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Title:
ARRANGEMENT AND METHOD FOR CONTROLLING A CASTING POWDER FEED OF A CONTINUOUS CASTING PLANT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/131442
Kind Code:
A1
Abstract:
The subject of the invention is an arrangement for controlling the casting powder feed of a continuous casting plant, comprising a first measuring device for determining the height of a bath level (12) in a continuous casting mold (14) and generating a corresponding first signal, a second measuring device (16) for determining the temperature of the casting powder (18) on the surface of the bath level (12) in the continuous casting mold (14) and generating a corresponding second signal, and a computer unit (36) for evaluating the first signal from the first measuring device (10) and the second signal from the second measuring device (16), by means of which a casting powder feed device (28) can be controlled. The invention further relates to a corresponding method.

Inventors:
BEYER-STEINHAUER, Holger (Am Freistein 127, Mettmann, 40822, DE)
PLOCIENNIK, Uwe (Noldenkothen 21, Ratingen, 40882, DE)
SCHMITZ, Wolfgang (Am Schulzentrum 2, Kaarst, 41564, DE)
ROSENBAUM, Christof (Parallelstraße 3, Püttlingen, 66346, DE)
THOME, Ralf (Lauternweg 101, Ensdorf, 66806, DE)
OSTHEIMER, Volker (Hochwiesmühlstraße 58, Bexbach, 66450, DE)
Application Number:
EP2011/054409
Publication Date:
October 27, 2011
Filing Date:
March 23, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SMS SIEMAG AG (Eduard-Schloemann-Straße 4, Düsseldorf, 40237, DE)
BEYER-STEINHAUER, Holger (Am Freistein 127, Mettmann, 40822, DE)
PLOCIENNIK, Uwe (Noldenkothen 21, Ratingen, 40882, DE)
SCHMITZ, Wolfgang (Am Schulzentrum 2, Kaarst, 41564, DE)
ROSENBAUM, Christof (Parallelstraße 3, Püttlingen, 66346, DE)
THOME, Ralf (Lauternweg 101, Ensdorf, 66806, DE)
OSTHEIMER, Volker (Hochwiesmühlstraße 58, Bexbach, 66450, DE)
International Classes:
B22D2/00; B22D11/108; B22D11/111; B22D11/16
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Patentanwälte Hemmerich & Kollegen, Hammerstr.2, Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Anordnung zur Steuerung der Gießpulveraufgabe (10) einer Stranggießanlage, umfassend eine erste Messeinrichtung zur Bestimmung der Höhe eines Badspiegels (12) in einer Stranggießkokille (14) und Erzeugung eines entsprechenden ersten Signals, eine zweite Messeinrichtung (16) zur Bestimmung der Temperatur des Gießpulvers (18) auf der Oberfläche des Badspiegels (12) in der Stranggießkokille (14) und Erzeugung eines entsprechenden zweiten Signals, und eine das erste Signal der ersten Messeinrichtung (10) und das zweite Signal der zweiten Messeinrichtung (16) auswertende und eine Gießpul- veraufgabeeinrichtung (28) steuernde Rechnereinheit (36).

Anordnung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Messeinrichtung (16) in Form einer optischen Bildauswertungseinheit ausgebildet ist.

Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die als optische Bildauswertungseinheit ausgebildete zweite Messeinrichtung (16) eine Wärmebildkamera (24) und eine Umlenkvorrichtung (26) zur Um- lenkung der von dem auf der Oberfläche des Badspiegels (12) angeord- neten Gießpulver (18) ausgesendeten Wärmestrahlung in Richtung der Wärmebildkamera (24) aufweist.

Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkvorrichtung (26) an einer der Gießpulveraufgabeeinrichtung (28) gegenüberliegenden Seite eines in die Stranggießkokille (14) eingeführten Tauchrohres (20) oder auf der gleichen Seite wie die Gießpulveraufgabeeinrichtung (28) angeordnet ist.

Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkvorrichtung (26) eine erste Umlenkeinheit (38) und eine zweite Umlenkeinheit (40) aufweist, wobei die erste Umlenkeinheit (38) und die zweite Umlenkeinheit (40) jeweils an sich gegenüberliegenden Seiten des in die Stranggießkokille (14) eingeführten Tauchrohres (20) angeordnet sind.

Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkvorrichtung (26) ein Reflexionssystem aufweist.

Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkvorrichtung (26) Lichtwellenleiter aufweist.

8. Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkvorrichtung (26) in einem Gehäuse (30) angeordnet ist, wobei das Gehäuse (30) eine Luftzuführung (32) aufweist.

9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Messeinrichtung (16) eine Staubschutzeinrichtung aufweist.

10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Staubschutzeinrichtung ein oder mehrere Luftsperrdüsen aufweist.

1 1 . Anordnung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Staubschutzeinrichtung eine verschließbare Öffnung an dem Gehäuse (30) der zweiten Messeinrichtung (16) aufweist.

12. Verfahren zur Steuerung der Gießpulveraufgabe einer Stranggießanlage, bei welchem mittels einer ersten Messeinrichtung die Höhe eines Badspiegels in einer Stranggießkokille bestimmt sowie ein entsprechendes erstes Signal erzeugt wird und bei welchem mittels einer zweiten Messeinrichtung die Temperatur des auf der Oberfläche des Badspiegels in der Stranggießkokille angeordneten Gießpulvers bestimmt sowie ein entsprechendes zweites Signal erzeugt wird, wobei das erste Signal der ersten Messeinrichtung und das zweite Signal der zweiten Messeinrichtung an eine Rechnereinheit gesendet werden, welche die Signale aus- wertet und eine aus den ausgewerteten Signalen generierte Information an eine Gießpulveraufgabeeinnchtung sendet.

Description:
Anordnung und Verfahren zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe einer Stranggießanlage

Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zur Steuerung der Gießpulveraufgabe einer Stranggießanlage.

Für den einwandfreien Betrieb von Stranggießanlagen ist es aus metallurgischen u nd prozesstech n ischen Gründen notwend ig , d ie Oberfläche des Schmelzbads in der Stranggießkokille mit einem Gießpulver, auch Abdeckpulver genannt, zu bedecken . Das aus gemahlenen oxid ischen und karbonatischen Materialien bestehende Gießpulver hat unter anderem die Aufgabe unnötige Wärmestrahlungen zu vermeiden , eine Reoxidation zu verhindern , eine Schmierung zwischen der gekühlten Kokillenwand und der Strangschale zu gewährleisten und oxidische Einschlüsse zu binden.

Dabei ist es wichtig, dass das Gießpulver zeitgerecht und richtig dosiert dem Schmelzbad zugeführt wird . Die Zuführung erfolgt dabei meist über automatisierte Gießpulverzuführeinrichtungen oder Gießpulveraufgabeeinrichtungen, wobei es möglich ist, die Zugabe von Gießpulver in fest eingestellten Zeitintervallen vorzunehmen . Diese Art der Zugabe ist jedoch aufgrund vieler Einflussgrößen, die den Verbrauch an Gießpulver durch Abbrand und Mitnahme verändern können, nur wenig geeignet. Aus der DE 34 00 896 A1 ist eine Anordnung zur Steuerung des Aufbringens von Gießpulver auf d ie Badoberfläche in der Kokille einer Stranggießanlage bekannt, welche eine Sendeeinrichtung zur Aussendung von Licht vorgegebener Intensität, das auf die Badoberfläche gerichtet ist, eine Empfangseinrich- tung zum Empfang des an der Badoberfläche reflektierten Lichtes und zur Umwandlung des empfangenen Lichtes in ein elektrisches Signal und eine durch eine an den Ausgang der Empfangseinrichtung angeschlossene Intensitätsprüfschaltung aufweist, die ein von der Intensität des empfangenen Lichtes abhängiges Signal liefert, das zur Steuerung der Gießpulveraufgabe oder Gießpulve- raufgabeeeinrichtung verwendet wird . Diese Steuerungsanordnung weist jedoch einen aufwendigen und kostenintensiven Aufbau auf. Zudem kann diese Art der Steuerung leicht zu einer Fehlsteuerung der Gießpulveraufgabe führen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung und ein Ver- fahren zur Steuerung einer Gießpulveraufgabeeinrichtung einer Stranggießanlage zur Verfügung zu stellen, welche sich durch eine verbesserte Genauigkeit auszeichnet.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale der An- Sprüche 1 und 1 2. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die erfindungsgemäße Anordnung zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe oder einer Gießpulveraufgabeeeinrichtung an einer Stranggießanlage weist eine ers- te Messeinrichtung zur Bestimmung der Höhe eines Badspiegels in einer Stranggießkokille und Erzeugung eines entsprechenden ersten Signals, eine zweite Messeinrichtung zur Bestimmung der Temperatur des Gießpulvers auf der Oberfläche des Badspiegels in der Stranggießkokille und Erzeugung eines entsprechenden zweiten Signals, und eine das erste Signal und das zweite Signal auswertende Rechnereinheit und eine Gießpulveraufgabeeinrichtung steuernde Rechnereinheit.

