Patienten) zu sensibilisieren. Durch blastogene Prätransformation gewinnen die Spender-Effektorzellen neben einer gesteigerten Effizienz einen zeitlichen Vorsprung von 2-4 Tagen, der ihnen die Inaktivierung der pathologischen Subklone des Patienten noch vor dem

Aufbau einer funktionierenden Abwehr ermöglicht. Dieser Umstand erlaubt zudem, die Vorbehandlung des Empfän¬ gers (Patienten) mit Gyclophosphamid plus Mab weiterhin zu reduzieren.

(10) Die intrazelluläres cGMP erhöhenden (a)Nitroverbindungen (z.B.Glycerolnitrat, Isosorbidmono- und -dinitrat (b) Vasodilatanzien (z.B.Minoxidil, (Di)hydralazin, Na-Nitroprussid) und (c) Molsidomin können allein oder in Kombination mit BRMs, Lyphokinen, Wachstumsfaktoren, Methylxanthinen (z.B.Theophyllin), Ca- Antagonisten bzw. Ca-Überladungsblockern, Agonisten von Gi(Gp)-gekoppelten bzw. Antagonisten von Gs-gekop¬ pelten Rezeptoren und/oder pHi-erhöhenden bzw. redoxpotential-korrigierenden Substanzen eingesetzt werden.

(11) Da Vasodilatanzien (z.B.Nitroverbindungen) und Molsidomin die IP3-vermittelte Ca2+- Mobilisie¬ rung hemmen, eignen sie sich allein oder kombiniert mit Ca-Antagonisten zur schnellen Deblockierung jener hyperaktivierter Effektorzellen die wegen Signalüberschuß einen erhöhten Ca2+i-Level aufweisen. Zu empfehlen z.B. bei chronischen Entzündungen und autoimmunen Erkrankungen. Günstig ist die Kombination mit pHi-erhöhen- den und/oder redoxpotential-korrigierenden Substanzen.

(12) Besonders interessant ist die Kombination von Molsidomin plus Nicergolin (mit oder ohne Cinna¬ rizin).

(13) Bei Infekten und Entzündungen werden Kombinationspräparate von NSAID (nicht-steroidalen Anti- phlogistika) mit subdosierten (a)Antagonisten von Gs-gekoppelten Rezeptoren (b)Agonisten von Gi(Gp)-gekop- pelten Rezeptoren, und/oder (c) subdosierten Ca-Antagonisten (optimal: Ca- und Na-Kanal-hemmenden Ca-Öber- ladungsblockern,wie Cinnarizin) empfohlen.

(14) Mit gleichen Substanzklassen ließe sich auch die in vitro Generierung von LAK- und TIL-Zellen effizienter gestalten.

(15) Nach eigenen Beobachtungen spielen Suppressor-Monozyten eine ausschlaggebende negative Rolle bei der Etablierung der Immunsuppression. Darum müssen sie in vivo durch Anti-Hakrophagen-Mabs (bzw. Immun¬ toxine) depletiert und deren Sekretionsprodukte (Monokine) mit Mabs gegen TNFalpha und gegen IL-1 neutrali¬ siert werden. Mit Anti-IFNgamma muß das Makrophagen-stimmulierende gamma-Interferon neutralisiert werden. Die bei der "Mikroimmunchirurgie" aktiven Effektorzellen scheinen sowohl die hyperaktivierten T-Zellen als auch die pathologisch aktivierten Makrophagen zu inaktivieren.

(16) Zur Stimulierung der cGMP-synthetisierenden Guanylcyclase (G.C.) werden erfindungsgemäß empfohlen: (a) Nitroverbindungen ("organische Nitrate"), wie Glycerol-, Erythrit- und Isosorbid-Nitrate, (b) weitere Vasodilatanzien, wie Minoxidil, (Di)hydralazin, Na-Nitroprussid, (c) Verbindungen wie Arginin, N- Methyl-D-Aspartat (NMDA), L-Glutamat, S-Acetylthiocholin-jodid, Paraquat, D- und L-Ornithin, ferner extrem niedrige Konzentrationen von NO und CO. Die meisten wirken über die Aktivierung der NO-Synthetase (NOS).

