STAHLECKER, Gerd (Auf der Ebene 30, Eislingen/Filz, 73054, DE)
Patentansprüche
1. Vorrichtung zum Herstellen einer Maschenware mit einer Stricknadeln (16) und wenigstens zwei Strickstellen (15) enthaltenden Strickeinrichtung (1), wobei jeder Strickstelle (15) ein Streckwerk (4; 5; 30) zum Erzeugen eines verzogenen Faserverbandes (3) vorgeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie des Verlaufs des verzogenen Faserverbandes (3) in einem Bereich (21) vor jeder Strickstelle (15) gleich ist, wobei sich der Bereich (21) ausgehend von der Strickstelle (15) bis wenigstens zu dem letzten aktiven Transportelement (17) für den verzogenen Faserverband (3) erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das letzte aktive Transportelement (17) für den verzogenen Faserverband (3) ein Ausgangswalzenpaar (11) des Streckwerks (30) ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das letzte aktive Transportelement (17) für den verzogenen Faserverband (3) ein Lieferwerk (18; 318; 418; 518) ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Strickeinrichtung (1) einen Nadelzylinder (2) enthält, und dass die Rotationsachse des letzten aktiven Transportelementes (17) für den verzogenen Faserverband (3) parallel zur Rotationsachse des Nadelzylinders (2) ist,
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das letzte aktive Transportelement (17) für den verzogenen Faserverband (3) eine Luftdüse (26) ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes (3) an dem letzten aktiven Transportelement (17) vor der Strickstelle (15) variierbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes (3) während des Herstellvorgangs der Maschenware veränderbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes (3) an dem letzten aktiven Transportelement (17) vor mehreren Strickstellen (15) der Strickeinrichtung (1) gleich ist. |
Vorrichtung zum Herstellen einer Maschenware
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen einer Maschenware mit einer Stricknadeln und wenigstens zwei Strickstellen enthaltenden Strickeinrichtung, wobei jeder Strickstelle ein Streckwerk zum Erzeugen eines verzogenen Faserverbandes vorgeordnet ist.
Eine Vorrichtung dieser Art ist durch die WO 2004/079068 A2 Stand der Technik. Dabei wird eine Maschenware nicht wie allgemein üblich aus einem Garn, das der Strickeinrichtung zugeführt wird, erzeugt, sondern direkt aus einem durch ein Streckwerk verzogenen Faserverband gestrickt. Der Vorteil ist, dass durch das Verstricken eines im Wesentlichen ungedrehten Faserverbandes mit nahezu parallelen Fasern ein extrem weiches Gestrick mit sehr „weichem Griff und einem entsprechend hohen Tragekomfort entsteht. Die Maschenware lässt sich außerdem sehr günstig herstellen, da die Zwischenstufen des klassischen Garnerzeugungsprozesses, nämlich die Garnbildung, das Aufspulen und gegebenenfalls das Umspulen umgangen werden.
Der aus Stapelfasern bestehende Faserverband wird dabei entweder ungedreht sofort den in der Strickstelle arbeitenden Stricknadeln zugeführt oder aber, wenn das Streckwerk in gewisser räumlicher Distanz zu der Strickstelle angeordnet ist, durch eine Dralleinrichtung mit einer gewissen Festigkeit versehen, die ein Transportieren zur Strickstelle ermöglicht. Da der Faserverband für den Transport zur Strickstelle keine besonders hohe Festigkeit aufweisen muss, ist eine geringe Drehung des Faserverbandes ausreichend. Diese lässt sich sehr gut durch Luftdüsen in den Faserverband einbringen. Ist der Faserverband erst einmal in der Strickeinrichtung zu der Maschenware verstrickt, so wird die Festigkeit der Maschenware durch die Verschlingung des Faserverbandes in den einzelnen Maschen gewährleistet. Eine Drehung des Faserverbandes ist nicht mehr erforderlich, ganz im Gegenteil führt sogar die in üblichen Maschenwaren enthaltene Garndrehung zu einem eher „harten Griff 1 des fertigen Gestrickes. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung einer Falschdralleinrichtung, da sich die für die
Transportfestigkeit des Faserverbandes eingebrachte Drehung beim Strickvorgang in der StrickstelJe wieder auflöst. Es kann auch vorgesehen sein, dem Faserverband im Streckwerk einen Hilfsfaden, beispielsweise einen Elastanfaden zuzuführen, der den Transport des Faserverbandes vom Streckwerk zur Strickstelle unterstützen und auch die Eigenschaften der hergestellten Maschenware weiter gezielt verbessern kann. Das beschriebene Verfahren wird auch als „Direktstricken" oder als „Spinnstricken" bezeichnet.
