GURETZKI, Wolfgang (Marsstrasse 7, Grossostheim, 63762, DE)
BAHMER, Stefan (Friedhofstrasse 5, Grosswallstadt, 63868, DE)
KRAUS, Günter (Wiesenstrasse 34, Goldbach, 63773, DE)
GURETZKI, Wolfgang (Marsstrasse 7, Grossostheim, 63762, DE)
BAHMER, Stefan (Friedhofstrasse 5, Grosswallstadt, 63868, DE)
Ansprüche
1. Gassackabdeckung zum Abdecken eines zum Schutz eines Fahrzeuginsassen in einem Kraftfahrzeug vorgesehenen, aufblasbaren Gassacks, die in dem Fahrzeug so in Bezug zu dem Gassack anzuordnen ist, dass sie den Gassack zum Fahrzeuginnenraum hin abdeckt, und die einen öffnungsbereich aufweist, der beim Entfal- ten des Gassacks unter der Einwirkung des sich entfaltenden Gassacks eine öffnung freigibt, so dass sich der Gassack im Auslösefall durch die öffnung der Gassackabdeckung hindurch in den Fahrzeuginnenraum hinein entfalten kann,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gassackabdeckung (1 ) zwei Teile (3, 4) umfasst, von denen ein erstes Teil (3) aus einem formstabileren Material besteht als ein zweites, den öffnungsbereich aufweisendes Teil (4), in dem sich beim Entfalten des Gassacks die öffnung für den Gassack bildet.
2. Gassackabdeckung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass sie im öffnungsbereich (2) mindestens eine durch Materialschwächung gebildete Aufreißlinie (21 ) aufweist, die beim Entfalten des Gassacks aufreißt.
3. Gassackabdeckung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Teil (3) Befestigungsstrukturen (32, 33) aufweist, die ein Befestigen der Gassackabdeckung (1 ) an einem Fahrzeugteil ermöglichen.
4. Gassackabdeckung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Befesti- gungsstrukturen (32, 33) eine Rast-, Schraub- oder Nietverbindung ermöglichen.
5. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile (3, 4) korrespondierend zueinander ausgebildet und so zueinander angeordnet sind, dass nach Montage der Gassackabdeckung in dem Fahrzeug das erste Teil (3) dem Fahrzeuginnenraum abgewandt und das zweite
Teil (4) dem Fahrzeuginnenraum zugewandt ist.
6. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Teil (3) einen durch eine Seitenwand (35) begrenzten Durchgang (33) zum Durchleiten eines sich entfaltenden Gassacks aufweist und so in Bezug auf das zweite Teil (4) angeordnet ist, dass sich der Gassack durch den Durchgang (33) hindurch in Richtung auf den öffnungsbereich (2) des zweiten Teils
(4) entfalten kann.
7. Gassackabdeckung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Teil (3) näherungsweise quer zur Seitenwand (35) verlaufende Rippenstrukturen (31 ) aufweist, die die Seitenwand (35) des Durchgangs (33) stabilisieren.
8. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seite des zweiten Teils (4) eine Außenseite der Gassackabdeckung bildet, die nach Montage der Gassackabdeckung im Fahrzeug zum Fahrzeu- ginnenraum weist.
9. Gassackabdeckung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein den öffnungsbereich (2) umgebender, geschlossener Randabschnitt (41 ) des zweiten Teils an seiner der Außenseite abgewandeten Seite mit einem den Durchgang (33) zum Durchleiten des Gassacks umgebenden, geschlossenen Oberflächenabschnitt (37) des ersten Teils (3) verbunden ist.
10. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile (3, 4) stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
1 1. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Teil (3) aus einem harten und das zweite Teil (4) aus einem weichen Material gebildet ist.
12. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile (3, 4) aus Kunststoff gebildet sind.
13. Gassackabdeckung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff des ersten Teils (3) der gleichen Kunststofffamilie zugehört wie der Kunststoff des zweiten Teils (4).
14. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile (3, 4) Spritzgussteile sind.
15. Gassackabdeckung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Zwei-Komponenten-Spritzgussteil ausgebildet ist, wobei eine der beiden Komponenten des Spritzgussteils das erste Teil (3) und die andere der beiden Komponenten das zweite Teil (4) ausformt.
