| WO/1990/010752 | ROAD SURFACE RECYCLER |
| WO/1990/008854 | MATERIAL LAYING APPARATUS |
| WO/2000/012820 | ASPHALT REPAIR APPARATUS WITH DRY, RADIANT HEAT SOURCE |
NACKE, Andreas (Kehlbachstrasse 8, Dessighofen, 56357, DE)
JÖRIG, Thorsten (Ahornweg 9, Mermuth, 56283, DE)
HEUSINGER, Juergen (Trierer Strasse 118, Koblenz, 56072, DE)
NACKE, Andreas (Kehlbachstrasse 8, Dessighofen, 56357, DE)
JÖRIG, Thorsten (Ahornweg 9, Mermuth, 56283, DE)
| PATENTANSPRÜCHE Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen (2) für eine Straßenbaumaschine (1 ), mit wenigstens einer eine Reaktionskammer (4) aufweisenden Mischeinrichtung (6), in der heißes Bitumen (8) und wenigstens ein Reaktionsfluid (12; 14) über eine Einlasseinrichtung (10), zusammenführbar und aus der Mischeinrichtung (6) über eine Auslasseinrichtung (16) entleerbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Drucklufteinrichtung (20) vorgesehen ist, über die die Einlasseinrichtung (10) und/oder die Auslasseinrichtung (16) zu Prüf- und/oder Reinigungszwecken mit einem Druckluftstrom beaufschlagbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeich net, dass die Drucklufteinrichtung (20) über wenigstens eine Steuereinrichtung (30), insbesondere eine ansteuerbare Ventileinrichtung, mit der Einlasseinrichtung (10) und/oder der Auslasseinrichtung (16) in Fluidverbindung steht bzw. bringbar ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere Anspruch 2, wobei eine Mehrzahl an Mischeinrichtungen (6) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Drucklufteinrichtung (20) eine zentrale Druckluftleitung (32) aufweist, von der einzelne Druckluftnebenleitungen (34) zu den Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen (10; 16) der Mehrzahl an Mischeinrichtungen (6) abzweigen, wobei in den Druckluftnebenleitungen (34) die Steuereinrichtungen (30) angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch geken nzeichnet, dass wenigstens eine Drucksensoreinrichtung (36) vorgesehen ist, zur Detektion des Druckverlaufes des Druckluftstromes in der Einlasseinrichtung (10) und/oder Auslasseinrichtung (16). Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere Anspruch 4, wobei Reaktionsdruckluft (14) über eine Reaktionsdrucklufteinrichtung (38) als ein Reaktionsfluid in der Reaktionskammer (4) mit dem heißen Bitumen (8) zusammengeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsdrucklufteinrichtung (38) wenigstens einen Teil der Drucklufteinrichtung (20) bildet. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei eine Mehrzahl an Mischeinrichtungen (6) vorgesehen ist, dadurch gekennzeich net, dass eine Regelungseinrichtung vorgesehen ist, die mit den Steuerungseinrichtungen (30) derart in Wirkverbindung steht, dass sie die gleichzeitige oder einzelne Beaufschlagung der Einlass- und/ oder Auslasseinrichtungen (10; 16) mit dem Druckluftstrom erlaubt. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeich net, dass eine Regelungseinrichtung vorgesehen ist, die die Aktivierung und/oder Deaktivierung der Drucklufteinrichtung (20) und/oder der Steuerungseinrichtungen (30) erlaubt in Abhängigkeit eines Aktivierungs- und/oder Deaktivierungssignals. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich net, dass wenigstens eine Betriebssensoreinrichtung vorgesehen ist, die den Betriebszustand der Vorrichtung, insbesondere Betriebspausen und/oder ein Betriebsende und/oder eine Bauteiltemperatur, und/oder ein manuelles Aktivierungs- und/oder Deaktivierungssignal der Vorrichtung detektiert und die detektierten Werte an die Regelungseinrichtung weiterleitet zur Generierung eines Aktivierungs- und/oder Deaktivierungssignals für die wenigstens eine Drucklufteinrichtung (20) und/oder Steuerungseinrichtungen (30). 9. Verfahren zur Wartung einer Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, mit folgenden Schritten eines Prüfverfahrens: Beaufschlagen der Einlass- und/oder Auslasseinrichtung (10; 16) mit einem Druckluftstrom; Detektion des Druckverlaufs des Druckluftstroms in der Einlass- und/oder Auslassei nrichtung (10; 16); und Vergleich des detektierten Druckverlaufs mit einem festgelegten Drucksollverlauf, wobei eine Abweichung des Druckverlaufes vom Drucksollverlauf auf eine Störung und insbesondere auf eine Verstopfung der Einlass- und/oder Auslasseinrichtung (10; 16) hinweist. 10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei eine Mehrzahl an Mischeinrichtungen (6) vorgesehen ist, dadurch gekennzeich net, dass im Prüfverfahren das Beaufschlagen der einzelnen Einlass- und/oder Auslasseinrichtung (10; 16) mit dem Druckluftstrom nacheinander erfolgt. 11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeich net, dass die Schritte des Prüfverfahrens automatisch bei der Detektion einer Betriebspause und/oder eines Betriebsendes oder eines dergleichen Betriebszustandes der Vorrichtung und/oder beim Unterschreiten einer bestimmten Bauteiltemperatur ausgeführt werden. 12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 11 , dadurch gekennzeich net, dass bei Detektion einer Störung im Prüfverfahren und/oder präventiv ein Reinigungsverfahren durchgeführt wird, mit folgenden Schritten: Gleichzeitiges Beaufschlagen aller und/oder einzelnes Beaufschlagen der Einlass- und/oder Auslasseinrichtung (10; 16) mit einem Druckluftstrom; 13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Reinigungsverfahren automatisch bei Detektion einer Störung und/oder bei Inbetriebnahme der Vorrichtung und/oder bei der Detektion einer Betriebspause und/oder eines Betriebsendes oder eines dergleichen Betriebszustandes der Vorrichtung und/oder beim Unterschreiten einer bestimmten Bauteiltemperatur durchgeführt wird. |
WARTUNG
[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen für eine Straßenbaumaschine, mit wenigstens einer eine Reaktionskammer aufweisenden Mischeinrichtung, in der heißes Bitumen und wenigstens ein Reaktionsfluid über eine Einlasseinrichtung, umfassend wenigstens eine Einlassdüse zusammenführbar und aus der Mischeinrichtung über eine Auslasseinrichtung entleerbar sind.
[0002] Darüber hinaus betrifft vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Wartung einer solchen Vorrichtung.
[0003] Derartige Vorrichtungen werden beispielsweise in Straßenbaumaschinen und insbesondere in Recycling-Maschinen für den Straßenbau benötigt. Eine solche Straßenbaumaschine ist beispielsweise in der WO 96/24725 beschrieben. Sie umfasst eine Rotationskammer, in der eine umlaufende Arbeitswalze angeordnet ist, die zur Anpassung an die zu bearbeitende Oberfläche in der Regel höhen- und neigungsverstellbar angeordnet ist. In dieser Rotationskammer erfolgt das Abfräsen eines bestehenden Bodenbelages, das Zerkleinern des abgefrästen Materials, die Zugabe von Bindemitteln und insbesondere Schaumbitumen, das Vermischen und Verteilen und das Zuführen zu einer Aufbringvorrichtung zur Bildung eines neuen Fahrbahnbelages.
