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Title:
ARTICLE OF CLOTHING AND ASSEMBLY FOR STIMULATING BODY REGIONS AND FOR DETECTING DATA, AND METHOD FOR CONTROLLING THE ASSEMBLY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/145891
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an article of clothing (3, 31, 32), to an assembly for stimulating body regions (21), and to a method for controlling the assembly. The article of clothing (3, 31, 32) comprises a knitted reversibly extendable textile material (100) which is made at least of a non-conductive yarn (106). An elastically extendable electrode pair (5) consisting of an anode (52) and a cathode (51) is provided on the inner face (102) of the article of clothing (3, 31, 32), and two connection pads (7A, 7K) and electric lines (23, 24) connected to the connection pads are provided. At least one local control unit (10) is positioned in a receiving pocket (11) of the article of clothing (3, 31, 32) such that an electric contact is produced between the connection pads (7A, 7K) and the control unit (10). An operating unit (70) is communicatively connected to one of the local control devices (10) in a wireless manner in order to set training programs, etc. One of the local control devices (10) then becomes a central control device (50).

Inventors:
BINTING, Malte (Liebhartstraße 42, Regensburg, 93053, DE)
Application Number:
IB2019/050598
Publication Date:
August 01, 2019
Filing Date:
January 24, 2019
Export Citation:
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Assignee:
MODUU GMBH (Liebhartstraße 42, Regensburg, 93053, DE)
International Classes:
A61N1/04; A41D13/12; A61B5/00; A61N1/36; B23K26/70; D03D1/00; D03D11/02; A61B5/024; A61B5/0492; A61H23/02; D03D15/08
Domestic Patent References:
WO2016131936A22016-08-25
WO2014000736A22014-01-03
WO2009138961A12009-11-19
WO2014123812A22014-08-14
WO2014135636A12014-09-12
WO2016131935A12016-08-25
Foreign References:
DE102015113420A12017-02-16
US20040009731A12004-01-15
DE102015002565A12016-09-01
DE102013106864A12014-09-25
DE102008003158A12009-07-09
DE102007046886A12009-04-09
DE202011109226U12012-08-01
DE202014103548U12014-08-12
US20080097530A12008-04-24
KR20100024265A2010-03-05
DE102009013627A12010-09-16
DE20209219U12002-08-29
DE102005058850A12007-06-14
DE102015002565A12016-09-01
DE202014102735U12014-06-26
DE202014102737U12014-06-24
DE202015005645U12015-09-02
DE102015113420A12017-02-16
DE102012112153A12014-06-26
DE102014108315A12015-12-17
Other References:
ANONYMOUS: "moduu | Feel your move", 29 September 2017 (2017-09-29), pages 1 - 12, XP055581925, Retrieved from the Internet [retrieved on 20190417]
ANONYMOUS: "Booster-img2.jpg", 1 April 2017 (2017-04-01), XP055581917, Retrieved from the Internet [retrieved on 20190417]
Attorney, Agent or Firm:
REICHERT & LINDNER PARTNERSCHAFT PATENTANWÄLTE (Bismarckplatz 8, Regensburg, 93047, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Bekleidungsstück (3, 3i, 32) zur Stimulation von Körperbereichen (21 ) und zur Erfassung von Daten eines Benutzers (20), wobei das Bekleidungsstück (3, 3i, 32) aus einem gestrickten textilen und reversibel dehnbaren Material (100) besteht und eine Außenseite (101 ) und eine Innenseite (102) definiert, wobei das textile Material (100) des Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) mindestens ein elektrisch leitfähiges und reversibel dehnbares Elektrodenpaar (5) aus einer Kathode (51 ) und einer Anode (52) aufweist, die zur Innenseite (102) des Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) ausgerichtet sind und den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Benutzers (20) zugewandt sind und wobei, ein Anschlusspad (7A) für die Anode (52) und ein Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) des mindestens einen Elektrodenpaars (5) vorgesehen ist, das zur Außenseite (101 ) des textilen und reversibel dehnbaren Materials (100) ausgerichtet ist,

gekennzeichnet durch:

eine gestrickte und elastisch dehnbare Aufnahmetasche (1 1 ) aus dem textilen und reversibel dehnbaren Material (100) des Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) und an einer Stelle des Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) ausgebildet ist, an der das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) und das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) vorgesehen sind; und eine Außenwand (11 A) der

Aufnahmetasche (1 1 ), eine in die Aufnahmetasche (1 1 ) eingesetzte lokale Steuereinrichtung (10) kraftschlüssig gegen die das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) beziehungsweise das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) drückt und somit die lokale Steuereinrichtung (10) elektrisch kontaktiert.

2. Bekleidungsstück (3, 3i, 32) nach Anspruch 1 , wobei die Kathode (51 ) und die Anode (52) des Elektrodenpaars (5) als flächige und elastisch deformierbare Elektroden ausgebildet sind, die mit der Innenseite (102) des textilen Materials (100) vernäht, verklebt und/oder verschweißt sind.

3. Bekleidungsstück (3, 3i, 32) nach Anspruch 1 , wobei die Anode (52) und die Kathode (51 ) des mindestens einen Elektrodenpaar (5) aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn (104) und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn (106) gestrickt sind, und wobei die Anode (52) und die Kathode (51 ) im gestrickten textilen Material (100) zu der Innenseite (102), die den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Benutzers (20) zugewandt ist, ausgerichtet sind.

4. Bekleidungsstück (3, 3i, 32) nach Anspruch 2, wobei die beiden Anschlusspads (7A, 7K), eine gestrickte erste elektrische Leitung (23), die die Kathode (51 ) und das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) verbindet, eine gestrickte zweite elektrische Leitung (24), die die Anode (52) und das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) verbindet und die Anode (52) und die Kathode (51 ), zumindest eines Elektrodenpaars (5), aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn (104) und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn (106) gestrickt sind.

5. Bekleidungsstück (3, 3i, 32) nach den Ansprüchen 1 bis 2, wobei zumindest im Bereich des mindestens einen Elektrodenpaars (5) ein Feuchtigkeit (300) spendendes Garn (107) in das nicht leitende und elastisch deformierbare Garn

(106) eingearbeitet ist, wodurch das Feuchtigkeit (300) spendende Garn (107) die Feuchtigkeit (300) an das mindestens eine Elektrodenpaar (5) abgibt, und wobei das Feuchtigkeit (300) spendende Garn (107) eine Hohlfaser ist, die eine Außenwand (1071 ) und mindestens einen sich in axialer Länge des Garns

(107) erstreckenden Hohlraum (1075) definiert, wobei die Außenwand (1071 ) eine hydrophile Außenseite (1072) aufweist und der mindestens eine Hohlraum (1075) eine hydrophobe Innenseite (1073) aufweist, die mit der Feuchtigkeit (300) in Kontakt ist.

6. Bekleidungsstück (3, 3i, 32) nach den Ansprüchen 3 bis 4, wobei im Bereich des mindestens einen Elektrodenpaars (5) ein Feuchtigkeit (300) spendendes Garn (107) zwischen dem leitenden Garn (105) und dem nicht leitenden Garn

(106) eingearbeitet ist, wobei durch das Feuchtigkeit (300) spendende Garn

(107) die Feuchtigkeit (300) an das mindestens eine Elektrodenpaar (5) abgebbar ist und wobei das Feuchtigkeit (300) spendende Garn (107) eine Hohlfaser ist, die eine Außenwand (1071 ) und mindestens einen sich in axialer Länge des Garns (107) erstreckenden Hohlraum (1075) definiert, wobei die Außenwand (1071 ) eine hydrophile Außenseite (1072) aufweist und der mindestens eine Hohlraum (1075) eine hydrophobe Innenseite (1073) aufweist, die mit der Feuchtigkeit (300) in Kontakt ist.

7. Anordnung (1 ) zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen (21 ) und zur Erfassung von Daten eines Benutzers gekennzeichnet durch:

• mindestens ein Bekleidungsstück (3, 3i, 32), das aus einem gestrickten textilen Material (100) besteht, das zumindest aus einem nicht leitenden und

elastischen Garn (106) besteht und eine Außenseite (101 ) und eine den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) zugewandte Innenseite (102) umfasst, wobei das gestrickte textile Material (100) umfasst:

o mindestens ein elektrisch leitfähiges, reversibel dehnbares Elektrodenpaar (5), das im Wesentlichen zu der Innenseite (102) des Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) hin ausgerichtet ist und aus einer Kathode (51 ) und eine Anode (52) besteht;

o ein Anschlusspad (7A) für die Anode (52) und ein Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ), die im Wesentlichen zu der Außenseite (101 ) des

Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) hin ausgerichtet sind;

o eine erste elektrische Leitung (23), die das Anschlusspad (7K) für die

Kathode (51 ) mit der Kathode (51 ) verbindet, und eine zweite elektrische Leitung (24), die das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) mit der Anode (52) verbindet; und

o eine Aufnahmetasche (1 1 ), die integraler Bestandteil des mindestens einen Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) ist und eine elastisch deformierbare

Außenwand (1 1 A) besitzt, die eine in die Aufnahmetasche (11 ) eingesetzte lokale Steuereinrichtung (10) kraftschlüssig gegen das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) beziehungsweise das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) drückt und somit mit dem Anschlusspad (7A) für die Anode (52) und dem Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) im Bereich der Aufnahmetasche (1 1 ) eine sichere und dauerhafte elektrische Verbindung mit der

Steuereinrichtung (10) bereitstellt;

o wobei die Steuereinrichtung (10) ein hermetisch geschlossenes Gehäuse (26) aufweist, in dem zumindest eine Stimulationseinheit (18), eine Kommunikationselektronik (13), Prozessoreinrichtung (15) und eine

Sensoreinheit (40) angeordnet sind;

o mindestens ein erster Anschluss (53) und ein zweiter Anschluss (54), die an einer Außenwand (27) des Gehäuses (26) ausgebildet sind und mit dem Anschlusspad (7A) für die Anode (52) und dem Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) des mindestens einen Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) in Kontakt sind;

• eine Bedieneinheit (70), die mit der in der elastisch deformierbaren

Aufnahmetasche (1 1 ) gehalterten lokalen Steuerungseinrichtung (10) drahtlos zum Einstellen der lokalen Steuerungseinrichtung (10) kommuniziert, die den Status einer zentralen Steuerungseinrichtung (50) erhält.

8. Anordnung nach Anspruch 7, wobei die Bedieneinheit (70) eine Smart-Brille, ein Spracheingabemodul, ein Smartphone, eine Smartwatch, ein in dem mindestens einen Bekleidungsstück (3, 3i, 32) integriertes Detektorsystem zur Auswertung der Handbewegungen des Benutzers oder mindestens ein drucksensitives

Detektorsystem ist, das in dem mindestens einen Bekleidungsstück (3, 3i, 32) integriert ist.

9. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 8, wobei die Prozessoreinrichtung (15) zum Verarbeiten und Berechnen von Vitaldaten, Sensordaten sowie zum

Speichern und Senden von Daten dient und die Stimulationseinheit (18) über das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) und das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) ein stufenloses Umschalten von einer Frequenz zwischen 1 und 7500 Hz und einer Intensität zwischen 1 und 100mA pro Anode (52) und Kathode (51 ) bereitstellt, wobei die Sensoreinheit (40) zumindest einen Temperatursensor (41 ), einen 4- achsigen Beschleunigungssensor (42), einen Herzfrequenz- und

Vitalitätssensor (43) und einen Elektromyografie-Sensor (44) umfasst; und wobei die Stimulationseinheit (18) eine Wärmeinheit (38), insbesondere zum stufenlosen Regeln der Wärme oder Kälte von verschiedenen Körperbereichen (21 ), eine Magnetostimulationseinheit (39) und/oder eine Vibrationseinheit umfasst.

10. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei eine der lokalen

Steuerungseinrichtungen (10) des Bekleidungsstücke (3, 3i, 32), in Kommunikation mit der Bedieneinheit (70), eine zentrale Steuerungseinrichtung (50) ist, die mit den lokalen Steuerungseinrichtungen (10) in einer berührungslosen Master/Slave- Schaltung in einem drahtlosen Netzwerk (80) geschaltet ist.

