| Patentansprüche 1. Vorrichtung zur Versiegelung eines von einem Medium durchströmten, an einer Bruchstelle (19) abgetrennten Rohres, mit einer Führungselemente aufweisenden Manschette (1), wobei die Manschette (1) an der äußeren Mantelfläche des Rohres im Bereich hinter der Bruchstelle (19) befestigbar ist, mit einem Führungen und mehrere Entlastungsrohre (4) aufweisenden Flansch (2), wobei durch Herstellen von Zwangsführungen von Führungselementen und Führungen der Flansch (2) relativ zur Manschette (1 ) in einer Sollposition lagefixiert ist, und mit einem an einem Ende einer Absaugleitung (69) angeordneten gespiegelten Flansch (71 ) mit einer zur Anordnung der Entlastungsrohre (4) komplementären Anordnung von Rohranschlüssen, wobei in einem Anfangszustand alle Entlastungsrohre (4) des an der Manschette ( 1 ) angefixierten Flansches (2) geöffnet sind, so dass das Medium aus dem Rohr über diese Entlastungsrohre (4) entweichen kann, und mit flexiblen Rohrverbindungen, mittels derer einzeln Verbindungen zwischen jeweils einem Entlastungsrohr (4) und einem zugeordneten Rohranschluss herstellbar sind, wobei bei Herstellung der Verbindung das jeweilige Entlastungsrohr (4) geschlossen ist und wobei Mittel zum Öffnen des Entlastungsrohrs (4) nach hergestellter Verbindung vorgesehen sind. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente von Distanzstangen (3) gebildet sind, welchen Führungen in Form von Bohrungen mit zugeordneten Befestigungsmuttern (14) zugeordnet sind. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachsen der Distanzstangen (3) parallel zueinander verlaufen und bei auf der Mantelfläche des Rohrs befestigtem Flansch (2) in axialer Richtung des Rohrs verlaufen. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1 ) zwei über ein Manschettengelenk (1 1) verbundene Halbschalen (62) aufweist, wobei auf jeder Halbschale (62) eine Distanzstange (3) angeordnet ist, die länger ist als die restlichen Distanzstangen (3). Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem Entlastungsrohr (4) ein Ventil (5) angeordnet ist, welches zum Schließen und Öffnen des Entlastungsrohrs (4) durch Stellmittel geschlossen und geöffnet werden kann. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1 ) mit den Distanzstangen (3) sowie die Anzahl und Größen der Entlastungsrohre (4) des Flansches (2) an die Größe des Rohres angepasst sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei relativ zur Manschette (1 ) lagefixiertem Flansch (2) der Zwischenraum zwischen Manschette (1 ) und Flansch (2) durch eine Abdeck- Manschette (6) abgeschlossen ist. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Ab- deck-Manschette (6) ein Einfüllstutzen (61 ) vorgesehen ist, über welchen in den von der Abdeck-Manschette (6) umschlossenen Raum eine Dichtungsmasse einfüllbar ist. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Entlastungsrohr (4) über Ventile (65) ein Mittel gegen Vereisung zuführbar ist. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr ein Bohrrohr ( 10) für eine Unterwasser-Ölbohrung ist. 1 1. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1 ), der Flansch (2) und der gespiegelte Flansch (71 ) über Transportsicherungsseile (73) verbunden zu der Bruchstelle (19) des Rohres transportierbar sind. 12. Verfahren zur Versiegelung eines von einem Medium durchströmten, an einer Bruchstelle (19) abgetrennten Rohres, umfassend folgende Verfahrensschritte: Befestigen einer Führungselemente aufweisenden Manschet- te ( 1 ) an der äußeren Mantelfläche des Rohres im Bereich hinter der Bruchstelle ( 1 9), Lagefixieren eines Führungen und mehrere Entlastungsrohre (4) aufweisenden Flanschs (2) an der Manschette (1 ) in einer Sollposition, durch Herstellen von Zwangsführungen