[0004] Eine Vorrichtung zum Erzeugen eines solchen Bindemittels und insbesondere von Schaumbitumen für Straßenbaumaschinen ist aus der WO 95/22661 bekannt. Die Vorrichtung umfasst wenigstens eine Reaktionskammer, in der eine Mischeinrichtung vorgesehen ist, in der heißes Bitumen bei einer Temperatur von 180°C und Wasser über Einspritzdüsen unter Druck zusammenführbar sind. Die Vorrichtung weist einen beheizbaren Schaumreaktor sowie beheizbare Zuführ- und Verteilerleitungen auf, wobei die Leitungen zusätzlich isoliert sein können. Mehrere Düsen sind längs einer Verteilerleitung nebeneinander angeordnet. Diese Verteilerleitung ist über ein Leitungsnetz mit einem zentralen Schaumreaktor verbunden, in dem der Bitumenschaum für alle Düsen erzeugt wird. In diesem Schaumreaktor ist des Weiteren ein Rührwerk angeordnet. Der Nachteil bei dieser Vorrichtung besteht darin, dass der Schaumreaktor sehr weit von den Einspritzdüsen entfernt ist, und so das bereits gemischte Schaumbitumen auf dem Weg zu den Düsen teilweise zerfällt, sodass unter anderem ein genaues Dosieren des Schaums nicht mehr möglich ist.
[0005] Bei der Herstellung von Schaumbitumen oder dergleichen aufgeschäumte Bindemitteln wird daher vorzugsweise heißes Bitumen, Reaktionswasser und gegebenenfalls Luft in eine Mischeinrichtung bzw. eine darin ausgebildete Reaktionskammer der Straßenbaumaschine eingedüst und von dort direkt in die Rotationskammer eingeführt. Das gemeinsame Eindüsen führt zu einer Vermischung der einzelnen Stoffe in der Reaktionskammer. Beim Eindüsen und Kontakt mit dem heißen Bitumen verdampft das Wasser schlagartig und führt zu einer Bitumenschaumbildung, und damit zur gewünschten Volumenvergrößerung des Bindemittels. Durch die Zugabe von Luft neben dem heißen Bitumen und Reaktionswasser wird die Verteilung des Wassers verbessert, so dass die Schaumqualität zunimmt. Aus der Reaktionskammer und der darin angeordneten Mischeinrichtung kann das fertige Schaumbitumen in die Rotationskammer der Straßenbaumaschine austreten, wo es mit dem Roh-Straßenmaterial vermischt wird. Diese fertige Material mischung wird dann über eine entsprechende Aufbring- und Glätteinrichtung als neuer Straßenbelag auf eine Unterkonstruktion aufgebracht.
[0006] Die Mischeinrichtung umfasst also eine Reaktionskammer in die wenigstens Teile einer Einlasseinrichtung und einer Auslasseinrichtung münden, beispielsweise eine Mehrzahl separater Einlassdüsen für jedes zu Schaumbitumen zu verarbeitende Reaktionsmaterial. Üblicherweise ist also wenigstens eine Wasserdüse, eine Bitumendüse und, beim separaten Einbringen von Luft, auch eine Luftdüse vorgesehen. Die Auslasseinrichtung umfasst meist eine Fluidverbindung von der Reaktionskammer zur Rotationskammer der Straßenbaumaschine, wobei hier ebenfalls eine Einspritzdüse zur Anwendung kommt, durch die das fertig gemischte Schaumbitumen in die Rotationskammer eingesprüht wird.
[0007] Die gesamte Reaktionskammer, einschließlich der Einlass- und Auslasseinrichtungen steht bei der Herstellung des Schaumbitumens mit Bitumen in Berührung. Bei Stillstand der Anlage, beispielsweise in Arbeitspausen, nach Beendigung der Arbeit oder bei Umsetzvorgängen der Maschine, besteht daher die Gefahr, dass durch Abkühlen und Aushärten des Bitumens die Einlass- und Auslasseinrichtungen, insbesondere die vorhandenen Einspritzdüsen verstopfen und bei einer erneuten Inbetriebnahme nicht mehr funktionieren. [0008] Die Gefahr des Zusetzens besteht auch bei der Einspritzdüse des fertigen Schaumbitumens oder eines dergleichen Bauteils, über das das Schaumgemisch in die Rotationskammer der Straßenbaumaschine austritt und hier mit dem kalten Fräsgut in Berührung kommt.
[0009] Bei geringen Einspritzmengen, meist begleitet von geringem Einspritzdruck oder bei teilweise abgeschalteten Düsen, kann es grundsätzlich vorkommen, dass sich die Düsen von außen mit Material zusetzen und verstopfen. Die Folgen sind hier unterschiedlich. Beispielsweise wird durch fehlendes Reaktionswasser oder fehlende Reaktionsluft, je nachdem welche der Düsen der Einlasseinrichtung verstopft sind, das fertige Schaumbitumen nicht oder nicht so gut aufgeschäumt; die Schaumqualität ist folglich reduziert. Dies hat direkten Einfluss auf das fertige Straßenbaumaterial, dessen Qualität negativ beeinflusst wird. Im Bereich der Auslasseinrichtung kann dagegen das Zusetzen der Auslassdüse beispielsweise zu hellen Streifen im Mischgut bzw. Bereichen führen, bei denen überhaupt kein Bindemittel im Fräsgut vorhanden ist.
[0010] Aufgrund der schweren Zugänglichkeit der Einlass- und Auslasseinrichtungen und insbesondere eventuell vorhandener Düsen innerhalb der Rotationskammer bzw. innerhalb der Reaktionskammern, kann die Funktion der Einrichtungen bisher kaum überwacht werden.
[0011 ] Aus dem Stand der Technik ist eine Vorrichtung bekannt, die diesem Problem Rechnung tragen will. So beschreibt die DE 102 41 067 B3 eine Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen, die an den jeweiligen Einlassdüsen eine Abstreifeinrichtung aufweist, durch die eventuell zugesetzte Düsen "freischabbar" sind.
[0012] Auch die DE 297 02 162 U1 beschreibt eine Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen, bei der zur Reinigung eventuell verstopfter Düsen ein Druckstößel pro Düse vorgesehen ist, der eine eventuell zugesetzte Düse freistoßen kann. Nachteilig ist dabei, dass hierzu komplizierte Leitungsführungen nötig sind, um Raum für den Reinigungszylinder zu schaffen. Dazu muss der Bitumenschaum zunächst in eine Art Nebenkammer umgeleitet werden, bis er dann in die Rotationskammer der Straßenbaumaschine austritt. Der Schaum kann durch diese Umleitung bereits an Qualität eingebüßt haben.
[0013] Grundsätzlich besteht bei den eingangs genannten Vorrichtungen also der Nachteil, dass die Reinigungsvorrichtungen für die Einlass- und Auslasseinrichtungen, insbesondere für zugesetzte Düsen eine sehr aufwendige Konstruktion mit sich bringen, wobei ein vorhergehender Test auf einwandfreie Funktion der Einlass- und Auslasseinrichtungen überhaupt nicht möglich ist. Die Folge sind Fehlfunktionen und mangelnde Qualität des gefertigten Endproduktes. [0014] Der vorliegenden Erfindung liegt folglich die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen anzubieten, die eine zuverlässigere Herstellung von Schaumbitumen ermöglicht und darüber hinaus in ihrer Herstellung und im Betrieb preiswerter und zuverlässiger ist.