11. Verfahren zur Steuerung einer Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen (21 ) gemäß einer Anordnung der Ansprüche 7 bis 10, umfassend die folgenden Schritte:

a) mindestens einem Bekleidungsstück (3, 3i, 32) wird mindestens eine lokale

Steuereinrichtung (10) zugeordnet, die über einen ersten Anschluss (53) mit einer Kathode (51 ) und über einen zweiten Anschluss (54) mit einer Anode (52) eines Elektrodenpaars (5) verbunden ist, wobei die Kathode (51 ) und die Anode (52) zu der Innenseite (102) des Bekleidungsstücks (3, 3i, 32) ausgerichtet sind; b) mit einer Bedieneinheit (70) wird der mindestens einen lokalen

Steuereinrichtung (10) ein Programm zur Stimulierung der Körperbereiche (21 ) zugewiesen, wobei die mindestens eine lokale Steuereinrichtung (10) eine zentrale Steuerungseinrichtung (50) wird; und

c) mit einer Stimulationseinheit (18) der mindestens einen lokalen

Steuereinrichtung (10) wird ein stufenloses Umschalten von einer Frequenz zwischen 1 und 7500 Hz und einer Intensität zwischen 1 und 100 mA pro Anode (52) und Kathode (51 ) bereitstellt.

12. Verfahren nach Anspruch 11 , wobei über eine Kommunikationselektronik (13) der zentralen Steuerungseinrichtung (50) zwei oder drei Funkverbindungen mit anderen lokalen Steuerungseinrichtungen (10) auf unterschiedlichen Frequenzen hergestellt werden.

13. Verfahren nach Anspruch 11 , wobei über eine Prozessoreinrichtung (15) von dem mindestens einen Bekleidungsstück (3, 3i, 32) kommende Vitaldaten oder Sensordaten verarbeitet und berechnet werden und dass entsprechende Daten gespeichert und gesendet werden.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei über eine Sensoreinheit (40) mit dem mindestens einen Bekleidungsstück (3, 3i, 32) Daten zur Bewegung, Geschwindigkeit, Temperatur, Puls, Blutdruck und weitere Vitaldaten eines Körpers eines Benutzers (20) erfasst werden. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei die lokalen

Steuerungseinrichtungen (10) in einer berührungslosen Master/Slave-Schaltung in einem drahtlosen Netzwerk (80) geschaltet werden, wobei diejenige lokale

Steuerungseinrichtung (10), die zuerst in einem Betriebszustand ist, zu der zentralen Steuerungseinrichtung (50) bestimmt wird und somit der Master wird;

wobei sich jede weitere lokale Steuerungseinrichtung (10) bei der zentralen

Steuerungseinrichtung (50) im Netzwerk (80) einloggt und Befehle erhält; und

wobei die lokalen Steuerungseinrichtungen (10) und das drahtlose Netzwerk (80) derart eingerichtet sind, dass sobald bei der zentralen Steuerungseinrichtung (50) eine drohende Überlastung festgestellt wird, die zentrale Steuerungseinrichtung (50) eine andere lokale Steuerungseinrichtung (10) als einen Assistenten benennt, der der zentralen Steuerungseinrichtung (50) Aufgaben abnimmt.

Description:
Bekleidungsstück und Anordnung zur Stimulation von Körperbereichen und zur Erfassung von Daten sowie Verfahren zur Steuerung der Anordnung

[001 ] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bekleidungsstück zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers und zur Erfassung von Daten des das Bekleidungsstück tragenden Benutzers, wobei das Bekleidungsstück aus einem gestrickten, textilen und reversibel dehnbaren Material besteht. Das Bekleidungsstück definiert eine Außenseite und eine Innenseite, wobei das textile Material des Bekleidungsstücks mindestens ein elektrisch leitfähiges und reversibel dehnbares Elektrodenpaar aus einer Kathode und einer Anode aufweist, die zur Innenseite des Bekleidungsstücks hin ausgerichtet sind und den zu stimulierenden Körperbereiche des Benutzers zugewandt sind. Es sind ein Anschlusspad für die Anode und ein Anschlusspad für die Kathode des mindestens einen Elektrodenpaars vorgesehen, das zur Außenseite (101 ) des textilen und reversibel dehnbaren

Materials ausgerichtet ist.

[002] Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers und zur Erfassung von Daten des die Anordnung benutzenden Benutzers.

[003] Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung der Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers und zur Datenerfassung des trainierenden Benutzers.

[004] Aus dem Stand der Technik sind diverse Bekleidungsstücke zur

Elektrostimulation (EMS, electrical muscle Stimulation) von Muskeln bekannt.

[005] Die deutsche Patentanmeldung DE 10 2013 106 864 A1 offenbart ein

Bekleidungsstück aus einem textilen Material mit wenigstens zwei an dem

Bekleidungsstück angeordneten Elektroden. Die Elektroden sind am

Bekleidungsstück angenäht oder eingewebt und kontaktieren beim Tragen des Bekleidungsstücks wenigstens einen Körperbereich der dieses Bekleidungsstück tragenden Person. Im Bekleidungsstück sind elektrische Leitungsverbindungen angeordnet, die die Elektroden mit elektrischer Energie versorgen. Das Bekleidungsstück weist eine Steuerungseinrichtung auf, die die Elektroden mit einer Wechselspannung ebenfalls über Leitungen ansteuert. Ebenso kann jeder Elektrode eine Steuerungseinrichtung und ein eigener Akku zugeordnet sein. Eine

Datenkommunikationseinheit (Tablet oder PC) kann über bis zu 200 m mit dem Bekleidungsstück kommunizieren und dient zum Einstellen des Ansteuerprogramms für die Elektroden.

[006] Weitere Anordnungen und Bekleidungsstücke für die Elektrostimulation sind aus DE 10 2008 003 158 A1 , DE 10 2007 046 886 A1 , DE 20 2011 109 226 U1 ,

DE 20 2014 103 548 U1 , WO 2014/000736 A2, WO 2009/138961 A2,

US 2008/0097530 A1 , KR 10 2010 0024265 A, WO 2014/123812,

DE 10 2009 013 627 A1 , DE 10 2009 013 627 A1 , DE 202 092 19 U1 ,

DE 202 092 19 U1 , DE 10 2005 058 850 A1 , WO 2014/135636 A1 ,

DE 10 2013 106 864 A1 , DE 10 2015 002 565 A1 , DE 20 2014 102 735 U1 ,

DE 20 2014 102 737 U1 , DE 20 2015 005 645 U1 , WO 2014/000736A2 und

WO 20161/31935 A1 bekannt.

[007] Aus der deutschen Patentanmeldung DE 10 2015 1 13 420.9 ist eine

Anordnung zur Elektrostimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen bekannt. Die Anordnung umfasst mindestens ein Bekleidungsstück aus einem textilen Material mit einer Außenseite und einer den zu stimulierenden

Körperbereichen zugewandten Innenseite. Die Anordnung umfasst zudem

mindestens ein Elektrodenpaar, das an der Innenseite des mindestens einen Bekleidungsstücks angebracht ist, so dass das mindestens eine Elektrodenpaar beim Tragen des Bekleidungsstücks wenigstens einen Körperbereich eines das

Bekleidungsstück tragenden Benutzers kontaktiert. Jedes Elektrodenpaar ist aus einer Kathode und einer Anode aufgebaut. Je eine lokale Steuerungseinrichtung ist mindestens einem des mindestens einen Elektrodenpaars zuordenbar und an der Außenseite des Bekleidungsstücks anordenbar. Im zugeordneten Zustand ist die jeweilige lokale Steuerungseinrichtung mit der Kathode des mindestens einen Elektrodenpaars über eine erste elektrische Leitung und mit der Anode des mindestens einen Elektrodenpaars über eine zweite elektrische Leitung verbunden. Eine zentrale Steuerungseinrichtung ist mit der mindestens einen lokalen

Steuerungseinrichtung kommunikativ und drahtlos verbunden. [008] Die deutsche Patentanmeldung DE 10 2012 112 153 A1 betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer textilbasierten Elektrode. Die Elektrode ist als partielle

Inselintarsie unter Verwendung wenigstens eines elektrisch leitenden Fadens in das textile Flächengebilde eingebracht. Die textilbasierte Elektrode kann ausgeführt, in einem textilen Flächengebilde zur komplexen Elektromyostimulation angeordnet sein. Die textilbasierte Elektrode wir mit Hilfe von Metallfäden hergestellt, die ebenfalls verstrickt werden. Eine elastische Deformation der Elektrode ist nicht gegeben.

[009] Die deutsche Patentanmeldung DE 10 2014 108 315 A1 betrifft eine

Vorrichtung zur Behandlung des Gesichts. Hierzu ist eine Gesichtsmaske mit einem gestrickten Träger und eingestrickten Elektroden vorgesehen, die dem Gesicht zugewandt sind. Der Träger und die Elektroden sind einteilig als Flachgestrick ausgeführt, wobei die Elektroden als Intarsien in den Träger unter Verwendung elektrisch leitfähiger Fäden eingestrickt sind. Die Elektroden weisen an ihrer dem Gesicht zugewandten Fläche eine elastische, elektrisch leitfähige Implantierung als Stimulationsschicht auf. Die Elektroden selbst sind nicht elastisch, so dass eine zusätzlich Stimulationsschicht erforderlich ist um eine ausreichende gute Anlage auf der Oberfläche des Gesichts für die Simulation zu erreichen.

[010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Bekleidungsstück zu schaffen, mit dem Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers zuverlässig, d.h., bei allen Bewegungszuständen eines Benutzers, stimuliert werden können und gleichzeitig auch eine Erfassung der Daten des Benutzers, zuverlässig durchgeführt werden kann. Das Bekleidungstück beziehungsweise die mehreren Bekleidungstücke sollen einfach zu handhaben sein und eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit erlauben.

[01 1 ] Die obige Aufgabe wird durch ein Bekleidungsstück zur Stimulation von

Körperbereichen und zur Erfassung von Daten eines Benutzers gelöst, das die Merkmale des Anspruchs 1 umfasst.

[012] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist, eine Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen und zur Erfassung von Daten eines

Benutzers zu schaffen, mit welcher Anordnung die Stimulation der Körperbereiche zuverlässig, benutzerfreundlich und ortsungebunden durchführbar ist und damit ein funktionssicheres Training ermöglicht und wobei auch während des Trainings eine umfangreiche Erfassung der Daten des trainierenden Benutzers durchführbar ist.

[013] Die obige Aufgabe wird durch eine Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen und zur Erfassung der Daten eines Benutzers gelöst, welche Anordnung die Merkmale des Patentanspruchs 7 umfasst.

[014] Ebenso ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Steuerung der

Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen und zur Erfassung der Daten eines Benutzers zu schaffen, welches Verfahren einfach durchzuführen ist und dabei während der Benutzung eine sichere, dauerhafte und zuverlässige Stimulation und Erfassung von Daten beim Training eines Benutzers ermöglicht.

[015] Die obige Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Steuerung der Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers und zur Erfassung von Daten eines Benutzers gelöst, welches Verfahren die Merkmale des Anspruchs 1 1 umfasst.

[016] Bezüglich des Begriffes„Benutzer“ ist anzumerken, dass im Sinne der

Erfindung generell bei allen Ausführungsformen sowohl ein Mensch als auch ein Tier, beispielsweise, ein Pferd, Kamel, Hund oder ein anderes beliebiges Tier mit einer ähnlichen Anatomie, gemeint sein kann. Entsprechend ist unter dem Begriff „Bekleidungsstück“ generell ein Bekleidungsstück für einen Menschen

beziehungsweise ein Bekleidungsstück oder ein Textilelement für ein Tier zu verstehen.

[017] Bezüglich des Begriffes„Stimulation“ ist anzumerken, dass im Sinne der Erfindung die Stimulation eine Elektrostimulation, eine Elektromagnetstimulation, eine Vibrationsstimulation oder eine Wärme-/Kältestimulation umfassen kann. Eine Kombination aus den vorgenannten Stimulationen ist ebenso denkbar.