16. Gassackmodul für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, das eine Gassackabdeckung (1 ) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 aufweist.
17. Gassackmodul nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Fahrergassackmodul ist.
18. Gassackmodul nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass es in dem Lenkrad eines Fahrzeuges anzuordnen ist.
19. Lenkrad mit einem Gassackmodul gemäß einem der Ansprüche 16 bis 18. |
Gassackabdeckung
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Gassackabdeckung zum Abdecken eines zum Schutz eines Fahrzeuginsassen in einem Kraftfahrzeug vorgesehenen, aufblasbaren Gassacks gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Gassackabdeckungen in Form von Gassackkappen zum Abdecken eines Gassacks eines Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems sind z.B. für Fahrergassäcke bekannt. Derartige Gassackkappen werden an dem Lenkrad eines Fahrzeuges so montiert, dass ein im Lenkrad angeordneter Gassack zur Fahrzeuginnenraumseite hin abgedeckt ist. Damit sich der Gassack im Auslösefall in den Fahrzeuginnenraum hinein entfalten kann, weist die Gassackkappe einen Bereich auf, der sich durch den Druck des sich entfaltenden Gassack öffnet (beispielsweise aufreißt), so dass sich der aufgeblasene Gassack durch die öffnung der Gassackkappe in den Fahrzeuginnenraum hinein erstrecken kann.
Die Gassackkappen müssen einerseits im Auslösefall sicher und schnell aufreißen oder aufklappen, andererseits müssen sie formstabil sein und eine dauerhafte Verbindung mit dem Lenkrad bzw. sonstigen Fahrzeugteilen gewährleisten. Hierzu müssen Befestigungsstrukturen an der Gassackkappe ausgebildet sein, die zum Beispiel ein Verrasten oder ein Vernieten der Gassackkappe ermöglichen und zusätzlich auch die Befestigung von Anbauteilen - wie zum Beispiel Schaltern oder anderen Bedienelementen - zulassen.
Insbesondere zum Verschrauben von Anbauteilen werden bisher Gewindeeinsätze bzw. zusätzliche Einlegeteile in der Gassackkappe vorgesehen, um ein sicheres Verbinden der Anbauteile mit der Gassackkappe zu gewährleisten.
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem besteht darin, eine Gassackabdeckung zur Verfügung zu stellen, die gegenüber den bisher bekannten Gassackabdeckungen einfacher und kostengünstiger herstellbar ist.
Dieses Problem wird durch die Gassackabdeckung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Danach wird eine Gassackabdeckung zum Abdecken eines zum Schutz eines Fahrzeuginsassen in einem Kraftfahrzeug vorgesehenen, aufblasbaren Gassacks bereitge- stellt, die in dem Fahrzeug so in Bezug zu dem Gassack anzuordnen ist, dass sie den Gassack zum Fahrzeuginnenraum hin abdeckt und die einen öffnungsbereich aufweist, der beim Entfalten des Gassacks unter der Einwirkung des sich entfaltenden Gassacks eine öffnung freigibt, so dass sich der Gassack im Auslösefall durch die öffnung der Gassackabdeckung hindurch in den Fahrzeuginnenraum hinein entfalten kann. Die Gassackabdeckung umfasst zwei Teile, von denen ein erstes Teil aus einem formstabileren Material besteht als ein zweites, den öffnungsbereich aufweisendes Teil, in dem sich beim Entfalten des Gassacks die öffnung für den Gassack bildet.
Die öffnungsfunktion der Gassackabdeckung für den sich entfaltenden Gassack wird demnach vom in dem weniger formstabilen (weicheren) Teil der Gassackabdeckung ausgebildeten öffnungsbereich übernommen. Ein derartiger öffnungsbereich ist in einem weniger formstabilen Teil einfacher zu realisieren, da Aufreißlinien - etwa durch gezielte Materialschwächungen - leichter und in der Herstellung kostengünstiger in einem weicheren Material erzeugt werden können als in einem formstabilen.