Monokine (a) schalten wie TNF-alpha und IL-1 sowie Lymphokine wie IFNgamma von der Zellpro¬ liferation zur Zelldifferenzierung um und (b) induzieren die Sekretion von zahlreichen Cytokinen via das H202-Intermediat. Interessanterweise kann schon H202 allein in sehr niedriger Konzentration die TNF-Produk- tion induzieren. Die NO-Synthese verläuft parallel mit der ROI(H202)-Bildung und braucht in ihrem letzten Schritt (Oxydation des Hydroxylamin-Intermediates) die Mitwirkung von Compound I (Katalase : H202-Komplex). NO wird bald zu N02- und N03- weiteroxydiert.

Mit extrem niedrigen ROI-Konzentrationen (z.B. H202 oder Mg-Peroxid oder (NH4)2S204) kann erfin¬ dungsgemäß ebenso die cGMP-Synthese und mittelbar die Sekretion von Cytokinen induziert werden. Umgekehrt kann durch Hemmung der NO-Synthetase bzw. durch ROI-Scavengers und reduzierende Stoffe (z.B.N-Acetylcystein, Glutathion, Cystein, Ascorbat, Penicillamin usw.) die (Hyper(Produktion von Cytokinen gehemmt werden.

(17) Zur Wirkungssteigerung können (a) NO-Synthase-Aktivatoren (b)Agonisten von Gi(Gp)- gekoppelten Rezeptoren und/oder (c) Antagonisten von Gs-gekoppelten Rezeptoren intratumoral/intraläsional verabreicht werden.

(18) Weil die cGMP-erhöhenden Substanzen (z.B.Nitroverbindungen, Molsidomin) die Cai-Konzentration herabsetzen, wird auch die Kombination dieser Verbindungen mit Cai-und/oder pHi-erhöhenden Substanzen empfohlen. Durch feine gegenseitige Abstimmung dieser Substanzklassen läßt sich z.B. zuerst mit Nitroverbin¬ dungen die durch Hyperaktivität bedingte "Zellstarre" der immunkompetenten Zellen durchbrechen und anschlie¬ ßend (durch parallele Cai- und pHi-Erhöhung)die Biosynthese von Cytokinen und Wacstumsfaktoren induzieren.

(19) Andererseits kann die Kombination (a) von Cai- herabsetzenden Stimulatoren der NO-Synthetase (b)mit Agonisten der Gs-gekoppelten Rezeptoren bzw. mit Antagonisten der Gi(Gp)-gekoppelten Rezeptoren, und/oder (c) mit Ca-Antagonisten die Inaktivierung der pathologisch überaktiven Subklone bewirken. Dieser Effekt kann durch TNF (bzw. TNF-Induktoren, wie LPS), IFN gamma und IL-1 noch verstärkt werden.

Besonders interessant ist auch die Kombination von Ca-Überladungsblockern, z.B.Piperazine (Cinnarizin, Lidoflazin, Flunarizin) mit Ca-Agonisten (massiger Cai- und cGMP-Anstieg).

(20) Der Einsatz (a) von Agonisten der Gj(Gp)-gekoppelten Rezeptoren, (b) von Antagonisten der G g - gekoppelten Rezeptoren, und/oder (c) von NOS-stimulierenden Verbindungen ermöglicht erfinndungsgemäß die Einsparung von Cytokinen und Wachstumsfaktoren. Durch feine gegenseitige Abstimmung kann eine parallele Cai- , pHi- und cGMP-Erhöhung und hiermit eine maximale Cytokin-Produktion erzielt werden.

(21) Die Vorbehandlung ("Konditionierung") des Rezipienten, d.h. des Tumorpatienten mit Cyclophos¬ phamid plus Anti-CD3- bzw. Anti-CD8-Hab bei der "Mikroimmunchirurgie" kann durch eine Behandlung mit Cyclo¬ phosphamid plus Anti-T6 (Anti-T9-; Anti-T10-; Anti-TdT-) Mab ersetzt werden.

Zu empfehlen ist auch die Kombination von Cyclophosphamid mit dem Gemisch aus Mabs, gerichtet gegen reife T-Zellen (Anti-CD3-Mab) und gegen T-Zell-Präkursoren (z.B. Anti-T6-Mab).

