DIETRICH, Swen (Wetzelsgrün 14e, Treuen, 08233, DE)
STICHEL, Holger (Bergstrasse 33, Lengenfeld/OT Pechtelsgrün, 08485, DE)
BRAUNGARDT, Rudolf (Hochsteiger Weg 15, Gilching, 82205, DE)
DIETRICH, Swen (Wetzelsgrün 14e, Treuen, 08233, DE)
STICHEL, Holger (Bergstrasse 33, Lengenfeld/OT Pechtelsgrün, 08485, DE)
Ansprüche:
1. Form zur maschinellen Herstellung von Betonformsteinen mit mehreren Formnestern, welche obere öffnungen zu einer Oberseite der Form und untere öffnungen zu einer Unterseite der Form aufweisen und mit wenigstens einer in vertikaler Richtung durchgehender, den Formnestern benachbarter und seitlich von diesen beabstandeter Aussparungen, welche nach oben durch eine Deckelanordnung abgeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelanordnung einen Kunststoffkörper (GK) ent- hält, welcher durch Verfestigen eines als flüssige Phase in die Aussparung
(FF) eingegossenen Kunststoffs hergestellt ist.
2. Form nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (HK) des Kunststoffkörpers (GK) geringer ist als die Höhe (HA) der Aussparung und der Kunststoffkörper auf den oberen Bereich der Aussparung beschränkt ist.
3. Form nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelanordnung nach oben durch eine in die Aussparung eingepasste Deckel- platte abgeschlossen ist, welche über den Kunststoffkörper (GK) in der
Aussparung gehalten ist.
4. Form nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelplatte (DP, PR) aus Metall besteht.
5. Form nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterseite der Deckelplatte Verankerungselemente (VB, VU) befestigt sind, welche in den Kunststoffkörper (GK) eingebettet sind.
6. Form nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verankerungselemente an die Deckelplatte angeschweißt sind.
7. Form nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Veranke- rungselemente (VB) als Bolzen ausgeführt sind und senkrecht von der Dek- kelplatte abstehen.
8. Form nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den Aussparungen (FF) im Bereich der Deckelanordnungen Haltestrukturen (VS, HS5, HS8, HS9) ausgebildet sind, in welche Gegenstrukturen der Dek- kelanordnungen formschlüssig eingreifen.
9. Form nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestrukturen Erhebungen (VS) und/oder Vertiefungen (HS5) gegen vertikale Seitenwän- de der Aussparungen enthalten.
10. Form nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestrukturen von der Wand der Aussparung in die Aussparung ragende Halteelemente (HS8, HS9) enthalten.
11. Form nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestrukturen durch die Aussparungen zwischen gegenüber liegenden Wänden hindurch reichende Halteelemente (GB) enthalten.
12. Form nach einem der Ansprüche 3 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die an einer randständigen Aussparung die Oberkante (OK) der äußeren Wand (AW) gegen die Oberseite (OS) der Form abgesenkt ist und die Dek- kelplatte (PR) über der Oberkante verläuft und seitlich über die äußere Wand hinausragt.
13. Anordnung zur Herstellung von Betonformsteinen mit einer in einer Formmaschine gehaltenen Form nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei die Form mit ihrer Unterseite auf eine die unteren öffnungen verschließende, rüttelbare Unterlage aufsetzbar ist und die Formnester mittels einer über die
Oberseite der Form bewegbaren Befüllvorrichtung mit Betongemenge be- füllbar sind.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite der Form die Führungsfläche für die Befülleinrichtung bildet.
15. Verfahren zur Herstellung einer Form nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Form in gegenüber der Betriebsposition um 180° gedrehter Lage mit nach unten weisender Oberseite angeordnet wird, dass in dieser umgedrehten Lage die Aussparung an der dabei unten liegenden Oberseite der Form verschlossen wird und dass von der nach oben weisenden Unterseite der Form her Kunststoff in einer flüssigen Phase in die Aussparung eingefüllt wird, wobei die Aussparungen nur zum Teil befüllt wird, und dass der eingefüllte Kunststoff in der Aussparung in der umgedrehten Lage der Form verfestigt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung durch eine Deckelplatte verschlossen wird. |
Anordnung zur Herstellung von Betonformsteinen mittels einer in einer
Formmaschine gehaltenen Form, Form für eine solche Anordnung und
Verfahren zur Herstellung einer solchen Form.
