KAHLE, Jens (Eisenbahnstrasse 34, Dreieich, 63303, DE)
| Vorrichtung zum Fördern von Material, insbesondere zum Austragen und/oder Dosieren von Schüttgut, mittels einer Horizontalzellenradschleuse, wobei die Horizontalzellenradschleuse ein in einem Zellenradgehäuse (2) angeordnetes Zellenrad (1) besitzt, welches um eine vertikale Drehachse drehbar ist, wobei ein durch die Horizontalzellenradschleuse zu förderndes Material von oberhalb des Zellenradgehäuses dem Zellenrad zuzuführen ist, innerhalb des Zellenradgehäuses in horizontaler Richtung gefördert wird und aus dem Zellenradgehäuse nach unten zu entlassen ist, gekennzeichnet dadurch, dass das Zellenradgehäuse (2) zwischen einer Deckelplatte (3) und einer Bodenplatte (4) angeordnet ist, wobei wenigstens zwei EinlaufÖffnungen (11) in der Deckelplatte zum Zuführen des zu fördernden Materials und wenigstens zwei AuslaufÖffnungen (12) in der Bodenplatte zum Entlassen des zu fördernden Materials enthalten sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, ferner dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelplattenabschnitte zwischen allen EinlaufÖffnungen jeweils gleich groß sind und die Bodenplattenabschnitte zwischen allen AuslaufÖffnungen jeweils gleich groß sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, ferner dadurch gekennzeichnet, dass die EinlaufÖffnungen 11 und AuslaufÖffnungen 12 derart um die vertikale Achse verteilt angeordnet sind, dass ein gewisser Versatz zu einer gleichmäßigen Verteilung besteht, insbesondere ein Versatz, der dem Öffnungswinkel einer Zelle dividiert durch die Anzahl der AuslaufÖffnungen 12 entspricht . Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen koaxial zum Zellenradgehäuse und oberhalb diesem angeordneten Aufgabeeinrichtung (5) und einer koaxial zum Zellenradgehäuse und unterhalb diesem angeordneten Auslass-Anschlusseinrichtung (14, 15) . Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Zellenradgehäuse eine radial geschlossene Kammer bildet, so dass das darin befindliche Zellrad radial nach außen hin abgeschlossen ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte in radialer Richtung zwischen dem Zellenrad und dem Zellenradgehäuse mit Leckageöffnungen (16) versehen ist, die einen Luftspülungskanal von dem Zellenradgehäuse in Richtung auf eine unterhalb der Zellenradgehäuse anordenbare Auslass-Anschlusseinrichtung (14, 15) bereitstellen. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, ferner gekennzeichnet dadurch, dass zur Einstellung von axialen Zellenradspalten Distanzbleche an der Auflage der Zellenradnabe zur Rotorwelle vorgesehen sind. 8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, ferner gekennzeichnet dadurch, dass zur Einstellung von axialen Zellenradspalten Distanzbleche zwischen Zellenradgehäuse und Deckelplatte vorgesehen sind oder eine einstellbare Verschraubung der Deckelplatte mit der Zellenradgehäuse vorgesehen ist. 9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, ferner gekennzeichnet durch einen seitlich angeordneten Antriebsmotor (8), welcher eine coaxial zum Zellenradgehäuse gelagerte Rotorwelle (7) antreibt . 10. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch, ferner dadurch gekennzeichnet, dass die Rotorwelle sowohl das Zellenrad als auch ein oberhalb des Zellenradgehäuses angeordnetes Rührwerk (6) antreibt. 11. Vorrichtung nach einem der zwei vorstehenden Ansprüche, wobei die Rotorwelle mittels einer Lagerund Dichtungseinheit (10) in der Bodenplatte gelagert ist und vom Antriebsmotor zur Rotorwelle eine Antriebskette (9) innerhalb der Bodenplatte verläuft, welche mittels einer Abdeckung zu einer unterhalb der Zellenradgehäuse angeordneten Auslass- Anschlusseinrichtung (14, 15) hin staubdicht geschützt |
Horizontalzellenradschleuse
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern von Material mittels einer Horizontalzellenradschleuse.
