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Patent Searching and Data


Title:
ARRANGEMENT HAVING MACHINE ELEMENTS AND SEALING ARRANGEMENT THEREFOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/192639
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates first to a sealing arrangement (02) for sealing off a space (03) between a first machine element (04) and a second machine element (06), which are rotatable relative to each other about an axis of rotation. According to the invention, the sealing arrangement (02) comprises a centrifugal disc (09) arranged on the outside in the axial direction having an axial expansion (13), via which it can be fixed on the second machine element (06), and a region (14) extending radially from the axial expansion (13). The sealing arrangement (02) comprises an elastic sealing ring (11) for fixing on the first machine element (04), wherein the sealing ring (11) has a first circumferential sealing lip (18), which comprises a first circumferential sealing edge (19), which is directed radially inward, and a second circumferential sealing edge (21), which is directed axially outward, and which can rest on the centrifugal disc (09). According to the invention, the sealing ring (11) furthermore has a second circumferential sealing lip (22), which is arranged in the radial direction over the first sealing lip (18), wherein the second sealing lip (22) has a third circumferential sealing edge (23), directed radially inward, and a fourth circumferential sealing edge (23), directed axially outward, which can rest on the centrifugal disc (09). The invention furthermore relates to an arrangement having machine elements and the sealing arrangement according to the invention.

Inventors:
SILVA, Thomas Nogueira da (Street Delfino Ferreira de Campos 85, 000 Piedade, 18170000, BR)
OLIVEIRA, Murilo Cesar Ponce (Serafim Mesquita Street 97, -200 Sorocaba, 18086-200, BR)
Application Number:
DE2019/100043
Publication Date:
October 10, 2019
Filing Date:
January 17, 2019
Export Citation:
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Assignee:
SCHAEFFLER TECHNOLOGIES AG & CO. KG (Industriestraße 1-3, Herzogenaurach, 91074, DE)
International Classes:
F16J15/3232; F16C33/78; F16J15/3208; F16J15/3256
Foreign References:
KR20080002256U2008-07-01
EP0785369A11997-07-23
DE8800382U11988-02-25
JPH1113891A1999-01-22
JP2013242033A2013-12-05
DE102011077729A12012-12-20
DE102010019442A12011-11-10
DE102009012076A12010-09-09
DE102008030710A12009-12-31
US6817769B22004-11-16
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Claims:
Patentansprüche

1. Dichtungsanordnung (02) zur Abdichtung eines Raumes (03) zwischen ei- nem ersten Maschinenelement (04) und einem zweiten Maschinenelement (06), wobei das erste Maschinenelement (04) und das zweite Maschinene- lement (06) um eine Rotationsachse relativ zueinander rotierbar sind; und wobei die Dichtungsanordnung (02) folgende Komponenten umfasst:

- eine in axialer Richtung außen liegend angeordnete Schleuderscheibe (09) mit einer axialen Erweiterung (13), über welche sie am zweiten Ma- schinenelement (06) festlegbar ist, und einem sich von der axialen Erwei- terung (13) radial erstreckenden Bereich (14); und

- einen elastischen Dichtungsring (11 ) zur Befestigung am ersten Maschi- nenelement (04), wobei der Dichtungsring (11 ) eine erste umlaufende Dichtlippe (18) aufweist, die eine radial nach innen gerichtete umlaufen- de erste Dichtkante (19) und eine axial nach außen gerichtete umlaufen- de zweite Dichtkante (21 ) umfasst, welche an der Schleuderscheibe (09) anliegbar ist;

dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtungsring (11 ) weiterhin eine zwei- te umlaufende Dichtlippe (22) aufweist, welche in radialer Richtung über der ersten Dichtlippe (18) angeordnet ist, wobei die zweite Dichtlippe (22) eine radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante (23) und eine axi- al nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante (23) umfasst, wel- che an der Schleuderscheibe (09) anliegbar sind.

2. Dichtungsanordnung (02) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtungsring (11 ) weiterhin eine radial nach innen gerichtete umlau- fende Abstreiflippe (28) aufweist, welche in axialer Richtung innen vor der ersten Dichtlippe (18) angeordnet ist.

