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Title:
ATTACHMENT, AND HANDLING DEVICE COMPRISING AN ATTACHMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/097059
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an attachment (100) for the abrading or smoothing of walls or ceilings for a mobile handling device (10), wherein the attachment (100) has a mounting unit (104) to be received at an attachment interface (38) of the handling device (10), a machining head (102), which can be equipped with at least one tool for abrading or smoothing, and a compensation arrangement (106) between the mounting unit (104) and the machining head (102), which compensation arrangement defines a longitudinal axis (246). The machining head (102) is movable relative to the mounting unit (104) in a longitudinal direction (160) along the longitudinal axis (246), and the compensation arrangement (106) is designed to provide, in a defined working region (172) along the longitudinal axis (246), a defined contact pressure for the machining head (102) in the direction of the surface to be machined. The invention also relates to a corresponding handling device (10) and to a use of an attachment (100) comprising a handling device (10).

Inventors:
WUERTENBERGER, Christoph (Robert-Bosch-Strasse 8, Wangen/GP, 73117, DE)
Application Number:
EP2018/081805
Publication Date:
May 23, 2019
Filing Date:
November 19, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SCHWAMBORN GERAETEBAU GMBH (Robert-Bosch-Strasse 8, Wangen, 73117, DE)
International Classes:
B24B7/18; B24B27/00; B24B41/00; B24B49/08; B24B49/16
Domestic Patent References:
WO1994008752A11994-04-28
WO2007141320A12007-12-13
Foreign References:
EP2960014A22015-12-30
CN107336098A2017-11-10
US20050064804A12005-03-24
DE102012020303A12013-05-08
US20150290761A12015-10-15
EP2508680A12012-10-10
EP2960014A22015-12-30
DE102006056179A12008-06-05
FR2725932A11996-04-26
EP2508680A12012-10-10
Attorney, Agent or Firm:
WITTE, WELLER & PARTNERPATENTANWÄLTE MBB (Postfach 10 54 62, Stuttgart, 70047, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Anbaugerät zur abtragenden oder glättenden Bearbeitung von Wänden oder

Decken für eine mobile Handhabungsvorrichtung (10), insbesondere für eine mobi le Arbeitsmaschine (12), wobei das Anbaugerät (100) Folgendes aufweist:

eine Montageeinheit (104) zur Aufnahme an einer Anbauschnittstelle (38) der Handhabungsvorrichtung (10),

wobei die Montageeinheit (104) zumindest zwei zueinander versetzte Schwenkpo sitionen (190, 192, 194) für das Anbaugerät (100) bereitstellt, und

einen Bearbeitungskopf (102), der mit zumindest einem Werkzeug zur abtragen den oder glättenden Bearbeitung bestückbar ist,

gekennzeichnet durch

eine Kompensationsanordnung (106) zwischen der Montageeinheit (104) und dem Bearbeitungskopf (102), die eine Längsachse (246) definiert,

wobei der Bearbeitungskopf (102) relativ zur Montageeinheit (104) in einer Längs richtung (160) entlang der Längsachse (246) verfahrbar ist, und

wobei die Kompensationsanordnung (106) dazu ausgestaltet ist, in einem definier ten Arbeitsbereich (172) entlang der Längsachse (246) eine definierte Anpresskraft für den Bearbeitungskopf (102) in Richtung auf die zu bearbeitende Oberfläche be reitzustellen.

2. Anbaugerät nach Anspruch 1 , wobei die Kompensationsanordnung (106) im

Arbeitsbereich (172) Positionsveränderungen der Anbauschnittstelle (38) der Handhabungsvorrichtung (10) entlang der Längsachse (246) kompensiert.

3. Anbaugerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei im Arbeitsbereich (172) der Kompen sationsanordnung (106) Ausgleichsbewegungen entlang der Längsachse (246) von betragsmäßig mindestens 200 mm, vorzugsweise mindestens 300 mm, weiter bevorzugt von mindestens 400 mm, ermöglicht sind.

4. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Kompensationsanord nung (106) in einem ersten Betriebsmodus und zumindest einem zweiten Be triebsmodus betreibbar ist, wobei der erste Betriebsmodus eine vertikale Orientie rung der Längsachse (246) und der zumindest eine zweite Betriebsmodus eine ho rizontale Orientierung der Längsachse (246) berücksichtigt.

5. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Kompensationsanord nung (106) derart geregelt wird, dass im Arbeitsbereich (172) eine im Wesentli chen konstante Anpresskraft bereitsteht, wobei eine resultierende Anpresskraft im Arbeitsbereich (172) vorzugsweise um maximal 15 %, weiter bevorzugt um maxi mal 10 %, noch weiter bevorzugt um maximal 5 % schwankt.

6. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Kompensationsanord nung (106) zumindest einen Arbeitszylinder (250) umfasst, der sich in der Längs richtung (160) erstreckt, wobei der Arbeitszylinder (250) an eine Druckmittelver- sorgung (64) der Handhabungsvorrichtung (10) anschließbar ist, wobei die Rege lung eines Ist-Drucks im Arbeitszylinder (250) bei gegebenem Versorgungsdruck durch eine Druckregelung erfolgt, die beim Anbaugerät (100) selbst vorgesehen ist.

7. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Kompensationsanord nung (106) ferner eine Längsführung (230) für den Bearbeitungskopf (102) um fasst, die unabhängig von einer aktuellen Orientierung des Anbaugerätes (100) ei ne Bewegung des Bearbeitungskopfes (102) in der Längsrichtung (160) führt.

8. Anbaugerät nach Anspruch 7, wobei die Längsführung (230) als Rollenführung gestaltet ist.

9. Anbaugerät nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Längsführung (230) einen Füh rungsrahmen (232) umfasst, in dem ein relativ zum Führungsrahmen (232) ver fahrbarer Profilschlitten (234) aufgenommen ist, der sich am Führungsrahmen (232) abstützt, und wobei der Bearbeitungskopf (102) an einem Ende des Pro filschlittens (234) aufgenommen ist.

10. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Kompensationsanord nung (106) ferner einen visuellen Indikator (162) zur Veranschaulichung einer ak tuellen Arbeitsposition des Bearbeitungskopfes (102) im Arbeitsbereich (172) auf weist.

1 1. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Bearbeitungskopf (102) über eine Gelenkanordnung (108) mit einem Ende der Kompensationsan ordnung (106) verbunden ist, und wobei zumindest ein Vorspannelement (148,

150) vorgesehen ist, das den Bearbeitungskopf (102) in Richtung auf eine Soll- Orientierung drängt.

12. Anbaugerät nach Anspruch 1 1 , wobei die Gelenkanordnung (108) als kardanische Gelenkanordnung gestaltet ist und zwei Schwenkachsen (144, 146) bereitstellt, die senkrecht zueinander und senkrecht zur Längsachse (246) orientiert sind.

13. Mobile Handhabungsvorrichtung, insbesondere mobile Arbeitsmaschine (12), die Folgendes aufweist:

ein Fahrwerk (14) mit einem Fahrantrieb (62),

einen Aufbau (18), der einen steuerbaren Ausleger (30) trägt,

eine Druckmittelversorgungseinheit (64), und

eine Steuereinrichtung (60),

gekennzeichnet durch

ein Anbaugerät (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei das Anbaugerät (100) an einer Anbauschnittstelle (38) am Ausleger (30) aufgenommen ist,

wobei die Kompensationsanordnung (106) über die Druckmittelversorgungseinheit (64) mit einem Druckmittel versorgt wird,

wobei die Steuereinrichtung (60) dazu ausgebildet ist, das Anbaugerät (100) in ei ner definierten Orientierung relativ zu einer Wand (200, 202, 204) oder Decke (206) zu führen und während einer Vorschubbewegung des Anbaugerätes (100) entlang der Wand (200, 202, 204) oder Decke (206), die durch Bedienerbefehle gesteuert wird, die Anbauschnittstelle (38) in einem definierten Abstandbereich von der Wand (200, 202, 204) oder Decke (206) zu positionieren, und

wobei die Kompensationsanordnung (106) die Anpresskraft für den Bearbeitungs kopf (102) in Richtung auf die zu bearbeitende Oberfläche bereitstellt und sich das Anbaugerät (100) dabei an der Handhabungsvorrichtung (10) abstützt.

14. Handhabungsvorrichtung (10) nach Anspruch 13, wobei der Aufbau (18) gegen über dem Fahrwerk (14) verdrehbar ist, wobei der Ausleger (30) einen ersten Armabschnitt (32), einen zweiten Armabschnitt (34) und einen dritten Armabschnitt (36) aufweist, die eine offene Kette bilden und relativ zueinander verschwenkbar sind, wobei der erste Armabschnitt (32) verschwenkbar am Aufbau (18) aufge nommen ist, wobei der dritte Armabschnitt (36) die Anbauschnittstelle (38) trägt, die verschwenkbar am dritten Armabschnitt (36) aufgenommen ist, wobei

Schwenkachsen (42, 44, 46, 46) der Armabschnitte (32, 34, 36) des Auslegers (30) jeweils parallel zueinander und senkrecht zu einer Drehachse (22) des Auf baus (18) gegenüber dem Fahrwerk (14) orientiert sind, und wobei den Schwenk achsen (42, 44, 46, 46) und der Drehachse (22) Antriebe (20, 50, 52, 54, 56) zu geordnet sind, die über die Steuereinrichtung (60) steuerbar sind.

15. Handhabungsvorrichtung (10) nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Anbauschnitt stelle (38) um eine Schwenkachse (48), vorzugsweise relativ zum dritten Armab schnitt (36), verschwenkbar ist, um eine parallele Orientierung des Bearbeitungs kopfes (102) relativ zur Wand (200, 202, 204) oder Decke (206) zu gewährleisten.

16. Handhabungsvorrichtung (10) nach Anspruch 14 oder 15, wobei die Steuereinrich tung (60) zumindest in einem Horizontalmodus oder einen Vertikalmodus betreib bar ist, wobei die Steuereinrichtung (60) im Horizontalmodus die Antriebe der Handhabungsvorrichtung (10) derart ansteuert, dass das Anbaugerät (100) ent lang eines horizontalen Pfades verfahren wird, und wobei die Steuereinrichtung (60) im Vertikalmodus die Antriebe der Handhabungsvorrichtung (10) derart an steuert, dass das Anbaugerät (100) entlang eines vertikalen Pfades verfahren wird.

17. Handhabungsvorrichtung (10) nach Anspruch 16, wobei die Steuereinrichtung (60) vorzugsweise im Horizontalmodus Bewegungen des Anbaugerätes (100) in einer Horizontalebene ermöglicht und im Vertikalmodus Bewegungen des Anbaugerä tes (100) in einer Vertikalebene ermöglicht.

18. Verwendung eines Anbaugerätes nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit einer Handhabungsvorrichtung (10) zur abtragenden oder glättenden Bearbeitung von Wänden (200, 202, 204) oder Decken (206), wobei die Handhabungsvorrichtung (10) vorzugsweise als fernbedienbare mobile Arbeitsmaschine (12) ausgestaltet ist, wobei das Anbaugerät (100) unabhängig von Steuerbefehlen durch die Hand habungsvorrichtung (10) betreibbar und entlang einer zu bearbeitenden Oberflä che verfahrbar ist.

