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Title:
ANASTIGMATIC ANAMORPHIC LENS SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/092431
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to an anastigmatic anamorphic lens system for processing images, particularly multidimensional images generated and evaluated in connection with spatially resolved spectroscopy, for example. Said lens system has a high anamorphic factor and comprises several lens subassemblies. A positive refractive subassembly (a) encompassing at least one rotationally symmetrical lens (1, 2) or lens group is disposed at the object end in order to reduce the angle of field. A central optical subassembly (b) is disposed behind the positive refractive subassembly (a) in the beam path in order to expand the beam in one or more directions extending perpendicular to the optical axis while maintaining small angles of field. The central optical subassembly (b) encompasses at least one anamorphically distorting element (3) and one or more rotationally symmetrical lenses (4, 5, 6) or lens groups. An additional optical subassembly (c) is arranged at the image end in order to constrict and enlarge the aperture in the axes in which the beam is expanded. Said additional optical subassembly (c) located at the image end alternately encompasses at least one anamorphically distorting element (9, 12) and at least one rotationally symmetrical lens (7, 8, 10, 11) or lens group.

Inventors:
RUTZEN, Frank (Westring 7, Magdeburg, 39108, DE)
Application Number:
DE2008/000154
Publication Date:
August 07, 2008
Filing Date:
January 29, 2008
Export Citation:
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Assignee:
RUPED SYSTEMS GMBH (Steinfeldstrasse 5, Barleben, 39179, DE)
RUTZEN, Frank (Westring 7, Magdeburg, 39108, DE)
International Classes:
G02B13/08; G01J3/02; G01J3/28
Foreign References:
US5671093A1997-09-23
DE19650724A11997-06-12
DE2347737A11974-04-04
US20040196570A12004-10-07
Attorney, Agent or Firm:
HERZOG, Günter et al. (Wiederholdstrasse 10, Stuttgart, 70174, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv für die Bildverarbeitung, insbesondere von mehrdimensionalen Bildern in der ortsaufgelösten Spektroskopie

- mit einem hohen Anamorphotfaktor, d. h. einem Anamorphotfaktor größer 3,0,

- mit mehreren Linsenbaugruppen,

- wobei objektseitig eine positiv brechende Baugruppe (a) mit mindestens einer rotationssymmetrischen Linse (1, 2) oder Linsengruppe zur Verkleinerung der Feldwinkel angeordnet ist,

- dass im Strahlengang hinter der positiv brechenden Baugruppe (a) eine mittlere optische Baugruppe (b) zur Strahlenaufweitung in einer oder mehreren zur optischen Achse senkrechten Richtung unter Beibehaltung kleiner Feldwinkel angeordnet ist,

- wobei die mittlere optische Baugruppe (b) mindestens ein anamorphotisch verzerrendes Element (3) und ein oder mehrere rotationssymmetrische Linsen (4, 5, 6) oder Linsengruppen enthält, und

- dass bildseitig eine zusätzliche optische Baugruppe (c) zur Stauchung und zur Vergrößerung der Apertur in den Achsen mit Strahlenaufweitung angeordnet ist,

- wobei diese bildseitige optische Baugruppe (c) abwechselnd mindestens ein anamorphotisch verzerrendes Element (9, 12) und mindestens eine rotationssymmetrische Linse (7, 8, 10, 11) oder Linsengruppe aufweist.

2. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine anamorphotisch verzerrende Element (3) der mittleren optischen Baugruppe (b) in mindestens einer Richtung negativ brechend ist und dass innerhalb der mittleren optischen Baugruppe (b) dem mindestens einen anamorphotisch verzerrenden Element (3) mindestens ein Triplet aus rotationssymmetrischen Linsen (4, 5, 6) nachgeordnet ist.

3. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Triplet etwa in der Mitte des Objektivs angeordnet ist.

4. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die anamorphotisch verzerrenden Elemente (3, 9, 12) aus

Materialien mit hoher Brechkraft n, d. h. n > 1,7, bestehen.

5. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der anamorphotisch verzerrenden Elemente (3, 9 12) der mittleren optischen Baugruppe (b) und der bildseitigen optischen Baugruppe (c) aus mindestens einer Zylinderlinse besteht, deren beide torische Flächen (Al, A2) in orthogonalen Richtungen (x, y) senkrecht zur optischen Achse (z) stehen und nach Gl. 1

Z = GI.1

1 + y (1 -cV) mit C = Krümmung y = Oberflächenkoordinate z = Koordinate in Richtung optischer Achse berechnet werden.

6. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der anamorphotisch verzerrenden Elemente (3, 9, 12) in der mittleren optischen Baugruppe (b) und in der bildseitigen optischen Baugruppe (c) aus mindestens einer asphärischen Zylinderlinse besteht, d. h. mindestens eine der beiden torischen Flächen (Bl, B2) in orthogonalen Richtungen (x, y) senkrecht zur optischen Achse (z) steht und nach Flächenformeln für Asphären berechnet wird.

7. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass. die Berechnung der mindestens einen torischen Fläche (Bl, B2) nach der Flächenformel C y 2 z = +Ai ' y 4 +A 2 * V 0 M 3 V + A 4 * y 1u +A 5 * y 1z +V y 14 +A/ V 10 M 8 * V™ GI.2 mit C = Krümmung y = Oberflächenkoordinate z = Koordinate in Richtung optischer Achse

A n = asDhärische Koeffizienten K = konische Konstante

erfolgt.

8. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der rotationssymmetrischen Linsen in den optischen Baugruppe (a, b, c) asphärisch ist.

9. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass alle verzerrenden Elemente (3, 9, 12) asphärische

Zylinderlinsen sind.

10. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die positiv brechende Baugruppe (a) aus zwei positiven sphärischen Linsen (1, 2), die mittlere optische Baugruppe (b) aus einer in einer Richtung negativ brechenden asphärischen Zylinderlinse (3) und einem positiven sphärischen Triplet und die bildseitige optische Baugruppe (c) in Reihefolge aus zwei positiven sphärischen Linsen (7, 8), einer asphärischen

Zylinderlinse (9), zwei positiven sphärischen Linsen (10, 11) und einer asphärischen Zylinderlinse (12) besteht.

11. Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Objektiv folgende Parameter besitzt:

Description:

Anastigmatisches anamorphotisches Objektiv

Stand der Technik

Die Erfindung geht aus von einem anastigmatischen anamorphotischen Objektiv für die Bild Verarbeitung, insbesondere von mehrdimensionalen Bildern, wie sie beispielsweise im Zusammenhang mit der ortsaufgelösten Spektroskopie entstehen und ausgewertet werden.

Mit Hilfe eines Anamorphoten können ortsaufgelöste Spektralbilder auf Sensorarrays mit unterschiedlichen lateralen

Abbildungsmaß Stäben abgebildet werden.

Ein anamorphotisches Linsensystem oder ein „Anamorphot" erzeugt ein „verzerrtes Bild" durch unterschiedliche Abbildungsmaß stäbe in zwei orthogonalen Richtungen. Das Verhältnis dieser beiden Abbildungsmaßstäbe wird als Stauchungs- oder

Streckungsverhältnis, anamorphotischer Faktor oder

Anamorphotfaktor angegeben.

Anamorphotische Linsen Systeme kommen in der Bildverarbeitung vor allem bei der Aufnahme und Projektion von Filmen und Bildern zur Anwendung. Bei diesen Applikationen soll das psychologische Sehempfinden des Menschen bei der Projektion berücksichtigt oder/und eine effektive Ausnutzung von Filmmaterial bzw. digitalen Datenmedien erreicht werden.

Bei der Konstruktion eines Anamorphoten geht man in der Regel von einem bereits korrigierten rotationssymmetrischen Grundobjektiv aus, das mit einem oder zwei weiteren Objektiven, die jeweils aus einheitlich ausgerichteten zylindrischen Linsen bestehen, kombiniert wird.

So ist z.B. ein kompakter zweiteiliger Anamorphot für die digitale Projektion von elektronisch erzeugten Bildern bekannt (DE 10060072). Die Grundanordnung besteht hierbei aus einem vorgelagerten anamorphotischen Objektiv mit zwei zylindrischen Kittgliedern mit hoher Brechkraft in horizontaler Richtung und einem sphärischen Projektionsobjektiv in der Mitte und einem nach gelagerten Anamorphoten mit einer oder mehreren Zylinderlinsen mit schwacher Brechkraft in vertikaler Richtung und negativer Brennweite.

