DÜRR, Matthias (Julius-Leber-Str. 59, Nürnberg, 90473, DE)
| Patentansprüche 1. Hilfskörper (4) zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens (6), in welchem Brenngut (1) erhitzbar ist, - bestehend aus einem kugelförmigen Körper, welcher aus einer Hülle und einem Innenmedium besteht, und bei dem das Innenmedium, insbesondere Salze oder Produktbestandteile des Brennguts (1), dazu ausgelegt ist, im Drehrohrofen (6) einen Phasenübergang zu durchlaufen, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut (1) abgegeben wird. 2. Hilfskörper (4) nach Anspruch 1, bei dem der Körper ein oder mehrere Materialien enthält, welche gegenüber dem Brenngut (1) eine erhöhte Aufnahmefähigkeit von thermischer Strahlung aufweisen, insbesondere Eisenoxid. 3. Hilfskörper (4) nach Anspruch 1, - bei dem der Körper ein oder mehrere Materialien enthält, welche außerhalb des Drehrohrofens (6) mit einer Induktionsheizung, einer Strahlungsheizung, einer Widerstandsheizung oder einer Konvektionsheizung effizient erhitzbar sind, insbesondere Materialien mit einem hohen Metallge- halt, Eisenoxid oder Graphit. 4. Hilfskörper (4) nach Anspruch 1, bei dem der Körper ein oder mehrere Materialien enthält, welche eine hohe Abriebfestigkeit, Hochtemperaturbestän- digkeit oder Kompatibilität mit dem Brenngut (1) aufweisen, insbesondere Graphit oder Siliciumcarbid. 5. Hilfskörper (4) nach Anspruch 1, bei dem der Körper ein oder mehrere Materialien enthält, welche eine Trennbarkeit des Hilfskörpers (4) von dem Brenngut (1) mittels eines Wirbelstromabscheiders oder Magneten gewährleisten, insbesondere Eisenoxid oder Eisenschrot . 6. Hilfskörper (4) nach Anspruch 1, bei dem der Körper zumindest teilweise Materialien enthält, die auch im Brenngut (1) vorkommen, und - bei dem der Körper im Drehrohrofen (6) im Brenngut (1) auflösbar ist. 7. Anordnung zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofen (6), in welchem Brenngut (1) erhitzbar ist, - mit einer Hilfskörper-Zuführung (60) und mit Hilfskörpern (4), welche zur Zufuhr in den Drehrohrofen (6) mit Hilfe der Hilfskörper-Zuführung (60) geeignet sind und aus einem kugelförmigen Körper bestehen, welcher aus einer Hülle und einem Innenmedium besteht, und - wobei das Innenmedium, insbesondere Salze oder Produktbestandteile des Brennguts (1), dazu ausgelegt ist, im Drehrohrofen (6) einen Phasenübergang zu durchlaufen, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut (1) abgegeben wird. 8. Anordnung nach Anspruch 7, mit einer Abtrennvorrichtung, ausgelegt zur Abtrennung der Hilfsköper (4) vom Brenngut (1), insbesondere ein Wirbelstromabscheider, Magnet oder eine Rüttelsiebvorrichtung, und mit einer Hilfskörper-Rückführung (30), mit welcher die Hilfskörper (4) zu der Hilfskörper-Zuführung (60) rück- führbar sind. 9. Anordnung nach Anspruch 7, mit einer Hilfskörper-Zusatzheizung (50), insbesondere eine Induktionsheizung, Strahlungsheizung, Widerstandsheizung oder Konvektionsheizung, mit welcher die Hilfskörper (4) außerhalb des Drehrohrofens (6) erhitzbar sind. 10. Anordnung nach Anspruch 7, mit einem Hilfskörper-Pufferspeicher (40), in welchem die Hilfskörper (4) lagerbar sind. 11. Verfahren zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens (6), in welchem Brenngut (1) erhitzt wird, bei dem mit einer Hilfskörper-Zuführung (60) Hilfskörper (4) in den Drehrohrofen (6) eingebracht werden, wobei die Hilfskörper (4) aus einem kugelförmigen Körper bestehen, welcher aus einer Hülle und einem Innenmedium besteht, und bei dem das Innenmedium, insbesondere Salze oder Produktbestandteile des Brennguts (1), im Drehrohrofen (6) einen Phasenübergang durchläuft, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut (1) abgegeben wird. 12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem die Hilfskörper (4) aufgrund ihrer Beschaffenheit thermische Strahlung einer Flamme (2) eines Brenners (3) des Drehrohrofens (6) stärker aufnehmen als das Brenngut (D• 13. Verfahren nach Anspruch 11, - bei dem die Hilfskörper (4) Wärmeenergie abgeben, welche sie durch Erhitzung mittels einer Hilfskörper-Zusatz- heizung (50) außerhalb des Drehrohrofens (6) aufgenommen haben . 14. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem sich die Hilfskörper (4) im Drehrohrofen (6) im Brenngut (1) auflösen. 15. Verfahren nach Anspruch 11, - bei dem die Hilfskörper (4) mit einer Abtrennvorrichtung vom Brenngut (1) abgetrennt werden, und bei dem die Hilfskörper (4) mit einer Hilfskörper- Rückführung (30) zu der Hilfskörper-Zuführung (60) zurückgeführt werden. 16. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem ein Teil der Hilfskörper (4) in einem Hilfskör- per-Pufferspeicher (40) gelagert wird. |
Hilfskörper, Anordnung und Verfahren zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens
In herkömmlichen Drehrohröfen, wie sie beispielsweise zur Zementproduktion eingesetzt werden, erfolgt eine Erhitzung eines Brennguts vorwiegend über eine Flamme, deren thermische Strahlung das Brenngut erwärmt. Bei der Zementproduktion wird das Brenngut Klinker genannt. Die Erhitzung des Brennguts über thermische Strahlung hat den physikalischen Nachteil, dass vorwiegend lediglich die Oberfläche des Brennguts im Drehrohrofen erhitzt wird. Weiterhin wirkt sich negativ aus, dass ein Großteil des Energieeintrags nicht das Brenngut, sondern die Rohrwandung erhitzt. Dieser Anteil der Strahlungswärme wird besonders rasch über die Außenfläche der Rohrwandung an die Umgebung abgegeben. Da die Länge der freistehenden Drehrohröfen ohne weiteres 100 Meter erreichen kann, ergibt sich, dass hier erhebliche Energiemengen aufge- wendet werden müssen.
Um eine Energieeinsparung zu erzielen, ist es bekannt, zur Wärmerückgewinnung Ofenabgase zur Vorwärmung und Trocknung eines Rohmaterials des Brennguts in Zyklonen zu nutzen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zu Grunde, einen Hilfskörper, ein Verfahren und eine Anordnung anzugeben, mit welchen die Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens weiter verbessert werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Hilfskörper zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens, in welchem Brenngut erhitzbar ist, gelöst. Der Hilfskörper besteht hierbei aus einem kugelförmigen Körper, der aus einer Hülle und einem Innenmedium besteht. Das Innenmedium, insbesondere Salze oder Produktionsbestandteile des Brennguts, ist dazu ausgelegt, im Drehrohrofen einen Phasenübergang zu durchlaufen, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut abgegeben wird.
Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Anordnung zur Verbesse- rung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens, in welchem
Brenngut erhitzbar ist, gelöst, welche eine Hilfskörper- Zuführung und Hilfskörper aufweist, wobei die Hilfskörper zur Zufuhr in den Drehrohrofen mit Hilfe der Hilfskörper- Zuführung geeignet sind und aus einem kugelförmigen Körper bestehen, welcher aus einer Hülle und einem Innenmedium besteht. Das Innenmedium, insbesondere Salze oder Produktionsbestandteile des Brennguts, ist dazu ausgelegt, im Drehrohrofen einen Phasenübergang zu durchlaufen, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut abgegeben wird.
Abschließend wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens, in welchem Brenngut erhitzt wird, gelöst, bei dem mit einer Hilfskörper- Zuführung Hilfskörper in den Drehrohrofen eingebracht werden. Die Hilfskörper bestehen aus einem kugelförmigen Körper, welcher aus einer Hülle und einem Innenmedium besteht. Das Innenmedium, insbesondere Salze oder Produktbestandteile des Brennguts, durchläuft im Drehrohrofen einen Phasenübergang, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut ab- gegeben wird.
