| Patentansprüche 1 . Ein Auto- oder Flugzeugsitz-Polsterstoff aus ausschl ießlich nachwachsenden umweltfreundlichen Naturlaserstoffen mit einem Hauptbestandteil aus Leinen. 2. Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß dieser aus Leinen und zusätzlich eingearbeiteten Cellulosefasern w ie Baumwolle. Bambus und/oder beigemischter Viskose besteht. 3. Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gemäß Anspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß dieser aus mindestens 50 % Leinen und der Rest aus Baumwolle. Bambus und/oder Viskose-Filament in Mischverhältnis Baumwolle und/oder anderen Naturzellulosefasern je zwischen 0 und 50 % und Viskose Filament 0 bis max. 50 % besteht. 4. Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gemäß Anspruch 1 . 2 oder 3. dadurch gekennzeichnet, daß dieser aus 50% Leinen und 50 % Baumwolle besteht, wobei der Anteil der Baumwol le durch Viskose Filament bis max. 40 % ersetzt werden kann. 5. Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß dieser ein Warengewicht zwischen 100 und 700 g/m2. bevorzugt zwischen 200 und 600 g/m2 aufweist. 6. Auto- oder Fkigzeugsitzpolsterstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5. dadurch gekennzeichnet, dass dieser Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gew aschen, entschlichtet, entmineralisiert. gebleicht und merzerisiert wird. 7. Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6. dadurch gekennzeichnet, daß dieser semi-oder vollkontinuierlich resp. im Stück oder Garn diskontinuierlich im Ausziehverfahren gefärbt wird. 8. Auto- oder Fkigzeugsitzpolsterstoff gemäß Anspruch 7. dadurch gekennzeichnet, daß hochlichtechte mono- oder multi funktionelle Reaktiv farbstoffen als Einzelfarbstoffe und T richromiekomponenten zum Linsatz kommen, die auch allen anderen Echtheitsanforderungen wie Reib- und Naßechtheiten der Autoindustrie gerecht werden. 9. Auto- oder Fkigzeugsitzpolsterstoff gemäß einem der Ansprüche 7 oder 8. dadurch gekennzeichnet, daß dieser Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff mit einer Färbeflotte gefärbt wird, der 10 - 60 g/l eines Polymerisationsproduktes auf Acrylamidbasis zur Verbesserung der Durchfärbung und der Farbstoffdiffusion zugesetzt w ird. 1 0. Auto- oder Fkigzeugsitzpolsterstoff gemäß Anspruch 9. dadurch gekennzeichnet, daß dieser zusätzlich foulardiert w ird mit einer Ausrüstungsflotte enthaltend 50 - 200 g/l eines speziellen Polyacrylates. 2 - 1 5 g/l eines Fluor-Carbon Produktes (nichtionogen ) und 0,2- 2 g/l anionaktives Netzmittel sowie nach Bedarf einen Weichmacher und anschließend 1 min bei 1 50°C getrocknet und fixiert w i rd. 1 1 . Auto- oder Fkigzeugsitzpolsterstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10. dadurch gekennzeichnet, daß dieser mit einem speziellen Produkt auf Basis Sanitize 2724 gegen Verrottung und Schimmelschutz in einem getrennten Vertahren foulardiert oder aufgesprüht und getrocknet w ird. 12. Auto- oder Flugzeugsitzpolsterstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 1 1 . dadurch gekennzeichnet, daß dieser mit einer Flammfestausrüstung au f Basis einer Phosphatverhindung ausgerüstet w ird, die weder die l.ichtechheiten ( FAKRA) noch die Reibechtheiten beeinträchtigt. |
Stand der Technik und deren Mängel:
Der heutige Stand der Technik besteht darin, dass das Automobi l- und Flugzeuginterieur insbesondere in Bezug auf die Polsterstoffe ausschließlich aus reinen KunststolTen auf Frdölbasis wie Polyester. Polypropyienen u.s.w. produziert w ird. Diese genannten rein synthetischen Fasersubstrate v erursachen in ihrer Herstell ung nicht nur einen sehr hohen C( )2-Aufwand sondern sind auch bezüglich ihres umweltfeindlichen Verhaltens in der Fntsorgung danach wegen ihrer Unverrottbarkeit immer problematischer.