3. Dichtungsanordnung (02) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dichtlippe (18) eine umlaufende Führungsringaufnahme aufweist, welche in radialer Richtung über der radial nach innen gerichteten um laufenden ersten Dichtkante (19) angeordnet ist, wobei in der Führungs- ringaufnahme der ersten Dichtlippe (18) ein erster Führungsring (26) sitzt, durch welchen die radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante (19) in radialer Richtung nach innen und die axial nach außen gerichtete um laufende zweite Dichtkante (21 ) in axialer Richtung nach außen gepresst ist.

4. Dichtungsanordnung (02) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Dichtlippe (22) eine umlaufende Führungs- ringaufnahme aufweist, welche in radialer Richtung über der radial nach in- nen gerichteten umlaufenden dritten Dichtkante (23) angeordnet ist, wobei in der Führungsringaufnahme der zweiten Dichtlippe (22) ein zweiter Füh- rungsring (27) sitzt, durch welchen die radial nach innen gerichtete umlau- fende dritte Dichtkante (23) in radialer Richtung nach innen und die axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante (24) in axialer Rich- tung nach außen gepresst ist.

5. Dichtungsanordnung (02) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Führungsring (26) oder/und der zweite Führungsring (27) jeweils aus einem elastischen Material bestehen.

6. Dichtungsanordnung (02) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Querschnitt durch den ersten Führungsring (26) in einer die Rotationsachse umfassenden Ebene eine Kreisringform aufweist, oder/und dass ein Querschnitt durch den zweiten Führungsring (27) in einer die Rotationsachse umfassenden Ebene eine Kreisringform aufweist.

7. Dichtungsanordnung (02) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dichtlippe (18) in einem ersten L-profilför- migen umlaufenden Abschnitt (16) der Schleuderscheibe (09) anliegbar ist, und dass die zweite Dichtlippe (22) in einem zweiten L-profilförmigen um laufenden Abschnitt (17) der Schleuderscheibe (09) anliegbar ist.

8. Dichtungsanordnung (02) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite L-profilförmige Abschnitt (17) in radialer Richtung über dem ersten L-profilförmigen Abschnitt (16) angeordnet ist. 9. Anordnung (01 ), umfassend ein erstes Maschinenelement (04) und ein zweites Maschinenelement (06), welche relativ zueinander um eine Rotati- onsachse rotierbar sind, sowie eine Dichtungsanordnung (02) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zur Abdichtung eines Raumes (03) zwischen dem erstem Maschinenelement (04) und dem zweitem Maschinenelement (06).

10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie durch ein Wälzlager (01 ) gebildet ist, wobei das erste Maschinenelement ein Außen- ring (04) des Wälzlagers (01 ) ist, wobei das zweite Maschinenelement ein Innenring (06) des Wälzlagers (01 ) ist, und wobei der abzudichtende Raum ein zur Aufnahme von Wälzkörpern (07) dienender Wälzkörperraum (03) des Wälzlagers (01 ) ist.

Description:
Bezeichnung der Erfindung

Anordnung mit Maschinenelementen und Dichtungsanordnung hierfür

Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft zunächst eine Dichtungsanordnung zur Ab- dichtung eines Raumes zwischen einem ersten Maschinenelement und einem zweiten Maschinenelement. Das erste Maschinenelement und das zweite Ma- schinenelement sind um eine Rotationsachse relativ zueinander rotierbar. Die Dichtungsanordnung umfasst eine Schleuderscheibe und einen elastischen Dichtungsring, wobei der Dichtungsring eine erste umlaufende Dichtlippe auf- weist, die eine radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante und eine axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante umfasst. Die Erfindung betrifft im Weiteren eine Anordnung mit einem ersten Maschinenele- ment und mit einem zweiten Maschinenelement sowie mit der erfindungsgemä- ßen Dichtungsanordnung. Bei der Anordnung handelt es sich bevorzugt um ein abgedichtetes Wälzlager, welches für die Verwendung in einem landwirtschaft- lichen Nutzfahrzeug oder in einer landwirtschaftlichen Maschine ausgebildet ist.