[0015] Obige Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen gemäß Patentanspruch 1 und ein Verfahren zu deren Wartung bzw. zum Betrieb gemäß Patentanspruch 9 gelöst.
[0016] Insbesondere wird diese Aufgabe also durch eine Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen für eine Straßenbaumaschine gelöst, mit wenigstens einer eine Reaktionskammer aufweisenden Mischeinrichtung, in der heißes Bitumen und wenigstens ein Reaktionsfluid über eine Einlasseinrichtung, umfassend wenigstens eine Einlassdüse zusammenführbar und aus der Mischeinrichtung über eine Auslasseinrichtung entleerbar sind, wobei wenigstens eine Drucklufteinrichtung vorgesehen ist, über die die Ein lassei nrichtung und/oder die Auslasseinrichtung zu Prüf- und/oder Reinigungszwecken mit einem Druckluftstrom beaufschlagbar sind.
[0017] Auf Verfahrensebene wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Wartung einer Vorrichtung gemäß der vorgenannten Art gelöst, mit folgenden Schritten eines Prüfverfahrens:
Beaufschlagen der Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen mit einem Druckluftstrom;
Detektion des Druckverlaufs des Druckluftstroms in der Einlass- und/oder Auslassei nrichtung; und
Vergleich des detektierten Druckverlaufs mit einem festgelegten Drucksollverlauf, wobei eine Abweichung des Druckverlaufes vom Drucksollverlauf auf eine Störung und insbesondere auf eine Verstopfung der Einlass- und/oder Auslasseinrichtung hinweist.
[0018] Im Umfang der vorliegenden Erfindung wird unter Schaumbitumen jegliches Material verstanden, das als Straßen- oder dergleichen Bodenbelag seine Anwendung findet und in einer entsprechenden Vorrichtung konfektioniert wird. Hierunter sind also unter anderem aufgeschäumtes Bitumen, Bitumen an sich, aber auch aufgeschäumter Teer oder dergleichen Bindemittel zu verstehen. Unter dem Begriff "heißes Bitumen" wird insofern auch jedes Bindemittel verstanden, das beim Vorliegen einer Arbeitspause oder grundsätzlich beim Ablauf eines bestimmten Zeitraumes seinen Aggregatszustand von flüssig in fest oder in einen solchen Zustand ändert, der die zuvor beschriebenen Einlass- oder Auslasseinrichtungen verstopft. Unter den Begriffen Einlass- bzw. Auslassei nrichtung wird jeweils eine Zusammenstellung der Bauteile verstanden, die der Führung der jeweiligen Reaktionsprodukte bzw. Baustoffe zu und von den jeweiligen Kammern dienen, insbesondere also Leitungssysteme mit Haupt- und Nebenleitungen, Düsen, Ventile, Verschlüsse etc.. Unter dem Begriff „Druckluft" wird hier jedes Fluid, vorzugsweise jedoch Atemluft verstanden, das über Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen transportierbar ist und insbesondere für die Beaufschlagung der Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen mittels einer entsprechenden Druckvorrichtung geeignet ist. Hier können auch Fluide mit entsprechenden Reinigungszusätzen ihre Anwendung finden, wobei die Reinigungszusätze beispielsweise über eine Reinigungsmitteleinrichtung in den Druckluftstrom eingespeist werden.
[0019] Im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen wird erfindungsgemäß also eine Drucklufteinrichtung verwendet, die derart ausgebildet ist, dass sie eine Beaufschlagung der Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen der Reaktionskammer und gegebenenfalls weiterer mit Bitumen in Berührung kommender Bauteile der Straßenbaumaschine mit Druckluft erlaubt. Auf diese Weise kann insbesondere in Verbindung mit geeigneten Messinstrumenten überprüft werden, ob bestimmte Teile der Einlass- oder Auslasseinrichtungen, und insbesondere ob bestimmte Düsen der jeweiligen Einrichtungen verstopft und, in Abhängigkeit der jeweils verwendeten Messeinrichtungen, auch in welchem Maße sie verstopft sind. Zudem erlaubt eine solche Vorrichtung, wie dies im folgenden noch im Detail beschrieben ist die Reinigung der mit Bitumen in Berührung kommenden Bauteile und insbesondere der Einlass- bzw. Auslasseinrichtung, um präventiv oder aber im Verstopfungsfall Bitumen oder dergleichen Reste zu entfernen.
[0020] Zur Prüfung auf die Funktionsfähigkeit der Einlasseinrichtung wird diese beispielsweise mit einem bestimmten Druckluftstrom beaufschlagt. Falls sich der resultierende Druck innerhalb der Einlasseinrichtung über einen bestimmten Zeitraum nicht oder nur langsam abbaut, lässt dies direkt auf ein verstopftes Bauteil der Einlasseinrichtung schließen. Ähnliches gilt natürlich auch für die Auslasseinrichtung. In Abhängigkeit der Dauer des Druckabbaus lässt sich auch darauf schließen, in welchem Maße hier eine Verstopfung vorliegt.
[0021 ] Vorzugsweise erfolgt die Detektion einer Verstopfung bzw. die Detektion der fehlerfreien Funktionsfähigkeit durch einen Vergleich eines Drucksollverlaufes mit dem tatsächlich detektierten Druckverlauf. Der Druckverlauf wird beispielsweise bei einer fehlerfrei funktionierenden Maschine festgelegt und in einem Maschinenspeicher gespeichert, sodass ein neu detektierter Druckverlauf mit diesem verglichen werden kann. Stellt sich hier eine bestimmte Abweichung ein, lässt dies auf eine Störung und insbesondere auf ein Verstopfen der jeweiligen Einrichtungen schließen.
[0022] Vorzugsweise werden in obigem Prüfverfahren, also bei der Überprüfung, ob die Einlassund/oder Auslasseinrichtungen freigängig sind, die Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen mit dem Druckluftstrom nacheinander beaufschlagt. Das bedeutet, dass beispielsweise zuerst die gesamte Ein- lasseinrichtung und dann die Auslasseinrichtung mit Druckluft beaufschlagt werden. Da üblicherweise die Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen ebenfalls aus mehreren Elementen und insbesondere aus einer Mehrzahl an Einlassdüsen bzw. Auslassdüsen bestehen, erfolgt auch hier die Beaufschlagung mit Druckluft nacheinander. Vorzugsweise erfolgt also eine einzelne Beaufschlagung solch kleiner Bauteilgruppen, dass eine relativ genaue Eingrenzung einer Fehlerstelle möglich ist.