Eine weitere dreiteilige Anordnung ist z.B. für die Bildaufnahme mit einer Prozesskamera aus der Druckindustrie (US 3871748) bekannt, bei der vor und nach einem rotationssymmetrischen Objektiv jeweils zwei afokale zylindrische Linsensysteme angeordnet sind. In der Literatur sind weitere Kombinationen zwischen sphärischen und zylindrischen Objektiven beschrieben, wobei die zylindrischen und rotationssymmetrischen sphärischen Einheiten unabhängig voneinander korrigiert werden.

In einem Patent (DE 199 11 862 Cl) wird von dieser Konstruktionspraxis, insbesondere von einem selbstständig korrigierten Grundobjektiv auszugehen, abgewichen. Hierbei werden „übliche" zylindrische Linsensysteme mit speziellen sphärischen Grundobjektiven kombiniert, die noch solche nicht korrigierten Aberrationen aufweisen, die im Zusammenspiel mit den Abberationen der zylindrischen Objektive die Bildqualität verbessern.

Weiterhin ist ein anamorphotischer Vorsatz für Aufnahme und Wiedergabezwecke beschrieben (DE 41 04 684 Cl), der aus Linsengruppen besteht, die sowohl sphärische als auch zylindrische Oberflächen gemeinsam enthalten.

Ferner ist ein anamorphotischer Konverter bekannt, der für die Konvertierung eines digitalen Filmformates 16 : 9 (1,78 : 1) an das übliche Format 2,35 : 1 mit einem Stauchungs- bzw. Streckungsverhältnis 1,252 : 0,947 (Anamorphotfaktor 1,322) unter weitgehender Vermeidung von Ellipsenbildung geeignet ist (US 6,995,920 B2).

Allen diesen Beispielen und Prinzipien ist gemeinsam, dass die einzelnen Teilsysteme zunächst relativ selbstständig ausgelegt werden und Stauchungs- bzw. Streckungsverhältnisse (Anamorphotfaktor) von 1,3 : 1 (1,3) bis 2 : 1 (2) nicht wesentlich überschritten bzw. bei Konvertierung der Seitenverhältnisse in Gegenrichtung von 1 : 1,3 (0,77) bis 1 : 2 (0,5) nicht wesentlich unterschritten werden. Eine Korrektur von Aberrationen und Astigmatismus wird zwar angestrebt, ist aber durch die relativ separate Betrachtung von Einzelsystemen nur eingeschränkt möglich. Die in ihrer Gesamtheit äußerst hohen Anforderungen, die sich beispielsweise aus der ortsaufgelösten Spektroskopie an das

Abbildungsverhalten des Anamorphoten in Verbindung mit einem gut korrigierten Bild ergeben, erlauben es nicht mehr, dem bei der Auslegung solcher Systeme üblichen und dem Stand der Technik entsprechenden Vorgehen zu folgen. Fig. 5 stellt das an sich bekannte Prinzip der ortsaufgelösten Spektroskopie dar. Hier müssen üblicherweise Aufnahmen von in einem Objektbereich befindlichen Flächenelementen (in Fig. 5 links außen) in zweidimensionalen Spektralbildern derart wiedergegeben werden, dass die eine Richtung die Ortsauflösung und orthogonal dazu die zweite Richtung die spektrale Auflösung repräsentiert (Fig. 5 rechts außen). Die einer schnellen Auswertung zweckdienliche Aufbereitung des Bildes erfolgt in einer zwischen den Flächenelementen und einem als Gitter dargestellten Sensorarray angeordneten dispersiven Optik, zu der auch das anamorphotische Objektiv gehört.

Beide Richtungen können in Abhängigkeit von der das Spektralbild erzeugenden Optik deutlich unterschiedliche Abbildungsmaßstäbe besitzen und müssen für die weitere Auswertung, z.B. auf dem Sensorarray mit fester Geometrie, abgebildet werden. Die unterschiedlichen Abbildungsmaßstäbe des Spektralbildes und die Abbildung solcher mehrdimensionalen Spektralbilder auf Sensorarrays, die sich in den beiden Dimensionen Breite und Höhe deutlich unterscheiden, führt zu großen Schwierigkeiten beim Entwurf der entsprechenden, dazu notwendigen anamorphotischen Optik.