Hintergrund der Erfindung

In der DE 10 2011 077 729 A1 wird eine Wälzlagerdichtung mit einer elastomer- basierten Vordichtung beschrieben. Die Dichtungsanordnung ist insbesondere eine Kassettendichtung mit einem Trägerring mit mindestens einer Dichtlippe und einem Abdeckring. Die Dichtlippe bildet einen ständig schleifenden Dicht- kontakt an dem Abdeckring. Weiterhin weist der an einem radial ausgerichteten Trägerringteil angeordnete elastische Teil einen axialen Überstand auf, der ein radiales Endstück des Abdeckrings zumindest teilweise abdeckt. Der Überstand übernimmt teilweise die Dichtfunktion.

Die DE 10 2010 019 442 A1 zeigt ein Wälzlager mit einer integrierten Abdich- tung, welche eine ringförmige Dichtscheibe mit elastischen Eigenschaften um- fasst, die mit einem ersten Rand in eine Haltenut an einem der Lagerringe ein- gesetzt ist und mit einem zweiten Rand gleitend in eine Dichtnutanordnung am anderen Lagerring eingreift. Um die Dichtscheibe gegen eine Verformung zu si- chern, kann die Dichtscheibe in einem an den ersten Rand sich anschließenden Bereich durch eine Armierung verstärkt und versteift werden, während der ver- bleibende Bereich des Dichtringes weiterhin elastisch ausgebildet ist.

In der DE 10 2009 012 076 A1 ist eine Dichtungsanordnung für ein Wälzlager mit mindestens einem eine Laufbahn zum Abwälzen von Wälzkörpern aufwei- senden Laufbahnring beschrieben. Die Dichtungsanordnung umfasst eine Dich- tungsscheibe, welche den Wälzkörperraum in einer axialen Richtung der Dich- tungsanordnung abdichtet. Im Laufbahnring ist ein Einstichbereich angeordnet, in welchem die Dichtungsscheibe selbsthaltend oder selbstklemmend angeord- net ist. Die Auflagefläche und die Laufbahn überlappen sich zumindest ab- schnittsweise in radialer Richtung der Drehachse des Wälzlagers. Die Dich- tungsscheibe kann als eine berührende Dichtung, welche an einer Gegendich- tungsfläche gegenüberliegend zu dem mindestens einen Laufbahnring anliegt, ausgebildet sein.

In der DE 10 2008 030 710 A1 ist eine Kassettendichtung beschrieben, welche zwischen zwei koaxial angeordneten und relativ zueinander rotierbaren Ele- menten einer Baugruppe angeordnet ist und zur Abdichtung eines Innenraumes der Baugruppe dient. Die Kassettendichtung besteht aus einer in axialer Rich- tung innen liegend angeordneten Dichtscheibe und einer in axialer Richtung außen liegend angeordneten Schleuderscheibe. Die Schleuderscheibe weist einen L-förmigen Querschnitt auf. Die Dichtscheibe und die Schleuderscheibe besitzen axiale Erstreckungen, über welche sie fest mit dem jeweils zugeordne- ten Element der Baugruppe verbunden sind. Die Dichtscheibe weist mindestens eine Dichtlippe auf, welche zur Abdichtung des Innenraumes mit der Schleu- derscheibe in Kontakt steht.

Die US 6,817,769 B2 zeigt eine Kassettendichtung für ein Wälzlager, welches eine Dichtscheibe und eine Schleuderscheibe mit L-förmigem Querschnitt um- fasst. Die Dichtscheibe steht in Verbindung mit dem Außenring. Die Schleuder- scheibe ist am Innenring befestigt und in axialer Richtung vor der Dichtscheibe angeordnet. Die Dichtscheibe weist eine sich in den Wälzkörperraum erstre- ckende radiale Erweiterung auf. Am Ende der radialen Erweiterung der Dicht- scheibe sind drei Dichtlippen aus einem Elastomer angeordnet, von denen eine in axialer Richtung und zwei in radialer Richtung mit der Schleuderscheibe in Kontakt stehen.