Description:
Anbaugerät sowie Handhabunasvorrichtuna mit einem Anbaugerät

[0001] Die vorliegende Offenbarung bezieht sich auf ein Anbaugerät zur abtra genden oder glättenden Bearbeitung von Wänden oder Decken für eine mobile Handha bungsvorrichtung, insbesondere für eine mobile Arbeitsmaschine. Ferner bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf eine Handhabungsvorrichtung, insbesondere eine mobile Arbeitsmaschine, die ein Fahrwerk, einen Aufbau und einen Ausleger aufweist, wobei am Ausleger ein Anbaugerät aufgenommen ist. Die Offenbarung bezieht sich ferner auf eine Verwendung eines Anbaugerätes mit einer Handhabungsvorrichtung.

[0002] Ein Anbaugerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der EP 2 960 014 A2 bekannt. Diese Dokument offenbart eine Schleif- und/oder Fräsvorrichtung zum Abschleifen und/oder Fräsen von Flächen wie Wänden, Decken und Böden oder dergleichen eines Gebäudes bei dessen Sanierung, umfassend einen Schleif-/Fräskopf mit wenigstens einer motorisch antreibbaren Schleifscheibe und/oder Fräse zur abrasiven Bearbeitung der Fläche und/oder der Beschichtung der Fläche, wobei die Schleif und/oder Fräsvorrichtung einen Schleif- und/oder Fräskopf umfasst, der über eine An kopplungsvorrichtung an einem Bewegungsarm anbringbar ist. [0003] Die EP 2 960 014 A2 beschreibt in einer Ausgestaltung eine sogenannte Teleskopvorrichtung zwischen dem Schleif-/Fräskopf und der Ankopplungsvorrichtung.

Die EP 2 960 014 A2 geht jedoch nicht auf spezifische Gestaltungen einer solchen Teleskopvorrichtung ein. Dies betrifft insbesondere die konkrete Funktion bei der Decken bearbeitung.

[0004] Geräte zur abtragenden, glättenden und/oder aufrauenden Bearbeitung im Sinne der vorliegenden Offenbarung sind etwa als Poliermaschinen, Schleifmaschinen und oder Fräsmaschinen zur Bearbeitung ebener Flächen gestaltet. Dies umfasst übli cherweise die Bereitstellung eines Bearbeitungskopfes, der ein Werkzeug oder mehrere Werkzeuge trägt. Die Werkzeuge werden angetrieben, um eine Relativbewegung zwi schen den Werkzeugen und der zu bearbeitenden Fläche zu bewirken.

[0005] Ein Hauptanwendungsgebiet solcher Maschinen ist die Bodenbearbei tung. Demgemäß sind Maschinen zur Bearbeitung (Schleifen, Polieren, Reinigen, Fräsen, etc.) von Betonböden, Steinböden und sonstigen Untergründen bekannt. Beispielhaft wird in diesem Zusammenhang auf die WO 94/08752 A1 verwiesen, die eine Maschine zur Bearbeitung von Steinböden beschreibt.

[0006] Die vorliegende Offenbarung bezieht sich jedoch auf Geräte, welche in erster Linie zur Bearbeitung entsprechender ebener Flächen an Wänden und/oder Decken ausgebildet sind. Im Sinne der vorliegenden Offenbarung soll der Begriff Wand Seitenwände sowie Deckenwände umfassen. Der Begriff Wand bezieht sich jedoch nicht auf einen Boden bzw. eine Bodenfläche.

[0007] Es gibt Bestrebungen, Maschinen bereitzustellen, die sich zur abtragen den oder glättenden Bearbeitung von Wänden, also nicht von Böden, eignen. Bei der Bearbeitung von Beton, Estrich, Natursteinen, etc. muss eine gewisse Anpresskraft bzw. ein gewisser Auflagedruck bereitgestellt werden. Nur dann kann das Werkzeug abtragend oder glättend auf den entsprechenden Werkstoff einwirken. Handelsübliche Bearbei tungsköpfe für Maschinen zur Bodenbearbeitung wirken beispielsweise mit einem Aufla gegewicht von 80-300 kg auf den Boden. Demgemäß wird der erforderliche Anpressdruck ganz einfach durch das Eigengewicht der Maschine bereitgestellt. Da das Eigengewicht keinen spürbaren Schwankungen unterliegt, ist der Auflagedruck konstant. Dies ist wichtig für die Qualität des Bearbeitungsergebnisses.

[0008] Damit erklärt sich auch, dass Maschinen, die für die Bodenbearbeitung ausgelegt sind, nicht für die Bearbeitung von Seitenwänden oder Decken geeignet sind. Man müsste sodann nicht nur das Eigengewicht der Maschine selbst tragen, sondern zusätzlich auch den gewünschten Anpressdruck bereitstellen, und zwar ohne große Schwankungen.

[0009] Ein Ansatz geht dahin, die Maschinen als Anbaugerät auszulegen, wel ches an einem Ausleger einer Handhabungsvorrichtung oder einer mobilen Arbeitsma schine montierbar ist. In diesem Zusammenhang wird neben der EP 2 960 014 A2 beispielhaft auf die Dokumente WO 2007/141320 A1 , DE 10 2006 056 179 A1 sowie FR 2 725 932 A1 verwiesen. Eine exemplarische Gestaltung einer geeigneten Handhabungs vorrichtung, die als mobile Arbeitsmaschine mit Fernsteuerung gestaltet ist, ist aus der EP 2 508 680 A1 bekannt.

[0010] Demgemäß sind Anbaugeräte zum Schleifen oder Fräsen von Wänden oder Decken jedenfalls in allgemeiner Form bekannt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass in der Praxis noch Nachteile bestehen, wodurch eine Beeinträchtigung der Leistungsfähig keit und insbesondere der Qualität des Arbeitsergebnisses drohen kann.

[0011] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Offenbarung die Aufgabe zugrunde, ein entsprechendes Anbaugerät sowie eine mit einem solchen Anbaugerät versehene Handhabungsvorrichtung anzugeben, die die Bearbeitung von Wänden oder Decken erlauben und bekannte Ausgestaltungen weiterbilden. Vorzugsweise kann die Abtragsleistung und/oder Flächenleistung erhöht werden. Weiter bevorzugt wird eine hohe, gleichbleibende Bearbeitungsqualität gewährleistet. Das Anbaugerät ist möglichst derart gestaltet, dass die Bearbeitung für einen Bediener einfach steuerbar und kontrol lierbar ist. Ferner ist das Anbaugerät möglichst derart gestaltet, dass ein universeller Einsatz mit verschiedensten Arten von Handhabungsvorrichtungen, Arbeitsmaschinen, Geräteträgern, etc. möglich ist. Es ist wünschenswert, dass das Anbaugerät möglichst autark gestaltet ist, zumindest betreffend eine Steuerung/Regelung bzw. allgemein einen Informationsaustausch mit einer Steuereinrichtung der Handhabungsvorrichtung. Nach Möglichkeit soll also das Anbaugerät derart gestaltet sein, dass übliche Handhabungsvor richtung ohne großen Rüstaufwand für die Verwendung des Anbaugerätes ertüchtigt werden können.

[0012] Schließlich soll im Rahmen der vorliegenden Offenbarung eine entspre chende Verwendung eines Anbaugerätes zur Bearbeitung von Decken oder Wänden angegeben werden.

[0013] Das Anbaugerät betreffend wird die Aufgabe der Erfindung durch ein Anbaugerät zur abtragenden oder glättenden Bearbeitung von Wänden oder Decken für eine mobile Handhabungsvorrichtung, insbesondere für eine mobile Arbeitsmaschine, gelöst, wobei das Anbaugerät Folgendes aufweist:

- eine Montageeinheit zur Aufnahme an einer Anbauschnittstelle der Handhabungs vorrichtung,

wobei die Montageeinheit zumindest zwei zueinander versetzte Schwenkpositio nen für das Anbaugerät bereitstellt,

- einen Bearbeitungskopf, der mit zumindest einem Werkzeug zur abtragenden oder glättenden Bearbeitung bestückbar ist, und

- eine Kompensationsanordnung zwischen der Montageeinheit und dem Bearbei tungskopf, die eine Längsachse definiert,

wobei der Bearbeitungskopf relativ zur Montageeinheit in einer Längsrichtung ent lang der Längsachse verfahrbar ist, und

wobei die Kompensationsanordnung dazu ausgestaltet ist, in einem definierten Ar beitsbereich entlang der Längsachse eine definierte Anpresskraft für den Bearbei tungskopf in Richtung auf die zu bearbeitende Oberfläche bereitzustellen.

[0014] Erfindungsgemäß erlaubt die Kompensationsanordnung nämlich eine einfache Bedienung während der Bearbeitung, ohne dass der Bediener überfordert wird. Es hat sich gezeigt, dass aufwändige Regelungen zu einer komplizierten Bedienung führen, welche in der Praxis nicht akzeptiert wird. Vorzugsweise werden keine Steuerbe fehle oder sonstige Informationen zwischen dem Anbaugerät und der Handhabungsvor richtung ausgetauscht. Mit anderen Worten ist das Anbaugerät zumindest in beispielhaf ten Ausführungsformen steuerungsautark gestaltet.

[0015] Streng genommen müsste nämlich der Bediener einerseits die Handha bungsvorrichtung steuern, welche ihrerseits eine Haltekraft aufzubringen hat, um das Anbaugerät mit dem gewünschten Druck gegen die Wand oder Decke zu pressen. Es hat sich gezeigt, dass eine Handhabungsvorrichtung, die ja auch eine Vorschubbewegung des Bearbeitungskopfes entlang der zu bearbeitenden Fläche erzeugt, die gewünschte Anpresskraft nicht mit der geforderten Genauigkeit und Konstanz bereitstellen kann. Übermäßig hohe Druckschwankungen würden jedoch das Bearbeitungsergebnis beein trächtigen.

[0016] Somit wird gemäß dem obigen Aspekt davon ausgegangen, dass die Handhabungsvorrichtung eine gewisse Haltekraft aufbringt, um das Anbaugerät abzustüt zen, aber nicht für die Einhaltung der gewünschten Genauigkeit der Anpresskraft verant wortlich ist. Die Kompensationsanordnung beim Anbaugerät selbst sorgt dafür, dass die resultierende Anpresskraft in einem hinreichend kleinen Toleranzbereich liegt. Die Kombi nationsanordnung kann also Druckschwankungen, die auf Ortsveränderungen oder sonstige Schwankungen der Haltekraft zurückgehen, in zumindest einem gewissen Arbeitsbereich (Abstandsbereich in Bezug auf die Bearbeitungsfläche) ausgleichen. Vorzugsweise ist der Arbeitsbereich hinreichend groß, so dass in der Praxis bei üblichen Auslenkungen oder Bewegungen zwischen dem Bearbeitungskopf und der Anbauschnitt stelle der Handhabungsvorrichtung gleichwohl eine möglichst konstante Anpresskraft vorliegt. Vorzugsweise ist hierfür kein Bedieneingriff des Bedieners direkt am Anbaugerät erforderlich.

