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Patent Searching and Data


Title:
APPARATUS FOR DETECTING THE CONTENT OF A BOOK
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/036482
Kind Code:
A1
Abstract:
An opened book can be placed in an apparatus for detecting the content of a book (10) or of pages bound in a book-like manner, said apparatus having one cradle (2) with two support surfaces (3, 3') arranged at an obtuse angle to each other, wherein the book with the opened pages rests upward. The relative position of the support surfaces (3, 3') is adjustable, namely, in at least one direction which is parallel to the plane of the support surface and perpendicular to the bifurcation. In addition, the apparatus has a camera system with at least two camera units (5, 5') which are each positioned above the cradle for recording of one of the opened pages of a book held in the cradle, and a paging apparatus (20) is provided for paging through the pages of a book held in the cradle, wherein the cradle and/or the support surfaces can be moved in an essentially vertical position relative to the camera system.

Inventors:
JAKES, Alfred (Schulgasse 80/6, Wien, A-1180, AT)
Application Number:
AT2008/000334
Publication Date:
March 26, 2009
Filing Date:
September 16, 2008
Export Citation:
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Assignee:
QUIDENUS GMBH (Mooslackengasse 17, Wien, A-1190, AT)
JAKES, Alfred (Schulgasse 80/6, Wien, A-1180, AT)
International Classes:
H04N1/04; B42D9/04
Domestic Patent References:
2006-10-12
2006-03-16
Foreign References:
EP0174731A21986-03-19
US4691909A1987-09-08
Other References:
ANONYMOUS: "BancTec APT BookScan 1200/2400"[Online] 2006, XP002505058 Langen, Deutschland Gefunden im Internet: URL:http://www.kirtas.com/pdfs/German_1200_2400_Datasheet.pdf> [gefunden am 2008-11-21]
Attorney, Agent or Firm:
MATSCHNIG, Franz (Siebensterngasse 54, Wien, A-1070, AT)
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Claims:

ANSPRüCHE

1. Vorrichtung zum Erfassen des Inhalts eines Buches (10) oder buchartig verbundener Blätter, aufweisend: eine Wiege (2) mit zwei nebeneinander in einem stumpfen Winkel zueinander angeordneten Auflageflächen(3, 3'), in welche ein Buch in geöffnetem Zustand einlegbar ist, wobei das Buch mit den aufgeschlagenen Seiten nach oben liegt; ein Kamerasystem mit zumindest zwei Kameraeinheiten (5, 5'), die jeweils oberhalb der Wiege zum Aufnehmen einer der aufgeschlagenen Seiten eines in der Wiege gehaltenen Buches positioniert sind; eine Umblättervorrichtung (20) zum Umblättern der Seiten eines in der Wiege gehaltenen Buches; wobei die Wiege und/ oder die Auflageflächen relativ zu dem Kamerasystem in im Wesentlichen vertikaler Position bewegbar ist/ sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflageflächen (3, 3') hinsichtlich ihrer relativen Position zueinander einstellbar sind, nämlich zumindest in einer Richtung, die jeweils parallel zur Ebene der Auflagefläche und senkrecht zur Bifurkation ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein Mittel zum Glätten der aufgeschlagenen Seiten, aufweisend zumindest eine gewinkelte Glasscheibe, die gegen die Seiten positionierbar ist, wobei der Winkel der Glasscheibe dem Winkel der Auflageflächen zueinander entspricht, und wobei das Mittel zum Glätten der Seiten während Ladevorgängen sowie während des Umblätterns von dem Buch abhebbar ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine zumindest die Wiege und die Umblättervorrichtung umgebende Kammer, in der ein überdruck erzeugbar ist.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine Umblätter- vorrichtung, in der das Umblättern mechanisch durch friktionalen Kontakt eines bewegten Anhebeelements mit einer Seite eingeleitet wird.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine zugehörende Speichereinrichtung zum Speichern der von dem Kamerasystem aufgenommenen Bilder, vorzugsweise in digitalem Format.

6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflageflächen unabhängig voneinander in ihrer Position in drei Richtungen einstellbar sind.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflageflächen zusätzlich hinsichtlich des von ihnen gebildeten Winkels einstellbar sind.