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Herstellung von Betonformsteinen mittels einer in einer Formmaschine gehaltenen Form, eine Form für eine solche Anordnung und ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Form.
Zur rationellen Herstellung von Betonformsteinen, insbesondere Pflasterstei- nen, sind Anordnungen gebräuchlich, bei welchen eine Form mit mehreren
Formnestern in einer Formmaschine gehalten ist. Die Formnester weisen obere öffnungen zu einer Oberseite der Form und untere öffnungen zu einer Unterseite der Form auf. Die Form ist mit der Unterseite auf eine rüttelbare Unterlage aufsetzbar, welche dabei die unteren öffnungen verschließt. Durch die obe- ren öffnungen wird feuchtes Betongemenge in die Formnester eingefüllt, in die oberen öffnungen der Formnester werden Druckplatten eingesenkt, welche auf das Betongemenge drücken und die Rüttelunterlage wird zu Rüttelschwingungen angeregt, welche sich in das Betongemenge übertragen und dieses in kurzer Zeit zu formstabilen Betonformsteinen verdichten. Die Betonformsteine werden durch die unteren öffnungen der Formnester entformt, wobei Unterlage und Form vertikal zueinander verfahrbar sind.
Die Form mit den mehreren Formnestern ist typischerweise durch einen materialhomogenen Stahlblock gebildet, in welchem die Formnester ausgeschnitten sind. Die Formnester sind untereinander durch Zwischenwände getrennt und durch einen gemeinsamen Randbereich der Form allseitig umgeben. Zur Verringerung des Abriebs an den Wänden der Formnester werden diese Wände in der Regel nachträglich oberflächengehärtet, insbesondere bei hoher Temperatur. Um eine gleichmäßige Härtung auch der dem Randbereich zuweisenden
Wände der Formnester zu gewährleisten und zur Vermeidung von Verziehungen der Form beim Härtevorgang ist es gebräuchlich, auch im Randbereich der Form noch zusätzliche Aussparungen zwischen Oberseite und Unterseite zu erzeugen, welche durch Trennwände von den randständigen Formnestern ge- trennt sind. Diese Aussparungen sind aber nicht zur Befüllung mit Betongemenge vorgesehen.
Um ein Eindringen von Betongemenge in die Aussparungen zu verhindern, wird typischerweise auf der Oberseite der Form ein Deckblech befestigt, wel- ches zugleich als Verschleißschutz dienen kann. In anderer Ausführung können auf die Aussparungen einzeln Deckel aufgeschweißt werden. Bei einer aus der WO 02/078920 A2 bekannten Anordnung ist vorgesehen, die Aussparungen im Randbereich mit Polymerbeton zu füllen, wodurch zum einen ein mit der Oberseite der Form bündiger Abschluss der Aussparungen und zum anderen eine Schwingungsdämpfung der Form selbst erreicht wird.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine vorteilhafte Anordnung zur Herstellung von Betonformsteinen mit einer in einer Formmaschine gehaltenen Form mit derartigen zusätzlichen Aussparungen, eine für eine solche Anordnung geeignete Form sowie ein Herstellungsverfahren für eine solche Form anzugeben.
Erfindungsgemäße Lösungen sind in den unabhängigen Ansprüchen beschrieben. Die abhängigen Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung.
Bei der vorliegenden Erfindung kann mit geringem Volumen an Kunststoff und in kurzer und damit wirtschaftlicher Herstellungszeit ein mit der Oberseite der Form bündiger Abschluss der zusätzlichen Aussparungen erreicht werden. Ins-
besondere ist die Form der Aussparungen dabei weitgehend beliebig. Vorteilhafterweise kann unter den in großer Variationsbreite der der verfügbaren Kunststoffe ein Kunststoffmaterial mit für den Anwendungsfall besonders vorteilhaften Eigenschaften, insbesondere hoher Abriebfestigkeit und/oder hoher Stabilität gegen die Rüttelbewegungen der Form ausgewählt werden, die Aussparungen werden häufig auch als Freifelder bezeichnet. Die Aussparungen können auch zwischen benachbarten Formnestern auftreten.