Die Erfindung und ihre Vorteile

Das erfϊndungsgemäße anastigmatische anamorphotische Objektiv mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den

Vorteil, dass es hinsichtlich der hohen Anforderungen, die sich aus der ortsaufgelösten Spektroskopie ergeben, ausgelegt ist.

Im Unterschied zu den aus dem Stand der Technik bisher bekannten üblichen Entwurfszielen für Anamorphoten, ergeben sich bezüglich der Abbildungseigenschaften folgende primäre erfindungsgemäße Vorteile:

1. Stauchungs- bzw. Streckungsverhältnisse (Anamorphotfaktor) bis zu 8 : 1

2. eine bildseitige Apertur in gestauchter Richtung von > 0,8

3. objektseitige Telezentrie in beiden Azimuten (x/z und y/z Ebene Fig. 3)

4. Achromasie des Anamorphoten über einen großen Wellenlängenbereich (im sichtbaren und/ oder Infrarot- Bereich)

5. Astigmatismus durch Planflächen im Bildbereich

6. im Verhältnis zur Apertur lange Schnittweite

7. gut korrigierte sphärische Aberrationen und Astigmatismus

8. in beiden Azimuten endliche Abbildungsmaßstäbe

Definitionen:

Die im nachfolgenden Text als „verzerrende optische Elemente" benannten und in Fig. 3 des Ausführungsbeispiels dargestellten optischen Bauteile werden üblicherweise auch als Zylinderlinsen und deren optisch wirksame Flächen Al und A2 als zylindrische Flächen bezeichnet. Im Folgenden werden Flächen, die einen asphärischen Kurvenverlauf in einer Ebene (hier in der y/z Ebene) und wie bei Zylinderlinsen eine Krümmung von Null in einer orthogonalen Ebene dazu besitzen, wie auch mit B2 entsprechend Fig. 4 des Ausführungsbeispiels dargestellt, als asphärisch

zylindrische Flächen bezeichnet und optische Elemente nach Fig.4 des Ausführungsbeispiels mit mindestens einer solchen Fläche B2 asphärische Zylinderlinsen genannt.

Wenn im Weiteren von einer torischen Fläche als verzerrendes Element gesprochen wird, ist damit gemeint, dass die Brechkraft des optischen Elementes mit dem Azimut um die optische Achse variiert. Die Bedeutung des Begriffes beschränkt sich dabei nicht auf die übliche Realisierung mit unterschiedlichen Krümmungsradien in orthogonalen Richtungen senkrecht zur optischen Achse (wie z.B. der Zylinderlinse), sondern schließt auch die Nutzung asphärischer Formeln zur Berechnung der Flächenpunkte ein.

Der Aufbau des erfindungsgemäßen anastigmatischen anamorpho tischen Objektivs kann wie folgt beschrieben werden:

Es besteht aus einer dreiteiligen Anordnung, wobei zunächst nur optische Bauelemente mit Rotationssymmetrie betrachtet werden. Die anamorphotisch verzerrend wirkenden Elemente werden im ersten Ansatz an den erfindungsgemäßen Positionen als planparallele Flächen, die Materialien mit hoher Brechkraft einschließen, berücksichtigt. Damit wird zunächst ein weitgehend rotationssymmetrisches Grundsystem entworfen.

Für den Erstentwurf sind die objektseitigen und bildseitigen Aperturen sowie die Brenn- und Schnittweiten so zu wählen, dass der gewünschte Abbildungsmaß stab insbesondere in der verzerrenden Ebene theoretisch realisierbar ist und später eine gute Korrektur des Astigmatismus zwischen beiden Azimuten möglich wird.

Zunächst kann relativ einfach die objektseitige positiv brechende sphärische Baugruppe zur Verkleinerung der Feldwinkel/ Aperturen entworfen werden.