[018] Bezüglich des Begriffes„Erfassung von Daten“ ist anzumerken, dass im Sinne der Erfindung die Erfassung von Daten eine Körperdatenmessung, wie z. B., die Herzfrequenzvariabilität (HRV), Elektroenzephalografie (EEG), die Atemfrequenz, die Temperatur, die Bewegungsanalyse, die Muskelaktivität, die Muskelermüdung, die Leistungsfähigkeit oder die Schweißanalyse, gemeint sein kann. Zur Schweißanalyse kann ein Sensor des Fraunhofer Instituts mit dem Sensornamen“ELECSA” zum Einsatz kommen. Dieser Sensor kann gemäß der Erfindung in das textile Material für das Bekleidungsstück integriert werden, weil die Elektronik auch vor Ort platziert werden kann. Ebenso können die GPS-Daten bei der Benutzung des

Bekleidungsstücks erfasst und z. B. für eine spätere Auswertung gespeichert werden.

[019] Der Begriff„gestrickt“ ist dahingehend weit auszulegen, dass allgemein das Verarbeiten von einem oder mehreren Garnen (auch mit unterschiedlichen

Eigenschaften) zu einem textilen Material gemeint ist.

[020] Durch das erfindungsgemäße Bekleidungsstück ist es somit möglich, zumindest die Elektromuskelstimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers zu ermöglichen. Mit dem erfindungsgemäßen Bekleidungsstück ist ein benutzerfreundliches, ortungebundenes und funktionssicheres Training möglich. Ebenso ist die Nachhaltigkeit des Trainings sicher gestellt, wobei das Setup der Anordnung beziehungsweise das Anlegen des mindestens einen Bekleidungsstücks auf einfache und intuitive Weise erfolgen kann.

[021 ] Erfindungsgemäß besteht jedes Bekleidungsstück zur Stimulation von

Körperbereichen und zur Erfassung von Daten eines Benutzers aus einem

gestrickten, textilen und reversibel dehnbaren Material. Das Bekleidungsstück definiert eine Außenseite und eine Innenseite, wobei das textile Material des

Bekleidungsstücks mindestens ein elektrisch leitfähiges und reversibel dehnbares Elektrodenpaar aus einer Kathode und einer Anode aufweist. Die Kathode und die Anode sind zur Innenseite des Bekleidungsstücks hin ausgerichtet und den zu stimulierenden Körperbereichen des Benutzers zugewandt. Ein Anschlusspad für die Anode und ein Anschlusspad für die Kathode des mindestens einen Elektrodenpaars sind vorgesehen. Die beiden Anschlusspads sind zur Außenseite des textilen und reversibel dehnbaren Materials hin ausgerichtet. Aus dem textilen und reversibel dehnbaren Material ist eine gestrickte und elastisch dehnbare Aufnahmetasche im Bekleidungsstück an einer Stelle des Bekleidungsstücks ausgebildet, an der das Anschlusspad für die Anode und das Anschlusspad für die Kathode vorgesehen sind. Eine Außenwand der Aufnahmetasche ist derart ausgebildet, dass eine in die Aufnahmetasche eingesetzte lokale Steuereinrichtung kraftschlüssig gegen das Anschlusspad für die Kathode beziehungsweise das Anschlusspad für die Anode drückt und somit die lokale Steuereinrichtung elektrisch kontaktiert.

[022] Gemäß einer möglichen Ausführungsform können die Kathode und die Anode des Elektrodenpaars als flächige und elastisch deformierbare Elektroden ausgebildet sein. Die Elektroden sind mit der Innenseite des textilen Materials vernäht, verklebt und/oder verschweißt.

[023] Gemäß einer möglichen Ausführungsform kann zumindest im Bereich des mindestens einen Elektrodenpaars ein Feuchtigkeit spendendes Garn in das nicht leitende und elastisch deformierbare Garn eingearbeitet werden. Das Feuchtigkeit spendende Garn gibt die Feuchtigkeit an das mindestens eine Elektrodenpaar ab. Das eine Feuchtigkeit spendende Garn kann als eine Flohlfaser ausgebildet sein, die eine Außenwand und mindestens einen sich in axialer Länge des Garns

erstreckenden Flohlraum definiert. Die Außenwand weist dabei eine hydrophile Außenseite auf und der mindestens eine Flohlraum weist eine hydrophobe Innenseite auf, die mit der Feuchtigkeit in Kontakt ist.

[024] Gemäß einer weiteren, möglichen Ausführungsform können die Anode und die Kathode des mindestens einen Elektrodenpaar aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn gestrickt sein. Die Anode und die Kathode sind bündig mit dem Textil des Bekleidungsstücks und bilden eine somit Intarsienelektroden. Die Anode und die Kathode sind im gestrickten textilen Material zu der Innenseite hin ausgerichtet, die den zu stimulierenden Körperbereichen des Benutzers zugewandt ist.

[025] Beim Strick- beziehungsweise Verarbeitungsprozess des textilen Materials für das Bekleidungsstück wird mindestens ein elektrisch leitfähiges und reversibel dehnbares Elektrodenpaar gebildet, das aus einer Kathode und einer Anode besteht. Auch wird ein Anschlusspad für die Anode und ein Anschlusspad für die Kathode des mindestens einen Elektrodenpaars gebildet. Das Elektrodenpaar und die beiden Anschlusspads umfassen ein leitendes und elastisches Garn, das bei der Ausbildung des textilen Materials durch Stricken in das textile Material integriert ist. Dabei ist das elektrisch leitfähige und dehnbare Elektrodenpaar zu der Innenseite des textilen Materials hin ausgerichtet. Dies bedeutet, dass das dehnbare Elektrodenpaar mit den entsprechenden Körperbereichen des Benutzers in elektrisch leitendem Kontakt ist, wenn der Benutzer das Bekleidungsstück angezogen hat.

[026] Gemäß einer weiteren möglichen Ausführungsform können die beiden Anschlusspads, eine gestrickte erste elektrische Leitung, die die Kathode und das Anschlusspad für die Kathode verbindet und/oder eine gestrickte zweite elektrische Leitung, die die Anode und das Anschlusspad für die Anode verbindet, aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn gestrickt sein

[027] Das Anschlusspad für die Anode und das Anschlusspad für die Kathode sind zu der Außenseite des textilen Materials hin ausgerichtet. Somit können die

Anschlusspads mit einer lokalen Steuereinrichtung, die an der Außenseite des textilen Materials in der Aufnahmetasche angebracht werden kann, mit einem ersten Anschluss und einem zweiten Anschluss einer lokalen Steuereinrichtung in elektrischen Kontakt treten. Eine erste elektrische Leitung verbindet die Kathode und das Anschlusspad für die Kathode. Eine zweite elektrische Leitung verbindet die Anode und das Anschlusspad für die Anode. Wie bereits oben erwähnt, können die erste elektrische Leitung und die zweite elektrische Leitung auch als gestrickte Leitung ausgebildet sein.

[028] Gemäß der möglichen Ausführungsform, bei der zumindest die Anode und die Kathode des mindestens einen Elektrodenpaars aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn gestrickt sind, ist im Bereich des mindestens einen Elektrodenpaars ein Feuchtigkeit spendendes Garn zwischen dem leitenden Garn und dem nicht leitenden Garn eingearbeitet. Mittels des Feuchtigkeit spendenden Garns wird die Feuchtigkeit an das mindestens eine Elektrodenpaar abgeben. Das Feuchtigkeit spendende Garn ist eine Hohlfaser, die eine Außenwand und mindestens einen sich in axialer Länge des Garns erstreckenden Hohlraum definiert. Die Außenwand weist eine hydrophile Außenseite auf. Der mindestens eine Hohlraum weist eine hydrophobe Innenseite auf, die mit der Feuchtigkeit in Kontakt ist.

[029] An der Außenseite des Bekleidungsstücks kann zur Aufnahme einer lokalen Steuerungseinrichtung mindestens eine gestrickte Aufnahmetasche ausgebildet sein. Die Aufnahmetasche besteht im Wesentlichen ebenfalls aus dem textilen Material des Bekleidungsstücks und wird während des Strick- beziehungsweise

Verarbeitungsprozesses derart gestaltet, dass die Aufnahmetasche ein integraler Bestandteil des Bekleidungsstücks ist. Die Aufnahmetasche wird beim Herstellungs beziehungsweise. Strickprozess an denjenigen Stellen des Bekleidungsstücks ausgebildet, an denen das Anschlusspad für die Anode und das Anschlusspad für die Kathode im Bekleidungsstück positioniert sind.

[030] Das gestrickte, textile Material des mindestens einen Bekleidungsstücks, das aus dem nicht leitenden Garn oder dem nicht leitenden Garn und dem leitenden Garn hergestellt ist, ist gleichmäßig und reversibel und elastisch deformierbar. Jede Außenwand der mindestens einen Aufnahmetasche kann in vorteilhafter Weise derart hinsichtlich Form und elastischer Deformation gestaltet sein, dass die mindestens eine lokale Steuerungseinrichtung in der entsprechenden

Aufnahmetasche durch elastische Deformation des Materials der Außenwand des Bekleidungsstücks in der Aufnahmetasche sicher gehaltert ist. Die elastische

Deformation der Außenwand der Aufnahmetasche stellt sicher, dass der elektrisch leitende Kontakt mit dem Anschlusspad für die Anode und dem Anschlusspad für die Kathode in allen Situationen, insbesondere beispielsweise bei Bewegung,

Trainingsstellungen, etc., gegeben ist. Zusätzlich kann das dem Anschlusspad für die Anode und das Anschlusspad für die Kathode auch magnetische Eigenschaften aufweisen, um zusätzlich eine Gewährleistung für den elektrischen Kontakt zur Steuereinrichtung bereitzustellen.

[031 ] Die Dehnbarkeit des Bekleidungsstücks hat den Vorteil, dass somit die

Elektrodenpaare immer flächig und an den zu stimulierenden Körperbereichen anliegen. Hinzu kommt, dass dadurch die lokale Steuerungseinrichtung sicher in der Aufnahmetasche gehaltert ist. Um die lokale Steuerungseinrichtung,

beziehungsweise, deren elektrische Anschlüsse perfekt zu platzieren, um die Signale von der lokalen Steuerungseinrichtung entsprechend genau an die Elektrodenpaare zu übertragen, ist die Dehnbarkeit des textilen Materials von Vorteil. Wenn das textile Material maximal gedehnt wird, ist die Fläche beispielsweise gegenüber der

Ausgangsfläche ohne Dehnung vergrößert. Gemäß der Erfindung funktioniert die Übertragung der Signale und somit die elektrische Leitfähigkeit weiterhin problemlos. Alle Elemente des textilen Materials, wie beispielsweise Basistextilie,

Elektrodenpaare (Anode, Kathode), Aufnahmetaschen für die lokalen

Steuereinrichtungen, Anschlusspads, elektrische Leitungen, dehnen sich im

Wesentlichen gleichmäßig.

[032] Zur Verbesserung oder Sicherstellung der elektrischen Leitfähigkeit kann beim textilen Material im Bereich des mindestens einen Elektrodenpaars ein Feuchtigkeit spendendes Garn vorgesehen sein. Das Feuchtigkeit spendende Garn kann zwischen dem leitenden Garn und dem nicht leitenden Garn eingearbeitet sein. Das die Feuchtigkeit spendende Garn kann die Feuchtigkeit an das mindestens eine Elektrodenpaar abgeben. In einer Ausführungsform ist das Feuchtigkeit spendende Garn eine Hohlfaser, die eine Außenwand und mindestens einen sich in axialer Länge des Garns erstreckenden Hohlraum definiert. Die Außenwand weist eine hydrophile Außenseite auf. Der mindestens eine Hohlraum weist eine hydrophobe Innenseite auf, die mit der Feuchtigkeit in Kontakt ist.

[033] In einer Ausführungsform der Erfindung ist das Feuchtigkeit spendende Garn dehnbar, so dass eine durch die Deformation beim Tragen entstehende Druckkraft, zumindest einen Teil der Feuchtigkeit aus dem mindestens einen Hohlraum des Feuchtigkeit spendenden Garns, durch Öffnungen in der Außenwand, an das mindestens eine Elektrodenpaar abgibt. Beim Eintauchen des ungetragenen

Bekleidungsstücks in Feuchtigkeit wird zumindest ein Teil der Feuchtigkeit, durch die Öffnungen in den mindestens einen Hohlraum des Feuchtigkeit spendenden Garns, transportiert. Für eine optimale Übertragung ist es erforderlich, den Hautwiderstand (500 Ohm) durch Feuchtigkeit zu überwinden. Die Hautfeuchtigkeit reicht bei den meisten Menschen dafür jedoch nicht aus, da sie„zu ausgetrocknet“ sind. In einer weiteren Ausführungsform ist das textile Material an Anode und Kathode auf Nano- Ebene mit kleinen Wasserkügelchen besetzt, die mit verschieden starken

Ummantelungen mit fortschreitender Tragezeit (circa 100-mal getragen und gewaschen) nach und nach platzen und so immer für eine Grundfeuchtigkeit auf dem textilen Material sorgen.