(22) Eine Kombination (a) von Antagonisten der Gi(Gp)-gekoppelten Rezeptoren, (b) von Ca2+-Influx hemmenden Ca-Antagonisten, (c) von Ca2+-Mobilisierung inhibierenden Nitroverbindungen, (d) von Agonisten der Gs-gekoppelten Rezeptoren (ß-Sppathomimetika) und/oder (e) von alkalisierenden Substanzen könnte auch bei stark überschießender Immunreaktion (z.B. beim septischen oder anaphylaktischen Schock) lebensrettend sein.

Von Vorteil könnten noch K-Präparate, 02-Scavengers sowie Tolbutamid bzw. Biguanin plus Glucose sein.

(23) Die Ts-Zellen sind in die CTL/Tc-Zellen (und vice versa) umwandelbar. Kritisch scheint dabei der intrazelluläre ADP/ATP-Quotient zu sein: ein ATP-Abfall bzw.ADP-Anstieg scheint die Umwandlung von Tc zu Ts zu signalisieren. Eine Schlüsselrolle dürfte auch dem vom ADP/ATP-Quotienten abhängigen cAMP/cGMP-Ver- hältnis zuzukommen. Das bei der Reaktion :2ADP = ATP+ AMP entstehende AMP wird partiell zum membrangängigen Adenosin dephosphoryliert, welches via A2-purinerge Rezeptoren deb intrazellulären cAMP-Level erhöht. Ein

ADP/ATP-Abfall (in verschiedenen Streßsituationen, wie 02-Mangel, körperliche Arbeit, Kälte, Hitze, psychi¬ scher Streß) ist regelmäßig vom Katecholamin (Adrenalin)-Anstieg begleitet? Adrenalin steuert ebenfalls zum intrazellulären cAMP-Anstieg bei. Um den ADP/ATP-Quotienten zu erhöhen, wird erfindungsgemäß der Einsatz folgender Substanzen empfohlen: (a) 02 bzw. 02-Träger (b) Glucose, Di- und Tricarbonsäuren (als Alkali¬ salze), zusammen mit Antidiabetika (Tolbutamid, Biguanin etc.), (c) Ribose, und/oder (d) Glutamin, Glycin u.a. ATP-Präkursoren.

Der Adenosin- bzw. Adrenalin-induzierte cAMP-Anstieg kann mit entsprechenden Rezeptorenblockern gehemmt werden.

(24) Die Reinduktion der Toleranz gegenüber Tumorzellen nach der Entfernung des Primärtumors durch (a) Chirurgie (b) Chemotherapie und/oder (c) Radiotherapie kann durch Antagonisten der Gs-gekoppelten Rezep¬ toren und durch Liganden der Gi(Gp)-gekoppelten Rezeptoren gehemmt werden.. Im Falle der ß-Blocker, der H2- Antihistaminika und A2-purinergen Blocker werden die Liganden vom Gs- zum Gi(Gp)-gekoppelten Rezeptor umge¬ leitet.

(25) Die Therapie von (a) Lpphomen und (b) Leukämien bei denen die entartete Zelle der T-Zellinie entspringt, kann analog zur "Mikroim--unchirurgie"von soliden Tumoren durch geführt werden, wobei auch hier die sublethale Ganzkörperbestrahlung bzw.hochdosierte Chemotherapie des Patienten durch T-Zell-Depletion (mittels Hab-einsparendem Cyclophosphamid plus Anti-CD3-Hab) ersetzt wird. Die bei dieser milderen Form der Patientenkonditionierung nicht miterfaßten transformierten T-Zellen werden durch allogene Spender-Effek¬ torzelen erkannt und eliminiert. Die reifen (post-thymus) malignen Zellen sind in der Regel MHC II-positiv; die unreifen (prä-thymus)Zellen können an blast-spezifischen Strukturen erkannt und depletiert werden.

(26) Eine Version der autologen Knochenmark-Transplantation bei Blutzelltumoren und bei soliden Tumoren (z.B.Lungentumoren) sieht die in vitro Behandlung des autologen Knochenmarks mit allogenen Effektor¬ zellen vor, deren Zelltod- wie oben beschrieben- vorprogrammiert worden ist. Diese Ts-Depletion auf zellulä¬ rer Ebene kann mit jener auf humoraler Ebene, d.h. it Anti-CD8-Mabs und/oder mit der Depletion der kontami¬ nierenden Jumorzellen ("purging") kombiniert werden.