Von besonderem Vorteil ist der Verguss eines Teils des Volumens der Ausspa- rungen mit einem Kunststoffmaterial in flüssiger Phase, wobei die Form gegenüber einer Betriebsstellung um 180° gedreht ist. Als Betriebsstellung der Form sei die Ausrichtung der Form bei der Herstellung der Betonformsteine angesehen, in welcher Oberseite und Unterseite der Form in horizontalen Ebenen liegen und die Oberseite über der Unterseite liegt. Der Verguss kann vorteilhaf- terweise automatisch mit einer computergesteuerten Vorrichtung mit einer Dosiereinrichtung vorgenommen werden.
In der um 180° gedrehten Lage der Form liegen wieder Oberseite und Unterseite in horizontalen Ebenen, wobei aber die Oberseite der Form mit den obe- ren öffnungen der Aussparungen nach unten und die Unterseite mit den unteren öffnungen der Aussparungen nach oben gekehrt ist. In dieser Lage werden die oberen öffnungen der Aussparungen mit der nach unten weisenden Oberseite der Form in einer Ebene liegend verschlossen und Kunststoffmaterial wird in flüssiger Form in die Aussparungen eingebracht. Das Verschließen der obe- ren öffnungen der Aussparungen kann in bevorzugter Ausführung in einfacher Weise dadurch erfolgen, dass die Form mit der Oberseite nach unten weisend auf eine ebene Auflagefläche, welche zumindest unterhalb der Aussparungen verläuft, aufgelegt wird. In der vorteilhaften Ausführung mit einer Deckelplatte wird die Deckelplatte in die Aussparung auf die Auflagefläche aufgelegt.
Das Kunststoffmaterial wird vorzugsweise in einer solchen Menge in die Aussparungen eingebracht, dass die Aussparungen nur zum Teil, insbesondere weniger als zur Hälfte der Höhe der Aussparungen mit dem Kunststoff gefüllt sind. Die Einfüllhöhe ist vorteilhafterweise geringer als der mittlere Wandabstand der Wände der Aussparungen.
Das Kunststoffmaterial ist als aus der flüssigen Phase verfestigend, insbesondere polymerisierend ausgewählt, beispielsweise aus der Familie der Polyuret- hane. Die Form bleibt bis zur Verfestigung des Kunststoffmaterials in der umgedrehten Lage, so dass das Kunststoffmaterial formstabile Kunststoff- Gusskörper in den Aussparungen bildet. Die Polymerisationszeit kann beispielsweise wenige Minuten betragen. Nach Verfestigung des Kunststoffmaterials kann die Form von der Auflagefläche abgehoben werden.
In einer ersten Ausführung bilden die Kunststoff-Gusskörper die mit der Oberseite der Form bündige Oberfläche der Deckelanordnungen, welche die Aussparungen bündig mit der Oberseite der Form abschließen.
In anderer vorteilhafter Ausführungsform sind die mit der Oberseite der Form bündigen Oberflächen der Deckelanordnungen der Oberflächen von Deckelplatten gebildet, welche in die Aussparungen eingepasst und durch die Kunststoff-Gusskörper und vorzugsweise Verankerungselemente in den Aussparungen gehalten sind. Es kann auch vorgesehen sein, dass eine Deckelplatte über mehrere benachbarte Aussparungen hinweg durchgehend ausgeführt ist und hierfür in den die benachbarten Aussparungen trennenden Wänden von der Oberseite der Form her Vertiefungen ausgebildet sind.
In vorteilhafter Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass in am Rand der Form angeordneten Aussparungen die Oberkante der randseitigen Wand abgesenkt ist und die Deckelplatte, vorzugsweise mit einer zusätzlichen Verstärkung, über der Oberkante dieser Wand verlaufend die Wand auch seitlich nach außen überragt.