Zellenradschleusen dienen üblicherweise zum Austragen bzw. Einspeisen von einem riesel- und/oder fließfähigen
Schüttgut aus einem Behälter, z.B. einem Silo oder einem Bunker, in eine nachfolgende mechanische oder pneumatische Fördereinrichtung. Als Schüttgut kommen unterschiedlichste Gemenge in Betracht, die bezüglich ihrer Korngröße von Granulat bis zu pulverförmigen oder staubförmigen Stoffen reichen. Einer Zellenradschleuse wird z.B. als Bestandteil einer komplexen Förderanlage unter anderem die Aufgabe zuteil, eine nachfolgende Fördereinrichtung von dem
Behälterdruck des zu fördernden Materials zu entlasten, wobei Sie darüber hinaus eine volumetrisch kontinuierliche Förderung des jeweiligen Materials, also insbesondere von Schüttgut, zur genauen Dosierung gewährleistet. Des
Weiteren ermöglicht eine Zellenradschleuse in der Regel den Ausgleich von Druckdifferenzen, die zwischen dem
Zufuhrbereich und dem Auslassbereich vor bzw. hinter der Zellenradschleuse herrschen.
Es sind verschiedene Ausführungsformen von
Zellenradschleusen bekannt. Die vorliegende Erfindung bezieht auf eine Horizontalzellenradschleuse, z.B. in
Ausführung einer sog. Durchblasschleuse oder einer sog. Austragsschleuse, die bevorzugt zum Fördern eines pulver-
BESTÄTiGUHGS^OPiE oder staubförmigen Schüttguts geeignet ist. Als auszutragendes Gemenge kommt insbesondere Kohlenstaub in Betracht, der aus einem Silo heraus in ein Förderrohr einer pneumatischen Fördereinrichtung einzuspeisen ist.
Die Wirkungsweise einer solchen Horizontalzellenradschleuse nach dem Stand der Technik beruht auf einem von außen angetriebenen Rotor, dem sogenannten Zellenrad, der eine vorgegebene Anzahl von Rotorblättern umfasst und dessen Drehachse passgenau in einem Gehäuse gelagert ist. Zwischen den Rotorblättern und dem Gehäuse bildet sich somit eine entsprechende Anzahl von Rotorzellen, im Weiteren als
Zellen des Zellenrads bezeichnet, einer Zellenradschleuse aus, die sich um die Drehachse drehen. Während der
Drehbewegung des Zellenrads wird ein durch die
Zellenradschleuse zu förderndes Material durch eine erste Öffnung als EinlaufÖffnung der Zellenradschleuse
aufgenommen und zu einer der EinlaufÖffnung bezüglich der Drehachse des Zellenrads gegenüberliegenden zweiten
Öffnung, der AuslaufÖffnung, gefördert. Die EinlaufÖffnung ist hierzu mit einem Vorratsbehälter ausgerichtet,
beispielsweise nach oben offen und unter einem Silo
angeflanscht oder auch mit einem Aufgabetrichter
ausgerichtet. Die AuslaufÖffnung ist in der Regel mit einer unter dieser angeordneten Auslass-Anschlusseinrichtung ausgerichtet, über welche weiterführende Anlagenteilen, z.B. eine weitergehende Fördereinrichtung, angeschlossen sind. Üblicher Weise sind die Horizontalzellenradschleusen nach dem Stand der Technik mit jeweils einer einzigen Einlaufund einer einzeigen AuslaufÖffnung ausgebildet, wobei die Auslass-Anschlusseinrichtung versetzt zur Mittelachse angeordnet ist. Eine Integration solcher
Horizontalzellenradschleusen in Anlagen ist folglich häufig mit Schwierigkeiten verbunden.
Ferner bestimmt sich die Förderleistung aus dem Inhalt an zu förderndem Material, den die Zellen aufnehmen können und der Drehgeschwindigkeit des Rotors bzw. der Zellen. Bei einer konstanten Drehzahl des Zellenrads ergibt sich eine volumetrisch kontinuierliche Förderung, die u.a. ein genaues Austragen und/oder Dosieren von Schüttgut
ermöglicht .
