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Title:
ANGULAR CONTACT BALL BEARING HAVING A COLD-FORMED BEARING RING, AND A METHOD FOR MANUFACTURING A BEARING RING OF SAID ANGULAR CONTACT BALL BEARING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/198069
Kind Code:
A1
Abstract:
Angular contact bearings comprising balls as rolling elements are used when the bearings must deflect a load that is not exclusively radial but rather radial-axial. The aim of the invention is to propose an angular contact ball bearing that can be produced cost-effectively while having good functional properties. To this end, an angular contact ball bearing (1) is suggested comprising an inner ring (2) that has an outer raceway (5), an outer ring (3) that has an inner raceway (6), and a plurality of balls (4) as rolling elements, the balls (4) being arranged between said inner raceway (5) and outer raceway (6), the outer raceway (5) being formed by extruding the inner ring (2) and/or the inner raceway (6) being formed by extruding the outer ring (6).

Inventors:
KICK-RODENBÜCHER, Reinhard (Greuther Str. 18, Nürnberg, 90455, DE)
EIDLOTH, Rainer (Straußstr. 4, Herzogenaurach, 91074, DE)
MANTAU, Markus (Heinrich-Heine-Str. 36, Veitsbronn, 90587, DE)
Application Number:
DE2016/200266
Publication Date:
December 15, 2016
Filing Date:
June 08, 2016
Export Citation:
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Assignee:
SCHAEFFLER TECHNOLOGIES AG & CO. KG (Industriestraße 1-3, Herzogenaurach, 91074, DE)
International Classes:
F16C19/16; F16C33/64; B21D53/10; B23P13/00; F16C33/58
Foreign References:
DE102010022315A12011-12-01
AT185664B1956-05-25
DE867777C1953-02-19
DE102013215871A12015-02-12
DE102012206441A12013-10-24
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Claims:
Patentansprüche

1. Schrägkugelwälzlager (1 ) mit einem Innenring (2), wobei der Innenring (2) eine Außenlaufbahn (5) aufweist, mit einem Außenring (3), wobei der Außenring (3) eine Innenlaufbahn (6) aufweist, mit einer Mehrzahl von Kugeln (4) als Wälzkörper, wobei die Kugeln (4) zwischen der Außenlaufbahn (5) und der Innenlaufbahn (6) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenlaufbahn (5) durch ein Fließpressen des Innenrings (2) und/oder die Innenlaufbahn (6) durch ein Fließpressen des Außenrings (6) spanlos in Endkontur gebildet ist.

2. Schrägkugelwälzlager (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Schrägkugelwälzlager (1 ) einen Druckwinkel (alpha) von mindestens 10 Grad, vorzugsweise von mindestens 15 Grad und/oder von weniger als 45 Grad, vorzugsweise von weniger als 40 Grad, ausbildet.

3. Schrägkugelwälzlager (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Längsschnitt längs einer Hauptdrehachse (H) der Innenring (2) einen Schenkelabschnitt (14) und einen Schulterabschnitt (15) aufweist, wobei die Außenlaufbahn (5) an dem Übergang zwischen dem Schenkelabschnitt (14) und dem Schulterabschnitt (15) angeordnet ist und/oder der Außenring (3) einen Schenkelabschnitt (14) und einen Schulterabschnitt (15) aufweist, wobei die Innenlaufbahn (6) an dem Übergang zwischen dem Schenkelabschnitt (14) und dem Schulterabschnitt (15) angeordnet ist.

4. Schrägkugelwälzlager (1 ) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einem der Schulterabschnitte (15) ein umlaufender Kehlbereich (25) eingeformt ist, so dass zwischen der benachbarten Außenlaufbahn (5) bzw. Innenlaufbahn (6) und dem Kehlbereich (25) ein umlaufender Stegbereich (26) ausgebildet ist und dass das Schrägkugelwälzlager (1 ) einen Käfig (27) zur Führung der Kugeln (4) aufweist, wobei der Käfig (27) Halteorgane (28) aufweist, wobei die Halteorgane (28) den Stegbereich (26) umgreifen, so dass eine Verliersicherung in axialer Richtung für den Käfig (27) gebildet ist.