Die Deckelanordnungen in Gestalt der Kunststoff-Gusskörper sind vorteilhafterweise an Haltestrukturen, wie Vertiefungen und/oder Erhebungen gegen eine oder mehrere der Seitenwände der Aussparungen oder an Haltestruktu- ren, welche mit einer oder mehreren der Seitenwände der Aussparungen verbunden sind und in die Aussparungen ragen, formschlüssig verankert. Die Vertiefungen und/oder Erhebungen und/oder sonstigen Haltestrukturen werden beim Einfüllen der flüssigen Phase des Kunststoffs von diesem ausgefüllt bzw. umschlossen.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Abbildungen noch eingehend veranschaulicht. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine Form in Schrägansicht von oben,
Fig. 2 eine Form in Schrägansicht von unten,
Fig. 3 Haltestrukturen im Detail,
Fig. 4 Die Befüllung einer Aussparung bei umgedrehter Form,
Fig. 5 eine alternative Haltestruktur in Schrägansicht,
Fig. 6 die Haltestruktur nach Fig. 5 in Blickrichtung auf die Wand,
Fig. 7 einen Schnitt durch eine Deckelanordnung an einer Haltestruktur nach Fig. 5,
Fig. 8 eine weitere Ausführung einer Haltestruktur,
Fig. 9 eine weitere Ausführung einer Haltestruktur,
Fig. 10 eine weitere Ausführung einer Haltestruktur,
Fig. 11 eine Deckelplatte mit Verankerungselementen,
Fig. 12 die Herstellung einer Deckelanordnung mit Deckelplatte,
Fig. 13 eine nach Fig. 12 hergestellte Deckelanordnung,
Fig. 14 eine weitere Ausführung eines Verankerungselements,
Fig. 15 eine seitlich nach außen ragende Deckelplatte.
Fig. 1 zeigt in Ansicht von schräg oben eine Form mit einer Mehrzahl von Formnestern FN, welche untereinander durch Zwischenwände ZW getrennt sind. Die Formnester sind von der Oberseite OS zur Unterseite US der Form durchgehend. In den die Formnester seitlich begrenzenden Wänden können noch zusätzliche Strukturen, beispielsweise für Abstandshalteelemente an den fertigen Betonformsteinen, vorgesehen sein. Die von den Formnestern insgesamt beanspruchte Fläche innerhalb der Form wird auch als Steinfeld bezeichnet. In einem im skizzierten Beispiel die Gesamtheit der Formnester umgeben-
den Randbereich RB der Form sind weitere Aussparungen erzeugt, welche durch randständige Formnestwände RW von den Formnestern getrennt und diesen benachbart sind. Die Aussparungen FF werden auch als Freifelder bezeichnet.
Die Form in Fig. 1 ist fiktiv unterteilt in einen Teil FOA, welcher die Situation vor dem Verschließen der oberen öffnungen der Aussparungen FF zeigt, und einen zweiten Teil FOB, welcher die Situation nach dem Verschließen der oberen öffnungen der Aussparungen FF mittels eingegossener Deckelanordnun- gen DA darstellt.
In dem ersten Formteil FOA sind in den von oben einsehbaren Aussparungen FF noch Haltestrukturen HS sichtbar, welche als Erhebungen gegen die Seitenwände der Aussparungen FF oder als Vertiefungen in diese ausgeführt sein können. Die Haltestrukturen können auch andere Formen aufweisen, und insbesondere auch als auf die Wände der Aussparungen aufgeschweißte oder sonst wie mit den Wänden der Aussparungen FF verbundene Halteelemente ausgeführt sein.
Die Form ist ohne Details von im Regelfall zusätzlich vorhandenen Elementen, wie z. B. Flanschleisten zum Einspannen der Form in eine Formmaschine oder in einen Formrahmen dargestellt. Nicht dargestellt sind auch eine rüttelbare Unterlage, wie beispielsweise ein Rütteltisch mit einem Steinbrett, auf weichen die Form mit ihrer Unterseite bei der Herstellung der Betonformteile aufgesetzt ist, sowie eine Auflastvorrichtung, welche mit Druckplatten in die oberen öffnungen der Formnester eintaucht und auf in die Formnester FN eingefülltes Betongemenge drückt. In Fig. 1 ist zusätzlich bezüglich der Form festes ein xyz-Koordinatensystem zur Orientierung mit eingezeichnet. Diese Komponen-
ten einer Anordnung zur Herstellung von Betonformsteinen sind allgemein in verschiedenen Ausführungen bekannt.
Die Fig. 2 zeigt die Form nach Fig. 1 von ihrer Unterseite Die Form ist in Fig. 2 wieder fiktiv in zwei Formteile, nämlich einen Teil FOA mit unbefüllten Aussparungen FF und einen Teil FOB mit in die Aussparungen eingegossenen Dek- kelanordnungen DA aufgeteilt dargestellt.