Da diese Frdölkunststoffe zusätzlich auch in ihrer Preisgestaltung stark vom Rohölpreis abhängig sind, ist zukünftig zu erwarten, dass bei weiter steigenden Rohölpreisen der
Herstel lungspreis aller rein synthetischen Fasern stark zunehmen w ird.
Technisches Problem und deren Lösung durch die Erfindung:
Die Frfindung eines neuartigen natürlichen Bezugsstoffes für Auto- und I lugzeugsitze zielt nun darauf ab. bisherige synthetischen Fasersubstrate w ie PFS. Polypropy len u.s.w., die auf Basis von Frdölverbindungen aufgebaut sind, als Auto- und Flugzeugbezugsstoffe durch reine oder in Mischung befindliche natürliche, regenerative nachwachsende Rohstoffmaterialien zu ersetzen.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Auto- oder Flugzeugsitz-Polsterstoff aus ausschließl ich nachwachsenden umweltfreundlichen Naturfaserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptbestandteil aus Leinen besteht. Angestrebt werden langfasrige I . einenfasern und Mischungen aus Leinen mit Baumw olle, Bambus. Wolle und/oder Viskose ( Regenerat- eellulosefaser). die vornehmlich als Fi lamente v on regenerativen Naturfasermischungen in Frage kommen. Die Mischungsverhältnisse liegen zw ischen 1 % bis max.100 % des reinen Feinen. Bev orzugt sind Mischungen aus 50% Feinen und 50 % Baumwolle. Bambus und/oder Viskose-Filament in Mischverhältnis Baumwolle und /oder anderen Naturzellulosefasern je zw ischen 0 und 50% und Viskose-Filament 0 bis max. 50% wobei der Anteil der Baumwolle bis max. 40 % durch Viskose-Filament ersetzt w erden kann.
Abgesehen von deren physiologischen Verwendungsvorteilen durch Naturkomfort ' in modernen Kraftfahrzeugen und Flugzeugen sow ie deren umweltfreundlichen Eigenschaften w ie Verrottbarkeit und der gegebenen Möglichkeit des natürlichen Nachw achsens dieses Faserrohstoffes, reduziert sich auch der heute in der Politik und öffentlichen Meinung im Mittelpunkt stehende CÜ2- Aufwand in der Produktion dieses neuartigen Auto- und
Flugzeugpolsterbezugsstoffes aus Feinenfasern und deren natürlichen Zumischungen erheblich. U ntersuchungen (siehe z. B. Grafic: Nov a-Institut 2007: Eyerer & Reinhardt 2000. Pless 2001 . BaFa 2006. Ifeu 2005 resp. SachsenFeinen 2006b und DaimlerCrysler 1 997) zeigen, dass Naturfasern w ie Flachs und Hanf im Vergleich zu Erdöl- und Glasfasern in der Herstellung einen bis 83 % geringeren kumulierten Energieaufw and ( KEA) aufgrund des natürlichen Wachsens erforderlich macht. Die Unabhängigkeit des natürlichen Faserrohstoffes von den starken Preisschwankungen der bisher zum Hinsatz gelangenden reinen Erdölkunststoffe wie PHS. Poly propylenen u.s.w. aufgrund der Schwankungen der Erdölpreise führt zu weiteren wesentl ich w irtschaftlicheren und preislichen Vorteilen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es. ein natürliches regenerierbares Produkt als Auto- und Flugzeugpolsterbezugsstoff in seinem physiologischen als auch echtheitsmäßigen Verhalten an den bisherigen Stand der Technik und dem Anforderungsprofi l der Auto- und
Flugzeugindustrie heranzufuhren, anzugleichen und zu verbessern.
Das technische Problem liegt insbesondere darin, dass die Auto- und Flugzeugindustrie an diesen neuen natürlichen Auto- und Flugzeugbezugsstoff mindestens die gleichen
Anforderungen stellt wie an die bisherigen Erdölkunststoffbezüge. Es handelt sich hier in erster Linie um folgende Anforderungen, die erfüllt oder verbessert werden müssen:
1 ) Alle Scheuer- und Reißfestigkeiten (Abration resistance and tensile strength) geprüft nach dem Martindale-Festigkeitstest als strengsten Test
2 ) Dehnungstest (elongation fest )
3 ) Heißlichtechteiten (getestet nach dem FAKRA - Echtheitstest als strengsten Test )
4) Flammfestigkeit
5 ) Reibechtheiten trocken/naß
6) Anschmutzresistenz
7) Schimmel- und Verrottungsbeständigkeit
Die Wirtschaftlichkeit der Produktion und der Produktendpreis muß im Vergleich zum Erdölkunststoffautobezugsstoff ( PES) ebenfalls gleich gut oder besser sein.