Description:

VORRICHTUNG ZUM ERFASSEN DES INHALTS EINES BUCHES

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erfassen des Inhalts eines Buches oder buchartig gebundener Blätter, zumindest bestehend aus: einer Wiege mit zwei nebeneinander in einem stumpfen Winkel zueinander angeordneten Auflageflächen, in welche ein Buch in geöffnetem Zustand einlegbar ist, wobei das Buch mit den aufgeschlagenen Seiten nach oben liegt; einem Kamerasystem mit zumindest zwei Kameraeinheiten, die jeweils oberhalb der Wiege zum Aufnehmen einer der aufgeschlagenen Seiten eines in der Wiege gehaltenen Buches positioniert sind; sowie einer Umblättervorrichtung zum Umblättern der Seiten eines in der Wiege gehaltenen Buches; wobei die Wiege und/ oder die Auflageflächen relativ zu dem Kamerasystem in im Wesentlichen vertikaler Position bewegbar ist/ sind.

Vorrichtungen zum Erfassen von Büchern, insbesondere mittels einer Kamera zum nachfolgenden Digitalisieren, sind wohlbekannt.

WO 2005/088957 Al stellt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abbilden eines zweidimensionalen Gegenstands, z.B. eines Buches, vor, insbesondere zum digitalen Erfassen des Buches. Eine Wiege, in die das Buch eingelegt werden kann, ist in einem spitzen Winkel geöffnet. Zwei Kameras sind symmetrisch oberhalb des Buchs angeordnet. Bei dem Aufnehmen der Bilder wird eine keilartig gestaltete Einheit aus zwei Glasplatten auf das Buch zum Glätten der Seiten gedrückt; diese Einheit wird zum Umblättern angehoben.

In WO 2006/105568 Al ist zusätzlich beschrieben, dass eine keilförmige Aufnahmeeinheit auf das Buch bzw. von diesem weg und die Wiege als winkelförmige Auflagevorrichtung, auf der das Buch liegt, senkrecht dazu bewegt werden kann. Die Aufnahmeeinheit sorgt auch für das Umblättern und ist hierzu mit einem Luft-Saugsystem ausgestattet. Das Luft- Saugsystem hat jedoch den Nachteil, dass die Oberfläche des Blattes an der Glasplatte entlang schleift und somit einem wenig schonenden Vorgang unterworfen wird.

In beiden genannten Druckschriften werden die Probleme, die mit den sich verändernden dynamischen Verhältnissen beim Umblättervorgang auftreten können, ignoriert.

Bücher haben verschiedenste Bindungsarten, bestehen aus den verschiedenste Papiersorten (oder papierähnlichen Materialien) und weisen daher die verschiedensten Eigenschaften auf. Eine der wesentlichen Eigenschaften des Buches, die für ein automatisiertes Umblättern wichtig sind, ist die Klammerwirkung des Buches. Die Klammerwirkung geht auf die gespeicherte elastische Energie des Buches im Bereiche der Buchbindung zurück. Diese Energie

hängt von verschiedensten Faktoren ab und bewirkt ein Zuklappen von einzelnen Seiten oder auch des gesamten Buches.

Die Klammerwirkung des Buches bestimmt wie weit ein Buch geöffnet werden kann und darf. Es gibt Bindearten, die ein öffnen des Buches auf 180° ohne weiteres ermöglicht. Viele Bücher, z.B. Lehrbücher, sind so gebunden worden, um auf einer geraden Oberfläche „bequem" liegen zu bleiben, ohne dass die Blätter zusammen klappen. Im Allgemeinen hat jedes Buch seinen eigenen „ergonomischen" öffnungswinkel.

Der optimale öffnungswinkel des Buches hat aber auch sehr viel damit zu tun, wie weit der Inhalt (gedruckter oder geschriebener Teil) sichtbar gemacht wird. In vielen Fällen wurde über die Mitte des Buches gedruckt oder geschrieben. Um diesen Bereich leserlich zu machen, sollte das Buch ganz (180°) geöffnet werden; das ist allerdings oft nicht möglich, weil aus Gründen der Buchbindung, der Alterung des Buches ein öffnen auf 180° nicht erfolgen kann, ohne dass der Buchrücken dadurch beschädigt werden könnte.