von Führungselementen und Führungen, wobei der an der Manschette (1 ) lagefixierte Flansch (2) einem an einem Ende einer Absaugleitung (69) angeordneten gespiegelten Flansch (71 ) mit einer zur Anordnung der Entlastungsrohre (4) komplementären Anordnung von Rohranschlüssen zugeordnet ist, Herstellen eines Anfangszustands, in welchem alle Entlastungsrohre (4) geöffnet sind, so dass das Medium aus dem Rohr über diese Entlastungsrohre (4) entweichen kann. Herstellen von Verbindungen zwischen Entlastungsrohren (4) und zugeordneten Rohranschlüssen mittels flexiblen Rohrverbindungen aus dem Anfangszustand heraus, wobei einzeln nacheinander jeweils ein Entlastungsrohr (4) geschlossen wird, dann dieses Entlastungsrohr (4) mittels einer flexiblen Rohrverbindung mit dem zugeordne- ten Rohranschluss verbunden wird, und danach das Entlastungsrohr (4) geöffnet wird, so dass das Medium über diese Verbindung aus dem Rohr in die Absaugleitung (69) fließt. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass bei Führungselementen in Form von Distanzstangen (3) unterschiedlicher Längen die längsten Distanzstangen (3) als Einführhilfen verwendet werden. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeich- net, dass zur Herstellung der Verbindung zwischen dem Flansch (2) und der Manschette (1 ) Seil- oder Flaschenzüge verwendet werden. 1 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Flansch (2) mit dem Entlastungsrohr und dem gespiegelten Flansch (71 ) mit den Rohranschlüssen die flexiblen Rohrver- bindungen die einzigen Verbindungselemente bilden. |
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Versiegelung eines an einer Bruchstelle abgebrochenen Rohres.
Derartige Rohre, auf welche sich die vorliegende Erfindung bezieht, können insbesondere von Borrohren gebildet sein, die als Medium Erdöl oder Erdgas fuhren. Insbesondere verlaufen derartige Bohrrohre in Hochseegewässern unter Wasser.
Im Jahre 2010 ereignete sich bei der Bohrinsel„Deepwater Horizon" eine Explosion, die zu einem abgerissenen Bohrrohr mehrere Tausend Meter unterhalb des Meeresspiegels führte. Das Leck im Bohrrohr konnte nicht versiegelt werden, so dass es zu einer der größten Umweltkatastrophen der neuen Geschichte kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren bereitzustellen, welche es ermöglichen, ein geborstenes oder abgerissenes Rohr soweit zu versiegeln, dass eine geregelte Entnahme des im Rohr geführten Mediums wieder möglich ist.
Zur Lösung einer Aufgabe sind die Merkmale der unabhängigen Ansprüche vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient zur Versiegelung eines von einem Medium durchströmten, an einer Bruchstelle abgetrennten Rohres und umfasst eine Führungselemente aufweisende Manschette. Die Manschette ist an der äußeren Mantelfläche des Rohres im Bereich hinter der Bruchstelle mit einem Führungen und mehrere Entlastungsrohre aufweisenden Flansch befestigt. Durch Herstellen von Zwangsführungen von Führungselementen und Führungen ist der Flansch relativ zur Manschette in einer Sollposition lagefixiert. An einem Ende einer Absaugleitung ist ein gespiegelter Flansch mit einer zur An- Ordnung der Entlastungsrohre komplementären Anordnung von Rohranschlüssen angeordnet. In einem Anfangszustand sind alle Entlastungsrohre des an der Manschette angefixierten Flansches geöffnet, so dass das Medium aus dem Rohr über diese Entlastungsrohre entweichen kann. Mit flexiblen Rohrverbindungen sind einzeln Verbindungen zwischen jeweils einem Entlastungsrohr und einem zugeordneten Rohranschluss herstellbar. Bei Herstellung der Verbindung ist das jeweilige Entlastungsrohr geschlossen. Zum Öffnen des Entlastungsrohrs nach hergestellter Verbindung sind entsprechende Mittel vorgesehen.
Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein eine Vorrichtung, mit der gebor- stene oder abgerissene und unter Druck stehende Rohre soweit versiegelt werden können, dass eine geregelte Entnahme des sich darin befindenden Mediums wieder mögl ich ist. Ob damit eine vol lständige Versiegelung möglich ist, kann nur bei jedem einzelnen Unfall vor Ort geprüft werden, bei dem die Vorrichtung zum Einsatz kommt. Der anstehende Druck an der beschädigten Stelle ist dafür ausschlaggebend. Insbesondere betrifft die Erfindung eine solche Vorrichtung, mit der geborstene oder abgerissene und unter Druck stehende Bohrrohre auch in größeren Tiefen repariert werden können. Noch spezieller betrifft die Erfindung eine solche Vorrichtung, mit der geborstene oder abgerissene und unter Druck stehende Bohrrohre auch in größeren Tiefen repariert werden können und das sich darin befindende Medium, z.B. Erdöl oder Erdgas, nach der Montage in entsprechende Tanks abgefüllt werden kann und eine weitere Umweltverschmutzung vermieden werden kann.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Versiegelung eines von einem Medium durchströmten, an einer Bruchstelle abgetrennten Rohres, umfas- send folgende Verfahrensschritte: Befestigen einer Führungselemente aufweisenden Manschette an der äußeren Mantelfläche des Rohres im Bereich hinter der Bruchstelle, Lagefixieren eines Führungen und mehrere Entlastungsrohre aufweisenden Flansches an der Manschette in einer Sollposition durch Herstellen von Zwangsführungen von Führungselementen und Führungen. Der an der Manschette lagefixierte Flansch ist an einem Ende einer Absaugleitung angeordnetem gespiegeltem Flansch mit einer zur Anordnung der Entlastungsrohre komplementären Anordnung von Rohranschlüssen zugeordnet. Ein Anfangszustand wird hergestellt, in welchem alle Entlastungsrohre geöffnet sind, so dass das Medium aus dem Rohr über diese Entlastungsrohre entweichen kann. Verbindungen zwischen Entlastungsrohren und zugeordneten Rohranschlüssen werden mittels flexiblen Rohrverbindungen aus dem Anfangszustand heraus hergestellt, wobei einzeln nacheinander jeweils ein Entlastungsrohr geschlossen wird, dann dieses Entlastungsrohr mittels einer flexiblen Rohrverbindung mit dem zugeordneten Rohran- schluss verbunden wird, und danach das Entlastungsrohr geöffnet wird, so dass das Medium über diese Verbindung aus dem Rohr in die Absaugleitung fließt.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung beziehungsweise dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Rettungssystem bereitgestellt, das auch unter erschwerten Umweltbedingungen eine sichere Versiegelung und geregelte Entnahme eines Mediums aus einem geborsteten oder abgerissenen Rohr ermöglicht.
Ein erster wesentlicher Aspekt der Vorrichtung besteht darin, dass die Manschette auch bei unter hohem Druck aus der Bruchstelle ausfließendem Medium am Rohr im Bereich hinter der Bruchstelle angebracht werden kann, und zwar auch dann, wenn das Rohr schwer zugänglich ist, beispielsweise weit unterhalb der Meeresoberfläche. Besonders vorteilhaft besteht die Manschette aus zwei Halbschalen, die durch ein Manschettengelenk verbunden sind. Die so ausgebildete Manschette kann einfach mit einem Roboter um die Mantelfläche des Rohrs gelegt und dort befestigt werden. Mit der Anbringung der Manschette wird die Bruchstelle des Rohrs noch nicht versiegelt, vielmehr lässt die Manschette die Bruchstelle des Rohrs noch völlig frei.
Erst der an der Manschette lagefixierte Flansch enthält mit den Entlastungsroh- ren Elemente, die in die offene Bruchstelle des Rohrs eingeführt werden.
Mit den Führungselementen an der Manschette und den Führungen am Flansch wird eine einfache und mit Robotern sicher durchführbare Lagefixierung des Flansches an der Manschette erzielt.