5. Schrägkugelwälzlager (1 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteorgane des Käfigs als Haltekrallen (28) ausgebildet sind. 6. Schrägkugelwälzlager (1 ) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schenkelabschnitt (14) in axialer Richtung gestaucht ist, wobei ein Stauchbereich (29) ausgebildet ist, wobei der Stauchbereich (29) eine Verliersicherung in axialer Richtung für die Kugeln (4) bildet. 7. Verfahren zur Fertigung eines Lagerrings (2,3) mit einer Laufbahn (5,6) für ein Schrägkugelwälzlager (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Lagerring (2,3) mit der Laufbahn (5,6) als der Innenring (2) mit der Außenlaufbahn (5) und/oder als der Außenring (3) mit der Innenlaufbahn (6) ausgebildet ist,

wobei in einem Hauptumformschritt ein Lagerringrohling in den Lagerring (2,3) kalt umgeformt wird, wobei die Laufbahn (5,6) durch das Fließpressen geformt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Hauptumformschritt der Kehlbereich (25) oder der Stauchbereich (29) in den Lagerring (2,3) eingeformt wird bzw. werden.

9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerringrohling (23, 24) aus einer Kreisringscheibe (21 ,22) als Vorprodukt durch einen Vorumformschritt gefertigt ist. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das die Kreisringscheibe (21 ) als das Vorprodukt für den Außenring (3) und die Kreisringscheibe (22) als Vorprodukt für den Innenring (2) aus einer Metallronde (17,19) gebildet sind.

Description:
SCHRÄGKUGELLAGER MIT KALTUMGEFORMTEM LAGERRING SOWIE VERFAHREN ZUR FERTIGUNG EINES LAGERRINGS DES SCHRÄGKUGELLAGERS

Die Erfindung betrifft ein Schrägkugelwälzlager mit einem Innenring, wobei der Innenring eine Außenlaufbahn aufweist, mit einem Außenring, wobei der Außenring eine Innenlaufbahn aufweist, sowie mit einer Mehrzahl von Kugeln als Wälzkörper, wobei die Kugeln zwischen der Innenlaufbahn und der Außenlaufbahn angeordnet sind. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Fertigung des Innenrings und/oder des Außenrings des Schrägkugelwälzlagers.

Schräglager mit Kugeln als Wälzkörper werden eingesetzt, wenn die Lager keine ausschließlich radiale Belastung, sondern eine radial-axiale Belastung ableiten müssen. Gegenüber Kegelrollenlagern weisen die Schräglager mit Kugeln als Wälzkörper den Vorteil auf, dass die Reibung geringer ausfällt, dagegen ist die Tragfähigkeit niedriger.

Die Laufbahnen für die Kugeln müssen relativ zu der Druckübertragungsrichtung ausgerichtet sein. Dies führt dazu, dass Ringe von Schräglagern in deren axialen Verlauf mit Bezug auf die radiale Ausdehnung einen schmalen und einen breiten Abschnitt aufweisen, welche ineinander übergehen, wobei in dem Übergang die Laufbahn für die Kugeln angeordnet ist.

Die Ringe des Schräglagers sind üblicherweise als Massivringe ausgebildet, also aus einem Vollmaterial als Halbzeug trennend oder abtragend gefertigt. Diese Art der Fertigung führt zu niedrigen Fertigungstoleranzen, ist jedoch aufgrund des Fertigungsverfahrens und aufgrund des benötigten, massiven Halbzeugs vergleichsweise teuer.