Eine Vorrichtung zum Anheben eines Blattes, um dieses umzublättern, ist in WO 2006/026800 A2 vorgestellt. Der Umblättervorgang wird mithilf e eines Anhebeelements eingeleitet, das um eine in einem spitzen Winkel auf die Ebene der Auflagefläche stehende Drehachse schwenkbar ist, und dessen Spitze mit einer Ecke des Blatts in Kontakt tritt. Durch eine Rotation des Anhebelements wird das Blatt angehoben.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die bekannten Vorrichtungen zum Erfassen von Büchern und ähnlichen Werken zu verbessern, wobei insbesondere eine schonende Handhabung des aufzunehmenden Buches bzw. Blattbildes wichtig ist.

Zum Halten eines (dicken) Buches schlägt WO 2004/025410 A2 eine Wiegenanordnung vor, die zwei getrennte Wiegenhälften aufweist, wobei die beiden Flügel der Wiege senkrecht zur Ebene der Flügel bewegbar sind.

Die genannte Aufgabe wird ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass erfindungsgemäß die Auflageflächen hinsichtlich ihrer relativen Position zueinander einstellbar sind, nämlich zumindest in einer Richtung, die jeweils parallel zur Ebene der Auflagefläche und senkrecht zur Bifurkation ist. Hierbei wird unter Bifurkation jene Linie verstanden, entlang der die beiden Seiten der aufgeschlagenen Doppelseite bzw. die von ihnen gebildeten Ebenen zusammentreffen. Bei einem Buch entspricht die Bifurkation im Wesentlichen der Buchbindungskante.

Durch diese Lösung gelingt ein schonendes Positionieren des Buches mit verbesserter Rück- sichtsnahme auf den Zustand und Beschaffenheit des Buchdeckels, des Buchblocks, der Papiersorte usw. Dies gestattet eine schonende Behandlung insbesondere hinsichtlich der sich, verändernden dynamischen Spannungen nach jedem Umblättervorgang und der korrelativen dynamischen Veränderung in der Buchbindung im Verbund mit dem Buchblock und dem Buchdeckel, sowie eine Berücksichtigung des Zustands und der Position des zu fotografierenden Bildes, auch wenn die zu erfassenden Oberfläche des Buches/ Blatt mit einer Glasplatte oder einem Klammersystem geebnet wird.

Die Vorrichtungen aus dem Stand der Technik sehen in der Regel eine starre und nicht veränderbare Buchposition vor. Deshalb benötigt ein bekanntes Gerät eine Person, die während des Umblättervorganges laufend eingreifen muss. Eine während eines Umblättervorganges gleichbleibende Buchposition führt häufig dazu, dass dynamische Spannungen im Bereich der Bindung gestaut werden, was eine große Belastung für das Buch darstellen und zu Beschädigungen führen kann.

Die Erfindung sieht dagegen vor, dass für bestimmte Bücher optimierte Positionen und Bewegungsabläufe während des Umblättervorganges eingenommen werden können.

Wegen der oben beschriebenen Faktoren gibt es nicht „einen" Buchöffnungswinkel oder überhaupt „eine" Buchpositionierung, die gleichzeitig ein optimales Erfassen des Inhaltes ermöglicht und zugleich schonend für jedes Buch ist. Aus diesen Gründen ergibt ein Einstellen auf verschiedene öffnungswinkel, die von 180° bis hin zu 60° reichen, sowie verschiedene Ausrichtung der Buchdeckel zueinander eine insgesamt schonende Handhabung der Bücher.

Das Erfassen der Seiten erfolgt primär durch photographische Aufnahme des Bildes der aufgeschlagenen Doppelseite und Speicherung seitens einer zugehörenden Datenverarbeitungseinrichtung; danach kann bei Bedarf eine Weiterverarbeitung durch OCR-Scan od.dgl. erfolgen.

Die Erfindung gestattet ein vollautomatisches Umblättern von Büchern und fotografische Aufnahme gleichzeitig beider jeweils aufgeschlagenen Seiten ohne Blitzanlage mit abgestimmten Licht, mit einer Doppelblattkontrolle sowie Weitergabe an ein Kunden-orientiertes EDV System. Typische Buchgrößen sind z.B. Bücher einer Größe von bis zu 310 x 230 mm, Dicke 80mm, mit Papier Grammatomen von 50 bis 100 gr., vorzugsweise mit Buchrücken, die mit Fadenheftung verleimt sind. Aber auch andere buchähnliche gebundene Werke sind möglich, z.B. Ringbücher, Hefte, bei denen seitenweise umgeblättert werden kann.