Weiterhin ist in einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das erste, formstabilere Teil der Gassackabdeckung Befestigungsstrukturen aufweist, die ein Befestigen der Gassackabdeckung an einem Fahrzeugteil ermöglichen. Dies können zum Beispiel Befestigungsstrukturen für eine Rast-, Schraub- oder Nietverbindung sein. In dieser Ausgestaltung der Erfindung übernimmt das formstabilere Teil der Gassackab-
deckung die Verbindungsfunktion, während die Aufklappfunktion zum Durchlassen eines sich entfaltenden Gassacks dem weniger formstabilen Teil zukommt. über ein formstabiles Teil lässt sich eine Verbindung der Gassackabdeckung mit einem Fahrzeugteil zuverlässiger als in einem weniger formstabilen Teil realisieren. Umgekehrt ist die Reali- sierung eines Aufreißbereiches in einem weniger formstabilen Teil einfacher als in einem formstabilen Teil.
Mit dieser Variante der Erfindung wird eine Gassackabdeckung bereitgestellt, die in einfacher Weise produzierbar ist und dennoch die vielfältigen und zum Teil gegensätzli- chen Anforderungen an eine Gassackabdeckung erfüllt. Insbesondere kann das weniger formstabile Material für das zweite Teil der Gassackabdeckung so gewählt werden, dass es seine Aufreißfunktion insbesondere auch in einem weiten Temperaturbereich von -35°C bis +85°C erfüllt.
Auf der anderen Seite wird über das erste, formstabilere Teil eine dauerhafte Verbindung der Gassackabdeckung mit einem Fahrzeugteil hergestellt. Je nach Ausgestaltung des ersten Teils können in einfacher Weise auch zusätzliche Anbauteile, zum Beispiel Schalter, an ihm befestigt werden, wobei z.B. auch selbstschneidende Kunststoffschrauben verwendet werden können. Insbesondere ist eine Schraubverbindung in ein- facher Weise realisierbar, was wichtig ist, da für einen Reparaturfall diese Wiederver- schraubfähigkeit der Gassackabdeckung mit dem Fahrzeugteil gegeben sein muss.
Dadurch, dass die Verbindung der Gassackabdeckung mit einem Fahrzeug bzw. von Anbauteilen an der Gassackabdeckung direkt über das formstabilere Teil der Gassack- abdeckung erfolgt, ist es nicht nötig, zusätzliche Gewindeeinsätze, Einlegeteile oder sonstige Hilfsmittel in die Gassackabdeckung einzubringen, um eine stabile Verbindung herzustellen. Die Befestigungsstrukturen können insbesondere bereits in dem ersten, formstabileren Teil der Gassackabdeckung mit ausgebildet sein, was eine erhebliche Reduzierung des Fertigungsaufwandes und damit der mit der Fertigung verbundenen Kosten darstellt.
Das direkte Ausbilden von Befestigungsstrukturen an der Gassackabdeckung (über das formstabilere Teil) löst auch das Problem, dass nachträglich in eine Gassackkappe eingebrachte Gewindeeinsätze keine ausreichende Schälfestigkeit zum Material der Gas- sackkappe aufweisen. Bei der erfindungsgemäßen Gassackkappe werden die Befesti-
gungsstrukturen direkt ausgebildet bzw. es können Schrauben direkt in das formstabilere Material des ersten Teils eingeschraubt werden.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Gassackabdeckung ist, dass sich über das formstabilere Teil auch Hupkräfte übertragen lassen, ohne dass dieses sich dabei elastisch verformt. Die erfindungsgemäße Gassackabdeckung bleibt über ihre Lebensdauer somit insgesamt formstabil.
Die Gassackabdeckung ist an einem Fahrzeugteil befestigt, womit zum Beispiel auch ein Teil eines Gassackmoduls eines Insassen-Rückhaltesystem gemeint sein kann. Im Falle eines Fahrergassacks ist die Gassackabdeckung an einem Bauteil des Lenkrades eines Fahrzeugs angebracht. Die erfindungsgemäße Gassackabdeckung ist aber nicht auf Fahrergassäcke beschränkt, sondern kann je nach Anforderung auch zum Abdecken von anderen Gassäcken einer Insassenschutz-Vorrichtung verwendet werden.
In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind die beiden Teile korrespondierend zueinander ausgebildet und so zueinander angeordnet, dass nach Montage der Gassackabdeckung in einem Fahrzeug das erste Teil dem Fahrzeuginnenraum abgewandt und das zweite Teil dem Fahrzeuginnenraum zugewandt ist.
