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Title:
APPARATUS AND METHOD FOR THE SUBFRACTIONATION OF AN ANTIBODY MIXED POPULATION DIRECTED AGAINST A POLYPEPTIDE, TOGETHER WITH PLUG-IN MOUNTING SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2007/140739
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to an apparatus for the subfractionation of antibody directed against a polypeptide from an antibody mixed population released against a polypeptide, characterized by carrier matrices which can be combined together, where a single peptide synthesized on the basis of a short segment of the amino acid sequence of the polypeptide is immobilized on in each case one carrier matrix, so that the complete amino acid sequence of the polypeptide can be produced by combining the carrier matrices through the single peptides immobilized on the carrier matrices. The invention further relates to a corresponding method and a plug-in mounting system.

Inventors:
CORDES, Volker (Röse 10, Wiesenbach, 69257, DE)
Application Number:
DE2007/000880
Publication Date:
December 13, 2007
Filing Date:
May 15, 2007
Export Citation:
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Assignee:
RUPRECHT-KARLS-UNIVERSITÄT HEIDELBERG (Seminarstrasse 2, Heidelberg, 69115, DE)
CORDES, Volker (Röse 10, Wiesenbach, 69257, DE)
International Classes:
C07K16/00; B01L9/00; C07K1/22; C07K16/00; B01L9/00; C07K1/00
Attorney, Agent or Firm:
ULLRICH & NAUMANN (Luisenstr. 14, Heidelberg, 69115, DE)
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Claims:

P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Vorrichtung zur Subfraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpermischpopulation, g e k e n n z e i c h n e t d u r c h miteinander kombinierbare Trägermatrizen (1), wobei an jeweils einer Trägermatrix (1) ein anhand eines kurzen Abschnitts der Aminosäuresequenz des Polypeptids synthetisiertes Einzelpeptid immobilisiert ist, so dass durch die Kombination der Trägermatrizen (1) die gesamte Aminosäuresequenz des Polypeptids durch die an den Trägermatrizen (1) immobilisierten Einzel- peptide darstellbar ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Trägermatrizen (1) in Reihe anordenbar sind, wobei die Reihenfolge frei wählbar ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägermatrix (1) in eine Chromatographiesäule einfüllbar ist.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Chromatographiesäule als modulare Einheit (2) ausgebildet ist.

5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die modulare Einheit (2) mit weiteren modularen Einheiten (2) kombinierbar ist.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach Beladung der kombinierten modularen Einheiten (2) mit dem Antikörpergemisch die modularen Einheiten (2) voneinander entkoppelbar sind.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die modulare Einheit (2) eine Minisäule ist, die mit anderen als Minisäule ausgebildeten modularen Einheiten (2) zu einem Säuienturm zusammensteckbar ist oder die modularen Einheiten (2) mit Schläuchen (3) miteinander verbindbar sind.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens ein Zweiweg- oder Mehrwegventil (4) zwischen den sich benachbarten in Reihe geschalteten modularen Einheiten (2) befindet.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (4) oder die Ventile (4) von einer die modularen Einheiten (2) verbindenden Stellung in eine die modularen Einheiten (2) trennende Stellung umschaltbar ist.

10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung der Ventile (4) automatisch erfolgt.

11. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Einzel- peptide eine Länge von 11 bis 30 Aminosäuren, vorzugsweise 17 bis 19 Aminosäuren aufweisen.

12. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Aminosäuresequenz jedes Einzelpeptids mit der Aminosäuresequenz der flankierenden Einzelpeptide über einen Bereich von jeweils mindestens 9 Aminosäuren überlappt.

13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelpeptide chemisch synthetisierbar sind.