Die Form kann in einer gegenüber ihrer regulären Betriebslage um 180° ge- drehten Position, wobei die Unterseite US der Form nach oben und die Oberseite OS der Form nach unten weist, vorteilhafterweise auf einer horizontalen Auflagefläche aufliegen, welche zumindest die Aussparungen FF im Randbereich RB der Form mit der Oberseite OS der Form bündig verschließt. Die Auflagefläche kann der Einfachheit halber unter der gesamten Form in deren Lage nach Fig. 2 durchgehend verlaufen.
Aus Fig. 2 ist auch eine weitere gebräuchliche Eigenart solcher Formen ersichtlich, wonach die Unterseite US der Form im Bereich der Formnester gegen die Unterseite der Form im Randbereich RB versetzt ist. In der Betriebsstellung der Form mit auf einer rüttelbaren Unterlage, beispielsweise einem Steinbrett auf einem Rütteltisch mit der Unterseite aufliegender Form liegt diese mit den unteren Kanten der Zwischenwände und randständigen Wände der Formnester auf dem Steinbrett auf und der Randbereich RB ist vertikal gegen das Steinbrett versetzt.
In Fig. 3 ist ein Ausschnitt aus einer Wand WA einer Aussparung mit einem Vorsprung VS als Halteelement skizziert. Das Halteelement ist ähnlich einer Schwalbenschwanzform von der Wandfläche WA der Aussparung in den Aussparungsraum hinein ragend sich erweiternd ausgeführt, wodurch eine beson-
ders gute Verankerung mit einem als Deckelanordnung herzustellenden Kunststoffkörper erreicht werden kann, wie nachfolgend anhand Fig. 4 noch im Detail beschrieben. Die Halteelemente, im Beispielsfall also der Vorsprung VS, sind vorteilhafterweise im oberen Bereich, insbesondere in der oberen Hälfte, vor- zugsweise dem oberen Drittel der Höhe HA der Erstreckung der Aussparung in z-Richtung angeordnet.
Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt aus einem Randbereich der Form in deren um 180° gegen deren reguläre Betriebsposition gedrehter Lage, d. h. mit auf einer Auflagefläche AF aufliegender, nach unten weisender Oberseite OS der Form. Dargestellt ist eine Aussparung FF und ansatzweise ein Formnest FN, welche durch eine randständige Formnestwand RW getrennt sind. In die Aussparung FF im Randbereich der Form ist ein Kunststoff als flüssige Phase PF aus einer Dosiereinrichtung DE bis zu einer Höhe HK eingefüllt. Die Menge einzufüllen- den flüssigen Kunststoffs ist bei bekannter Querschnittsfläche der Aussparung nach gewünschter Höhe HK leicht dosierbar. Die Auflagefläche AF schließt die Aussparung FF an der Oberseite der Form hinreichend dicht ab, um Austreten nennenswerter Mengen des flüssigen Kunststoffs zu vermeiden. Die Einfüllhöhe HK beträgt vorzugsweise weniger als die Gesamthöhe der Aussparung FF in z-Richtung. Die Füllhöhe HK ist vorteilhafterweise geringer als der Wandabstand der gegenüber stehenden Wandflächen der Aussparung FF. Die Füllhöhe HK kann vorteilhafterweise weniger als die Hälfte, vorzugsweise weniger als ein Drittel der Höhe HA der Aussparung FF betragen. Die Füllhöhe HK kann vorteilhafterweise zwischen wenigstens 5 mm, insbesondere wenigstens 10 mm und höchstens 40 mm, insbesondere höchstens 30 mm liegen.
Nach Einfüllen von flüssigem Kunststoff in eine Aussparung FF in der gewünschten Höhe HK wird die Dosiereinrichtung zur nächsten Aussparung weiter verfahren und füllt flüssigen Kunststoff in diese ein und fährt so entlang des
Randbereichs alle Aussparungen durch. Die Befüllung kann über mehrere Dosiereinrichtungen oder Düsen auch für mehrere Aussparungen gleichzeitig erfolgen. Die einzelnen Aussparungen können unterschiedliche Größe besitzen. Wenn deren Querschnittsfläche jeweils bekannt ist, können alle Aussparungen in derselben Höhe HK oder in individuell verschiedener bestimmter Höhe mit flüssigem Kunststoff befüllt werden.