„Korrespondierend" bedeutet z.B., dass der Umriss der beiden Teile näherungsweise gleich ist, so dass sich beide Teile in der Gassackabdeckung komplett überdecken. Darüber hinaus können auch korrespondierende Strukturen an den beiden Teilen vorgesehen sein, die in der Gassackabdeckung zusammenwirken sollen (z.B. öffnungen) und dazu in den beiden Teilen mit gleicher Form ausgebildet und Position in Bezug auf den Umriss des jeweiligen Teils angeordnet sind, so dass in der Gassackabdeckung übereinander liegen.
Bevorzugt weist das erste Teil einen durch eine Seitenwand begrenzten Durchgang auf, durch den sich der Gassack hindurch in Richtung auf den öffnungsbereich des zweiten Teils entfalten kann. Darüber hinaus kann das erste Teil näherungsweise quer zur Seitenwand verlaufende Rippenstrukturen aufweist, die die Seitenwand des Durchgangs stabilisieren.
In einer weiteren, bevorzugten Ausgestaltung Gassackabdeckung bildet eine Seite des zweiten Teils eine Außenseite der Gassackabdeckung, die nach Montage der Gassackabdeckung zum Fahrzeuginnenraum weist. Bevorzugt ist ein den öffnungsbereich umgebender, geschlossener Randabschnitt des zweiten Teils an seiner der Außenseite abgewandeten Seite mit einem den Durchgang zum Durchleiten des Gassacks umgebenden, geschlossenen Oberflächenabschnitt des ersten Teils verbunden. Dabei verläuft der Randbereich des zweiten Teils im Wesentlichen flach und kann dem ersten Teil angeformt sein, wobei sich das zweite Teil aufgrund seiner weicheren Ausbildung der Form Oberfläche des ersten Teils anpasst.
Das weniger formstabile Teil kann aus einem weichen oder flexiblen Material gebildet sein, während das formstabilere aus einem harten Material gebildet ist. In besonders vorteilhafter Weise sind sowohl das weiche als auch das harte Teil der Gassackabdeckung aus einem Kunststoff gebildet. Vorteilhafterweise stammt der Kunststoff für das erste, formstabile Teil aus der gleichen Kunststofffamilie wie der Kunststoff für das zweite, weiche Teil. Dies bringt Vorteile in Hinblick auf die Abschälfestigkeit der beiden Materialien zueinander. Darüber hinaus ergibt sich ein recyclingfreundliches Bauteil, da zwei ähnliche Kunststoffe verwendet werden.
Zur Herstellung einer derartigen, aus Kunststoff gebildeten Gassackabdeckung kommt insbesondere ein 2K (Zweikomponenten)-Spritzgussverfahren infrage. Hierbei wird das formstabilere Teil aus einem harten Kunststoff (zum Beispiel Dym 1300) hergestellt und mit einer weichen Komponente als zweitem Teil versehen (beispielsweise aus dem Kunststoff Dym 250S gebildet). Beim 2K-Spritzguss werden nacheinander zwei unter- schiedliche Kunststoffkomponenten (insbesondere eine harte und eine weiche Komponente) in ein Spritzgusswerkzeug eingespritzt, wodurch ein aus zwei stoffschlüssig miteinander verbundenen Komponenten bestehendes Spritzgussteil entsteht. Mittels des 2K-Spritzgussverfahren erfolgt somit eine stoffschlüssige Verbindung der beiden Teile der Gassackabdeckung.
In dem weicheren Teil kann zudem auf einfache Weise eine besondere Oberflächen- haptik eingebracht werden, z.B. direkt bei seiner Herstellung mittels 2K-Spritzguss.
In besonders vorteilhafter Weise wird die Gassackabdeckung, wie erwähnt, in einem Gassackmodul für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem verwendet. Dabei kann es
sich insbesondere um ein Fahrergassackmodul handeln, das insbesondere in dem Lenkrad eines Fahrzeuges anzuordnen ist.
Ein Lenkrad mit einem solchen Gassackmodul weist dann neben dem aufblasbaren Gassack auch einen Gasgenerator zum Aufblasen des Gassacks auf. Die Gassackabdeckung bildet eine Gassackabdeckung für den Gassack, die z.B. den Mittelbereich des Lenkrades zum Fahrzeuginsassenraum hin abschließt. Dabei können Anbauteile, wie zum Beispiel Schalter für eine Hupe oder weitere Bedienelemente, über die Gassackabdeckung mit dem Lenkrad verbunden und mit weiteren Einrichtungen des Lenkrads gekoppelt sein.