14. Verfahren zur Subfraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einem gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpergemisch, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass in einem ersten Schritt anhand der Aminosäuresequenz des Polypeptids verschiedene Einzelpeptide chemisch synthetisiert werden, wobei die gesamte Aminosäuresequenz des Polypeptids abgedeckt wird, in einem zweiten Schritt die Einzelpeptide jeweils an einer Trägermatrix immobilisiert werden, in einem dritten Schritt jeweils eine Trägermatrix in eine Chromatographiesäule eingefüllt wird, die als modulare Einheit (2) ausgebildet ist, in einem vierten Schritt die modularen Einheiten (2) zu einem Säulenturm zusammengesteckt oder durch zuführende und abführende Schläuche (3) zu einer Säulenreihe oder auf andere denkbare Weisen lückenlos miteinander verbunden werden, wobei die Reihenfolge der mit den Trägermatrizen (1) beladenen Säulen frei gewählt werden kann,

in einem fünften Schritt der Säulenturm oder die Säulenreihe mit dem Antikörpergemisch beladen wird, in einem sechsten Schritt nach Durchlaufen des Antikörpergemisches durch den Säulenturm oder durch die Säulenreihe die Säulen voneinander getrennt und in ein Halterungssteckplatzsystem gesteckt werden oder durch ein Ventilsystem voneinander entkoppelt werden, in einem siebten Schritt die Säulen mit Waschlösungen gereinigt werden und in einem achten Schritt die Säulen mit Lösungen zur Elution der Antikörper beladen werden und die eluierte Antikörpersubpopulation jeder Säule getrennt voneinander in unterhalb des Halterungssteckplatzsystems in einer Steckplatztafel angeordneten Auffangbehältern simultan aufgefangen und durch konventionelle Verfahren konserviert werden.

15. Verfahren nach Anspruch 14 gekennzeichnet durch Automatisierung der Schritte zwei bis acht.

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung der Ventile automatisch erfolgt.

17. Halterungssteckplatzsystem mit Steckplätzen für die modularen Einheiten (2) nach einem der Ansprüche 4 bis 7 mit zumindest einer unterhalb der modularen Einheiten (2) angeordneten Steckplatztafel für die Aufnahme von Auffanggefäßen (5) zum Auffangen von aus den modularen Einheiten freigesetzten Antikörpern, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Anordnung der Steckplätze für die modularen Einheiten eine gleichzeitige Beladung aller disassemblierten modularen Einheiten mit den für die Freisetzung der Antikörper verwendeten Lösungsmitteln und das simultane Auffangen der freigesetzten Antikörper erlaubt.

18. Halterungssteckplatzsystem nach Anspruch 12 mit Steckplätzen für Peptid- matrix-Minisäulen.

Description:

VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUR SUBFRAKTIONIERUNG VON EINER

GEGEN EIN POLYPEPTID GERICHTETEN ANTIKöRPERMISCHPOPULATION

NEBST HALTERUNGSSTECKPLATZSYSTEM

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Sub- fraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpermischpopulation. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Halterungssteckplatzsystem.

Es sind in der Vergangenheit Peptidbibliotheken zur Identifikation von Antikörperbindungsstellen („Epitopen") auf Proteinen beschrieben worden. Diese Bibliotheken wurden allerdings bisher nur für die sogenannte „Epitopkartierung" eingesetzt. Obwohl es mit den bisher zur Verfügung stehenden Vorrichtungen und Verfahren prinzipiell möglich wäre, Subfraktionierungen von Antikörpern aus Antikörpermischpopulationen an multiplen Peptiden anhand dieser Bibliotheken durchzuführen, ist eine solche Aufreinigung aufgrund des hohen Zeitaufwandes und den damit verbundenen Kosten bislang verworfen worden.