Um diese Anforderungen zu erfüllen, sind in folgenden Produktionsbereichen dieser Produkteneuheit zur Eignungsmachung für die Autoindustrie Entwicklungen durchgeführt worden, die das Erfindungsprodukt zu einem neuen Stand der Technik brachte.
Optimierung der Naturfasermischungen
Für Autobezugsstoffe aus reinen Naturfasern werden in der Produktion hohe Ansprüche an Faser-Stapellänge. Faserqualilät. Faserobefläche. Zwirnungsdrehungen zur Erfüllung der hohen Anforderungen wie Reißfestigkeit und Faserabrieb im Autositzgebrauch ( MartindaleTest mit Mindestanforderungen von 50.000 Touren ) gestellt.
Aufgabe der Erfindung ist nun eine maximale Flächenqualität hochwertiger Fasern in Kombination mit Mischungen aus Fasern mit glatten Oberflächen wie Viskose-Filamente und diese im Hinblick auf ihre Verwendung zu optimieren. Zu den Mischungen zählen in erster Linie Leinen. Baumwolle. Bambus und Viskose/Modalfaser als Filament. Die minimalen Anforderungen sind ein Warengewicht zw ischen 1 00 und 700 g/m 2 ( bevorzugt zwischen 200 und 600 g/nr).
Spinnen und Weben
Die Autopolsterflächenstrukturen und Warengewichte müssen den Anforderungen und Wünschen der Autoindustrie entsprechen und durch ausgesuchte entsprechende Garnfeinheiten., optimalste Spinndrehungen(Zw imeffect). Webbindungen wie Panama. Köper. Atlas, usw .. Dichte in Kette und Schuß der Naturfasermischungen und Mischverhältnisse aufeinander abgestimmt w erden. H ier sind die minimalen Anforderungen:
-Warenbreite : zw ischen 1 m und 3 m. bevorzugt zwischen 1 .40 und 1 .60 m
-Warengewicht : zw ischen 100 und 700 g/nr. bevorzugt zw ischen 200 und 600 g/nr
- Dichte/10 cm: Kette zw ischen 50 und 600. bevorzugt zwischen 100 und 500
Schuß zw ischen 50 und 300. bevorzugt zw ischen 100 und 200
- Garn Feinheit : Kette 20 -200 tex. bev orzugt 40 - 60 tex
Schuß Leinen 50 - 300. bevorzugt 1 00 -200 tex i Herzu 3 Beispiele:
Web-Muster 1 : Mischung: Leinen/Baumwol le 50/50
Warenbreite: 1 ,55 m
Warengew icht: 320 g/m 2
Dichte/ 10 cm: Kette 1 55 ( warp)
Schuß 1 52 (wcft )
GarnFeinheit: Kette Baumwolle Nm 20 (= 50 tex)
Sehuß Leinen Nm 9.6 (= 103 tex)
Web- Muster 2 : Mischung: Leinen/Baumw olle 50/50
Warenbreite: 1 .53 m
Warengew icht: 430 g/m 2
Dichte / 10 cm: Kette 321
Schuß 146
GarnFeinheit: Kette Baumwolle 50 tex
Schuß Leinen 1 70 tex
Web-Muster 3 : Mischung: Leinen/Baumwolle 50/50
Warenbreite: 1.52 m
Warengew icht: 375 g/m 2
Dichte/ 10 cm: Kette 41 6
Schuß 1 38
GarnFeinheit: Kette Baumw olle 50 tex
Schuß Leinen 1 10 tex
Web- Muster 4: Mischung: Leinen/Baumwolle 50/50 gebleicht
Warenbreitc: 1 .49 m
Warengew icht: 440 g/m 2
Garndrehung: Nm 20/ 1 (=50 tex ) Baumwolle -612/m
Leinen Nm 6.8 ( = 140 tex ) - 309/m
Auch Maschenwaren können zum Linsatz gelangen.