Die Druckschrift DE 10 2012 206 441 A1 , die den nächstkommenden Stand der Technik betrifft, offenbart als Gegenstand ein Planetenraddifferential, wobei sich ein Planetenträger des Planetenraddifferentials über Wälzlager gegenüber einem - -

Gehäuse abstützt und wobei das Wälzlager als ein Schräglager mit Kugeln als Wälzkörper ausgebildet ist. Aus der Beschreibung ergibt sich, dass der Lageraußenring des Wälzlagers gezogen ausgeführt ist und/oder der Lagerinnenring des Wälzlagers fließgepresst ausgeführt ist.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Schrägkugelwälzlager vorzuschlagen, welches kostengünstig herstellbar ist und zugleich gute funktionale Eigenschaften aufweist.

Diese Aufgabe wird durch ein Schrägkugelwälzlager mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren zur Fertigung eines Lagerrings des Schrägkugelwälzlagers mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst. Bevorzugte oder vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den beigefügten Figuren.

Gegenstand der Erfindung ist ein Schrägkugelwälzlager, welches insbesondere als ein Radialwälzlager ausgebildet ist. Das Schrägkugelwälzlager weist zwei Lagerringe auf, wobei einer der Lagerringe als ein Innenring ausgebildet ist, wobei der Innenring eine Außenlaufbahn aufweist. Die Außenlaufbahn wird durch eine Oberfläche des Innenrings, insbesondere des Grundmaterials des Innenrings, gebildet. Alternativ oder ergänzend ist die Außenlaufbahn integral zu oder in dem Innenring ausgebildet. Der andere Lagerring ist als ein Außenring ausgebildet. Der Außenring ist koaxial und vorzugsweise konzentrisch zu dem Innenring angeordnet. Der Außenring weist eine Innenlaufbahn auf, wobei die Innenlaufbahn durch eine Oberfläche des Außenrings, insbesondere durch das Grundmaterial des Außenrings, gebildet ist. Besonders bevorzugt ist die Innenlaufbahn integral zu oder in dem Außenring ausgebildet. Das Grundmaterial des Innenrings und/oder des Außenrings ist Metall, vorzugsweise Stahl.

Das Schrägkugelwälzlager weist eine Mehrzahl von Kugeln als Wälzkörper auf. Vorzugsweise ist das Schrägkugelwälzlager einreihig ausgebildet, kann aber auch mehrreihig ausgeführt sein. Die Kugeln sind abwälzend zwischen der Innenlaufbahn und der Außenlaufbahn angeordnet, sodass die Kugeln bei einer Belastung zugleich die Innenlaufbahn und die Außenlaufbahn kontaktieren. - -

Im Rahmen der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Außenlaufbahn durch ein Fließpressen des Innenrings und/oder die Innenlaufbahn durch ein Fließpressen des Außenrings gebildet ist. Alternativ oder ergänzend ist somit vorgesehen, dass mindestens eine Laufbahn eines Lagerrings des Schrägkugelwälzlagers durch Fließpressen des Lagerrings kalt umgeformt ist. Insbesondere ist das Fließpressen der formgebende Fertigungsschritt für die Laufbahn, insbesondere für die Innenlaufbahn und/oder für die Außenlaufbahn. Es erfolgt mittels des Fließpressens eine spanlose Ausbildung des Innenrings und/oder des Außenrings in Endkontur.

