SCHMATZ, Ulrich (Aystrasse 19, Besigheim, 74354, DE)
FRAHAMMER, Thomas (Adalbert-Stifter-Strasse 12, Aichtal, 72631, DE)
HOFMEISTER, Werner (Hoehenstr 20, Muehlacker, 75417, DE)
SCHMATZ, Ulrich (Aystrasse 19, Besigheim, 74354, DE)
FRAHAMMER, Thomas (Adalbert-Stifter-Strasse 12, Aichtal, 72631, DE)
Patentansprüche
1 . Verfahren zum Längsabdichten von elektrischen Leitungen (2), welche eine oder mehrere innerhalb einer Außenumhüllung (22) angeordnete Leitungsfasern (21 ) und Hohlräume (23) zwischen den einzelnen
Leitungsfasern (21 ) sowie zwischen den einzelnen Leitungsfasern (21 ) und der Außenumhüllung (22) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das zu dichtende eine Ende (2a) der Leitung (2) in eine flüssige Dichtmasse (3) eingetaucht wird und das andere Ende (2b) der Leitung (2) mit
Unterdruck beaufschlagt wird.
2. Abdichtverfahren insbesondere nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Vorratsreservoir (4) der flüssigen Dichtmasse (3), in das das eine Ende (2a) der Leitung (2) eingetaucht wird, mit überdruck beaufschlagt wird.
3. Abdichtverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in die Leitung (2) eingesaugte Dichtmasse (3) anschließend einer Nachbehandlung, insbesondere einer Temperaturbehandlung, unterzogen wird.
4. Abdichtverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterdruck beim Einsaugen der Dichtmasse (3) überwacht wird.
5. Vorrichtung (1 ) zur Längsabdichtung von elektrischen Leitungen (2), insbesondere zum Durchführen des Abdichtverfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Vorratsreservoir (4) für die flüssige Dichtmasse (3), in die das zu dichtende eine Ende (2a) der Leitung (2) eingetaucht wird, und durch eine Unterdruckquelle (5), an die das andere Ende (2b) der Leitung (2) angeschlossen wird.
6. Abdichtvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Unterdruckquelle (5) einen Adapter (6) aufweist, an den die abzudichtende Leitungen (2) anschließbar ist.
7. Abdichtvorrichtung insbesondere nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtmassen-Vorratsreservoir (4) in sich druckdicht abgeschlossen ist und eine überdruckquelle (1 1 ) vorgesehen ist, an die das Dichtmassen-Vorratsreservoir (4) anschließbar ist.
8. Abdichtvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Drucksensor (7) vorgesehen ist, der den Unterdruck der Unterdruckquelle (5) erfasst.
9. Längsabgedichtete elektrische Leitung (2) mit einer oder mehreren innerhalb einer Außenumhüllung (22) angeordneten Leitungsfasern (21 ) und mit Hohlräumem (23) zwischen den einzelnen Leitungsfasern (21 ) sowie zwischen den einzelnen Leitungsfasern (21 ) und der Außenumhüllung (22), wobei zumindest an einem Ende (2a) der Leitung (2) die Hohlräume (23) vom Ende (2a) der Leitung (2) her mit einer Dichtungsmasse (3) gefüllt sind. |
Vorrichtung und Verfahren zur Längsabdichtung von elektrischen Leitungen
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung und einem Verfahren zur Längsabdichtung von elektrischen Leitungen nach der Gattung des Patentanspruchs 1 bzw. 5.
Eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren sind beispielsweise durch die DE 103 45 676 A1 bekannt geworden.
Das Eindringen von Wasser oder anderen Medien in Fahrzeug-Kabelbäume kann zum Ausfall der angeschlossenen Komponenten und Steuergeräte führen und somit auch zum Ausfall des Fahrzeuges, da flüssige Medien vor allem in Litzenleitungen durch die Hohlräume vorandringen. Daher werden bei entsprechenden Anforderungen, die durch den Verbauort gegeben sind, dicht ausgelegte Stecker
verwendet, um einen dichten Kabelbaum zu erhalten. Für elektrische Leitungen, die nicht in einem Stecker enden, z.B. mit Ringkabelschuhen versehene Leitungen, werden häufig von außen Schrumpfschläuche mit Schmelzkleber zur Abdichtung verwendet.
Gerade im Motorraum oder gar bei Verbau von elektrischen Komponenten, wie Einspritzdüsen im Motor eines Kraftfahrzeuges, treten neben Wasser auch noch andere Medien auf, wie z.B. Motoröl. Ein bei den daraus resultierenden Anforderungen beständiger Heißkleber ist nicht erhältlich, so dass hier zu anderen, teuren Lösungen gegriffen werden muss, wie z.B. speziellen Ringkabelschuhen mit Dichtungseinsatz oder Trennstecker.