Horizontalzellenradschleusen zeichnen sich ferner durch eine vertikale Drehachse aus, wobei das zu fördernde
Material innerhalb des Gehäuses in horizontaler Richtung gefördert wird. Diese Schleusen können darüber hinaus über eine vertikal nach unten gerichtete Ausblasung der zu entleerenden Zellen als Austragshilfe verfügen.
Horizontalzellenradschleusen in Form von Durchblasschleusen kommen jedoch üblicher Weise ausschließlich in Verbindung mit einer pneumatischen Förderung zum Einsatz, wobei die pneumatische Förderleitung dabei in der Regel direkt durch die zu entleerenden Zellen geführt ist.
Typischerweise weisen Horizontalzellenradschleusen
grundsätzlich einen relativ großen Durchmesser von
Zellenrad und Gehäuse im Vergleich zur Zellenradhöhe auf, um ein ausreichendes Füllen und Entleeren der Zellen zu gewährleisten. Gleichzeitig sind durch physikalisch
benötigte Füllzeiten sowie bei Geräten, welche brennbare Schüttgüter fördern aus Sicherheitsgründen die maximalen Umfangsgeschwindigkeiten des Zellenrades begrenzt. Das theoretische Fördervolumen ergibt sich aus dem Produkt des Zellenradvolumens und der Zellenraddrehzahl . Dadurch müssen entsprechend der gewünschten Fördermenge entsprechend große Zellenraddurchmesser gewählt werden. Zum Erreichen eines guten und effizienten Dosierverhaltens sind außerdem geringe Gehäusespalte erforderlich. Daher wird die
Fertigung der Gehäuseteile mit den entsprechenden
Genauigkeitsanforderungen mit zunehmendem Durchmesser immer schwieriger und kostenintensiver . In der Regel ist in
Prozessen ein kontinuierlicher Schüttgutfluß erforderlich. Daher ist ein weiterer Nachteil bekannter Ausführungen die Begrenzung der minimalen Förderstärke und somit des
möglichen Dosierbereichs bedingt durch einen pulsierenden Austrag des Förderguts, da bei geringer Zellenraddrehzahl sich die zu entleerende Zelle vollständig entleert, bevor die nächste gefüllte Zelle die AuslaufÖffnung erreicht. Aufgabe der Erfindung ist es daher, zumindest einigen der vorstehend aufgezeigten Schwierigkeiten und Erfordernisse des Standes der Technik wirksam entgegenzutreten.
So besteht insbesondere eine Aufgabe der Erfindung darin, einen alternativen Weg zur Steigerung der Fördermenge bei Einsatz von Horizontalzellenradschleusen aufzuzeigen. Eine weitere Aufgabe besteht insbesondere darin, die
Maßanforderungen an gering zu haltende Gehäusespalte zum Erreichen eines weiterhin guten und effizienten
Dosierverhaltens zu reduzieren Ferner besteht eine weitere Aufgabe insbesondere darin, die bei geringen Förderstärken auftretenden Pulsationseffekte zu verringern und somit den Dosierbereich zu vergrößern.
Die Lösung nach der Erfindung ist durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 1 gegeben. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche .
Demgemäß schlägt die Erfindung eine Vorrichtung zum Fördern von Material, insbesondere zum Austragen und/oder Dosieren von Schüttgut, mittels einer Horizontalzellenradschleuse vor, die dadurch gekennzeichnet ist, dass das
Zellenradgehäuse zwischen einer Deckelplatte und einer Bodenplatte angeordnet ist, wobei wenigstens zwei
EinlaufÖffnungen in der Deckelplatte zum Zuführen des zu fördernden Materials und wenigstens zwei AuslaufÖffnungen in der Bodenplatte zum Entlassen des zu fördernden
Materials enthalten sind. Ein Wesentlicher Vorteil der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik besteht somit darin, dass das Verhältnis von Zellenraddurchmesser zum Fördervolumen durch zwei
EinlaufÖffnungen in der Deckelplatte und zwei
AuslaufÖffnungen in der Bodenplatte derart verbessert ist, dass folglich von einem doppelten Fördervolumen bei
gleicher Baugröße im Vergleich zu herkömmlichen
Horizontalzellenradschleusen ausgegangen werden kann.