(27) Eine weitere elegante Technik zur Deblockierung von hyperaktivierten Effektorzellen und deren Reaktivierung ist die erfindungsgemäße kurzzeitige Öffnung der spannungsabhängigen Ca-Kanäle mittels (a) hochfrequentem Strom bzw. (b) Magnetfeld-Induktion. Die HF-Ströme müssen deutlich unter jenen, die bei Elek- troporation oder Elektrofusion (nach Zimmermann) verwendet werden. Der deblockierte bzw.reaktivierte Zeilzu¬ stand kann mit Ca-Antagonisten "eingefroren" werden.

(28) Die Effizienz der "Mikroimmunchirurgie" kann durch Kombination mit G s - und Gj(G p )-beeinflußen¬ den Substanzen noch weiterhin gesteigert werden.

(29) Die enttäuschende Effizienz von (a)LAK- und (b) TIL-Zellen in vivo wird mit deren Hemmung durch Plasma-Cortisol erklärt. Deshalb wird erfindungsgemäß empfohlen, (a) durch Adrenostatika (z.B.Metopiron) die 11-ß-Hydroxylierung von Glucocorticoiden während der LAK- bzw.TIL-Infusion zu hemmen, oder (b) durch Beimischung von LAK-bzw. TIL-Zellen, die in vitro mit der cDNA für die Cortison-spaltenden Enzpe 20alphaflydroxysteroid-dehydrogenase (20alphaSDH) bzw.ß-Glucoronidase prä-transfiziert worden sind, die Plasma-Glucocorticoide zu inaktivieren.

(30) Um die Effizienz der "Mikroimmunchirurgie" weiterhin zu steigern, empfiehlt sich, den Empfän¬ ger vor der Therapie (a) mit BRMs oder (b) mit Lpphokinen (z.B. IFN gamma oder IL-4) zu behandeln, um die Zielzellen, d.h. pathologische Subklone noch verwundbarer zu machen.

(31) Das nun standardisierte Verfahren der "Mikroimmunchirurgie" besteht aus folgenden Teilschrit¬ ten: (a) gepoolte PBMs/PBLs oder T-Zellen (vom Spender A,B,C), deren pathogenspezifische Subklone durch eine klonale Postexpansion in vitro, z.B.mit Lektinen, zahlenmäßig noch verstärkt werden können, erhalten (b) eine "Zelltod-Vorprogrammierung" und werden (c) eingefroren im Medium (z.B.RPMI 1640) mit Zusatz spezieller Kryoprotektanten (z.B.auf der PEG- und/oder PVP-Basis),die - anders als konventionelle Kryoprotektanten auf der (alleinigen)DMS0-Basis- nicht nur die Erhaltung der Zellaktivität, sondern auch das präaktivierten Zeil¬ zustand garantieren.

(d) Beim Patienten, z.B.Tumorkranken oder Patienten mit Autoimmunkrankheit, wird statt der extrem belastenden sublethalen Bestrahlung bzw. hochdosierten Chemotherapie nur die wenig belastende (Grippeähnliche Nebenwirkungen) Eliminierung der T-Zellen (enthaltend die pathologischen Subklone) durchge¬ führt.

Im Prinzip geht es bei der "Mikroimmunchirurgie" um den Austausch des kranken Patienten-T-Sets mit dem gesunden Donor-T-Set. Die T-Zell-Depletion wird durch spezifische Mabs (bzw.Immuntoxine) oder mittels Mabs plus Mab-einsparender Cytostatika erzielt.

(32) Eine Abwandlung der "Mikroimmunchirurgie" sieht vor, temporär die unreifen T- und B-Zell-Prä- kursoren beim Spender (in vitro) und beim Rezipienten (Patienten) mit spezifischen Mabs bzw. Mabs plus Cyclophosphamid zu eliminieren, mit reifen Spender-Effektorzellen die pathologischen Subklone des Patienten zu eradizieren und erst danach die Präkursoren mit autologem oder allogenen Knochenmark (T-depletiert) zu substituieren.Der Vorteil ist der frühe Ausschluß von Inducer- und Transducer-Suppressor-T-Zellen.