Besonders vorteilhaft sind die Führungselemente von Distanzstangen gebildet, welchen Führungen in Form von Bohrungen mit zugeordneten Befestigungsmuttern zugeordnet sind. Die Längsachsen der Distanzstange verlaufen parallel zueinander und bei auf der Mantelfläche des Rohrs befestigtem Flansch in axialer Richtung des Rohrs.
Besonders vorteilhaft sind die Distanzstangen in regelmäßigen Abständen über die Halbschale der Manschette verteilt, wobei auf jeder Halbschale eine Distanzstange länger ist als die anderen.
Die beiden längeren Distanzstangen bilden eine effiziente Einfuhrhilfe für die Einführung der Distanzstange in die Bohrungen des Flansches, da zunächst nur die beiden längeren Distanzstangen in jeweils eine Bohrung des Flansches ein- geführt werden müssen, was erheblich einfacher ist als eine gleichzeitige Einführung aller Distanzstangen in die zugeordneten Bohrungen. Sind die beiden langen Distanzstangen in die jeweiligen Bohrungen eingeführt, so können dann ohne weitere Zentrierungen vornehmen zu müssen bei Aufschieben des Flansches auf die Manschette die weiteren Distanzstangen in die zugeordneten Bohrungen eingeführt werden. Befindet sich der Flansch in seiner Sollposition zur Manschette, werden die Distanzstangen in den Bohrungen mit den Befestigungsmuttern arretiert, so dass der Flansch relativ zur Manschette lagefixiert ist und eine am Rohr montierte Baueinheit bildet. Besonders vorteilhaft weisen die Manschetten zwei über ein Manschettengelenk verbundene Halbschalen auf. Auf jeder Halbschale ist eine Distanzstange angeordnet, die länger ist als die restlichen Distanzstangen.
Wesentlich hierbei ist, dass in einem Anfangszustand die Entlastungsrohre des am Rohr montierten Flansches offen sind, so dass das Medium noch ungehindert an der Bruchstelle des Rohrs ausfließen kann, das heißt es bildet sich kein Überdruck im Rohr, der zu weiteren Beschädigungen führen könnte.
Vorteilhaft ist an jedem Entlastungsrohr ein Ventil angeordnet sind, welches zum Schließen und Öffnen des Entlastungsrohrs durch Stellmittel geschlossen und geöffnet werden kann.
Aus diesem Anfangszustand heraus werden zur kontrollierten Entnahme eines Mediums aus dem Rohr einzelne flexible Rohrverbindungen als Verbindungen zu einem gespiegelten Flansch installiert, wobei sich der gespiegelte Flansch an einer Absaugleitung befindet, über welche das Medium aus dem Rohr kon- trolliert entsorgt werden kann.
Wesentlich hierbei ist, dass die flexiblen Rohrverbindungen einzeln von einem Entlastungsrohr zur einem Rohranschluss des gespiegelten Flansches gelegt werden, wobei vor der Installation dieses Rohr geschlossen wird, so dass dort kein Druck entsteht, der den Anschluss der Rohrverbindungen erschweren oder sogar unmöglich machen würde. Da die restlichen, noch nicht an den gespiegelten Flansch angeschlossenen Entlastungsrohre offen sind, fließt über diese noch das Medium aus, so dass sich im Rohr kein kritischer Druck aufbaut. Ist eine flexible Rohrverbindung zwischen einem Entlastungsrohr des Flansches und einem Rohranschluss des gespiegelten Flansches hergestellt, wird dieses Entlastungsrohr geöffnet, so dass das Medium vom Rohr in die Absaugleitung abfließen kann. Je mehr Rohrverbindungen zwischen einzelnen Entlastungsrohren und Rohranschlüssen hergestellt werden, umso größer ist die Menge des Mediums aus dem Rohr, das kontrolliert über die Absaugleitung entsorgt wer- den kann. Bei dem sukzessiven einzelnen Anschließen von Rohrverbindungen zwischen jeweils einem Entlastungsrohr und einem Rohranschluss wird sukzessive die Menge von Medium, das aus dem Rohr der Absaugleitung zugeführt wird, erhöht. Bei jedem Anschlussvorgang für ein Entlastungsrohr sind alle anderen Entlastungsrohre immer offen, unabhängig davon, ob das Medium von diesem Entlastungsrohr ins Freie strömt oder über eine bereits installierte Rohrverbindung der Absaugleitung zugeführt wird. Damit wird ein Aufbau eines Überdrucks im Rohr während des gesamten Anschluss Vorgangs vermieden. Weiterhin ist vorteilhaft, dass zwischen dem Flansch mit dem Entlastungsrohr und dem gespiegelten Flansch mit den Rohranschlüssen die flexiblen Rohrverbindungen die einzigen Verbindungselemente bilden.