[034] Gemäß einem weiteren möglichen Aspekt der Erfindung wird eine Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Benutzers und zur Erfassung der Daten des Benutzers vorgestellt. Die Anordnung umfasst mindestens ein Bekleidungsstück, das aus einem gestrickten textilen Material besteht. Das textile Material besteht zumindest aus einem nicht leitenden und elastischen Garn . Das textile Material definiert eine Außenseite und eine den zu stimulierenden

Körperbereichen zugewandte Innenseite. Das gestrickte textile Material umfasst mindestens ein elektrisch leitfähiges, reversibel dehnbares Elektrodenpaar, das im Wesentlichen zu der Innenseite des Bekleidungsstücks hin ausgerichtet ist. Das Elektrodenpaar besteht aus einer Kathode und einer Anode. Die Form und Größe der textilen Elektroden (Kathode und Anode) kann frei gewählt werden und somit an die Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden. Die Elektroden sind somit individualisierbar. Ferner umfasst das Bekleidungsstück ein Anschlusspad für die Anode und ein Anschlusspad für die Kathode. Die Anschlusspads sind im

Wesentlichen zu der Außenseite des Bekleidungsstücks hin ausgerichtet. Ebenso verbindet eine erste elektrische Leitung das Anschlusspad für die Kathode mit der Kathode, und eine zweite elektrische Leitung verbindet das Anschlusspad für die Anode mit der Anode. Dabei wurden die erste und zweite Leitung üblicherweise während des Herstellungsprozesses für das Bekleidungsstück in das

Bekleidungsstück integriert. Eine Aufnahmetasche ist integraler Bestandteil des mindestens einen Bekleidungsstücks. Die Aufnahmetasche besitzt eine elastisch deformierbare Außenwand, die eine in die Aufnahmetasche eingesetzte lokale Steuereinrichtung kraftschlüssig gegen das Anschlusspad für die Kathode

beziehungsweise das Anschlusspad für die Anode drückt. Dadurch wird mit dem Anschlusspad für die Anode und dem Anschlusspad für die Kathode, im Bereich der Aufnahmetasche, eine sichere und dauerhafte elektrische Verbindung mit der Steuereinrichtung bereitgestellt.

[035] Bei der Anordnung ist bei jedem Bekleidungsstück mindestens eine lokale Steuereinheit lösbar in der elastisch deformierbaren Aufnahmetasche gehaltert. Die lokale Steuereinheit umfasst in einer Ausführungsform ein hermetisch geschlossenes Gehäuse, in dem zumindest eine Stimulationseinheit, eine

Kommunikationselektronik, Prozessoreinrichtung und eine Sensoreinheit ausgebildet sind. Jede lokale Steuereinheit hat mindestens einen ersten Anschluss und einen zweiten Anschluss ausgebildet, die an einer Außenwand des Gehäuses vorgesehen sind und mit dem Anschlusspad für die Anode und dem Anschlusspad für die

Kathode des mindestens einen Bekleidungsstücks in Kontakt sind, wenn die lokale Steuereinheit in die Aufnahmetasche eingesetzt ist.

[036] Die Anordnung umfasst ferner eine Bedieneinheit, mit der die in der elastisch deformierbaren Aufnahmetasche lösbar gehalterte lokale Steuerungseinrichtung, drahtlos verbunden sein kann. Mit der Bedieneinheit kann das Einstellen der lokalen Steuerungseinrichtungen durchgeführt werden. Diejenige lokale

Steuerungseinrichtung, die mit der Bedieneinheit zuerst kommuniziert, ist die zentrale Steuerungseinrichtung für die anderen lokalen Steuereinrichtungen des mindestens einen Bekleidungsstücks.

[037] Die Bedieneinheit kann verschiedenartig gestaltet sein. Die Bedieneinheit kann beispielsweise, ohne die Erfindung damit zu beschränken, eine Smart-Brille, ein Spracheingabemodul, ein Smartphone, eine Smartwatch, ein in dem mindestens einen Bekleidungsstück integriertes Detektorsystem zur Auswertung der

Handbewegungen des Benutzers oder mindestens ein drucksensitives

Detektorsystem, das in dem mindestens einen Bekleidungsstück integriert ist, sein. Mit dem drucksensitiven Detektorsystem kann durch gezielten Druck auf das

Bekleidungsstück die Steuerung des Stimulation oder Datenerfassung durchgeführt werden.

[038] In einer Ausführungsform sind die lokalen Steuereinheiten jeweils in einem hermetisch geschlossenen Gehäuse anordenbar. Das hermetisch geschlossene Gehäuse einer einzelnen lokalen Steuereinheit ist in einer Ausführungsform ein wasserdichtes Gehäuse. In einer weiteren Ausführungsform ist im Gehäuse ein induktiv aufladbarer Energiespeicher vorgesehen. Das Bekleidungsstück inklusive den lokalen Steuereinheiten, beziehungsweise, das textile Material ohne oder mit den lokalen Steuereinheiten, ist in einer noch weiteren Ausführungsform bei bis zu 90°C waschbar. Von dem Bekleidungsstück kann es zwei Varianten geben, wobei die lokalen Steuereinheiten voll integriert oder die lokalen Steuereinheiten vom Bekleidungsstück abnehmbar sind.

[039] In einer Ausführungsform dient die Prozessoreinrichtung zum Verarbeiten und Berechnen von Vitaldaten, Sensordaten sowie zum Speichern und Senden von Daten.

[040] In einer Ausführungsform kann mit der Stimulationseinheit über das

Anschlusspad für die Anode und das Anschlusspad für die Kathode ein stufenloses Umschalten von einer Frequenz zwischen 0,1 und 7500 Hz und einer Intensität zwischen 1 und 100 mA pro Anode und Kathode bereitgestellt werden. In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Stimulationseinheit ferner eine Wärmeinheit, insbesondere zum stufenlosen Regeln der Wärme oder Kälte von verschiedenen Körperbereichen. Ferner kann der Stimulationseinheit eine

Magnetostimulationseinheit zugeordnet sein.

[041 ] In einer Ausführungsform umfasst die Sensoreinheit zumindest einen

Temperatursensor, einen 4-achsigen Beschleunigungssensor, einen Herzfrequenz- und Vitalitätssensor und einen Elektromyografiesensor. Ferner kann ein

Schweißanalysesensor in dem Bekleidungsstück integriert werden, so dass damit ortungebunden der Schweiß des Benutzers analysiert werden kann.

[042] Die lokale Steuereinrichtung kann einen integrierten Lautsprecher besitzen, der beispielsweise das Gehäuse als Signalverstärkung nutzt und somit Töne wiedergeben kann. Ebenso können gemäß einer Ausführungsform kapazitive Tasten, wie beispielsweise, ON/OFF, RESTART, START, STOP und/oder TALK an der Aufnahmetasche vorgesehen sein. Ferner kann die Steuereinrichtung aber auch knopflos sein und nur über die Stimme bedient werden.

[043] In einer Ausführungsform kann eine der lokalen Steuerungseinrichtungen der Bekleidungsstücke in Kommunikation mit der Bedieneinheit sein. Diese lokale Steuerungseinrichtung übernimmt die Funktion einer zentralen

Steuerungseinrichtung, die selbst mit den lokalen Steuerungseinrichtungen in einer berührungslosen Master/Slave-Schaltung in einem drahtlosen Netzwerk geschaltet sind. Ferner kann die Ausführungsform aber auch so sein, dass jede lokale Steuerungseinrichtung gleich gestellt ist. Ein Algorithmus fragt die Daten der einzelnen lokalen Steuerungseinrichtung an den jeweiligen Positionen der

Steuerungseinheiten ab, die dann zentral in der Bedieneinheit ausgewertet werden.

[044] Ferner ist ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Steuerung einer Anordnung zur Stimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen offenbart. Die

Anordnung kann gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen konfiguriert sein. Hierzu wird mindestens einem Bekleidungsstück mindestens eine lokale Steuereinrichtung zugeordnet, die über einen ersten Anschluss für eine Kathode und über einen zweiten Anschluss für eine Anode eines Elektrodenpaars verbunden ist. Die Kathode und die Anode sind zu einer Innenseite des

Bekleidungsstücks hin ausgerichtet. Eine Bedieneinheit weist der mindestens einen lokalen Steuereinrichtung ein Programm zur Stimulierung der Körperbereiche zu. Die mindestens eine lokale Steuereinrichtung wird damit zu einer zentralen

Steuerungseinrichtung. Mit einer Stimulationseinheit der mindestens einen lokalen Steuereinrichtung wird ein stufenloses Umschalten von einer Frequenz zwischen 0,1 und 7500 Hz und einer Intensität zwischen 1 und 100 mA pro Anode und Kathode bereitgestellt.

[045] In einer Ausführungsform werden über eine Kommunikationselektronik der zentralen Steuerungseinrichtung zwei oder drei Funkverbindungen mit anderen lokalen Steuerungseinrichtungen auf unterschiedlichen Frequenzen hergestellt. In einer weiteren Ausführungsform werden über eine Prozessoreinrichtung von dem mindestens einen Bekleidungsstück kommende Vitaldaten oder Sensordaten verarbeitet und berechnet. Die Daten können auch gespeichert und gesendet werden. In einer noch weiteren Ausführungsform werden über eine Sensoreinheit mit dem mindestens einen Bekleidungsstück Daten zur Bewegung, Geschwindigkeit, Temperatur, Puls, Blutdruck und Vitaldaten eines Körpers eines Benutzers erfasst. Unter den Vitaldaten eines Benutzers können auch die Muskelaktivität,

Muskelermüdung, Leistungsfähigkeit oder Schweißanalyse des Benutzers

subsumiert werden.

[046] Gemäß einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die lokalen Steuerungseinrichtungen in einer berührungslosen Master/Slave- Schaltung in einem drahtlosen Netzwerk zusammengeschaltet. Dabei wird diejenige lokale Steuerungseinrichtung, die zuerst in einem Betriebszustand ist, zu der zentralen Steuerungseinrichtung bestimmt und stellt somit einen Master dar. Jede weitere lokale Steuerungseinrichtung loggt sich im Netzwerk bei der zentralen Steuerungseinrichtung ein und erhält Befehle. In einer Ausführungsform sind die lokalen Steuerungseinrichtungen und das drahtlose Netzwerk derart eingerichtet, so dass, sobald bei der zentralen Steuerungseinrichtung eine drohende Überlastung festgestellt wird, die zentrale Steuerungseinrichtung eine andere lokale

Steuerungseinrichtung als einen Assistenten benennt, der der zentralen

Steuerungseinrichtung Aufgaben abnimmt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Master/Slave-Schaltung eine mögliche Alternative ist. Unter den lokalen

Steuereinrichtungen kann es auch keine Hierarchie geben und alle lokalen

Steuereinrichtungen sind gleichgestellt. Ein Algorithmus fragt die Daten von jeder lokalen Steuereinrichtungen einzeln ab und verwertet diese.