Der Vorteil des Hilfskörpers, der Anordnung und des Verfahrens liegt in einer Effizienz- und Flexibilitätssteigerung. So wird die Wärmeeffizienz des Drehrohrofens dadurch verbes- sert, dass die Hilfskörper als optimiertes Empfängermedium von Wärmeenergie den Energieeintrag in das Brenngut verbessern. Dies hat zur Folge, dass die Aggregate bzw. Drehrohröfen verkürzt werden können, da die Hilfskörper zu einem effizienteren Energieeintrag und einer verbesserten Durchmi- schung des Brennguts führen. Die Verkürzung der Aggregate zieht weitere Energieeinsparungen nach sich, da etwa die Oberfläche der Rohrwandung des Drehrohrofens, über welche Wärmeenergie an die Umgebung abgegeben wird, verringert wird. Weiterhin werden Bauflächen und Kapitalkosten bei Errichtung des Drehrohrofens reduziert. Eine Flexibilitätssteigerung ist darin zu sehen, dass bestehende Anlagen mit Hilfe der Hilfs- körper relativ einfach nachgerüstet werden können.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche gekennzeichnet.
Hervorzuheben ist hierbei eine Ausführungsform, bei der die Hilfskörper Wärmeenergie abgeben, welche sie durch Erhitzung mittels einer Hilfskörper-Zusatzheizung außerhalb des Drehrohrofens aufgenommen haben. Ein solcher Einsatz der Hilfs- körper-Zusatzheizung ermöglicht eine Nutzung von Überschussenergie, welche beispielsweise in Form von Windkraft- Leistungsspitzen zur Verfügung steht. Alternativ können als
Energieträger für die Hilfskörper-Zusatzheizung Biomasse oder Müll (etwa Autoreifen) genutzt werden. Weiterhin ermöglicht die Hilfskörper-Zusatzheizung eine Nutzung von nicht- ofengängigen Energieträgern, beispielsweise Energieträger, welche wegen einer Gefährdung des Produkts oder der Ausmauerung nicht für einen Einsatz innerhalb des Drehrohrofens in Frage kommen.
Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 einen herkömmlichen Drehrohrofen,
Figur 2 einen herkömmlicher Drehrohrofen im Querschnitt,
Figur 3 die Hilfskörper, die Anordnung und das Verfahren zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens . Figur 1 zeigt einen Drehrohrofen 6, wie er aus dem Stand der Technik bekannt ist. Über eine Brenngutzuführung 10 wird dem Drehrohrofen 6 Brenngut 1 zugeführt. Das Brenngut 1 wird innerhalb des Drehrohrofens 6 vorwiegend durch thermische Strahlung erhitzt, welche von einer Flamme 2 eines Brenners 3 abgestrahlt wird. Anschließend wird das Brenngut 1 (nun ausreagiert) über eine Brenngutabfuhr 20 aus dem Drehrohrofen 6 abgeführt .
Figur 2 zeigt den Drehrohrofen 6 aus Figur 1 im Querschnitt. Auf der Drehachse liegt die Flamme 2 des Brenners 3 wie zuvor bei Figur 1 beschrieben. Zusätzlich gezeigt ist eine Rohrwandung 5, welche durch die von der Flamme 2 abgestrahlte ther- mische Strahlung erhitzt wird. Die Rohrwandung 5 gibt erhebliche Mengen an Wärmeenergie an eine Umgebung ab.