Die Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Figuren anhand von Ausführungsbeispielen im Einzelnen erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 a eine Ausführungsform einer Gassackabdeckung zum Abdecken eines
Gassacks;
Fig. 1 b eine Schnittansicht der Gassackabdeckung der Fig. 1 a;
Fig. 2 ein erstes Teil einer Gassackabdeckung;
Fig. 3 ein zweites Teil einer Gassackabdeckung.
Die Fig. 1 a zeigt eine Gassackkappe 1 , die als Abdeckung eines Fahrergassacks (nicht dargestellt) vorgesehen ist und entsprechend an einem Lenkrad eines Fahrzeuges montiert werden soll. Die Gassackkappe 1 weist zwei Teile 3, 4 auf, wobei ein erstes Teil 3 aus einem harten, formstabilen Material und ein zweites Teil 4 aus einem weichen, im Vergleich zum ersten Teil 3 weniger formstabilen Material gebildet ist. Die Gassackkappe 1 wird so in Bezug auf einen Gassack in einem Fahrzeug angeordnet, dass sie den Gassack zum Innenraum des Fahrzeugs hin abdeckt. Das zweite Teil 4 ist hier über dem ersten Teil 3 angeordnet (vgl. Schnittdarstellung der Fig. 1 b) und bildet mit einer Seite die zum Fahrzeuginnenraum weisende Seite der Gassackkappe 1.
Das zweite Teil 4 weist einen zentralen öffnungsbereich in Form eines Aufreißbereiches 2 auf, der eine Mehrzahl von Aufreißlinien 21 besitzt, die beim Entfalten des von der Gassackkappe abgedeckten Gassacks aufreißen. Durch das Aufreißen der Aufreißlinien 21 entsteht eine öffnung in dem Aufreißbereich 2, durch die hindurch sich der Gassack entfalten kann.
In Fig. 1 b, die einen Schnitt entlang der in der Figur 1 a eingezeichneten Linie A-A darstellt, ist zu erkennen, dass das zweite Teil 4 so über dem ersten Teil 3 angeordnet ist, dass sich der Aufreißbereich 2 oberhalb eines in dem ersten Teil 3 ausgebildeten Durch- gangs 33 befindet. Der Durchgang 33 des ersten Teils 3 ist durch eine Seitenwand 36 begrenzt, die über quer zu ihr angeordnete Rippen 31 stabilisiert ist. Der Durchgang 33 leitet den sich entfalteten Gassack dem Aufreißbereich 2 des zweiten Teils 4 zu.
Die Seitenwand 35 des Durchgangs 33 (unterstützt durch die Stabilisierungsrippen 31 ) lenkt den Entfaltungsdruck des Gassacks in Richtung auf den Aufreißbereich 2 des zweiten Teils 4. Dadurch kann der Druck des sich entfaltenden Gassacks nahezu vollständig auf die Aufreißlinien 21 des Aufreißbereiches wirken, wodurch ein schnelles und sicheres Aufreißen des Aufreißbereiches ermöglicht wird.
Zur Verbindung des zweiten Teils 4 mit dem ersten Teil 3 der Gassackkappe 1 ist eine im montierten Zustand der Gassackkappe vom Fahrzeuginnenraum abgewandte Seite eines Randabschnittes 41 des zweiten Teils, der sich um den Aufreißbereich 2 geschlossen herum erstreckt, mit einem den Durchgang 33 umgebenden Oberflächenabschnitt 37 des ersten Teils 3 stoffschlüssig verbunden. Diese Verbindung kann insbe- sondere so erfolgen, dass der Aufreißbereich 2 oberhalb des Durchgangs 33 straff gespannt verläuft.
Durch eine straffe Spannung des Aufreißbereiches 2 soll vermieden werden, dass beim Entfalten des Gassacks Deformationen im zweiten Teil 4 entstehen, wodurch die Ener- gie des sich entfaltenden Gassacks verringert würde. Die Entfaltungsenergie des Gassacks soll jedoch möglichst vollständig zum Aufreißen des Aufreißbereiches 2 zur Verfügung stehen, damit dieser schnell aufreißt und sich der Gassack entsprechend schnell in den Fahrzeug-Innenraum hinein entfalten kann.