Danach wird die mittlere optische Baugruppe so ausgelegt, dass in Richtung der größten Stauchung und damit der größten bildseitigen Apertur später unter Einsatz verzerrender Elemente eine ausreichende Ausweitung des Strahlungskegels realisiert werden kann und dabei die Feldwinkel/ Aperturen in Stauchungsrichtung weiterhin gering bleiben. Die objektseitige sphärische Baugruppe und die mittlere optische Baugruppe werden dann ohne Verzerrung hinsichtlich chromatischer Fehler korrigiert.

Weiterhin wird für die bildseitige optische Baugruppe eine erfindungsgemäße Anordnung gewählt und die vorher festgelegten Brenn- und Schnittweiten für das Gesamtsystem ohne Verzerrung durchgesetzt und das gesamte rotationssymmetrische Grundsystem hinsichtlich sphärischer und chromatischer Abberationen korrigiert.

Erst danach werden die anamorphotisch verzerrenden Elemente, gewöhnlich Zylinderlinsen, in das bis dahin entstandene rotationssymmetrische Grundsystem an den Stellen der planparallelen Flächen integriert und ihre Radien im Zusammenhang mit der Gesamtkorrektur des System festgelegt. Um dabei die Entwurfsfreiheit zu erhöhen, können erfindungsgemäß asphärische Zylinderlinsen oder andere Bauelemente mit torischen Flächen eingesetzt werden.

Das Gesamte System wird abschließend hinsichtlich seiner Aberrationen und insbesondere hinsichtlich des Astigmatismus korrigiert.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das mindestens eine anamorphotisch verzerrende Element der mittleren Baugruppe in mindestens einer Richtung negativ brechend, und innerhalb der mittleren Baugruppe ist dem mindestens einen anamorphotisch verzerrenden Element mindestens ein Triplet aus rotationssymmetrischen Linsen nachgeordnet. Dadurch wird eine ausreichende Strahlungsaufweitung in mindestens einer Richtung unter Beibehaltung kleiner Feldwinkel erreicht, die später eine ausreichende Stauchung des Bildes mit ausreichender Korrektur des Astigmatismus zulässt.

Nach einer diesbezüglich vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Triplet etwa in der Mitte des Gesamtsystems angeordnet. Durch diese Anordnung des Triplets und aufgrund seiner Rotationssymmetrie in beiden Azimuten werden die Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich chromatischer Fehler und sphärischer Aberrationen verbessert.

Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bestehen die anamorphotisch verzerrenden Elemente aus Materialien mit hoher Brechkraft n, wobei n > 1,7 ist. Dadurch wird im Zusammenhang mit der Anordnung der verzerrenden Elemente eine ausreichend hohe Strahlenaufweitung und Stauchung zur Realisierung großer bildseitiger Aperturen erreicht.

Nach einer anderweitigen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht mindestens eines der anamorphotisch verzerrenden Elemente der mittleren optischen Baugruppe und der bildseitigen optischen Baugruppe aus mindestens einer Zylinderlinse, deren beide torische Flächen in orthogonalen Richtungen senkrecht zur optischen Achse (z) stehen und nach Gl. 1

C * y* z = GI.1 mit C = Krümmung y = Oberflächenkoordinate z = Koordinate in Richtung optischer Achse

berechnet werden. Die Verwendung von so ausgelegten Zylinderlinsen hat den Vorteil, dass diese Elemente relativ leicht und kostengünstig herstellbar sind.

Nach einer anderweitigen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht mindestens eines der anamorphotisch verzerrenden Elemente in der mittleren optischen Baugruppe und in der bildseitigen optischen Baugruppe aus mindestens einer asphärischen Zylinderlinse, d. h. mindestens eine der beiden torischen Flächen steht in orthogonalen Richtungen (x, y) senkrecht zur optischen Achse (z) und wird nach Flächenformeln für Asphären berechnet. Die Verwendung von so ausgelegten Zylinderlinsen ermöglicht die Erzielung hoher bildseitiger Aperturen unter ausgezeichneten Korrekturmöglichkeiten der Aberrationen und des Astigmatismus.