[047] Generell ist bei allen Ausführungsformen unter dem Begriff„Körperbereich“ im Sinne der Erfindung, entweder ausschließlich ein Muskelbereich (für

Elektromyostimulation (EMS)) oder ausschließlich ein Nervenbereich (für

Nervenstimulation) oder die Vitaldatenmessung oder eine Kombination eines Muskel- und Nervenbereichs und Vitaldatenmessung zu verstehen, abhängig vom gewählten Trainingsprogramm. Die Körperbereiche sind beispielsweise, jedoch ohne

Einschränkung der Erfindung, Nackenbereiche, Schulterbereiche, Schulterblätter, Brustbereiche, Rückenbereiche, Bizepsbereiche, Trizepsbereiche, vordere

Bauchmuskelbereiche, seitliche Bauchmuskelbereiche, vordere

Oberschenkelbereiche, hintere Oberschenkelbereiche, Wadenmuskelbereiche und Schienbeinbereiche und/oder einzelne Muskeln, Muskelpartien, einzelne Nerven oder Gruppen von Muskeln und/oder Nerven des Benutzers oder Kopf, Füße, Hände (Handschuh, Mütze, Socken). Letztendlich kann mit der erfindungsgemäßen

Anordnung jeder Muskel und jeder Nerv, auch ein beschädigter Nerv, separat stimuliert werden, wenn das mindestens eine Elektrodenpaar entsprechend angeordnet ist. Weiterhin eignet sich die erfindungsgemäße Anordnung und das erfindungsgemäße Bekleidungsstück zur Bewegungsunterstützung von alten

Menschen oder Tieren. [048] Vorteilhaft bei der beschriebenen erfindungsgemäßen Anordnung ist, dass das Anlegen des Bekleidungsstücks beziehungsweise der mehreren

Bekleidungsstücke durch den Benutzer, auf einfache Weise und ohne fremde Hilfe erfolgt, da die zentrale Steuerungseinrichtung und die lokalen

Steuerungseinrichtungen ohne Kabel beziehungsweise Drähten miteinander verbunden sind und kommunizieren. Dies resultiert zusätzlich in einem erhöhten Komfort und Sicherheit beim Training, da der Trainierende beispielsweise nicht mit den äußerlichen Versorgungskabeln der einzelnen lokalen Steuerungseinrichtungen an Hindernissen hängen bleiben kann. Ebenso ist das Anschließen und Lösen von Versorgungskabeln und somit auch die Gefahr von Kurzschlüssen vermieden. Das Platzieren der lokalen Steuerungseinrichtungen und der ihr zugeordneten Elektroden an dem mindestens einen EMS-Bekleidungsstück ist definiert und eindeutig. Eine einfache und sichere Steuerung und Regelung ist gewährleistet. Weitere Sensoren, beispielsweise Lage- und/oder Bewegungssensoren und/oder Vitalsensoren zum Erfassen wenigstens einer physikalischen Größe (beispielsweise Pulsfrequenz, Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Elektroenzephalografie (EEG), Körpertemperatur, Fettverbrennung, Kalorienverbrauch, Bewegungsanalyse,

Muskelaktivität, Muskelermüdung, Muskelschwingung, Muskelverletzungen,

Leistungsfähigkeit Nervenaktivität und Schweißanalyse) können bei der

erfindungsgemäßen Anordnung integriert werden. Der Sensor zur Schweißanalyse kann z. B. vom Fraunhofer Institut - Sensorname:“ELECSA” - kommen. Dieser Sensor kann, gemäß der Erfindung, erstmals in einem textilen Material integriert werden. Erfindungsgemäß kann die Elektronik im Textilen Material vor Ort platziert werden.

[049] Die zentrale Steuerungseinrichtung ist bevorzugt dazu ausgestaltet, dass diese beispielweise an alle lokalen Steuerungseinrichtungen oder an eine durch die zentrale Steuerungseinrichtung vorbestimmte Auswahl der lokalen

Steuerungseinrichtungen folgendes sendet: eine Programmauswahl für eine Auswahl an zu stimulierenden Körperbereichen (Trainingsprogramm), die Art, Dauer,

Intensitäten (Stromstärke und/oder deren Spannungsgröße für die (Wechsel-) Spannung an den Elektrodenpaaren) und/oder Frequenzen zu den jeweiligen zu stimulierenden Körperbereichen und/oder Start-, Pause-, Stopp-Signale für die zu stimulierenden Körperbereiche. Wie oben bereits beschrieben, ist jede lokale Steuerungseinrichtung einem bestimmten Körperbereich zugeordnet, so dass die genannten draht- und kabellosen Sendesignale der zentralen Steuerungseinrichtung über die jeweiligen lokalen Steuerungseinrichtungen die entsprechenden

Körperbereiche zur Stimulation ansteuern. Gemäß der Erfindung gibt es nur einen Typ von einer lokalen Steuerungseinrichtung, welche alle Funktionen beinhalten.

Dies bedeutet, dass jede lokale Steuerungseinrichtung in jede Aufnahmetasche getan werden kann. Jede lokale Steuerungseinrichtung teilt über den

Beschleunigungssensor und die ausgeführte Lageveränderung (auf den Achsen) mit, wo sie am Bekleidungsstück platziert wurde.

[050] Die zentrale Steuerungseinrichtung und die lokalen Steuerungseinrichtungen sind zudem bevorzugt dazu ausgestaltet, dass die lokalen Steuerungseinrichtungen, beispielweise, folgende Daten und Signale an die zentrale Steuerungseinrichtung senden: den Betriebsstatus (ein- oder ausgeschaltet) einer jeweiligen lokalen

Steuerungseinrichtung, den Ladezustand der Energieversorgung (Batterie) einer jeweiligen lokalen Steuerungseinrichtung und/oder mindestens ein Signal, falls mindestens eine Elektrode nicht mehr mit der ihr zugeordneten lokalen

Steuerungseinrichtung verbunden ist.

[051 ] Ein einzelner Benutzer kann ein oder mehrere solcher Bekleidungsstücke tragen. Dabei sind die Bekleidungsstücke über ihre jeweiligen lokalen

Steuerungseinrichtungen kommunikativ und drahtlos (kabellos) mit der zentralen Steuerungseinrichtung verbunden. Die Bekleidungsstücke können beispielsweise sein: lang- oder kurzärmeliges oder ärmelloses Hemd, lang- oder kurzärmelige Hose, Hand- und/oder Arm-Manschetten, Socken oder Strümpfe beziehungsweise, Fuß- und/oder Bein-Manschetten oder Kombinationen davon bis hin zum Anzug.

[052] In einer Ausführungsform der Anordnung sind zwei Elektrodenpaare jeweils einer lokalen Steuerungseinrichtung zugeordnet.

[053] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Anordnung ist jeder lokalen Steuerungseinrichtung eine eigene und lokale Energieversorgung

zugeordnet, die bevorzugt, sowohl die elektronischen Bestandteile der lokalen Steuerungseinrichtung, als auch die ihr zugeordneten Elektroden mit Strom versorgt. Die Energieversorgung ist beispielsweise eine wieder aufladbare Batterie. Falls zudem, wie oben beschrieben, zwei Elektrodenpaare jeweils einer lokalen

Steuerungseinrichtung zugeordnet sind, dann können auf diese Weise vier

Elektroden durch eine einzige lokale Steuerungseinrichtung angesteuert und mit elektrischer Energie versorgt werden und bilden somit eine Einheit. Die

Energieversorgung für eine lokale Steuerungseinrichtung kann als Akkumulator ausgebildet sein. Zusätzlich kann eine zentrale Ladestation zum Aufladen mindestens einer lokalen Energieversorgung ausgebildet sein. Die zentrale

Ladestation kann dabei derart ausgebildet sein, dass mehrere lokale

Steuerungseinrichtungen gleichzeitig geladen werden können.

[054] Mit dem Begriff„App“ (Abkürzung für„application“ (englisch)) ist eine „Applikation“ beziehungsweise Anwendungssoftware jeglicher Art gemeint, insbesondere auch für Mobilgeräte beziehungsweise mobile Betriebssysteme („Mobile App“,„Mobile Application“ (englisch)), wie zum Beispiel für Smartphones, Smartwatches und Tablet-Computer.

[055] In einer weiteren Ausführungsform ist das textile Material des

Bekleidungsstücks atmungsaktiv.

[056] In weiteren Ausführungsformen sind Einrichtungen für den Kurzschlussschutz für die Schaltkreise der erfindungsgemäßen Anordnung, für einen Notfallstopp, ein Energieversorgungs-Management und/oder zur Regulierung der Spannung vorgesehen.

[057] In den bevorzugen Ausführungsformen der Erfindung sind die Elektroden (Anoden, Kathoden) eines jeweiligen Elektrodenpaars derart flächig ausgeformt, dass benachbarte Ränder der beiden Elektroden des jeweiligen Elektrodenpaars unmittelbar aneinander grenzen, also ohne Zwischenraum und nicht voneinander beabstandet. Die Ränder, also auch die Elektroden des Elektrodenpaars, sind voneinander elektrisch isoliert. In einer bevorzugten Ausführungsform ist sogar nur genau ein einziges Elektrodenpaar vorgesehen, das im Wesentlichen die gesamte Innenseite des Bekleidungsstücks bedeckt. Auf diese Weise kann das gesamte Bekleidungsstück sämtliche der vom Bekleidungsstück bedeckten Körperbereiche des Benutzers gezielt und selektiv elektrisch stimulieren. [058] Nachfolgend werden die Erfindung und ihre Vorteile unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen ausführlicher beschrieben. Es zeigen:

[059] Figur 1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der

erfindungsgemäßen Anordnung mit einer Vorderansicht eines Benutzers, der eine Ausführungsform des mindestens einen erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks trägt, bei dem eine Vielzahl von Elektrodenpaaren an der Innenseite des

Bekleidungsstücks vordere Körperbereiche des Benutzers kontaktieren;

[060] Figur. 2 eine schematische Darstellung der Anordnung nach Figur 1 mit einer Rückansicht des Benutzers, bei dem eine Vielzahl von Elektrodenpaaren an der Innenseite des erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks hintere Körperbereich des Benutzers kontaktieren;

[061 ] Figur 3 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der

erfindungsgemäßen Anordnung in Seitenansicht, wobei in den Bereichen der hier nicht zu sehenden Elektrodenpaare jeweils eine lokale Steuerungseinrichtung an der Außenseite des mindestens einen Bekleidungsstücks zugeordnet ist;

[062] Figur 4 eine schematische Draufsicht auf die Innenseite eines textilen

Materials, aus dem das erfindungsgemäße Bekleidungsstück hergestellt ist;

[063] Figur 5 eine schematische Draufsicht auf die Innenseite eines textilen

Materials mit zwei zu einer Einheit zusammengefassten Elektrodenpaaren; [064] Figur 6 eine Vorderansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen

Bekleidungsstücks (T-Shirt) mit einer möglichen Ausführungsform der Anordnung des Elektrodenpaars im Brust- und Bauchbereich eines Benutzers des

Bekleidungsstücks;

[065] Figur 7 eine Rückansicht des erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks (T-Shirt) aus Figur 6 mit einer möglichen Ausführungsform der Anordnung des

Elektrodenpaars im Rückenbereich eines Benutzers des Bekleidungsstücks;

[066] Figur 8 eine Schnittansicht durch das erfindungsgemäße Bekleidungsstück entlang der in Figur 6 gezeigten Schnittlinie A-A; [067] Figur 9 eine Schnittansicht durch das erfindungsgemäße Bekleidungsstück entlang der in Figur 6 gezeigten Schnittlinie B-B;

[068] Figur 10 einen Querschnitt durch eine mögliche Ausführungsform einer lokalen Steuerungseinrichtung; [069] Figur 1 1 eine schematische Darstellung einer möglichen Ausführungsform der elektronischen Komponenten, die in dem Gehäuse der lokalen

Steuerungseinrichtung verbaut sein können;

[070] Figur 12 ein schematisches Diagramm für die Verbindung der

Spannungsquelle (Energieversorgung), eines Aufwärtswandlers und eines

Pulsgenerators mit den Anoden beziehungsweise Kathoden;

[071 ] Figur 13 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der

erfindungsgemäßen Anordnung, wobei je Bekleidungsstück ein einziges

Elektrodenpaar vorgesehen ist, so dass die gesamte Innenseite des jeweiligen Bekleidungsstücks von dem einen jeweiligen flächigen Elektrodenpaar bedeckt ist; [072] Figur 14 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer

Aufnahmetasche des Bekleidungsstücks mit Tasten zur Bedienung der in der Aufnahmetasche eingesetzten lokalen Steuereinrichtung, die gleichzeitig eine zentrale Steuerungseinrichtung ist;

[073] Figur 15 eine schematische Darstellung der Synchronisation mehrerer lokaler Steuerungseinrichtungen, die an mehreren Kleidungsstücken eines Benutzers vorgesehen sind;

[074] Figur 16 eine schematische Darstellung des Aufbaus eines Textils, wobei, zumindest in den Bereichen der Elektroden, Fasern eingearbeitet sind, die

Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können; und [075] Figur 17 eine schematische Darstellung des Vorgangs der Abgabe der

Feuchtigkeit aus der Faser.