Aus der WO 2004/079068 A2 ist es bekannt, mehrere Streckwerke zu einer Streckwerksgruppe zusammenzufassen und durch einen gemeinsamen Antrieb anzutreiben. Die Ausgangswalzenpaare der Streckwerke rotieren dadurch alle mit der selben Geschwindigkeit, so dass auch die verzogenen Faserverbände mit gleicher Geschwindigkeit geliefert werden. Versuche haben gezeigt, dass die mit einer derartigen Vorrichtung erzeugte Maschenware oftmals in unerwünschter Weise Rrngef aufweist, die durch unterschiedlich geformte Maschen verursacht werden und das fertige Gestrick ungleichmäßig aussehen lassen. Hierdurch kann die Qualität der Maschenware vermindert sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Vorrichtung zum Herstellen einer Maschenware zu verbessern, um eine Maschenware hoher Gleichmäßigkeit erzeugen zu können.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Geometrie des Verlaufs des verzogenen Faserverbandes in einem Bereich vor jeder Strickstelle gleich ist, wobei sich der Bereich ausgehend von der Strickstelle bis wenigstens zu dem letzten aktiven Transportelement für den verzogenen Faserverband erstreckt.
Die Anmelderin vermutet, dass bei der aus der WO 2004/079068 A2 bekannten Vorrichtung der unterschiedliche Verlauf benachbarter Faserverbände von den Ausgangswalzenpaaren der Streckwerke zu den Strickstellen unterschiedliche Spannungen der Faserverbände im fertigen Gestrick verursacht. Durch den gemeinsamen Antrieb sämtlicher Streckwerke einer Streckwerksgruppe werden zwar alle Faserverbände mit der gleichen Geschwindigkeit geliefert, jedoch unterscheidet sich die Geometrie der Zuführwege im Hinblick auf die Zuführstreckenlänge und die Zuführstreckenorientierung. Jeder Faserverband wird unterschiedlich stark umgelenkt, was zu unterschiedlichen Reibungsverhältnissen führt. Die in den Strickstellen verarbeiteten Faserverbände weisen dadurch unterschiedliche Spannungen auf, was zu der erwähnten unerwünschten Ringeligkeit in der fertigen Maschenware führen kann.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der der Verlauf des verzogenen Faserverbandes äem letzten aktiven Transportelement zu der Strickstelle jeweils gleich ist, wird der Nachteil unterschiedlicher Spannungen im Faserverband vermieden. Gleicher Verlauf der Faserverbände bedeutet hierbei, dass die Länge des Faserverbandes zwischen dem letzten aktiven Transportelement und der Strickstelle sowie die Anzahl und Größe der Umlenkungen in diesem Bereich gleich sind. Vorteilhaft wird das letzte aktive Transportelement so angeordnet, dass im Bereich bis zur Strickstelle gar keine weitere Umlenkung des Faserverbandes mehr erfolgt.
Als „aktives Transportelemenf im Sinne dieser Patentanmeldung werden Bauteile bezeichnet, die eine Kraft in Transportrichtung auf den Faserverband ausüben können und somit die Geschwindigkeit des Faserverbandes definiert beeinflussen können. Das letzte aktive Transportelement für den verzogenen Faserverband kann unterschiedlich gestaltet sein. Es kann beispielsweise ein Ausgangswalzenpaar des Streckwerks, ein Lieferwerk oder auch eine Luftdüse sein. Die gleiche Geometrie des Verlaufs des verzogenen Faserverbandes in den Bereichen vor zwei Strickstellen bewirkt, dass dort die Reibungsverhältnisse für die Faserverbände im Wesentlichen gleich sind, so dass die Faserverbände, wenn sie mit gleicher Geschwindigkeit am aktiven Transportelement geliefert werden, auch an der Strickstelle im Wesentlichen die gleichen Spannungen aufweisen.