Nach einer diesbezüglichen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung berechnet sich die mindestens eine torische Fläche nach der Flächenformel

C * / z = +A 1 * y 4 +A 2 * y b +A 3 VW y +A 5 * y i: W y 14 +A 7 * y ie +/V y 1B Gl .2 i +V (1 - (K +1) c Z y2) mit C = Krümmung y = Oberflächenkoordinate z = Koordinate in Richtung optischer Achse

An = asDhärische Koeffizienten K = konische Konstante

Der Einsatz von Bauelementen mit solchen Flächen ermöglicht die Erzielung hoher bildseitiger Aperturen unter ausgezeichneten Korrekturmöglichkeiten der Aberrationen und des Astigmatismus. Weiterhin sind diese Flächen mit einer Krümmung von 0 in x- Richtung (asphärische Zylinderlinsen) noch gut herstellbar.

Nach einer anderweitigen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist mindestens eine der rotationssymmetrischen Linsen in den optischen Baugruppen asphärisch. Das hat den Vorteil, dass man innerhalb der erfindungsgemäßen Grundanordnung, auch mit rotationssymmetrischen Asphären verbesserte

Korrekturmöglichkeiten für die Aberrationen und den Astigmatismus erhält.

Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bestehen alle verzerrenden Elemente aus asphärischen Zylinderlinsen. Dadurch werden die Freiheitsgrade der Anordnung für die Realisierung eines sehr hohen Anamorphotfaktors mit ausgezeichneter Korrektur der Aberrationen und des Astigmatismus deutlich erhöht.

Nach einer anderweitigen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht die positiv brechende Baugruppe aus zwei positiven sphärischen Linsen, die mittlere optische Baugruppe aus einer in einer Richtung negativ brechenden asphärischen Zylinderlinse und

einem positiven sphärischen Triplet und die bildseitige optische Baugruppe in Reihefolge aus zwei positiven sphärischen Linsen, einer asphärischen Zylinderlinse, zwei positiven sphärischen Linsen und einer asphärischen Zylinderlinse. Diese Kombination hat den Vorteil, dass dadurch die erfindungsgemäßen Entwurfsziele in einer sehr kompakten Anordnung erreicht werden können.

Ein detailliert ausgelegtes erfindungsgemäßes anastigmatisches anamorphotisches Objektiv besitzt folgende Paramerter:

Hier hat sich gezeigt, dass ein Stauchungsverhältnis (Anamorphotfaktor) von 8,25 : 1 (8,25) bei einer bildseitigen Apertur in gestauchter Richtung von > 0,84 erreicht werden kann. Die objektseitige Telezentrie in beiden Azimuten ist zugelassen und der Anamorphot besitzt weitgehende Achromasie in einem großen Wellenlängenbereich im Infrarotbereich. Der Astigmatismus konnte durch eine plane Sensorfläche im Bildbereich im Verhältnis zur Apertur bei langer Schnittweite korrigiert werden. Die sphärischen Aberrationen und der Astigmatismus sind bei endlichen Abbildungsmaß Stäben in beiden Azimuten gut korrigiert.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beispielbeschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und im Folgenden näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen

Fig. 1 eine mögliche Anordnung optischer Bauelemente zur Realisierung des erfindungsgemäßen anastigmatischen anamorphotischen Objektivs,

Fig. 2 die Ansicht auf dieses Objektiv aus einer 90° zur Ansicht von

Fig. 1 gelegenen Blickrichtung,

Fig. 3 eine Zylinderlinse mit zylindrischen Flächen, Fig. 4 eine Zylinderlinse mit asphärischen Flächen und Fig. 5 ein den Stand der Technik darstellendes Schema der ortsaufgelösten Spektroskopie.

Die Tabellen 1 und 2 geben Konstruktionswerte und Brechzahlen für eine ausgewählte Ausführung eines erfindungsgemäßen anastigmatischen anamorphotischen Objektivs an.

Wie aus den Fig. 1 und 2 erkennbar, besteht das erfindungsgemäße anastigmatische anamorpho tische Objektiv im vorliegenden Beispiel aus drei Linsenbaugruppen, nämlich einer objektsei tigen optischen Bausgruppe a, einer mittleren optischen Baugruppe b und einer bildseitigen optischen Baugruppe c. Die objektseitige optische Bausgruppe a wird durch ausschließlich rotationssymmetrische Linsen 1 und 2 mit den in Tabelle 1 aufgeführten Radien n und r2 bzw. T3 und r4 gebildet. Demzufolge handelt es sich um eine sphärische Baugruppe, die positiv brechend wirkt. Sie dient zur Verkleinerung der Feldwinkel.

