CORNELISSEN, Philip (Grote Kruisstraat 59, Lauwe, B-8930, BE)
D'HOOP, Tom (Kweekstraat 50, Ingelmunster, B-8770, BE)
CORNELISSEN, Philip (Grote Kruisstraat 59, Lauwe, B-8930, BE)
Patentansprüche
1. Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden zu einem Greifer einer Greiferwebmaschine, vorzugsweise einem Nehmergreifer (11) einer Greiferwebmaschine, mit mindestens einem zwischen einer Ruheposition (A) und einer Arbeitsposition (B) bewegbaren Präsentierelement (17) für wenigstens einen Schussfaden (14) und mit mindestens einem zwischen einer Ruheposition (D) und einer Arbeitsposition (E) bewegbaren Zubringer (18), der bewegbar ist, um den mindestens einen Schussfaden (14) zwischen einer Anschlaglinie (40) und dem Präsentierelement (17) zu ergreifen und in eine übernahmeposition für den Greifer (11) zu bringen, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem Schussfaden (14) zugeordnetes Ende des Präsentierelements (17) in der Arbeitsposition (B) im Wesentlichen in einer Verlängerung der Bewegungsbahn (F) des Greifers (11) liegt, so dass der Schussfaden (14) während eines Schusseintrags mindestens teilweise durch das Präsentierelement (17) geführt ist, und mindestens eine Führungseinrichtung (16) zwischen der An- schlaglinie (40) und dem Präsentierelement (17) vorgesehen ist, wobei der Schussfaden bei der Bewegung des Präsentierelements (17) aus der Ruheposition (A) in die Arbeitsposition (B) auf der Führungseinrichtung (16) ablegbar ist, so dass der Schussfaden (14) mindestens während eines Ergreifens durch den Zubringer (18) gestützt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Schussfaden (14) durch das Präsentierelement (17) auf einer Führungskante (23) ablegbar und entlang der Führungskante (23) bei einer Bewegung des Zubringers (18) mindestens teilweise führbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskante (23) quer zur Schusseintragsrichtung, insbesondere im Wesentlichen in Richtung der Kettfäden, verläuft.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskante (23) mit der Ebene des Gewebes in Richtung der Kettfäden einen Winkel bildet, so dass die Führungskante (23) in Bewegungsrichtung des Zubringers (18) bei einer Bewegung in dessen Arbeitsposition ansteigt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Schussfaden (14) in der ü- bernahmeposition zwischen einer Umlenkkante (19) und einem dem Schussfaden (14) zugeordneten Ende des Zubringers (18) verläuft.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkkante (19) im Wesentlichen parallel zu der Schusseintragsrichtung verläuft.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskante (23) einstückig mit der Umlenkkante ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskante (23) und die Umlenkkante (19) aus einem im Wesentlichen L-förmig gebogenen Rundmaterial ausgebildet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zubringer (18) entlang einer Bewegungsbahn (C) zwischen einer Ruhestellung (D) und einer Arbeitsstellung (E), in welcher der Schussfaden (14) in eine übernahmeposition gebracht ist, bewegbar ist, wobei die Bewegungsbahn (C) zumindest teilweise gekrümmt ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem Schussfaden (14) zugeordnetes Ende des Zubringers (18) in der Arbeitsposition des Zubringers (18) in Richtung der Kettfäden weiter von der Anschlaglinie entfernt liegt als ein dem Schussfaden (14) zugeordnetes Ende des Präsentierelements (17) in der Arbeitsposition des Präsentierelements (17).
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Zubringer (18) an einen Kurbelantrieb angeschlossen ist.
12. Vorrichtungen nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass der Zubringer (18) im Wesentlichen stabförmig ist und in einer quer zu seiner Längsachse verdrehbaren Führung (188) geführt ist.