Der flüssige Kunststoff, welcher beispielsweise aus der Gruppe der Polyurethane gewählt sein kann, härtet in kurzer Zeit, insbesondere durch Polymerisa- tion, aus und bildet jeweils einen Kunststoff-Gusskörper GK in jeder Aussparung. Bei der Polymerisation kann sich eine geringfügige Schrumpfung des Kunststoffes ergeben. Durch die schwalbenschwanzförmig gestalteten Vorsprünge VS kann dennoch eine spielfreie Verankerung des verfestigten Kunststoffkörpers in der Aussparung gewährleistet werden.
Die Oberfläche der Auflagefläche AF ist vorteilhafterweise so ausgeführt, dass der aushärtende Kunststoff nicht auf dieser Fläche haftet. Hierfür kann die Auflagefläche AF auch mit einem Trennmittel vorbehandelt sein.
In Fig. 5 ist eine andere Form eines Halteelements als Vertiefung in der Wandfläche WA einer Aussparung HS5 skizziert, wobei auch hierbei wieder eine sich von der Wandfläche WA der Aussparung in die Wand hinein erweiternde Struktur der Vertiefung vorteilhaft für eine Verankerung eines Kunststoffkörpers als Deckelanordnung vorgesehen ist. Die runden Aussparungen in der Wand- flächen bilden die Stellen, an welchen ein Fräser senkrecht zur Wandfläche bewegt wird.
Fig. 6 zeigt eine Draufsicht auf die Wandfläche der Fig. 5, Fig. 7 einen Ausschnitt aus einer entlang VII - VII von Fig. 6 geschnittenen Seitenansicht mit
einer in der in Fig. 5 skizzierten Haltestruktur verankerten gegossenen Deckelanordnung DA7.
In Fig. 8 sind als Haltestrukturen HS8 Bolzen mit Bolzenköpfen skizziert, wel- che in Bohrungen der Wandfläche befestigt, z. B. eingeschraubt, eingepresst, verschweißt sind. In Fig. 9 sind Haltestrukturen als von der Wandfläche in die Aussparungen ragende, mit zwei Enden an der Wandfläche befestigte Bügel skizziert.
Für die Haltestrukturen sind eine Vielzahl von Formen vorstellbar. Wenn die Schrumpfung des die Deckelanordnung DA bildenden Kunststoffkörpers und ein dabei evtl. entstehendes Spiel des in der Aussparung gehaltenen Kunststoffkörpers vernachlässigbar ist oder in Kauf genommen wird, können die Haltestrukturen auch wesentlich einfacher ausfallen.
Die Haltestrukturen an den Wänden der Aussparungen können auch über den Querschnitt der Aussparungen durchgehend ausgeführt sein. Fig. 10 zeigt eine Ausführung, bei welcher in die Außenwand der Aussparung eine Bohrung BA parallel zur Ebene der Oberseite der Form eingebracht und in deren Verlänge- rung eine Sacklochbohrung in die gegenüber liegende Wand RW zwischen Formnest und Aussparung FF erzeugt ist. Ein stangenförmiges Halteelement GB ist durch die äußere Bohrung BA und durch die Aussparung bis in die innere Bohrung Bl durchführbar und festlegbar. Vorzugsweise ist zumindest in der äußeren Bohrung BA ein Gewinde erzeugt, welches mit einem Außengewinde auf dem Halteelement GB, z. B. einem Gewindebolzen oder einer Gewindestange, zur Festlegung des Halteelements zusammenwirkt.
In vorteilhafter Ausführung kann die obere Fläche der Deckelanordnung in Abweichung von den vorangegangenen Ausführungen nicht durch die Kunststof-
foberfläche des Kunststoff-Gusskörpers selbst, sondern durch eine Deckelplatte gebildet sein, welche über einen Kunststoff-Gusskörper in der oberen öffnung der Aussparung gehalten ist. Die Deckelplatte kann insbesondere metallisch sein. Fig. 11 zeigt eine solche vorteilhafte Ausführung einer Deckel- platte DP mit Blick auf deren dem Kunststoff-Gusskörper zugewandten Unterseite. An der Unterseite DU der Deckelplatte sind ein oder mehrere Verankerungselemente befestigt, insbesondere verschweißt, welche im skizzierten Beispiel als Bolzen VB mit der Deckelplatte abgewandtem breiterem Bolzenkopf ausgeführt sind.