Figur 3 zeigt die Hilfskörper, die Anordnung und das Verfahren zur Verbesserung der Wärmeeffizienz eines Drehrohrofens. Gezeigt ist erneut ein Drehrohrofen 6 mit einem Brenner 3, welcher eine Flamme 2 erzeugt. Diese strahlt thermische
Strahlung ab, welche das Brenngut 1 erhitzt. Das Brenngut 1 wird auch hier über eine Brenngutzufuhr 10 dem Drehrohrofen 6 zugeführt und über eine Brenngutabfuhr 20 aus dem Drehrohr- ofen 6 entnommen. Zusätzlich zeigt Figur 3 Hilfskörper 4, welche kugelförmig ausgebildet sind. Die Hilfskörper 4 können hierbei exakt kugelförmig oder auch nur grob kugelförmig, etwa in Form von Klumpen, ausgebildet sein. Die Hilfskörper 4 sind hierbei zur Abgabe von Wärmeenergie an das Brenngut 1 ausgelegt. Sie werden über eine Hilfskörper-Zuführung 60 dem Drehrohrofen 6 zugeführt. Die Hilfskörper-Zuführung 60 kann die Hilfskörper 4 getrennt vom Brenngut 1 dem Drehrohrofen 6 zuführen, sie kann die Hilfskörper 4 in einer Variante jedoch auch mit dem Brenngut 1 außerhalb des Drehrohrofens 6 mischen und dann über die Brenngutzuführung 10 dem Drehrohrofen 6 zuführen. Die Hilfskörper 4 wirken mit dem Brenngut 1 beim Durchlauf des Drehrohrofens 6 ähnlich zusammen wie Mahlkörper in einer Kugelmühle. Der Vorteil liegt hierbei darin, dass die Hilfskörper 4 Wärmeenergie in das Brenngut 1 mittels Wär- meleitung einbringen.
Diese Wärmeenergie erhalten die Hilfskörper 4 in einer ersten Variante dadurch, dass sie aufgrund ihrer Beschaffenheit die thermische Strahlung der Flamme 2 des Brenners 3 im Drehrohrofen 6 stärker aufnehmen als das Brenngut 1. Hierzu enthalten die Hilfskörper 4 ein oder mehrere Materialien, welche gegenüber dem Brenngut 1 eine erhöhte Aufnahmefähigkeit von ther- mischer Strahlung aufweisen, beispielsweise Eisenoxid. So ist etwa das Mineral Calcit (CaCO3) der wesentliche Bestandteil von Zement, reflektiert jedoch im Bereich von 0,5 - 2,0 μm 90% der thermischen Strahlung. Dem Gegenüber zeigt Eisenoxid (Fe2O3) ein wesentlich besseres Absorptionsverhalten. So re- flektiert Eisenoxid thermische Strahlung mit einer Wellenlänge von 0,4 μm lediglich zu 5%. Anstelle des Eisenoxids können natürlich beliebig andere Materialien zum Einsatz kommen, sofern deren Absorptionsverhalten dem des Brennguts 1 überlegen ist. Hierbei ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Mate- rialien Brenngut- und Ausmauerungsverträglich sind und einen geeigneten Schmelzpunkt aufweisen. So zersetzt sich der Zement-Bestandteil Calcit bei 850° C, wogegen Eisenoxid erst bei 1565° C schmilzt. Daher eignet sich Eisenoxid insbesondere auch als eine Art Färbemittel, um den Hilfskörpern 4 eine verbesserte Empfängereigenschaft für thermische Strahlung zu verleihen .
