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Title:
ARC FURNACE IN PARTICULAR D.C. ARC FURNACE, AND PROCESS FOR PREVENTING OVERHEATING OF THE FURNACE WALL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1997/005438
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention concerns an arc furnace, in particular a d.c. arc furnace, comprising a vessel and a cover which lies thereon and has an opening for at least one electrode provided with a movement unit for vertical displacement. According to the invention, the movement unit comprises a movement device (51) for moving the base point of the arc substantially horizontally. The furnace cover (12) has a central opening (13) with a central cover part (14) which is movable independently of the furnace cover. Provided between the furnace cover and the central cover part lying thereon are seals (16). The invention further concerns a process for operating an arc furnace of this type.

Inventors:
HOFMANN WERNER (DE)
Application Number:
PCT/DE1996/001443
Publication Date:
February 13, 1997
Filing Date:
July 26, 1996
Export Citation:
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Assignee:
MANNESMANN AG (DE)
HOFMANN WERNER (DE)
International Classes:
C21C5/52; F27B3/08; F27B3/10; F27B3/28; F27D11/08; (IPC1-7): F27B3/08; C21C5/52; H05B7/00
Foreign References:
DE4342511A11995-06-14
DE1758776B1971-09-08
EP0386586A21990-09-12
DE3421485A11985-12-12
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Claims:
Patentansprüche
1. Lichtbogenofen mit einem Obergefäß (11) und einem aufliegenden Ofendeckel, der eine Durchtrittsöffnung aufweist für mindestens eine Elektrode, die unabhängig vom Ofendeckel abgestützt und mit einer Bewegungseinheit zur vertikalen Verschiebung versehen ist, und mit einer vorgesehenen Dichtungseinheit zur horizontalen und vertikalen Abdichtung der Flächen zwischen der Elektrode und der Durchtrittsöffnung, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungseinheit eine Bewegungsvorrichtung (51) zum im wesentlichen horizontalen Verfahren des Lichtbogenfußpunktes aufweist, daß der Ofendeckel (12) mit einer zentralen Öffnung (13) mit einem unabhängig vom Ofendeckel (12) beweglichen Deckelherz (14) ausgebildet ist und daß zwischen dem Ofendeckel (12) und dem aufliegenden Deckelherz (14) Dichtungen (16) vorgesehen sind.
2. Lichtbogenofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsvorrichtung (51) zum horizontalen Verschieben der Elektrode (31) vorgesehen ist.
3. Lichtbogenofen nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß als Bewegungsvorrichtung (51 ) eine Winkellageverstelleinrichtung zum Schwenken der Elektrode (31) um mindestens eine Schwenkachse (A1, A2) vorgesehen ist.
4. Lichtbogenofen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Winkellageverstelleinrichtung mindestens einen jeweils separat ansteuerbaren Versteilantrieb aufweist.
5. Lichtbogenofen nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß als Bewegungsvorrichtung (51) eine Dreheinrichtung zur Drehung der Elektrode (31) um die Elektrodenachse vorgesehen ist.
6. Lichtbogenofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zentralen Öffnung (13) im Ofendeckel (12) ein Vielfaches des Elektrodendurchmessers ist.
7. Lichtbogenofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die zentrale Öffnung im Ofendeckel einen Durchmesser zwischen 500 mm und 1500 mm aufweist.
8. Lichtbogenofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungseinheit einen Dichtungsrahmen (21) aufweist, der die Elektrode (31) als geschlossener Ring umgreift und daß zwischen dem Dichtungsrahmen (21) und der Elektrode (31) koaxial zu dieser eine Dichthülse (22) vorgesehen ist, deren Außenfläche mechanisch bearbeitet und gegen die Innenflächen des Dichtungsrahmens (21) gleitend anlegbar ist.
9. Lichtbogenofen nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß hülsenförmig um den Ofenraum des Obergefäßes (11) herum Temperatursensoren angeordnet sind.
10. Verfahren zum Betreiben eines Lichtbogenofens nach Anspruch 1 , bei dem die Ofenwandtemperaturen mittels am Obergefäß (11) des Lichtbogenofens angeordnete Temperatursensoren lokal erfaßt und die Elektroden verschoben werden, dadurch gekennzeichnet, daß bei Überschreiten eines vorgegebenen Temperaturwertes in einem lokalen Bereich der Ofenwand der Lichtbogenfußpunkt der Elektrode selbsttätig von diesem Bereich wegbewegt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Lichtbogenfußpunkt von diesem Überhitzungsbereich radial wegbewegt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, daß die dem Überhitzungsbereich zugewandte Seite der Elektrodenspitze zu der dem Überhitzungsbereich abgewandten Seite hin axial gedreht wird.
Description:
LICHTBOGENOFEN INSBESONDERE GLEICHSTROMLICHTBOGENOFEN UND VERFAHREN ZUR VERMEI ¬ DUNG VON ÜBERHITZUNGEN DER OFENWAND