Die Erfindung ermöglicht zudem einen schnellen und reibungslosen Wechsel der Bücher und erhöht durch die unabhängig vom Scann-Vorgang vorgenommene Einstellung der Parameter die Qualität der Scann-Ergebnisse, da unterschiedliche Parameter wie Papiersorten, Papierdicken, Bücherdicke, Vergilbung, im Vorfeld berücksichtigt werden. Die Bücher lassen sich getrennt von der Scannvorrichtung vorbereiten und für eine anschließende bzw. spätere Bearbeitung ablegen. Die Vorbereitung außerhalb der Scannvorrichtung unterscheidet die Erfindung zusätzlich von der in WO 2004/025410 A2 beschriebenen Vorgangsweise.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zusätzlich ein Mittel zum Glätten der aufgeschlagenen Seiten aufweisen, mit zumindest einer gewinkelten Glasscheibe, die gegen die Seiten positionierbar ist, wobei der Winkel der Glasscheibe dem Winkel der Auflageflächen zueinander entspricht, und wobei das Mittel zum Glätten der Seiten während Ladevorgängen sowie während des Umblätterns von dem Buch abgehoben werden kann.

Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist mit einer zumindest die Wiege und die Umblättervorrichtung umgebenden Kammer ausgestattet, in der ein überdruck erzeugbar ist. Dies vermeidet Verschmutzungen und kann außerdem während der Manipulation mit dem Buch entstehenden Staub ableiten.

Außerdem ist es günstig, wenn eine Umblättervorrichtung eingesetzt wird, in der das Umblättern mechanisch durch friktionalen Kontakt eines bewegten Anhebeelements mit einer Seite eingeleitet wird, wie beispielsweise in WO 2006/026800 Al beschrieben.

Zweckmäßiger Weise kann eine der Vorrichtung zugehörende Speichereinrichtung zum Speichern der von dem Kamerasystem aufgenommenen Bilder, vorzugsweise in digitalem Format eingerichtet sein.

Zur flexibleren Positionierung des Buches und der Buchrücken, insbesondere im Laufe des Erfassungsvorganges mit verschiedentlich umgeblätterten Seiten, ist es zusätzlich günstig, wenn die Auflageflächen unabhängig voneinander in ihrer Position in drei Richtungen einstellbar sind. Ebenso kann es von Vorteil sein, wenn die Auflageflächen zusätzlich hinsichtlich des von ihnen gebildeten Winkels einstellbar sind.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines nicht-einschränkenden Ausführungsbeispiels weiter erläutert, das in der nachfolgenden Beschreibung samt zugehörenden Zeichnungen dargestellt ist.

Fig. 1 und 2 zeigen eine Scanneinrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel in je einer perspektivische Ansicht von schräg vorne und schräg hinten;

Fig. 3 zeigt die Schlittenanordnung der Scanneinrichtung der Fig. 1 und 2; Fig. 4 illustriert die Bewegungsrichtungen der Schlittenanordnung der Fig. VI; Fig. 5 ist ein Steuerungsschema für die Scanneinrichtung der Fig. 1 und 2; Fig. 6 zeigt die Umblättervorrichtung; Fig. 7 und 8 illustrieren den Umblättervorgang; und

Fig. 9 zeigt eine schematische übersicht über den gesamten Ablauf der Erfassung beispielsweise eines Buchbestands einer Bibliothek;

Fig. 10 zeigt den Messtisch zum vorbereitenden Vermessen eines Buches.

Das im Folgenden beschriebene Ausführungsbeispiel einer Scanneinrichtung gemäß der Erfindung, auch als „Digitalisier-Center-V-Lösung" bezeichnet, ist eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Abbilden zweier Seiten eines offenen Buches. Fig. 1 zeigt eine Gesamtansicht der Scanneinrichtung von der dem Benutzer zugewandten Seite (Vorderseite). Fig. 2 zeigt eine Ansicht von der Rückseite gesehen, und Fig. 3 zeigt ein Detail, in dem die Positionierung des Buches mit der Schlittenanordnung dargestellt ist. In Fig. 5 ist ein zugehörendes Steuerungsschema dargestellt.