[0017] Dieser Ansatz sorgt für eine praktikable und verständliche Bedienung und ermöglicht ferner eine möglichst autarke Gestaltung des Anbaugerätes. Das Anbau gerät ist ohne großen Aufwand für die Umrüstung mit verschiedenen Handhabungsvor richtungen nutzbar. Der Bediener kann sich, abgesehen von einer Grobausrichtung, während der Bearbeitung auf die Vorschubbewegung entlang der zu bearbeitenden Fläche konzentrieren. Lediglich dann, wenn die gegebenen Wegschwankungen größer als der Arbeitsbereich sind, wäre ein Eingriff erforderlich, etwa durch Neuausrichtung der Handhabungsvorrichtung.

[0018] Die Handhabungsvorrichtung trägt das Eigengewicht des Anbaugerätes. Die Handhabungsvorrichtung fungiert idealerweise als "steifes" Lager für das Anbaugerät, um entsprechende Gegenkräfte aufzunehmen. Ein "Spiel" in der klimatischen Kette der Handhabungsvorrichtung oder allgemein ein "Nachgeben" der Handhabungsvorrichtung kann durch die Kompensationsanordnung ausgeglichen werden.

[0019] Vorzugsweise stellt die Montageeinheit zumindest eine Position zur De ckenbearbeitung sowie eine weitere Position zur Bearbeitung (seitlicher) Wände bereit. Es versteht sich, dass mehr als zwei Positionen bereitgestellt werden können, etwa um eine Bearbeitung rechtsseitiger Wände und linksseitiger Wände ohne ein Umsetzen der Handhabungsvorrichtung zu ermöglichen. Ferner können entsprechende Positionen zur Bearbeitung von Schrägen bereitgestellt werden.

[0020] Der Bearbeitungskopf ist mit einem Antrieb versehen oder mit einem An trieb gekoppelt. Bei dem Antrieb kann es sich um einen elektromotorischen Antrieb oder einen fluidischen Antrieb (Hydraulik oder Thematik) handeln. Die Energie für den Antrieb kann dem Anbaugerät über die Handhabungsvorrichtung bereitgestellt werden. Grund sätzlich sind auch verbrennungsmotorische Antriebe vorstellbar.

[0021] Das Anbaugerät eignet sich zur Bearbeitung von Beton, Naturstein, Putzmaterial, Gips, usw. Das Anbaugerät kann mit Werkzeugen zum Schleifen, Fräsen, Polieren, Stocken und/oder Reinigen versehen sein. Bei dem Stocken oder der Stock technik handelt es sich um ein Verfahren zum Aufrauen von Oberflächen. Auf diese Weise wird eine definierte Profilierung der Oberfläche erzeugt.

[0022] Vorzugsweise kann das Anbaugerät über lediglich einen Schalter akti viert werden. Wenn ein solcher Schalter sowohl die Kompensationsanordnung als auch den Bearbeitungskopf aktiviert, sind vor oder während der Bearbeitung keine weiteren direkten Steuereingriffe durch den Bediener am Anbaugerät erforderlich. Sofern ein aktueller Bearbeitungsmodus (Wand oder Decke bzw. horizontal oder vertikal) und eine Soll-Geschwindigkeit des zumindest einen Werkzeugs am Bearbeitungskopf bekannt sind, genügt eine einfache Aktivierung über einen AN/AUS Schalter. Die Positionssteue rung erfolgt sodann über die Handhabungsvorrichtung ohne direkten Steuereingriff beim Anbaugerät. So kann der Bediener das Anbaugerät mit dem Arbeitskopf etwa in einem bestimmten Abstand von einer Wand (oder Decke) positionieren. Nach Aktivierung des Aktivierungsschalters wird der Bearbeitungskopf angetrieben, ferner wird die Kompensati onsvorrichtung aktiviert, die sodann den Bearbeitungskopf mit der gewünschten Anpress kraft gegen die Wand (oder Decke) presst. Dies vereinfacht die Bedienung deutlich. Am Anbaugerät sind wenige Schalter erforderlich, vorzugsweise nur zwei Schalter oder sogar lediglich ein Schalter.

[0023] Bei dem definierten Arbeitsbereich handelt es sich vorzugsweise um ei nen vordefinierten Wegbereich entlang der Längsachse. Die Längsachse definiert eine lokale Längsrichtung des Anbaugerätes. Die Längsachse ist während der Bearbeitung senkrecht zur bearbeiteten Fläche, so dass der Arbeitsbereich einen Abstand bzw.

Abstandsbereich zu dieser Fläche beschreibt.

[0024] Bei der Handhabungsvorrichtung handelt es sich beispielsweise um eine mobile Arbeitsmaschine mit einer Mehrzahl von Bewegungsachsen und mit einer offenen Kinemathek, an deren Endglied das Anbaugerät aufgenommen ist. Bei der Kinematik kann es sich etwa um eine Mehrzahl zueinander verschwenkbarer Arme handeln. Im Sinne der vorliegenden Offenbarung wird derjenige Abschnitt oder dasjenige Teil, wel cher/welches der zu bearbeitenden Fläche näherliegt, als distaler Abschnitt oder distales Teil bezeichnet. Derjenige Abschnitt oder dasjenige Teil, welcher/welches weiter von der zu bearbeitenden Fläche beabstandet ist, wird als proximaler Abschnitt oder proximales Teil bezeichnet. Nachfolgend werden die Begriffe proximal und distal zur Veranschauli chung und Unterscheidung entsprechender Abschnitte bzw. Endbereiche von Teilen und Baugruppen verwendet. Im Sinne der obigen Definition ist das Anbaugerät am distalen Ende der klimatischen Kette der Handhabungsvorrichtung angeordnet. [0025] Bei der Bearbeitung im Sinne der vorliegenden Offenbarung entsteht re gelmäßig Abrieb bzw. Abtrag. Dies kann einerseits zur Staubentwicklung führen. Oft ist deshalb eine Staubabsaugung vorgesehen. Ferner ist auch die Nassbearbeitung bekannt, bei der eine Flüssigkeit zur Staubbindung aufgebracht wird. Gleichwohl ist regelmäßig davon auszugehen, dass die unmittelbar bearbeitete Stelle verschmutzt ist, so dass es auch für einen erfahrenen Bediener nicht einfach ist, sofort zu beurteilen, ob die vorlie gende Anpresskraft bzw. ob weitere Bearbeitungsparameter günstig gewählt ist/sind.

Auch in diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn die Kompensationsanordnung die Anpresskraft zumindest in Arbeitsbereich reguliert bzw. ausgleicht.

[0026] Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes kompen siert die Kompensationsanordnung im Arbeitsbereich Positionsveränderungen der Anbau schnittstelle der Handhabungsvorrichtung entlang der Längsachse. Der Arbeitsbereich kann einen bestimmten Weg umfassen, etwa ausgehend von einer Neutralstellung (Null- Stellung) jeweils eine definierte Wegabweichung in beide Richtungen. Beispielhaft um fasst der Arbeitsbereich 250 mm, wobei ausgehend von einer Neutralstellung jeweils 125 mm für entsprechende Wegschwankungen in beide Richtungen vorgesehen sind. Aufga be der Kompensationsanordnung ist es somit, auch im Falle einer Wegschwankung gleichwohl eine hinreichend hohe und möglichst konstante Anpresskraft bzw. einen entsprechenden Anpressdruck bereitzustellen.

[0027] Mit anderen Worten ist die Kompensationsanordnung in einer beispiel haften Ausführungsform dazu ausgestaltet, in einem Arbeitsbereich von etwa 250 mm ein im Wesentlichen konstante oder konstante Anpresskraft zu gewährleisten. Der Arbeitsbe reich liegt beispielsweise in einem Bereich von 250 mm +/- 25 mm.

[0028] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes sind im Arbeitsbereich der Kompensationsanordnung Ausgleichsbewegungen entlang der Längsachse von betragsmäßig mindestens 200 mm ermöglicht. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind Ausgleichsbewegungen von betragsmäßig mindestens 300 mm ermöglicht. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind Ausgleichsbewegungen von betragsmäßig mindestens 400 mm ermöglicht. Die Werte verstehen sich jeweils als Summe der Abweichungen in beide Richtungen, ausgehend von der Neutralstellung. [0029] Der Bediener richtet die Handhabungsvorrichtung derart aus, dass sich das Anbaugerät möglichst in der Neutralstellung der Kompensationsanordnung befindet. Wenn in dieser Stellung mit der Bearbeitung begonnen wird, steht genügend Kompensa tionsraum für mögliche Ausgleichsbewegungen zur Verfügung. Das Ziel ist die Bereitstel lung einer möglichst konstanten Anpresskraft.

[0030] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes ist die Kompensationsanordnung in einem ersten Betriebsmodus und zumindest einem zweiten Betriebsmodus betreibbar, wobei der erste Betriebsmodus eine vertikale Orientie rung der Längsachse und der zumindest eine zweite Betriebsmodus eine horizontale Orientierung der Längsachse berücksichtigt (bzw. dafür ausgelegt ist). In einem weiteren Betriebsmodus kann ebenso eine horizontale Orientierung der Längsachse vorliegen, wobei das Anbaugerät um 180° verschwenkt ist. Der weitere (zweite) Betriebsmodus für dafür ausgelegt. Auf diese Weise kann eine rechte Wand bzw. eine linke Wand bearbeitet werden.

[0031] Hierbei ist anzumerken, dass bei vertikaler Orientierung zur Deckenbe arbeitung das Eigengewicht in anderer Weise wirkt als bei horizontaler Orientierung zur Bearbeitung seitlicher Wände. Dies muss bei der Bereitstellung der gewünschten An presskraft entsprechend berücksichtigt werden. Es geht also nicht nur darum, das Anbau gerät zu Verschwenken. Zumindest die Kompensationsanordnung sollte sodann an die gegebene Orientierung angepasst werden, etwa durch Wahl einer entsprechenden Betriebsart. Ein denkbarer Zielwert für den Anpressdruck bzw. die Anpresskraft kann etwa 750-1800 N (Newton) betragen, unabhängig von der Orientierung.

[0032] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes wird die Kompensationsanordnung derart geregelt, dass im Arbeitsbereich eine im Wesentlichen konstante Anpresskraft bereitsteht. Dies gilt jedenfalls für übliche Anwen dungsfälle ohne bewusste oder unbewusste Fehlbedienung. Gemäß einem Ausführungs beispiel schwankt eine resultierende Anpresskraft im Arbeitsbereich um maximal 15 %. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel schwankt die resultierende Anpresskraft im Arbeitsbereich um maximal 10 %. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel schwankt die resultierende Anpresskraft im Arbeitsbereich um maximal 5 %. Mit anderen Worten kann die Kompensationsanordnung auch bei deutlichen Ausgleichsbewegungen eine hinreichend konstante Anpresskraft bewirken.