Zur Unterstützung der Effektorzellen können auch allogene LAK-Zellen eingesetzt werden, die entwe¬ der zur Vorprogramierung des Zelltodes nach dem oben beschriebenen Verfahren vorbehandelt oder aber durch Behandlung mit Anti-CD3-Mabs von dem ca.lO-igen Anteil an T-Zellen befreit werden. In gewissen Situationen können so vorbehandelte allogene LAK-Zellen allein zur Eliminierung der pathologischen Subklone eingesetzt werden.

(33) Da immunkompetente Zellen, z.B.Makrophagen, über eine Reihe weiterer, nicht "immunologischer" Rezeptoren (z.B.für Insulin, Glucagon, Parathormon usw.) verfügen, die bisher weitgehends ignoriert wurden, obwohl sie wesentlich zur Aktivität von immunkompetenten Zellen beitragen, wird von der Erfindung auch die therapeutische Beeinflußung dieser Rezeptoren durch entsprechende Agonisten und Antagonisten umfaßt.

(34) Da die Erstinduktion der Toleranz über die Inducer- und Transducer-Suppressorzellen läuft, die beide CD4-positiv sind, wird erfindungsgemäß zur Verhinderung der Toleranz gegen Neoantigene generell der Einsatz von Anti-CD4-Mabs (bzw.Immuntoxinen) empfohlen.

Eine etablierte Toleranz wird dagegen durch reife, CD8-positive Ts-Zellen aufrechterhalten; auch zur Reinduktion der Toleranz gegen das gleiche Antigen ist die Hitwirkung von reifen, CD8-positiven Ts- Zellen notwendig. In beiden Fällen werden zur Toleranz-Verhinderung erfindungsgemäß Anti-CD8-Mabs empfohlen.

Da jedoch bei der Reinduktion der Toleranz auch die unreifen, CD4-positiven Inducer- bzw. Trans- ducer-Ts-Zellen beteiligt sind, kann hier, ähnlich wie bei der Erstinduktion der Toleranz, der Anti-CD4-Mab (allein oder kombiniert mit Anti- CD8-Mab) die Toleranzentstehung verhindern.

(35) Weil der IL-2 (Tac) Rezeptor (=CD25) nur auf (hyper)aktivierten Makrophagen/Monozyten und auf aktiven T-Zellen vorkommt, kann die gleichzeitige Depletion beider, pathologisch (hyper)aktivierter Subpo- pulationen erfindungsgemäß mit Anti-CD25-Mabs (bzw.Immuntoxinen) erzielt werden. Dieses Verfahren kann zur weiteren Verbesserung der "Mikroimmunchirurgie" eingesetzt werden (Anwendungsgebiete z.B.: Knochenmark- und Organtransplantation).

(36) Weil die Fibroblasten die immunsuppresive "tissue repair"/"wound healing"-Funktion der Makro¬ phagen unterstützen und z.B. die PGE2-Sekretion verstärken, wird empfohlen, deren Aktivierung durch Abbin¬ dung von spezifischen Wachstumsfaktoren zu verhindern. Dies kann z.B. durch Antikörper gegen PDGF, bFGF, FAF, FGTß, PF4 und LTB$ erzielt werden.

(37) Da pathologische Prozesse wie z.B. GvHR, Autoreaktivität oder Sarcoidose auf ein gegenseitiges Aufschaukeln von T4-Zellen und Monozyten/Makrophagen zurückgehen, wird empfohlen, diese Aktivierungskette durch Antikörper gegen IL-1, TNFalpha und/oder gegen IFNgamma zu unterbrechen.

(38) Auch bei Knochenmark-Transplantationen werden GvH- und HvG-Reaktionen erfindungsgemäß durch Neutralisierung eines oder mehrerer Cytokin-Glieder in der gegenseitigen Aktivierungskaskade unter Kontrolle gebracht. Am meisten zu empfehlen ist die Anwendung von Antikörpern gegen TNFalpha, IL-1, IFNgamma, GM-CSF, M-CSF, IL-6 und IL-4.

(39) Besonders effizient kann die Bekämpfung der residuellen Tumorzellen und (Prämikro)metastasen nach Entfernung des Primärtumors durch Kombination von 2 Prinzipien angegangen werden: (a) Erstes Prinzip: MHC II-Expression auf Patienten-Tumorzellen sei es (al) durch in vitro MHC II-Postexpression, induziert durch IFN gamma, TNFalpha bzw. IL-4, oder aber (a2) durch Fusion der Tumorzellen mit autologen bzw. alloge¬ nen MHC Il-positiven Zellen; (b) Zweites Prinzip: Transfektion von Patiententumorzellen mit Cytokinen, wobei GM-CSF und IL-4 am meisten zu empfehlen sind. Vor der Reinfusion können solche manipulierten Tumorzel¬ len noch im Sinne des vorprogrammierten Todes behandelt werden.