In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes an dem letzten aktiven Transportelement vor der Strickstelle variierbar ist. Durch eine leicht Variation der Geschwindigkeit kann die Spannung des Faserverbandes an der Strickstelle verändert werden. Dies ist bei der Herstellung von Maschenwaren mit Mustern bzw. mit unterschiedlichen Arten von Maschen vorteilhaft. Es kann vorteilhaft sein, die Geschwindigkeit mehrerer Faserverbände an dem letzten aktiven Transportelement gleich groß zu machen, beispielsweise an jeder zweiten oder dritten Strickstelle. Die Geschwindigkeiten der Faserverbände an den dazwischenliegenden Strickstellen können etwas höher oder niedriger sein, so dass sich eine abweichende Spannung an diesen Strickstellen ergibt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann es auch vorteilhaft sein, dass die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes während des Herstellvorganges der Maschenwaren veränderbar ist. Hierdurch ließe sich eine Regelung der Spannung des Faserverbandes an jeder Strickstelle realisieren.
Die Ausgestaltung, bei der das letzte aktive Transportelement das Ausgangswalzenpaar des Streckwerks ist, hat den Vorteil, dass nach dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerks kein zusätzliches aktiven Transportelement mehr erforderlich ist. Damit der Verlauf des verzogenen Faserverbandes vor jeder Strickstelle gleich ist, ist es erforderlich, Einzelstreckwerke zu verwenden. Im Falle einer Rundstrickmaschine als Strickeinrichtung ist es vorteilhaft, die Streckwerke in radialer Orientierung um den Nadelzylinder anzuordnen und die Faserverbände von den Streckwerken radial nach innen zu den Strickstellen verlaufen zu lassen.
Die Verwendung eines zusätzlichen aktiven Transportelementes zwischen dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerks und der Strickstelle, wie beispielsweise ein ein Lieferwalzenpaar enthaltendes Lieferwerk oder eine Luftdüse, hat den Vorteil, dass jeweils mehrere Streckwerke zu einer Streckwerksgruppe zusammengefasst werden können und dadurch der Antrieb und die Anordnung der Streckwerke einfacher wird. Außerdem können die Streckwerke in einem größeren Abstand zur Strickeinrichtung positioniert werden. Die Zugänglichkeit der Vorrichtung und die Platzausnutzung kann dadurch optimiert werden. Der Verlauf des verzogenen Faserverbandes nach dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerks hat jetzt keinen negativen Einfluss mehr auf die Maschenware, da der verzogene Faserverband durch das letzte aktive Transportelement vor der Strickstelle wieder mit einer definierten Geschwindigkeit versehen wird. Umlenkungen und/oder unterschiedliche Abstände zwischen Ausgangswalzenpaar und letztem aktiven Transportelement können keine unterschiedlichen Spannungen der Faserverbände an den Strickstellen mehr erzeugen. Die Abstände zwischen Streckwerk und letztem aktiven Transportelement vor der Strickeinrichtung können jetzt im Prinzip so gewählt werden, wie es für die Ausnutzung der örtlichen Gegebenheiten, an denen die Vorrichtung aufgestellt werden soll, vorteilhaft ist. Der Abstand ist im Grunde nur durch die Festigkeit des verzogenen Faserverbandes begrenzt. Bei dem Transport des Faserverbandes über längere Strecken kann es auch vorteilhaft sein, mehrere Dralleinrichtungen hintereinander anzuordnen, damit die Transportfestigkeit des verzogenen Faserverbandes bis zur Strickeinrichtung erhalten bleibt.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele.
Es zeigen:
Figur 1 eine schematisch dargestellte Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit zwei unterschiedlichen Varianten von Streckwerken,
Figur 2 eine Draufsicht in Richtung des Pfeiles Il der Figur 1 auf die erfindungsgemäße Vorrichtung,
Figuren 3 bis 6 unterschiedliche Varianten von aktiven Transportelementen für den verzogenen Faserverband,
Figur 7 eine Ansicht ähnlich Figur 2 auf eine andere Ausgestaltung der Vorrichtung.