In praktischer Ausführung ist es erforderlich, dass jede EinlaufÖffnung zu jeder AuslaufÖffnung in einem
vorgegebenen Winkel um die Drehachse versetzt angeordnet ist, so dass in vertikaler Richtung eine Überlappung von EinlaufÖffnungen und AuslaufÖffnungen vermieden ist. Zu förderndes Material wird folglich zumindest kurzzeitig schleusenartig in einer Zelle umschlossen, nachdem es durch eine EinlaufÖffnung zugeführt worden ist und bevor es durch eine AuslaufÖffnung entlassen wird, so dass auch der
Ausgleich von Druckdifferenzen ermöglicht ist.
Zweckmäßig sind die Deckelplattenabschnitte zwischen allen EinlaufÖffnungen jeweils gleich groß und die
Bodenplattenabschnitte zwischen allen AuslaufÖffnungen jeweils gleich groß. Infolge der somit in Umfangsrichtung gleichmäßigen Verteilung der EinlaufÖffnungen wird das zu fördernde Material auch gleichmäßiger aus einem Vorratssilo oder Aufgabetrichter abgezogen bzw. der Zellenradschleuse zugeführt, als bei einem einseitig angeordneten Einlauf oder mehreren jedoch ungleichmäßig angeordneten
EinlaufÖffnungen .
In alternativer Ausführung ist vorgesehen, die
AuslaufÖffnungen derart um die vertikale Achse verteilt anzuordnen, dass ein gewisser Versatz zu einer
gleichmäßigen Verteilung besteht. Der Versatz beträgt hierbei z.B. den Öffnungswinkel einer Zelle dividiert durch die Anzahl der AuslaufÖffnungen . Somit ergibt sich im Falle zweier AuslaufÖffnungen ein Versatz zu einer
gegenüberliegenden Anordnung von einem halben
Zellenöffnungswinkel. Damit erreichen die Zellen
wechselweise die Kanten der jeweiligen AuslaufÖffnung, wodurch die Neigung zu pulsierendem Schüttgutaustrag insbesondere bei geringen Zellenraddrehzahlen reduziert wird . Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik besteht dann somit darin, dass zusätzlich von deutlich verminderten, z.B. halbierten
Pulsationseffekten im Vergleich zu herkömmlichen
Horizontalzellenradschleusen ausgegangen werden kann.
Sind eine oberhalb des Zellenradgehäuse angeordnete
Aufgabeeinrichtung und eine und unterhalb des
Zellenradgehäuse angeordnete Auslass-Anschlusseinrichtung jeweils koaxial zum Zellenradgehäuse angeordnet, ist die Vorrichtung gemäß der Erfindung in der Regel leichter in Anlagen zu integrieren, als solche mit einem axialen
Versatz . In zweckmäßiger Ausgestaltung ist ferner vorgesehen, dass das Zellenradgehäuse eine radial geschlossene Kammer bildet, so dass das darin befindliche Zellrad radial nach außen hin abgeschlossen ist. Von Vorteil hierbei ist insbesondere, dass Leckluft bei Förderung in eine
druckbehaftete weitergehende Förderleitung durch Vermeidung radialer Spalte verringert wird.
Ist in vorteilhafter Weiterbildung die Bodenplatte in radialer Richtung zwischen dem Zellenrad und dem
Zellenradgehäuse mit Leckageöffnungen versehen, die einen Luftspülungskanal von dem Zellenradgehäuse in Richtung auf eine unterhalb der Zellenradgehäuse anordenbare Auslass- Anschlusseinrichtung bereitstellen, können insbesondere bei radial geschlossenem Zellenrad mögliche
Schüttgutablagerungen im radialen Spalt zwischen Zellenrad und Zellenradgehäuse auf einfache Weise abgeführt werden. In äußerst wirksamer und einfacher Weise ist ferner
vorgesehen, zur Einstellung von axialen Zellenradspalten Distanzbleche an der Auflage der Zellenradnabe zur
Rotorwelle vorzusehen und/oder Distanzbleche zwischen
Zellenradgehäuse und Deckelplatte oder auch eine
einstellbare Verschraubung der Deckelplatte mit dem
Zellenradgehäuse vorzusehen.