[0023] Beispielsweise besteht eine mögliche Straßenbaumaschine aus insgesamt 20 parallel geschalteten Reaktionskammern, deren Einlasseinrichtungen jeweils ein Leitungssystem mit je einer Hauptleitung von einem zentralen Reaktionsproduktreservoirs, also einem Bitumenreservoir, einem Wasserreservoir etc, und von diesen jeweils abzweigenden Nebenleitungen, die jeweils zu einer in die Reaktionskammer weisenden Bitumendüse, Wasserdüse bzw. Luftdüse führen. Diese insgesamt 60 Düsen der Einlasseinrichtungen werden erfindungsgemäß im Prüfverfahren jeweils nacheinander mit Druckluft beaufschlagt. Sobald bei einer Düse eine Abweichung des detektierten Druckverlaufs vom vorher festgelegten Drucksollverlauf gemessen wird, können für die jeweilige dann als "verstopft" oder„teilverstopft" geltende Düse Reinigungsmaßnahmen eingeleitet werden.
[0024] Vorzugsweise werden die Schritte des Prüfverfahrens automatisch bei der Detektion einer Betriebspause und/oder eines Betriebsendes oder eines dergleichen Betriebszustandes der Vorrichtung und/oder beim Unterschreiten einer bestimmten Bauteiltemperatur ausgeführt. Solche Betriebspausen führen häufig zum Aus- bzw. Erhärten des in der Rotationskammer bzw. Reaktionskammer der Vorrichtung enthaltenen Materials und somit zu einer Steigerung der Gefahr des Zusetzens der jeweiligen Einrichtung. Auch ein Unterschreiten einer bestimmten Bauteiltemperatur der Vorrichtung, beispielsweise der jeweiligen Düsentemperatur der Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen steigert die Gefahr des Zusetzens. Sobald hier über entsprechende Sensoreinrichtungen ein solcher Betriebszustand detektiert wird, wird erfindungsgemäß das Prüfverfahren gestartet, um eine Fehlfunktion der Maschine zu verhindern. Da es gerade bei beginnendem Aushärten noch leicht möglich ist, eventuell zugesetzte Einlass- oder Auslasseinrichtungen zu reinigen, ist die„frühe" Einleitung eines solchen Verfahrens vorteilhaft.
[0025] Vorzugsweise wird bei der Detektion einer Störung im Prüfverfahren und/oder präventiv ein Reinigungsverfahren durchgeführt, wobei dabei gleichzeitig alle oder aber einzelne Einlass- oder Auslasseinrichtungen mit einem Druckluftstrom beaufschlagt werden. Hier können beispielsweise alle Einlasseinrichtungen gleichzeitig und dann alle Auslasseinrichtungen gleichzeitig, oder aber beide Einrichtungen gleichzeitig mit einem Druckluftstrom beaufschlagt werden. Dadurch werden sowohl die Einlassbzw. Auslasseinrichtungen als auch die Reaktionskammer und eventuell die Rotationskammer von Bitumen und dergleichen Rohstoffresten befreit, sodass eine evtl. beginnende Verstopfung beseitig bzw. grundsätzlich einer Verstopfung vorgebeugt wird. Beim Vorliegen einer tatsächlichen Verstopfung kann zudem die jeweilige Einlass- bzw. Auslasseinrichtung "freigeblasen" werden. Natürlich ist es auch möglich einzelne Düsen zu Beaufschlagen, um so die gezielte Reinigung verstopfter Düsen zu erzielen.
[0026] Grundsätzlich ist es natürlich möglich, eine solche Reinigungsfunktion auch manuell bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus ist es möglich, die Reinigungsfunktion nach dem Arbeitsbeginn nach einer Arbeitspause oder einem dergleichen Betriebszustand automatisch durchzuführen, um die Funktionsfähigkeit der Maschine sicherzustellen und um Verstopfungen vorzubeugen. Auch bei der Detektion einer Arbeitspause oder eines dergleichen Betriebszustandes ist es sinnvoll, eine solche Reinigungsfunktion durchzuführen, da dann schon im Vorfeld Verstopfungen vermieden werden. Möglich ist es auch grundsätzlich als ersten Verfahrensschritt ein Reinigungsverfahren durch die vorzugsweise gleichzeitige Beaufschlagung der Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen mit Druckluft und insbesondere mit Druckluftstößen durchzuführen und erst n einem zweiten Verfahrensschritt das Prüfverfahren anzuschließen, um zu überprüfen, ob das Reinigungsverfahren erfolgreich war. Das nachgeschaltete Prüfverfahren stellt sicher, dass die„gereinigte" Vorrichtung auch einwandfrei funktioniert, während das vorgeschaltete Reinigungsverfahren garantiert, das a) bestehende Verstopfungen beseitig und b) Altmaterial vor dem Aushärten entfernt und so die Verstopfungsgefahr reduziert wird.
[0027] Ein Prüfverfahren kann beispielsweise folgendermaßen ablaufen. Ein gemeinsames Druckluftzuleitungsrohr, das mit den Reaktionswasser-, Bitumen und Reaktionsluftdüsen in Fluidverbindung steht oder bringbar ist, wird mit Druckluft bis zu einem bestimmten Maximal oder Prüfdruck beaufschlagt. Bei der automatischen Prüfung werden nun einzeln nacheinander alle Reaktionswasser- und Reaktionsluftdüsen der Einlasseinrichtung geöffnet und die Veränderung des Prüfdrucks mit einem Drucksensor überwacht. Wenn innerhalb eines festgelegten Zeitraumes ein definierter Druckabfall, also ein Druckverlauf konform zu einem Drucksollverlauf eintritt, ist die Düse nicht verstopft, also funktionsbereit. Bleibt der Prüfdruck hingegen bestehen, oder wird der Solldruck nicht in der festgelegten Zeit erreicht, kann von einer verstopften Reaktionswasser- bzw. Reaktionsluftdüse oder auf eine Verstopfung der nachgeschalteten Schaumdüse, also der Auslasseinrichtung, ausgegangen werden. Da diese Prozedur einzeln für alle Reaktionswasser-, Bitumen und Reaktionsluftdüsen durchgeführt wird, kann genau er- fasst werden, in welcher Reaktionskammer ein Problem vorliegt. Natürlich ist es auch grundsätzlich möglich, das Prüfverfahren für die jeweiligen Einrichtungen oder auch Teile davon durch manuelle Auswahl zu starten und bestimmte Bauteile direkt und unter Umgehung einer automatischen Prozedur zu überprüfen. [0028] Vorzugsweise umfasst die Drucklufteinrichtung wenigstens eine Druckluftleitung, über die die Druckluft von einem Druckluftgenerator oder Druckluftreservoir zu wenigstens einem Teil der Einlasseinrichtung und/oder der Auslasseinrichtung transportierbar ist.
[0029] Vorzugsweise steht die Drucklufteinrichtung über wenigstens eine Steuereinrichtung und insbesondere eine ansteuerbare Ventileinrichtung mit der Einlasseinrichtung und/oder der Auslasseinrichtung bzw. den jeweils zu beaufschlagenden Teilen der jeweiligen Einrichtung, also beispielsweise den jeweiligen Einlassdüsen und/oder Auslassdüsen in Fluidverbindung. Die Ansteuerung der Steuereinrichtung kann beispielweise manuell, drahtgebunden oder drahtlos erfolgen. Über die Steuereinrichtung ist es möglich, die jeweilige Einrichtung bzw. das jeweilige Bauteil der Einlasseinrichtung und/oder der Auslasseinrichtung gezielt mit Druckluft zu beaufschlagen. So ist es beispielsweise möglich, die Drucklufteinrichtung mit der Einlasseinrichtung über eine Druckluftleitung zu verbinden und in diese Druckluftleitung eine ansteuerbare Steuereinrichtung und insbesondere eine Ventileinrichtung zu integrieren. Beim Öffnen der Ventileinrichtung kann dann über die Druckluftleitung Druckluft der Einlasseinrichtung zugeführt werden. Eine solche Ausführung ist natürlich auch bei der Auslasseinrichtung denkbar.