In den Figuren 1 und 2 ist sehr schematisch eine Vorrichtung zum Spinnstricken dargestellt, mit der ohne den „Umweg" der klassischen Garnherstellung eine Maschenware erzeugt wird. Die Vorrichtung enthält als wesentlichen Bestandteil eine Strickeinrichtung 1 , die durch eine handelsübliche Flach- oder Rundstrickmaschine gebildet werden kann, wobei in den Figuren lediglich ein Nadelzylinder 2 einer Rundstrickmaschine angedeutet ist. Analog kann hier genau so gut eine Flachstrickmaschine eingesetzt werden. Im Gegensatz zum allgemeinen Strickvorgang wird die Maschenware nicht aus dem Nadelzylinder 1 zugeführten Garnen erzeugt, sondern direkt aus verzogenen Faserverbänden 3, die in Streckwerken 4 und 5 in der Nähe des Nadelzyfinders 2 erzeugt werden. Es sind zwei unterschiedliche Varianten von Streckwerken 4 und 5 gleichzeitig dargestellt, um die bevorzugten Varianten zu verdeutlichen. Die Streckwerke 4 sind als Drei- Zylinder-Streckwerke und die Streckwerke 5 als Vier-Zylinder-Streckwerke ausgeführt. Je nach Höhe der benötigten Verzüge und der Art des verarbeiteten Fasermaterials kann ein Streckwerk 4 oder Streckwerk 5 vorteilhaft sein. In der Praxis wird natürlich an einer Strickeinrichtung 1 nur eine Art von Streckwerken 4 oder 5 eingesetzt, also entweder nur Drei-Zylinder-Streckwerke oder nur Vier-Zylinder-Streckwerke. Ein Drei-Zylinder-Streckwerk 4 ist vorteilhaft, wenn der zu verziehende Faserverband 6 in Form einer Lunte oder Vorgarnes von einer Flyerspule 7 dem Streckwerk 4 zugeführt wird. Ein Vier-Zylinder-Streckwerk 5 ist vorteilhaft, wenn der zu verziehende Faserverband 6 in Form eines Faserbandes aus einer Kanne 8 zugeführt und mit einem sehr hohen Verzug verzogen wird.
Jedes Streckwerk 4, 5 enthält mehrere Walzenpaare, die jeweils aus einer antreibbaren Unterwalze 9 und einer elastisch dagegen angedrückten Oberwalze 10 bestehen. Der zu verziehende Faserverband 6 wird in Transportrichtung A durch die mit zunehmender Umfangsgeschwindigkeit antreibbaren Walzenpaare verzogen bis am Ausgangswalzenpaar 11 des Streckwerks 4 bzw. 5 ein verzogener Faserverband 3 der gewünschten Feinheit vorliegt. Zur Führung des Faserverbandes im Streckwerk 4, 5 können einem oder mehreren Walzenpaaren in
an sich bekannter Weise Führungsriemchen 12 zugeordnet sein. In Figur 2 ist zu erkennen, όi eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten Streckwerken 4 bzw. 5 jeweils zu einer Streckwerksgruppe 13 bzw. 14 zusammengefasst sind. Die beiden Streckwerksgruppen 13 und 14 sind auf gegenüberliegenden Seiten der Strickeinrichtung 1 angeordnet und können jeweils beispielsweise 12, 24 oder auch 48 Verzugsstellen enthalten. Der Einfachheit halber sind in Figur 2 zu jeder Streckwerksgruppe 13, 14 jeweils nur fünf verzogene Faserverbände 3 dargestellt. Die Unterwalzen 9 eines jeden Walzenpaares in einer Streckwerksgruppe 13 oder 14 sind als durchgehende Unterzylinder ausgestaltet und können jeweils durch einen gemeinsamen Antrieb angetrieben werden. Aus Darstellungsgründen sind die Oberwalzen 10 der Streckwerke 4 und 5 in Figur 2 weggelassen.
Der an dem Ausgangswalzenpaar 11 des jeweiligen Streckwerks 4 bzw. 5 erzeugte verzogene Faserverband 3 wird in Transportrichtung A einer Strickstelle 15 am Nadelzylinder 2 der Strickeinrichtung 1 zugeführt. Die Strickeinrichtung 1 weist dabei nicht dargestellte Antriebsmittel auf, die den die Stricknadeln 16 enthaltenden Nadelzylinder 2 in an sich bekannter Weise antreiben und die zugeführten Faserverbände 3 zu einer Maschenware verarbeiten.