Vorbehandlung
Hin w eiterer Schritt zur Lrzielung der erw ünschten Anforderungen ist eine nach Stand der Technik auszuf ührende Vorbehandlung Für Leinen und deren Cellulose-Mischungen wie Entsehlichten. Entmineral isieren und Bleichen sowie ein spezieller Merzerisieiprozeß zur Verringerung des Faserabriebverhaltens und Steigerung der geforderten Echtheit betr.
Martindale-Touren ( Minimum 50.000 Touren ).
Die Merzerisierung wird mit hochkonzentrierter Natronlauge flotte und etwas Alkylsul fonat unter Warenspannung durchgeführt, beispielsw eise nach folgender Methode:
Rezeptur: 8.0 ml/kg Alkylsullbnat
743.0 ml/kg( 30°Be) Natronlauge 36°Be
Behandlung: 60 sek. Tauchzeit Danach mindestens 2 min kalt verweilen unter
Warenspannung
Spülen: Bei 25°C/ 70°C/25°C je 3 min Tauchzeit
Neutralisieren: mit Sirrix NE fl (Clariant )
Ein zusätzlicher vortei lhafter Effekt der Merzerisation ist, daß der Farbstoffaufbau und die Durehf ärbung insbesondere für tiefe Färbungen w ie Schwarz wesentlich verbessert wird .
1 . Beispiel : Misehmuster CO/Leinen 50/50 gebleicht. nicht merzerisiert
2. Beispiel : Mischmuster CO/Leinen 50/50 gebleicht und merzerisiert
Färbeprozeß
Ein Naturfaser-Autopolsterstoff bestehend aus Leinen und deren Mischungen mit Baumwolle oder anderweitigen Cellulosefasern w ie Bambus und Viskose muß mit anderen Farbstoffen im Vergleich zu FES gefärbt werden. Während PES mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt wird, kann dieses erfindungsgemässe Produkt in erster Linie mit Reaktiv -. Substantiv - oder aber Küpenoder Schwefel Farbstoffen gefärbt werden. Aus Gründen der hohen Echtheitsan Forderungen für diesen Verwendungszweck kommen jedoch bevorzugt Reaktivfarbstoffe in Frage.
Ein weiterer wichtiger Teil der Erfindung ist. daß die von der Autoindustrie geforderten hohen Lichtechtheiten und Heißlichtechtheiten (mehrfache FAKRA-Heißlichtechheiten). wie sie mittlerweile von Dispersionsfarbstoffen auf PES erfüllt werden können, durch diese
Erfindung nunmehr auch von speziell ausgewählten Reaktiv farbstoffen auf natürlichen Cellulosefasern w ie Feinen und den angeführten Mischungen mit Baumwolle und
anderweitigen Mischungen mit Cellulosefasern wie Viskose und Bambus erreicht werden können.
Flin weiterer Aspekt der Erfindung ist also eine gezielte Auswahl v on geeigneten
hochlichtechten Reaktiv Farbstoffen als Einzelfarbstoffe und Komponenten für hochlichtechte Triehromien aus bestehenden Reaktiv farbstoffgammen herauszuselektionieren.
Es kommen alle Einlach- und Mehrfachanker-Reaktiv farbstoffe sowie Schwefel- und
Küpenfarbstoffe in Frage. Im Reaktivfarbstoffbereich handelt es sich um folgende
Reaktivkomponenten: Dichlortriazin. Fluorchlorpyrimidin (FCP). Dichlorchinoxal in.
Monofluortriazin. 2 x Monofluortriazin. Monochlortriazin + Vinylsul fon. Trifluorpyrimidin. Monofluortriazin/Monochlortriaxin+ Vinylsulfon. Fluorehlorpyrimidin/Monochlortriazin + Vinylsul fon. Vinylsul fon oder 2 x Vinylsulfon. Monochlortriazin. 2x Monochlortriazin.
Monochlortriazin modi fixiert, Trichlorpyrimidin. Bevorzugt sind speziell ausgewählte Reaktivfarbstoffe auf Basis Eintach/ Mehrfachanker mit Fluorchlorpv rimidin als 1 Iauptreaktivkomponente.