Beim Fließpressen ist die Temperatur in dem Werkstück, in diesem Fall der Lagerring, insbesondere der Innenring und/oder der Außenring, beziehungsweise ein vorhergehender Lagerringrohling, niedriger als die Rekristallisationstemperatur des Grundmaterials des Werkstücks. Insbesondere wird bei dem Fließpressen der Lagerringrohling bei Umgebungs- oder Raumtemperatur, vorzugsweise bei einer Temperatur von < 50 Grad, dem Fließpressvorgang zugeführt. Während des Umformens ist es jedoch möglich, dass höhere Temperaturen aufgrund der Umformarbeit in dem Lagerringrohling beziehungsweise in dem dann entstehenden Lagerring auftreten, wobei jedoch auch die höheren Temperaturen unter der Rekristallisationstemperatur des Grundmaterials liegen. Es ist von Vorteil, dass durch das Fließpressen Oberflächenspannungen in dem Lagerring im Bereich der Laufbahn erzeugt werden, die zu einer Leistungssteigerung führen. Zudem ist es von Vorteil, dass das Fertigungsverfahren des Fließpressens gerade bei hohen Stückzahlen sehr kostengünstig durchgeführt werden kann. Insgesamt ist das Schrägkugelwälzlager damit kostengünstig herstellbar und weist gute Funktionseigenschaften auf.

Es ist besonders bevorzugt, dass das Schrägkugelwälzlager einen Druckwinkel von mindestens 10 Grad, vorzugsweise von mindestens 15 Grad, und/oder von weniger als 45 Grad, vorzugsweise von weniger als 40 Grad, ausbildet. Der Druckwinkel wird relativ zu einer Ebene gemessen, welche senkrecht zu der Hauptachse des Schrägkugelwälzlagers ausgerichtet ist. Der Druckwinkel beschreibt die Richtung, in der eine Belastung von einem Lagerring zu dem anderen Lagerring bestimmungsgemäß übergeleitet werden kann. Bei einer bevorzugten konstruktiven Ausgestaltung sind die Lagerringe in einem Längsschnitt längs einer Hauptdrehachse des Schrägkugelwälzlagers vorzugsweise wie folgt ausgebildet:

Der Innenring weist einen Schenkelabschnitt und einen Schulterabschnitt auf, welche einstückig, integral und/oder einmaterialig miteinander ausgebildet sind. Insbesondere sind diese aus dem gleichen Grundmaterialabschnitt gefertigt, insbesondere geformt. Die Innenlaufbahn ist an dem Übergang zwischen dem Schenkelabschnitt und dem Schulterabschnitt angeordnet. Bezogen auf die radiale Breite ist der Innenring im Bereich des Schulterabschnitts breiter als im Bereich des Schenkelabschnitts. Für die Kugel als Wälzkörper ergibt sich in dem Längsschnitt eine Oberflächenkontur, welche zunächst parallel oder konisch zu der Hauptdrehachse im Bereich des Schenkelabschnitts verläuft und nachfolgend von der Hauptdrehachse weggekrümmt ist, um die Außenlaufbahn zu bilden. Dieser Bereich wird durch den Schulterabschnitt gebildet oder mit gebildet.

Alternativ oder ergänzend weist der Außenring ebenfalls einen Schenkelabschnitt und einen Schulterabschnitt auf, wobei die Innenlaufbahn an dem Übergang zwischen dem Schenkelabschnitt und dem Schulterabschnitt angeordnet ist. Bei dem Außenring verläuft die Oberflächenkontur in dem Längsschnitt zunächst parallel, konisch oder leicht ansteigend zu der Hauptdrehachse und ist nachfolgend zu der Hauptdrehachse hin gekrümmt ist, um die Innenlaufbahn zu bilden.

Bei dem Lagerring ist somit der Schenkelabschnitt in radialer Erstreckung schmaler ausgebildet als der Schulterabschnitt.

Optional ergänzend ist vorgesehen, dass in mindestens einem der Schulterabschnitte ein umlaufender Kehlbereich eingeformt ist. Der Kehlbereich durch das Fließpressen in den Schulterabschnitt eingeformt. Der Kehlbereich umläuft die Hauptdrehachse. Der Kehlbereich ist an dem Schulterabschnitt auf einer der Laufbahn abgewandten Seite eingebracht. Durch den Kehlbereich wird ein umlaufender Stegbereich an dem Schulterabschnitt ausgebildet. Das Schrägkugelwälzlager weist einen Käfig zur Führung der Kugeln auf, wobei der Käfig Halteorgane umfasst, welche den Stegbereich umgreifen und insbesondere in den Kehlbereich eingreifen, sodass eine - -