Zwischen dem Ausgangswalzenpaar 11 und der Strickstelle 15 ist wenigstens ein aktives Transportelement 17 für den verzogenen Faserverband 3 angeordnet. Das aktive Transportelement 17 kann wie in den Figuren 1 und 2 angedeutet aus einem Lieferwerk 18 bestehen, das beispielsweise aus einem Walzenpaar besteht. Zwischen dem Ausgangswalzenpaar 11 des Streckwerks 4 bzw. 5 und dem aktiven Transportelement 17 sind dabei je nach Abstand ein oder mehrere Dralleinrichtungen 19 angeordnet, die dem im Wesentlichen aus parallelen Fasern bestehenden Faserverband 3 eine für den Transport zur Strickstelle 15 ausreichende Festigkeit verleihen. Es ist dabei vorteilhaft, dem Faserverband 3 einen Falschdrall zu erteilen, der sich in der Strickstelle 15 wieder auflöst, so dass die Fasern im Wesentlichen in paralleler Lage zueinander in die erzeugte Maschenware eingebunden werden. Wenn der Abstand zwischen dem aktiven Transportelement 17 und der Strickstelle 15 kleiner als die mittlere Faserlänge des verzogenen Faserverbandes 3 ist, kann der Faserverband 3 unmittelbar der Strickstelle 15 zugeführt werden. Insbesondere wenn dieser Abstand größer als die mittlere Faserlänge ist, kann es vorteilhaft sein, zwischen dem aktiven Transportelement 17 und der Strickstelle 15 noch eine weitere Dralleinrichtung 20 vorzusehen, die dem verzogenen Faserverband 3 eine für den Transport ausreichende Festigkeit verleiht. Als Dralleinrichtung 19 und 20 sind vorteilhafterweise so genannte Spinnrohre mit jeweils einer pneumatisch wirkenden Dralldüse einsetzbar. Je nach Anforderung kann es günstig sein, die Dralleinrichtungen 19 und 20
so auszugestalten, dass der im verzogenen Faserverband 3 erzeugte Drall gleichsinnig oder gegensinnig gerichtet ist.
Je nach Abstand zwischen Ausgangswalzenpaar 11 und Strickstelle 15 können in nicht dargestellter Ausgestaltung einem verzogenen Faserverband 3 auch mehrere aktive Transportelemente 17 zugeordnet sein.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Geometrie des Verlaufs des verzogenen Faserverbandes 3 in einem Bereich 21 vor jeder Strickstelle 15 gleich ist. Der Bereich 21 erstreckt sich ausgehend von der Strickstelle 15 bis wenigstens zu dem letzten aktiven Transportelement 17 für den verzogenen Faserverband 3. Die auf Grund der unterschiedlichen geometrischen Verhältnisse zwischen dem Ausgangswalzenpaar 11 und dem aktiven Transportelement 17 verursachten Spannungsunterschiede in den einzelnen Faserverbänden 3 können sich durch das aktive Transportelement 17 nicht bis zu der Strickstelle 15 fortpflanzen und somit keine Qualitätsprobleme an der erzeugten Maschenware hervorrufen. Sämtliche verzogenen Faserverbände 3 werden in dem in Transportrichtung A letzten aktiven Transportelement 17, beispielsweise durch das Lieferwerk 18, mit einer definierten Geschwindigkeit versehen und damit zur Strickeinrichtung 1 geliefert. Die Transportelemente 17 sind dabei bevorzugt auf einem konzentrisch zum Nadelzylinder 2 liegenden Kreis angeordnet.
Zum Herstellen einer einfachen Maschenware ist es vorteilhaft, dass die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3 an dem letzten aktiven Transportelement 17 vor allen Strickstellen 15 der Strickeinrichtung 1 gleich ist. Hierdurch ist auch die Spannung des Faserverbandes 3 an jeder Strickstelle 15 gleich groß, da der geometrische Veήauf des Faserverbandes 3 zwischen dem letzten aktiven Transportelement 17 und der Strickeinrichtung 1 gleich ist. Der Abstand zwischen der Strickstelle 15 und dem vorgeordneten aktiven Transportelement 17 sowie die Anzahl und Art der Umlenkungen des Faserverbandes 3 in dem Bereich 21 sind gleich.
Es ist vorteilhaft, dass die Geschwindigkeit, mit der der verzogene Faserverband 3 in der Strickstelle 15 durch die Stricknadeln 16 verarbeitet wird, etwas über der Geschwindigkeit des Faserverbandes 3 am aktiven Transportelement 17 liegt. Die Geschwindigkeit des Faserverbandes 3 an dem aktiven Transportelement 17 sollte wiederum leicht über der Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3 am Ausgangswalzenpaar 11 liegen. Diese leichte Geschwindigkeitszunahme in Transportrichtung A soll den Faserverband 3 nicht weiter verziehen, sondern dient lediglich dazu, dass der verzogene Faserverband 3 leicht unter Spannung gehalten
wird und dadurch besser zwischen dem Ausgangswalzenpaar 11 und der Strickstelle 15 transportierbar ist.