Bezugnehmend auf Fig. 1 bis 3 wird in der Scanneinrichtung 1 das Buch 10 mittels einer beweglichen Schlittenanordnung 2 auf einer "Buchwippe" (Wiege), die von zwei Schlitten 3, 3' gebildet wird, die jeweils eine Auflagefläche für das Buch bieten, in einer V-Position mit z.B. 120° öffnungswinkel positioniert. Eine V-förmig angeordnete Glasplatte 4 (in Fig. 1 und 2 nicht gezeigt) mit entsprechendem öffnungswinkel wird auf die Buchoberseite gesenkt und mittels zweier fix angeordneter Kameras 5, 5' je eine Seite fotografiert. Die so erhaltenen Daten werden in einer über einen Touchscreen 6 bedienten Workstation 60 gesammelt und können bei Bedarf zu einem Server 61 (Fig. 5) geschickt werden. Die Glasplatte 4 dient dazu, dass die zu fotografierenden Seiten (die obersten) des Buches 10 an der Glasscheibe glatt (d.h. plan) ausgerichtet und so geglättet werden. Neben den Kameras 5, 5' befinden sich Beleuchtungskörper 9, 9'. Eine Kammer 7, in der ein überdruck erzeugbar ist, umgibt die gesamte Vorrichtung einschließlich der Schlittenanordnung 2.

Die erfindungsgemäße Einrichtung verwendet ein Kassettensystem in welches ein Buch mit daran befestigten Platten eingelegt wird. Jeder Buchdeckel ist mittels Deckelklammern 81

mit der Platte verbunden und wird mit vier gefedert verschiebbaren Deckelfixierstiften eingerichtet.

Das Verfahren verwendet zwei fix angeordnete Kameras 5, 5' mit fest vorgegebenem Abstand zur Projektionsebene. Die Projektionsebene für den Scannvorgang besteht bei unproblematischen Büchern aus einer Glasplatte 4; bei empfindlichen Büchern kann stattdessen eine aus einem Edelstahlrahmen gebildete Vorrichtung verwendet werden, die an die Seiten lediglich am Seitenrand bei der Aufwärtsbewegung des Buches 10 angedrückt werden.

Dabei werden auf die Buchdeckel zwei nicht miteinander verbundene Platten mittels verchromter gefederter Schienen 81 aufgespannt, durch gefederte Bolzen auf der Platte in Position gebracht und diese dann in die Buchwippe der Einrichtung eingelegt. Ln einer Variante kann das Buch auch lose aufgelegt werden, m einer weiteren Variante kann zuerst der rechte Buchdeckel mit dem Schlitten verbunden sein, und nachdem die Hälfte des Buches umgeblättert worden wist, wird der linke Buchdeckel mit dem Schlitten verbunden; dadurch kann sich die jeweils andere Hälfte des Buches frei und lose an die Glasplatte anschmiegen. Der öffnungswinkel der Buchwippe beträgt in der Phase des Umblätterns bevorzugt 120°, kann aber je nach Art und Beschaffenheit des Buches auch zwischen 100 und 135°, eventuell auch 137° (Winkel des goldenen Schnitts) sein.

Bezugnehmend auf Fig. 3 und 4 lassen sich die beiden Auflageflächen bzw. Schlitten 3, 3' in drei Ebenen verschieben: Horizontal zu- oder auseinander, vertikal und in der Ebene der Auflagefläche. Die Verschiebung in Richtung der Plattenebene ermöglicht eine genauere Umsetzung der aus der Messstation gewonnenen Daten hinsichtlich der exakten Einjustierung der Bifurkation in Bezug zur Symmetrieachse der Glasplatte. Für diese Bewegungen weist die Schlittenanordnung 2 neben den beiden erwähnten Schlitten 3, 3' außerdem je einen linken und rechten Horizontalschlitten 12, 12' sowie einen linken und rechten Höhen- versatzschlitten 13, 13' auf. Zusätzlich - oder auch anstelle der beiden Höhenversatzschlitten - kann noch ein Aktuator 14 für einen Zentralhub vorgesehen sein, der z.B. die Grundplatte 130 der Höhenversatzschlitten verstellt. Die Verbindungsstücke 15, 15' zwischen den geneigten Auflageschlitten 3, 3' und den Horizontalschlitten 12, 12' kann bei Bedarf hinsichtlich des Winkels verstellt werden. Außerdem kann eine verstellbare Rückenstütze 15 vorgesehen sein, die das Buch im Bereich des Rückens zusätzlich abstützt.

