GERRATH, Torsten (Calvinstr. 12, Marburg, 35037, DE)
SCHNEIDER, Gunter (Wilhelm-Roser-Str. 21, Marburg, 35037, DE)
GERRATH, Torsten (Calvinstr. 12, Marburg, 35037, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zur Kalibrierung eines Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeuges einer Brillenglasrandbearbeitungsma- schine, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass a) in einem ersten Bearbeitungsschritt vor der Anformung einer Rand- oder Flächenform RF durch das Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug die Brillenlinse mittels einer optischen Vermessungseinrichtung vermessen wird, b) die Anformung einer Rand- oder Flächenform RF durch das Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug erfolgt, c) die erzeugte Rand- oder Flächenform RF mittels der optischen Vermessungseinrichtung vermessen wird, d) eine Abweichung zwischen der so hergestellten Flächen- oder Randform RF und den gewünschten Flächen¬ oder Randform-Sollwerten ermittelt wird; e) das Werkzeug zumindest durch Anpassung der Regelgrößen kalibriert wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass eine Vermessungseinrichtung verwendet wird, die zur Vermessung von Brillenglaskanten geeignet ist. 3. Verfahren nach Anspruch 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass ein optisches Mikrometer verwendet wird. 4. Verfahren zum Bearbeiten einer Fläche RF einer Brillenlinse (1) unter Einsatz einer Fräs-, Schneid- oder Schleifmaschine mit mindestens einem Fräs-, Schneid¬ oder Schleifwerkzeug mit einer Schneidgeometrie, wobei in der Fräs-, Schneid- oder Schleifmaschine eine opti¬ sche Vermessungseinrichtung vorgesehen ist, bei dem a) die Fläche RF der um eine Rotationsachse rotierenden Brillenlinse (1) mit mindestens einem Fräs-, Schneidoder Schleifwerkzeug bearbeitet wird und eine profilierte Flächenform an der Brillenlinse (1) durch Rota¬ tion der Brillenlinse (1) um die Rotationsachse und Zu¬ stellung des Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeugs in radialer oder axialer Richtung hergestellt wird, b) in einem weiteren Bearbeitungsschritt die so hergestellte Flächenform RF an dem Werkstück mittels der Oberflächenvermessungseinrichtung vermessen wird; c) anschließend ein Grad der Abweichung zwischen der so hergestellten Flächen- oder Randform RF und den gewünschten Flächen- oder Randform-Sollwerten ermittelt wird; d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass d) vor der Anformung einer Rand- oder Flächenform RF durch das Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug in einem dem Bearbeitungsschritt vorangehenden ersten Schritt die Brillenlinse mittels der Vermessungseinrichtung vermessen wird, e) die Solldaten der Maschinensteuerung auf Basis der Abweichung zwecks Berücksichtigung der werkzeugseitigen Schwankungen und Optimierung der herzustellenden Rand¬ oder Flächenformen RF angepasst werden. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Ermitteln des Grades der Abweichung für das jeweilige Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug getrennt ausgeführt wird. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Ermitteln des Grades der Abweichung für das jeweilige Fräs-, Schneid oder Schleifwerkzeug - nur einmal, nach dem Einsetzen desselben in die Fräs- , Schneid- oder Schleifmaschine oder - zweimal pro Tag, einmal pro Tag, alle zwei Tage oder nach einer definierten Anzahl von bearbeiteten Brillenlinsen (1) wiederholt werden. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die bestehenden Abweichungen zwischen der Flächen- oder Randform RF und der Sollform spezifiziert werden nach folgenden Ursachen: - Schwingungen des Werkzeugs und/oder der Brillenlinse (1), - Fehler einer Bewegungsachse, - bestehender Verschleiß eines Werkzeugs und/oder - Verformung der Brillenlinse (1) durch die Einspannung. 8. Verfahren nach Anspruch 7, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass zwecks Spezifizierung der Ursache "Verschleiß der Werkzeugschneide" auch die Oberflächenrauigkeit der Fläche oder Randfläche zumindest teilweise ermittelt wird und beim Überschreiten eines definierten Grenzwertes für die Oberflächenrauigkeit das Werkzeug als „nachzuschleifen" oder „auszutauschen" eingestuft wird. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als Werkstück eine Brillenlinse (1) oder eine Prüfscheibe verwendet wird. 10. Verfahren nach Anspruch 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die PrüfScheibe zylinderförmig ausgebildet ist. 11. Vorrichtung zum Anarbeiten von Kanten, Fasen und/oder Nuten an Ränder von Brillengläsern, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass ein optisches Vermessungssystem zum Vermessen von Flächen- oder Randformen RF und/oder Kanten K des Bril¬ lenglases vor und/oder nach der Bearbeitung des Bril¬ lenglases vorgesehen ist. 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das optische Vermessungssystem ein optisches Mik¬ rometer ist. |
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Kalibrie ¬ rung eines Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeuges einer Brillenglasrandbearbeitungsmaschine .
Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zum Be ¬ arbeiten einer Fläche RF bzw. Randfläche RF einer Brillenlinse unter Einsatz einer Fräs-, Schneid- oder Schleifmaschine mit mindestens einem Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug mit einer Schneidgeometrie, wobei in der Fräs-, Schneid- oder Schleifmaschine eine optische Oberfläche bzw. Randvermessungseinrichtung vorgesehen ist, bei der die Flä ¬ che RF der um eine Rotationsachse rotierenden Brillenlinse mit mindestens einem Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug bearbeitet wird und eine profilierte Flächenform an der Brillenlinse durch Rotation der Brillenlinse um die Rotati ¬ onsachse und Zustellung des Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeugs in radialer oder axialer Richtung hergestellt wird, und in einem weiteren Bearbeitungsschritt die so hergestellte Flächenform RF an dem Werkstück mittels der Oberflächenvermessungseinrichtung vermessen wird und anschließend ein Grad der Abweichung zwischen der so hergestellten Flächenform RF und den gewünschten Flächenform-Sollwerten ermittelt wird.
Zudem bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zum Anarbeiten von Kanten, Fasen und/oder Nuten an Ränder von Brillengläsern.
Es ist bereits ein Verfahren zur Autokalibrierung eines Drehwerkzeugs für Brillenlinsen aus der
DE 60 2005 003 012 T2 bekannt. Das Verfahren sieht ein Drehen eines Prüfstücks mit einer nicht-rotationssymmetrischen Geometrie mit einem Drehmeißel, ein Vermessen der geschnit ¬ tenen Geometrie des Prüfstücks an wenigstens einem Abschnitt mit einer Neigung in eine Drehrichtung um die Werk ¬ stückdrehachse, ein Analysieren der so erhaltenen Messdaten und eine Ausführung einer Kompensationssteuerung vor.
In der US 6, 071, 176 wird ein Kalibrierverfahren für An ¬ triebsachsen einer Schleifmaschine beschrieben, bei dem zwecks Kalibrierens der jeweiligen Achse bzw. zwecks Ausmessens des jeweiligen Achsfehlers das Schleifwerkzeug in zwei Achsen bewegt und eine Bearbeitungsnut erzeugt wird, wobei eine Abweichung zwischen dem erreichten Verlauf der Bearbeitungsnut und einem Sollmaß für den jeweilige Achsverlauf ausgewertet wird.
Die aus der DE 197 38 668 AI bekannte Brillenglasbearbei ¬ tungsmaschine weist einen Fingerfräser zum vollständigen Bearbeiten des Brillenglasrandes auf. Mittels des Fingerfräsers werden eine Umfangsnut und eine Dachfacette am Brillenglasrand hergestellt. Alternativ wird ein Kombinationswerkzeug beschrieben, welches verschiedene Werkzeugteile mit unterschiedlicher Form, z. B. Fingerfräser und Schleifscheibe, auf einer gemeinsamen Welle aufweist. Zwecks Bearbeitung des Randes werden die verschiedenen Werkzeugteile nacheinander eingesetzt.
Aus der US 2006/0276106 AI ist ein Verfahren zum Bearbeiten eines Randes eines Brillenglases bekannt, bei dem zunächst eine Fase angearbeitet und anschließend die erreichte Geo ¬ metrie zwecks Abstimmung mit der vorliegenden Geometrie des Rahmens vermessen wird. Vor der Bearbeitung des Brillengla ¬ ses erfolgt keine Vermessung des Brillenglases. Gleiches gilt für die DE 38 27 122 AI. Die DE 198 04 455 C2 beschreibt das Vermessen des Rahmens sowie des Werkzeuges vor der Bearbeitung des Brillenglases zwecks Abstimmung der notwendigen Werkzeugbewegung. Vor der Bearbeitung des Brillenglases erfolgt keine Vermessung des Brillenglases .
Die DE 100 49 382 AI beschreibt eine optoelektronische Mes ¬ sanordnung zur Vermessung der Geometrie von Linsenrändern auf Basis des Triangulationsverfahrens zwecks Ausrichtung derselben zum Einsetzen in eine Brillenfassung. Dies Art der Vermessung erfolgt, nachdem das Brillenglas inklusive Rand fertig bearbeitet ist.