Je nach Art der hergestellten Maschenware, kann es erforderlich sein, die Spannung des Faserverbandes 3 an einigen Strickstellen 15 zu verändern. Bevorzugt lässt sich dies dadurch erreichen, dass die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes an dem letzten aktiven Transportelement 17 vor der Strickstelle 15 variierbar ist. Beispielsweise kann es vorteilhaft sein, jeden zweiten Faserverband 3 am Umfang des Nadelzylinders 2 mit einer etwas höheren Spannung zuzuführen. In einem solchen Fall werden die unterschiedlichen Geschwindigkeiten an den aktiven Transportelementen 17 bzw. an deren Antrieben einmal eingestellt und bleiben dann während des Herstellvorgangs der Maschenware unverändert. In Ausgestaltung kann es jedoch auch vorteilhaft sein, die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3 während des Herstellvorgangs der Maschenware permanent zu verändern und die Spannung des verzogenen Faserverbandes 3 an der Strickstelle 15 zu regeln. Es kann vorteilhaft sein, zwischen dem letzten aktiven Transportelement 17 und der Strickstelle 15 einen Sensor anzuordnen, der den Istwert der Spannung erfasst und als Grundlage für die Regelung der Geschwindigkeit an dem aktiven Transportelement 17 dienen kann.
Mit Hilfe der Figuren 3 bis 6 werden im Folgenden einige Varianten von aktiven Transportelementen 17 beschrieben. In Figur 3 ist ein als Lieferwerk 318 gestaltetes aktives Transportelement 17 dargestellt. Das Lieferwerk 318 besteht aus zwei Walzen 322 und 323, die ein Walzenpaar bilden. Die Walze 322 kann eine angetriebene Stahlwalze sein, an die eine mit einem elastischen Bezug 24 versehene Druckwalze 323 angedrückt ist. Der Antrieb der Walze 322 kann beispielsweise direkt durch einen kleinen Elektromotor erfolgen. Eine Veränderung der Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3 am Lieferwerk 318 ist dann sehr einfach durch eine Veränderung der Drehzahl des Elektromotors an jedem Lieferwerk 318 möglich. Werden beispielsweise die Walzen 322 aller Lieferwerke 318 durch einen im Wesentlichen konzentrisch zum Nadelzylinder 2 verlaufenden Riemen angetrieben, so kann die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3 am Lieferwerk 318 durch die Wahl eines bestimmten Bezuges 24 an der Druckwalze 323 verändert werden. Die Veränderung der Härte des Bezuges 24 der Druckwalze 323 bewirkt bei gleicher Geschwindigkeit der Walze 22 eine leicht geänderte Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3.
Bei der in Figur 4 dargestellten Variante des Lieferwerks 418 sind einer angetriebenen Walze 422 zwei Druckwalzen 423 zugeordnet, die von einem Riemchen 25 umschlungen werden. Diese
Ausgestaltung ist vorteilhaft, da der Durchmesser der Druckwalzen 23 stark verringert werden kann, ohne dass sich die Transporteigenschaften für den verzogenen Faserverband 3 und die Standzeit der Druckwalzen 423 verschlechtern. Durch den kleineren Durchmesser der Druckwalzen 423 kann Bauraum eingespart werden, so dass sich das Lieferwerk 418 wesentlich näher an der Strickstelle 15 als das Lieferwerk 318 anordnen lässt.
In Figur 5 ist ein als Lieferwerk 518 gestaltetes aktives Transportelement 17 dargestellt. Das Lieferwerk 518 besteht aus zwei konischen Walzen 522. Es kann vorteilhaft sein, eine der Walzen 522 als Druckwalze mit einem elastischen Bezug auszuführen. Alternativ können beide Walzen 522 eine ineinandergreifende riffeiförmige Struktur aufweisen, die ähnlich einer Verzahnung ineinander greift und dabei den verzogenen Faserverband 3 transportiert. Bei konstanter Drehzahl der Walzen 522 kann die Geschwindigkeit des gelieferten Faserverbandes 3 verändert werden, indem der verzogene Faserverband 3 in axialer Richtung der Walzen 522 entlang des Doppelpfeiles B verschoben wird. Die Geschwindigkeit des verzogenen Faserverbandes 3 kann durch eine Verschiebung in den Bereich des größeren Durchmessers der Walze 522 erhöht werden.