In der Praxis hat sich ferner ein seitlich angeordneter Antriebsmotor, welcher eine koaxial zum Zellenradgehäuse gelagerte Rotorwelle antreibt, als zweckdienlich erwiesen.
Vorzugsweise treibt diese Rotorwelle sowohl das Zellenrad als auch gleichzeitig ein oberhalb des Zellenradgehäuses angeordnetes Rührwerk an.
Zum Schutz der Antriebselemente wird ferner vorgeschlagen, dass die Rotorwelle mittels einer Lager- und
Dichtungseinheit in der Bodenplatte gelagert ist und vom Antriebsmotor zur Rotorwelle eine Antriebskette innerhalb der Bodenplatte verläuft, welche mittels einer Abdeckung zu einer unterhalb der Zellenradgehäuse angeordneten Auslass- Anschlusseinrichtung hin staubdicht geschützt ist. Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Beispiels einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen. In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 eine Skizze einer Horizontalzellenradschleuse nach der Erfindung, gesehen von der Seite und teilweise geschnitten; Fig. 2 eine Skizze der Horizontalzellenradschleuse nach
Fig. 1, gesehen von oben, wobei der Aufgabetrichter und das Rührwerk aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen worden sind; und
Fig. 3 eine Skizze einer der in Fig. 1 dargestellten
Horizontalzellenradschleuse ähnlichen
Horizontalzellenradschleuse, gesehen von oben, wobei die Ein- und AuslaufÖffnungen derart um die vertikale Achse verteilt angeordnet sind, dass ein gewisser Versatz zu einer gleichmäßigen Verteilung besteht und der Aufgabetrichter und das Rührwerk aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen worden sind. Die Fig. 1 und 2 zeigen eine bevorzugte Ausführungsform einer Horizontalzellenradschleuse gemäß der Erfindung, welche innerhalb einer, in den Figuren nur teilweise dargestellten Vorrichtung zum Fördern von Material,
insbesondere zum Austragen und/oder Dosieren von Schüttgut integriert ist. Wie in den Figuren zu sehen, besitzt die
Horizontalzellenradschleuse ein in einem Zellenradgehäuse 2 angeordnetes Zellenrad 1, welches um eine vertikale
Drehachse drehbar ist, wobei ein durch die
Horizontalzellenradschleuse zu förderndes Material von oberhalb des Zellenradgehäuses , wie mit den mit ,,Z"
gekennzeichneten Pfeilen angezeigt, dem Zellenrad
zuzuführen ist, innerhalb des Zellenradgehäuses in
horizontaler Richtung gefördert wird und aus dem
Zellenradgehäuse nach unten, wie mit den mit „E"
gekennzeichneten Pfeilen angezeigt, zu entlassen ist. Das Zellenradgehäuse 2 ist erfindungsgemäß zwischen einer
Deckelplatte 3 und einer Bodenplatte 4 angeordnet ist, wobei zum Zuführen des zu fördernden Materials in der
Deckelplatte wenigstens zwei EinlaufÖffnungen 11 und zum Entlassen des zu fördernden Materials in der Bodenplatte wenigstens zwei AuslaufÖffnungen 12 enthalten sind.
Koaxial zum Zellenradgehäuse und oberhalb diesem ist eine Aufgabeeinrichtung 5 und unterhalb des Zellenradgehäuses ist ebenfalls koaxial zum Zellenradgehäuse eine Auslass- Anschlusseinrichtung angeordnet, welche im dargestellten Beispiel einen Sammeltrichter 14 und einen Anschlussstutzen 15 besitzt, über welchen weiterführende, jedoch nicht dargestellte Anlagenteile, z.B. eine weitergehende,
Fördereinrichtung, angeschlossen sind. Ferner ist jede EinlaufÖffnung 11 zu jeder AuslaufÖffnung 12 in einem vorgegebenen Winkel um die Drehachse versetzt angeordnet, so dass in vertikaler Richtung eine Überlappung von
EinlaufÖffnungen und AuslaufÖffnungen vermieden ist. Die in den Figuren dargestellte Horizontalzellenradschleuse stellt folglich zentrische Einlauf- und Auslaufbereiche bereit und eignet sich besonders zur Dosierung von rieselfähigen
Schüttgütern in drucklose oder druckbehaftete Räume, wie z.B. pneumatische Förderleitungen.