Die erste Messeinrichtung zur Messung der Badspiegelhöhe ist vorzugsweise in Form eines Berthold-Messgeräts ausgebildet und an der Stranggießkokille an- geordnet. Die erfindungsgemäße Anordnung zeichnet sich dadurch aus, dass zur Steuerung der Gießpulveraufgabe zwei unterschiedliche, gemessene Signale verwendet werden. Dadurch ist eine besonders exakte Steuerung der Gießpulveraufgabe möglich, wobei Fehlertoleranzen weitgehend vermieden werden können. Zur Steuerung der Gießpulveraufgabe wird dabei sowohl die gemessene Höhe des Badspiegels in der Stranggießkokille als auch die gemessene Temperatur des Gießpulvers auf der Oberfläche des Badspiegels verwendet. Diese beiden gemessenen Signale werden in einer gemeinsamen Rechnereinheit zusammen ausgewertet, wobei aus diesen beiden Signalen die Fördermenge des aufzugebenden Gießpulvers und die Position, an welcher die Gießpulveraufgabe auf der Badoberfläche erfolgen soll, ermittelt wird und an die Gießpulveraufgabeeinrichtung weitergegeben wird. Werden mittels der zweiten Messeinrichtung zu hohe Temperaturen gemessen, beispielsweise wenn das Gießpulver auf der Badspiegeloberfläche geschmolzen ist, wird ein Signal„zu heiß" generiert. Werden zu niedrige Temperaturen gemessen, bei- spielsweise wenn der Gießpulverschicht auf der Badspiegeloberfläche zu dick ist, wird ein Signal„zu kalt" generiert. In der Rechnereinheit werden die zeitliche Gießpulveraufgabe und die Gießpulvermenge entsprechend der verwendeten Stahlsorte und der Gießgeschwindigkeit optimiert und gespeichert. Wird der Stahl zu einem späteren Zeitpunkt wieder gegossen, so kann die Gießpulveraufgabe mit den optimierten Werten starten, wodurch der gesamte Steuerungs- prozess der Gießpulveraufgabe weiter optimiert werden kann. Die Gießpulver- aufgäbe erfolgt dabei vorzugsweise in periodischen Abständen, wobei sie jedoch entsprechend der durch die Rechnereinheit ermittelten Werte anpassbar bzw. entsprechend gesteuert werden kann. Erhält die Gießpulveraufgabeein- richtung das Signal„zu heiß" von der Rechnereinheit wird vorzugsweise sofort Gießpulver der Stranggießkokille zugeführt. Bei dem Signal„zu kalt" wird die Periodendauer verlängert bzw. die zugeführte Menge an Gießpulver reduziert.

Die zweite Messeinrichtung ist vorzugsweise in Form einer optischen Bildauswertungseinheit ausgebildet. Mittels der optischen Bildauswertungseinheit ist eine direkte, berührungslose Ermittlung des Zustands des Gießpulvers auf der Oberfläche des Badspiegels, insbesondere die Temperatur dieses Gießpulvers, während des ganzen Schmelzverfahrens bzw. Gießverfahrens möglich. Die optische Bildauswertungseinheit registriert den Zustand des Gießpulvers auf der Badspiegeloberfläche während des gesamten Zeitverlaufes, so dass jederzeit auf bestimmte Sequenzen zurückgegriffen werden kann und beliebig viele Messpunkte für den Zustand des Gießpulvers generierbar sind. Es ist jederzeit ein Zugriff auf die ermittelten Daten möglich, so dass gegebenenfalls die Auswertemethode entsprechend angepasst bzw. variiert werden kann. Ferner können bewegte Bilder über die Zeit des gesamten Schmelzverfahrens bzw. Gießverfahrens den Vorgang in der Stranggießkokille anschaulich verdeutlichen. Um optimale Messergebnisse mit der optischen Bildauswertungseinheit erhalten zu können, ist die Stranggießkokille in ihrem oberen Bereich vorzugsweise mit Markierungen versehen, welche mit einer Lichtquelle ausgeleuchtet werden können und eindeutig mit der optischen Bildauswertungseinheit, insbesondere mit der Bildererfassung und deren Auswertungseinheit der optischen Bildauswertungseinheit, erfasst werden können.