Die Aufreinigung von Seren, die durch Immunisierung gegen ein Zielprotein, oft ein so genanntes „rekombinantes" Polypeptid (im Nachfolgenden auch als Zielprotein bezeichnet) hergestellt werden und eine Vielzahl von unterschiedlichen Antikörpern gegen dieses Zielprotein enthalten, ist aber, um unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Proteinen auszuschließen, extrem wünschenswert. Die Seren, die nach der Immunisierung mit größeren Zielproteinen anfallen, enthalten nämlich üblicherweise eine Vielzahl von verschiedenen Antikörpern, die gegen unterschiedliche Abschnitte des jeweiligen Zielproteins gerichtet sind. Die verschiedenen Antikörper in einer solchen Antikörpermischpopulation reagieren dabei nicht nur mit dem Zielprotein unterschiedlich stark, denn meistens enthält eine solche Mischpopulation auch solche Antikörper, die zusätzlich auch noch an andere Proteine binden. Diese unerwünschten Wechselwirkungen (sogenannte „Kreuzreaktionen") mit anderen Proteinen, die bis auf kurze Abschnitte der Proteinsequenz häufig keine ähnlichkeit oder gar Verwandtschaft zum eigentlichen Zielprotein aufweisen, führen beim Einsatz dieser Antikörpermischpopulationen in der Analytik und Diagnostik zu „unspezifischen" Signalen und damit zu Datensätzen, die oft nicht zweifelsfrei interpretierbar und somit letztendlich nicht verwertbar sind.

Neben solchen Antikörpern, die das Ergebnis der Immunantwort auf die applizierten Zielproteine darstellen, enthalten solche Seren üblicherweise auch andere Antikörperpopulationen, die schon vor der ersten Immunisierung im Serum des immunisierten Trägerorganismus vorlagen. Des Weiteren kann beobachtet werden, dass bestimmte Methoden der Zielproteinapplikation in bestimmten Organismen zusätzlich zu einer Immunantwort gegen zelluläre Bestandteile des Trägerorganismus führen können. So kann in bestimmten Kleinsäugern die subkutane Injektion, durch die das Zielproteins im Zuge des Immunisierungsverfahrens üblicherweise appliziert wird, auch schon ohne Zugabe des Zielproteins eine Immunantwort hervorrufen, wobei diese oft gegen Zellbestandteile des Trägerorganismus gerichtet sind, die von Zellen stammen, die im Zuge der Injektion verletzt wurden. Des Weiteren werden den Zielproteinen im Rahmen der Immunisierung häufig Zusätze (Adjuvantien) beigemengt, die die Immunantwort des Trägerorganismus stimulieren sollen. Bei solchen Zusätzen handelt es sich zum Beispiel um Bakterienbestandteile, gegen die der Trägerorganismus dann zusätzliche Antikörper herstellen kann.

Um zumindest jene Antikörper, die nicht das eigentliche Zielprotein erkennen, aus der Mischpopulation zu entfernen, werden die Seren bislang mit Hilfe des an einer Matrix immobilisierten Zielproteins fraktioniert. Dabei werden alle Antikörper aus dem Serum angereichert, die an das Zielprotein binden während die nichtbindenden Antikörper abgetrennt werden. Allerdings ist es mit dieser Methode nicht möglich jene Antikörper, die ausschließlich nur gegen das Zielprotein gerichtet sind, von solchen Antikörpern abzutrennen, die nicht nur mit dem Zielprotein sondern auch mit anderen Proteinen kreuzreagieren.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zur Subfraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpermischpopulation zur Verfügung zu stellen, sowie ein Verfahren zur Subfraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörper- misch-population anzugeben, welche es erlauben, Antikörpergemische effektiv und auf eine Zeit und Kosten sparende Methode in Antikörpersubpopulationen aufzutrennen, die nur das Zielprotein erkennen.

Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe hinsichtlich der Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Danach ist die Vorrichtung zur Sub- fraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpermischpopulation gekennzeichnet durch miteinander kombinierbare Trägermatrizen, wobei an jeweils einer Trägermatrix ein anhand eines kurzen Abschnitts der Aminosäuresequenz des Polypeptids synthetisiertes Einzelpeptid immobilisiert ist, so dass durch die Kombination der Trägermatrizen die gesamte Aminosäuresequenz des Polypeptids durch die an den Trägermatrizen immobilisierten Einzelpeptide darstellbar ist.