13. Vorrichtungen nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Zubringer mittels eines Steuer- und/oder regelbaren Antriebsmotors (186) bewegbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Zubringer (18) an seinem den Schussfäden zugewandten, freien Ende (183) mit einem gabelförmigen Mitnehmer (185) ausgebildet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens das den Schussfäden (14) zugeordnete, freie Ende (183) des Zubringers (18) in der Arbeitsstellung bezogen auf eine Ebene des Gewebes im Wesentlichen unterhalb des Greifers (11) liegt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Präsentierelement (17) und der Zubringer (18) jeweils mit individuell steuerbaren Antriebsmotoren (21 , 186) bewegbar sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens das Präsentierelement (17), der Zubringer (18) und die Führungseinrichtung (16) als ein gemeinsames Modul gestaltet sind. |
Beschreibung Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden für eine Webmaschine
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden zu einem Greifer einer Greiferwebmaschine, vorzugsweise einem Nehmergreifer einer Greiferwebmaschine, mit mindestens einem zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition bewegbaren Präsentierelement für wenigstens einen Schussfaden, das zwischen einer Anschlaglinie und einem Schussfadenvorrat des Schussfadens angeordnet ist, und mit mindestens einem zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition bewegbaren Zubringer, der bewegbar ist, um den mindestens einen Schussfaden zwischen einer Anschlaglinie und dem in Arbeitsposition angeordneten Präsentierelement zu ergreifen und in eine übernahmeposition für den Greifer zu bringen.
US 3,455,340 zeigt eine Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden für eine Webmaschine. Die Vorrichtung umfasst Präsentierelemente, welche zwischen einer Anschlaglinie und den Schussfadenvorräten der Schussfäden angeordnet sind. Die Präsentierelemente sind in der Nähe des Webblatts an dem Rahmen der Webmaschine angebracht. Die Vorrichtung umfasst einen Zubringerarm, welcher Schussfäden zwischen einer Anschlaglinie und den in Arbeitsposition angeordneten Präsentierelementen ergreift, um die Schussfäden durch eine Rotation und eine Abwärtsbewegung in eine übernahmeposition für den Greifer zu bringen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden zu einem Greifer einer Greiferwebmaschine zu schaffen, die einen ausgewählten Schussfaden sicher in eine übernahmeposition für den Greifer bringt, wobei der Schussfaden in Vorberei-
tung des Schusseintrags und während eines Schusseintrags zumindest teilweise geführt wird.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Vorrichtung gemäß Anspruch 1.
Die Vorrichtung umfasst mindestens ein zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition bewegbares Präsentierelement für wenigstens einen Schussfaden, das zwischen einer Anschlaglinie und einem Schussfadenvorrat des Schussfadens angeordnet ist, wobei ein dem Schussfaden zugeordnetes Ende des Präsentierelements in der Arbeitsposition im Wesentlichen in einer Verlängerung der Bewegungsbahn des Greifers liegt, so dass der Schussfaden während eines Schusseintrags mindestens teilweise durch das Präsentierelement geführt ist. Die Vorrichtung umfasst weiter mindestens einen zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition bewegbaren Zubringer, der bewegbar ist, um den mindestens einen Schussfaden zwischen einer Anschlaglinie und dem Präsentierelement zu ergreifen und in eine übernahmeposition für einen Greifer zu bringen, und mindestens eine zwischen der Anschlaglinie und dem Präsentierelement angeordnete Führungseinrichtung, wobei der Schussfaden bei der Bewegung des Präsentierelements aus der Ruheposition in die Arbeitsposition auf der Führungseinrichtung ablegbar ist, so dass der Schussfaden mindestens während eines Ergreifens durch den Zubringer gestützt ist.
Eine Bewegungsbahn des Präsentierelements zwischen der Ruheposition und der Arbeitsposition ist dabei beliebig. In einer Ausführungsform ist die Bewegungsbahn gekrümmt und planeben, so dass ein einfacher Antrieb des Präsentierelements vorgesehen werden kann. Die in der Arbeitsposition in Verlängerung der Schusseintragsrichtung angeordneten Präsentierelemente führen den Schussfaden zumindest teilweise während des Schusseintrags. Zudem kann ein Webblatt später in Richtung der Anschlagkante geführt werden als dies mit Präsentierelementen
möglich ist, welche in der Arbeitsposition weiter von der Anschlagkante entfernt sind. Die Schusseintragszeit kann so verlängert werden. Durch die vorteilhafte Anordnung der Präsentierelemente ist es weiter möglich, den Schussfaden annähernd geradlinig einzutragen, so dass die Qualität des Gewebes verbessert wird.
Um den Schussfaden bei einer derartigen Arbeitsposition der Präsentierelemente in eine übernahmeposition für den Greifer zu bringen, ist erfindungsgemäß ein Zubringer vorgesehen. Das Präsentierelement legt den Schussfaden erfindungsgemäß auf einem Führungselement ab. Das Führungselement dient somit einer Positionierung des Schussfadens für den Zubringer. Der Zubringer ergreift den Schussfaden vorzugsweise zwischen dem Führungselement und dem in Arbeitsposition befindlichen Präsentierelement.