Die als optische Bildauswertungseinheit ausgebildete zweite Messeinrichtung weist bevorzugt eine Wärmebildkamera und eine Umlenkvorrichtung zur Um- lenkung der von dem auf der Oberfläche des Badspiegels angeordneten Gießpulver ausgesendeten Wärmestrahlung in Richtung der Wärmebildkamera auf. Mittels der Wärmebildkamera, auch Thermografie-Kamera genannt, können Infrarotstrahlungen empfangen werden. Mittels der Wärmebildkamera kann die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung des auf der Oberfläche des Badspiegels angeordneten Gießpulvers sichtbar gemacht werden. Dadurch können Temperaturverteilungen über die gesamte Fläche des auf der Badoberfläche angeordneten Gießpulvers erfasst und dargestellt werden. Die Wärme- bildkamera ist dabei in einem bestimmten Abstand zu dem zu messenden Gießpulver angeordnet, wobei die von dem Gießpulver ausgesendete Wärmestrahlung über eine Umlenkvorrichtung in Richtung der Wärmebildkamera gelenkt wird. Dadurch kann die Wärmebildkamera möglichst geschützt vor dem Einfluss der direkten und gesamten Wärmestrahlung der Stranggießkokille und des darin enthaltenden Schmelzbades angeordnet sein.

Die Umlenkvorrichtung ist bevorzugt an einer der Gießpulveraufgabeeinrichtung gegenüberliegenden Seite eines in die Stranggießkokille eingeführten Tauchrohres oder auf der gleichen Seite wie die Gießpulveraufgabeeinrichtung ange- ordnet. Ist die Umlenkvorrichtung an der der Gießpulveraufgabeeinrichtung gegenüberliegenden Seite des in die Stranggießkokille eingeführten Tauchrohres angeordnet, ist es möglich, die Beeinflussung der Umlenkvorrichtung bei einer Zugabe bzw. Aufgabe von Gießpulver über die Gießpulveraufgabeeinrichtung in die Stranggießkokille möglichst gering halten zu können.

Weiter ist es bevorzugt vorgesehen, dass die Umlenkvorrichtung eine erste Um- lenkungseinheit und eine zweite Umlenkungseinheit aufweist, wobei die erste Umlenkungseinheit und die zweite Umlenkungseinheit jeweils an sich gegenüberliegenden Seiten eines in die Stranggießkokille eingeführten Tauchrohres angeordnet sind. Dadurch ist es möglich, die Temperatur des Gießpulvers auf der Badoberfläche zumindest an zwei Punkten, sowohl links als auch rechts von dem Tauchrohr, beobachten und messen zu können, wodurch die Genauigkeit des Messung der Temperatur des Gießpulvers über die gesamte Fläche entlang der Badoberfläche wesentlich erhöht werden kann . Dadurch kann eine besonders sichere und exakte Bestimmung des Zustandes des Gießpulvers auf der Badoberfläche ermittelt werden.

Die Umlenkvorrichtung weist dabei bevorzugt ein Reflexionssystem auf. Durch das Vorsehen eines Reflexionssystems als Umlenkvorrichtung kann eine besonders einfach aufgebaute und kostengünstige Umlenkvorrichtung vorgesehen werden. Das Reflexionssystem kann dabei beispielsweise aus ein oder mehre- ren Spiegeln ausgebildet sein, welche die Wärmestrahlung von dem Gießpulver auf der Badspiegeloberfläche empfangen und die derart ausgerichtet sind, dass sie die empfangene Wärmestrahlung in Richtung der Wärmebildkamera reflektieren. Zur Erzielung einer hohen Effizienz weist das Reflexionssystem vorzugsweise einen Reflexionsgrad von ca. 100 % auf. Alternativ hierzu ist es ferner vorzugsweise vorgesehen, dass die Umlenkvor- richtung Lichtwellenleiter aufweist. Durch die Verwendung von Lichtwellenleiter ist eine besonders hohe Übertragungsrate an Infrarotstrahlung hin zu der Wär- mebildkamera möglich, wobei Verluste bei der Übertragung der von dem Gießpulver auf der Badspiegeloberfläche ausgesendeten Wärmestrahlung zu der Wärmebildkamera weitgehend verhindert werden können.