[0033] Sofern im Rahmen dieser Offenbarung von einer definierten Anpress kraft die Rede ist, so kann hierunter auch ein definierter Toleranzbereich bzw. Schwan kungsbereich verstanden werden. Es versteht sich im Kontext der Anwendung, dass es nicht um absolute Genauigkeit geht, sondern darum, ein gleichbleibendes Arbeitsergebnis ohne größere Schwankungen zu ermöglichen.

[0034] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes umfasst die Kompensationsanordnung zumindest einen Arbeitszylinder, der sich in der Längsrichtung erstreckt, wobei der Arbeitszylinder an eine Druckmittelversorgung der Handhabungsvorrichtung anschließbar ist, und wobei die Regelung eines Ist-Drucks im Arbeitszylinder bei gegebenem Versorgungsdruck durch eine Druckregelung erfolgt, die beim Anbaugerät selbst vorgesehen ist. Bei Wegschwankungen, die sich entsprechend auf die Stellung des Arbeitszylinders auswirken, sorgt die integrierte Druckregelung dafür, dass das gewünschte Druckniveau bzw. das Kraftniveau beim Bearbeitungskopf beibehal ten wird. Der Arbeitszylinder erstreckt sich beispielsweise zwischen einem proximalen Ende und einem distalen Ende der Kompensationsanordnung.

[0035] Es ist nicht erforderlich, diese Regelung an die Handhabungsvorrichtung auszulagern. Stattdessen genügt es, wenn die Handhabungsvorrichtung einen bestimm ten Eingangsdruck bereitstellt, wobei Druckschwankungen im bereitgestellten System druck (Versorgungsdruck) im Anbaugerät durch geeignete Bauteile (Druckminderer oder dergleichen) nivelliert werden.

[0036] Ferner wird der Bediener von der Aufgabe der Kontrolle und gegebenen falls Nachregelung des Drucks befreit. Eine Druckregelung beim Anbaugerät sorgt dafür, dass unabhängig von der aktuellen Stellung des Arbeitszylinders, zumindest im Arbeitsbe reich, möglichst dasselbe Druckniveau anliegt, um die gewünschte Anpresskraft bereitzu stellen. Dies heißt mit anderen Worten, es ist auch nicht erforderlich, die Handhabungs vorrichtung permanent neu auszurichten, um etwaige Wegschwankungen in der Längs- richtung auszugleichen. Dies wäre gegebenenfalls dann erforderlich, wenn vorhandene Schwankungen oder Abweichungen größer als der gegebene Arbeitsbereich sind.

[0037] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes umfasst die Kompensationsanordnung ferner eine Längsführung für den Bearbeitungs kopf, die unabhängig von einer aktuellen Orientierung des Anbaugerätes eine Bewegung des Bearbeitungskopfes in der Längsrichtung führt. Beispielhaft ist die Längsführung als Rollenführung ausgestaltet. Die Führung ist reibungsgünstig gestaltet. Wenn eine separa te Führung gegeben ist, liegt die Führungsaufgabe nicht oder nicht allein beim Arbeitszy linder. Etwaige (seitliche) Führungskräfte, die auf den Arbeitszylinder einwirken, können minimiert werden. Die Längsführung sorgt für eine Zwangsführung in der Längsrichtung. Vorzugsweise ist die Längsführung als geschlossene Führung gestaltet, so dass unab hängig von einer aktuellen Orientierung des Anbaugerätes die Führungsfunktion gewähr leistet ist.

[0038] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes umfasst die Längsführung einen Führungsrahmen, in dem ein relativ zum Führungsrah men verfahrbarer Profilschlitten aufgenommen ist, der sich am Führungsrahmen abstützt, wobei der Bearbeitungskopf an einem Ende des Profilschlittens aufgenommen ist.

[0039] Mit anderen Worten ist eines der beiden relativ zueinander beweglichen Führungsteile mit dem Bearbeitungskopf gekoppelt. Das andere Führungsteil ist mit der Montageeinheit gekoppelt. Somit ist zwischen dem Bearbeitungskopf und der Montage einheit eine Bewegung entlang der Längsachse ermöglicht. Beispielweise umfasst der Arbeitszylinder ein Zylindergehäuse sowie eine im Zylindergehäuse aufgenommene Kolbenstange. Beispielweise ist die Kolbenstange mit dem Bearbeitungskopf gekoppelt. Demgemäß ist das Zylindergehäuse mit der Montageeinheit gekoppelt. Eine umgekehrte Zuordnung ist gleichwohl auch denkbar. Die Kompensationsanordnung kann auch als Teleskopführung oder teleskopierbare Kompensationsanordnung bezeichnet werden.

[0040] Beispielhaft umfasst die Führung ein Schlittenprofil bzw. einen Schlitten, der rollengeführt bzw. rollengelagert ist. Eine denkbare Gestaltung der Längsführung beinhaltet Führungsbahnen an den Längskanten des Schlittenprofils, wobei die Wälzkör per oder Rollen mit entsprechenden V-Nuten oder U-Nuten versehen sind, die die Kanten des Schlittenprofils kontaktieren. Demgemäß kann das Schlittenprofil umfänglich vier Kanten aufweisen, an denen entsprechende Wälzkörper oder Rollen angeordnet sind. Damit wird die Führungsfunktion unabhängig von der aktuellen Orientierung des Anbau gerätes gewährleistet.

[0041] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes weist die Kompensationsanordnung ferner einen visuellen Indikator zur Veranschauli chung einer aktuellen Arbeitsposition des Bearbeitungskopfes im Arbeitsbereich auf. Der visuelle Indikator ist optisch für den Bediener gut wahrnehmbar am Anbaugerät ange bracht. Es kann sich dabei ganz einfach um einen Zeiger handeln, dem eine Skala zugeordnet ist, die beispielsweise den Arbeitsbereich widerspiegelt. Beispielsweise weist das Anbaugerät an zwei oder mehr Seiten entsprechende Zeiger auf, so dass unabhängig von einer aktuellen Orientierung des Anbaugerätes die Wahrnehmung des Indikators gewährleistet ist.

[0042] Auch diese Maßnahme hat den Vorteil, dass kein Informationsaustausch mit der Handhabungsvorrichtung erforderlich ist, um den Bediener die Information bereit zustellen. Beispielhaft kann die Skala neben quantitativen Informationen (etwa die Länge und Unterteilung des Arbeitsbereichs) auch qualitative Informationen enthalten, beispiels weise eine Farbcodierung. So kann beispielsweise die Farbe Grün einen mittleren Bereich der Skala kennzeichnen, in dem sich die Neutralstellung befindet. In Richtung auf die beiden Ränder der Skala kann beispielsweise ein Farbwechsel über Gelb hin zu Rot erfolgen. Wenn sich der Zeiger im roten Bereich befindet, veranlasst dies den Bediener, eine Neupositionierung der Handhabungsvorrichtung vorzunehmen, oder in sonstiger Weise auf die Handhabungsvorrichtung bzw. das Anbaugerät einzuwirken.

[0043] Umgekehrt kann der Indikator dem Bediener dahingehend Rückmeldung geben, dass die Bearbeitung der Wand oder der Decke ordnungsgemäß abläuft, und dass sich die Anpresskraft im erforderlichen Rahmen bewegt. [0044] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes ist der Bearbeitungskopf über eine Gelenkanordnung mit einem Ende der Kompensati onsanordnung verbunden. Beispielhaft ist zumindest ein Vorspannelement vorgesehen, das den Bearbeitungskopf in Richtung auf eine Soll-Orientierung drängt. Die Gelenkan ordnung sorgt dafür, dass der Betätigungskopf möglichst parallel zur zu bearbeitenden Fläche ausgerichtet ist. Die Gelenkanordnung ist am distalen Ende der Kompensations anordnung angeordnet.

[0045] Durch die Anpresskraft bzw. den Anpressdruck erfolgt die Ausrichtung des Bearbeitungskopfes. Gleichwohl können Vorspannelemente, etwa Federn in Form von Zugfedern, dazu beitragen, dass der Bearbeitungskopf auch dann günstig in Bezug auf die Längsachse positioniert ist, wenn kein Kontakt mit dem zu bearbeitenden Ab schnitt besteht.

[0046] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung des Anbaugerätes ist die Gelenkanordnung als kardanische Gelenkanordnung gestaltet, die zwei Schwenk achsen bereitstellt, die senkrecht zueinander und senkrecht zur Längsachse orientiert sind. In einer beispielhaften Ausgestaltung schneiden sich die beiden Schwenkachsen, wobei auch die Längsachse die Schwenkachsen schneidet. Die kardanische Aufhängung des Anbaugerätes ermöglicht in einfacher Weise gegebenenfalls erforderliche Aus gleichsbewegungen zur Gewährleistung der gewünschten parallelen Auflage des Bearbei tungskopfes.

[0047] Die Aufgabe der Erfindung wird ferner durch eine mobile Handhabungs vorrichtung, insbesondere eine mobile Arbeitsmaschine, gelöst, die Folgendes aufweist:

- ein Fahrwerk mit einem Fahrantrieb,

einen Aufbau, der einen steuerbaren Ausleger trägt,

- eine Druckmittelversorgungseinheit,

eine Steuereinrichtung, und

- ein Anbaugerät gemäß zumindest einem der hierin beschriebenen Ausführungs beispiele, wobei die Kompensationsanordnung über die Druckmittelversorgungseinheit mit einem Druckmittel versorgt wird,

wobei die Steuereinrichtung dazu ausgestaltet ist, das Anbaugerät in einer defi nierten Orientierung relativ zu einer Wand oder Decke zu führen und während ei ner Vorschubbewegung des Anbaugerätes entlang der Wand oder Decke, die durch Bedienerbefehle gesteuert wird, die Anbauschnittstelle in einem definierten Abstandbereich von der Wand oder Decke zu positionieren, und

wobei die Kompensationsanordnung die Anpresskraft für den Bearbeitungskopf in Richtung auf die zu bearbeitende Oberfläche bereitstellt und sich das Anbaugerät dabei an der Handhabungsvorrichtung abstützt.

[0048] Auch auf diese Weise wird die Aufgabe der Erfindung vollkommen ge löst.

[0049] Die Handhabungsvorrichtung ist beispielsweise als mobile Arbeitsma schine gestaltet, etwa als mobiles Baugerät. Beispielweise ist die Handhabungsvorrich tung als fernsteuerbare oder fernbedienbare mobile Arbeitsmaschine mit eigenem Fahr antrieb gestaltet. Eine derartige Vorrichtung ist grundsätzlich einem Hydraulik-Bagger ähnlich gestaltet, wobei direkt bei der Vorrichtung kein Führerstand oder Führerhaus vorgesehen ist. Stattdessen erfolgt die Bedienung über eine separate Bedieneinheit, die kabellos oder kabelgebunden mit der Vorrichtung verbunden ist. Der Antrieb erfolgt regelmäßig elektrohydraulisch, obgleich andere Antriebsarten denkbar sind. Aufgrund ihrer Kompaktheit und dank des Verzichts auf Verbrennungsmotoren können derartige Maschinen auch innerhalb von Gebäuden eingesetzt werden.