Aufgabe der Erfindung

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht ausgehend vom Stand der Technik darin, die Abdichtung zwischen zueinander rotierenden Maschinenele- menten weiter zu verbessern, sodass das Eindringen von Verschmutzungen in einen Raum zwischen den Maschinenelementen in einem höheren Maße ver- hindert wird.

Beschreibung der Erfindung

Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe durch eine Dichtungsanord- nung gemäß dem beigefügten Anspruch 1 sowie durch eine Anordnung gemäß dem beigefügten nebengeordneten Anspruch 9.

Die erfindungsgemäße Dichtungsanordnung dient der Abdichtung eines Rau- mes gegenüber einem Äußeren. Die Dichtungsanordnung verhindert, dass Stof- fe, wie beispielsweise Wasser, Partikel und andere Verschmutzungen von au- ßen in den Raum gelangen. Der Raum wird zwischen einem ersten Maschinen- element und einem zweiten Maschinenelement aufgespannt. Das erste Ma- schinenelement und das zweite Maschinenelement sind relativ zueinander um eine gemeinsame Rotationsachse rotierbar. Nachfolgend angegebene Richtun- gen, insbesondere eine axiale Richtung, eine radiale Richtung und eine tangen- tiale bzw. umlaufende Richtung sind auf die Rotationsachse bezogen. Das erste Maschinenelement ist bevorzugt radial außen liegend angeordnet, während das zweite Maschinenelement bevorzugt radial innen liegend angeordnet ist. Die Dichtungsanordnung umfasst eine in axialer Richtung in Bezug auf den ab- zudichtenden Raum außen liegend angeordnete Schleuderscheibe. Die Schleuderscheibe weist eine axiale Erweiterung auf, über welche sie am zwei- ten Maschinenelement festlegbar bzw. befestigbar ist. Die axiale Erweiterung weist bevorzugt die Grundform eines Hohlzylinders oder eines Zylindermantels auf, welcher koaxial zur Rotationsachse ist. Die Schleuderscheibe weist weiter- hin einen sich von der axialen Erweiterung radial nach außen erstreckenden Bereich auf. Der sich radial erstreckende Bereich erstreckt sich bevorzugt aus- gehend von der axialen Erweiterung radial nach außen. Der radial erstreckende Bereich bildet eine Schleuderfläche, die bevorzugt im Wesentlichen die Grund- form eines Kreisringes hat.

Die Dichtungsanordnung umfasst weiterhin einen elastischen Dichtungsring, welcher bevorzugt in axialer Richtung innenliegend, d. h. unmittelbar vor dem abzudichtenden Raum angeordnet ist. Somit ist der Dichtungsring in axialer Richtung zwischen dem abzudichtenden Raum und der Schleuderscheibe an- geordnet. Der elastische Dichtungsring ist zur bevorzugt dichten Befestigung am ersten Maschinenelement ausgebildet. Der elastische Dichtungsring besteht bevorzugt aus einem Elastomer und weist eine erste umlaufende Dichtlippe auf, die eine radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante und eine axi- al nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante umfasst. Die radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante ist bevorzugt an der axialen Erweiterung der Schleuderscheibe oder am zweiten Maschinenelement anlieg- bar. Die radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante liegt bevor- zugt an der axialen Erweiterung der Schleuderscheibe oder am zweiten Ma- schinenelement an. Die axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dicht- kante ist an der Schleuderscheibe, bevorzugt an den sich radial erstreckenden Bereich der Schleuderscheibe anliegbar. Die axial nach außen gerichtete um laufende zweite Dichtkante liegt bevorzugt an der Schleuderscheibe, bevorzugt an dem sich radial erstreckenden Bereich der Schleuderscheibe an.

Erfindungsgemäß umfasst der elastische Dichtungsring weiterhin eine zweite umlaufende Dichtlippe, die eine radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante und eine axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante aufweist, welche an der Schleuderscheibe anliegbar sind. Die radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante und die axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante liegen bevorzugt an der Schleuderscheibe, be- vorzugt an dem sich radial erstreckenden Bereich der Schleuderscheibe an.

Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung besteht darin, dass sie mindestens vier umlaufende Dichtkanten aufweist, welche in ei- nem sehr hohen Maße verhindern, dass Verschmutzungen in den abzudichten- den Raum gelangen.

Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Dichtungsanord- nung weist der Dichtungsring weiterhin eine radial nach innen gerichtete umlau- fende Abstreiflippe auf, welche in axialer Richtung bevorzugt innen vor der ers- ten Dichtlippe angeordnet ist, sodass sie unmittelbar vor dem abzudichtenden Raum angeordnet ist. Die Abstreiflippe ist bevorzugt am zweiten Maschinene- lement anliegbar und umgibt dieses umfänglich. Ein besonderer Vorteil dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung besteht darin, dass sie mindestens fünf umlaufende Dichtkanten einschließlich der Abstreiflip- pe aufweist, welche in einem noch höheren Maße verhindern, dass Verschmut- zungen in den abzudichtenden Raum gelangen. Die Abstreiflippe ist bevorzugt axial benachbart zu der ersten Dichtlippe und bezogen auf die axiale Richtung innen liegend angeordnet.

Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Dichtungsanord- nung weist die erste Dichtlippe eine umlaufende Führungsringaufnahme auf, welche in radialer Richtung über der radial nach innen gerichteten umlaufenden ersten Dichtkante angeordnet ist. Die Führungsringaufnahme ist bevorzugt in axialer Richtung neben der axial nach außen gerichteten umlaufenden zweiten Dichtkante angeordnet. Die Führungsringaufnahme ist bevorzugt durch eine umlaufende Mulde oder eine umlaufende Nut gebildet. Diese bevorzugten Aus- führungsformen umfassen weiterhin einen ersten Führungsring, welcher in der Führungsringaufnahme der ersten Dichtlippe sitzt. Durch den ersten Führungs- ring ist die radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante in radialer Richtung nach innen und die axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante in axialer Richtung nach außen gepresst.

Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Dichtungsanord- nung weist die zweite Dichtlippe eine umlaufende Führungsringaufnahme auf, welche in radialer Richtung über der radial nach innen gerichteten umlaufenden dritten Dichtkante angeordnet ist. Die Führungsringaufnahme ist bevorzugt in axialer Richtung neben der axial nach außen gerichteten umlaufenden vierten Dichtkante angeordnet. Die Führungsringaufnahme ist bevorzugt durch eine umlaufende Mulde oder eine umlaufende Nut gebildet. Diese bevorzugten Aus- führungsformen umfassen weiterhin einen zweiten Führungsring, welcher in der Führungsringaufnahme der zweiten Dichtlippe sitzt. Durch den zweiten Füh- rungsring ist die radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante in ra- dialer Richtung nach innen und die axial nach außen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante in axialer Richtung nach außen gepresst.

Der erste Führungsring oder/und der der zweite Führungsring bestehen bevor- zugt jeweils aus einem elastischen Material und üben bevorzugt jeweils eine Kraft in radialer Richtung nach innen und eine Kraft in axialer Richtung aus. Der erste Führungsring und der zweite Führungsring bestehen bevorzugt jeweils aus einem Federstahl.

Ein Querschnitt, welcher in einer die Rotationsachse umfassenden Ebene liegt und den ersten Führungsring schneidet, weist bevorzugt eine Kreisringform auf. Ein Querschnitt, welcher in einer die Rotationsachse umfassenden Ebene liegt und den zweiten Führungsring schneidet, weist bevorzugt eine Kreisringform auf.