Vorzugsweise ist die Ruheposition des Präsentierelements derart gewählt, dass bei einer Vorrichtung mit mehreren durch Präsentierelemente geführten Schussfäden auf eine sogenannte Abteilnadel und/oder ähnliche Mittel zur Trennung eines ausgewählten Schussfadens aus dem Fächer der Schussfäden verzichtet werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung ist der mindestens eine Schussfaden durch das Präsentierelement auf einer Führungskante ablegbar und bei Bewegung des Zubringers entlang der Führungskante mindestens teilweise führbar. Der Schussfaden wird durch den Zubringer in eine übernahmeposition für den Greifer verlagert. Durch die Führungskante wird der Schussfaden bei Bewegung des Zubringers unterstützt.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Vorrichtung verläuft die Führungskante quer zur Schusseintragsrichtung, insbesondere im Wesentli-
chen in Richtung der Kettfäden. Der Schussfaden ist dadurch entsprechend führbar.
In einer Ausgestaltung der Erfindung bildet die Führungskante mit der Ebene des Gewebes in Richtung der Kettfäden einen Winkel, so dass die Führungskante in Bewegungsrichtung des Zubringers bei einer Bewegung in dessen Arbeitsposition ansteigt. Der Schussfaden wird dadurch in Richtung der übemahmeposition senkrecht zur Ebene des Gewebes bewegt und in eine bessere übemahmeposition gebracht.
In einer weiteren Ausgestaltung der Vorrichtung verläuft der mindestens eine Schussfaden in der übernahmeposition zwischen einer Umlenkkante und einem dem Schussfaden zugeordneten Ende des Zubringers. Die Umlenkkante dient weiter zur Positionierung des Schussfadens in der übernahmeposition für den Greifer.
In einer Ausgestaltung der Vorrichtung verläuft die Umlenkkante im Wesentlichen parallel zu der Schusseintragsrichtung. Die im Wesentlichen parallel zur Schusseintragsrichtung verlaufende Umlenkkante führt den ausgewählten Schussfaden (oder die ausgewählten Schussfäden) bei einer Bewegung des Greifers in Richtung des Webfachs.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist die Führungskante einstückig mit der Umlenkkante ausgebildet. Dadurch ist eine gute Führung des ausgewählten Schussfadens ohne Unterbrechung möglich.
In einer weiteren Ausführungsform sind die Führungskante und die Umlenkkante aus einem im Wesentlichen L-förmig gebogenen Rundmaterial ausgebildet. Das Rundmaterial kann dabei eine Stange oder ein Rohr sein. Die Führungskante und die Umlenkkante sind durch Biegung des Rundmaterials kostengünstig und einfach herstellbar.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist eine Bewegungsbahn des Zubringers zwischen einer Ruhestellung und einer Arbeitsstellung, in welcher der Schussfaden in eine übernahmeposition gebracht ist, zumindest teilweise gekrümmt. Die gekrümmte Bahn ermöglicht eine stetige Führung des ausgewählten Schussfadens, wobei plötzliche Richtungswechsel und damit eventuell verbundene Spannungsunterschiede in dem ausgewählten Schussfaden vermieden werden.
In einer weiteren Ausführungsform liegt ein dem Schussfaden zugeordnetes Ende des Zubringers in der Arbeitsposition des Zubringers in Richtung der Kettfäden weiter von der Anschlaglinie entfernt als ein dem Schussfaden zugeordnetes Ende des Präsentierelements in der Arbeitsposition des Präsentierelements. Der Zubringer transportiert somit den Schussfaden über die Bewegungsbahn des Greifers hinaus und bringt den Schussfaden dadurch in eine geeignete übernahmeposition für den Greifer. Der Zubringer kann direkt nach der übernahme entfernt werden, wobei das Präsentierelement den Schussfaden weiter während des Schussfadeneintrags führt, ohne dadurch eine Bewegung des Webblatts zu behindern.
Vorzugsweise ist der Zubringer an einem Kurbelantrieb angeschlossen. Durch einen Kurbelantrieb ist eine Führung eines Zubringers entlang einer gekrümmten Bahn kostengünstig und einfach realisierbar.