Über den Aufgabetrichter 5 gelangt das Schüttgut auf die Deckelplatte 3. Dort wird das Schüttgut mittels eines
Rührwerks 6 in die EinlaufÖffnungen 11 verteilt. Unterhalb der Deckelplatte befindet sich das Zellenrad 1, welche das Schüttgut aufnimmt und zu den AuslaufÖffnungen 12, welche sich in der Bodenplatte 4 befinden, fördert.
Für eine gleichmäßige Verteilung und Förderung des zu fördernden Materials sind zweckmäßig die Deckelplattenabschnitte zwischen allen EinlaufÖffnungen jeweils gleich groß und auch die Bodenplattenabschnitte zwischen allen AuslaufÖffnungen jeweils gleich groß. Bei der dargestellten Ausführungsform verfügt die
Deckelplatte 3 über zwei und somit bevorzugt über
gegenüberliegende EinlaufÖffnungen 11, wie auch die
Bodenplatte über zwei im Wesentlichen gegenüberliegende AuslaufÖffnungen 12 verfügt, die zweckmäßiger Weise jedoch folglich um einen Winkel von etwa 90°um die Drehachse versetzt zu den EinlaufÖffnungen 11 angeordnet sind.
Das Schüttgut wird somit mittels des Rührwerks 6
gleichmäßig in die beiden EinlaufÖffnungen verteilt, woraufhin das Zellenrad 1 das aufgenommene Schüttgut in
Drehrichtung um ca. 90° auf der horizontalen Ebene zu den beiden gegenüberliegenden AuslaufÖffnungen 12 fördert.
Bei der gemäß Fig. 3 abgewandelten Ausführungsform sind zwar wiederum zwei EinlaufÖffnungen 11 als auch zwei
AuslaufÖffnungen 12 vorgesehen, die Ein- und
AuslaufÖffnungen 11 und 12 sind jedoch derart um die vertikale Achse verteilt angeordnet sind, dass ein gewisser Versatz zu einer gleichmäßigen Verteilung besteht. Der Versatz entspricht hierbei bevorzugt dem Öffnungswinkel einer Zelle dividiert durch die Anzahl der
AuslaufÖffnungen . Gemäß Fig. 3 sind die AuslaufÖffnungen 12 somit zur exakt gegenüberliegenden Anordnung um die Hälfte des Öffnungswinkels α einer Zelle versetzt.
Das Schüttgut wird somit mittels des Rührwerks 6 in die beiden EinlaufÖffnungen verteilt, woraufhin das Zellenrad 1 das aufgenommene Schüttgut je nach EinlaufÖffnung in
Drehrichtung um ca. 90° auf der horizontalen Ebene zu den beiden AuslaufÖffnungen 12 fördert. Durch den Versatz von /2 jeder Paarung aus Ein- und Auslauf ffnung erreichen die Zellen wechselweise die Kanten der jeweiligen
Auslauf ffnung, wodurch die Neigung zu pulsierendem
Schüttgutaustrag insbesondere bei geringen
Zellenraddrehzahlen reduziert wird. Zur restlosen Entleerung der Zellen des Zellenrads werden diese durch über den AuslaufÖffnungen angeordnete
Ausblasöffnungen mit Druckluftunterstützung 13 entleert. Die Druckluft kann dabei im Falle einer vorhandenen
pneumatischen Förderleitung zweckmäßig von dieser entnommen werden. Das Schüttgut gelangt daraufhin in den Auslass-
Sammeltrichter 14 und verlässt am Auslass-Anschlussstutzen
15 die Vorrichtung.
Das Zellenrad 1 ist am äußeren Umfang radial geschlossen ausgeführt. Somit ergeben sich nur axial auf der Ober- und Unterseite Dichtspalte zu Boden- und Deckelplatte. Der Radialspalt zwischen Zellenrad und Gehäuse 2 ist kein
Dichtspalt und hat entsprechend keine besonderen
Anforderungen an die Maßgenauigkeit. Eventuell dorthin gelangendes Schüttgut durch Leckageverluste kann somit mittels Druckluftunterstützung 13 über die Leckageöffnungen
16 in den Sammeltrichter 14 ausgetragen werden.