Bezugnehmend auf Fig. 6 bis 8 erfolgt der automatisierte Seitenwechsel mittels einer Umblättereinrichtung 20. Mithilfe eines Fingertriebs 21 wird das Blatt an einer Ecke hochgeschoben (angehoben), und mit einem Blätterarm 22 wird dann das Blatt von Rechts nach Links gewendet. Der beim Umblättern zwangsläufig entstehende Seiten- und Höhenversatz

wird durch die in drei Ebenen verstellbare Buchwippe und Schlittenanordnung 2 korrigiert bzw. eingestellt.

Die Scanneinrichtung wölbt mit einem an sich bekannten Fingertrieb 21 die Seite auf. Feststellklötze, die das Blatt während des Scannvorgangs niederhalten, öffnen hierbei und der Blätterarm 22 kann das Blatt wenden. Mittels eines Ultraschallsystems (nicht gezeigt) erfolgt eine Doppelbogenkontrolle. Nach dem Umblättern wird die Klammer erneut geschlossen und die Glasplatte auf die Scann-Ebene der Buchoberfläche gesenkt. Ein Scannvorgang dauert etwa 3 bis 4 Sekunden womit sich etwa 30 bis 40 Seiten pro Minute bearbeiten bzw. fotografieren lassen.

Fig. 6 zeigt die Umblättereinrichtung 20. Der Fingertrieb 21 ist an sich bereits aus WO 2006/026800 A2 bekannt. Zum Unterschied von jener Druckschrift sind hier zwei Linearantriebe 211, 212 vorgesehen, wobei der erste Linearantrieb 211 den Finger vor bewegt und hierbei eine Rotation bewirkt und der zweite Linearantrieb 212 zusätzlich eine Höhenänderung des Fingers bewirkt. Die Fingerhalterung 213 ist zusätzlich entlang einer Führung 218 verstellbar. Fingertrieb 21 und Blätterarm 22 sind gemeinsam um eine Achse 23 drehbar. Der Blätterarm 22 weist ein Schwert 214 auf, das für das Blattwenden zuständig ist. Das Schwert 214 ist mittels eines Montageblocks 219 befestigt und um eine Achse 215 drehbar, sowie mittels eins Antriebs 216 linear bewegbar. Wie in Fig. 7 erkennbar, fährt das Schwert 214 in einer Linearbewegung unter das vom Fingertrieb 21 angehobene Blatt und führt dann eine Drehbewegung aus, die das Blatt wie in Fig. 8 gezeigt umwendet.

Im Folgenden wird der Vorgang der Erfassung eines oder mehrerer Bücher dargestellt. Die Erfassung eines Buchbestandes teilt sich in zwei Hauptschritte auf, nämlich eine hier als Vorselektion bezeichnete Vorbereitung des Buches einschließlich der Eingabe bibliographischer Daten, sowie das eigentliche Erfassen (Digitalisieren) der einzelnen Buchseiten bzw. Buch-Doppelseiten. Eine übersicht über einen gesamten Erfassungsvorgangs ist in Fig. 9 gezeigt.

Vorselektion

Bei der Vorselektion der Bücher werden für den zu erfassenden Buchbestand folgende Parameter erfasst:

1. Bücher werden gemessen. LxBxH gesamt

2. LxBxH der Seiten ohne Deckel

3. Die Seitenanzahl und Anzahl der Scans wird ermittelt

4. Die Blattstärke wird ermittelt.

5. Die Buchbindeart (Buchrücken) wird ermittelt

6. Das Blattgewicht Gewicht wird ermittelt

7. Oberflächen Rauheit wird festgestellt

8. Vergilbung wird analysiert

9. Verfärbungen auf Grund von chemischen Prozessen werden analysiert

10. Tintenfraß wird festgestellt und analysiert

11. Druckart wird festgestellt

12. Die Flexibilität der Papiersorte wird festgestellt

13. Der pH Wert wird ermittelt

14. Die Reißfestigkeit des Blattes wird ermittelt

15. Mechanische Probleme festgestellt

Die Bücher werden nach den oben genannten Eigenschaften in Kategorien sortiert.