Des Weiteren ist die obige Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14 gelöst. Danach ist ein Verfahren zur Subfraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpermischpopulation derart ausgestaltet, dass in einem ersten Schritt anhand der Aminosäuresequenz des Polypeptids verschiedene Einzelpeptide chemisch synthetisiert werden, wobei die gesamte Aminosäuresequenz des Polypeptids abgedeckt wird, in einem zweiten Schritt die Einzelpeptide jeweils an einer Trägermatrix immobilisiert werden, in einem dritten Schritt jeweils eine Trägermatrix in eine Chromatographiesäule eingefüllt wird, die als modulare Einheit ausgebildet ist, in einem vierten Schritt die Chromatographiesäulen beispielsweise zu einem Säulenturm zusammengesteckt oder durch ein Schlauchsystem oder auf andere denkbare Weisen lückenlos miteinander verbunden werden, wobei die Reihenfolge der mit den Trägermatrizen beladenen Säulen frei gewählt werden kann, in einem fünften Schritt der Säulenturm mit dem Antikörpergemisch beladen wird, in einem sechsten Schritt nach Durchlaufen des Antikörpergemisches durch den Säulenturm die Säulen voneinander getrennt und in ein Halterungssteckplatzsystem gesteckt werden und in einem letzten Schritt die Säulen gleichzeitig mit Lösungen zur Elution der Antikörper beladen werden und die eluierte Antikörpersubpopulation jeder Säule getrennt voneinander in unterhalb des Halterungssteckplatzsystems in einer Steckplatztafel angeordneten Auffangbehältern simultan aufgefangen und durch konventionelle Verfahren konserviert werden.

Schließlich ist die obige Aufgabe hinsichtlich eines Halterungssteckplatzsystems mit den Merkmalen des Patentanspruchs 16 gelöst. Danach ist ein Halterungssteck- platz-system mit Steckplätzen für die modularen Einheiten nach einem der An-

sprüche 4 bis 9 mit zumindest einer unterhalb der modularen Einheiten angeordneten Steckplatztafel für die Aufnahme von Auffanggefäßen zum Auffangen von aus den modularen Einheiten freigesetzten Antikörpern derart ausgestaltet, dass die Anordnung der Steckplätze für die modularen Einheiten eine gleichzeitige Beladung aller disassemblierten modularen Einheiten mit den für die Freisetzung der Antikörper verwendeten Lösungsmittel und das simultane Auffangen der freigesetzten Antikörper erlaubt.

Folglich sind eine Vorrichtung und ein Verfahren realisiert, die in Abkehr zu der üblichen Reinigung der Antikörper aus einer Antikörpermischpopulation, bei der das gesamte an einer Matrix immobilisierte zur Immunisierung verwendete Polypeptid (Zielprotein) verwendet wird, eine sukzessive Reinigung an einer Vielzahl von anhand kurzer Abschnitte der Aminosäuresequenz des Zielproteins synthetisierten kurzen Peptiden ermöglichen. Diese sind an miteinander kombinierbaren Trägermatrizen immobilisiert, die in ihrer Gesamtheit, also in der Kombination der Trägermatrizen und der daran immobilisierten Einzelpeptide, die gesamte Aminosäuresequenz des Zielproteins abdecken. Dadurch wird ein effektives System zur Trennung von Antikörpersubpopulationen aus der Antikörpermischpopulation bereitgestellt, die nur mit dem Zielprotein reagieren. Mit anderen Worten ermöglicht es die Vorrichtung, Antikörper, die spezifisch nur mit dem Zielprotein interagieren und solche, die auch mit anderen Proteinen „kreuzreagieren", mit dem angegebenen Verfahren auf eine einfache und dennoch effektive und auf eine Zeit und Kosten sparende Weise voneinander zu trennen. Die mit der Vorrichtung und dem Verfahren aufgetrennten unterschiedlichen Antikörpersubpopulationen stehen dann für weitere Arbeiten zur Verfügung. Sie können z.B. in einer einen hohen Qualitätsstandard anfordernden Analytik oder Diagnostik eingesetzt werden. Zudem ist ein Halterungssteckplatzsystem speziell für die modularen Einheiten realisiert, das eine zeitsparende Elution der Antikörpersubpopulationen ermöglicht.