Ränder von Brillengläsern weisen betreffend die Genauigkeit der Oberfläche weitaus geringere Anforderungen auf als die optischen Flächen, also die Vorder- und Rückseite selbst. Sie können daher mittels Schleif- und/oder Fräswerkzeugen in die endgültige Form mit der gewünschten Geometrie gebracht werden.
Zwecks Aufnahme in entsprechend geformte Fassungen weisen die Ränder von Brillengläsern mitunter komplexe Geometrien auf, so dass insbesondere beim Einsatz von klassischen Fräswerkzeugen wie vorstehend erläutert mehrere Verfahrensschritte zur Erzeugung solcher komplexer Geometrien notwendig sind. Zwecks Verringerung der Prozesszeiten finden auch Schleifwerkzeuge Anwendung, deren Geometrie der komplex ausgebildeten Randform RF zumindest teilweise angepasst ist. Da die Brillengläser aus Kunststoff gebildet sind, sind die Standzeiten der Werkzeuge sehr hoch. Die techni ¬ schen Geometriedaten der eingesetzten Werkzeuge wie Schaftlänge, Radius etc. sind bekannt oder werden vor dem Einbau manuell vermessen, so dass die relative Lage des einge ¬ spannten Werkzeugs rechnerisch ermittelt wird. Das Brillen- glas muss über die so hergestellte Randfläche nur gehalten werden. Geschlossene Brillenfassungen sind in der Regel ebenfalls anpassungsfähig und werden im Falle von Kunststoff zwecks Einsetzen des Brillenglases erwärmt, so dass eine Anpassung an die Randform RF einhergeht. Optische Eigenschaften der Randfläche müssen nicht berücksichtigt wer ¬ den .
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Randbearbeitung von Brillenlinsen derart auszubilden, dass ein optimales Arbeitsergebnis gewährleistet ist.
Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch das Verfahren nach Anspruch 1 und 4.
Zwecks Kalibrierung der eingesetzten Werkzeuge wurden bis dato taktile Messinstrumente bzw. Oberflächen-Taster ver ¬ wendet. Mit einem Oberflächen-Taster lässt sich aber nur eine Oberfläche vermessen. Auch wenn die Vermessung nahe am Rand der Oberfläche stattfindet, so ist eine Vermessung des linienförmigen Randes der Oberfläche selbst nicht möglich. Hierfür bestand in der Vergangenheit auch kein Anlass, weil von einer Adaption des Brillenrahmens auszugehen ist. Durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem in einem ersten Bearbeitungsschritt vor der Anformung einer Rand- oder Flächenform RF durch das Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug die Brillenlinse mittels einer optischen Vermessungseinrichtung vermessen wird und anschließend die Anformung einer Rand- oder Flächenform RF durch das Fräs-, Schneid- oder Schleifwerkzeug erfolgt und sodann die er ¬ zeugte Rand- oder Flächenform RF, insbesondere die damit erzeugten Kanten K mittels der optischen Vermessungseinrichtung vermessen werden, lässt sich ein Grad der Abweichung zwischen der so hergestellten Flächen- oder Rand- form RF und den gewünschten Flächen- oder Randform- Sollwerten ermitteln und mithin das Werkzeug zumindest durch Anpassung der Soll- oder Regelgrößen der Steuerung kalibrieren. Somit wird ein höchstes Maß an Genauigkeit bei der Randbearbeitung gewährleistet, so dass der nachfolgende Einpassungsschritt wesentlich einfacher zu handhaben ist.
Dieser Vorgehensweise liegt zum einen das erfindungsgemäße Verfahren zugrunde, nach dem vor der Anformung einer Form bzw. Randform RF durch das Fräs- oder Schleifwerkzeug in einem dem Bearbeitungsschritt vorangehenden ersten Schritt die Brillenlinse bzw. das zu bearbeitende Halbzeug mittels der Oberflächen- bzw. Randvermessungseinrichtung vermessen und die Ist-Lage der Flächen und Kanten K bestimmt wird. Anschließend erfolgt die Anpassung der Solldaten der Ma ¬ schinensteuerung auf Basis des Grades der Abweichung zwecks Berücksichtigung der werkzeugseitigen Schwankungen und Op ¬ timierung der herzustellenden Form RF.
Die Geometrie der jeweiligen Werkzeugschneide ließe sich alternativ mittels eines optischen oder taktilen Verfahrens ermitteln, so dass darauf aufbauend die am Werkstück herstellbare Form ermittelt werden könnte. Bei einem solchen Verfahren wären jedoch weitere Einflüsse auf die letztlich hergestellte Form nicht berücksichtigt, wie die Durchbiegung bzw. Verformung des Werkstücks oder des Werk ¬ zeugs aufgrund der Schneidbelastung und/oder bestehende Schwingungen sowohl Werkzeug- als auch werkstückseitig .