Beschreibung

Die Erfindung betrifft einen Lichtbogenofen und ein Verfahren zur Vermeidung von Überhitzungen der Ofenwand, mit einem Obergefäß und einem aufliegenden

Ofendeckel, der eine Durchtrittsöffnung aufweist für mindestens eine Elektrode, die unabhängig vom Ofendeckel abgestützt und mit einer Bewegungseinheit zur vertikalen Verschiebung versehen ist, und mit einer vorgesehenen Dichtungseinheit zur horizontalen und vertikalen Abdichtung der Flächen zwischen der Elektrode und der Durchtrittsöffnung.

Gleichstromlichtbogenöfen sind so ausgelegt, daß der Lichtbogen axial im Ofenraum verläuft, um die sich im Ofenraum befindenden zu schmelzenden Stoffe, insbesondere Metallschrott, möglichst gleichmäßig zu erhitzen und zu schmelzen. Die Ablenkung des Lichtbogens beispielsweise durch zufällig vorhandene Magnetfelder, durch die im Ofenraum vorhandenen Strömungsverhältnisse und/oder ungleichmäßige Schrottverteilung führt häufig zu einem örtlichen Überhitzen der wassergekühlten Ofenwand, so daß es zu einem übermäßigen vorzeitigen Verschleiß oder sogar zu einem Durchschmelzen der Ofenwand kommen kann.

Man versucht die lokale Überhitzung dadurch zu vermeiden, daß man den Schrott möglichst gleichmäßig verteilt in den Schrottkorb lädt und/oder indem man die Bodenelektrode und die Hochstromzuleitungen im Ofenraum entsprechend günstig anordnet. Stellt sich im Betrieb des Lichtbogenofens heraus, daß die gewählte Anordnung der Bodenelektrode und der Hochstromzuleitungen einschließlich der Schrottverteilung ungünstig sind, z.B. wenn sich in einem Bereich des Ofenraums zufällig mehrere schwere Schrottstücke befinden, kommt es also zu einer lokalen Überhitzung der Ofenwand, so besteht eine Möglichkeit lokale Überhitzungen der Ofenwand zu beseitigen darin, die Elektrode wieder etwas aus dem Ofen herauszuziehen, also den Abstand zwischen dem Schmelzgut und der

Elektrodenspitze zu vergrößern, wodurch der Lichtbogen gleichzeitig stärker auseinandergezogen wird. Nachteilig ist bei dieser Methode, daß sich dadurch der Energieeintrag in die Schmelze und damit die Schmelzleistung des Ofens verringert. Eine zweite bekannte Methode besteht darin, die überhitzten Stellen der Ofenwand intensiver zu kühlen, indem beispielsweise lokal mehr Kühlmittel durch die entsprechenden Kühlleitungen gepumpt wird. Auch bei dieser Methode wird der Energieeintrag in die Schmelze verringert, da ein Teil der eingebrachten Wärmeenergie über das Kühlmittel nach außen abgeführt wird. Bei einer dritten bekannten Methode wird der Lichtbogen mit Hilfe von im Ofenraum erzeugten Magnetfeldern in seiner räumlichen Lage verändert. Diese Methode ist technisch sehr aufwendig und hat außerdem den Nachteil, daß der Ofen nicht mit der maximal installierten Leistung betrieben werden kann, wenn das Magnetfeld durch Änderung des Stroms durch die Magnetspulen verändert werden soll.