Die Vorrichtung kann in jeder Tiefe und bei jedem Druck angewendet werden, da der Gegendruck des ausströmenden Mediums beim Anlegen der Manschette keine Rol le spielt und eine Verteilung des Drucks durch die Entlastungsrohre eine Montage ohne großen Gegendruck bei den einzelnen Arbeitsschritten ermöglicht.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist bei relativ zur Manschette lagefixiertem Flansch der Zwischenraum zwischen Manschette und Flansch durch eine Abdeck-Manschette abgeschlossen. An der Abdeck- Manschette ist ein Einfüllstutzen vorgesehen, über welchen in den von der Abdeck-Manschette umschlossenen Raum eine Dichtungsmasse einfüllbar ist. Dem Entlastungsrohr ist über Ventile ein Mittel gegen Vereisung zuführbar.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist flexibel an unterschiedliche Einsatzfälle anpassbar. Hierzu sind die Manschetten mit den Distanzstangen sowie die Anzahl und Größen der Entlastungsrohre des Flansches an die Größe des Rohres angepasst.
Vortei lhaft können al le benötigten Tei le der Vorrichtung in einem Arbeitsgang zur Unglücksstelle verbracht werden. Hierzu sind diese verbunden über Transportsicherungsseile, gesichert durch Sicherungsscheiben und geführt durch Transportsicherungsseil- Halterungen und Transportsicherungsseile, welche entsprechend der abgearbeiteten Arbeitsschritte gekappt werden können um den nächsten Arbeitsschritt zu erleichtern. Die Vorrichtung kann nach erfolgter Endmontage inklusive der Versiegelung mit Dichtungsmittel die Funktion eines Blow-Out-Preventers (BOP) übernehmen, wenn die dafür erforderliche Technik bereits bei der Planung und Anfertigung berücksichtigt wurde. Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Figur 1 : Eine Manschette, ein Flansch und ein gespiegelter Flansch als
Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung, über Trans- portsicherungsseil als zu einer Unglückstelle transportierbare
Einheit verbunden.
Einzeldarstellung der Manschette und des Flansches der Vorrichtung gemäß Figur 1.
Einzeldarstellung einer Abdeck-Manschette für die Vorrichtung gemäß Figur 1 .
Darstellung der Manschette und der Abdeck-Manschette im aufgeklappten Zustand.
Darstellung der hinter einer Bruchstelle an einem Bohrrohr montierten Manschette.
Figur 6: Anordnung gemäß Figur 5 mit zusätzlich an der Manschette montiertem Flansch. Figur 7: Anordnung gemäß Figur 6 mit zusätzlich montierter Abdeck- Manschette. Figur 8: Anordnung gemäß Figur 7, zusätzlich mit einer von einem Entlastungsrohr zu einem Rohranschluss führenden flexiblen Rohrverbindung.
Die Figuren 1 bis 4 zeigen die Komponenten eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Versiegelung einer Bruchstelle eines Rohrs und zur kontrol l ierten Entnahme von Medium aus dem Rohr.
Die Figuren 5 bis 8 zeigen die unterschiedlichen Schritte der Montage der Vorrichtung an einem Rohr in Form eines unter Wasser verlegten, Erdöl als Medi- um führenden Bohrrohr 10.