In einer weiteren Ausführungsform ist der Zubringer im Wesentlichen stabförmig und in einer quer zu seiner Längsachse verdrehbaren Führung geführt. Für die Bewegung des Zubringers können dabei Bauteile verwendet werden, wie sie beispielsweise aus der EP 0 598 264 A1 für die Bewegung von Präsentierelementen bekannt sind.
In einer weiteren Ausführungsform ist der Zubringer mittels eines steuer- und/oder regelbaren Antriebsmotors bewegbar. Der Antriebsmotor ist in einer Ausführungsform ein Servomotor oder ein Schrittmotor. Ein Schrittmotor ist aufgrund seiner guten Ansteuerbarkeit von Vorteil.
Der Zubringer ist in einer weiteren Ausführungsform an seinem den Schussfäden zugewandten, freien Ende mit einem gabelförmigen Mitnehmer ausgebildet. Durch den gabelförmigen Mitnehmer ist ein ausgewählter Schussfaden sicher ergreifbar und in einer übernahmeposition haltbar. Nach Ergreifen des Schussfadens durch den Greifer ist jedoch die Verbindung zwischen dem Zubringer und dem Schussfaden schnell und sicher lösbar.
In einer weiteren Ausführungsform liegt zumindest das dem Schussfaden zugeordnete, freie Ende des Zubringers in der Arbeitsstellung im Wesentlichen unterhalb des Greifers. Dadurch ist beispielsweise ein Spannen des Schussfadens zwischen einer oberhalb des Greifers angeordneten Führungs- und/oder Umlenkkante und dem Zubringer einfach realisierbar.
In einer weiteren Ausführungsform sind das Präsentierelement und der Zubringer jeweils mit individuell ansteuerbaren Antriebsmotoren bewegbar.
In einer weiteren Ausführungsform sind das Präsentierelement, der Zubringer und die Führungseinrichtung als ein gemeinsames Modul gestaltet. Die Bauteile sind dabei zueinander ausrichtbar und anschließend als Modul an einer Greiferwebmaschine anordenbar. Sie können bei einer änderung der Webbreite als Modul verlagert werden, so dass ihre Ausrichtung untereinander erhalten bleibt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsformen, die in den Zeichnungen schematisch dargestellt sind, beispielhaft beschrieben. Für gleiche Bauteile werden dabei einheitliche Bezugszeichen verwendet.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht in Richtung eines Schusseintrags auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung nach Fig. 1 ,
Fig. 3 eine Ansicht ähnlich Fig. 1 während eines Ergreifens des Schussfadens durch einen Zubringer,
Fig. 4 eine Ansicht ähnlich Fig. 1 nach der Bewegung des Schussfadens durch den Zubringer in eine übernahmeposition für einen Greifer,
Fig. 5 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung nach Fig. 4,
Fig. 6 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Fig. 1 , wobei zwei Schussfäden in einer übernahmeposition liegen, und
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung eines Moduls umfassend Präsentierelemente, einen Zubringer und eine Führungseinrichtung.
Fig. 1 und 2 zeigen schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Zustellen von Schussfäden in einer Ansicht in Richtung eines Schusseintrags und in einer Draufsicht.
In Fig. 1 und 2 sind von einer eigentlichen Webmaschine nur ein Webblatt 10 und ein Greifer 11 dargestellt. Der als Nehmergreifer ausgeformte Greifer 11 kann von einem nicht dargestellten Greiferband oder einer Greiferstange getragen sein. Die Webmaschine bildet aus Kettfäden 12,
13 und Schussfäden 14 ein Gewebe 15, das nur schematisch angedeutet ist. Die Schussfäden 14 werden mit dem Webblatt 10 an dem Warenrand oder Geweberand an einer Anschlaglinie 40 angeschlagen. Zum Eintragen eines Schussfadens 14 werden die Kettfäden 12, 13 mittels nicht dargestellter Fachbildungsmittel zu einer oberen Kettfadenschar und einer unteren Kettfadenschar auseinander bewegt, so dass ein Webfach gebildet wird, in welches ein Schussfaden 14 eingetragen werden kann. Das Eintragen des Schussfadens 14 erfolgt mittels des Nehmergreifers 11 , der von der Seite in das Webfach eingeführt wird, die der Seite gegenüberliegt, auf weiche die Schussfäden 14 bereitgehalten werden. Der Nehmergreifer 11 nimmt bei seiner Zurückbewegung durch das Webfach jeweils einen, gegebenenfalls auch mehrere Schussfäden
14 mit.