Während die Aufreißfunktion der Gassackkappe 1 von dem weichen zweiten Teil 4 ü- bernommen wird, sorgt das formstabilere erste Teil 3 für die notwendige Steifigkeit der Gassackkappe 1 und dient gleichzeitig dazu, die Gassackkappe 1 an einem Lenkradteil zu befestigen. Zur Befestigung an einem Lenkrad weist das erste Teil Gewindebohrun- gen 32 als Befestigungsstrukturen auf, über die sich die Gassackkappe 1 an einem Lenkradteil verschrauben lässt.
Die Gassackkappe 1 besitzt des Weiteren kreisförmige öffnungen 5, die durch übereinander liegende, korrespondierende öffnungen in dem ersten Teil 3 bzw. in dem zweiten Teil 4 gebildet sind. Die öffnungen 5 ermöglichen einen Zugang zu am Lenkrad angeordneten Bedienelementen (nicht dargestellt).
Die Gassackkappe 1 mit den beiden Teile 3, 4 wird mittels eines 2-Komponenten- Spritzguss-Verfahrens hergestellt. Hierbei ist das erste Teil 3 ein Vorspritzling (vgl. Fig. 2), der aus einem formstabilen Material gebildet ist, während das zweite Teil 4 als Fer- tigspritzling (vgl. Fig. 3) aus einem weichen Material hergestellt wird.
Die Figur 2 ist eine vergrößerte Darstellung eines aus einem harten Material gebildeten Vorspritzlings 3 für eine Gassackkappe. Der Vorspritzling 3 weist einen zentralen Durchgang 33 auf, der in der fertigen Gassackkappe durch einen Aufreißbereich eines aus einem weichen Material gebildeten Fertigspritzlings überdeckt ist (vgl. Figuren 1a, 1 b). Durch den Durchgang 33 hindurch entfaltet sich im Auslösefall der Gassack (nicht dargestellt). Die durch eine mittels einer Rippenstruktur 31 stabilisierte Seitenwand 35 begrenzter Durchgang bildet einen „Kanal", der den sich entfaltenden Gassack auf den Aufreißbereich der Gassackkappe lenkt.
Zusätzlich zu Gewindebohrungen 32 weist der Vorspritzling 3 Befestigungsöffnungen 34 auf, die entlang des zentralen Durchgangs 33 angeordnet sind und ebenfalls zum Befestigen des Vorspritzlings (und damit der gesamten Gassackkappe) an einem Lenkrad- teil dienen.
Figur 3 zeigt einen aus einem weichen Material gebildeten Fertigspritzling 4, der korrespondierend zu dem Vorspritzling 3 der Figur 2 ausgebildet ist und mit diesem zusammen eine Gassackkappe bilden soll. Es ist zu erkennen, dass der Fertigspritzling 4 einen
zentralen Aufreißbereich 2 aufweist, der durch den Entfaltungsdruck eines Gassacks entlang von Aufreißlinien 21 aufreißen soll.
Dadurch, dass der Fertigspritzling 4 aus einem weichen Material gebildet ist, ist ein ein- faches und sicheres Aufreißen des Aufreißbereiches 2 möglich, so dass sich der Gassack im Auslösefall möglichst ungehindert durch die Gassackkappe (gebildet durch den Vorspritzling der Figur 2 und dem Fertigspritzling der Figur 3) entfalten kann. Zusätzlich ist es möglich, auf der dem Fahrzeuginnenraum zugewandten Seite des Fertigspritzlings 4 (in Figur 3 nicht dargestellt) Designelemente vorzusehen bzw. eine spezielle Oberflä- chenhaptik auszubilden. Dies kann mit einem Spritzgussteil aus einem weichen Material in einfacher Weise erfolgen.
Bezugszeichenliste
1 Gassackkappe
2 Aufreißbereich
21 Aufreißlinie
3 Vorspritzling
31 Rippenstruktur
32 Gewindebohrung
33 Durchgang
35 Seitenwand
36 Stabilisierungsrippe
37 Randabschnitt
4 Fertigspritzling
41 Oberflächenabschnitt
5 öffnung