[0030] Grundsätzlich kann die Steuereinrichtung auch so in der Einlasseinrichtung bzw. der Auslasseinrichtung eingebunden sein, dass die Beaufschlagung von Druckluft über die sonst zur Zuführung der jeweiligen Reaktionsstoffe, also beispielsweise Wasser oder Bitumen, verwendeten Leitungssysteme möglich ist. So kann beispielsweise in der zur Einspeisung von Reaktionswasser verwendeten Zuleitung der Reaktionskammer eine Steuereinrichtung angeordnet werden, die das gezielte Einspeisen von Druckluft erlaubt.
[0031] Bei einer Vorrichtung mit einer Mehrzahl an Mischeinrichtungen ist vorzugsweise eine zentrale Druckluftversorgungsleitung vorgesehen, die mit der Drucklufteinrichtung in Fluidverbindung steht und von der einzelne Druckluftversorgungsnebenleitungen zu den Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen abzweigen, wobei in den Druckluftversorgungsnebenleitungen die Steuereinrichtungen vorgesehen sind. Über diese Steuereinrichtungen können dann gezielt die jeweiligen Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen bzw. die jeweiligen Bauteile der Einrichtungen mit Druckluft beaufschlagt werden.
[0032] Vorzugsweise ist wenigstens eine Drucksensoreinrichtung vorgesehen, zur Detektion des Druckverlaufes des Druckstromes in der Einlass- und/oder Auslassei nrichtung. Eine solche Drucksensoreinrichtung kann beispielsweise in einer zentralen Druckluftversorgungsleitung vorgesehen sein, sodass sie für die Detektion des Druckverlaufs an jeder der zu prüfenden Bauteile der Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen geeignet ist. [0033] Beispielsweise ist es möglich, eine zentrale Druckluftversorgungsleitung mit einem solchen Drucksensor und einem zentralen Verschlussventil zu versehen, sodass nach der Beaufschlagung der zentralen Druckluftversorgungsleitung und der davon abzweigenden Druckversorgungsnebenleitungen (bei geschlossenen Steuereinrichtungen an den jeweiligen Druckversorgungsnebenleitungen) ein vollständiger Abschluss des Druckluftsystems möglich ist. In einem solchen Zustand, also bei allseitig geschlossenen Ventilen, zeigt der Druckluftsensor einen gleichbleibend unveränderten Druckverlauf an. Bei der Durchführung des Prüfverfahrens wird dann wenigstens eine Steuerungseinrichtung, beispielsweise ein Ventil an einer Düse der Einlasseinrichtung geöffnet und der Druckverlauf am Drucksensor detektiert. Sobald der Druckverlauf hier konform zu einem Drucksollverlauf abnimmt, kann das jeweilige Bauteil als funktionsfähig klassifiziert werden. Weicht jedoch der Druckabfall vom Drucksollverlauf ab, muss das Bauteil als Störungsbauteil klassifiziert werden. Sobald an diesem Bauteil die Prüfung durchgeführt wurde, wird die jeweilige Steuereinrichtung wieder geschlossen, das Ventil an der zentralen Druckluftversorgung geöffnet, und erneut Druckluft in das Leitungssystem eingebracht. Anschließend wird der "Drucklufttest" an einem weiteren Bauteil oder einer Bauteilgruppe der Einlass- und/oder Auslasseinrichtung durchgeführt, und so weiter.
[0034] Natürlich ist es in diesem Zusammenhang auch möglich, eine kontinuierliche Druckluftversorgung anzulegen, d.h. also kontinuierlich Druckluft beispielsweise in die zentrale Druckluftversorgungsleitung einzuspeisen. Werden nun sukzessive die Steuerungseinrichtungen an den jeweiligen zu prüfenden Bauteilen geöffnet, ergibt sich trotz der kontinuierlichen Druckluftförderung, ein Druckluftabfall, wenn das System einwandfrei arbeitet. Liegt eine Verstopfung vor, ist kein oder nur ein reduzierter Druckabfall zu beobachten.
[0035] Bei einer Reaktionskammer der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der auch Druckluft als ein Reaktionsfluid über eine Reaktionsdruckluftleitung zur Bildung des Schaumbitumens mit dem heißen Bitumen zusammengeführt wird, bildet die Reaktionsdrucklufteinrichtung vorzugsweise auch wenigstens teilweise die Drucklufteinrichtung. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass hier unter dem Reaktionsfluid„Druckluft" jedes gasförmige Fluid verstanden wird, dass als Reaktionsprodukt in die Reaktionskammer einspeisbar und zur Bildung von Schaumbitumen verwendbar ist. Obiges bedeutet also, dass die Einrichtung, die zur Herstellung des Schaumbitumens die nötige Luft liefert, auch als Drucklufteinrichtung für das Prüf- und gegebenenfalls Reinigungsverfahren verwendet wird. In diesem Fall kann dann eine zentrale Druckluftversorgungsleitung auch eine zentrale Reaktionsdruckluftversorgungsleitung sein. Grundsätzlich sind bei einer solchen Ausführungsform dann Steuereinrichtungen vorgesehen, die während des Prüfverfahrens und gegebenenfalls während des Reinigungsverfahrens die Reaktions- druckluft der Reaktionsdrucklufteinrichtung in die jeweiligen Bauteile der Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen, beispielsweise in die Reaktionswasserdüsen und die Bitumendüsen einspeisen.
[0036] Vorzugsweise ist bei einer Mehrzahl an Mischeinrichtungen eine Regelungseinrichtung vorgesehen, die mit den Steuerungseinrichtungen der Mischeinrichtungen derart in Wirkverbindung steht, dass sie die gleichzeitige oder einzelne bzw. gruppenweise Beaufschlagung der Einlass- und/oder Auslasseinrichtungen der Mischkammer mit dem Druckluftstrom erlaubt. Die Regelungseinrichtung ist also so ausgebildet, dass sie, beispielsweise während des Prüfverfahrens, die dedizierte Ansteuerung der jeweiligen zu prüfenden Bauteile der Einlass- oder Auslasseinrichtung ermöglicht, um beispielsweise jede einzelne Düse der Einlass- bzw. Auslassei nrichtung zu überprüfen. Die Regelungseinrichtung ist aber auch so ausgebildet, dass sie die gleichzeitige oder gruppenweise Beaufschlagung der jeweiligen Bauteile mit Druckluft erlaubt, wie dies beispielsweise im Reinigungsverfahren von Vorteil ist. Zur Steigerung des jeweiligen Reinigungsdruckes ist die einzelne oder gruppierte Beaufschlagung von Bauteilen mit Druckluft vorteilhaft.