Erfindungsgemäß werden alle werkzeugseitigen Faktoren, die Einfluss auf die letztlich hergestellte Form der Oberfläche bzw. des Randes haben, berücksichtigt, so dass ein optima ¬ les Bearbeitungsergebnis erhalten wird. Auch werkstücksei- tige Faktoren wie Abweichungen von der Form oder der Ein- Spannung bzw. Lage können durch dieses Art der Einmessung berücksichtigt werden. Damit einher gehen auch Vorteile betreffen den jeweiligen Werkzeug-Anfahrprozess , der in Kenntnis der tatsächlichen Werkzeuggeometrie wesentlich schneller und vor allem genauer erfolgen kann.
Zum anderen bedarf es erfindungsgemäß einer Vorrichtung zum Anarbeiten von Kanten, Fasen und/oder Nuten an Ränder von Brillengläsern, ein sogenannter Edger, der ein optisches Vermessungssystem zum Vermessen von Flächen- und/oder Kan ¬ ten K des Brillenglases aufweist, das das Vermessen vor und/oder nach der Bearbeitung des Brillenglases gewährleistet. Von Vorteil ist insbesondere die Vermessung der Kan ¬ ten K einer oder zumindest einem Teil der vorliegenden Oberflächen, was mit einem System, das nach dem Funktionsprinzip eines optischen Mikrometers arbeitet, gewährleistet ist .
Hierzu kann es vorteilhaft sein, wenn das Ermitteln des Grades der Abweichung für das jeweilige Fräs-, Schneid ¬ oder Schleifwerkzeug getrennt ausgeführt werden. Somit las ¬ sen sich die möglicherweise vorliegenden Abweichungen für jedes Werkzeug getrennt ermitteln, was im Fall einer Kumu ¬ lation von Abweichungen mehrerer Werkzeuge schwieriger sein kann .
Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn das Ermitteln des Grades der Abweichung für das Werkzeug nur einmal, nach dem Einsetzen desselben in die Fräs-, Schneid- oder Schleifma ¬ schine oder zweimal pro Tag, einmal pro Tag, alle zwei Tage oder nach einer definierten Anzahl von bearbeiteten Werk ¬ stücken wiederholt werden. Somit können weitere Einfluss ¬ größen auf die hergestellte Form RF bzw. die Randform RF, wie beispielsweise Verschleißerscheinungen des Werkzeugs, erkannt werden.
Vorteilhaft kann es auch sein, wenn die bestehenden Abwei ¬ chungen zwischen der Flächen- oder Randform RF und der Sollform spezifiziert werden nach folgenden Ursachen:
1) Schwingungen des Werkzeugs und/oder des Werkstücks,
2) Fehler einer Bewegungsachse,
3) bestehender Verschleiß des Werkzeugs bzw. einer Werkzeugschneide oder einer Schneid- bzw. Schleifgeometrie und/oder
4) Verformung der Brillenlinse durch die Einspannung.
Sollte die relative Lage zwischen der insgesamt hergestell ¬ ten Form RF und der Linse Abweichungen aufweisen, so läge dies in einem Fehler einer oder mehrerer der Bewegungsach ¬ sen nach Ziff. 2) begründet. Wenn die hergestellten Nuten oder Fasen Welligkeiten aufweisen, was auf verschiedene Ge ¬ ometrieanteile der Form RF beschränkt sein kann, so deutet dies auf eine Ursache nach Ziff. 1) hin. Die Ursache nach Ziff. 3) führt ebenfalls zu Abweichungen eines oder mehrerer Geometrieanteile der Form RF, weil das jeweils eingesetzte Werkzeug Abnutzungserscheinungen aufweist. Insbesondere die hergestellten Ecken bzw. Innenkanten weisen nicht die gewünschte Ausprägung auf, d. h. der Innenradius ist zu groß, weil die Werkzeugkante zu stark abgenutzt ist. Sollte sich eine Ursache nach Ziff. 4) einstellen, weil die Linse innerhalb der axialen Einspannung verformt wird, so ergeben sich Abweichungen insbesondere in den am stärksten gekrümm ¬ ten Geometrieanteilen.