Bezugnehmend auf Fig.10 können die Buch-spezifischen Parameter wie Dicke des Buches, des Papier, Oberflächenbeschaffenheit, Rückenart, Seitenzahl des jeweiligen Buches, in einer Messstation 50 ermittelt werden, diese elektronisch mit Hilfe von Algorithmen weiter verarbeitet und auf einem Speichermedium (an der Buchkassette) abgespeichert werden. Die ermittelten Informationen gelangen mit der Buchkassette in die Scannvorrichtung. Die an der Messstation ermittelten Daten ermöglichen während des Scannvorganges eine präzise Einrichtung der Bifurkation, Steuerung der Beleuchtungseinrichtungen sowie Festlegung der Kameraeinstellungen. Die Messstation 50 weist beispielsweise eine gewinkelte Fixierplatte 51 auf, die auf einem Messtisch 52 angeordnet ist. Mittels Fixierpunkten 53 und Klammern 54 wird das Buch befestigt und die Maße bestimmt. Zusätzlich können Druckfedern 55 vorgesehen sein, die die Buchseiten festhalten.

Diese Daten werden im Computer und an einem Speichermedium an der Kassette gespeichert. Die Metadaten des Buches werden eingegeben.

Der Buch Deckel, der Buch Rücken und aus Gründen, die auf die Art der Buchbindung zurückzuführen ist, werden widerspenstige Seiten am Anfang des Buches auf einem separaten Scanner eingescannt.

Digitalisieren

Zu Beginn des Digitalisiervorgangs werden auf dem Buch zwei nicht miteinander verbundene Platten mittels verchromter gefederter Schienen aufgespannt und diese Platten mittels gefederter Bolzen auf der Platte in Position geschoben. Das Buch wird dann samt Platten

durch Bolzen positioniert in die Buchwippe eingelegt. Dann kann der seitenweise Scannvorgang beginnen:

1. Die Buchwippe fährt gesteuert durch ein Programm mittels Motor-angetriebener Schlitten. Die Positionierung erfolgt, beginnend mit der ersten Doppelseite mittels eines Seiten- versatzschlitten, Höhenversatzschlitten, sowie je einem Deckelschlitten (linker und rechter Buchdeckel).

2. Blättervorgang, beispielsweise gemäß WO 2006/026800 A2: Finger schiebt Blatt hoch - Blätterarm schiebt Blatt von Rechts nach Links

3. Doppelbogenkontrolle mittels Ultraschall

4. Alle Klammern zu oder Glasplatte in Position

5. Zwei Fotoapparate Photographieren je eine Seite und schicken die Daten zum Server weiter

6. Buchwippe korrigiert den Seiten- und Höhenversatz und stellt sich entsprechend ein in die nächste (Doppel)Seitenposition

Technische Daten (Beispiel)

Hauptkomponenten:

1. Grundaufbau (Rahmengestell)

2. Buchwippe

3. Kamerasystem

4. Beleuchtung

5. Workstation

6. Einrichteplatz/ Messstation Cassette

7. Umblätter-Komponenten

8. Steuereinheiten

Standfläche Türen geschlossen BxL 0,88 m x 0,95m

Geräte Höhe 1,8 m

Flügeltüren geöffnet 1,8m x Im

Steuerpult LxBxH 0,4m x 0,4 m x 0,9 bis 1,6 m variabel

Gewicht ca. 220 kg je nach Ausstattung

Buch-Einlegehöhe 1,2 m Variabel

E-Anschluss 220V/16A (110V/16 A)

Seiten per/Std > 2000 je nach Ausführung und Zustand des Buches Geschwindigkeiten frei Steuerbar über Touch-Screen Steuerpult

Standard Buchformat 320mm x 225 mm bis 150mm x 170mm übergrößen und Unter Formate Option

Keine Einrichtezeiten da Vorbereitung durch Buchplatten-System mittels Mess-Buch- Wippe

Sowie RIFF-Karten Datentransfer für Book-Save und Archivierungssystem

Ausstattung Blättervorrichtung

A mit Klammerfingersystem daher keine Belastung des Druckes B mit Glasplattensystem C Patentierter Linear- oder Rotations-Finger D Verstellbarer Blättertrieb Doppelseiten-Kontrolle mittels Ultraschall

Ausstattung Kamerasystem Industriekamera

Auflösung wählbar, typischerweise entsprechend 300 dpi auf der Buchseite

Lichtsystem LED-5600k

Ausstattung Datenbank Ausstattung EDV-System