Schalko, Walter (Spitalgasse 558, Gars Am Kamp, A-3571, AT)
| 1. | Antistatische Textilfläche für Kraftfahrzeuge, insbesondere bindungs und/oder farbgemusterten Sitzbezug, dadurch gekennzeichnet, dass in den Bezugsstoff ungeerdete Leitfäden (6) eingearbeitet sind. |
| 2. | Textilfläche nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) in die Textilfläche mitgewebt, gewirkt oder gestrickt sind. |
| 3. | Textilfläche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) in der Textilfläche unter Bindungspunkten anlanciert oder unter Fäden gleichbindig mitlaufend angeordnet sind. |
| 4. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) im Kern des Textils verlaufen. |
| 5. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) zumindest zu 80% über ihren gesamten Verlauf von der Kontaktfläche zur Benutzerperson entfernt angeordnet sind. |
| 6. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) etwa parallel zueinander in Abständen bis 25mm angeordnet sind. |
| 7. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) einander kreuzend angeordnet sind. |
| 8. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) im Bereich der Sitz und/oder Lehnenmittelbahn (5) und/oder seitenwange (10) des Sitzbezuges angeordnet sind. |
| 9. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) aus mit Metall, Kohlenstoff oder anderen leitenden Werkstoffen dotierten Polymeren bestehen. |
| 10. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) ein Polyester, Polypropylen oder Polyamidgarn mit Metall, insbesondere Silberbeschichtung sind und einen Durchmesser von höchstens 0,30 mm aufweisen. |
| 11. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfäden (6) gegenüber der Fahrzeugkarosserie elektrisch isoliert und somit ungeerdet sind. |
| 12. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Gewebe der Leitfaden (6) mustergemäß mit dem nachfolgenden Musterfaden (11) gleich bindet. |
| 13. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Leitfadens (6) maximal 20% des Durchmessers des gleich bindenden Musterfadens (11) beträgt. |
| 14. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Strickbindung der Leitfaden (6) mit dem Grundfaden (12) gleichbindig mitläuft. |
| 15. | Textilfläche nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitfaden (6) einen Durchmesser von maximal 20% des Durchmessers des Grundfadens (12) aufweist. |
| 16. | Textilfläche nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitfaden an den Maschenfüßen (15) mit kleinstmöglichem Radius geführt ist, wobei gegebenenfalls der Leitfaden (6) von den Polhenkeln nach außen abgedeckt ist. |
Die Erfindung betrifft eine antistatische Textilfläche für Kraftfahrzeuge, insbesondere einen bindungs- und/oder farbgemusterten Sitzbezug.
Es ist ein allgemein bekannter Umstand, dass es durch die gesteigerte Verwendung von Textilien aus Kunststoff im Fahrzeuginneren zu elektrostatischen Aufladungen von Automobilsitzen und den Fahrzeuginsassen kommen kann. Es kann dabei zu unangenehmen elektrischen Schlägen kommen, die nicht nur bei Personen ein un- angenehmes Gefühl hervorrufen, sondern auch Schäden an elektronischen Geräten und im Extremfall auch zur Entzündung von explosiven Kraftstoffgasen führen kann. Bekannterweise, ist das elektrostatische Verhalten von Automobilsitzen auch abhängig von der Wetterlage und der Bekleidung des Benutzers.
Zur Vermeidung elektrostatischer Aufladung wurden bisher Versuche unternommen, elektrisch leitende Drähte in Textilflächen anzuordnen und diese Drähte über elektrische Leitungen an der Karosserie zu erden. Solche Erdungen sind in Relation zum Aufwand nicht befriedigend, und im Aufbau aufwendig und störanfällig.
Weiters ist es bekannt, textile Flächen dadurch leitfähig zu machen, dass leitfähig gemachte Gewebegarne mitgewebt werden, wie dies zB in EP 546 145 B1 für einen Transportsack geoffenbart ist. Die parallel zueinander verlaufenden elektrisch leitenden Fäden werden durch kreuzende elektrische Fäden miteinander verbunden und durch Erdungsleitungen eine Ableitung elektrostatischer Aufladungen herbeigeführt. Die leitenden Fäden sind an den Oberflächen des Textils angeordnet, sodass ein leitender Kontakt auch zwischen dem Füllmaterial und der Erdung hergestellt wird.
Aus der DE 18 10 060 A1 ist es bekannt, Stoffe für Bekleidungszwecke dadurch antistatisch zu machen, dass leitfähiges Garn zusammen mit dem sonstigen nicht leitfä- higen Garn verarbeitet wird. Die in den Beispielen dargestellten Anwendungen zei-
gen ausschliesslich Gewebe bei denen die Leitfäden nach außen zu liegen kommen, also sichtbar sind.