Als erste Komponente der Vorrichtung ist eine ringförmige Manschette 1 vorgesehen. Diese besteht im Wesentlichen aus zwei über ein Manschettengelenk 1 1 verbundenen Halbschalen 62, die im Wesentlichen aus Stahl bestehen und an ihren inneren Mantelflächen Ringsegmente aus Gummi aufweisen. An den Halbschalen 62 befinden sich Aufnahmen 62a, durch welche ein Gewindebolzen 1 3 geführt werden kann, der mit Muttern 1 3a gesichert werden kann um die Halbschalen 62 im geschlossenen Zustand zu Fixieren. Weiterhin sind an den Halbschalen 62 Halterungen 63 für einen Seilzug und Halterungen 75 für ein Transportsicherungsseil 73 (nur dargestellt in Figur 1 ) vorgesehen. An der oberen Stirnseite der Manschette 1 münden Distanzstangen 3 aus, die Führungselemente bilden. Die Distanzstangen 3 verlaufen parallel zueinander in axialer Richtung der Manschette 1 . Auf jeder Halbschale 62 ist eine Distanzstange 3 vorgesehen, die länger ist als die restlichen Distanzstangen 3, die alle dieselbe Länge aufweisen. An der Unterseite der Manschette 1 befindet sich, wie in Figur 1 gezeigt, ein Entlüftungsventil 67 für eine Versiegelung. Als weitere Komponente der Vorrichtung ist ein Flansch 2 vorgesehen, der kreisscheibenförmig ausgebi ldet ist, und in welchem eine Anordnung von Entlastungsrohren 4 vorgesehen ist. Die Entlastungsrohre 4 durchsetzen die Kreisscheibe des Flansches 2 und sind dort fest und dicht verankert. Die Entlastungsrohre 4 verlaufen parallel zueinander in axialer Richtung.
Als Führungen zur Aufnahme der Distanzstange 3 der Manschette 1 weist der Flansch 2 eine der Anzahl von Distanzstangen 3 entsprechende Anzahl von Bohrungen auf, auf welchen jeweils eine Befestigungsmutter 14 aufsitzt. Jedes Entlastungsrohr 4 kann mittels eines Ventils 5 geöffnet und geschlossen werden, wobei ein Ventil 5 durch ein mechanisches Stellmittel in Form einer Ventilverstellschraube 51 betätigt werden kann. Weiterhin ist an dem Entlastungsrohr 4 jeweils ein Ventil 65 für eine Methanol -Leitung gegen Vereisung und ein Manometer 66 vorgesehen. An dem äußeren Rand des Flansches 2 befinden sich wie bei der Manschette 1 Halterungen 63 für einen Seilzug und Halteningen 75 für ein Transportsicherungsseil 73.
Als weitere Komponente der Vorrichtung ist eine Abdeck-Manschette 6 vorgesehen (Figur 3). Die Abdeck-Manschette 6 besteht wie die Manschette 1 aus zwei Halbschalen 6a, die über ein Manschettengelenk 64 gelenkig verbunden sind. Zum Schließen der Halbschalen 6a kann durch Aufnahmen 62a an deren freien Enden wieder ein Gewindebolzen 1 3 geführt werden, der mit Muttern 13a gesichert wird. Am Gelenk ist ein Führungsrohr 1 2 vorgesehen, in welches eine der Distanzstange 3 der Manschette 1 eingeführt werden kann. Weiterhin ist an der Mantelfläche der Abdeck-Manschette 6 ausmündend ein Einfüllstutzen 61 mit einem Kolben 68 zum Einpressen von Versiegelungsmasse in den Innenraum der Abdeck-Manschette 6.
Als weitere Komponente der Vorrichtung ist ein gespiegelter Flansch 71 vorgesehen, der eine Anordnung von Rohranschlüssen mit jeweils einem Rückhalteventil 70 aufweist, wobei diese Anordnung der Anordnung der Entlastungsrohre 4 des Flansches 2 entspricht. Der gespiegelte Flansch 71 wird, wie Figur 8 zeigt, fest an einer Absaugleitung 69 angeschlossen, die dazu dient, kontrolliert aus dem Bohrrohr 10 ausgeführtes Erdöl einem Tanker zuzuführen. Der gespiegelte Flansch 71 weist weiterhin Halterungen 63 für ein Transportsicherungsseil 73 auf.