Entsprechend den konventionellen Vorrichtungen, bei denen das gesamte Zielprotein an einer Trägermatrix immobilisiert ist, ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorzugsweise jedes der anhand der Aminosäuresequenz des Zielproteins synthetisierte Einzelpeptid jeweils an einer Trägermatrix immobilisiert (Peptid- matrix), wobei jede dieser Peptidmatrizen in jeweils eine Chromatographiesäule einfüllbar ist (auch nachfolgend „Peptidmatrix-Minisäule" oder „Affinitätsmodul" oder

„Säulenmodul" genannt). Es ist aber auch denkbar, dass die Peptidmatrizen nacheinander in nur eine Chromatographiesäule einfüllbar sind, die dann nach Beladung mit der Antikörpermischpopulation in die durch das Befüllen entstandenen einzelnen Abschnitte trennbar ist. Die Aufreinigung der Antikörper erfolgt unter zu Hilfenahme der beschriebenen Vorrichtung nicht mehr am eigentlichen Zielprotein, mit dem zuvor auch schon die eigentliche Immunisierung erfolgte, sondern sukzessiv an einer Vielzahl von anhand der Aminosäuresequenz des Zielproteins synthetisierten Einzelpeptiden, wobei jedes Einzelpeptid an einer Trägermatrix immobilisiert ist, und wobei die Aminosäure-Sequenzen der Einzelpeptide in ihrer Gesamtheit die gesamte Aminosäure-Sequenz des Zielproteins abdecken.

In vorteilhafter Weise sind die Chromatographiesäulen als modulare Einheiten ausgebildet, die sich miteinander verknüpfen, zusammenstecken, über ein Schlauchoder Leitungssystem oder auf andere Weisen miteinander verbinden lassen. Dadurch lassen sich die Trägermatrizen und die daran immobilisierten Einzelpeptide in beliebiger Reihenfolge kombinieren, um diese dann für die Beladung mit der Antikörpermischpopulation (z.B. Serum) zu verwenden. Auf diese Weise lassen sich spezifisch jene Antikörper isolieren, die nur an das jeweilige Peptid der einzelnen miteinander verbundenen modularen Einheit binden.

In idealer Weise sind die Chromatographiesäulen als Minisäulen ausgebildet, so dass sich im normalen Laborbetrieb eine Vielzahl von Chromatographiesäulen assemblieren lassen.

Für das Affinitätschromatographieverfahren ist es von Vorteil, wenn sich die als Minisäulen ausgebildeten modularen Einheiten (Affinitätsmodule) zu einem Säulenturm oder über Schläuche oder Leitungen miteinander verknüpft kombinieren lassen, so dass das Durchlaufen der Antikörpermischpopulation durch die eine Säulenmatrix direkt zur Beladung der nächsten Matrix führt. Um eine effektive Beladung der in Reihe geschalteten Matrizen zu gewährleisten, bietet sich eine Druckoder Unterdruckbeladung der Säulen an, wobei der Druck beispielsweise über ein Pumpensystem erzeugbar ist.

Eine Anordnung der zahlreichen Affinitätsmodule in Reihe erlaubt in vorteilhafter Weise eine einmalige Beladung des assemblierten Säulenturms oder der über

Schläuchθ miteinander verknüpften Minisäulen mit der Antikörpermischpopulation und anschließend die sukzessive affinitätschromatographische Fraktionierung der Antikörpermischpopulation an den unterschiedlichen Peptidmatrizes, mit denen die Antikörpermischpopulation beim Durchlaufen des Säulenturms oder der über Schläuche miteinander verknüpften Minisäulen nacheinander in Kontakt kommt. Die Vorrichtung bietet somit im Unterschied zu den konventionellen Vorrichtungen zur Reinigung von Antikörpern aus Antikörpermischpopulationen, bei denen das gesamte Zielprotein an einer Matrix (Polypeptidmatrix) immobilisiert ist, die in nur eine Säule gefüllt ist, ein modulares affinitätschromatographisches und reihengeschaltetes Peptidsäulensystem zur Subfraktionierung und Reinigung von Antikörpermischpopulationen (MARPSRAP).