Der bei einem Schusseintrag in ein Webfach einzutragende Schussfaden 14 wird mittels einer Vorrichtung 1 ausgewählt und in einer übernahmeposition für den Nehmergreifer 11 gebracht. Die Vorrichtung 1 umfasst eine Führungseinrichtung 16, Präsentierelemente 17 und einen Zubringer 18. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Führungseinrichtung 16 eine Umlenkkante 19, auf welcher der ausgewählte Schussfaden 14 in der übernahmeposition für den Nehmergreifer 11 abgelegt ist, und durch welche der Schussfaden 14 zu Beginn des Schusseintrags mindestens teilweise geführt wird. Die Präsentierelemente 17 und die Führungseinrichtung 16 sind in der dargestellten Aus-
führungsform auf einer gemeinsamen Grundplatte 160 angebracht, Die Grundplatte 160 ist mittels Befestigungsschrauben 39 an einer in Fig. 2 dargestellten Profilschiene 38 befestigt. Der Zubringer 18 ist über einen Grundkörper 180 auf der Grundplatte 160 angeordnet. Die Umlenkkante 19 ist in der dargestellten Ausführungsform mit einer später beschriebenen Führungskante 23 einstückig als Führungseinrichtung 16 ausgebildet und mittels eines Befestigungselements 192 an der Grundplatte 160 befestigt. Die Profilschiene 38 verläuft im Wesentlichen parallel zur Schusseintragsrichtung. Die Grundplatte 160 und damit die zugehörigen Bauteile sind entlang der Profilschiene 38 verschiebbar. Sie können dadurch in einer an die Gewebebreite angepassten Position fixiert werden.
Die Vorrichtung umfasst weiter eine Schneideinrichtung 24 mit Führungszungen 240, einer rotierenden Messerscheibe 25 und einem in Fig. 7 dargestellten Antrieb 244. In einer anderen Ausführungsform kann die Schneideinrichtung anstelle der Messerscheibe 25 mit einer Schneidkante ausgebildet sein. Die Schneideinrichtung 24 ist in der dargestellten Ausführungsform mittels einer Schiene 242 mit der Grundplatte 160 verbunden.
Die Präsentierelemente 17 sind als nadeiförmige an ihren Enden mit Führungsaugen 22 versehenen Stangen 20 ausgebildet, deren Antriebe 21 an einem Halter 170 angebracht sind und die sich unter einem vorzugsweise spitzen Winkel nach unten erstrecken, so dass sie sich in der dargestellten Ausführungsform im Wesentlichen in vertikaler Richtung nach unten bewegen können. Die Antriebe 21 sind mittels eines schematisch dargestellten Ansteuermittels 210 steuerbar. Die Präsentierelemente 17 können beispielsweise so ausgebildet sein, wie dies aus der WO 2005/047584 A1 oder der WO 2005/047583 A1 bekannt ist, wobei die Stangen 20 zwischen einer Ruheposition A und einer Arbeitsposition B, wie in Fig. 1 dargestellt, verstellt werden. Wie beispielsweise aus der EP - A 763613 A1 bekannt, sind die Stangen 20 dabei jeweils an ihrem
unteren Ende mit ösen oder Führungsaugen 22 versehen, durch die jeweils ein Schussfaden 14 läuft. Die Schussfäden 14 erstrecken sich von dem Bereich der Anschlaglinie 40 einer seitlichen Kante des Gewebes 15 durch die Führungsaugen 22 hindurch, jeweils zu einem zugehörigen Schussfadenvorrat 41 , beispielsweise einem Vorspulgerät. Die Schussfäden können wie dargestellt direkt an der Gewebekante angeschlagen sein und im Bereich der Anschlaglinie 40 mit dem Gewebe verbunden sein. In einer anderen Ausführungsform ist eine Fadenklemme für die Schussfäden vorgesehen, um den Schussfaden im Bereich der Anschlaglinie zu halten.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, liegt das dem Schussfaden 14 zugeordnete Ende des Präsentierelements 17 bei dessen Positionierung in der Arbeitsposition B im Wesentlichen in Verlängerung der Bewegungsbahn F des Greifers 11. Dadurch ist eine gute Führung des Schussfadens 14 während des Schusseintrags möglich. Nicht ausgewählte Schussfäden 14 verlaufen oberhalb des ausgewählten Schussfadens, so dass ein ausgewählter Schussfaden 14 von dem Fächer der nicht ausgewählten Schussfäden getrennt wird.