[0037] Vorzugsweise ist eine Regelungseinrichtung, unter Umständen auch die zuvor beschriebene Regelungseinrichtung, vorgesehen, die die Aktivierung und Deaktivierung der Drucklufteinrichtung und/oder der Steuerungseinrichtung erlaubt in Abhängigkeit eines Aktivierungs- und/oder Deaktivie- rungssignals. Über eine solche Ausführungsform ist unter anderem die automatisierte Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich. Die genannten Aktivierungs- und/oder Deaktivierungssignale können beispielsweise manuelle Signale, verursacht durch den Bediener der Vorrichtung, aber auch Sensorsignale sein, die durch geeignete Sensoren detektiert werden.
[0038] Vorzugsweise ist dazu wenigstens eine Betriebssensoreinrichtung vorgesehen, die den Betriebszustand der Vorrichtung, insbesondere Betriebspausen und/oder ein Betriebsende und/oder eine Bauteiltemperatur, und/oder ein manuelles Aktivierungs- und/oder Deaktivierungssignal der Vorrichtung oder dergleichen Zustände bzw. Signale detektiert und die detektierten Werte an die Regelungseinrichtung weiterleitet zur Generierung des Aktivierungs- oder Deaktivierungssignals für die wenigstens eine Drucklufteinrichtung und/oder zur Ansteuerung der Steuerungseinrichtungen.
[0039] Die Betriebssensoreinrichtung kann also beispielsweise ein Betriebssensor sein, der die Temperatur einer oder mehrerer Einlassdüsen detektiert. Bei Unterschreiten einer bestimmten Düsentemperatur wird ein Aktivierungssignal an die Regelungseinrichtung gesendet, die daraufhin ein Prüfverfahren und/oder ein Reinigungsverfahren initiiert. [0040] Die genannte Betriebssensoreinrichtung kann aber auch ein Sensorelement sein, das eine Betriebspause oder ein Betriebsende der Vorrichtung detektiert, um als präventive Maßnahme vor Verstopfungen ein Reinigungs- und/oder Prüfverfahren zu initiieren.
[0041] Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0042] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben, die durch die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer Straßenbaumaschine;
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen für eine Straßenbaumaschine gemäß Fig. 1 ;
Fig. 3a eine schematische Darstellung eines Prüfverfahrens zur Wartung der Vorrichtung nach Fig. 2 vor Beginn der Prüfung;
Fig. 3b eine schematische Darstellung des Prüfverfahrens nach Fig. 3a kurz nach Beginn der
Prüfung;
Fig. 3c eine schematische Darstellung des Prüfverfahrens nach Fig. 3a bei Erreichen des maximalen Prüfdruckes;
Fig. 4 eine schematische Darstellung des Prüfverfahrens nach Fig. 3a bei Vorliegen einer
Störung der Vorrichtung;
Fig. 5 eine schematische Darstellung des Prüfverfahrens nach Fig. 3a bei ordnungsgemäßer
Funktion der Vorrichtung; und
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen; und
[0043] Im Folgenden werden für gleiche und gleich wirkende Bauteile dieselben Bezugsziffern verwendet, wobei bisweilen zur Unterscheidung Hochindizes ihre Anwendung finden.
[0044] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Straßen bau masch ine und insbesondere einer Recycling-Maschine für Straßenoberbauten aus dem Straßenbau.
[0045] Die gezeigte Straßenbaumaschine 40 umfasst ein Fräsrad 42 in einer Rotationskammer 41, über das ein bestehender Altstraßenbelag 44 abgefräst, das abgefräste Material zerkleinert und zu einem neuen Straßenbelag 52 verarbeitet werden kann. Dazu wird das abgefräste Rohmaterial 46 mit Schaumbitumen 2 vermengt, sodass sich ein gebundenes Rohbelagsmaterial 48 ergibt, das durch eine Glättvorrichtung 50 der Straßenbaumaschine 40 auf der Grundlage des Altstraßenbelages 44 aufgebracht und zu einer fertigen Straßentragschicht 52 geglättet und komprimiert werden kann. Auf der Straßentragschicht 52 kann dann der endgültige Straßenbelag und insbesondere eine Asphaltdeckschicht aufgebracht werden.
[0046] Um das Rohmaterial 46 mit dem Schaumbitumen 2 in der Rotationskammer 41 zu vermengen, ist eine Mischeinrichtung 6 derart relativ zur Rotationskammer 41 angeordnet, dass in der Mischeinrichtung 6 gemischtes Schaumbitumen 2 direkt auf das Rohmaterial 46 aufgesprüht werden kann.
[0047] Dazu ragt ein Teil einer Auslasseinrichtung 16 der Mischeinrichtung 6 in den Innenraum der Rotationskammer 41 ein. Die Auslasseinrichtung 16 steht dabei mit einer Reaktionskammer 4 der Mischeinrichtung 6 in Verbindung, in der Rohmaterialien des fertigen Schaumbitumens 2 nämlich Reaktionsfluide, wie Wasser 12 und Luft 14, und Bitumen 8 miteinander vermischt werden. Diese Reaktionsfluide 12,14 und das Bitumen 8 werden über eine entsprechende Einlasseinrichtung 10 in die Reaktionskammer 4 der Mischeinrichtung 6 eingespritzt.
[0048] Der Aufbau der Reaktionskammer 4 der Mischeinrichtung 6 ist im Detail in Fig. 2 dargestellt. Die Mischeinrichtung 6 umfasst die Reaktionskammer 4, in die die Einlasseinrichtung 10 mündet und aus der die Auslasseinrichtung 16 abzweigt.
[0049] Die Einlasseinrichtung 10 weist hier drei Einlassleitungen, nämlich eine Wassereinlassleitung 62, eine Lufteinlassleitung 64 und eine Bitumeneinlassleitung 68 auf. Jede Einlassleitung umfasst eine Einlassdüse 60, die die bedarfsgerechte Eindüsung der jeweiligen Reaktionsfluide 12, 14 bzw. des Bitumens 8 erlaubt.
[0050] Wie in Fig. 1 schematisch dargestellt, weisen die jeweiligen Einlassleitungen 62, 64, 68 bzw. die Einlasseinrichtung 10 jeweils Ventile 70 auf, die die Steuerung bzw. Regelung der eingespeisten Reakti- onsfluid- bzw. Bitumenmengen erlauben.
[0051] Durch das Einspeisen der Reaktionsfluide 12, 14 in die Reaktionskammer 4 verteilt sich das eingespeiste Wasser 12 sehr feinflächig, wobei es bei Kontakt mit dem heißen Bitumen 8 verdampft und einen Bitumenschaum 2 bildet, der über eine Auslassleitung 66 mit Auslassdüsen 67 der Auslasseinrichtung 16 aus der Mischeinrichtung 6 bzw. der Reaktionskammer 4 ausgebracht und der Rotationskammer 41 zugeführt werden kann.
[0052] Um zu verhindern, dass die Bereiche der Vorrichtung, die mit dem heißen und bei Temperaturabfall aushärtenden Bitumen in Verbindung kommen verstopfen, ist erfindungsgemäß eine Drucklufteinrichtung 20 vorgesehen, die eine Prüfung der Durchlässigkeit der jeweiligen Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen und deren Reinigung erlaubt. Die Drucklufteinrichtung 20 steht dabei derart mit der Einlass- einrichtung 10 und der Auslasseinrichtung 16 in Wirkverbindung, dass eine Druckluftbeaufschlagung dieser Einrichtungen und insbesondere der jeweiligen Einlassleitungen 62, 64, 68, der Auslassleitung 66 bzw. der entsprechenden Düsen 60 und 67 möglich ist.