Bei dem MARPSRAP können die räumlichen Abmessungen der einzelnen Säulenmodule so gering gehalten werden, dass eine Aneinanderreihung bis zu 30 oder mehr mit Matrix gefüllten Einzelmodulen auf der Arbeitsfläche einer normalen Laborbank praktikabel ist. Mit dieser Anordnung ist die Isolation und weitere Aufarbeitung von Antikörpern, die an 30 oder mehr verschiedene Peptidmatrices gebunden wurden, im Rahmen lediglich eines Arbeitstages möglich. Verbindet man die einzelnen Säulenmodule über ein unter Druck stehendes Schlauch- oder Leitungssystem miteinander, lassen sich natürlich auch mehr als 30 Säulenmodule miteinander verknüpfen, die miteinander in Reihe geschaltet sind, die aber räumlich frei anordenbar sind. So wäre es beispielsweise vorstellbar, dass die in Reihe geschalteten Minisäulen nebeneinander und untereinander, verschiedene geometrische Formen bildend, anordenbar sind. Für ein kompakte Ausgestaltung würde sich zum Beispiel die Anordnung der miteinander verbundenen Säulenmodule zu einem Quader anbieten, wobei dessen Form für die Wasch- und Elutionsschritte so veränderbar ist, dass sich die modularen Einheiten in das Halterungssteckplatz- system einfügen lassen, oder dass sich das Halterungssteckplatzsystem an die Anordnung der modularen Einheiten anpassen lässt.

Um die an den unterschiedlichen Peptidmatrizen gebundenen Antikörper-sub- populationen anschließend auf eine einfache Art und Weise von den Affinitätsmodulen freizusetzen, ist es besonders vorteilhaft, wenn sich die kombinierten modularen Einheiten nach Beladung mit der Antikörpermischpopulation wieder voneinander trennen (disassemblieren) lassen, beziehungsweise über eine An-

steuerung getrennt voneinander eluieren lassen. So könnten zum Beispiel Ventile, vorzugsweise Zweiwegventile oder Mehrwegventile zwischen den modularen Einheiten, z. B. in den die Affinitätsmodule verbindenden Schläuchen vorgesehen sein, die bei der Beladung mit dem Antikörpergemisch und beim Waschen der Module diese miteinander in Reihe schalten und bei der Elution voneinander separieren. Durch den Einsatz von Ventilen ist es denkbar, die Vorrichtung zu automatisieren, nämlich ohne manuelle Disassemblierung der Module, die Module durch mindestens ein jeweils zwischen den Modulen befindliches ansteuerbares Zweiwegoder Mehrwegventil zu trennen, wobei die Ventile von einer Durchlaufstellung, also eine die Module verbindende Stellung, in eine die Module trennende Stellung umschaltbar sind.

Bevorzugt eignen sich zur Immobilisierung an den Trägermatrizen anhand der Aminosäuresequenz des Zielproteins synthetisierte Peptide mit einer Länge von 11 bis 30 Aminosäuren, noch bevorzugter mit einer Länge von 17 bis 19 Aminosäuren, wobei sich besonders der Einsatz von chemisch synthetisierten Peptiden anbietet. Es ist aber auch denkbar, dass die Peptide aus einem gezielten Verdau des Zielproteins stammen.

Um beim Reinigungsvorgang der Antikörpermischpopulation auch diejenigen Antikörper „herausfischen" zu können, deren Epitope im überlappungsbereich zwischen den Einzelpetiden liegen, bietet es sich an, die Aminosäuresequenz jedes Einzel- peptids mit denen der flankierenden Peptide über einen Bereich von mindestens 9 Aminosäure zu überlappen. Wird der überlappungsbereich der Sequenzen zu niedrig gewählt, können aufgrund der durchschnittlichen Länge der Epitope von etwa 6 Aminosäuren, wobei auch Epitope mit einer ununterbrochenen Aminosäuresequenz von bis zu 11 Aminosäuren bekannt sind, einzelne Antikörpersubpopulationen bei der nachfolgenden Reinigung an den zur Verfügung stehenden Peptiden verloren gehen.