[0050] Die Handhabungsvorrichtung dient also nicht nur dazu, das Anbaugerät zu halten und zu positionieren. Ferner stellt die Handhabungsvorrichtung auch eine Gegenkraft oder Haltekraft bereit, um die durch die Kompensationsanordnung aufge brachte Anpresskraft abzustützen. Idealerweise ist die Handhabungsvorrichtung mit dem Aufbau und dem Ausleger hochsteif und unnachgiebig positionierbar, so dass eine hohe Haltekraft bereitsteht. Die Praxis zeigt jedoch, dass regelmäßig ein gewisses Spiel bzw. eine gewisse Nachgiebigkeit gegeben ist/sind. [0051] Aus diesem Grund kann allein über die Handhabungsvorrichtung nicht die gewünschte Konstanz der Anpresskraft sichergestellt werden. Demgemäß ist es von Vorteil, mit der Kompensationsanordnung eine Art "Puffer" vorzusehen, der dem Bearbei tungskopf und der Handhabungsvorrichtung zwischengeschaltet ist.

[0052] Das Fahrwerk umfasst Ketten oder Räder. Die Druckmittelversorgungs einheit umfasst beispielsweise eine integrierte Pumpe. Alternativ oder zusätzlich kann die Druckmittelversorgungseinheit mit einem entsprechenden Druckspeicher versehen sein. Über entsprechende Anschlüsse für Anbaugeräte können diese mit einem entsprechen den Druckmittel (Hydrauliköl) versorgt werden.

[0053] In einem beispielhaften Ausführungsbeispiel ist der Aufbau gegenüber dem Fahrwerk um eine vertikal orientierte Achse verdrehbar. Üblicherweise umfasst der Ausleger eine Mehrzahl von Schwenkarmen, die in Reihe angeordnet sind und eine kinematische Kette (offene kinematische Kette) bilden. Demgemäß ähnelt der Aufbau mit dem Ausleger etwa einem Knickarmroboter. Verglichen mit einem Knickarmroboter gibt es jedoch zumindest in einigen Ausführungsbeispielen die Einschränkung, dass zwischen den Schwenkarmen vorrangig horizontal orientierte Schwenkachsen vorgesehen sind, die parallel zueinander orientiert sind. Dies ist jedoch nicht einschränkend zu verstehen.

[0054] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Handhabungs vorrichtung ist der Aufbau gegenüber dem Fahrwerk verdrehbar, wobei der Ausleger einen ersten Armabschnitt, einen zweiten Armabschnitt und einen dritten Armabschnitt aufweist, die eine offene Kette bilden und relativ zueinander verschwenkbar sind, wobei der ersten Armabschnitt verschwenkbar am Aufbau aufgenommen ist, wobei der dritte Armabschnitt die Anbauschnittstelle trägt, die verschwenkbar am dritten Armabschnitt aufgenommen ist, wobei die Schwenkachsen der Armabschnitte des Auslegers jeweils parallel zueinander und senkrecht zur Drehachse des Aufbaus gegenüber dem Fahrwerk orientiert sind, und wobei den Schwenkachsen Antriebe zugeordnet sind, die über die Steuereinrichtung steuerbar sind. Bei den Antrieben handelt es sich beispielsweise um entsprechende Zylinder. Es versteht sich, dass bedarfsweise auch Einrichtungen zur Positionsbestimmung und Positionsüberwachung vorgesehen sind. [0055] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Handhabungs vorrichtung ist die Anbauschnittstelle um eine Schwenkachse verschwenkbar, um eine parallele Orientierung des Bearbeitungskopfes relativ zur Wand oder Decke zu gewähr leisten. Diese Schwenkbewegung kann relativ zum dritten Armabschnitt erfolgen. Somit kann die gewünschte Orientierung parallel zur zu bearbeitenden Fläche unabhängig von einer aktuellen Stellung/Orientierung des Auslegers gewährleistet werden. Die Steuerein richtung ist beispielhaft dazu ausgebildet, in einem Horizontalmodus durch Schwenkbe wegungen um die (horizontale) Schwenkachse relativ zum dritten Armschnitt eine hori zontale Orientierung des Bearbeitungskopfes zu gewährleisten. Beispielhaft ist dann die Längsachse des Anbaugerätes senkrecht hierzu, also vertikal orientiert. Dieser Modus eignet sich beispielsweise zur Deckenbearbeitung.

[0056] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Handhabungs vorrichtung ist die Steuereinrichtung zumindest in einem Horizontalmodus oder einem Vertikalmodus betreibbar, wobei die Steuereinrichtung im Horizontalmodus die Antriebe der Handhabungsvorrichtung derart ansteuert, dass das Anbaugerät entlang eines horizontalen Pfades verfahren wird (verfahrbar ist), und wobei die Steuereinrichtung im Vertikalmodus die Antriebe der Handhabungsrichtung derart ansteuert, dass das Anbau gerät entlang eines horizontalen Pfades verfahren wird (verfahrbar ist).

[0057] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist die Steuerein richtung ferner dazu ausgebildet, im Horizontalmodus Bewegungen des Anbaugerätes in einer Horizontalebene zu ermöglichen. Alternativ oder zusätzlich ist die Steuereinrichtung dazu ausgebildet, im Vertikalmodus Bewegungen des Anbaugerätes in einer Vertikalebe ne zu ermöglichen.

[0058] Hintergrund dieser Ausgestaltungen ist die Vereinfachung der Bedie nung der Handhabungsvorrichtung im Kontext der Bearbeitungsaufgabe und der üblichen Anwendungsfälle des Anbaugerätes. Die Bearbeitung der Wände oder Decken erfolgt üblicherweise dergestalt, dass eine mäandernde Linie, Zickzack-Linie oder Schlangenlinie abgefahren wird, um die Fläche vollständig und in möglichst kurzer Zeit zu bearbeiten. Hierbei soll nach Möglichkeit eine möglichst gleichmäßige Bearbeitung stattfinden. Die Verweildauer des Bearbeitungskopfes in jedem Flächenabschnitt soll möglichst gleich sein.

[0059] Eine Handhabungsvorrichtung, die gemäß den oben beschriebenen Ausführungsformen gestaltet ist, bietet grundsätzlich eine höhere Anzahl an Freiheitsgra den für die Bewegung an, als dies für die gewünschte Bearbeitung ebener Flächen mit möglichst paralleler Orientierung des Bearbeitungskopfes zur Fläche erforderlich wäre.

[0060] Gemäß der vorstehenden Ausführungsform wird die Steuereinrichtung der Handhabungsvorrichtung derart betrieben, dass im Ergebnis Freiheitsgrade gesperrt werden. Mit anderen Worten wird eine verringerte Anzahl von Freiheitsgraden "simuliert", die die Bewegung in den gewünschten Ebenen erlauben, aber keine Abweichungen hiervon. Idealerweise kann der Bediener, nachdem er das Anbaugerät mit dem Bearbei tungskopf einmal in die gewünschte Ausgangslage (parallele Ausrichtung sowie Kontakt des Bearbeitungskopfes mit der Fläche) gebracht hat, das Anbaugerät nur noch zweidi mensional bewegen, also in der gewünschten Bearbeitungsebene. Die Steuereinrichtung setzt entsprechende Steuerbefehle in Bewegungen der Glieder der kinematischen Kette um. Eine Bewegung entlang einer Ebene erfordert somit die Nutzung eine Mehrzahl von Bewegungsachsen, die derart Zusammenwirken, dass eine vermeintlich einfache Bewe gung in der gewünschten Ebene erfolgt.

[0061] Dies ist bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform einer Handhabungsvorrichtung mit einem Ausleger mit mehreren Armabschnitten und horizon tal verlaufenden Schwenkachsen zwischen den Armabschnitten insbesondere für die Bearbeitung von Decken entlang sich im Wesentlichen horizontal erstreckender Ebenen von Bedeutung. Wenn nun die Steuereinrichtung derart betreibbar ist, dass die aktuelle Höhenposition (vertikale Position) und die aktuelle Ausrichtung des Anbaugerätes steue rungstechnisch "gesperrt" werden kann, so vereinfacht sich die weitere Bedienung betreffend den Vorschub entlang des gewünschten Bewegungspfades des deutlich.

[0062] Im Horizontalmodus bzw. im Vertikalmodus sind somit "virtuelle" Ebenen definiert, in denen der Bearbeitungskopf mit der gewünschten Ausrichtung durch einfache Bedienerbefehle bewegt werden kann. Der Bediener kann in einfacher Weise "virtuelle" Achsen oder Richtungsangaben wie hoch/runter sowie rechts/links für die Bearbeitung seitlicher Wände bzw. rechts/links sowie vorwärts/rückwärts für die Bearbeitung von Decken nutzen. Die Eingabe kann einfach an einer Bedieneinheit erfolgen, etwa durch einen Joystick. Die Umsetzung in entsprechende Bewegungen der Glieder der klimati schen Kette der Handhabungsvorrichtung erfolgt durch die Steuereinrichtung.

[0063] Auch diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Anpressdruck in dem ge wünschten Zielbereich zu halten. Müsste der Bediener die Handhabungsvorrichtung entlang sämtlicher verfügbarer Achsen händisch steuern, so würde dies ausgeprägte Schwankungen beim Anpressdruck mit sich bringen.

[0064] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf die Verwendung eines Anbaugerätes gemäß einem der hierin beschriebenen Ausfüh rungsbeispiele mit einer Handhabungsvorrichtung zur abtragenden oder glättenden Bearbeitung von Wänden oder Decken, wobei die Handhabungsvorrichtung vorzugsweise als fernbedienbare mobile Arbeitsmaschine ausgestaltet ist, und wobei das Anbaugerät unabhängig von Steuerbefehlen durch die Handhabungsvorrichtung betreibbar und entlang einer zu bearbeitenden Oberfläche verfahrbar ist. Mit anderen Worten gibt es während des Betriebs zumindest in beispielhaften Ausführungsformen keinen Informati onsaustausch zwischen dem Anbaugerät und der Handhabungsvorrichtung. Die Handha bungsvorrichtung hält und positioniert das Anbaugerät. Ferner stellt die Handhabungsvor richtung ein Druckmittel bereit, das beispielsweise für die Steuerung eines Arbeitszylin ders der Kompensationsanordnung des Anbaugerätes genutzt wird. Darüber hinaus gibt es jedoch von Seiten der Handhabungsvorrichtung keine Steuereingriffe oder Regelein griffe in den Betrieb der Kompensationsanordnung.