Die DE 44 02 578 A1 betrifft antistatische Schutzbekleidungen mit einer Isolations- Wirkung gegenüber der zu schützenden Person, wenn die Bekleidung mit stromführenden Gegenständen in Berührung kommt. Eine solche Isolation ist jedoch unerwünscht, wenn Oberflächenladung von der Person abgeleitet werden soll.
Der vorliegenden Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, dass auch im Fahrzeuginneren und insbesondere bei Sitzbezügen für Kraftfahrzeuge der gewünschte antistatische Effekt dadurch herbeigeführt werden kann, dass in dem Bezugsstoff mustergemäß und weitgehend unsichtbar ungeerdete Leitfäden eingearbeitet werden. Dies ist deshalb überraschend und unerwartet, als die Fachwelt bisher angenommen hat, dass antistatische Effekte bei Fahrzeugsitzbezügen nur durch eine entsprechende Ableitung der Elektrizität und demzufolge eine Erdung herbeigeführt werden kann.
Bei der gegenständlichen Erfindung soll der antistatische Effekt gegeben sein, obwohl keine Erdung stattfindet. Die Leitfäden sollen weitgehend unsichtbar sein und nicht dem Abrieb der sitzenden Person ausgesetzt sein. Die optische Mustergestaltung soll nicht beeinträchtigt werden.
Nach weiteren Merkmalen der Erfindung sind die Leitfäden in die frei gestaltbare Tex- tilfläche mit Erhalt aller sonstigen optischen und technischen Eigenschaften mitge- webt, gewirkt oder gestrickt. Bevorzugt sind die Leitfäden in der Textilfläche unter Bindungspunkten anlanciert oder unter Fäden gleichbindig mitlaufend angeordnet. Bevorzugt verlaufen die Leitfäden im Kern des Textils. Insbesondere sind die Leitfäden über ihren Verlauf an der Kontaktfläche von der Benutzerperson entfernt angeordnet. Die Leitfäden können entweder etwa parallel zueinander angeordnet oder einander kreuzend angeordnet sein. Abstände bis 25mm zwischen den parallel angeordneten Leitfäden sind vorteilhaft. Bei Sitzbezügen sollen die Bereiche der Sitzmittelbahn, der Seitenwange oder beide Bereiche mit Leitfäden versehen sein. Das Entsprechende gilt auch für die Sitzlehne. Die Leitfäden können als Bestandteil der Textilfläche zB Polyester, Polypropylen- oder Polyamidgarne mit Metallbeschichtung,
insbesondere Silberbeschichtung, sein. Alternativ bestehen die Leitfäden aus mit Metall, Kohlenstoff oder anderen leitenden Werkstoffen dotierten Polymeren.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Fig. 1 zeigt einen Fahrzeugsitz schematisch in Seitenansicht und Fig. 2 eine Aufsicht auf die Rückenlehne und die Sitzfläche. Fig. 3 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Textilfläche auf einem Fahrzeugsitz. Fig. 4 zeigt ein Fadenverlaufsmodell für ein Gewebe. Fig. 5 zeigt eine Strickbindung mit einem Leitfaden. Fig. 6 zeigt ein einfädiges Vollplüsch.
Als Beispiel für erfindungsgemäße antistatische Textilflächen wird dies anhand eines Sitzbezugs erläutert. Solche Textilflächen können aber auch von anderer Art sein wie zB Türtextilien, Teppiche und alle Ausstattungsteile, die zu statischen Aufladungen führen können.
Der Sitz umfasst eine Sitzlehne 1 und die Sitzfläche 2. Der Sitz ist über einen entsprechenden Sitzunterbau 3 mit der hier nicht dargestellten Fahrzeugkarosserie verbunden. Die antistatischen Textilflächen 4 sind hier durch den Sitzbezug gebildet. Zumindest soll jener mit dicker Linie eingezeichnete Teil des Sitzbezuges als antista- tische Textilfläche ausgebildet sein, der mit der Benutzerperson in Verbindung tritt. Dies können bei einem Fahrzeugsitz die Sitzmittelbahn 5, die Seitenwange 10 oder beide sein, die in Fig. 2 mit ihren Grenzen eingezeichnet sind.
In Fig. 2 ist beispielsweise die Textilfläche an der Sitzlehne 1 mit zueinander paralle- len Leitfäden 6 ausgestattet. Zur Erläuterung einer Variante dazu sind in der Sitzfläche 2 die Leitfäden 6 einander kreuzend angeordnet.