Bezüglich des beanspruchten Verfahrens wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Ausführungen und die Vorteilsangaben zu der beanspruchten Vorrichtung zur Subfraktionierung von gegen ein Polypeptid gerichtete Antikörper aus einer gegen das Polypeptid hergestellten Antikörpermischpopulation verwiesen. Es wird

ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Verfahren sowohl manuell als auch automatisiert durchführbar ist.

Um die oben genannte Aufgabe zu lösen, wird zudem ein erfindungsgemäßes Halterungssteckplatzsystem mit zumindest einer unterhalb der modularen Einheiten angeordneten Steckplatztafel für die Aufnahme von Auffanggefäßen zum Auffangen von aus den modularen Einheiten freigesetzten Antikörpern beansprucht, welches speziell für die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren konzipiert ist und welches die gleichzeitige Beladung aller modularen Einheiten mit den für die Freisetzung der Antikörper verwendeten Lösungsmitteln und das simultane Auffangen der freigesetzten Antikörper erlaubt.

In besonders vorteilhafter Weise sind in dem Halterungssteckplatzsystem Steckplätze für die oben beschriebenen Peptidmatrix-Minisäulen vorhanden, die so ausgestaltet sind, dass sich die aus den Peptidmatrix-Minisäulen freigesetzten Antikörper in unterhalb der Steckplätze in einer Steckplatztafel befindlichen Auffanggefäßen getrennt voneinander aufgefangen werden können. Dies setzt voraus, dass jeder Peptidmatrix-Minisäulen ein Auffangbehälter zugeordnet ist.

Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die nachgeordneten Ansprüche, andererseits auf die nachfolgende Erläuterung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung des bevorzugten Ausführungsbeispiels werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert, ohne die Lehre darauf einzuschränken.

In der Zeichnung zeigt

Fig. 1 in einer Grafik die Vorrichtung bei der Beladung der in Reihe geschalteten modularen Einheiten mit einer Antikörpermischpopulation

Fig. 2 in einer Grafik die Vorrichtung aus Fig. 1 bei der Beladung mit Wasch- und Elutionslösung.

Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung mit über Schläuche 3 in Reihe geschaltete modulare Einheiten 2, die aus einer Chromatographiesäule mit einer Trägermatrix 1 bestehen, an die kurze Einzelpeptide gebunden sind. über den ersten Beladungsbehälter 6 wird die Antikörpermischpopulation 7 in die Vorrichtung gebracht, wobei die Antikörpermischpopulation durch die erste Trägermatrix 1 fließt und über ein die zweite und die weiteren modularen Einheiten 2 verbindendes Schlauchsystem durch die zweite und jede weitere Trägermatrix 1 fließt. Damit die modularen Einheiten 1 in Reihe geschaltet sind, sind Zwei- oder Mehrwegventile 4 vorgesehen, die sich jeweils zwischen den modularen Einheiten 2 befinden, und in in einer Durchlaufstellung stehen, so dass die Antikörpermischpopulation 7 nicht in die Auffangbehälter 5 sondern durch die die modularen Einheiten 2 verbindenden Schläuche 3 geleitet wird. Dieses Prinzip ist natürlich auch für die vor der Elution durchzuführenden Waschschritte anwendbar, wobei das wie in Fig. 2 dargestellte simultane Waschen der Trägermatrizen aus Zeitgründen bevorzugt ist.

Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung nach der Beladung der modularen Einheiten 2 bzw. der Trägermatrizen 1 mit der Antikörpermischpopulation 7 und während der Waschschritte beziehungsweise während des Elutionsschrittes. Durch das Umstellen der Zwei- oder Mehrwegventile 4 in eine Trennstellung, also in eine die modularen Einheiten 2 separierende Stellung, sind die zuvor in Reihe geschalteten modularen Einheiten 2 voneinander getrennt, ohne das sie manuell disassembliert werden müssen, so dass die Trägermatrizen 1 simultan getrennt voneinander über die Beladungsbehälter 6 mit Wasch- und Elutionspuffern 8 beladen werden können. In den jeweils unter den modularen Einheiten befindlichen Auffangbehältern 5 werden die zuvor an den Trägermatrizen 1 gebundenen Antikörpersubfraktionen 9 aufgefangen.