Die zur Realisierung der Verzerrung eingesetzten optischen Elemente wirken in ihren primären Abbildungseigenschaften im Azimut der kurze Seite (y/z -Ebene). Im Azimut der langen Seite (x/z-Ebene) wirken sie vornehmlich auf den Astigmatismus.

üblicherweise werden als verzerrende optische Elemente Zylinderlinsen nach Fig. 3 mit optisch wirksamen zylindrischen Flächen Al und A2 eingesetzt. Im vorliegenden Beispiel dagegen werden optische Elemente nach Fig. 4 mit mindestens einer

asphärischen Fläche B2, so genannte asphärische Zylinderlinsen, eingesetzt.

In der mittleren optischen Baugruppe b ist ein anamorphotisch verzerrendes Element (3) angeordnet, das zerstreuend arbeitet und in Verbindung mit einem aus rotationssymmetrischen Linsen 4, 5 und 6 bestehenden Triplet die Strahlenaufweitung in Stauchungsrichtung realisiert. Das Triplet verbessert aufgrund seiner Rotationssymmetrie in beiden Azimuten und der Anordnung in der Mitte des Objektivs die Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich chromatischer Fehler und sphärischer Aberrationen. In der bildseitigen optischen Baugruppe c sind zwei anamorphotisch verzerrende optische Elemente 9 und 12 im Wechsel mit positiven sphärischen Linsen 7, 8 und 10, 11 angeordnet. Durch sie wird die hohe Apertur von mindestens 0,8 im Azimut der kurzen Seite (y/z- Ebene) erzielt.

Für die anamorphotisch verzerrenden Elemente 3, 9 und 12 werden hoch brechende Gläser eingesetzt. Die damit verbundenen hohen Dispersionen und ihre Wirkung auf die chromatischen Fehler werden mittels der mit ihnen kombinierten Linsen durch entsprechend gewählte Brechkräfte, Abstände und Gläser kompensiert.

Als anamorphotisch verzerrend wirkende optische Elemente werden üblicherweise und dem Stand der Technik entsprechend Zylinderlinsen, wie in Fig. 3 gezeigt, eingesetzt. Als optisch wirksame Flächen weisen sie zylindrische Flächen Al und A2 auf.

Wie aus Fig. 4 erkennbar, sind im vorliegenden Beispiel bei jedem anamorphotisch verzerrenden Element 3, 9, 12 die Zylinderflächen jeweils durch eine torische Fläche Bl bzw. B2 ersetzt. Torische

Flächen sind asphärische Flächen ohne Rotationssymmetrie um die Achse orthogonal zum Schnitt. In ihnen wirken die primären Abbildungseigenschaften der anamorphotisch verzerrenden Elemente 3, 9, 12. Dies kann sowohl eine weniger gekrümmte Fläche sein, vorzugsweise ist aber eine Fläche mit einer stärkeren Krümmung zu wählen. Um die Symmetrie in den orthogonal aufeinander stehenden Hauptschnitten zu wahren, schneiden die jeweiligen Elementachsen y und z die mit x gekennzeichnete optische Achse des Systems.

Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungs wesentlich sein.

Bezugszahlenliste

Al Zylindrische Fläche

A2 Zylindrische Fläche

Bl torische Fläche

B2 torische Fläche

a objektseitige optische Baugruppe b mittlere optische Baugruppe c bildseitige optische Baugruppe r n Linsenradien x x-Achse y y- Achse z z- Achse

1 , 2 rotationssymmetrische Linse

3 anamorphotisch verzerrendes Element

4, 5 , 6 rotationssymmetrische Linse

7, 8 positive sphärische Linse

9 anamorphotisch verzerrendes Element

10, 11 positive sphärische Linse

12 anamorphotisch verzerrendes Element

In den Gleichungen 1 und 2 bedeuten:

z Koordinate in Richtung der optischen Achse

C Krümmung y Oberflächenkoordinate

A n asphärischer Koeffizient

K konische Konstante