[076] In den Figuren sind für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung identische Bezugszeichen verwendet. Ferner sind der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie die erfindungsgemäße Anordnung und das

erfindungsgemäße Bekleidungsstück ausgestaltet sein können und sind nicht als abschließende Begrenzung zu verstehen. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen

Größenverhältnissen, da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.

[077] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung 1 mit einer Vorderansicht eines Benutzers 20. Der Benutzer 20 trägt eine Ausführungsform des mindestens einen erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks 3i, 32, das in dieser Darstellung nicht zu sehen ist, um bespielhaft die Zuordnung der einzelnen Elektrodenpaare 5 zu den Körperbereichen 21 des Benutzers 20 zu verdeutlichen, Die Begrenzungen 31 der Bekleidungsstücke 3i, 32 sind im Kopf-, Arm-, Hüft- und Fußbereich durch gestrichelte Linien dargestellt. Somit wird in den Figur 1 und 2 mehr das Augenmerk auf die Zuordnung der

Elektrodenpaare 5 des mindestens einen Bekleidungsstücks 3i, 32 zu den

Körperbereichen 21 des Benutzers 20 gelegt.

[078] Eine Vielzahl von Elektrodenpaaren 5 sind gemäß einer möglichen

Ausführungsform aus einem elektrisch leitenden und elastisch deformierbaren Material gebildet. Das Bekleidungsstück 3i, 32 selbst ist aus einem nicht leitenden Garn 106 (siehe Figur 17) hergestellt. Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Bekleidungsstück 3i, 32 aus dem nicht leitenden und ebenfalls elastisch deformierbaren Garn 106 und einem leitenden und deformierbaren Garn 105 (siehe Figur 17) hergestellt beziehungsweise gestrickt sein. An einer Innenseite 102 des Bekleidungsstücks 3i, 32 liegen die so gebildeten Elektrodenpaare 5 an

beziehungsweise kontaktieren Muskeln oder Muskelgruppen von Körperbereichen 21 des Benutzers 20. In der dargestellten Ausführungsform nach Figur 1 trägt der Benutzer 20 zwei Bekleidungsstücke 3i, 32: ein Flemd 3i (T-Shirt) und eine Flose 32. Die Bekleidungsstücke 3i, 32 sind aus einem textilen Material 100, das zumindest aus dem nicht leitenden Garn 106 hergestellt beziehungsweise gestrickt sind. Das textile Material 100 ist elastisch und dehnbar. Es weist eine Außenseite 101 (siehe Figur 3) und eine den zu stimulierenden Muskeln und Nerven in den

Körperbereichen 21 zugewandte Innenseite 102 (siehe Figur 4 oder 5) auf, wobei die Innenseite 102 eng an den Körperbereichen 21 anliegt. Jedes Elektrodenpaar 5 umfasst eine Kathode 51 und eine Anode 52.

[079] Je eine lokale Steuerungseinrichtung 10 ist mindestens einem Elektrodenpaar 5 zuordenbar und im Bereich der Elektrodenpaare 5 an der Außenseite 101 (siehe Figur 3) des jeweiligen Bekleidungsstücks 3i, 32 anordenbar. In der dargestellten Ausführungsform nach Figur 1 sind genau zwei Elektrodenpaare 5 jeweils einer lokalen Steuerungseinrichtung 10 zugeordnet, was auch aus der Zusammenschau mit Figur 2 hervorgeht. Solche zwei Elektrodenpaare, die über die Innenseite 102 des Bekleidungsstücks 3i, 32 an den entsprechenden Körperbereichen 21 anliegen, sind zu einer Einheit 55 zusammengefasst. Der Einheit 55 ist jeweils einer lokalen Steuerungseinrichtung 10 zugeordnet.

[080] Im zugeordneten Zustand ist die jeweilige lokale Steuerungseinrichtung 10 mit der Kathode 51 des mindestens einen ihr zugeordneten Elektrodenpaars 5 über eine erste elektrische Leitung 23 verbunden. Die lokale Steuerungseinrichtung 10 ist mit der Anode 52 des mindestens einen ihr zugeordneten Elektrodenpaars 5 über eine zweite elektrische Leitung 24 verbunden. Gemäß einer möglichen Ausführungsform können die erste elektrische Leitung 23 und die zweite elektrische Leitung 24 auch gestrickt sein.

[081 ] In der dargestellten Ausführungsform ist eine zentrale Bedieneinheit 70 mit der mindestens einen lokalen Steuerungseinrichtung 10 kommunikativ und drahtlos verbunden. Die zentrale Bedieneinheit 70 kann drahtlos, mittels Signalen 60, mit den lokalen Steuerungseinrichtungen 10 kommunizieren, wobei die Kommunikation in beide Richtungen möglich ist, abhängig davon, ob die zentrale Bedieneinheit 70 initiativ einen Prozess anstößt (beispielsweise die Auswahl des Trainingsprogamms an Steuereinrichtungen übermitteln) oder eine lokale Steuerungseinrichtung 10 initiativ einen Prozess anstößt (beispielsweise, dass die ihr zugeordnete

Energieversorgung 16 (siehe Figur 6 und 7) aufgeladen werden muss).

[082] In der Darstellung nach Figur 1 ist die zentrale Bedieneinheit 70 in einem externen Gerät implementiert, das extern bezüglich des mindestens einen

Bekleidungsstücks 3i, 32 angeordnet ist. Alternativ kann die zentrale Bedieneinheit 70 jedoch auch am oder im mindestens einen Bekleidungsstück 3i, 32 angeordnet sein. Für den Fall, dass die zentrale Bedieneinheit 70 mittels einer Smartwatch, eines Smartphones oder eines Tablets, o. ä. realisiert ist, kann die zentrale Bedieneinheit 70 auch in einer speziellen Aufnahme (hier nicht dargestellt) am Bekleidungsstück 3i, 32 untergebracht werden. Falls der Benutzer 20 auf oder an einem Trainingsgerät, beispielsweise, Laufband oder Ergometer, trainiert, kann die zentrale Bedieneinheit 70 am Trainingsgerät angebracht und auch parallel für Entertainmentzwecke genutzt werden.

[083] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung der Anordnung 1 nach Figur 1 mit einer Rückansicht des Benutzers 20 nach Figur 1 , bei dem eine Vielzahl von Elektrodenpaaren 5 über die Innenseite 102 des mindestens einen

erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks 3i, 32 hintere Körperbereiche des Benutzers 20 kontaktieren. Alle gezeigten Elemente sind bereits in Figur 1 eingehend

beschrieben worden.

[084] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung der Anordnung 1 nach Figur 1 und 2 mit einer Seitenansicht des Benutzers 20. Die den Elektrodenpaaren 5 (siehe Figur 4 oder 5) zugeordneten lokalen Steuerungseinrichtungen 10 sind an der Außenseite 101 des mindestens einen Bekleidungsstücks 3i, 32 angeordnet und kontaktieren über die Außenseite 101 des Bekleidungsstücks 3i, 32 ein

Anschlusspad für die Anode (hier nicht dargestellt) und ein Anschlusspad für

Kathode (hier nicht dargestellt). Die lokalen Steuerungseinrichtungen 10 sind in Aufnahmetaschen 11 untergebracht, die ebenfalls aus dem gestrickten textilen Material 100 bestehen und als integraler Bestandteil des Bekleidungsstücks 3i, 32 beim Flerstellungs-Stickprozess gebildet werden.

[085] Figur 4 zeigt eine schematische Draufsicht der Innenseite 102 eines Teils eines textilen Materials 100 eines erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks. Zumindest an der Innenseite 102 des Bekleidungsstücks ist ein Elektrodenpaar 5 derart angeordnet, dass es Körperbereiche eines Benutzers 20 kontaktieren kann. Bei dieser Ausführungsform ist das Elektrodenpaar 5 für die Kathode 51 und die Anode 52 aus einem elastisch deformierbaren und elektrisch leitenden Material aufgebaut.

Im zugeordneten Zustand ist die Kathode 51 des Elektrodenpaars 5 über eine erste elektrische Leitung 23 und die Anode 52 des Elektrodenpaars 5 über eine zweite elektrische Leitung 24 mit einer hier nicht dargestellten lokalen

Steuerungseinrichtung 10 verbunden. Die lokale Steuerungseinrichtung 10

kontaktiert dabei ein Anschlusspad 7A für die Anode 52 und ein Anschlusspad 7K für die Kathode 51.

[086] Gemäß einer möglichen Ausführungsform können die Kathode 51 und die Anode 52 des Elektrodenpaars 5 und/oder die erste gestrickte elektrische Leitung 23 und die zweite gestrickte elektrische Leitung 24 und/oder das Anschlusspad 7A für die Anode 52 und das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 gestrickt sein.

[087] Figur 5 zeigt eine schematische Draufsicht der Innenseite 102 eines Teils eines textilen Materials 100 eines erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks. Zumindest an der Innenseite 102 des Bekleidungsstücks sind zwei zu einer Einheit 55

zusammengefasste Elektrodenpaare 5 derart angeordnet, dass diese die

Körperbereiche des Benutzers 20 kontaktieren können. Jedes Elektrodenpaar 5 ist wiederum aus einer Kathode 51 und einer Anode 52 aufgebaut. Im zugeordneten Zustand ist die Kathode 51 des jeweiligen Elektrodenpaars 5 über eine erste elektrische Leitung 23 und die Anode 52 dieses Elektrodenpaars 5 über eine zweite elektrische Leitung 24 mit einer hier nicht dargestellten lokalen

Steuerungseinrichtung 10 auf der Außenseite 101 des textilen Materials 100 elektrisch leitend verbunden. Beiden Elektrodenpaaren 5 ist eine einzige lokale Steuerungseinrichtung 10 zuordenbar. Die lokale Steuerungseinrichtung 10 kontaktiert dabei ein Anschlusspad 7A für die beiden Anoden 52 und ein

Anschlusspad 7K für die beiden Kathoden 51.

[088] Figur 6 zeigt eine Vorderansicht einer Ausführungsform eines

erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks 3 (T-Shirt) mit einer möglichen

Ausführungsform der Anordnung des Elektrodenpaars 5 im Brust- und Bauchbereich eines Benutzers des Bekleidungsstücks 3. Das Bekleidungsstück s umfasst, z. B., ein gestricktes, textiles Material 100. Die stromführenden Komponenten, wie beispielsweise, das Elektrodenpaar 5 (Anode 52 und Kathode 51 ), das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 , das Anschlusspad 7A für die Anode 52, die erste elektrische Leitung 23 vom Anschlusspad 7K zur Kathode 51 und die zweite elektrische Leitung 24 vom Anschlusspad 7A zur Anode 53, die gestrickt sind, werden beim

Strickprozess für das Bekleidungsstück 3 erzeugt.

[089] Die gestrickte Ausführung der vorgenannten Komponenten soll nicht als Beschränkung der Erfindung aufgefasst werden. Es ist für einem Fachmann selbstverständlich, dass keine oder nur ausgewählte Komponenten mit einem

Strickprozess hergestellt werden. Für den Fall, dass zumindest die Anode 52 und die Kathode 51 einem Strickprozess hergestellt werden, werden beim

Herstellungsprozess für das Bekleidungsstück 3 elektrisch leitende und elastische Garne 105 (hier nicht dargestellt) und elektrisch nicht leitende und elastische Garne 106 (hier nicht dargestellt) verstrickt. Daraus resultiert ein elastisch dehnbares Bekleidungsstück 3 mit zumindest ebenfalls elastisch dehnbaren Anoden 52 und Kathoden 51. Werden alle Komponenten des Bekleidungsstücks 3 aus elektrisch leitenden und elastischen Garnen 105 (hier nicht dargestellt) und elektrisch nicht leitenden und elastischen Garne 106 (hier nicht dargestellt) hergestellt, resultiert daraus ein elastisch dehnbares Bekleidungsstück 3 mit Anoden 52, Kathoden 51 , Anschlusspads 7A, Anschlusspads 7K, ersten elektrischen Leitungen 23 und zweiten elektrischen Leitungen 24. Mit der elastischen Dehnbarkeit des Bekleidungsstücks 3 ist sichergestellt, dass die Anoden 52 und Kathoden 51 der Elektrodenpaare 5 des Bekleidungsstücks 3 eng und flächenbündig an den Körperbereichen (hier nicht dargestellt) des Benutzers 20 anliegen. Dadurch ist eine optimale und effektive Stimulation der Körperbereiche gewährleistet.