Verliersicherung in axialer Richtung für den Käfig gebildet ist. Der Käfig kann als ein Kunststoffkäfig ausgebildet sein, alternativ ist der Käfig als ein Blechkäfig realisiert. Durch das Einbringen des Kehlbereichs und/oder Ausformen des Stegbereichs wird in den jeweiligen Lagerring eine weitere Funktion, nämlich eine Verliersicherung für den Käfig, integriert. Der Kehlbereich kann wahlweise in den Innenring oder in den Außenring eingebracht sein.

Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Halteorgane des Käfigs als Haltekrallen ausgebildet. Die Haltekrallen sind in Umlaufrichtung um die Hauptdrehachse insbesondere voneinander beabstandet und/oder regelmäßig verteilt. Die Halteorgane, insbesondere die Haltekrallen, verlaufen in axialer Richtung über den Stegbereich und tauchen mit einem freien Endbereich in radialer Richtung in den Kehlbereich ein, sodass der Käfig in axialer Richtung, weggerichtet von dem Schulterabschnitt, formschlüssig verliergesichert ist.

Bei einer möglichen Alternative der Erfindung ist statt eines Kehlbereichs der Schenkelabschnitt in axialer Richtung gestaucht, sodass ein Stauchbereich ausgebildet ist. Der Stauchbereich bildet eine Verdickung des Lagerrings in radialer Richtung, wobei die Verdickung und/oder der Stauchbereich so gewählt ist, dass eine Verliersicherung in axialer Richtung für die Kugeln des Schrägkugelwälzlagers gebildet ist. Der Stauchbereich kann so dimensioniert sein, dass die Kugeln in das montierte Schrägkugelwälzlager eingeclipst werden können, jedoch nach dem Einclipsen formschlüssig gesichert sind. Der Stauchbereich kann während des Kaltumformens des Innenrings und/oder des Außenrings eingebracht werden.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fertigung eines Lagerrings mit einer Laufbahn für ein Schrägkugelwälzlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche. Der Lagerring mit der Laufbahn kann als der Innenring mit der Außenlaufbahn und/oder als der Außenring mit der Innenlaufbahn ausgebildet sein. Es ist somit möglich, dass das erfindungsgemäße Verfahren und/oder das erfindungsgemäße Schrägkugelwälzlager einen fließgepressten Lagerring oder zwei fließgepresste Lagerringe aufweist. - -

In einem Hauptumformschritt wird ein Lagerringrohling durch Fließpressen kalt umgeformt, sodass der Lagerring entsteht. Durch den Hauptumformschritt wird die Laufbahn des Lagerrings gebildet. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine spanlose Fertigung in Endkontur oder Endform (net-shape-manufacturing), im Speziellen von der Laufbahn, ermöglicht.

Bei einer möglichen Weiterbildung der Erfindung wird in dem Hauptumformschritt der Kehlbereich oder der Stauchbereich in den Lagerring eingeformt. Damit kann mit einem einzigen Fertigungsschritt eine komplexe Gestalt des Lagerrings erreicht werden, ohne die Kosten für die Fertigung zu erhöhen.

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Lagerringrohling in Form eines geraden Hohlzylinders ausgebildet. Es kann vorgesehen sein, dass der Lagerringrohling aus einer Kreisringscheibe als Vorprodukt durch einen Vom mformsch ritt gefertigt ist. In dem Vorumformschritt wird die Kreisringscheibe, insbesondere die ebene oder flache Kreisringscheibe, durch den Vorumformschritt umgeklappt und in der Form entsprechend verändert, sodass der Lagerringrohling entsteht.