[0053] Über diese Drucklufteinrichtung kann dabei sowohl ein Prüfverfahren als auch ein Reinigungsverfahren durchgeführt werden, wie es im Folgenden im Detail beschrieben wird.
[0054] Damit das Bitumen, welches mit Einlassleitung 68 in die Expansionskammer eingeleitet wurde, nicht direkt durch die Auslassdüse wieder austreten kann, wurde das Prallblech 76 vorgesehen. Hierdurch wird der Bitumenstrahl zerstäubt; das Bitumen verbleibt länger in der Reaktionskammer und kann besser aufschäumen.
[0055] Ein Druckluftkompressor 21 versorgt unabhängig von den Vorrichtungen zur Prüfung und Wartung der mit Bitumen in Berührung kommenden Leitungs- und Düsenbauteile auch die Reaktionskammer 4 über die Luft-Einlassleitungen 64 mit Druckluft, wobei diese Druckluft zum Aufschäumen des Bitumen verwendet wird. Da der dazu erforderliche Luftdruck niedriger ist als der Luftdruck zu Prüf- und Reinigungszwecken, ist in diese Luft-Einlassleitungen 64 stromaufwärts vor der Reaktionskammer 4 ein Druckminderer 1 eingebaut, der in Fig. 1 schematisch dargestellt ist.
[0056] Die Fig. 3a-c, 4 und 5 zeigen eine schematische Darstellung eines Prüfverfahrens zur Wartung der zuvor beschriebenen Vorrichtung.
[0057] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen für eine Straßenbaumaschine ist hier nur schematisch dargestellt. Der Übersichtlichkeit halber sind zudem nicht alle zuvor in den Fig. 1 und 2 dargestellten Bauteile aufgeführt. Gezeigt sind fünf Mischeinrichtungen 6, in deren Reaktionskammern 4 mehrere Reaktionsfluide 12, 14 und Bitumen 8 zu Schaumbitumen vermischt werden (siehe dazu und im Folgenden auch Fig. 1 und 2). Wie bereits erwähnt, werden dazu die Reaktionsfluide 12, 14 und das Bitumen 8 über die Einlasseinrichtung 10 in die Reaktionskammer 4 eingespritzt, dort vermengt und über die Auslasseinrichtung 16 der Rotationskammer 41 der Straßenbaumaschine 40 zugeführt. Der Übersichtlichkeit halber ist in den Fig. 3a-c, 4 und 5 nur ein Teil der Einlasseinrichtung 10, nämlich die Wassereinlassleitung 62 für das Reaktionsfluid Wasser 12 dargestellt. Die Verfahrensschritte für die Prüfung der anderen Teile 14, 8 der Einlasseinrichtung 10 sind jedoch identisch.
[0058] Erfindungsgemäß steht jede Mischeinrichtung 6 bzw. jede Reaktionskammer und die daran angeordneten Einlasseinrichtungen 10 und Auslasseinrichtungen 16 mit einer Drucklufteinrichtung 20 in Fluidverbindung, über die eine Prüfung und eine Wartung der mit Bitumen in Berührung kommenden Leitungs- und Düsenbauteile möglich ist. Die Drucklufteinrichtung 20 weist dazu den Druckluftkompressor 21 oder eine dergleichen zur Druckluftversorgung auf, über die Druckluft 23 über eine zentrale Druckluftleitung 32 zu Druckluftnebenleitungen 34 geführt werden kann. Jede Druckluftnebenleitung 34 mündet in eine Steuereinrichtung 30, die in Form eines regelbaren Ventils das Einspeisen der über die Drucklufteinrichtung 20 zugeführten Druckluft in die jeweilige Einlasseinrichtung, hier die Wassereinlassleitung 62 erlaubt. An Stelle von Reaktionsfluid Wasser 12 (siehe Fig. 2) wird so bei geöffnetem Ventil 30 Druckluft 23 des Druckluftkompressors 21 durch die Wassereinlassleitung 62 in die Reaktionskammer 4 eingespritzt.
[0059] Neben den Steuereinrichtungen 30 zur Einspeisung der Druckluft der Drucklufteinrichtung 20 in die Einlasseinrichtung 10 bzw. hier die Wassereinlassleitung 62, sind an der zentralen Druckluftleitung 32 zwei weitere Hauptventile 72, 74 vorhanden, die das Einleiten und Ausleiten der Druckluft 23 in die zentrale Druckluftleitung 32 bzw. die Druckluftnebenleitungen 34 ermöglichen. Anstelle des Ventils 74 ist es auch möglich, die zentralen Druckluftleitung 32 an diesem Ende dauerhaft zu verschließen.
[0060] In Fig. 3a ist die Vorrichtung zum Erzeugen von Schaumbitumen schematisch kurz vor Aktivierung des Prüfverfahrens, also hier mit deaktivierter Druckluftversorgung 20 bzw. deaktiviertem Druck- luftkompressor 21 dargestellt.
[0061] Wie dann in Fig. 3b gezeigt, wird bei Aktivierung des Prüfverfahrens das Ventil 74 geschlossen, das Ventil 72 geöffnet und Druckluft 23 zugeführt, sodass sich die gesamte zentrale Druckluftleitung 32 mit Druckluft 23 füllt. Da sämtliche Steuereinrichtungen 30 der jeweiligen Mischeinrichtungen 6 geschlossen sind, baut sich, wie in den Fig. 3b und Fig. 3c dargestellt, gleichmäßig ein Druck p auf. Dieser Druck ist an einer Anzeige 37 einer Drucksensoreinrichtung 36 ablesbar. Sobald sich der erforderliche Maximaldruck in der zentralen Druckluftleitung 32 und den Druckluftnebenleitungen 34 eingestellt hat, wird das Ventil 72 geschlossen (siehe Fig. 3c), sodass sich ein abgeschlossenes System ausbildet. Die Anzeige 37 des Drucksensors 36 zeigt in diesem Zustand einen Soll- bzw. Prüfdruck p max an.
[0062] Sobald dieser Prüfdruck erreicht und das System vollständig geschlossen ist, kann durch die gezielte Öffnung bzw. Aktivierung der jeweiligen Steuereinrichtungen 30 eine Überprüfung auf die Durchgängigkeit der Wassereinlassleitungen 62 bzw. deren Düsen 60 durchgeführt werden. Dazu wird, wie beispielsweise in den Fig. 4 und 5 dargestellt, eine Steuereinrichtung 30 geöffnet, während die restlichen Steuereinrichtungen 30' bis 30"" geschlossen bleiben. [0063] Je nachdem, ob die nun mit der zentralen Druckluftleitung 32 in Fluidverbindung stehende Wassereinlassleitung 62 bzw. -düse 60 durchgängig ist oder nicht, lässt sich an der Anzeige 37 ein anderer Druckverlauf beobachten (siehe Fig. 4 und 5).
[0064] Wie in Fig. 5 dargestellt, baut sich bei einer geöffneten Steuereinrichtung 30 über die Düse 60 der aufgebaute Luftdruck gleichmäßig ab. Dies ist auf der Anzeige 37 des Drucksensoreinrichtung 36 ablesbar.