Figur 6 zeigt eine alternative Ausgestaltung eines aktiven Transportelementes 17 als Luftdüse 26. Die Luftdüse 26 weist einen Transportkanal 28 für den verzogenen Faserverband 3 auf. Es ist wenigstens ein Injektionskanal 27 vorgesehen, der in den Transportkanal 28 mündet und in Transportrichtung A des Faserverbandes geneigt ist. Vorzugsweise sind mehrere Injektionskanäle 27 am Umfang des Transportkanals 28 angeordnet. Die Injektionskanäle 27 sind mit einer nicht dargestellten Druckluftquelle verbunden und können über einer Zuleitung 29 mit Druckluft beaufschlagt werden. Durch die Neigung der InjektionskanäJe 27 kann die Transportwirkung der Luftdüse 26 variiert werden. Außerdem lässt sich die Transportwirkung der Luftdüse durch eine Veränderung des Druckes der durch die Injektionskanäle 27 strömenden Luft erreichen. Ein höherer Druck in der Zuleitung 29 bewirkt eine höhere Ausströmgeschwindigkeit der Luft aus den Injektionskanälen 27, wodurch der verzogene Faserverband 3 mit höherer Geschwindigkeit durch das aktive Transportelement 17 transportiert wird. Es kann vorgesehen sein, dass der Druck in der Zuleitung 29 in Abhängigkeit von der Spannung des verzogenen Faserverbandes 23 zwischen der Luftdüse 26 und der Strickstelle 15 verändert und die Spannung des verzogenen Faserverbandes 3 dadurch geregelt werden kann. In Ausgestaltung können die Injektionskanäle 27 auch so angeordnet werden, dass die Luftdüse 26 dem Faserverband 3 gleichzeitig einen Drall erteilt.
Figur 7 zeigt eine Variante einer Vorrichtung zum Herstellen einer Maschenware, bei der an d< Strickeinrichtung 1 eine Vielzahl von Einzelstreckwerken 30 angeordnet ist. Die Geometrie des Verlaufs des verzogenen Faserverbandes 3 in einem Bereich 21 vor jeder Strickstelle 15 ist wiederum gleich. Im Gegensatz zu der Vorrichtung der Figuren 1 und 2 ist in Figur 7 jedoch das letzte aktive Transportelement 17 für den verzogenen Faserverband 3 das Ausgangswalzenpaar 11 des Streckwerks 30. Am Umfang des Nadefzylinders 2 ist in Figur 7 beispielhaft die Anordnung von sieben Einzelstreckwerken 30 und der Verlauf der entsprechenden verzogenen Faserverbände 3 angedeutet. Je nach Größe des Nadelzylinders 2 ist es vorteilhaft, möglichst viele Einzelstreckwerke 30 am Umfang des Nadelzylinders 2 anzuordnen. Die Einzelstreckwerke 30 können dabei je nach Art des zu verziehenden Faserverbandes 6 als Drei- oder Vier-Zylinder- Streckwerk ausgebildet sein.
Es ist vorteilhaft, dass όie Rotationsachse des Ausgangswalzenpaares 11, das bei der Variante nach Figur 7 das letzte aktive Transportelement 17 für den verzogenen Faserverband 3 bildet, parallel zur Rotationsachse des Nadelzylinders 2 orientiert ist. Die parallele Ausrichtung ermöglicht eine besonders platzsparende Anordnung der Streckwerke 30 am Umfang des Nadelzylinders 2, so dass eine große Anzahl von Streckwerken 30 vorgesehen werden kann. Außerdem kann der Abstand zwischen dem Ausgangswalzenpaar 11 und der Strickstelle 15 möglichst klein gehalten werden. Trotzdem wird es üblicherweise notwendig sein, zwischen dem Ausgangswalzenpaar 11 und der Strickstelle 15 eine Dralleinrichtung 20 anzuordnen, da der Abstand in den meisten Fällen größer als die mittlere Faserlänge im verzogenen Faserverband 3 ist.