Da die Licht- und FAKRA-Echtheiten einerseits u.a. auch vom Farbstoff-Fixiergrad abhängig sind, andererseits jedoch auch ein hoch wirtschaftliches produktives Färbeverfahren aus preislichen Gründen gefordert ist. erstreckte sich dem zu Folge die Entwicklung auf die Erarbeitung optimalster Färbev erfahren.
Folgende geeignete Färbeverfahren stehen dazu bevorzugt zur Verfügung:
1 . Kalt- Verweilverfahren ( KKV ) als Semikontinue-Verfahren
2. E-Control-Verfahren ( Neuentwicklung der Fa. A.Monforts /ICE EP 08 1016) Vollkontinue- Verfahren
3. Päd Dry Thermofix-Verfahren. Vollkontinue- Verfahren
4. Päd Dry Steam-Verfahren. Vollkontinue-Verfahren
5. Chemical Päd Steam-Verfahren. Vollkontinue-Verfahren
6. Ausziehverfahren, diskontinuierliches Verfahren im Stück
7. Ausziehv erfahren, diskontinuierliches Verfahren im Garn
Die Warengew ichte bei Autopolsterstoffen liegen zwischen 1 00 und 700 g/m 2 . bevorzugt zw ischen 300 und 600 g/m 2 und am meisten bevorzugt um 400 g/nr. Bei Qualitäten um 400 g/m 2 dieses Artikels muß einerseits eine sehr gute Durchlarbung sichergestellt sein, andererseits der w irtschaftlichste Färbeprozeß zur Anwendung gelangen. Um beides in Einklang zu bringen, besteht von Seiten der Chemie zusätzlich die Möglichkeit, spezielle Farbflottenzusätze wie
10 - 60 g/l, bevorzugt 20 -50 g/l eines Polymerisationsproduktes auf Acrylamidbasis einzusetzen, die die Farbstoffdiffusion unterstützen, zur Erzielung einer verbesserten
Warendurchfärbung. Zur bestmögl ichen Durchfärbung wurden Verfahren und Flottenrezept zur höchstmöglichen Farbstoffdiffusion optimiert.
Die Erfindung wird erläutert anhand der folgenden Färbebeispiele:
Beispiel 1 :
Leinen/Baumwoll-Autopolsterstoff. ca. 430 g/m2. Web-Muster 2 von Seite 3.
entschlichtet, entmineralisiert. gebleicht, mercerisiert. w ird im semikontinuierlichen
Kaltverwei lverfahren folgender Rezeptur für eine Schwarzfärbung
45 g/l Reaktiv Orange Cl RO 69
25 g/l Reaktiv Rubinol CI RR 1 71
70 g/l Reaktiv Blau C l RB 209
50 g/l Harnstoff (Lösungsmittel für Farbstoff)
1 ml/l nichtionogenes Netzmittel
1 ml/l Sequestriermittel ( Komplexbildner) mit Mischpumpe eine Alkali Hotte folgender Zusammensetzung 50 ml/l Na Silicat 38°Bè
12 ml/l NaOH 36 °Bè im Verhältnis 1 : 4 kontinuierlich der Farbflotte zugeführt und damit im Foulard die Ware foulardiert. Flottentemperatur : 20°C
Anschließend wird die Ware 4 Stunden kalt verw eilt und ausgewaschen wie folgt: kalt spülen in Weichwasser, kochend sei fen mit 2 ml/1 Waschmittel Typ L adipur RSK l iq. spülen in heißem Weichwasser, spülen in kaltem Weichwasser, mit Essigsäure neutralisieren und trocknen.
Man erhält eine tiefe, egale, gut durchgefärbte Schwarzfärbung mit perfekten Lichtechtheiten ( FAKRA 3 fach Note 8. Xenon Note 8) und w eiteren guten Naßechtheiten.