Alternativ geben die Hilfskörper 4 Wärmeenergie ab, welche sie durch Erhitzung mittels einer Hilfskörper-Zusatzheizung 50 außerhalb des Drehrohrofens 6 aufgenommen haben. Bei der Hilfskörper-Zusatzheizung 50 kann es sich beispielsweise um eine Induktionsheizung, Strahlungsheizung, Widerstandsheizung oder Konvektionsheizung handeln. Damit die Hilfskörper 4 mit der Hilfskörper-Zusatzheizung 50 effizient erhitzbar sind, enthalten diese ein oder mehrere Materialien, welche dies sicher stellen. Vorteilhaft wirkt sich hierbei aus, dass die Hilfskörper 4 eine definierte Form haben und bei der Gestaltung ihrer physikalischen Eigenschaften höhere Freiheitsgrade als bei dem Brenngut 1 bestehen. Die konkrete Ausgestaltung der Hilfskörper 4 hängt hierbei von der Art der Hilfskörper- Zusatzheizung 50 ab. Zur Erhitzung mittels einer Induktionsheizung sollten die Hilfskörper 4 ein oder mehrere Materialien mit einem hohen Metallgehalt enthalten. Im Fall der Wi- derstandsheizung sollten leitfähige Materialien zum Einsatz kommen, wie etwa Graphit. Im Fall einer Strahlungsheizung durchfahren die Hilfskörper 4 eine Heizwendel oder einen Tunnelofen. Bei einer Konvektionsheizung werden sie einem heißen Gasstrom ausgesetzt. Je nach Beschaffenheit der Hilfskörper- Zusatzheizung 50 eignen sich somit viele bekannte homogene oder Verbund-Materialien, welche nach den jeweiligen Anforderungen zu wählen sind. Zur Erhöhung der Wärmekapazität der Hilfskörper 4 sind diese gemäß einer Variante aus einer Hülle und einem Innenmedium aufgebaut, wobei das Innenmedium im Drehrohrofen 6 einen Phasenübergang durchläuft, bei welchem Wärmeenergie freigesetzt und an das Brenngut 1 abgegeben wird. Ein solcher Phasenüber- gang bei prozesstypischen Temperaturunterschieden, verbunden mit entsprechender Wärmefreisetzung wird von Materialien bereitgestellt, welche einen Phasenübergang von flüssig zu fest etwas oberhalb einer angestrebten Temperatur für das Brenngut 1 haben. Weitere Bedingungen für das Material sind hohe Wär- mekapazität, weitgehende Volumenkonstanz zwischen beiden Phasen, Produkt- und Feuerfestkompatibilität, geringer Dampfdruck und eine geringe Korrosionsneigung. Beispielsweise könnten hierfür Salze verwendet werden, sofern diese nicht zu korrosiv sind. Alternativ bieten sich Produktbestandteile, also Zuschlagstoffe des Brennguts 1 hierfür an.
Weiterhin sollte der Hilfskörper 4 ein oder mehrere Materialien enthalten, welche eine hohe Abriebfestigkeit aufweisen sowie Hochtemperaturbeständigkeit und Kompatibilität mit dem Brenngut 1 gewährleisten. Beispiele für solche Materialen sind Graphit (hochtemperaturbeständig, gutes Absorptionsverhalten, zementverträglich) oder Siliziumkarbid (hohe Abriebfestigkeit, Hochtemperaturbeständigkeit, weitgehende Kompatibilität mit dem Brenngut 1) .
Es ist jedoch auch umgekehrt möglich, die Hilfskörper 4 so zu gestalten, dass sie sich im Drehrohrofen 6 im Brenngut 1 auflösen. Hierzu ist gegebenenfalls eine stark verringerte Ab- riebfestigkeit und Hochtemperaturbeständigkeit erforderlich. Um dies zu erreichen, könnten als Materialien für die Hilfs- körper 4 Stoffe zum Einsatz kommen, welche bereits in dem Brenngut 1 enthalten sind oder diesem ähneln, beispielsweise Zement, gegebenenfalls auch Zement besserer Festigkeit und Hitzebeständigkeit. In einer Weiterbildung werden die Hilfs- körper 4 auch in diesem Szenario aus einer Hülle und einem Innenmedium, hier beispielsweise ein Innenmedium mit metallischen Partikeln, gebildet. Der Vorteil der Hilfskörper 4, welche aus gleichem oder ähnlichem Material wie das Brenngut 1 bestehen, liegt darin, dass diese (kugelförmigen) Hilfskörper 4 außerhalb des Drehrohrofens 6 mit der Hilfskörper- Zusatzheizung 50 effizienter erhitzt werden können als der pulvrig-pastöse Materialstrom des Brennguts 1 im Fall der Ze- mentherstellung.
In einer Weiterbildung werden die Hilfskörper 4 nach Durchlaufen des Drehrohrofens 6 mit einer Abtrennvorrichtung vom (ausreagierten) Brenngut 1 abgetrennt und anschließend mit einer Hilfskörperrückführung 30 zu der Hilfskörper-Zuführung 60 zurückgeführt. Bei der Abtrennvorrichtung handelt es sich beispielsweise um einen Wirbelstromabscheider, einen Magneten oder eine Rüttelsiebvorrichtung. Um die Trennbarkeit der Hilfskörper 4 vom Brenngut 1 mittels eines Wirbelstromab- scheiders oder Magneten zu gewährleisten, enthalten die
Hilfskörper 4 geeignete Materialien, beispielsweise Eisenoxid oder auch Eisenschrot. Um eine Wirbelstrom-Suszeptibilität oder magnetische Trennung zu erreichen, können auch beliebige andere metallische Werkstoffteilchen in die Hilfskörper 4 eingebracht werden.