Dabei kann es vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass zwecks Spezifizierung der Ursache "Verschleiß der Werkzeug ¬ schneide" auch die Oberflächenrauigkeit der Oberfläche zu ¬ mindest teilweise erfasst bzw. ermittelt wird und beim Überschreiten eines definierten Grenzwertes für die Ober- flächenrauigkeit das Werkzeug als „nachzuschleifen" oder „auszutauschen" eingestuft wird. Ein Verschleiß der Werk ¬ zeugschneiden ließe sich mit Ausnahme der Werkzeugecken über vorstehend genannte Bewertung der Form RF bzw. der Geometrieanteile weniger gut ermitteln. Die Bewertung der Oberflächenrauigkeit stellt hierfür das probatere Mittel dar .
Ferner kann es vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass als Werkstück eine Brillenlinse oder eine Prüfscheibe verwendet wird oder dass die Prüfscheibe zylinderförmig ausgebildet ist. Der Profilverlauf der herzustellenden Randform RF wird der ebenen Umfangsgeometrie des Zylinders nach zweidimensional ausgebildet, d. h. eine Relativbewegung zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück in eine Richtung parallel zur Rotationsachse des Werkstücks entfällt in diesem Fall. Damit geht eine vereinfachte Erfassung und Auswertung der Randform RF einher, weil aufgrund der flachen, zylinderför ¬ migen Form bestehende Abweichungen der angeformten Geomet ¬ rien von der Sollform einfacher auszuwerten sind. Eine ein ¬ fachere Auswertung ist aber auch bei Verwendung von Bril ¬ lenlinsen mit einfacherer Geometrie möglich, die bspw. eine entsprechend kreisringförmige Randfläche aufweisen. Grund ¬ sätzlich ist eine Auswertung aber auch mit Brillenlinsen möglich, die eine räumlich gekrümmte Fläche RF oder Randform RF aufweisen.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Patentansprüchen und in der Beschreibung erläutert und in den Figuren dargestellt. Es zeigen Figuren la - ld verschiedene Prinzipskizzen zu verschiedenen Fehlerursachen. Eine spezielle Art der Form RF ist die Randform RF einer Linse 1 mit einer Rotationsachse 2. Die Randform RF nach Figur la bzw. den Figuren lb - ld weist vier Flächenformen oder Geometrieanteile 1.1 - 1.4 auf, die jeweils durch eine Kante K begrenzt sind. Die Kante K ist ein Teil der jewei ¬ ligen Flächen- bzw. Randform RF. Eine erste Fase 1.1 am Rand, einen ersten koaxialen Flächenanteil 1.2, eine Nut 1.3 und eine zweite Fase 1.4. Die Linse 1 ist entgegen der Darstellung nach der Randbearbeitung in der Regel nicht rotationssymmetrisch .
Nach Figur lb weist die relative Lage einer Randform RF λ insgesamt, also mit allen Geometrieanteilen 1.1 - 1.4, eine Abweichung Δ1 in radialer Richtung und eine Abweichung Δ2 in axialer Richtung auf, gemessen von der jeweiligen Kan ¬ te K. Dies kann zurückzuführen sein auf eine Ursache nach Ziff. 2) des Beschreibungsteils, wonach Fehler in den Bewe ¬ gungsachsen vorliegen. Die vorliegende Darstellung ist summarisch. Es können auch Fehler in nur einer Achse und daraus resultierende Abweichungen zustande kommen.
Nach Figur lc weist der Geometrieanteil 1.3 der Randform RF also die Nut 1.3, über den Umfang Abweichungen Δ1, Δ2 in axialer Richtung auf, was letztlich eine Welligkeit der Nutflanken über den Umfang begründet und auf eine Ursache nach Ziff. 1), nämlich Schwingungen des Werk ¬ zeugs in axialer Richtung, zurückzuführen ist.
Nach Figur ld ist ein Radius R der hergestellten Innenecke der Randform RF Undefiniert und zu groß. Dies deutet auf eine Ursache nach Ziff. 3) hin, wonach das Fräs- oder Schleifwerkzeug Verschleißerscheinungen im Bereich der Ecke aufweist . Vorstehend beispielhaft beschriebene Abweichungen können auch in verschiedenen Teilkombinationen auftreten. Die da ¬ mit einhergehenden Abweichungsmuster sind entsprechend überlagert .
Bezugszeichenliste
1 Linse, Brillenlinse
1.1 erste Fase
1.2 erster koaxialer Flächenanteil
1.3 Nut, zweiter koaxialer Flächenanteil 1.4 zweite Fase
2 Rotationsachse
K Kante
R Radius
RF Form, Randform, Flächenform, Randfläche
RF 1 Form, Randform mit Abweichungen Δ1 und Δ2
Δ1 Abweichung
Δ2 Abweichung
Next Patent: BIOPRINTING STATION, ASSEMBLY COMPRISING SUCH BIOPRINTING STATION AND BIOPRINTING METHOD