Wie in Fig. 1 ersichtlich, liegt der ausgewählte Schussfaden 14 durch die Verschiebung der zugehörigen Stange 20 in die Arbeitsposition B an der Führungskante 23 an. Die Führungskante 23 dient zur Umlenkung des ausgewählten Schussfadens und ist in der dargestellten Ausführungsform einstückig mit der Umlenkkante 19 als ein im Wesentlichen L- förmig gebogenes Rundmaterial ausgebildet, das die Führungseinrichtung 16 formt. Wie in Fig. 1 erkennbar, bildet die Führungskante 23 mit der Richtung der Kettfäden einen Winkel, der in Richtung der Umlenkkante 19 ansteigt. Durch die Führungskante 23 wird der ausgewählte Schussfaden 14 derart umgelenkt, dass er in einer geeigneten Position für den Zubringer 18 liegt.
Das Ende 183 des Zubringers 18 ist entlang der in Fig. 1 gestrichelt dargestellten Bewegungsbahn C bewegbar. Für eine Bewegung ist der Zubringer 18 in der dargestellten Ausführungsform an seinem festen Ende 181 mit einer Kurbel 182 verbunden. Die Kurbel 182 ist um eine Achse 184 drehbar an dem Grundkörper 180 gelagert. Die Kurbel 182 ist mittels eines Antriebsmotors 186 beispielsweise eines Servomotors, eines Schrittmotors oder eines anderen Antriebselements zur Drehung um die Achse 184 antreibbar. Der Antriebsmotor 186 wird in der dargestellten Ausführungsform gemeinsam mit den Antrieben 21 durch das Ansteuermittel 210 gesteuert. Der stabförmig ausgebildete Zubringer 18 ist in Längsrichtung verschiebbar in einer an dem Grundkörper 180 drehbar gelagerten Längsführung 188 angeordnet.
Das Ende 183 des Zubringers 18 ist entlang der Bewegungsbahn C zwischen einer in Fig. 1 und 2 dargestellten Ruheposition D und einer in Fig. 4 und 5 dargestellten Arbeitsposition E des Zubringers 18 bewegbar.
Fig. 3 zeigt schematisch eine Ansicht ähnlich Fig. 1 während eines Er- greifens des Schussfadens 14 durch den Zubringer 18. Die Fig. 4 und 5 zeigen die Vorrichtung gemäß Fig. 1 und 2, wobei der Schussfaden 14 durch den Zubringer 18 in eine übernahmeposition für den Nehmergreifer 11 gebracht ist. Für eine bessere übersicht wird darauf verzichtet, in Fig. 3, 4 und 5 alle Schussfäden und/oder Bauteile der Vorrichtung 1 darzustellen.
Durch Drehung der Kurbel 182 und der Führung des Zubringers 18 in der Längsführung 188 führt der Zubringer 18 die mit der gestrichelten Linie dargestellte Bewegung entlang der Bewegungsbahn C aus. Die Position des Schussfadens 14' vor einer Bewegung des Zubringers 18 ist durch eine Strichpunktlinie dargestellt. Der durch die Stangen 20 ausgelenkte Schussfaden 14' liegt in der Bewegungsbahn C des Zu-
bringers 18. Der Zubringer 18 ist an seinem freien, dem Schussfaden 14 zugewandten Ende 183 mit einem gabelförmigen Mitnehmer versehen. Aufgrund der Bewegung des Zubringers 18 wird der Schussfaden 14' durch den Mitnehmer des Zubringers 18 - wie in Fig. 3 schematisch dargestellt - ergriffen oder erfasst und in eine in Fig. 4 und 5 dargestellte übernahmeposition für den Greifer 11 gebracht. In der dargestellten Ausführungsform verläuft die Führungskante 23 quer zur Schuss- eintragsrichtung, so dass der auf der Führungskante 23 abgelegte Schussfaden 14 bei der Bewegung des Zubringers 18 durch die Führungskante 23 unterstützt ist. Die Steigung der Führungskante 23 gegenüber der Ebene des Gewebes 15 ist in Abhängigkeit einer gewünschten Bewegung des Zubringers 18 und/oder einer gewünschten Positionierung des Schussfadens auf der Führungskante 23 und/oder der Umlenkkante 19 in der übernahmeposition für den Greifer 11 geeignet wählbar.