Um den Austritt heißer Gase und Stäube aus dem Ofenraum zu verhindern, sind Lichtbogenöfen üblicherweise mit einem Ofendeckel verschließbar ausgeführt und zusätzlich mit einer Dichtungseinrichtung zwischen der Elektrode und der Durchtritts¬ öffnung der Elektrode versehen. Aus der DE-OS 24 55 202 ist ein solcher Lichtbogenofen bekannt, der eine Ofendecke aus Feuerfest-Material mit einem eingemauerten Deckelherz aufweist, in dem mit Übermaß ausgefüllte

Durchtrittsöffnungen für die Elektroden vorgesehen sind. Die Elektroden sind mit einer Dichtungseinrichtung zur horizontalen und vertikalen Abdichtung der Flächen zwischen den Elektroden und den Durchtrittsöffnungen versehen. Dabei ist die Dichtungseinrichtung, welche eine Ringdichtung ist, über und unabhängig von der feuerfesten Ofendecke mit einer Tragkonstruktion abgestützt. Hierzu werden schwenkbare Verbindungsglieder eingesetzt, welche eine geringfügige seitliche Bewegung und Versetzung der Ringdichtung gegenüber der Ofendecke zulassen. Darüber hinaus ist die Ringdichtung zu der Ofendecke mit einem verstellbaren zylindrisch ausgebildeten Teil abdichtbar. Auf der Ofendecke ist eine ringförmige Deckendichtung vorgesehen, die so bemessen ist, daß sie sich gegenüber dem unteren zylindrischen Teil bei enger Anlage teleskopartig um einen Betrag, der deutlich kleiner ist als der Elektrodendurchmesser, verschieben läßt, wobei die Anlage durch ein elastisches Element weiter verbessert wird.

Das Zulassen einer geringfügigen seitlichen Bewegung und einer Versetzung gegenüber der Ringdichtung dient bei diesem Lichtbogenofen im wesentlichen dazu, das Herausziehen und das Einführen der Elektrode durch die Deckenöffnung zu erleichtern, welches jedes Mal vorgenommen werden muß, wenn die Ofendecke (der Deckel) hochgehoben und zur Seite geschwenkt wird, beispielsweise um den Ofen neu zu füllen. Insbesondere ermöglicht es diese Ringdichtung, die Elektrode in vertikaler Richtung ein Stück aus dem Ofen zu ziehen, wenn während des Betriebs ein örtliches Überhitzen der wassergekühlten Ofenwand auftritt.

Nachteilig ist auch bei diesem Lichtbogenofen, daß das Auftreten eines örtlichen

Überhitzens der wassergekühlten Ofenwand und damit der Wärmebelastung an dieser Stelle mit den bekannten Methoden nur um den Preis der Verringerung des Energieeintrags in die Schmelze und damit der Schmelzleistung verhindert werden kann.

Aus der DE-OS 2905752 ist weiterhin eine Elektrodenumschmelzanlage mit Elektrodenhaltekörper und Kokille bekannt, bei welcher mit Hilfe einer besonderen Elektrodenverstelleinrichtung die Winkellage des Elektrodenhaltekörpers verändert werden kann, wobei die Verstelleinrichtung zwei definierte Schwenkachsen aufweist, die rechtwinklig zueinander stehen und denen unabhängig voneinander betätigbare Versteilantriebe zugeordnet sind. Zweck der Verstelleinrichtung ist es, beim Einfahren einer Elektrode Lagekorrekturen der Elektrode innerhalb der Kokille vorzunehmen, so daß die Anordnung von Kokille und Elektrode möglichst konzentrisch ist, damit das Schlackebad an der Kontur der Elektrode möglichst gleiche Abstände aufweist.

Das Schwenken der Elektrodenachse ist bei den nicht zur gleichen Gattung gehörenden Elektrodenumschmelzanlage insofern relativ unkompliziert möglich, als diese keinen aufliegenden ausgemauerten Deckel aufweisen. Desweiteren sind nur relativ kleine Schwenkbewegungen vorgesehen, da die Schwenkeinrichtung insbesondere dazu dient, den Einfluß einer schief angeschweißten Elektrodenstange auf die Konzentrizität der Anordnung zu kompensieren, also trotzdem eine möglichst konzentrische Anordnung der Elektrode innerhalb der Kokille zu erreichen. Eine besonders konzentrische Elektrodenanordnung ist aber bei einem Lichtbogenofen der gattungsgemäßen Art überhaupt nicht dazu geeignet, Überhitzungen der Ofenwand zu vermeiden oder zu beseitigen.