Die Fig. 3 zeigt schematisch einen Schnitt durch den Sitzbezug mit darunter liegender Polsterung des Sitzes. Die antistatische Textilfläche 4 kann ein Gewebe, Gewirke oder eine Strickware sein. Die Leitfäden 6, von denen hier einer in Seitenansicht dargestellt ist, ist Bestandteil der Textilfläche und ist derart eingearbeitet, dass er von der Kontaktfläche 7 zur Benutzerperson entfernt ist. Mit dieser Anordnung wird vermieden, dass die Leitfäden 6 durch Abrieb ihre Leitfähigkeit verlieren oder sonst wie zerstört werden. Unterhalb der antistatischen Textilfläche 4 befindet sich in üblicher- weise ein Auflageverbund 8 und darunter die Polsterung 9.
Die Textilflächen bestehen in bevorzugterweise aus Kunstfasern oder Mischungen mit hohem Kunstfaseranteil. Die Leitfäden sind bevorzugt derart ausgestattet, dass sie mustergemäß beim Web- oder Strickvorgang mit den übrigen Fasern mitgewebt oder mitgestrickt werden können. Die Anordnung der Leitfäden kann sich auch nach den mustermäßigen Abständen richten und horizontal oder vertikal sowie auch kreuzend geführt werden. Es sind alle Leitfäden verwendbar, die die notwendige Geschmeidigkeit und hohe Leitfähigkeit aufweisen. Bevorzugterweise handelt es sich bei den Leitfäden um Polyester- oder Polyamidgarne aus Mono- oder Multifilamen- ten, die mit Silber oder einem anderen hochleitfähigen Metall beschichtet sind. Die Anordnungen der Leitfäden zueinander müssen nicht streng parallel sein, sondern können entsprechend den Stoffmustern und der gewünschten Geometrie auch anders verlaufen. Wünschenswert ist es, dass es im Textil nicht zu relevanten Dichteänderungen der Leitfäden zueinander kommt, sodass die Einbindung und die Faden- stärke der Leitfäden entsprechend gewählt werden sollen. Bevorzugt werden die Leitfäden unter Bindungspunkten anlanciert oder die Leitfäden laufen unter Fäden gleichbindig mit. Es ist nicht erforderlich zwischen den einzelnen Leitfäden in Form einer Netzstruktur Verbindungen herzustellen, jedoch kann dies vorteilhaft sein.
Die sonst als selbstverständlich angenommene Erdung der Leitfäden ist nicht erforderlich, sodass die Leitfäden im antistatischen Textil elektrisch isoliert angeordnet werden können.
Bevorzugt hat der Leitfaden einen geringen Durchmesser, der 0,30mm nicht über- schreitet. Wenn zuvor betont wurde, dass die Leitfäden möglichst nicht an der Kontaktfläche 7 der Textilfläche anliegen sollen, so ist bevorzugt, dass mindestens 80% der Erstreckung der Leitfäden von den musterbildenden Fäden verdeckt werden.
Wie am Fadenverlaufsmodell Gewebe der Fig. 4 zu sehen ist, ist der Leitfaden 6 so eingetragen, dass er mustergemäß mit dem nachfolgenden Faden gleich bindet, jedoch nicht an exponierten Oberflächen zu liegen kommt. Die Auswahl der Garnstärke des Leitfadens erfolgt in Abhängigkeit von der Dimension des Musterfadens, hat jedoch maximal 20% Durchmesser dieses Musterfadens. Dies hat zur Folge, dass der Folgefaden gegen den vorhergehenden Musterfaden angeschlagen wird
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und durch Volumen den Leitfaden überdeckt. Ein Eindringen des Leitfadens in die äußeren Wirrlagen des Musterfaden ist dabei gewünscht und vorteilhaft.
In Fig. 5 ist eine Strickbindung eines zweifädig aufplattierten Flachoptikgestrickes dargestellt. Dort bindet der Leitfaden 6 gleichlaufend mit dem Grundfaden 12. Die oberflächenbildenden Polfäden 12, 14 werden nur über den Verlauf der Mascheneinbindung mit dem Grundfaden parallel geführt und decken gemeinsam mit diesem den Leitfaden ab. Bedingt durch das wiederum im Durchmesserverhältnis von höchstens 1:5 verursachte und durch die Vorspannungsunterschiede der Fäden bei der Zufüh- rung begünstigte Kraftpotential bildet der Leitfaden den kleinstmöglichen Radius aus und gleitet zwischen die Fäden bzw an die Rückseite der Masche. Die Einbindungsstellen an den Maschenfüßen 15 werden zusätzlich durch die austretenden Polfäden abgedeckt.
In Fig. 6 ist am Beispiel eines einfädigen Vollplüsches gezeigt, dass der Leitfaden 6 wiederum mit dem, den Zusammenhalt garantierenden Grundfaden 12 gleichbindig mitläuft. Die Einbindungen in die Grundmasche werden wiederum durch die Lage des Grundfadens und zusätzlich am ausgerüsteten Textil durch die aufgeschnittenen Velourhenkel 16 abgedeckt, sodass der Leitfaden nicht an exponierten Stellen zu liegen kommt.
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