[090] Figur 7 zeigt eine Rückansicht des erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks 3 (T-Shirt) aus Figur 6 mit einer möglichen Ausführungsform der Anordnung eines Elektrodenpaars 5 im Rückenbereich eines Benutzers 20 des Bekleidungsstücks 3. Wie aus Figur 6 und auch aus Figur 7 zu erkennen ist, können die Anoden 52 und die Kathoden 51 in jeder beliebigen Form hergestellt beziehungsweise gestrickt werden. Obwohl sich die Beschreibung der Figur 6 und Figur 7 auf ein T-Shirt als Bekleidungsstück 3 beschränkt, soll dies nicht als eine Beschränkung der Erfindung aufgefasst werden. Mit dem Strickprozess für das textile Material 100 kann jedes beliebige Bekleidungsstück 3 in Größe und Form hergestellt werden. [091 ] Figur 8 zeigt einen Teil einer Schnittansicht durch das erfindungsgemäße Bekleidungsstück 3 entlang der in Figur 6 gezeigten Schnittlinie A-A. Das textile Material 100 liegt flächenbündig mit seiner Innenseite 102 an dem entsprechenden Körperbereich 21 an. Beim Herstellungs- beziehungsweise Strickprozess für das Bekleidungsstück 3 wird ebenfalls eine Aufnahmetasche 11 für eine lokale

Steuerungseinrichtung 10 gestrickt. Die Aufnahmetaschen 1 1 sind in den Figur 6 und 7 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Die Aufnahmetasche wird beim Herstellungs- beziehungsweise Strickprozess mit einer elastisch

deformierbaren Außenwand 1 1 A versehen. Durch die ebenfalls ausgebildete

Elastizität der Außenwand 1 1 A der Aufnahmetaschen 1 1 ist sichergestellt, dass die lokalen Steuerungseinrichtungen 10 jeweils sicher und unabhängig von der

Bewegung der Benutzers 20 in den Aufnahmetaschen 1 1 gehaltert sind und dabei zuverlässig das jeweilige Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und das

Anschlusspad 7A für die Anode 52 elektrisch kontaktieren. Die lokale

Steuerungseinrichtung 10 hat an einer planen Außenwand 27 des Gehäuses 26 einen ersten elektrischen Anschluss 53 und einen zweiten elektrischen Anschluss 54 ausgebildet. Wenn die lokale Steuerungseinrichtung 10 in die dafür vorgesehene Aufnahmetasche 1 1 eingesetzt ist, kontaktiert der erste Anschluss 53 das

Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und der zweite Anschluss 54 kontaktiert das Anschlusspad 7A für die Anode 52.

[092] Figur 9 zeigt einen Teil einer Schnittansicht durch das erfindungsgemäße Bekleidungsstück 3 entlang der in Figur 6 gezeigten Schnittlinie B-B. Anhand dieser Schnittdarstellung ist zu erkennen, dass das Anschlusspad 7A für die Anode 52 über eine zweite elektrische Leitung 24 mit der Anode 52 verbunden ist. In ähnlicher Weise (hier nicht dargestellt) ist auch das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 über eine erste elektrische Leitung 23 mit der Kathode 51 verbunden. Das

Bekleidungsstück 3 liegt flächig am Körperbereich 21 an, so dass über die Innenseite 102 des Bekleidungsstücks 3 die Anode 52 mit dem Körperbereich 21 in Kontakt ist. Ebenso entsprechend liegt das Bekleidungsstück 3 flächig am Körperbereich 21 an, so dass über die Innenseite 102 des Bekleidungsstücks 3 die Kathode 52 mit dem Körperbereich 21 in Kontakt ist (in Figur 9 nicht dargestellt).

[093] Figur 10 zeigt einen Querschnitt durch eine Ausführungsform einer lokalen Steuerungseinrichtung 10, die an einer Außenseite 101 einer Ausführungsform eines textilen Materials 100 angeordnet ist. Die hier gezeigte Ausführungsform der lokalen Steuerungseinrichtung 10 umfasst zwei erste Anschlüsse 53 und zwei zweite Anschlüsse 54. Jeder der ersten Anschlüsse 53 ist mit jeweils einem Anschlusspad 7K für die Kathode 51 elektrisch leitend verbunden, und jeder der zweiten

Anschlüsse 54 ist mit einem Anschlusspad 7A für die Anode 52 elektrisch leitend verbunden, wenn die lokale Steuerungseinrichtung 10 in der hier nicht dargestellten Aufnahmetasche 1 1 untergebracht ist.

In der hier dargestellten Ausführungsform umfasst die lokale Steuerungseinrichtung

10 diverse Elemente, die von einem wasserdichten, hermetisch

abgeschlossenenGehäuse 26 der lokalen Steuerungseinrichtung 10 umschlossen sind. Die Elemente sind gemäß einer möglichen Ausführungsform auf einer Platine 28 angebracht. So ist beispielsweise eine Status-LED hinter einem Fenster 29 des Gehäuses 26 vorgesehen. Ein Benutzer kann somit auf einfache und visuelle Weise feststellen, in welchem Betriebszustand die lokale Steuerungseinrichtung 10 ist.

[094] Eine lokale Energieversorgung 16 (elektrische Energiequelle), beispielweise eine wiederaufladbare Batterie für die Energieversorgung der lokalen

Steuerungseinrichtung 10 und die mit ihr verbindbaren Elektrodenpaare 5 (Anode 52 und Kathode 52) ist vorgesehen. Am Bekleidungsstück 3, 3i, 32 sind die lokalen Steuerungseinrichtungen 10 bevorzugt und jeweils in einer dafür ausgebildeten und gestrickten Aufnahmetasche 1 1 (siehe Figur 9) untergebracht. Die Aufnahmetasche

11 kann auch verschlossen werden, um zusätzlich eine Sicherung gegen ein

Fierausfallen der lokalen Steuerungseinrichtungen 10 zu bieten.

[095] In Figur 11 ist eine mögliche Ausführungsform der elektronischen

Komponenten beziehungsweise Elemente dargestellt, die in dem Gehäuse 26 in Verbindung mit der Platine 28 in der lokalen Steuerungseinrichtung 10 verbaut sein können. Eine Prozessoreinrichtung 15 (CPU) dient zum Ansteuern der über die lokale Steuerungseinrichtung 10 kontaktierbaren Elektrodenpaare 5. Üblicherweise umfasst die Prozessoreinrichtung 15 ein Computerprogramm mit einem Algorithmus zum Bestimmen und Erzeugen der an die Elektrodenpaare 5 anzulegenden

Wechselspannung, gemäß dem jeweils ausgewählten Trainingsprogramm (siehe oben). Die Prozessoreinrichtung 15 steuert zudem bevorzugt eine

Pulsweitenmodulation (kurz„PWM“) für die entsprechenden Elektrodenpaare 5, beispielsweise 20 Khz, 2 Khz, 20 Khz, und so weiter, gemäß dem jeweils

ausgewählten Trainingsprogramm.

[096] Die Prozessoreinrichtung 15 dient zudem bevorzugt für die Ermittlung des Ladezustands der Energieversorgung 16 und/oder der Kommunikation über

Bluetooth mit der zentralen Bedieneinheit 70 und den lokalen

Steuerungseinrichtungen 10 (siehe auch Figur 15). Die Kommunikation über

Bluetooth kann beispielsweise mit einem Bluetooth-Chip 13 erfolgen. Es ist für einen Fachmann selbstverständlich, dass die Kommunikation zwischen der zentralen Bedieneinheit 70 und den lokalen Steuerungseinrichtungen 10 auch über WLAN oder eine andere Netzwerktechnologie erfolgen kann. Hierzu sind dann entsprechend ausgebildete Chips (nicht dargestellt) vorzusehen.

[097] Die Prozessoreinrichtung 15 steuert ferner bevorzugt die Überwachung der Schaltkreise der lokalen Steuerungseinrichtung 10 und der Elektrodenpaare 5, insbesondere auch der Schaltkreise (nicht dargestellt) zum Laden der

Energieversorgung 16. Hierzu ist die Prozessoreinrichtung 15 mit einem Controller 14 und einem elektronischen Speicher 17 verbunden. Auch eine Stimulationseinheit 18 ist mit dem Controller 14 verbunden. Über die Stimulationseinheit 18 werden an die Kathoden 51 und Anoden 52 der Elektrodenpaare 5 die, gemäß dem

Trainingsprogramm, ausgewählten Anregungen (Stimulationen) angelegt.

[098] Ferner ist in der lokalen Steuerungseinrichtung 10, gemäß der Darstellung nach Figur 11 , auch eine Sensoreinheit 40 vorgesehen, die ebenfalls mit dem

Controller 14 in Verbindung steht. Die Sensoreinheit kann beispielsweise einen Temperatursensor 41 , einen 4-achsigen Beschleunigungssensor 42, einen

Herzfrequenz- und Vitalitätssensor 43 und einen Elektromyografie-Sensor 44 umfassen. Die Sensoreinheit 40 kann bei Bedarf um weitere Sensoren ergänzt werden oder es können Sensoren weggelassen werden. Die Aufzählung dient lediglich als Beispiel und soll nicht als Beschränkung der Erfindung aufgefasst werden.

[099] In der lokalen Steuerungseinrichtung 10 kann neben der Stimulationseinheit 18 für die Elektrostimulation der Muskeln und Nerven auch eine Wärmeinheit 38 zur Wärmestimulation der Muskeln und Nerven und eine Magnetostimulationseinheit 39 zur magnetischen Stimulation der Muskeln und Nerven umfassen. Die Wärmeinheit 38 und die Magnetostimulationseinheit 39 sind mit dem Controller 14 verbunden. Ferner kann in der lokalen Steuerungseinrichtung 10 auch eine Vibrationseinheit 47 integriert sein.

[0100] Jede der lokalen Steuerungseinrichtungen 10 kann mit einer

Energieversorgung 16 versehen sein, die eine wiederaufladbare Batterie ist. Da die lokalen Steuerungseinrichtungen 10 durch das Gehäuse 26 hermetisch

abgeschlossen beziehungsweise wasserdicht sind, kann die Aufladung auf induktive Weise erfolgen. Die lokalen Steuerungseinrichtungen 10 können hierzu in einer entsprechend ausgestalteten Ladestation abgelegt werden.

[0101 ] Figur 12 zeigt ein schematisches Diagramm zu einer Ausführungsform zur Verbindung der Energieversorgung 16 (Spannungsquelle), eines Aufwärtswandlers

19 (Aufwärtsregler, Flochsetzsteller, Boost-Converter, Step-Up-Converter) und eines Pulsgenerators 25 mit den Anoden 52 beziehungsweise Kathoden 51. Wie oben beschrieben (siehe Figur 11), ist in jeder lokalen Steuerungseinrichtung 10

bevorzugt eine Prozessoreinrichtung 15 (CPU) zum Ansteuern der mit der lokalen Steuerungseinrichtung 10 elektrisch verbindbaren Elektrodenpaare 5 aus Kathode 51 und Anode 52 vorgesehen. Die Prozessoreinrichtung 15 umfasst ein Programm mit einem Algorithmus zum Bestimmen und Erzeugen der an die Kathode 51 und die Anode 52 anzulegenden Wechselspannung, gemäß dem jeweils ausgewählten Trainingsprogramm. Die Prozessoreinrichtung 15 steuert zudem bevorzugt eine Pulsweitenmodulation (kurz„PWM“) für die entsprechenden Elektrodenpaare 5, gemäß dem jeweils ausgewählten Trainingsprogramm. Dazu versorgt gemäß

Figur 12 die Spannungsquelle 18 den Aufwärtswandler 19 mit einer

Eingangsspannung, beispielsweise 3,7 V. Der Aufwärtswandler 19 hat eine

Ausgangsspannung, die höher als die Eingangsspannung ist, beispielsweise 50 V bis 6 0V, die an den Pulsgenerator 25 angelegt wird. Der Pulsgenerator 25 gibt einen Puls, gemäß PWM (siehe oben), an die Anoden 52 und Kathoden 51 , die mit der jeweiligen lokalen Steuerungseinrichtung 10 verbunden sind. Der Ausgangsstrom der Kathoden 51 und der Anoden 52 für die Stimulation des jeweiligen Körperbereichs beträgt dann beispielsweise bis zu 100 mAmp bei 500 Ohm Widerstand. Die bidirektionale gepulste Ausgangsspannung ist dann abwechselnd Null, positiv, Null, negativ, Null, positiv, Null, negativ, usw. Wie bereits in der Beschreibung zu Figur 11 erwähnt, ist der Prozessoreinrichtung 15 ein Speicher 17 und ein Controller 14 zugeordnet, die mit der Energieversorgung 16 verbunden sind. Ebenso ist der Bluetooth-Chip 13 mit der Energieversorgung 16 verbunden.