Bei Weiterbildungen der Erfindung ist das Vorprodukt, insbesondere die Kreisringscheibe, für den Innenring und das Vorprodukt, insbesondere die Kreisringscheibe, für den Außenring aus einer Metallronde gefertigt. Insbesondere ist das Vorprodukt für den Innenring aus dem Mittelteil des Vorprodukts für den Außenring gebildet, sodass als Grundmaterial für beide Lagerringe nur eine gemeinsame Ronde benötigt wird. Damit werden die Vorprodukte im Rahmen einer Mutter-Kind-Fertigung und/oder oder als koaxiale und konzentrische Kreisringe kostengünstig hergestellt.

Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie der beigefügten Figuren. Dabei zeigen:

Figur 1 a, 1 b jeweils ein Schrägkugelwälzlager als Ausführungsbeispiele der Erfindung im Schnittbild; Figur 2 eine Illustration zur Fertigung der Lagerringe für die Schrägkugelwälzlager in den vorhergehenden Figuren;

Figur 3 eine teilgeschnittene, dreidimensionale Explosionsdarstellung eines Schrägkugelwälzlagers als ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung;

Figur 4 in gleicher Darstellung wie in der Figur 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Schrägkugelwälzlager;

Figur 5a, 5b jeweils ein Schrägkugelwälzlager in der gleichen Darstellung wie in den Figuren 1 a, 1 b als weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung.

Einander entsprechende oder gleiche Teile oder Bereiche sind in den Figuren mit einander entsprechenden oder gleichen Bezugszeichen versehen.

Die Figuren 1a und 1 b zeigen jeweils in einem schematischen Längsschnitt ein Schrägkugelwälzlager 1 als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Schrägkugelwälzlager 1 weist einen Innenring 2 sowie einen Außenring 3 auf, welche koaxial und konzentrisch zueinander und zu einer Hauptdrehachse H angeordnet sind. Zwischen dem Innenring 2 und dem Außenring 3 als Lagerringe sind eine Reihe Kugeln 4 als Wälzkörper in einem Käfig 27 angeordnet.

Die Kugeln 4 laufen an dem Innenring 2 an einer Außenlaufbahn 5 und an dem Außenring 3 an einer Innenlaufbahn 6 ab. Die Außenlaufbahn 5 ist durch ein Grundmaterial des Innenrings 2 gebildet und/oder ist integral mit dem Innenring 2 ausgeführt. Die Innenlaufbahn 6 des Außenrings 3 ist durch ein Grundmaterial des Außenrings 3 und/oder integral mit dem Außenring 3 ausgebildet. Außenlaufbahn 5 und Innenlaufbahn 6 sind so angeordnet, dass sich ein Druckwinkel α für die Drucklinien 7 ergibt, über die Belastungen von dem einen Lagerring zu dem anderen Lagerring übergeleitet werden. Der Druckwinkel α wird gegenüber einer Ebene bestimmt, die senkrecht zu der Hauptdrehachse H angeordnet ist und beträgt in dem vorliegenden Beispiel ca. 30 Grad. - -

Der Innenring 2 weist eine Durchgangsöffnung 8 auf, durch die eine Welle oder Achse durchgesteckt werden kann. Die Durchgangsöffnung 8 ist in radialer Richtung zu der Hauptdrehachse H durch eine zylinderförmige Fläche 9a des Innenrings 2 begrenzt. Der Außenring 3 weist an seiner radial äußeren Seite eine zylinderförmige Fläche 9b auf, welche eine Anlagefläche zur Anlage des Außenrings 3 in einer Tragstruktur bildet. In axialer Richtung ist der Innenring 2 durch eine erste Stirnseite 10 und eine zweite Stirnseite 11 sowie der Außenring 3 durch eine erste äußere Stirnseite 12 und eine zweite äußere Stirnseite 13 begrenzt.