Zur Abschirmung der optischen Bildauswertungseinheit gegenüber der Umgebung ist die Umlenkvorrichtung vorzugsweise in einem Gehäuse angeordnet, wobei das Gehäuse eine Luftzuführung aufweist. Durch die Luftzuführung kann eine kontinuierliche Luftströmung innerhalb des Gehäuses sichergestellt werden. Über die Luftzuführung kann Luft in Richtung der Umlenkvorrichtung geleitet werden, wobei die Umlenkvorrichtung durch die in dem Gehäuse zirkulierende Luft gekühlt werden kann. Dadurch kann die Lebensdauer der Umlenkvorrichtung und damit der optischen Bildauswertungseinheit erhöht werden.

Weiter ist es bevorzugt vorgesehen, dass die zweite Messeinrichtung eine Staubschutzeinrichtung aufweist. Bei der Zugabe von Gießpulver in die Stranggießkokille kommt es üblicherweise zu einer starken Staubentwicklung. Mittels der Staubschutzeinrichtung kann verhindert werden, dass in die zweite Mess- einrichtung der Staub eindringen kann, was zu einer Verschmutzung der in der Messeinrichtung vorgesehenen Bauteile, wie der Wärmebildkamera und der Umlenkvorrichtung, führen würde, wodurch die Messergebnisse verfälscht werden könnten. Die Staubschutzeinrichtung kann vorzugsweise ein oder mehrere Luftsperrdüsen aufweisen. Über die Luftsperrdüsen kann Druckluft vorzugsweise quer zu der Richtung, in welche der Staub des zugeführten Gießpulvers aufsteigt, geblasen werden. Dadurch kann verhindert werden, dass der Staub in das Gehäuse der zweiten Messeinrichtung eindringen kann . Um den Druckluft- verbrauch zu reduzieren, kann es derart vorgesehen sein, dass nur während der Gießpulverzugabe in die Stranggießkokille ein erhöhter Luftstrom in Form von Druckluft über die Luftsperrdüsen ausgeblasen wird.

Weiter ist es bevorzugt vorgesehen, dass die Staubschutzeinrichtung eine ver- schließbare Öffnung an dem Gehäuse der zweiten Messeinrichtung aufweist. Die Umlenkvorrichtung ist dabei vorzugsweise im Bereich der verschließbaren Öffnung vorgesehen, wobei während der Messung der Temperatur des Gießpulvers auf der Badspiegeloberfläche, wenn keine Gießpulverzugabe erfolgt, die Öffnung geöffnet ist, damit die Wärmestrahlung von der Umlenkvorrichtung aufgenommen und weitergeleitet werden kann. Kurz vor dem Beginn der Gießpulverzugabe kann die Öffnung beispielsweise mit einer Klappe verschlossen werden, so dass während der Gießpulverzugabe das Gehäuse verschlossen ist und kein Staub in das Gehäuse eindringen kann. Sobald die Gießpulverzugabe beendet ist, kann die Öffnung wieder geöffnet werden, damit die Messung fort- geführt werden kann.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe an einer Stranggießanlage, bei welchem mittels einer ersten Messeinrichtung die Höhe eines Badspiegels in einer Stranggießkokille bestimmt sowie ein entsprechendes erstes Signal erzeugt wird und bei welchem mittels einer zweiten Messeinrichtung die Temperatur des auf der Oberfläche des Badspiegels in der Stranggießkokille angeordneten Gießpulvers bestimmt wird und ein entsprechendes zweites Signal erzeugt wird, wobei das erste Signal der ersten Messeinrichtung und das zweite Signal der zweiten Messeinrichtung an eine Rechnereinheit gesendet werden, welche die Signale auswertet und eine aus den ausgewerteten Signalen generierte Information an eine Gießpulveraufga- beein-richtung sendet.