Die Erfindung hat sich das Ziel gesetzt, mit einfachen konstruktiven Mitteln einen Lichtbogenofen der gattungsgemäßen Art und ein Verfahren zur Vermeidung von Überhitzungen der Ofenwand zu schaffen, bei dem ein örtlich starkes Überhitzen der wassergekühlten Ofenwand mit einfachen Mitteln wirksam verhindert wird, so daß es zu keinem durch Überhitzen verursachten übermäßigen vorzeitigen Verschleiß der Ofenwand kommt. Außerdem soll bei dem zu schaffenden Lichtbogenofen der Energieeintrag weitgehend in die Schmelze gehen und die Schmelzleistung durch die Überhitzung der wassergekühlten Ofenwand keine unnötige Reduzierung erfahren.

Die Erfindung erreicht das Ziel durch die kennzeichnenden Merkmale des Vorrichtungsanspruches 1 und des Verfahrensanspruches . Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, daß die Bewegungseinheit eine Bewegungsvorrichtung zum im wesentlichen horizontalen Verfahren des Lichtbogenfußpunktes, der sich im Bereich der Elektrodenspitze ausbildet, aufweist. Weiterhin ist der Ofendeckel mit einer zentralen Öffnung und einem aufliegenden Deckelherz versehen, das im Zusammenwirken mit den zwischen dem Ofendeckel und dem Deckelherz vorgesehenen Dichtungen unabhängig beweglich, d.h. im wesentlichen horizontal verschiebbar ist und den Lichtbogenofen auch während des Verschiebens gas- und staubdicht verschlossen hält. Die Durchtrittsöffnung für die Elektrode kann in dem verschiebbaren Deckelherz bei einer einzigen Elektrode konzentrisch zur Elektrodenhauptachse angeordnet sein. Eine Bewegung des Lichtbogenfußpunktes mit einer horizontalen Bewegungskomponente ist in der Regel mit einer entsprechenden Verschiebung des Deckelherzes relativ zum fest angeordneten Ofendeckel verbunden.

Im einfachsten Fall ist die Bewegungsvorrichtung zum horizontalen Verfahren des Lichtbogenfußpunktes als Verschiebevorrichtung ausgebildet, die ein horizontales Verschieben der gesamten Elektrode ermöglicht.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Bewegungsvorrichtung zum horizontalen Verfahren des Lichtbogenfußpunktes umfaßt eine Winkellageverstelleinrichtung zum Schwenken der Elektrode um mindestens eine Schwenkachse. Eine Schwenk¬ bewegung der Elektrode in beliebigen Richtungen ist bereits durch zwei unabhängige Schwenkachsen möglich. Das Schwenken der Elektrode hat den Vorteil einer

verringerten Relativbewegung des Deckelherzes bezogen auf den horizontalen Bewegungshub der Elektrodenspitze. Außerdem ist eine Schwenkung der im oberen Bereich gefaßten Elektrode sehr einfach umzusetzen.

Zur Realisierung zweier unabhängiger Schwenkachsen weist die

Winkellageverstelleinrichtung mindestens einen jeweils separat ansteuerbaren Versteilantrieb auf.

Um Überhitzungen der Ofenwand aufgrund von unsymmetrischen Lichtbögen bedingt durch einen ungleichmäßigen Verbrauch der Elektrodenspitzen sowie durch sich in der Elektrodenspitze ausbildende Risse mit minimaler Elektrodenbewegung auszuregeln, wird vorgeschlagen, daß die Bewegungsvorrichtung eine Dreheinrichtung zur axialen Drehung der Elektroden um die Elektrodenachse umfaßt.

Da die Elektrodenspitze im Bereich der Öffnung in der Regel um mehrere Elektroden¬ durchmesser horizontal verfahren werden muß, sollte die zentrale Öffnung im Ofendeckel ein Vielfaches des Elektrodendurchmessers betragen. Die Durchtrittsöffnung im Ofendeckel hat zweckmäßigerweise einen Durchmesser zwischen 500 mm und 1500 mm.

Um ein problemloses Bewegen der Elektrode zu gewährleisten, weist die Dichtungseinheit einen Dichtungsrahmen auf, der die Elektrode als geschlossener Ring umgreift, wobei zwischen dem Dichtungsrahmen und der Elektrode koaxial zu dieser eine Dichthülse vorgesehen ist, deren Außenfläche mechanisch bearbeitet und gegen die Innenflächen des Dichtungsrahmens gleitend anlegbar ist, so daß die Elektrode auch bei verkippter Lage leicht und ohne Undichtheiten der Durchtrittsöffnung zu verursachen im Dichtungsrahmen gleiten kann.