Der Innenring 2 und der Außenring 3 weisen als Lagerringe in dem gezeigten Längsschnitt jeweils einen Schenkelabschnitt 14 und einen Schulterabschnitt 15 auf. Die Dicke der Lagerringe an dem Schenkelabschnitt 14 in radialer Richtung zu der Hauptdrehachse H ist kleiner als die Dicke in dem Schulterabschnitt 15. In dem Übergang von dem Schenkelabschnitt 14 zu dem Schulterabschnitt 15 ist die Laufbahn des Lagerrings, somit die Außenlaufbahn 5 beziehungsweise die Innenlaufbahn 6, angeordnet. Die dem Wälzkörperraum 16 zugewandte Kontur der Lagerringe ist im Schenkelabschnitt 14 parallel oder konisch zur Hauptdrehachse H beziehungsweise in den Wälzkörperraum 16 vom freien Rand her ansteigend und geht dann über in die Laufbahn, insbesondere die Außenlaufbahn 5 beziehungsweise die Innenlaufbahn 6. Der Innenring 2 und der Außenring 3 sind jeweils einstückig geformt.

In der Figur 2 ist eine Illustration zur Beschreibung eines Verfahrens zur Fertigung der Lagerringe, insbesondere des Innenrings 2 und des Außenrings 3, im Schnittbild dargestellt:

In einem Schritt I wird ausgehend von einer Metallronde 17 ein Mittelteil 18 ausgetrennt. Das Mittelteil 18 bildet eine weitere, kleinere Metallronde 19. Aus der kleineren Metallronde 19 wird ein Mittelteil 20 ausgetrennt.

In einem Schritt II liegt sowohl für den Innenring 2 als auch für den Außenring 3 eine flache Kreisringscheibe 21 beziehungsweise 22 vor. - -

In einem Schritt III wird die Kreisringscheibe 21 , 22 in einen Lagerringrohling 23, 24 umgeformt. Die Kreisringscheibe 21 , 22 bildet ein Vorprodukt in der Fertigung des Innenrings 2 beziehungsweise des Außenrings 3. Der Lagerringrohling 23, 24 bildet die Grundlage für den Innenring 2 beziehungsweise den Außenring 3. Der Schritt III wird auch als Vom mformsch ritt bezeichnet.

In einem Schritt IV, der auch als Hauptumformschritt bezeichnet werden kann, wird der Lagerringrohling 23, 24 fließgepresst. Dabei erfolgt die Umformung mit einer Temperatur, die unterhalb der Rekristallisationstemperatur des Lagerringrohlings 23,

24 beziehungsweise des Innenrings 2 beziehungsweise des Außenrings 3 liegt. Bei dem Hauptumformschritt erfolgt eine Materialverschiebung derart, dass der gegenüber dem Schenkelabschnitt 14 verbreiterte Schulterabschnitt 15 (vergleiche Figuren 1a und 1 b) gebildet wird.

In einem Schritt V wird der Innenring 2 und der Außenring 3 mit dem Käfig 27 und den Kugeln 4 zu dem Schrägkugelwälzlager 1 zusammengesetzt.

In der Figur 3 ist das Schrägkugelwälzlager 1 in einer teilgeschnittenen, dreidimensionalen Darstellung gezeigt. Der Innenring 2 weist, wie bereits beschrieben, den Schenkelabschnitt 14 und den Schulterabschnitt 15 auf. Bei dem Außenring 3 ist zu erkennen, dass der Schulterabschnitt 15 an der radial inneren Seite einen eingeformten Kehlbereich 25 aufweist, welcher umlaufend zu der Hauptdrehachse H (vergleiche Figur 1 a) angeordnet ist. Durch den in radialer Richtung nach außen versetzten Kehlbereich 25 ist ein Stegbereich 26 gebildet, auf dessen einer Seite die Innenlaufbahn 6 und auf dessen anderer Seite der Kehlbereich

25 angeordnet ist.