[0065] Sobald jedoch ein Bauteil der Einlasseinrichtung 10, also hier die Wassereinlassnebenleitung 62 oder deren Düse 60 verstopft ist, kommt es zu keinem oder zu einem reduzierten Druckabbau, wie dies in Fig. 4 dargestellt ist. Die Düse 60 ist beispielsweise hier so verstopft, dass der über die Druckeinrichtung 20 aufgebrachte Luftdruck nicht oder nur unwesentlich abnimmt. Dies lässt direkt auf eine Störung und eine Verstopfung der Einlasseinrichtung 10 bzw. der Auslasseinrichtung 16 schließen.
[0066] Grundsätzlich ist über den Druckverlauf an der Druckanzeige 37 auch direkt eine Diagnose der Auslasseinrichtung möglich. Sinkt beispielsweise nach dem Öffnen der Steuereinrichtung 30 der Druck an der Anzeigevorrichtung 37 kurzzeitig ab und stagniert dann, lässt dies darauf schließen, dass zwar die Wassereinlassleitung 62 und deren Düse 60 durchgängig, die Auslasseinrichtung 16 bzw. deren Auslassleitung 66 aber verstopft ist (Fig.2). Je nach Größe des Reaktionskammervolumens der Reaktionskammer 4 ist hier der kurzzeitig zu beobachtende Druckabfall größer oder kleiner.
[0067] Sobald eine Überprüfung der hier dargestellten Einlasseinrichtung 10 für Wasser abgeschlossen ist, kann nun eine Überprüfung der weiteren Bauteile der Einlasseinrichtung, beispielsweise für die Einleitung von Luft und Bitumen folgen. Sobald die erste Mischeinrichtung 6 vollständig geprüft wurde, erfolgt dann eine Prüfung der nächstfolgenden Mischeinrichtung, und so weiter. Natürlich können hier auch gezielt eine jeweils zu prüfende Mischkammer oder die jeweiligen Bauteile der jeweiligen Einrichtung gewählt werden.
[0068] Die Durchführung der sukzessiven Überprüfung, also jedes einzelnen Bauteils in Reihe, hat den Vorteil, dass sehr einfach und schnell eine genaue Fehlerdiagnose und Fehlerortung möglich ist.
[0069] Sobald während des Prüfverfahrens eine Abweichung des Druckverlaufs an der Anzeige 37 von einem Solldruckverlauf detektiert wird, kann über eine entsprechende Signalisierungseinrichtung ein Aktivierungssignal ausgegeben werden, um beispielsweise ein Reinigungsverfahren zu starten, wie es im Folgenden noch detailliert beschrieben wird. [0070] Beim Reinigungsverfahren wird vorzugsweise ein Druckluftstoß über die Drucklufteinrichtung 20 gleichzeitig auf alle Einlasseinrichtungen 10 und/oder Auslasseinrichtungen 16 aufgebracht, sodass die jeweiligen Bauteile von anhaftenden Bitumenresten gereinigt werden. Vorzugsweise wird dieses Verfahren gleich bei Beginn einer Arbeitspause, nach bestimmten Arbeitstaktlängen, oder beim Umsetzen der Maschine durchgeführt. Durch die Beaufschlagung mit einem Druckluftstoß werden die jeweiligen Bauteile "freigeblasen". Dieses Freiblasen führt dabei nicht nur zu einer Reinigung der jeweiligen Leitungen und Düsen, sondern auch zu einer Reinigung der Reaktionskammer 4 und eventuell auch der Rotationskammer 41 an sich. Selbstverständlich ist es möglich, das Reinigungsverfahren nicht nur bei der Detektion einer Störung (nach dem Prüfverfahren), sondern auch manuell oder nach der Detektion eines Aktivierungssignals durchzuführen.
[0071] Zur Steigerung der Reinigungsleistung ist es in diesem Zusammenhang auch möglich, die jeweiligen Bauteile gruppiert einem Druckluftstoß zu unterziehen. So ist es beispielsweise möglich, nach der Detektion einer Störung sämtliche Ventile 72 und Steuereinrichtungen 30 zu öffnen, über den Druckluftkompressor 21 einen Druckluftstoß auf alle Teile der Einlass- und Auslasseinrichtungen 10, 16 aufzubringen, dann erneut ein Prüfverfahren durchzuführen und, sollte dann immer noch eine Störung vorliegen, einen erhöhten Druckluftstoß insbesondere auf nur einen Teil der Einlass- bzw. Auslasseinrichtungen 10, 16 aufzubringen. Dies erhöht den Druck am jeweiligen Bauteil und so die Reinigungswirkung.
[0072] Obige Ansteuerung der einzelnen Bauteile kann über eine Regelungseinrichtung (nicht dargestellt) vorgenommen werden, die vorzugsweise in das Steuerungssystem der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingebunden ist. Diese Regelungseinrichtung kann dann über geeignete Betriebssensoren Signale zum Betriebszustand, zur Arbeitstemperatur, zur Taktlänge, zu Arbeitspausen, Arbeitswiederaufnahmen oder zur vollständigen Stilllegung der Maschine erhalten und dann entsprechende Prüf- oder Reinigungsverfahren starten. Auch können entsprechende manuelle Signale an die Regelungseinrichtung vom Betreiber der Maschine weitergegeben werden.
[0073] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei auch hier eine Mischeinrichtung 6 mit einer Reaktionskammer 4 dargestellt ist, in die mittels einer Einlasseinrichtung 10 Reaktionsfluide (Wasser 12 und Luft 14) und Bitumen 8 eingespritzt werden. Die Reaktionsfluide 12, 14 und das Bitumen 8 werden wieder über entsprechende Einlassleitungen 62, 64, 68 in die Reaktionskammer 4 eingeleitet. Die Versorgung mit Reaktionsdruckluft 14 wird hier also über eine Reaktionsdrucklufteinrichtung 38 sichergestellt, die ihre Reaktionsdruckluft 14 über einen Druckluftkompressor 39 generiert [0074] Erfindungsgemäß bildet nun die Reaktionsdrucklufteinrichtung 38 auch die Drucklufteinrichtung 20, die dazu dient, das erfindungsgemäße Prüf- und/oder Reinigungsverfahren durchzuführen.
[0075] Dazu ist in der Lufteinlassnebenleitung 65 eine Steuereinrichtung 30 vorgesehen, die bei Bedarf Druckluft 23 bzw. Reaktionsdruckluft 14 in die restlichen Teile der Einlasseinrichtung 10, nämlich die Wassereinlassnebenleitung 63 und die Bitumeneinlassnebenleitung 69 ermöglicht. Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Prüf- und Reinigungsverfahrens kann also über die Steuereinrichtung 30 nahezu jeder Teil der Einlasseinrichtung 10 mit Druckluft 14 versorgt werden. Erfindungsgemäß weist dazu natürlich dann die Reaktionsdrucklufteinrichtung 38 einen Drucksensor (nicht dargestellt) auf, um bei der Durchführung der jeweiligen Prüf- und Reinigungsschritte den Druckverlauf zu detektieren. Auch sämtliche andere zuvor für die Durchführung des Verfahrens notwendigen Einrichtungen sind dann vorzugsweise vorgesehen.