Die Schleuderscheibe weist bevorzugt einen ersten L-profilförmigen umlaufen- den Abschnitt auf. Ein Querschnitt, welcher in einer die Rotationsachse umfas- senden Ebene liegt und die Schleuderscheibe schneidet, weist entsprechend die erste L-Profilform auf. Die erste Dichtlippe ist in dem ersten L-profilförmigen umlaufenden Abschnitt der Schleuderscheibe anliegbar und liegt bevorzugt dort an. Der erste L-profilförmige umlaufende Abschnitt der Schleuderscheibe ist bevorzugt durch die axiale Erweiterung der Schleuderscheibe und durch einen radial innen angeordneten umlaufenden Teil des sich radial nach außen erstre- ckenden Bereiches der Schleuderscheibe gebildet.

Die Schleuderscheibe weist in ihrem sich radial nach außen erstreckenden Be- reich bevorzugt auch einen zweiten L-profilförmigen umlaufenden Abschnitt auf. Ein Querschnitt, welcher in einer die Rotationsachse umfassenden Ebene liegt und die Schleuderscheibe schneidet, weist entsprechend auch die zweite L- Profilform auf. Die zweite Dichtlippe ist in dem zweiten L-profilförmigen umlau- fenden Abschnitt der Schleuderscheibe anliegbar und liegt bevorzugt dort an. Der zweite L-profilförmige umlaufende Abschnitt ist in radialer Richtung über dem ersten L-profilförmigen umlaufenden Abschnitt angeordnet. Der erste L- profilförmige umlaufende Abschnitt und der zweite L-profilförmige umlaufende Abschnitt weisen jeweils einen liegenden Schenkel ihrer L-Profilform auf, wel- cher parallel zur Rotationsachse angeordnet ist oder geringfügig in einem Win- kel von höchstens 30° zur Rotationsachse geneigt ist. Der erste L-profilförmige umlaufende Abschnitt und der zweite L-profilförmige umlaufende Abschnitt wei- sen jeweils einen stehenden Schenkel ihrer L-Profilform auf, welcher in radialer Richtung angeordnet ist oder geringfügig in einem Winkel von höchstens 30° zur radialen Richtung geneigt ist.

Die radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante der ersten Dicht- lippe ist bevorzugt an den liegenden Schenkel der L-Profilform des ersten L- profilförmigen umlaufenden Abschnittes der Schleuderscheibe anliegbar und liegt bevorzugt dort an. Die axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante der ersten Dichtlippe ist bevorzugt an den stehenden Schenkel der L-Profilform des ersten L-profilförmigen umlaufenden Abschnittes der Schleu- derscheibe anliegbar und liegt bevorzugt dort an.

Die radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante der zweiten Dicht- lippe ist bevorzugt an den liegenden Schenkel der L-Profilform des zweiten L- profilförmigen umlaufenden Abschnittes der Schleuderscheibe anliegbar und liegt bevorzugt dort an. Die axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante der zweiten Dichtlippe ist bevorzugt an den stehenden Schenkel der L-Profilform des zweiten L-profilförmigen umlaufenden Abschnittes der Schleu- derscheibe anliegbar und liegt bevorzugt dort an.

Die Dichtungsanordnung umfasst bevorzugt eine Armierung, auf welche der elastische Dichtungsring aufgebracht ist, sodass die Armierung den elastischen Dichtungsring bewehrt. Die Armierung besteht bevorzugt aus einem Metall. Die Armierung besitzt bevorzugt eine Kreisringform. Die Armierung ist bevorzugt in axialer Richtung innenliegend vor dem Dichtungsring angeordnet. Die Armie- rung ist bevorzugt dazu ausgebildet, in einer radial nach innen gerichteten um laufenden Nut des ersten Maschinenelementes befestigt zu werden; beispiels- weise durch Einpressen. Der elastische Dichtungsring weist an seinem radial äußeren Ende bevorzugt eine umlaufende elastische Klemmwulst auf, die auf der Armierung sitzt. Die elastische Klemmwulst verklemmt den elastischen Dichtungsring mit der Armierung in der radial nach innen gerichteten umlaufen- den Nut des ersten Maschinenelementes.

Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst ein erstes Maschinenelement und ein zweites Maschinenelement, die relativ zueinander um eine Rotationsache rotierbar sind. Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst weiterhin die erfin- dungsgemäße Dichtungsanordnung zur Abdichtung eines Raumes zwischen dem erstem Maschinenelement und dem zweitem Maschinenelement. Der elas- tische Dichtungsring ist am ersten Maschinenelement befestigt. Die Schleuder- scheibe ist am zweiten Maschinenelement befestigt. Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst bevorzugt eine der beschrieben bevorzugten Ausführungs- formen der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung. Im Übrigen weist die er- findungsgemäße Anordnung bevorzugt auch Merkmale auf, die im Zusammen- hang mit der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung beschrieben sind.

Die Schleuderscheibe weist an ihrem radial äußeren Ende bevorzugt eine um laufende Abschlusskante auf. Zwischen der Abschlusskante und dem ersten Maschinenelement ist bevorzugt ein umlaufender Luftspalt ausgebildet, sodass eine berührungslose Dichtung gebildet ist. Der Luftspalt weist bevorzugt nur ei- ne geringe Breite auf, sodass keine größeren Partikel durch den Luftspalt ge- langen können.

Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung sind das erste und das zweite Maschinenelement Lagerringe eines Wälzlagers, sodass die erfindungsgemäße Anordnung ein abgedichtetes Wälz- lager bildet. Das erste Maschinenelement ist bevorzugt ein Außenring des Wälzlagers. Das zweite Maschinenelement ist bevorzugt ein Innenring des Wälzlagers. Der abzudichtende Raum ist bei dieser Ausführungsform zumin- dest teilweise durch einen zur Aufnahme von Wälzkörpern dienenden Innen- raum gebildet. Die Dichtungsanordnung ist bevorzugt an einem axialen Ende des Wälzlagers angeordnet. Die Dichtungsanordnung kann darüber hinaus aber auch in andere Lagertypen eingebaut sein.

Das Wälzlager ist bevorzugt für die Verwendung in einem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug oder in einer landwirtschaftlichen Maschine ausgebildet. Bei der landwirtschaftlichen Maschine handelt es sich bevorzugt um eine Pflanzma- schine oder um eine Sämaschine. Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge bzw. landwirtschaftliche Maschinen werden im Einsatz besonders stark durch Staub, Partikel, Schmutz usw. belastet, sodass das erfindungsgemäße Wälzlager mit der verbesserten Abdichtwirkung der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung besonders vorteilhaft ist.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Weitere Vorteile, Einzelheiten und Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausfüh- rungsform, unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen. Es zeigen:

Figur 1 eine Querschnittsansicht einer bevorzugten Ausführungsform ei- ner erfindungsgemäßen Anordnung mit einer erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung; Figur 2 eine Detailansicht der in Figur 1 gezeigten Anordnung; und Figur 3 eine Detailansicht eines in Figur 1 gezeigten Dichtungsringes.

Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen

Figur 1 zeigt eine Querschnittsansicht einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anordnung 01 mit einer erfindungsgemäßen Dichtungsan- ordnung 02. Bei der Anordnung handelt es sich um ein abgedichtetes Wälzlager 01 mit einem Lagerinnenraum 03, welcher durch die Dichtungsanordnung 02 abgedichtet ist. Das Wälzlager 01 umfasst einen Lageraußenring 04 und einen Lagerinnenring 06, zwischen denen Wälzkörper 07 in Form von Kugeln ange- ordnet sind, welche von einem Käfig 08 geführt sind.

Die Dichtungsanordnung 02 umfasst eine Schleuderscheibe 09, welche fest und dicht auf dem Lagerinnenring 06 sitzt. Die Dichtungsanordnung 02 umfasst weiterhin einen elastischen Dichtungsring 11 , welcher fest und dicht in dem La- geraußenring 04 sitzt. Die Schleuderscheibe 09 und der Dichtungsring 11 sind im Detail in Figur 2 gezeigt.