Beispiel 2:
Leinen/Baumwolle-Autopolsterstoff. 320 g/nr. Web-Muster 1 von Seite 3.
entschlichtet, entmineralisiert. gebleicht, merzerisiert, w ird im neuartigen vollkontinuierlichen
E-Control-Verfahren der Firma Monforts folgender Rezeptur gefärbt:
45 g/l Reaktiv Orange CI RO 69
25 g l Reaktiv Rubinol CI RR 1 71
70 g/l Reaktiv Blau CI RB 209
100 g/l Harnstoff
1 ml/l nichtionogenes Netzmittel
Mit Mischpumpe w ird separat im Flottenverhältnis 1 : 4 Alkaliflotte mit 24 g/l Soda ash dem Färbefoulard zugeführt. Flottentemp. : 20 °C
Die Ware w ird auf der E-Controllanlage bestehend aus IR Vortrockner und Hotflue konstant mit einem Kl ima von 25 % Feuchte und 75 % Luft und einer Kammertemperatur
v on 1 25 °C beschickt (Warentemperatur beträgt dann ca. 69 °C ). dann foulardiert.
vorgetrocknet, fertiggetrocknet und dabei gleichzeitig der Farbstoff fixiert.
Anschließend w ird die Ware wie folgt ausgewaschen:
Kalt spülen in Weichw asser
Kochend sei fen mit 2 ml/1 Waschmittel Typ Ladipur RSK liq.
Heiß spülen in Weich wasser
Kalt spülen in Weichwasser
Neutralisieren mit Essigsäure
Trocknen
Man erhält eine tiefe, egale, gut durchgefärbte Schwarzfärbung mit perfekten Lichtechtheiten ( FAKRA 3-Fach Note 8. im Grau-Masstab Note 4.5. Xenon perfekt Note 8 im Blau-Masstab ) und weiteren guten Naß- und Reibechheiten. Beispicl 3
Leinen/Baumwolle - Autopolsterstoff. 320 g/nr. Weh-Muster 1 von Seite 3. entschliehtet. entmineralisiert. gebleicht, merzerisiert, wird im semikontinuierlichen Kaltverweiiverfahren folgender Rezeptur gefärbt:
3.9 g/l Reaktiv Orange CI RO 69
2.8 g/l Reaktiv Rubinol CI RR 1 71
5.0 g/l Reaktiv Blau CI R B 209
1 ml/l nichtinonogenes Netzmittel
1 ml/l Sequestriermittel ( Komplexbildner)
Mit Mischpumpe wird separat im Flottenverhältnis 1 : 4 Alkali flotte folgender
Zusammensetzung der Färbellotte zugeführt:
50 ml/l Natriumsilikat 38°Be
5 ml/l NaOH 36 °Be
Färbellottentemperatur 20°C
Die so gefärbte Ware w ird anschließend 4 Stunden kalt verweilt und ausgewaschen wie folgt: Kalt spülen in Weichwasser
Kochend seifen mit 2 ml/l Waschmittel vom Typ Ladipur RSK liq.
Heiß spülen in Weichw asser
Kalt spülen in Weichwasser
Neutralisieren mit Essigsäure
Trocknen
Man erhält eine egale, gut durchgefärbte Hel lgrau-Färbung mit sehr guten Naß- und
Reibechtheiten mit einer Xenon-Lichtechheit im Blau-Masstab Note 6.5. Die mehrfach FA K RA Fichtechtheit erreicht noch nicht ganz den hohen Standart der Schwarzfärbung und muß verbessert werden.
Beispiel 4
Leinen/Baumwoll-Autopolsterstoff. 320 g/nr. Webmuster 1 von Seite 3, entschlichtet, entmineralisiert, gebleicht und merzerisiert w ird im neuartigen vollkontinuierlichen H- Controlverfahren Monforts folgender Rezeptur gefärbt:
3. 9 g/l Reaktiv Orange CI RO 69
2.8 g/l Reaktiv Rubinol CI RR 1 71
5.0 g/l Reaktiv Blau CI RB 209
1 .0 ml/l nichtionogenes Netzmittel
Mit Mischpumpe w ird separat im Flottenv erhältnis 1 : 4 Alkaliflotte mit 14 g/l Soda ash dem Färbelbulard zugeführt. Flottentemperatur : 20 °C Die Ware w ird auf der E-Controllanlage bestehend aus IR Vortroekner und Hotline konstant mit einem Klima von 25 % Feuchte und 75 % Luft und einer Kammertemperatur von 125 °C beschickt ( Warentemperatur beträgt dann ca. 69°C). dann foulardiert. vorgetrocknet, fertiggetrocknet und dabei gleichzeitig der Farbstoff fixiert.