Zur Regelung der optimalen Elektrodenlage werden hülsenförmig um den Ofenraum des Obergefäßes herum Temperatursensoren angeordnet, welche die lokale

Temperatur der Ofenwand erfassen. Insbesondere können die Temperatursensoren ringförmig in einer Querschnittsebene des Obergefäßes angeordnet sein. Überschreitet die Temperatur der Ofenwand einen vorgegebenen Wert, wird der Lichtbogenfußpunkt auf der Elektrodenspitze automatisch insbesondere durch Schwenken oder axiale Drehung von dieser Stelle wegbewegt.

Ein Verfahren zum Betreiben eines erfindungsgemäßen Lichtbogenofens sieht vor, daß bei Auftreten von Temperaturüberhöhungen in einem lokalen Bereich der Ofenwand der Lichtbogenfußpunkt der Elektrode von diesem Bereich insbesondere radial wegbewegt wird. Dazu werden die Ofenwandtemperaturen mittels hülsenförmig um das Obergefäß des Lichtbogenofens herum angeordneten Temperatursensoren lokal erfaßt und durch Wegbewegung der Elektroden Überhitzungen der Wand des Obergefäßes gesteuert durch eine dafür vorgesehene Regeleinrichtung verhindert.

Überhitzungen der Ofenwand aufgrund von unsymmetrischen Lichtbögen durch ungleichmäßigen Verbrauch der Elektrodenspitzen sowie sich beim Betrieb ausbildende Risse werden zweckmäßigerweise vermieden, indem die dem Überhitzungsbereich zugewandte Seite der Elektrodenspitze zu der dem Überhitzungsbereich abgewandten Seite hin axial gedreht wird. Die Drehung kann dabei auch kontinuierlich erfolgen, z.B. wenn die Unsymmetrie des Lichtbogens im wesentlichen erhalten bleibt und sich durch die axiale Drehung nur die Lage des Lichtbogens im Ofenraum verändert

Ein Beispiel der Erfindung ist der beiliegenden Zeichnung dargelegt. Dabei zeigt die einzige Figur einen Ausschnitt eines Lichtbogenofens mit Elektrodentrageinrichtung.

Der Lichtbogenofen weist ein Gefäß 11 auf, das oben mit einem Deckel 12 ver¬ schließbar ist, wobei der Deckel 12 wiederum an einer Hebe- und Fahreinheit 60 befestigt sein kann. Über einer Deckelöffnung 13 des Deckels 12 ist ein Deckelherz 14 unter Zwischenlage von Dichtungen, insbesondere von Gleitdichtungen 16 auf dem Deckel 12 aufliegend angeordnet. Durch eine Deckelherzöffnung 15 ragt eine Elektrode 31 in das Gefäß 11 hinein.

Im Bereich der Deckelherzöffnung 15 ist eine Dichtungseinheit angeordnet, welche mit einem Dichtungsrahmen 21 und einer Dichtungshülse 22 versehen ist. Dabei ist der Dichtungsrahmen 21 mit einem parallel zur Deckelöffnung 15 geführten Flansch 23 verbunden, wobei zwischen beiden elastisch verformbares Material 24 vorgesehen ist.

Der Dichtungsrahmen 21 umgreift im Ausführungsbeispiel die Dichthülse 22; der Dichtungsrahmen 21 kann die Elektrode 31 aber auch unmittelbar umgreifen. Der Ein-

satz einer Dichthülse 22 hat den Vorteil, daß hier durch mechanische Bearbeitung der Außenmantelfläche definierte Verhältnisse der Berührungsflächen geschaffen werden. Somit wird ein dichtes und sicheres Gleiten der Elektrodeneinheit insbesondere bei einer Veränderung der Winkellage der Elektrode 31 gewährleistet. Gehalten wird die Elektrodeneinheit einschließlich der Elektrode 31 und der Elektrodenfassung 32 durch eine Elektrodentrageinrichtung, bestehend aus Tragarm 41 und Tragsäule 42, die außerhalb des Lichtbogenofens fest angeordnet ist. Die Halterung und Bewegung der Elektrode 31 erfolgt durch eine am freien Ende des Tragarms 41 angeordnete Bewe¬ gungseinheit, welche insbesondere eine Winkellageverstelleinrichtung 51 aufweist. Die Winkellageverstelleinrichtung 51 , welche die Elektrode oberhalb der Elektrodeneinheit umgreift, ermöglicht es, die Elektrode 31 um die beiden senkrecht aufeinanderstehenden in einer horizontalen Ebene liegenden Schwenkachsen A 1 und A 2 einschließlich der an der Elektrode angeordneten Einheiten , unabhängig voneinander zu schwenken. Bei einer Schwenkung der Elektrode 31 durch die Winkellageverstelleinrichtung 51 erfolgt auch eine horizontale Verschiebung der