Aufgrund der Bewegung des Greifers 11 mit dem ergriffenen Schussfaden 14 in Schussrichtung wird der Schussfaden 14 zunächst über die parallel zur Schusseintragsrichtung verlaufende Umlenkkante 19 geführt und über die Messerscheibe 25 gezogen. Die Länge des abgeschnittenen Schussfadens zu der seitlichen Kante des Gewebes 15 ist dabei für alle Schussfäden 14 im Wesentlichen gleich.
Fig. 6 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 gemäß Fig. 1 , wobei durch den Zubringer 18 zwei Schussfäden 14 in eine übernahmeposition für den Nehmergreifer 11 gehalten sind. Durch die dargestellte Vorrichtung 1 kann eine beliebige Anzahl an Schussfäden 14 in die übernahmeposition für den Greifer 11 gebracht werden, wobei die Länge der durch die Schneideinrichtung 24 abgetrennten Schussfäden 14 im Wesentlichen gleich ist.
Die ausgewählten Schussfäden 14 werden durch die zugehörigen Präsentierelemente 17 auf der Führungskante 23 abgelegt und dort von dem Zubringer 18 ergriffen. Die Schussfäden 14 liegen dabei für den Zubringer 18 in der gleichen oder zumindest in ähnlichen Positionen. Dies wird erreicht, indem die Präsentierelemente 17 in jeweilige Arbeitspositionen B ausgestellt werden, wobei der Winkel eines Präsentierelements 17 und/oder ein Ausstellweg jeweils geeignet wählbar ist.
In einer nicht dargestellten, abweichenden Ausführungsform können die Schussfäden 14 zwischen der Führungskante 23 und den Führungsaugen 22 verschiedener Präsentierelemente 17 leicht zueinander versetzt verlaufen, wobei die Bewegungsbahn des Zubringers 18 so gewählt wird, dass alle ausgewählten Schussfäden 14 nacheinander erfasst werden.
Fig. 7 zeigt schematisch die Elemente der Vorrichtung 1 gemäß den Fig. 1 bis 6. In der dargestellten Ausführungsform ist der Grundkörper 180 mittels einer einzelnen Schraube 39 an der Grundplatte 160 befestigt. Daneben sind Ausführungsformen denkbar, welche für eine Verbesserung einer Verdrehsicherung weitere Schrauben 39 umfassen. Die Grundplatte 160 ist über zwei Schrauben auf der Profilschiene 38 befestigt. Wie in Fig. 7 deutlich erkennbar, ist das freie Ende 183 des Zubringers 18 mit einem Mitnehmer 185 ausgebildet, beispielsweise einem gabelförmigen Mitnehmer, welcher, wie in Fig. 3 bis 6 dargestellt, in Schussfäden 14 eingreift, welche durch die Stangen 20 der Präsentierelemente 17 in die Bewegungsbahn des Zubringers 18 eingebracht sind. Wie in Fig. 7 ebenfalls deutlich erkennbar, ist das Führungsauge 22 eines Präsentierelements 17 in der Arbeitsposition B in Verlängerung der Bewegungsbahn F des Nehmergreifers 11 angeordnet.
In den dargestellten Ausführungsbeispielen umfasst die Führungseinrichtung 16 eine Umlenkkante 21 und eine Führungskante 23, welche
quer zu einander angeordnet sind. Die Führungseinrichtung ist jedoch nicht beschränkt auf diese Ausführungsform. Die Umlenkkante 19 und die Führungskante 23 können selbstverständlich auch unter einem anderen Winkel zueinander angeordnet sein und/oder durch eine Krümmung ineinander übergehen.
Die Erfindung ist besonders vorteilhaft, wenn als Greifer ein Nehmergreifer vorgesehen ist. In diesem Fall ist es möglich, Präsentierelemente 17 in Verlängerung der Bewegungsbahn F des Nehmergreifers 11 anzuordnen, ohne dass diese in Berührung mit dem Nehmergreifer 11 gelangen. Eine derartige Berührung kann ausgeschlossen werden, wenn festgelegt wird, dass sich der Nehmergreifer 11 nur an dem in Arbeitsposition E befindlichen Zubringer 18 vorbei, nicht jedoch bis hin zu den Präsentierelementen 17 bewegt.
In den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 bis 7 sind jeweils vier Präsentierelemente 17 vorgesehen. Daneben sind jedoch auch Ausführungsformen denkbar, welche mit mehr oder weniger Präsentierelementen ausgebildet sind, beispielsweise mit wenigstens einem Präsentierelement.
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