[0065] Beispielsweise benötigt das Anbaugerät selbst nach erfolgter Aktivie rung während der Bearbeitung keine unmittelbaren Steuerbefehle vom Bediener. Auf diese Weise kann das Anbaugerät steuerungsautark betrieben werden. Das Anbaugerät wird nicht energieautark betrieben, da die Energieversorgung über die Handhabungsvor richtung erfolgt. Hierbei kann es sich um elektrische oder fluidische Energie handeln. Insbesondere der Antrieb des Bearbeitungskopfes kann ein Elektromotor oder einen fluidischen Antrieb umfassen.

[0066] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auch auf ein Verfahren zum Betreiben einer mobilen Handhabungsvorrichtung, insbeson dere einer mobilen Arbeitsmaschine, zur abtragenden oder glättenden Bearbeitung von Wandflächen oder Deckenflächen, wobei die Handhabungsvorrichtung gemäß zumindest einen der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele gestaltet ist und ein Anbaugerät gemäß zumindest einem der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele trägt. Der Betrieb der Handhabungsvorrichtung kann, wie vorstehend bereits ausgeführt, einen Betrieb der Steuereinrichtung in einem Vertikalmodus oder einem Horizontalmodus umfassen, so dass erlaubte Bewegungsebenen für das Anbaugerät gegeben sind. Dies kann den Bediener deutlich entlasten, da ihm gewissermaßen nur diejenigen Freiheits grade angeboten werden, die für die aktuelle Bearbeitung tatsächlich erforderlich sind.

[0067] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

[0068] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung mehrerer bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezug nahme auf die Zeichnungen. Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer beispielhaften Ausführungsform einer Handha bungsvorrichtung, die als mobile Arbeitsmaschine ausgebildet ist;

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines Anbaugerätes;

Fig. 3 eine Seitenansicht einer Handhabungsvorrichtung gemäß Fig. 1 , die mit ei nem Anbaugerät gemäß Fig. 2 bestückt ist, in einer Konfiguration zur Bear beitung von Decken, Fig. 4 eine Anordnung eines Anbaugerätes aus Sicht einer Geräteschnittstelle ei ner Handhabungsvorrichtung, wobei verschiedene Orientierungen des An baugerätes angedeutet sind;

Fig. 5 eine perspektivische Ansicht eines Raumes zur Veranschaulichung denk barer Bearbeitungsflächen;

Fig. 6 eine Seitenansicht des Anbaugerätes gemäß Fig. 2;

Fig. 7 eine weitere Seitenansicht der Anordnung gemäß Fig. 6, wobei aus Veran schaulichungsgründen Komponenten ausgeblendet sind; und

Fig. 8 eine perspektivische Ansicht des Anbaugerätes gemäß Fig. 6 und Fig. 7 in einem teilweise explodierten Zustand.

[0069] Fig. 1 veranschaulicht anhand einer Seitenansicht eine beispielhafte Gestaltung einer insgesamt mit 10 bezeichneten Handhabungsvorrichtung. Im Ausgangs beispiel gemäß Fig. 1 ist die Handhabungsvorrichtung 10 als mobile Arbeitsmaschine 12 ausgeführt.

[0070] Die Handhabungsvorrichtung 10 weist ein Fahrwerk 14 auf, das im Aus führungsbeispiel gemäß Fig. 1 als Raupenfahrwerk oder Kettenfahrwerk gestaltet ist. Es versteht sich, dass das Fahrwerk 14 auch Räder aufweisen kann. Ferner weist die Handhabungsvorrichtung 10 mit 16 bezeichnete Stützen auf, die während der Nutzung der Handhabungsvorrichtung 10 ausgefahren werden können. Mit anderen Worten kann die Handhabungsvorrichtung 10 bedarfsweise aufgebockt werden.

[0071] Das Fahrwerk 14 trägt ferner einen Aufbau 18, der beispielsweise ge genüber dem Fahrwerk 14 bzw. den Stützen 16 verdrehbar ist. Zu diesem Zweck ist beispielsweise zwischen dem Fahrwerk 14 und dem Aufbau 18 ein Drehwerk oder Drehkranz 20 vorgesehen, der eine vertikal orientierte Drehachse 22 für den Aufbau 18 definiert. Dem Drehkranz 20 ist ein geeigneter Drehantrieb zugeordnet.

[0072] Der Aufbau 18 trägt einen Ausleger 30, der als Knickarmausleger gestal tet ist. Der Ausleger 30 umfasst Armabschnitte 32, 34, 36. Der Armabschnitt 32 ist am Aufbau 18 aufgenommen. Der Armabschnitt 34 ist zwischen den Armabschnitten 32, 36 angeordnet. Der Armabschnitt 36 ist vom Aufbau 18 abgewandt bzw. entfernt angeordnet. Der Armabschnitt 32 kann auch als proximaler Armabschnitt 32 bezeichnet werden. Der Armabschnitt 36 kann auch als distaler Armabschnitt 36 bezeichnet werden. Der Armab schnitt 36 trägt eine Geräteschnittstelle oder Anbauschnittstelle 38. An der Anbauschnitt stelle 38 können Anbaugerät aufgenommen werden.

[0073] Der Armabschnitt 32 ist über eine Schwenkachse 42 verschwenkbar am Aufbau 18 gelagert. Der Armabschnitt 34 ist über eine Schwenkachse 44 verschwenkbar am Armabschnitt 32 gelagert. Der Armabschnitt 36 ist über eine Schwenkachse 46 verschwenkbar am Armabschnitt 34 gelagert. Die Anbauschnittstelle 38 ist über eine Schwenkachse 48 verschwenkbar am Armabschnitt 36 gelagert. Ausgehend von dem Fahrwerk 14 bilden der Aufbau 18, die Armabschnitte 32, 34, 36 sowie die Anbauschnitt stelle 38 eine lineare, offene kinematische Kette. Die Achsen 42, 44, 46 und 48 sind parallel zueinander und jeweils senkrecht zur Achse 22 orientiert.

[0074] Zur Bewegung des Armabschnitts 32 relativ zum Aufbau 18 ist ein Zylin der 50 vorgesehen. Zur Bewegung des Armabschnitts 34 relativ zum Armabschnitt 32 ist ein Zylinder 52 vorgesehen. Zur Bewegung des Armabschnitts 36 relativ zum Armab schnitt 34 ist ein Zylinder 54 vorgesehen. Zur Bewegung der Anbauschnittstelle 38 relativ zum Armabschnitt 36 ist ein Zylinder 56 vorgesehen.

[0075] In Fig. 1 ist ferner mit 60 eine Steuereinrichtung der Handhabungsvor richtung 10 angedeutet. Die Steuereinrichtung 60 steuert den Betrieb der Handhabungs vorrichtung 10. Ferner ist eine mit 62 bezeichnete Antriebseinheit vorgesehen, insbeson dere eine elektrohydraulische Antriebseinheit. Daneben ist eine Druckmittelversorgungs einheit 64 vorgesehen. Die Druckmittelversorgungseinheit 64 umfasst zumindest eine Pumpe oder einen Druckspeicher zur Bereitstellung eines Druckmittels. Bei dem Druck mittel handelt es sich um ein geeignetes Fluid, etwa um Hydrauliköl.

[0076] Ferner ist in Fig. 1 eine Bedieneinheit 70 dargestellt, bei der es sich im Ausführungsbeispiel um eine Fernbedienung handelt. Die Bedieneinheit 70 ist kabelge- bunden oder kabellos mit der Steuereinrichtung 60 der Handhabungsvorrichtung 10 verbunden. Über die Bedieneinheit 70 kann ein Bediener die Handhabungsvorrichtung 10 steuern. Gemäß der beispielhaften Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist unmittelbar beim Aufbau 18 kein Bedienerpult, Führerstand oder dergleichen vorgesehen. Die Fernbedien barkeit der Handhabungsvorrichtung 10 hat den Vorteil, dass der Bediener die Handha bungsvorrichtung 10 aus sicherer Entfernung steuern kann. Darüber hinaus kann sich der Bediener frei positionieren, um eine gute Übersicht über die aktuelle Anwendung der Handhabungsvorrichtung 10 zu erlangen.

[0077] Mit Bezugnahme auf Fig. 2 sowie mit ergänzender Bezugnahme auf Fig. 3 wird ein mit 100 bezeichnetes Anbaugerät für die Handhabungsvorrichtung 10 veran schaulicht und näher erläutert.

[0078] Das Anbaugerät 100 ist als Gerät zur abtragenden oder glättenden Be arbeitung von Wänden oder Decken ausgebildet. Die Bearbeitung kann ein Schleifen, Fräsen, Polieren, Stocken und/oder Glätten umfassen. Wie vorstehend bereits ausgeführt kann der Begriff Wand sowohl Seitenwände mit im Wesentlichen vertikaler Erstreckung als auch Deckenwände mit im Wesentlichen horizontaler Erstreckung umfassen.

[0079] Das Anbaugerät 100 umfasst einen Bearbeitungskopf 102, der auch als Arbeitskopf bezeichnet werden kann. Der Bearbeitungskopf 102 ist an einem distalen Ende des Anbaugerätes 100 ausgebildet. An einem hiervon abgewandten, proximalen Ende des Anbaugerätes 100 ist eine Montageeinheit 104 vorgesehen. Die Montageeinheit 104 ist zur Aufnahme des Anbaugerätes an der Anbauschnittstelle 38 der Handhabungs vorrichtung 10 ausgebildet, vergleiche hierzu Fig. 1 sowie Fig. 3.

[0080] Zwischen der Montageeinheit 104 und dem Bearbeitungskopf 102 ist ei ne Kompensationsanordnung 106 angeordnet. Jedenfalls gemäß dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Bearbeitungskopf 102 über eine Gelenkanordnung 108 mit der Kompensationsanordnung 106 verbunden. Die Gelenkanordnung 108 kann auch als kardanische Aufhängung bezeichnet werden. Ferner ist eine mit 1 10 bezeichnete Steuer einheit vorgesehen, die als Bestandteil des Anbaugerätes 100 gestaltet ist. [0081] Wie vorstehend bereits ausgeführt, wird in zumindest einigen beispiel haften Ausführungsformen darauf abgestellt, möglichst wenige oder gar keine Schnittstel len zum Austausch von Informationen und oder Steuerbefehlen zwischen der Handha bungsvorrichtung 10 und dem Anbaugerät 100 vorzusehen. Dies erhöht die Flexibilität, das Anbaugerät 100 ist mit verschiedenen Handhabungsvorrichtung 10 verwendbar, ohne dass es aufwendiger Umrüstungen und dergleichen bedarf.

[0082] Mit Bezugnahme auf Fig. 2 sowie mit ergänzendem Bezug auf die Figu ren 3-8 werden Komponenten und Funktionen des Anbaugerätes 100 näher erläutert.

[0083] Die Montageeinheit 104 umfasst eine Aufnahme 1 16, die an die Anbau schnittstelle 38 der Handhabungsvorrichtung 10 angepasst ist. Die Aufnahme 1 16 erlaubt ein Einhängen des Anbaugerätes 100 an der Anbauschnittstelle 38. Ferner umfasst die Montageeinheit 104 ein Drehlager 1 18, welches ein Drehzentrum für eine Scheibe 120 bildet, die die Aufnahme bzw. die Aufnahmen 1 16 trägt.