Elektrode 31 innerhalb der Deckelöffnung 13. Dabei wird die horizontale Bewegung der Elektrode 31 auf das Deckelherz 14 übertragen, das sich gegenüber dem Deckel 12 auf den Gleitdichtungen 16 aufliegend entsprechend horizontal verschiebt. Die Gleitdichtungen 16 sind vorzugsweise kreisringförmig ausgebildet und verschließen die Deckelöffnung 13 gas- und staubdicht auch während der horizontalen Bewegung des Deckelherzes 14.

Zur Kühlung der Wände des Gefäßes 11 oberhalb der Schmelze (Obergefäß) sind in¬ nerhalb der Wand Kühlrohre 71 einer Kühleinrichtung vorgesehen, die während des Betriebs des Lichtbogenofens von einer Kühlflüssigkeit durchströmt werden. Die Temperaturerfassung erfolgt durch eine Temperaturmeßeinrichtung, die mit in der Wand des Gefäßes ebenfalls vorgesehenen Temperatursensoren 81 verbunden ist, wobei die Temperatursensoren beispielsweise knapp unterhalb der Innenseite der Wand des Gefäßes 11 oberhalb der Schmelze angeordnet sein können. Vorzugsweise sind die Temperatursensoren 81 hülsenförmig um das Obergefäß 11 des Lichtbogen¬ ofens herum vorgesehen. Dadurch wird eine Erfassung der Ofenwandtemperatur des Gefäßes 11 in einem lokalen Bereich um die Temperatursensoren 81 herum ermög¬ licht. Die Temperaturmeßeinrichtung ist mit einer Regeleinrichtung (nicht gezeigt) verbunden, welche mit einer (ebenfalls nicht gezeigt) Steuereinrichtung der Winkellageverstelleinrichtung 51 verbunden ist, und bei Überschreiten eines

vorgegebenen Temperaturwertes in einem lokalen Bereich der Wand des Gefäßes 11 die Spitze der Elektrode 31 durch Schwenken der gesamten Elektrode 31 um eine der Schwenkachsen A 1 , A 2 von dieser Stelle wegbewegt; ein Wegbewegen der Spitze der Elektrode 31 zieht den Fußpunkt des Lichtbogens und damit den Lichtbogen selbst weg von der Überhitzungsstelle der Gefäßwand. Das Schwenken der Elektrode hat den Vorteil, daß das Deckelherz 14 eine deutlich kleinere horizontale Verschiebung als die Elektrodenspitze erfährt.

Selbstverständlich kann die Spitze der Elektrode 31 auch dadurch von der Überhitzungsstelle wegbewegt werden, indem die Elektrode 31 parallel zur Elektrodenachse durch eine entsprechend am Tragarm 41 angebrachte Verschiebeeinrichtung verschoben wird. Zusätzlich zu diesen Ausgestaltungen der Erfindung kann am freien Tragarm 41 eine Dreheinrichtung zur Drehung der Elektrode um die Elektrodenachse vorgesehen sein, da eine solche Drehung der Elektrode zur Vermeidung von Überhitzungsstellen in der Wand des Gefäßes 11 immer dann ausreichend ist, wenn sich der Fußpunkt des Lichtbogens aufgrund von ungleichmäßigem Abtrag der Elektrode oder aufgrund von Rissen in der Elektrodenspitze an einer ungünstigen Stelle z.B. seitlich im unteren Bereich der Elektrode ausbildet. In diesen Fällen ist eine axiale Drehung der Elektrode ausreichend, um den Lichtbogenfußpunkt bei minimaler Elektrodenbewegung von der Überhitzungsstelle wegzubewegen.

BEZUGSZEICHENLISTE:

Obergefäß 11

Deckel 12

Deckelöffnung 13

Deckelherz 14

Deckelherzöffnung 15

Gleitdichtung 16

Dichtungsrahmen 21

Dichtungshülse 22

Flansch 23 elastisches Material 24

Elektrode 31

Elektrodenfassung 32

Tragarm 41

Tragsäule 42

Bewegungsvorrichtung 51

Hebe- und Fahreinheit 60

Kühlrohre 71

Temperatursensoren 81