Figur 3 zeigt abschließend noch einen Hilfskörper- Pufferspeicher 40, in welchem ein Teil der Hilfskörper 4 zwischengelagert wird. Der Hilfskörper-Pufferspeicher 40 erlaubt so eine flexible Steuerung des Einsatzes der Hilfskörper 4, insbesondere auch während Übergangsphasen wie bei Produktwechsel, Wartung oder Inbetriebsetzung. Im Übrigen sollte bei der Ausgestaltung der Hilfskörper 4 darauf geachtet werden, dass sich deren Dichte an der von Mahlkörpern in Kugelmühlen orientiert. Vorzugsweise wird bei relativ großen Hilfskörpern 4 deren Dichte in Übereinstimmung mit der Dichte des Brennguts 1 gewählt. Andernfalls würden die Hilfskörper 4 im Brenngut 1 aufschwimmen, wodurch Wärmeverluste durch Wärmeabgabe an die Ofenatmosphäre auftreten könnten, oder absinken, was zu einem Verschleiß der Feuerfestausmauerung des Drehrohrofens 6 führen könnte. Bei ver- gleichsweise kleinen Hilfskörpern 4 sollte deren Dichte etwas geringer als die Dichte des Brennguts 1 gewählt werden, so dass diese auf dem Brenngut 1 aufschwimmen. Denn in diesem Szenario ist gewünscht, dass die Hilfskörper 4 thermische Strahlung aus der Flamme 2 aufnehmen.
Der Durchmesser der Hilfskörper 4 ist gemäß den Anforderungen im jeweiligen Einsatzfall zu wählen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass mit steigendem Durchmesser das Volumen des Hilfs- körpers 4 mit dritter Potenz, dessen Oberfläche jedoch nur mit zweiter Potenz wächst. Dies bedeutet, dass mit steigendem Durchmesser die Wärmespeicherfähigkeit des Hilfskörpers 4 überproportional zunimmt, während seine Wärmeübertragungsfläche bzw. Verschleißfläche überproportional abnimmt. Bei der Wahl der Größe der Hilfskörper 4 sind weiterhin die Eigen- Schäften des Brennguts 1, die zu übertragende Leistung (Absorption thermischer Strahlung aus der Flamme 2 oder Erhitzung über die Hilfskörper-Zusatzheizung 50), Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit, Absorptionseigenschaften, Benetzungs- verhalten usw. zu berücksichtigen.
Bei sehr kleinem Durchmesser können die Hilfskörper 4 als eine Art schwarzer Schrot ausgebildet sein, welcher das Brenngut 1 während der Passage durch den Drehrohrofen 6 "färbt" und die Aufnahme thermischer Strahlung von der Flamme 2 er- höht. Wird ein sehr großer Durchmesser für die Hilfskörper 4 gewählt, lassen sich diese beispielsweise als Medizinballgro- ße Kugeln ausführen, welche extern in der Hilfskörper- Zusatzheizung 50 auf z.B. 1.000° C erhitzt und anschließend dem Brenngut 1 im Drehrohrofen 6 beigegeben werden. Die
Hilfskörper 4 mit dem großen Durchmesser verfügen gegenüber den kleinen Hilfskörpern 4 über eine überproportional erhöhte Wärmespeicherfähigkeit bei überproportional verringerter Fä- higkeit zur Absorption thermischer Strahlung.
Die Kugelform der Hilfskörper 4 bietet den Vorteil, dass ein Verschleiß der feuerfesten Ausmauerung des Drehrohrofens 6 sowie der Hilfskörper 4 selbst minimiert wird.
Die zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele und Varianten lassen sich frei miteinander kombinieren.