Bezüglich der Vorteile des Verfahrens wird auf die zu der Anordnung genannten Vorteile verwiesen.

Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsformen näher erläutert.

Es zeigen:

eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe einer Stranggießanlage gemäß einer ersten Ausführungsform; Fig. 1 b eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Anordnung zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe einer Stranggießanlage gemäß einer zweiten Ausführungsform;

eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße zweite Messeinrichtung der erfindungsgemäßen Anordnung zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe einer Stranggießanlage;

ein Blockdiagramm einer Regelung des Zeitintervalls der Gießpulver aufgäbe der Gießpulveraufgabeeinrichtung; und

ein Blockdiagramm einer Regelung der Menge der Gießpulveraufga be der Gießpulveraufgabeeinrichtung.

Fig . 1 a und Fig. 1 b zeigen schematisch zwei verschiedene Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Anordnung zur Steuerung einer Gießpulveraufgabe 1 0 einer Stranggießanlage mit einer ersten Messeinrichtung, hier nicht dargestellt, zur Bestimmung der Höhe eines Badspiegels 12 in einer Stranggießkokille 14 und einer zweiten Messeinrichtung 1 6 zur Bestimmung der Temperatur des Gießpulvers 18 auf der Oberfläche des Badspiegels 12 in der Stranggießkokille 14. Mittels der über die erste Messeinrichtung und die zweite Messeinrichtung 16 gemessenen Daten wird eine Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 gezielt gesteuert und h insichtlich der damit bewirkten Gießpulveraufgabe bzw. Gießpulverzugabe 1 0 auf die Oberfläche des Badspiegels 12 des Schmelzba- des 22 angesteuert.

Die erste Messeinrichtung zur Bestimmung der Höhe des Badspiegels 1 2 ist vorzugsweise innerhalb oder an der Stranggießkokille 14 angeordnet, wobei die erste Messeinrichtung beispielsweise in Form einer Berthold-Messeinrichtung ausgebildet ist.

Die zweite Messeinrichtung 16 ist in Form einer optischen Bildauswertungseinheit ausgebildet, welche eine Wärmebildkamera 24 und eine Umlenkvorrichtung 26 in Form eines aus einem Spiegelsystem gebildeten Reflexionssystems um- fasst. Mittels der Umlenkvorrichtung 26 kann die von dem auf der Oberfläche des Badspiegels 12 angeordneten Gießpulver 18 ausgesendete Wärmestrahlung an die Wärmebildkamera 24 weitergeleitet werden, wobei die Wärmebildkamera 24 die Wärmestrahlung für das menschliche Auge sichtbar macht, in- dem Temperaturverteilungen über die gesamte Fläche des auf der Badoberfläche 12 angeordneten Gießpulvers 18 erfasst und dargestellt werden können.

Die Umlenkvorrichtung 26 kann, wie in Fig . 1 a erkennbar ist, in einem Bereich oberhalb der Stranggießkokille 14 angeordnet sein, welche von dem Bereich, wo die Gießpulveraufgabe 1 0 erfolgt am weitesten entfernt ist, so dass die Umlenkvorrichtung 26 von der Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 aus gesehen hinter einem in die Stranggießkokille 14 eingeführten Tauchrohr 20 angeordnet ist. Demzufolge ist die Umlenkvorrichtung 26 vorzugsweise an einer der Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 gegenüberliegenden Seite der Stranggießkokille 14 angeordnet. Je nach Einbauverhältnissen kann es aber auch sinnvoll sein, wie in Fig . 1 b gezeigt, d ie Umlen kvorrichtung 26 vor dem Tauchrohr 20, auf der gleichen Seite wie die Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 vorgesehen ist, anzuordnen. Die Umlenkvorrichtung 26 ist dabei oberhalb der Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 vorgesehen.

Die Umlenkvorrichtung 26 ist in einem Gehäuse 30 angeordnet, welches unmittelbar an die Wärmebildkamera 24 angrenzt. Das Gehäuse 30 weist eine Luftzuführung 32 auf, über welche Luft in das Gehäuse 30 eingelassen werden kann, so dass in dem Gehäuse 30 eine Luftzirkulation gegeben ist, welche eine Kühlung der Umlenkvorrichtung 26 bewirken kann.