Figur 1 zeigt die Komponenten der Vorrichtung, die über durch die Halterungen geführten Transportsicherungsseile 73 und mit Sicherungsscheiben 72 zur Sicherung der Transportsicherungsseilen 73 zu einer transportablen Einheit zusammengefasst sind. Zusätzlich kann durch Einführen des Führungsrohres 12 in eine Distanzstange 3 auch noch die Abdeck-Manschette 6 an der Manschette 1 gelagert werden.
Die so gebildete transportable Einheit kann in einem Hochseegewässer oder dergleichen abgesenkt und an einen Unglücksort, an dem an einem abgerissenen Bohrrohr 1 0 unkontrolliert Erdöl austritt, gebracht werden.
Dort kann mit Robotern die Vorrichtung im Bereich der Bruchstelle 1 9 des Bohrrohrs 1 0 montiert werden, was in den Figuren 5 und 8 veranschaulicht ist.
Ausreichend weit hinter der Bruchstelle 1 9 am Bohrrohr 10 wird die Manschette 1 mit den Distanzstangen 3 am Bohrrohr 10 mittels Gewindebolzen 1 3 und Befestigungsmuttern 14 befestigt (Figur 3). Das Manschettengelenk 1 1 dient dazu, dass sich die Manschette 1 einfacher um das Bohrrohr 10 legen lässt.
In dem Flansch 2 sind bereits die Entlastungsrohre 4 fest verbaut und vollkommen dicht eingepasst. Ebenfalls sind die Ventile 5, 65 mit den Ventilverstellschrauben 5 1 bereits an jedem Entlastungsrohr 4 montiert.
Am jeweiligen Auslass der Entlastungsrohre 4 sind bereits entsprechende Gewinde oder Flansche 2 für die Befestigung von flexiblen Rohrverbindungen 74 montiert, durch die dann das Öl oder Gas über den gespiegelten Flansch 71 und die Absaugleitung 69 zu den entsprechenden Tankschiffen geleitet werden kann. Al le Venti le 5 müssen bei der Montage an der Auslass-Seite geöffnet sein, damit möglichst wenig Gegendruck durch das aus dem Bohrrohr 10 ausströmende Öl entsteht.
Jetzt werden die Entlastungsrohre 4, die in dem Flansch 2 fest verbaut sind, langsam in das abgerissene Bohrrohr 10 eingeführt und der Flansch 2 wird so ausgerichtet, dass sie auf die Distanzstangen 3 geschoben werden können. Danach müssen noch die Befestigungsmuttern 14 angezogen werden, bis die Manschette 1 über die Distanzstangen 3 fest mit dem Flansch 2 verbunden ist. Die Anzahl der enthaltenen Entlastungssrohre 4, sowie deren Durchmesser und Form (rund, eckig, Vieleck) richtet sich nach dem Durchmesser des defekten Bohrrohres 1 0. Die Anzahl der Entlastungsrohre 4 im Flansch 2 muss identisch sein mit der Anzahl der Anschlüsse im gespiegelten Flansch 71 an der Absaugleitung 69 zum Tankschiff 69. Die Auswahl des zu verwendenden Materials ist von den Um- gebungsbedingen abhängig.
Um den Flansch 2 gegen die Manschette 1 zu führen, werden diese Einheiten unter Ausnützung der Halterungen 6 über Seilzug verbunden.
Figur 6 zeigt die damit hergestellte Baueinheit von Manschetten 1 und Flansch 2 am Bohrrohr 10.
Im nächsten Schritt (Figur 7) wird die Abdeck-Manschette 6 an der Baueinheit, bestehend aus Manschette 1 und Flansch 2 montiert.
Zwischen der Innenwand des defekten Bohrrohres 1 0 und den eingeführten Entlastungsrohren 4 wird zu diesem Zeitpunkt noch Öl austreten, genauso wie an der Auslass-Seite an den Ventilen 5 der Entlastungrohre 4.