[0084] Die Scheibe 120 weist umfänglich verteilte Rastausnehmungen 122 auf, die eine Teilung der Scheibe 120 definieren. Ferner sind bei dem Anbaugerät 100 Hal teelemente 124 vorgesehen, die in die Rastausnehmungen 122 eingreifen, um eine aktuelle Drehlage der Scheibe 120 relativ zum Anbaugerät 100 zu definieren. Das Dreh lager 1 18 stellt eine Schwenkachse 126 für die Aufnahme 1 16 mitsamt der Scheibe 120 bereit. In diesem Zusammenhang veranschaulicht beispielsweise Fig. 4 durch einen gekrümmten Doppelfall 128 Schwenkbewegungen zwischen der Scheibe 120 mit der Aufnahme 1 16 sowie dem Anbaugerät 100.

[0085] Der Bearbeitungskopf 102 weist zumindest eine Werkzeugaufnahme 130 auf, die mit einem Werkzeug bestückt werden kann. Im Ausgangsbeispiel gemäß Fig. 2 sind drei tellerförmige Werkzeugaufnahmen 130 vorgesehen, die innerhalb eines Ringes angeordnet sind. Es versteht sich, dass anderweitig gestaltete Bearbeitungsköpfe lediglich eine einzige Werkzeugaufnahme 130 oder mehrere Werkzeugaufnahmen 130 aufweisen können. Zum Antrieb der Werkzeuge, die an der zumindest einen Werkzeug aufnahme 130 aufgenommen sind, ist ein Antrieb 132 vorgesehen, der als hydraulischer Antrieb oder als elektromotorischer Antrieb gestaltet ist. Ferner ist beispielhaft eine Staubabsaugung 134 vorgesehen, um die Staubentwicklung bei der Bearbeitung einzu dämmen.

[0086] Je nach Anwendungsfall kann die Bearbeitung mit dem Anbaugerät 100 trocken oder nass unter Hinzugabe einer Flüssigkeit zur Staubbindung erfolgen. Demge mäß kann zusätzlich oder alternativ zur Staubabsaugung 134 eine Fluidversorgung vorgesehen sein, die beispielsweise Wasser der Bearbeitungsstelle zuführt.

[0087] In Fig. 3 sowie in Fig. 6 ist mit 136 eine Bearbeitungsebene angedeutet. Während der Verwendung des Anbaugerätes 100 zur Bearbeitung von Flächen ist die Bearbeitungsebene 136 möglichst parallel zur entsprechenden Bearbeitungsfläche ausgerichtet.

[0088] Die Gestaltung der Gelenkanordnung 108 wird mit Bezug auf die Figu ren 2, 6, 7 und 8 näher erläutert. Die Gelenkanordnung 108 weist eine erste Aufnahme gabel 140 sowie eine zweite Aufnahmegabel 142 auf. Die erste Aufnahmegabel 140 stellt eine Schwenkachse 144 für die zweite Aufnahmegabel 142 bereit, vergleiche Fig. 6 und Fig. 8. Die zweite Aufnahmegabel 142 ist schwenkbar an der ersten Aufnahmegabel 140 aufgenommen. Die zweite Aufnahmegabel 142 stellt eine Schwenkachse 146 für den Bearbeitungskopf 102 bereit. Der Bearbeitungskopf 102 ist schwenkbar an der zweiten Aufnahmegabel 142 aufgenommen.

[0089] Die Schwenkachsen 144, 146 der Aufnahmegabeln 140, 142 stehen senkrecht aufeinander. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 schneiden sich die beiden Schwenkachsen. Die Aufnahmegabeln 140,142 erlauben eine kardanische Aufhängung des Bearbeitungskopfes 102. Dies ermöglicht Ausgleichsbewegungen, so dass die Bearbeitungsebene 136 bei gegebenem Anpressdruck hochgenau parallel zur Bearbei tungsfläche ausgerichtet werden kann.

[0090] In Fig. 6 sind Vorspannelemente 148, 150 in Form von Federn angedeu tet. Die Vorspannelemente 148,150 drängen den Bearbeitungskopf 102 in der Gelenkan- Ordnung 108 in eine Soll-Lage. Zumindest ein entsprechendes Vorspannelement 148 ist zwischen der Aufnahmegabel 140 und der Aufnahmegabel 142 angeordnet. Zumindest ein weiteres Vorspannelement 150 ist zwischen der Aufnahmegabel 142 und dem Bear beitungskopf 102 angeordnet. Es bietet sich eine paarweise, gegenüberliegende Anord nung der jeweiligen Vorspannelemente 148,150 an. Das zumindest eine Vorspannele ment 148 drängt die Aufnahmegabel 142 in eine Soll-Lage in Bezug auf die Aufnahmega bel 140. Das zumindest eine Vorspannelement 150 drängt dem Bearbeitungskopf 102 in eine Soll-Lage in Bezug auf die Aufnahmegabel 142.

[0091] In Fig. 2 ist durch einen mit 160 bezeichneten Doppelpfeil eine Längs richtung des Anbaugerätes 100 bzw. der Kompensationsanordnung 106 angedeutet. Die Kompensationsanordnung 106 definiert eine Längsachse für eine entsprechende Bewe gung zwischen dem Bearbeitungskopf 102 und der Montageeinheit 104. Diese Bewegung (Ausgleichsbewegungen) erfolgt entlang der Längsachse in der Längsrichtung 160.

[0092] Eine aktuelle Position des Bearbeitungskopfes 102 wird durch einen In dikator 162 angezeigt. Der Indikator 162 umfasst einen Zeiger 164 sowie eine Skala 166. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist der Zeiger 164 an einer Grundplatte 168 der Gelenkanordnung 108 angeordnet. Die Grundplatte 168 ist ein Bestandteil der Aufnah megabel 140 oder fest mit dieser verbunden. Wenn also der Bearbeitungskopf 102 in der Längsrichtung 160 ausgefahren oder eingefahren wird, vollzieht der Zeiger 164 die gleiche Bewegung. Die Skala 166 ist beispielhaft an einem Gehäuse 170 der Kompensa tionsanordnung 106 angebracht. Die Skala 166 kann quantitative Informationen und qualitative Informationen enthalten. Qualitative Informationen können etwa Farbfelder und dergleichen umfassen.

[0093] Die Skala 166 veranschaulicht einen Arbeitsbereich 172 (Fig. 6), in dem die Funktionsfähigkeit des Anbaugerätes 100 gewährleistet ist. Im Arbeitsbereich 172 wird sichergestellt, dass die Anpresskraft des Bearbeitungskopfes 102 im gewünschten Zielbereich liegt. Am Indikator 162 kann der Bediener auch aus einer gewissen Entfer nung ablesen, ob sich der Bearbeitungskopf 102 in einer günstigen Betriebsposition in Bezug auf die Montageeinheit 104 und somit auf die Handhabungsvorrichtung 10 befin det. Insbesondere dann, wenn das Anbaugerät 100 in verschiedenen Orientierungen betreibbar ist, kann eine Mehrzahl von Indikatoren 162 vorgesehen sein, um die Erfas sung der Lageinformation zu erleichtern.

[0094] Fig. 3 veranschaulicht einen montierten Zustand des Anbaugerätes 100 an der Anbauschnittstelle 38 der Handhabungsvorrichtung 10. Die Handhabungsvorrich tung 10 ist in Fig. 3 für eine Deckenbearbeitung eingerichtet. Das Anbaugerät 100 ist in einer vertikalen Orientierung am Ausleger 30 aufgenommen, wobei die Arbeitsebene 136 des Bearbeitungskopfes 102 parallel zur flächigen Erstreckung der Decke angeordnet ist. Im Zustand gemäß Fig. 3 muss die Handhabungsvorrichtung 10 das Anbaugerät 10 nicht nur halten, sondern zusätzlich auch für eine Abstützung sorgen, damit eine Anpresskraft 176 aufgebracht werden kann.

[0095] Im Betrieb des Anbaugerätes 100 ist eine beträchtliche Anpresskraft ge fordert, die möglichst konstant aufgebracht werden soll. In Fig. 3 veranschaulicht ein mit 176 bezeichneter Pfeil die entsprechende Anpresskraft. Die Anpresskraft 176 wird durch die Kompensationsanordnung 106 aufgebracht. Die Kompensationsanordnung 106 überträgt ferner eine Gegenkraft 178, die vom Ausleger 30 der Handhabungsvorrichtung 10 abgestützt oder aufgefangen werden muss. Die hierfür erforderliche Haltekraft ist in Fig. 3 mit 180 bezeichnet.

[0096] In Fig. 3 ist ein Bearbeitungspfad 184 angedeutet, der eine horizontale Bewegung des Bearbeitungskopfes 102 entlang der zu bearbeitenden Fläche veran schaulicht. Während der Bearbeitung treten naturgemäß Positionsschwankungen und sonstige Störgrößen auf, die zu Abweichungen bei der resultierenden Anpresskraft 176 führen können. Die Kompensationsanordnung 106 ist dazu ausgestaltet, für eine mög lichst konstante Anpresskraft 176 zu sorgen, und zwar auch dann, wenn Ausgleichsbe wegungen erforderlich sind, vergleiche den Doppelpfeil 186 in Fig. 3. Mit solchen Aus gleichsbewegungen kann etwa auf Positionsschwankungen oder eine gewisse Nachgie bigkeit des Auslegers 30 der Handhabungsvorrichtung 10 reagiert werden. Der Umfang der Ausgleichsbewegung 186 kann über den Indikator 162 einfach abgelesen werden. [0097] Die Verschwenkbarkeit der Anbauschnittstelle 38 um die Schwenkachse 48 ermöglicht die Herbeiführung und Wahrung der gewünschten Orientierung des Anbau gerätes 100 in Bezug auf die zu bearbeitende Fläche (z.B. Wand oder Decke). Dies kann unabhängig von der aktuellen Orientierung des Armabschnitts 36 (Fig. 1 ) in Bezug auf diese Fläche erfolgen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass der Bearbei tungskopf 102 möglichst parallel zur jeweiligen Fläche ausgerichtet ist. Dies gilt auch dann, wann das Anbaugerät 100 über den Ausleger 30 der Handhabungsvorrichtung 10 entlang der zu bearbeitenden Fläche verfahren wird.

[0098] Fig. 4 veranschaulicht verschiedene denkbare Orientierungen für das Anbaugerät 100 aus Sicht der Anbauschnittstelle 38 der Handhabungsvorrichtung 10. In Fig. 4 ist mit 190 eine Orientierung zur Bearbeitung einer rechtsseitigen Wand bezeichnet. Mit 192 ist anhand einer gestrichelten Darstellung eine Orientierung zur Bearbeitung einer linksseitigen Wand bezeichnet. Mit 194 ist eine Orientierung zur Bearbeitung einer deckenseitigen Wand bezeichnet. Der gekrümmte Doppelpfeil 128 in Fig. 4 zeigt, dass die Scheibe 120 mit der Aufnahme 1 16 um das Drehlager 1 16 der Montageeinheit 104 verdreht werden kann, wobei die Rastausnehmungen 122 verschiedene Rastpositionen für die Halteelemente 124 definieren. Eine Teilung kann etwa 90° (Grad) umfassen. Es versteht sich, dass auch Zwischenschritte wie etwa 45°-Schritte vorstellbar sind. Eine solche Orientierung ist grundsätzlich in Zusammenhang mit der Bearbeitung geneigter Wände vorstellbar.