Um die Wärmebildkamera 24 und die Umlenkvorrichtung 26 vor dem Eindringen von Staub, insbesondere bei der Zugabe von Gießpulver 18 in die Stranggießkokille 14, zu schützen, weist die zweite Messeinrichtung 16 eine hier nicht gezeigte Staubschutzeinrichtung auf, welche beispielsweise als ein oder mehre- re Luftsperrdüsen oder eine an dem Gehäuse 30 vorgesehene verschließbare Öffnung ausgebildet sein kann.

Die Befestigung der zweiten Messeinrichtung 16 oberhalb der Stranggießkokille 14 erfolgt über eine Halterung 34.

Zur Steuerung der Gießpulveraufgabe 1 0 wird von der ersten Messeinrichtung ein erstes, die Höhe des Badspiegels 1 2 angebendes Signal erzeugt und an eine Rechnereinheit 36 gesendet. Von der zweiten Messeinrichtung 12 wird ein zweites, die Temperatur des Gießpulvers 18 auf der Oberfläche des Badspie- gels 12 angebendes Signal erzeugt und ebenfalls an die Rechnereinheit 36 gesendet. Die Rechnereinheit 36 wertet das erste Signal und das zweite Signal aus und generiert aus diesen beiden Signalen eine Information oder mehrere Informationen über die erforderliche Fördermenge des über die Gießpulverauf- gabeeinrichtung 28 in die Stranggießkokille 14 aufzugebenden Gießpulvers 1 8 und die Position, an welcher die Gießpulveraufgabe 29 auf die Oberfläche des Badspiegels 1 2 erfolgen soll, welche an die Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 weitergegeben wird/werden . Wird ermittelt, dass die Temperatur des Gießpulvers 1 8 auf der Oberfläche des Badspiegels 1 2 zu hoch ist, beispielsweise wenn das Gießpulver 18 auf der Badoberfläche 12 geschmolzen ist, erfolgt ein Signal„zu heiß", woraufhin die Fördermenge der Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 erhöht wird. Werden zu niedrige Temperaturen gemessen, beispielsweise wenn das Gießpulver 18 auf der Oberfläche des Badspiegels 12 zu dick ist, erfolgt ein Signal„zu kalt", woraufhin die Fördermenge der Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 reduziert wird. In der Rechnereinheit 36 werden die zeitliche Gieß- pulveraufgabe und die Gießpulvermenge entsprechend der verwendeten Stahlsorte und der Gießgeschwindigkeit optimiert und gespeichert. Wird der Stahl zu einem späteren Zeitpunkt wieder gegossen, so kann die Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 mit den optimierten Werten starten, wodurch der gesamte Steue- rungsprozess der Gießpulveraufgabe 1 0 weiter optimiert werden kann . Die Gießpulveraufgabe 1 0 erfolgt dabei vorzugsweise in periodischen Abständen, wobei sie jedoch entsprechend der durch die Rechnereinheit 36 ermittelten Werte anpassbar bzw. entsprechend gesteuert werden kann. Dadurch, dass bei der erfindungsgemäßen Anordnung die gemessenen Daten bezüglich der Höhe des Badspiegels 12 und bezüglich der Temperatur des Gießpulvers 1 8 auf der Oberfläche des Badspiegels 12 von der Rechnereinheit 36 in Beziehung zueinander gesetzt werden und aus diesen beiden Daten Anweisungen an die Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 generiert werden, kann die Steuerung der Gieß- pulveraufgabe 10 gegenüber bisher bekannten Steuerungen wesentlich optimiert werden.

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße zweite Messeinrichtung 16 mit der Wärmebildkamera 24 und der in dem Gehäuse 30 angeordneten Umlenkvorrichtung 26, wobei hierbei erkennbar ist, dass die Umlenkvorrichtung 26 eine erste Umlenkeinheit 38 und eine zweite Umlenkeinheit 40 aufweist, wobei die erste Umlenkeinheit 38 und die zweite Umlenkeinheit 40 jeweils an sich gegenüberliegenden Seiten des in die Stranggießkokille 14 eingeführten Tauchrohres 20 angeordnet sind. Die Umlenkeinheiten 38, 40 der Umlenkvorrichtung 26 können dabei hinter dem Tauchrohr 20, wie in Fig. 1 a gezeigt, oder vor dem Tauchrohr 20, wie in Fig. 1 b gezeigt, angeordnet sein.