Zur lokalen Cytokin-Anreicherung empfiehlt sich weiterhin der Zusatz von inaktivierten allogenen B- Zellen.

(40) Dm die humorale Immunantwort z.B. gegen HIV zu verstärken, wird empfohlen, Antikörper des IgG- oder IgM-Isotyps mit solchen des IgE-Isotyps zu kombinieren; die letzteren können durch Ersatz der Fcgamma- bzw.Fcu- Untereinheit durch die Fc epsilon-üntereinheit konstruiert werden. Alternativ hierzu kann der IgE- Anteil in vivo durch gleichzeitige Injektion von Anti-IFNgamma und IL-4(IL-5) gesteigert werden.

(41) Da eine Langzeitinkubation von PBMs mit Lektinen (1 Woche mit Con A bzw.3 Wochen mit PHA) zur hochgradigen Anreicherung von CD8-positiven Ts-Zellen führt, wird empfohlen, die so selektionierten Ts-Zel¬ len nun entweder (a) mit Anti-CD8-Mab (plus Complement) oder (b) mit alloreaktiven Effektorzellen, deren Zelltod durch das oben beschriebene Spezielverfahren vorprogrammiert worden ist, zu depletieren; die Rest- PBMs können -befreit von der Unterdrückung durch Ts-Zellen- die Tc/CTLs- und die Th-Zellen nachbilden.

Bei einem anderen Verfahren werden die PBMs des Patienten in vitro zuerst mit Lektinen (PHA) inku¬ biert und danach mit steigenden Konzentrationen an Anti-CD8-Hab (+Complement) behandelt, bis ein Punkt erreicht ist, bei dem die Deblockierung von Tc- und Th-Zellen einsetzt. Unter den deblockierten Tc- und Th- Zellen können sich tuor-spezifische Klone befinden, die nun -nach weiterer klonaler Expansion- in den Tumorpatienten reinduziert werden können.

(42) Da die Erythrozyten im Laufe ihrer Reifungsprozeßes den Zellkern verlieren, sind die kernhal- tigen Präkursoren (Retikulozyten) als Träger einer zeitlich begrenzten Funktion von besonderem Interesse (z.B. in vivo Produktion von Cytokinen, Habs, Suppressorfaktoren oder lokale Strahlungsquelle). Bei ihnen braucht der Zelltod nicht vorprogrammiert zu werden.

(43) Für die oben beschriebene kontrollierte DNA-Schädigung (bei weitgehender RNA-Verschonung) im Rahmen der "Zelltod-Vorprogrammierung" eignen sich neben Mitomycin C noch andere, DNA-selektive Cytostatika, insbesondere Vinca-Alkaloide, Bleomycin, ICRF-159, Busulfan, DDP, VP 16231 (EPE) und EPT. Die kontrollierte Quervernetzung des DNA-Doppelstranges wird durch sogenannte "bifunctional alkylating agents" erzielt.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die Verwendung einer Kombination eines Calciumantagonisten mit einem das Verhältnis von cAMP/cGMP in der Zelle verminderndem Mittel zur Herstellung eines Arzneimittels zur Bekämpfung von Krebs, viralen und bakteriellen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen zur Verfügung gestellt.

Weiterhin wird die Verwendung einer Kombination eines hyperaktivierte Effektorzellen eliminierenden Mittels mit alloreaktiven Zellen mit vorbestiπrntem Zelltod zur Herstellung eines Arzneimittels zur Bekämpfung von Krebs, Virenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen beansprucht.

Erfindungsgemäß wird außerdem ein Verfahren zur Behandlung von Krebs, Virenerkrankungen und Auto¬ immunerkrankungen bereitgestellt, das umfaßt, daß man immunologische Effektorzellen eliminiert oder in den Normalzustand zurückfuhrt und hierdurch die eigene Immunabwehr zur Restaurierung des Zustandes vor Krank¬ heitsbeginn befähigt.