[0099] Mit Bezugnahme auf Fig. 5 sowie mit ergänzender Bezugnahme auf Fig. 3 und Fig. 4 werden verschiedene Anwendungen für das Anbaugerät 100 zur Flächenbe arbeitung veranschaulicht. Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Raumes, der einen Boden 198, eine rechte Wand 200, eine linke Wand 202, eine hintere Wand 204, sowie eine Deckenwand oder obere Wand 206 aufweist. Das Anbaugerät 100 ist zur Bearbeitung der seitlichen Wände 200, 202, 204 ausgebildet. Dies erfordert gegebenen falls ein Umsetzen der Handhabungsvorrichtung 10 zur Grobausrichtung. Ferner ist mit dem Anbaugerät 100 eine Bearbeitung der oberen Wand 206 möglich. Grundsätzlich ist auch eine Bearbeitung des Bodens 198 vorstellbar, dies ist jedoch nicht die Hauptanwen dung. [00100] Beispielsweise bildet die rechte Wand 200 eine ebene Fläche 208, wel che möglichst vollständig und gleichmäßig zu bearbeiten ist. Eine mit 210 bezeichnete gestrichelte Kurve veranschaulicht in stark vereinfachter Form einen möglichen Bearbei tungspfad bzw. eine entsprechende Bewegungsbahn des Anbaugerätes 100.

[00101 ] Aus Sicht des Bedieners der Handhabungsvorrichtung 10, der das An baugerät 100 aufgenommen ist, erfolgt die eigentliche Bearbeitung jeweils in einer Ebene, so dass nicht unbedingt sämtliche verfügbaren Freiheitsgrade der Handhabungsvorrich tung 10 genutzt werden müssen. Ferner soll das Anbaugerät 100 von der Handhabungs vorrichtung 10 möglichst parallel zur jeweiligen Wand 200, 202, 204, 206 geführt werden. Die Handhabungsvorrichtung 10 weist jedoch zumindest in der Gestaltung gemäß den Figuren 1 und 3 eine Kinematik auf, die strukturell nicht ideal für solche Bewegungen in einer Ebene ausgebildet ist. Müsste der Bediener selbst für eine entsprechende Approxi mation der Bewegung sorgen, würde dies zu einem deutlich höheren Bedieneraufwand und schlussendlich zu wesentlich größeren Abweichungen und Schwankungen der Anpresskraft sorgen.

[00102] Aus diesem Grund ist die Steuereinrichtung 60 der Handhabungsvor richtung 10 zumindest gemäß beispielhaften Ausführungsformen dazu ausgestaltet, in einem Vertikalmodus und oder einem Horizontalmodus betrieben zu werden. Im jeweili gen Modus sorgt die Steuereinrichtung 60 dafür, dass die gewünschte Ebene parallel zur zu bearbeitenden Wand möglichst nicht verlassen wird, so dass sich der Bedienaufwand für den Bediener deutlich reduziert. Idealerweise muss der Bediener sodann nur noch eine einfache Bewegung in einem zweidimensionalen Raum steuern, vergleiche den Bearbeitungspfad 210 in Fig. 5. Dies verringert auftretende Druckschwankungen beim Anpressdruck deutlich. Die Bearbeitung kann mit hoher Gleichmäßigkeit und entspre chend gutem Ergebnis durchgeführt werden.

[00103] Fig. 6 sowie Fig. 7 veranschaulichen Seitenansichten des Anbaugerätes 100. Fig. 8 veranschaulicht in Ergänzung eine perspektivische, teilweise explodierte Darstellung. [00104] Fig. 6 zeigt, dass die Steuereinheit 1 10 des Anbaugerätes 100 verschie dene einfache Bedienelemente aufweisen kann. Hierbei handelt es sich beispielsweise um einen Betriebsarten-Wahlschalter 214. Mit dem Wahlschalter 214 kann beispielsweise zwischen einer Bearbeitung seitlicher Wände sowie einer Deckenbearbeitung umgeschal tet werden. Bei der Deckenbearbeitung muss die Kompensationsanordnung 106 das Eigengewicht des Anbaugerätes 100 in anderer Weise als bei der Bearbeitung von Seitenwänden berücksichtigen.

[00105] Ferner ist mit 216 ein Geschwindigkeitsregler angedeutet, der eine Be arbeitungsgeschwindigkeit, etwa eine Drehgeschwindigkeit und/oder Umlaufgeschwindig keit der zumindest einen Werkzeugaufnahme 130 regelt. Die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Werkzeug und der zu bearbeitenden Fläche ist von der Art der Bearbeitung sowie vom Material der Wand abhängig. Vorzugsweise weist die Steuereinheit 1 10 zumindest in beispielhaften Ausführungsformen keine weiteren Bedienelemente auf. Dies vereinfacht die Bedienung weiter. Während des Betriebs des Anbaugerätes 100 muss der Bediener die Bedienelemente der Steuereinheit 1 10 nicht betätigen.

[00106] Der Indikator 162 gibt während des Betriebs eine Rückmeldung über die aktuelle Kompensationsbewegung der Kompensationseinheit 106. Idealerweise ist der Zeiger 164 in einer Null-Lage oder Neutrallage der Skala 166 angeordnet. Dies würde bedeuten, dass die gewünschte Anpresskraft aufgebracht wird, und dass keine Kompen sationsbewegung erforderlich ist. Ausgehend von dieser Null-Lage können Kompensati onsbewegungen in der Längsrichtung 160 erfolgen, um etwa auf Abstandsschwankungen zwischen der Anbauschnittstelle 38 des Auslegers 30 der Handhabungsvorrichtung 10 und der zu bearbeitenden Fläche zu reagieren. Sofern lediglich moderate Kompensati onsbewegungen gegeben sind, kann die Kompensationsanordnung die Anpresskraft im Zielbereich halten. Die Bearbeitung muss nicht unterbrochen werden und die Gleichmä ßigkeit der Bearbeitung wird beibehalten. Allenfalls dann, wenn übermäßig große Kom pensationsbewegungen auftreten, muss der Bediener die Bearbeitung unterbrechen, etwa um die Handhabungsvorrichtung 10 erneut grob auszurichten.

[00107] Die Ausgleichsbewegung wird durch die Kompensationsanordnung 106 ermöglicht. Fig. 7 zeigt die Kompensationsanordnung 106 in einem Zustand, in dem das Gehäuse 170 aus Veranschaulichungsgründen nicht dargestellt ist. Die Kompensations anordnung 106 umfasst eine Führung 230. Die Führung 230 umfasst einen Führungsrah men 232 sowie einen darin verfahrbar gelagerten Profilschlitten 234. Zwischen den Führungsrahmen 232 und dem Profilschlitten 234 sind Rollen 238, 240 angeordnet, vgl. Fig. 8. Die Rollen 238, 240 sind beispielhaft als Profil-Rollen gestaltet und an Laufbahnen 242, 244 an Längskanten des Profilschlittens 234 angepasst.

[00108] Die Ein- und Ausfahrbewegung des Profilschlittens 234 erfolgt entlang einer Längsachse 246, die auch die Längsrichtung 160 bestimmt. Entlang der Längsach se 246 sind Ausgleichsbewegungen möglich, um den Anpressdruck bzw. die Anpresskraft möglichst konstant zu halten. Die Kompensationsbewegung bzw. die Kompensation der Anpresskraft erfolgt durch einen Arbeitszylinder 250, der ebenso der Kompensationsan ordnung 106 zugeordnet ist. Der Arbeitszylinder 250 ist innerhalb der Führung 230 und parallel zur Längsachse 246 angeordnet. Der Arbeitszylinder 250 umfasst ein Zylinderge häuse 252, das sich an einer Grundplatte 254 am proximalen Ende der Kompensations anordnung 106 abstützt. Ferner umfasst der Arbeitszylinder 250 eine Kolbenstange 256, die an ein Querstück 260 und somit am Profilschlitten 234 angreift. Das Zylindergehäuse 252 ist mit dem Führungsrahmen 232 verbunden. Die Kolbenstange 256 ist mit dem Profilschlitten 234 verbunden. Demgemäß bewirkt die Bewegung der Kolbenstange 256 gegenüber dem Zylindergehäuse 252 eine Längsbewegung zwischen dem Profilschlitten 234 sowie dem Führungsrahmen 232.

[00109] Für den Arbeitszylinder 250 ist eine Druckregelung vorgesehen, die bei spielsweise durch die Steuereinheit 1 10 bewerkstelligt wird. Die Druckregelung ist in das Anbaugerät integriert und vorzugsweise unabhängig von der Handhabungsvorrichtung 10. Die Handhabungsvorrichtung 10 stellt jedoch eine Druckmittelversorgung bereit.

[00110] Die perspektivische Darstellung gemäß Fig. 8 zeigt anschaulich, dass die Führungsrollen 238, 240 an voneinander versetzten Führungswänden 264, 266 aufgenommen sind. Die Führungswände 264, 266 sind mit dem Führungsrahmen 232 verbunden. [00111 ] Am distalen Ende des Profilschlittens 234 ist dieser mit der Grundplatte 168 verbunden. Demgemäß ist die erste Aufnahmegabel 140 fest am Profilschlitten 234 aufgenommen. Fig. 8 zeigt ferner die zweite Aufnahmegabel 142 in einem explodierten, gelösten Zustand. Zwischen der ersten Aufnahmegabel 140 und der zweiten Aufnahme gabel 142 ist die Schwenkachse 144 vorgesehen. Die zweite Aufnahmegabel 142 stellt ferner die Schwenkachse 146 für den Bearbeitungskopf 102 bereit (in Fig. 8 nicht darge stellt).

[00112] Die Aufnahmegabel 140 weist seitliche Halterarme 270 auf. Die Auf nahmegabel 142 weist erste Haltearme 272 sowie zweite Haltearme 274 auf. Die Halte arme 272 sind den Haltearmen 270 der Aufnahmegabel 140 zugeordnet. Die Haltearme 274 dienen der Aufnahme des Bearbeitungskopfes 102. Gemeinsam bilden die Haltearme 270, 272 die Schwenkachse 144. Die Haltearme 274 bilden die Schwenkachse 146. Insgesamt erlaubt die gezeigte Gestaltung der Gelenkanordnung 108 in einfacher Weise eine Ausrichtung und Anpassung des Bearbeitungskopfes 102 in Bezug auf die zu bearbeitende Fläche. Somit wird die gewünschte Parallelausrichtung unterstützt.




 
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