Fig. 3 und Fig. 4 zeigen zwei mögliche Varianten einer Steuerung der Gießpulveraufgabe 10 der Gießpulveraufgabeeinrichtung 28 mittels jeweils eines Ab- laufschemas in Form eines Blockdiagrammes. Die Steuerung der Gießpulveraufgabe 10 kann durch Variation des Zeitintervalls ΔΖ zwischen den Aufgabezyklen bei konstanter Gießpulvermenge m erfolgen, wie in Fig. 3 schematisch dargestellt, oder durch Variation der Menge m des aufgegebenen Gießpulvers bei konstanten Aufgabezyklen, wie in Fig. 4 schematisch dargestellt.

Die Gießpulveraufgabe 10 erfolgt vorzugsweise nur, wenn sich die Höhe H des Badspiegels zwischen den Positionen der maximal zulässigen Badspiegelhöhe H m ax und der minimal zulässigen Badspiegelhöhe H min befindet. Ist dies gegeben, wird, wie in Fig. 3 gezeigt, in einem nächsten Schritt die Temperatur T des Badspiegels bestimmt.

Ist diese Temperatur T des Badspiegels größer als die maximal zulässige Temperatur T max des Badspiegels, erfolgt ein Signal, dass eine Gießpulveraufgabe erfolgen soll, wobei das Zeitinterintervall ΔΖ für die periodische Gießpulveraufgabe durch eine Änderung ΔΔΖ des Zeitintervalls ΔΖ verringert wird. Sobald das Zeitintervall ΔΖ zu klein ist, d. h. kleiner als das minimal zulässige Zeitintervall ΔΖ,ηίη ist, erfolgt eine Meldung.

Anschließend wird wiederum eine Bestimmung der Temperatur T des Badspiegels durchgeführt.

Ist die Temperatur T des Badspiegels kleiner als die minimal zulässige Temperatur T min des Badspiegels, erfolgt eine Erhöhung des Zeitintervalls ΔΖ für die periodische Gießpulveraufgabe um ΔΔΖ. Übersteigt das Zeitintervall ΔΖ das maximal zulässige Zeitintervall AZ max erfolgt wiederum eine Meldung.

Anschließend erfolgt eine Überprüfung, ob das Zeitintervall ΔΖ größer oder gleich der Zeit Z minus der alten Zeit Z a it ist. Falls ja, erfolgt wieder eine Gieß- pulveraufgabe, falls nein, wird wieder zunächst die Höhe des Badspiegels H geprüft. Bei der Regelung der Gießpulvermenge, wie in Fig . 4 gezeigt, wird ebenfalls zunächst die Höhe H des Badspiegels bestimmt. Liegt die Höhe H des Badspiegels zwischen der maximal zulässigen Badspiegelhöhe H max und der minimal zulässigen Badspiegelhöhe H min , wird in einem nächsten Schritt die Temperatur T des Badspiegels bestimmt. Ist diese Temperatur T des Badspiegels größer als die maximal zulässige Temperatur T max des Badspiegels, erfolgt ein Signal, dass eine Gießpulveraufgabe erfolgen soll, wobei die Gießpulvermenge m durch eine Änderung Am der Gießpulvermenge m erhöht wird . Sobald die Gießpulvermenge m größer ist als die maximal zulässige Gießpulvermenge mjnax erfolgt eine Meldung.

Anschließend erfolgt wiederum eine Bestimmung der Temperatur T des Badspiegels.

Ist die Temperatur T des Badspiegels kleiner als die minimal zulässige Tempe- ratur T min des Badspiegels, erfolgt eine Verringerung der Gießpulvermenge m. Unterschreitet die Gießpulvermenge die minimal zulässige Gießpulvermenge nnjnin erfolgt wiederum eine Meldung.

Anschl ießend erfolgt eine Überprüfung, ob das Zeitintervall ΔΖ größer oder gleich der Zeit Z minus der alten Zeit Z a ii ist. Falls ja, erfolgt wieder eine Gießpulveraufgabe, falls nein, wird wieder zunächst die Höhe des Badspiegels H geprüft.

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