Anschließend wird die Ware w ie folgt ausgewaschen:
Kalt spülen in Weichw asser
Kochend seifen mit 2 ml/1 Waschmittel Typ Ladipur RSK liq.
Heiß spülen in Weichwasser
Kalt spülen in Weichw asser
Neutralisieren mit Essigsäure
Trocknen
Man erhält eine egale, gut durchgefärbte Hellgrau-Färbung mit sehr guten Naß- und
Reibeehtheiten, mit einer Xenon - Liehtechheit im Blau-Masstab Note 6.5. Die mehrfach FAKRA-Lichtechfheit erreicht noch nicht ganz den hohen Standard der Sehw arzfärbung und muß noch verbessert werden.
Beispiel 5
Leinen/Baumw olle 50/50, 430 g/m 2 ( Web-Muster 4). gebleicht und hochgezwirnt als
Sehwarzfärbung im Kaltverw eilverfahren. Dieses neue Muster w ird mit im Ausziehverfahren gebleichten hochgezwirnten Garnen gew ebt. Dadurch w ird die Echtheit im Martindale- Festigkeitstest auf 60.000 Touren gesteigert.
Beispiel 6
Ware: 100% Leinen, ca 1 20 g/m 2 , gebleicht
Kontinue- Verfahrensvergleich: Kalt- Verweil verfahren gegen E-Control-Verlahren
Rezeptur Kalt- Verweilverfahren:
32 g/l Reaetive Orange Cl RO 69
50 ml/l Na- Wasserglas 38°Be
1 5 ml/l Natronlauge 36 °Be
Verweilzeit: 8 h. anschließend auswaschen und trocknen
Reze p t u r E - C o n t ro 1 - Ve r fa h re n
32 g/l Reaetiv e Orange C I RO 6
10 g/l Soda ash
2.5 ml/1 Natronlauge 36°Be
Die Ware w ird auf der E-Control-Anlage.w ie bereits beschrieben, bestehend aus
I R- Vortrockner und Hotflue konstant mit einem Klima von 25 % l euchte und 75% Luft und einer Kammertemperatur von 1 25 °C beschickt ( Warentemperatur beträgt dann ca. 69°C ). wobei nach dem Foulardieren bei diesem speziellen Fixierprozeß gleichzeitig vorgetrocknet, feriiggetrock.net und dabei auch gleichzeitig der Farbstoff fixiert wird. Anschließend wird die Ware dann gewaschen und getrocknet w ie bereits beschrieben.
Es konnten zwei einwandfrei egale tiefe brilliante rein L einenfärbungen erstellt werden.
Im Vergleich der beiden unterschiedlichen Färbeprozesse ist eine nahezu gleich tiefe Färbung erzielt worden.
Bei einem w eiteren Versuch im gleichen Vergleich auf 100% Leinen gleicher Ware in einem dunklen Reaktivblau mit 90 g/l Farbstoff unter gleichen Färbebedingungen konnten ebenfalls zw ei einwandfreie egale tiefe bril liante rein Leinenfärbungen erreicht w erden. Im Vergleich der beiden Verfahren erbrachte die Färbung nach dem E-Control-Verfahren eine 1 3 % tiefere Färbung.
Ausrüstungsprozeß
Im Ausrüstungsprozeß w ird das nunmehr mercerisierte und gefärbte natürliche
Autopolsterstoff-Produkt aus Leinen/Baumw olle dem bestehenden Anforderungsprofil der Autoindustrie in 3 Schritten wie folgt angepaßt:
1 . Verrottungs- und Schimmelschutz ( Microbakterieller Schutz)
2. Flammschutz
3. Abricbbeständigkeit (Abrasion resistance)
Scheuerbeständigkeit
Antipilling
Anschmutzungsresistenz Die Schritte 1 .2.3 müssen in der Reihen folge eingehalten werden. Ausrüstungsbeispiel Schritt 1 ( Microbakterieller Schutz)
Die Verrottungs- und Schimmelschutzausrüstung geschieht in einem getrennten Verfahren mit dem speziellen Produkt:
Sanitize 2724, ein Produkt der Sanitized AG, Schweiz mit einer Behandlungskonzentration von 0.5 - 2 % bezogen auf das Warengew icht. Im Foulardierverfahren durch foulardieren oder aufsprühen, mit anschliessender Trocknung bei 1 00 1 50° C Trocknungstemperatur. Die Behandlung wird di rekt nach dem Färbe- und Trocknungsprozess durchgeführt. Da es sich bei dieser Erfindung um ein reines Naturprodukt handelt, ist die Verrottungs- und Schimmelschutzausrüstung unbedingt erforderlich.