Aus der eingangs genannten DE 103 45 676 A1 ist es bekannt, eine flüssige Dichtmasse in Hohlräume einer elektrischen Leitung mittels einer Injektionsnadel einzubringen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Injektionsnadel mit der Zeit verschleißt oder verstopft und ausgewechselt werden muss.
Offenbarung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, bei Verwendung einer geeigneten Dichtmasse, elektrische Leitungen, insbesondere Litzenleitungen und Kabelbäume, auch gegen das Eindringen von Motoröl zu versiegeln. Erfindungsgemäß wird die Dichtmasse durch einen von der anderen Seite der Leitung aufgebrachten Unterdruck in die Hohlräume der Leitung eingebracht bzw. eingesaugt. Durch
Eintauchen der Einsaugstelle in die Dichtmasse ist das Einsaugen der Dichtmasse in die Leitung sichergestellt, was auch direkt durch den zeitlichen Druckverlauf beim Einsaugprozess überprüft werden kann. Weiterhin besteht beim hier vorgeschlagenen Verfahren die Gefahr des Verschleißes oder des Verstopfens wie bei Injektionsnadeln nicht.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstands der Erfindung sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Abdichtvorrichtung ist in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die Figuren sind teilweise abgebrochen, schematisch und nicht maßstäblich. Es zeigen:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Längsabdichtung von elektrischen Leitungen; und
Fig. 2 den Querschnitt einer abzudichtenden elektrischen Leitung.
Ausführungsform der Erfindung
Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung 1 dient zur Längsabdichtung einer elektrischen Leitung 2 mit einer oder mehreren Leitungsfasern 21. Die Leitungsfasern 21 sind, wie in Fig. 2 gezeigt, von einer Außenumhüllung 22 umgeben, wobei zwischen den einzelnen Leitungsfasern 21 sowie zwischen den einzelnen Leitungsfasern 21 und der Außenumhüllung 22 Hohlräume 23 verbleiben.
Die Abdichtvorrichtung 1 umfasst ein mit flüssiger Dichtmasse 3 gefülltes Vorratsreservoir (Vorratsbehälter) 4 und eine Unterdruckquelle (Vakuumpumpe) 5 mit einem Adapteranschluss 6. Der im Adapteranschluss 6 herrschende Druck wird mit einem Drucksensor 7 erfasst, der an eine nicht gezeigte überwachungseinheit angeschlossen ist.
Wie in Fig. 1 gezeigt, wird das zu dichtende eine Ende 2a der Leitung 2 in die flüssige Dichtmasse 3 eingetaucht. Das andere Ende 2b der Leitung 2 wird - mittels einer Dichtung 8 abgedichtet - an den Adapteranschluss 6 angeschlossen. Durch den Unterdruck angezogen (Pfeilrichtung 9) dringt die Dichtmasse 3 in die Hohlräume 23 der Leitung 2 ein, wobei ihre Eindringtiefe in die Leitung 2 von der Prozessdauer sowie der Viskosität der Dichtmasse 3 abhängig ist. Gegebenenfalls wird die Dichtmasse 3 durch einen anschließenden Behandlungsschritt, wie z.B. eine
Temperaturbehandlung, nachbehandelt, um die volle Dichtwirkung zu erzielen. Vorteilhaft können hierbei auch mehrere Leitungen 2 gleichzeitig über den Adapter 6 mit Unterdruck beaufschlagt und mit der Dichtmasse 3 abgedichtet werden. Wenn das zu dichtende Ende 2a der Leitung 2, genauer gesagt die Außenumhüllung 22, in die Dichtmasse 3 eingetaucht ist, ist das Einsaugen der Dichtmasse 3 in die Leitung 2 sichergestellt. Dieser Vorgang kann auch direkt durch den mit dem Drucksensor 7 erfassten Druckverlauf beim Einsaugprozess überprüft werden.
Wie in Fig. 1 gestrichelt angedeutet, kann das Dichtmassen-Vorratsreservoir 4 alternativ oder zusätzlich zur Unterdruckquelle mit einem Deckel 10 druckdicht abgeschlossen und an eine überdruckquelle 11 angeschlossen sein. Alternativ bzw. zusätzlich zur Wirkung des Unterdrucks führt so auch die Wirkung des überdrucks (Pfeilrichtung 12) zum Einbringen der Dichtmasse 3 in die zu dichtende Leitung 2.