Figur 2 zeigt eine Detailansicht des in Figur 1 gezeigten abgedichteten Wälzla- gers 01. Die Schleuderscheibe 09 umfasst eine axiale Erweiterung 13, mit wel- cher sie auf dem Lagerinnenring 06 sitzt. Ausgehend von der axialen Erweite- rung 13 erstreckt sich in radialer Richtung ein umfänglich ausgebildeter Bereich 14. Am Übergang von der axialen Erweiterung 13 zu dem sich in radialer Rich- tung erstreckenden Bereich 14 ist ein erster L-profilförmiger Abschnitt 16 der Schleuderscheibe 09 ausgebildet. In radialer Richtung über dem ersten L-profil- förmigen Abschnitt 16 der Schleuderscheibe 09 ist ein zweiter L-profilförmiger Abschnitt 17 in dem sich in radialer Richtung erstreckenden Bereich 14 der Schleuderscheibe 09 ausgebildet.

Der elastische Dichtungsring 11 umfasst eine erste umlaufende Dichtlippe 18, die eine radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante 19 und eine axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante 21 aufweist. Die ra- dial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante 19 und die axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante 21 liegen an der Schleuder- scheibe 09 in deren ersten L-profilförmigen Abschnitt 16 an.

Der elastische Dichtungsring 1 1 umfasst weiterhin eine zweite umlaufende Dichtlippe 22, die eine radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante 23 und eine axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante 24 auf- weist. Die radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante 23 und die axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante 24 liegen an der Schleuderscheibe 09 in deren zweiten L-profilförmigen Abschnitt 17 an.

Die erste umlaufende Dichtlippe 18 wird durch einen ersten Führungsring 26 aus einem Federstahl radial nach innen und in axialer Richtung gepresst. Die zweite umlaufende Dichtlippe 22 wird durch einen zweiten Führungsring 27 aus einem Federstahl radial nach innen und in axialer Richtung gepresst.

Der elastische Dichtungsring 1 1 umfasst weiterhin eine radial nach innen ge- richtete umlaufende Abstreiflippe 28, welche umlaufend am Lagerinnenring 06 anliegt.

Die Dichtungsanordnung 02 umfasst weiterhin eine Armierung 29, auf welche der elastische Dichtungsring 1 1 aufgebracht ist und diesen bewehrt. Die Armie- rung 29 besteht aus einem Metall und besitzt eine Kreisringform. Der elastische Dichtungsring 1 1 weist an seinem radial äußeren Ende eine umlaufende elasti- sche Klemmwulst 31 auf. Die elastische Klemmwulst 31 verklemmt den elasti- schen Dichtungsring 1 1 mit der Armierung 29 in einer radial nach innen gerich- teten umlaufenden Nut 32, die in dem Lageraußenring 04 ausgebildet ist, wodurch der elastische Dichtungsring 1 1 in dem Lageraußenring 04 befestigt ist.

Figur 3 zeigt eine Detailansicht des in Figur 1 und in Figur 2 gezeigten Dich- tungsringes 1 1 . Es sind insbesondere die erste umlaufende Dichtlippe 18 mit der radial nach innen gerichteten umlaufenden ersten Dichtkante 19 und der axial nach außen gerichteten umlaufenden zweiten Dichtkante 21 sowie die zweite umlaufende Dichtlippe 22 mit der radial nach innen gerichteten umlau- fenden dritten Dichtkante 23 und der axial nach außen gerichteten umlaufenden vierten Dichtkante 24 dargestellt.

Bezugszeichenliste Wälzlager

Dichtungsanordnung

Lagerinnenraum

Lageraußenring Lagerinnenring

Wälzkörper

Käfig

Schleuderscheibe Dichtungsring axiale Erweiterung

in radialer Richtung erstreckender Bereich erster L-profilförmiger Abschnitt

zweiter L-profilförmiger Abschnitt

erste umlaufende Dichtlippe

radial nach innen gerichtete umlaufende erste Dichtkante axial nach außen gerichtete umlaufende zweite Dichtkante zweite umlaufende Dichtlippe

radial nach innen gerichtete umlaufende dritte Dichtkante axial nach außen gerichtete umlaufende vierte Dichtkante erster Führungsring

zweiter Führungsring

umlaufende Abstreiflippe

Armierung Klemmwulst

Nut