[0102] Figur 13 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung 1 , wobei hier, ohne Beschränkung der Erfindung, zwei Bekleidungsstücke 3I, 32 (Hemd beziehungsweise Langarm-Shirt und Hose) von einem Benutzer 20 getragen werden. Je Bekleidungsstück 3i, 32 ist ein einziges Elektrodenpaar 5 vorgesehen. Die gesamte Innenseite 102 des jeweiligen

Bekleidungsstücks 3i, 32 weist jeweils ein flächiges Elektrodenpaar 5 auf und ist mit dem jeweiligen Körperbereich 21 in Kontakt. Dabei ist an einer Hälfte der jeweiligen Innenseite 102 die Kathode 51 des jeweiligen Elektrodenpaars 5 vorgesehen. An der anderen Hälfte der jeweiligen Innenseite 102 des Bekleidungsstücks 3i, 32 ist die Anode 52 des Elektrodenpaars 5 vorgesehen. Der jeweilige Rand 103 der jeweiligen Kathode 51 ist benachbart zum jeweiligen Rand 104 der jeweiligen Anode 52 des jeweiligen einen Elektrodenpaars 5 des Bekleidungsstücks 3i beziehungsweise 32. Die zusammengehörenden Ränder 103 und 104 grenzen unmittelbar aneinander, so dass kein Zwischenraum zwischen der Kathode 51 und der Anode 52 entsteht.

Entsprechend reicht eine einzige lokale Steuerungseinrichtung 10 für das eine Elektrodenpaar 5 des Bekleidungsstücks 3i beziehungsweise 32 aus. Die jeweils benachbarten Ränder 103, 104 der Kathode 51 und Anode 52 des jeweiligen

Elektrodenpaars 5 sind voneinander elektrisch isoliert.

[0103] In der Darstellung nach Figur 13 ist die Vorderseite der Anordnung 1 und des Benutzers 20 dargestellt. Für einen Fachmann ist offensichtlich, dass die Hinterseite der Anordnung 1 analog aufgebaut ist, also die oben beschriebene Kathode 51 und Anode 52 des oben beschriebenen Elektrodenpaars 5 des Bekleidungsstücks 3i, 32, entsprechend dessen Innenseite 102 auf der Hinterseite hälftig bedecken.

[0104] Figur 14 zeigt eine schematische Darstellung einer möglichen

Ausführungsform einer Aufnahmetasche 11 des Bekleidungsstücks 3 beziehungsweise des textilen Materials 100. Mehrere Tasten 34, 35, 36 und 37 sind zur Bedienung der lokalen Steuerungseinrichtung 10 im gestrickten textilen Material 100 des Bekleidungsstücks 2 beziehungsweise der Aufnahmetasche 1 1 integriert. Eine Bedieneinheit 70 (beispielsweise wie in Figur 15 dargestellt) verbindet sich per Nahfunk (wie beispielsweise Bluetooth) mit der in die Aufnahmetasche 1 1

eingesteckten und dort durch die Elastizität des textilen Materials 100 gehalterten lokalen Steuerungseinrichtung 10. Die Tasten 34, 35, 36 und 37 können als textile Druck-Taster ausgebildet sein. Die Tasten 34, 35, 36 und 37 können mit dem leitenden Garn 105 bei der Herstellung des textilen Materials 100 gestrickt werden. Eine der Tasten ist beispielsweise eine Sprachsteuerungs-Taste 34, mit der eine Sprachsteuerung der lokalen Steuerungseinrichtung 10 möglich ist. Eine andere Taste ist beispielsweise eine Ein/Aus-Taste 37, mit der die lokale

Steuerungseinrichtung 10 ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden kann. Eine geringere-lntensitäts-Taste 35 ermöglicht beispielsweise eine Verringerung der Intensität einer Größe. Eine höhere-lntensitäts-Taste 36 ermöglicht beispielsweise eine Erhöhung der Intensität einer Größe.

[0105] Figur 15 zeigt eine schematische Darstellung der Synchronisation mehrerer lokaler Steuerungseinrichtungen 10, die an mehreren Kleidungsstücken (hier nicht dargestellt) eines Benutzers 20 vorgesehen sind. Eine der lokalen

Steuerungseinrichtungen 10 wird als eine zentrale Steuerungseinrichtung 50, als Master, bestimmt. Die übrigen lokalen Steuerungseinrichtungen 10 fungieren als Slaves. Die zentrale Steuerungseinrichtung 50 (Master) dient zur Synchronisation der übrigen lokalen Steuerungseinrichtungen 10 (Slaves). Die Synchronisation umfasst beispielsweise die Impulszeit, die Frequenz und die Intensität der Signale, die von den lokalen Steuerungseinrichtungen 10 an die Kathoden 51 und Anoden 52 der verschiedenen Bekleidungsstücke 3, 3i, 32 angelegt werden. Ferner umfasst die Synchronisation, den Austausch der Messungen der lokalen

Steuerungseinrichtungen 10, die als Slaves fungieren, die Analyse der Daten und das Verteilen von Aufgaben. Die Synchronisation ist auch zwischen den lokalen Steuerungseinrichtungen 10, die als Slaves fungieren, möglich. Die zentrale

Steuerungseinrichtung 50 (Master) kann bereits Teile der Daten auswerten oder eine Analyse direkt auf ihrer Hardware vornehmen. Die zentrale Steuerungseinrichtung 50 (Master) ist in wechselseitiger, kommunikativer Verbindung mit der Bedieneinheit 70. Mit der Bedieneinheit 70 wird die Kommunikation mit der zentralen

Steuerungseinrichtung 50 (Master) hergestellt. Es kann eine Funktionssteuerung der zentralen Steuerungseinrichtung 50 durchgeführt werden. Die Daten hinsichtlich der Vitalität, der Bewegung, etc. können mittels der Bedieneinheit 70 gesammelt werden. Bei der hier dargestellten Ausführungsform ist die Bedieneinheit 70 ein Smartphone. Die Bedieneinheit 70 kann beispielsweise auch als eine Smart-Brille, ein

Spracheingabemodul, eine Smartwatch, ein, in dem mindestens einen

Bekleidungsstück, integriertes Detektorsystem für Handbewegungen des Benutzers oder ein drucksensitives Detektorsystem, das in dem mindestens einen

Bekleidungsstück integriert ist, ausgestaltet sein.

[0106] Figur 16 zeigt eine schematische Darstellung der Ausführungsform des Aufbaus eines textilen Materials 100, das aus leitendem Garn 105 und nicht leitenden Garn 106 aufgebaut ist. Die Beschränkung der Beschreibung auf diese Ausführungsform soll nicht als Beschränkung der Erfindung aufgefasst werden.

Zumindest in den Bereichen der Elektroden (Anode 52 und Kathode 51 ) sind

Feuchtigkeit spendende Fasern 107 eingestrickt. Diese Feuchtigkeit spendenden Fasern 107 können Feuchtigkeit 300 aufnehmen und abgeben. Die Faser 107 kann die Feuchtigkeit 300 an das mindestens eine Elektrodenpaar 5 abgeben, um somit die Leitfähigkeit in den Körperbereichen 21 zu erhöhen. Die Feuchtigkeit

spendenden Fasern 107 sind mit leitenden Fasern 105 und nicht leitenden Fasern 106 verstrickt. Die Außenwand 1071 der Feuchtigkeit spendenden Faser 107 umschließt die Feuchtigkeit 300. Alle der verwendeten Fasern 105, 106 und 107 sind dehnbar und sorgen für einen optimalen Halt des gestrickten textilen Materials 100 an Körperbereichen 21 des Benutzers 20.

[0107] Figur 17 zeigt eine schematische Darstellung des Vorgangs der Abgabe der Feuchtigkeit 300 aus der Feuchtigkeit spendenden Faser 107. Die Feuchtigkeit 300 spendende Faser 107 ist beispielsweise eine Hohlfaser, die die Außenwand 1071 und mindestens einen sich in axialer Länge der Faser 107 erstreckenden Hohlraum 1075 definiert. Die Außenwand 1071 der Faser 107 ist hydrophil. Der mindestens eine Hohlraum 1075 definiert eine hydrophobe Innenseite 1073. Die Feuchtigkeit 300 spendende Faser 107 ist, wie bereits oben erwähnt, dehnbar, so dass durch eine auf die Faser 107 wirkende Druckkraft F einen Teil der Feuchtigkeit 300, aus dem mindestens einen Hohlraum 1075, des Feuchtigkeit 300 spendenden Garns 107, durch Öffnungen 1074 in der Außenwand 1071 , an das mindestens eine

Elektrodenpaar 5 abgegeben wird. Beim Eintauchen des ungetragenen

Bekleidungsstücks 3, 3i, 32 in Feuchtigkeit 300 wird zumindest ein Teil der

Feuchtigkeit 300, durch die Öffnungen 1074, in den mindestens einen Hohlraum 1075, der Feuchtigkeit 300 spendenden Faser 107 transportiert.

[0108] Die Anmeldung wurde unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen beschrieben. Für einen Fachmann ist es jedoch vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche zu verlassen.

[0109] Alle zuvor beschriebenen Ausführungsformen der Anordnung und des

Bekleidungsstücks können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen Kombination Verwendung finden. Insbesondere sind alle beschriebenen Merkmale und

Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks auch als Merkmale und Ausführungsformen des Bekleidungsstücks der erfindungsgemäßen Anordnung zu verstehen, selbst wenn dies nicht an jeder Stelle explizit erwähnt wird.

Bezugszeichenliste

I Anordnung

3, 3i, 32 Bekleidungsstück

5 Elektrodenpaar

7A Anschlusspad für Anode

7K Anschlusspad für Kathode

10 lokale Steuereinrichtung

I I Aufnahmetasche

11 A Aussenwand

12 Status LED

13 Kommunikationselektronik, Bluetooth -Chip

14 Controller

15 Prozessoreinrichtung (CPU)

16 Energieversorgung, (wiederaufladbare Batterie)

17 Speicher

18 Stimulationseinheit

19 Aufwärtswandler (Aufwärtsregler, Hochsetzsteller, Boost-Converter, Step- Up-Converter)

20 Person, Benutzer

21 Körperbereich

22 Finger der Person, des Benutzers

23 erste elektrische Leitung

24 zweite elektrische Leitung

25 Pulsgenerator

26 Gehäuse

27 plane Außenwand

28 Platine

29 Fenster

31 Begrenzung

34 Sprachsteuerungs-Taste, textiler Druck-Taster

35 geringere-lntensitäts-Taste, textiler Druck-Taster

36 höhere-lntensitäts-Taste, textiler Druck-Taster 37 Ein/Aus -Taste, textiler Druck-Taster

38 Wärmeinheit

39 Magnetostimulationseinheit

40 Sensoreinheit

41 Temperatursensor

42 4-achsiger Beschleunigungssensor

43 Herzfrequenz- und Vitalitätssensor

44 Elektromyografie-Sensor (EMG-Sensor)

47 Vibrationseinheit

50 zentrale Steuerungseinrichtung

51 Kathode

52 Anode

53 erster Anschluss

54 zweiter Anschluss

55 Einheit

60 Signal

70 Bedieneinheit

80 Netzwerk

100 textiles Material

101 Außenseite

102 Innenseite

103 Rand

104 Rand

105 leitendes Garn

106 nicht leitendes Garn

107 Feuchtigkeit spendendes Garn

1071 Außenwand des Feuchtigkeit spendenden Garns

1072 Außenseite der Außenwand

1073 Innenseite der Außenwand des Feuchtigkeit spendenden Garns

1074 Öffnung in der Außenwand des Feuchtigkeit spendenden Garns

1075 Hohlraum des Feuchtigkeit spendenden Garns

300 Feuchtigkeit

A-A Schnittlinie B-B Schnittlinie

D Dicke

F Druckkraft