Das Zellenrad wird zweckmäßig gemeinsam mit dem Rührwerk mittels einer Rotorwelle 7 angetrieben. Ein vorzugsweise seitlich angeordneter Antriebsmotor 8 treibt eine
Antriebskette 9 an, welche wiederum die Rotorwelle antreibt. Die Rotorwelle ist zum Schutz mittels einer
Lager- und Dichtungseinheit 10 in der Bodenplatte gelagert. Da es im Können eines Fachmann liegt, eine solche in einer Bodenplatte gelagerte Lager- und Dichtungseinheit für einen ausreichenden Schutz konstruktiv zu gestalten, wird diese nicht näher im Detail beschriebenen. Auch die Antriebskette läuft bevorzugt innerhalb der Bodenplatte und ist mittels einer Abdeckung zum Sammeltrichter 14 hin staubdicht geschützt .
Zur Einstellung der axialen Zellenradspalte sind
insbesondere Distanzbleche an der Auflage der Zellenradnabe zur Rotorwelle vorgesehen. Diese erlauben das Einstellen des unteren Spaltmaßes . Das obere Spaltmaß der Deckelplatte kann ebenfalls auf einfache Weise mittels Distanzblechen zwischen Gehäuse und Deckelplatte oder mittels
einstellbarer Verschraubung erfolgen.
Die Erfindung weist somit gegenüber dem Stand der Technik entscheidende Vorteile auf. Die wenigstens doppelte
Ausführung des Einlaufs und Auslaufs erlaubt eine höhere Förderleistung bei gleicher Baugröße und somit eine
deutliche Kostenreduktion. So ziehen z.B. zwei
gegenüberliegende Einläufe das Material gleichmäßiger aus einem Vorratssilo oder Aufgabetrichter ab, als ein
einseitig angeordneter Einlauf. Um einen bestimmten Winkel, z.B. um den halben Zellenöffnungswinkel, versetzt zu einer gegenüberliegenden Anordnung angeordnete AuslaufÖffnungen reduzieren die Neigung zu pulsierendem Austrag bei geringen Förderstärken und erweitern somit möglichen Dosierbereich einer Baugröße. Auch lässt sich eine Bauweise
verfahrenstechnischer Maschinen mit axial angeordneten Einlauf- und Auslaufbereichen in der Regel leichter in Anlagen integrieren, als solche mit einem axialen Versatz.
Zusätzlich verfügt die beschriebene Vorrichtung gemäß der Erfindung zweckmäßig über ein radial geschlossenes
Zellenrad, um insbesondere Leckluft bei Förderung in eine druckbehaftete Förderleitung durch Vermeidung radialer Spalte zu verringern. Aufgrund der beschriebenen
Leckageöffnungen in der Bodenplatte, die somit
Luftspülungskanäle von dem Zellenradgehäuse in Richtung auf eine unterhalb der Zellenradgehäuse anordenbare Auslass- Anschlusseinrichtung bereitstellen, können jedoch auf überraschend einfache Weise mögliche Schüttgutablagerungen im radialen Spalt zwischen Zellenrad und Zellenradgehäuse mittels Luftspülung abgeführt werden, z.B. in den
dargestellten Auslass-Sammeltrichter 14.
Der Erfinder ermöglicht somit ferner, z.B. im Bereich der Kohlestaubdosierung, die Herstellkosten der Gehäusebauteile und des Zellenrades bei gleichen Förderleistungen zu reduzieren .
Bezugszeichenliste :
1. Zellenrad
2. Gehäuse
3. Deckelplatte
4. Bodenplatte
5. Aufgäbetriehter
6. Rührwerk
7. Rotorwelle
8. Antriebsmotor
9. Antriebskette
10. Lager und Dichtungseinheit
11. EinlaufÖffnung
12. AuslaufÖffnung
13. Ausblasung Zellenradzellen und Radialspalt
14. Sammeltrichter einer Auslass-Anschlusseinrichtung
15. Anschlussstutzen einer Auslass-Anschlusseinrichtung
16. Leckageöffnungen