Ausrüstungsbeispiel Schritt 2 ( Flammschutzausrüstung)
Die Flammschutzausrüstung w ird im 2. Schritt nach dem heutigen Stand der Technik ausgeführt, w obei Phosphat - oder Silikonprodukte, bevorzugt Phosphatprodukte zum Einsatz gelangen.
Einsatz-Konzentration: 1 00 bis max. 500 g/l. bevorzugt 200 - 300 g/l Die Flotte wird auffoulardiert und anschliessend wird hei 100 - 1 50° C getrocknet. Die Behandlung wird separat nach dem Auftrag des antibakteriellen Produkt durchgef ührt oder kann ggf. in Kombination mit der anschliessenden Ausrüstung f ür den Abriebschutz vollzogen werden. Durch Optimierung der Produkte und deren Konzentrationen w urde Sorge getragen, daß die guten Trocken- und Naßreibechtheiten der Reaktiv färbung nicht beeinträchtigt werden.
Ausrüstungsbeispiel Schritt 3
Rezeptur: 100 g/l Basis Polv acrylat Entw icklungsprodukt
5 g/l Fluor-Carbon Produkt ( nicht ionogen)
0.3g/l Netzmittel (anionaktiv)
Nach Bedarf auch Weichmacher
Foulardapplikation. Naßaufnahme 80 %. 1 min bei 1 50°C effektiv getrocknet und
kondensiert.
Die Scheuerbeständigkeit des schwarzgefärbten Musters wurde im Martindale - restv erfahren nach EN ISO 12947- 1 mit 12 Kpa bei 5.000 Touren. 1 0.000 Touren. 20.000 Touren. 50.000 Touren geprüft.
Das erfinderische 100 % reine Naturautopolstermuster konnte den Test bis 50.000 Touren unbeschadet durchstehen.
Das Überraschende des gesamten Ausrüstungsbereiches liegt darin, daß die nach der Färbung und Trocknung erzielten physiologischen und echtheitsmäßigen Ergebnisse, v ornehmlich die FAKRA-. Xenon-Lichtechtheiten. die Reibechtheiten sow ie die Abriebsbeständigkeit nach Martindale nicht beeinträchtigt sondern verbessert w urden, so daß das Endprodukt den hohen Anforderungen der Autoindustrie gerecht wird. Ein reines Naturprodukt ersetzt ein Erdöl - Kunstfaserprodukt und erfüllt die hohen Anforderungen der Autoindustrie in gleicher Weise.
Vorteile der neuen Erfindung zusammengefaßt:
1 . Ein Auto- oder Fhigzeugsitzpolsterstoff bestehend aus reinen pflanzlichen
Naturprodukten, der die hohen physiologischen, echtheits- und sicherheitsrelevanten Anforderungen der Autoindustrie erfüllt.
2. Das Produkt ist bei der Entsorgung zu 1 00 % verrottbar und v erfügt damit über höchst umweltfreundliche Eigenschaften.
3. Es besteht zu 100 % aus natürlich nachw achsenden Rohstoffen mit hoher
Nachhaltigkeit.
4. Der CO : -Aufw and, gerechnet nach dem kumulierten Energieaufwand ( KEA). liegt für die Herslell ung dieses Naturproduktes im Vergleich zur Produktion des bisherigen Produktes aus Erdöl- oder Glasfasern um 83 % niedriger.
5. Das erfmdungsgemäße neue Gebrauchsprodukt auf der Grundlage nachwachsender, umweltfreundl icher Rohprodukte ist unabhängig v on den starken Preisschw ankungen der Erdölprodukte auf dem Weltmarkt und der Preis stabil und kalkulierbar.
6. Physiologische Vorteile der reinen Naturfasern.
7. Kein elektrostatisches Aufladen der naturreinen Autositzfasern
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