Das Schrägkugelwälzlager 1 weist einen Käfig 27 auf, in dem die Kugeln 4 voneinander beabstandet geführt sind. Der Käfig 27 weist auf seiner axialen Außenseite eine Mehrzahl von Haltekrallen 28 auf, welche Halteorgane des Käfigs 27 darstellen. Die Haltekrallen 28 sind an dem Käfig 27 derart angeformt, dass diese den Stegbereich 26 in axialer Richtung übergreifen und sind in radialer Richtung so lang bemessen, dass diese den Stegbereich 26 hintergreifen. Auf diese Weise kann der Käfig 27 und damit die Kugeln 4 selbst bei ausgebautem Innenring 2 in axialer - -

Richtung zu der Hauptdrehachse H nicht herausfallen. In einer ersten axialen Richtung ist der Käfig 27 mit den Kugeln 4 durch die Innenlaufbahn 6 von einem Herausfallen formschlüssig gesperrt. In der Gegenrichtung sind die Haltekrallen 28 hinter dem Stegbereich 26 so angeordnet, dass diese ein axiales Verschieben des Käfigs 27 mit den Kugeln 4 formschlüssig verhindern. Diese Art der formschlüssigen Verliersicherung mit den Halteorganen ist auch in der Figur 1a dargestellt.

Die Figur 4 zeigt eine alternative Ausgestaltung, welche auch der Ausgestaltung in der Figur 1 b entspricht. In der Ausgestaltung in der Figur 4 ist der Kehlbereich 25 und daraus folgend der Stegbereich 26 an dem Schulterabschnitt 15 des Innenrings 2 angeordnet. Die Haltekrallen 28 als Halteorgane des Käfigs 27 umgreifen den Stegbereich 26 radial nach innen, sodass der Käfig 27 in axialer Richtung zum einen durch die Innenlaufbahn 5 und in die andere axiale Richtung durch die den Stegbereich 26 übergreifend und hintergreifend angeordneten Haltekrallen 27 formschlüssig gesichert ist. Der Kehlbereich 25 kann während des Hauptumformschritts/Schritts IV in den Innenring 2 beziehungsweise Außenring 3 eingebracht werden.

Die Figuren 5a, 5b zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei im Vergleich zu dem Ausführungsbeispiel in den Figuren 1 a, 1 b der Schenkelabschnitt 14 in axialer Richtung gestaucht ist, sodass sich bei dem Ausführungsbeispiel 5a an dem Innenring 2 ein Stauchbereich 29 ergibt, welcher die Kugeln 4 formschlüssig in dem Innenring 2 hält. In der Figur 5b ist dagegen der Außenring 3 in axialer Richtung gestaucht, sodass sich der Stauchbereich 29 in dem Schenkelabschnitt 14 des Außenrings 3 ergibt und die Kugeln 4 in axialer Richtung formschlüssig sichert. Dies stellt eine alternative Ausgestaltung der Verliersicherung dar.

Der Stauchbereich 29 wird während des Hauptumformschritts und/oder Schritts IV in den Innenring 2 beziehungsweise in den Außenring 3 eingebracht. - -

Bezugszeichenliste

1 Schrägkugelwälzlager

2 Innenring

3 Außenring

4 Kugeln

5 Außenlaufbahn

6 Innenlaufbahn

7 Drucklinie

8 Durchgangsöffnung

9a, b zylinderförmige Fläche

10 erste Stirnseite

11 zweite Stirnseite

12 erste äußere Stirnseite

13 zweite äußere Stirnseite

14 Schenkelabschnitt

15 Schulterabschnitt

16 Wälzkörperraum

17 Metallronde

18 Mittelteil

19 Metallronde

20 Mittelteil

21 Kreisringscheibe

22 Kreisringscheibe

23 Lagerrohling

24 Lagerrohling

25 Kehlbereich

26 Stegbereich

27 Käfig

28 Haltekrallen

29 Stauchbereich

α Druckwinkel

H Hauptdrehachse