Aus diesem Anfangszustand heraus werden einzeln nacheinander flexible Rohrverbindungen zwischen jeweils einem Entlastungsrohr 4 des Flan- sches 2 und einem Rohranschluss des gespiegelten Flansches 71 hergestellt, um so Öl vom Bohrrohr 10 in die Absaugleitung 69 einzuspeisen. Als Hilfsmittel zur Herstellung der Verbindungen der flexiblen Rohrverbindungen können Stahlseile als Einführhilfen 1 5 dienen.
Zunächst wird das Venti l 5 mittels der Ventilverstellschraube 5 1 an einem Entlastungsrohr 4 geschlossen. Der Druck des aus dem defekten Bohrrohr 10 ausströmenden Öls verteilt sich auf die restlichen noch offenen Entlastungsrohre 4. Jetzt kann mit der flexiblen Rohrverbindung die erste Verbindung zu der Absaugleitung 69, die zum Tankschiff führt, hergestellt werden. Es empfiehlt sich, einen entsprechenden Flansch 2 für die Absaugleitung 69 zum Tankschiff herzustellen, bei welchem die Anschlüsse der Auslass-Seite gespiegelt werden. Wenn der erste Anschluss an die Absaugleitung 69 mittels einer flexiblen Rohrverbindung erfolgt ist, wird dieses erste Ventil 5 mittels der Ventilverstellschraube 5 1 an einem Entlastungsrohr 4 wieder geöffnet und das erste Öl fließt jetzt in die Hauptleitung des Tankschiffes und nicht mehr ins Meer. Dieser Vorgang wird jetzt entsprechend der Anzahl der verwendeten Entlastungsrohre 4 entsprechend oft wiederholt. Wenn jetzt alle Anschlüsse an die Absaugleitung 69 erfolgt sind, sind alle Ventile 5 mittels der Ventilverstellschrauben 5 1 an allen Entlastungsrohren 4 wieder geöffnet und das Öl fließt jetzt in die Absaugleitung 69, die zum Tankschiff führt.
Damit jetzt noch das zwischen der Innenwand des defekten Bohrrohres 10 und den eingeführten Entlastungsrohren 4 austretende restliche Öl zum Versiegen gebracht werden kann, wird nun die Funktion der Abdeck-Manschette 6, die in der Länge der der Distanzstangen 3 entspricht, geeignet genützt.
Dabei wird durch den Einfüllstutzen 61 mit Verschraubung 61 ein entsprechendes, selbst aushärtendes Dichtungsmittel eingespritzt, bis der gesamte Hohlraum der Abdeck-Manschette 6 ausgefüllt ist und kein Öl mehr austritt. Durch das Entlüftungsventil 67 werden jetzt Wasser und Öl durch das einströmende Dichtungsmittel herausgedrückt, bis das Dichtungsmittel dieses Entlüftungsventil 67 verschließt. Um eine mögliche Vereisung zu vermeiden, kann noch ein Turbinenrad mit angebautem Generator innerhalb der Hauptleitung zum Tankschiff eingebaut werden, und mit dem erzeugten Strom werden dann Heizspiralen erwärmt, die um die Entlastungsrohre 4 an der Auslass-Seite gewickelt werden.
Bezugszeichenliste
1 Manschette
2 Flansch
Distanzstangen
4 Entlastungsrohre
5 Ventil
6 Abdeck-Manschette
6a Halbschalen
6b Aufnahmen
10 Bohrrohr
11 Manschettengelenk
12 Führungsrohr
13 Gewindebolzen
13a Mutter
14 Befest igungsmutter
15 Stahlseil als Einführhilfe
19 Bruchstelle
51 Venti Iverstel Isch raube
61 Einfüllstutzen
62 Halbschalen
62a Aufnahmen
63 Halterung für Seilzug
64 Manschettengelenk
65 Ventil
66 Manometer
67 Entlüftungsventil für Versiegelung
68 Kolben zum Einpressen der Versiegelungsmasse
69 Absaugleitung
70 Rückhalteventile Gespiegelter Flansch
Sicherungsscheibe
TransportsicheiLingsseil
Flexible RohrVSchlauchverbindung zwischen (2) + (71) Halterung für Transportsicherungsseil
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