Zur Herstellung einer Form mit durch solche Deckelplatten abgeschlossenen Aussparungen wird vorteilhafterweise die Form wieder um 180° gegen die Betriebsposition gedreht mit ihrer Oberseite DO nach unten auf eine Auflagefläche AT aufgelegt, wie in Fig. 12 skizziert. Die Deckelplatten werden mit nach oben weisenden Verankerungselementen VB in die Aussparungen FF auf die Auflagefläche eingelegt (Pfeil I). Danach werden Halteelemente GB der in Fig. 10 skizzierten Art durch die Bohrung BA über den Deckelplatten durch die Aussparung bis zur inneren Bohrung Bl geführt (Pfeil II) und danach wird flüssiges Kunststoffmaterial in die Aussparungen eingefüllt (Pfeil III) und in einem Kunststoff-Gusskörper GB verfestigt.
Fig. 13 zeigt die nach Fig. 12 hergestellte Deckelanordnung in einer Aussparung.
In Fig. 14 ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung eines Halteelements skizziert, welches als abgekanteter Blechkörper mit Flächendurchbrüchen ausgeführt ist. Ein erster Blechschenkel S1 und ein zweiter und ein dritter gegen diesen abgekantete Blechschenkel S2 und S3 bilden eine U-Form. Dem ersten Schenkel abgewandt schließt sich an den zweiten Schenkel S2 ein vierter
Schenkel S4 und an den dritten Schenkel S3 ein fünfter Schenkel S5 an. Der vierte und der fünfte Schenkel liegen vorteilhafterweise in einer Ebene und dienen zur Befestigung an einer Deckelplatte, insbesondere durch Punktschweißen. Der fünfte Schenkel kann für eine vorteilhafte Weiterbildung eine Deckelanordnung länger sein als der vierte Schenkel. Der zweite und der dritte Schenkel verlaufen vorzugsweise schräg gegen die Ebene des vierten und fünften Schenkels geneigt. In den ersten, zweiten und dritten Schenkel sind Flächendurchbrüche DV bzw. DH ausgebildet.
Fig. 15 zeigt in geschnittener Seitenansicht eine vorteilhafte Weiterbildung einer Deckelanordnung unter Verwendung eines Verankerungselements nach Fig. 14. In dieser Ausführung ist die Oberkante OK einer die Formaußenwand bildenden äußeren Wand AW einer randständigen Aussparung FF gegen die Oberseite OS der Form, welche auch die Oberkante der die Aussparung gegen ein Formnest FN abgrenzenden Wand RW bildet, abgesenkt.
Das Verankerungselement VU nach Art der Fig. 14 ist mit seinem vierten Schenkel S4 und seinem fünften Schenkel S5 mit einer Deckelplatte PR verbunden, insbesondere durch mehrfache Punktverschweißung PS.
ähnlich der Ausführung nach Fig. 13 und 14 sind Gewindestangen oder Gewindebolzen GB als Halteelemente durch die Aussparung FF hindurchgeführt, welche durch Durchbrüche DH in zweiten und dritten Schenkel S2, S3 des Verankerungselements verlaufen. Halteelemente und Verankerungselemente sind in der beschriebenen Weise über einen Kunststoff-Gusskörper GK formschlüssig verbunden, so dass sich eine stabile Verbindung der Deckelplatte PR mit der Form ergibt. Die Deckelplatte PR verläuft über der Oberkante der äußeren Wand AW und steht in einem überstand RU über die Außenwand hinaus. Vorteilhafterweise ragt auch der fünfte Schenkel S5 des Verankerungsele-
ments seitlich über die Außenwand hinaus und verstärkt die Deckelplatte PR. Der überstand RU ersetzt auf vorteilhafte Weise einen häufig bei derartigen Formen gefrästen gestuften Randabsatz.
Die vorstehend und die in den Ansprüchen angegebenen sowie die den Abbildungen entnehmbaren Merkmale sind sowohl einzeln als auch in verschiedener Kombination vorteilhaft realisierbar. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern im Rahmen fachmännischen Könnens in mancherlei Weise abwandelbar.
