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Title:
BACTERIAL STRAIN $i(CORYNEBACTERIUM. sp K2-17) AND METHOD FOR MICROBIAL DECONTAMINATION OF MATERIALS CONTAMINATED WITH PHENOXYALCANOIC ACID COMPOUNDS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1998/028043
Kind Code:
A2
Abstract:
Die Erfindung betrifft den neuen Bakterienstamm $i(Corynebacterium sp. K2-17) und ein Verfahren zur mikrobiellen Dekontamination von Materialien, die mit Verbindungen der Phenoxyalkans�ure-Herbizid-Produktion belastet sind, wie z.B. mit 2,4-Dichlorphenoxybutters�ure (DCPB), 4-Chlor-2-methyl-phenoxybutters�ure (MCPB), 2,4-Dichlorphenoxyessigs�ure (2,4-D), 4-Chlor-2-methylphenoxyessigs�ure (MCPA), 2,4-Dichlorphenol (DCP) und 4-Chlor-2-methylphenol (MCP) in leicht sauren bis stark alkalischen pH-Bereichen.

Inventors:
M�ller, Roland (Lazarusstrasse 1a, Leipzig, D-04347, DE)
Babel, Wolfgang (Fritz-Siemon-Strasse 23, Leipzig, D-04347, DE)
Application Number:
PCT/EP1997/007162
Publication Date:
July 02, 1998
Filing Date:
December 20, 1997
Export Citation:
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Assignee:
UFZ - UMWELTFORSCHUNGSZENTRUM LEIPZIG-HALLE GMBH (Permoserstrasse 15, Leipzig, D-04318, DE)
M�ller, Roland (Lazarusstrasse 1a, Leipzig, D-04347, DE)
Babel, Wolfgang (Fritz-Siemon-Strasse 23, Leipzig, D-04347, DE)
International Classes:
C12M1/00; A62D3/02; B09C1/10; C02F3/34; C12N1/20; C12P1/04; A62D101/04; A62D101/22; A62D101/28; C12R1/15; (IPC1-7): A62D3/00
Attorney, Agent or Firm:
Ziebig, Marlene K. (L�tzowplatz 11-13, Berlin, D-10785, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Bakterienstamm Corynebacterium sp. K217 (DSMZ 11288).
2. Verfahren zur mikrobiellen Dekontamination von Ma terialien, die mit Verbindungen der Phenoxyalkan säureHerbizidProduktion belastet sind, wie 2, 4 Dichlorphenoxybuttersäure (DCPB), 4Chlor2methyl phenoxybuttersäure (MCPB), 2, 4Dichlor phenoxyessigsäure (2, 4D), 4Chlor2methylphenoxy essigsäure (MCPA), 2, 4Dichlorphenol (DCP) und 4 Chlor2methylphenol (MCP) dadurch gekennzeichnet, daß zum Abbau von DCPB und/oder MCPB der Bakterienstamm Corynebacterium sp. K217 (DSMZ 11288) im leicht sauren bis alkalischen Bereich bei pHWerten zwi schen 6 und 12, 5 unter aeroben Bedingungen bei Tem peraturen zwischen 10 und 38 °C eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Corynebacterium sp. K217 in Kombination mit einem DCP/MCP mineralisierenden Bakterienstamm eingesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als DCP und/oder MCP mineralisierender Bakterien stamm Comamonas acidovorans P4a (DSMZ 10474) einge setzt wird, der gegebenenfalls auch vorhandene 2, 4 D und/oder MCPA abbaut.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stämme Corynebacterium sp. K217 und Comamonas acidovorans P4a bei pHWerten von 6 bis 8, 5 im Ver hältnis 2 : 1 eingesetzt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Bakterienstamm oder die Bakterienstämme ge trennt oder im Gemisch kontinuierlich, diskontinu ierlich oder mittels anderer Fütterungsstrategien nach an sich üblichen Methoden kultiviert und an schließend zur Dekontamination in Gegenwart an sich üblicher Wachstumskomponenten eingesetzt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bakterienstämme direkt auf DCPB und/oder MCPB, auf gegebenenfalls 2, 4D und/oder MCPA und auf ge gebenenfalls DCP und/oder MCP enthaltenden Materia lien, kontinuierlich, diskontinuierlich oder mit tels anderer Fütterungsstrategien kultiviert wer den, wodurch die Verbindungen in Gegenwart an sich üblicher Wachstumskomponenten abgebaut werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Dekontaminationsverfahren von einem mit DCPB/MCPB, gegebenenfalls mit 2, 4D/MCPA und gege benenfalls mit DCP/MCP kontaminierten Material kon tinuierlich, partiell kontinuierlich oder diskonti nuierlich erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dekontamination in einem Festbettreaktor oder einem Flüssigphasenreaktor erfolgt.
Description:
Bakterienstamm Corynebacterium sp. K2-17 und Verfahren zur mikrobiellen Dekontamination von Materialien, die mit Verbindungen der Phenoxyalkansäure-Herbizid- Produktion belastet sind Beschreibung Die Erfindung betrifft den neuen Bakterienstamm Corynebacterium sp. K2-17 und ein Verfahren zur mikrobiellen Dekontamination von Materialien, die mit Verbindungen der Phenoxyalkansäure-Herbizid-Produktion belastet sind, wie z. B. mit 2, 4- Dichlorphenoxybuttersäure (DCPB), 4-Chlor-2-methyl- phenoxybuttersäure (MCPB), 2, 4-Dichlorphenoxyessigsäure (2, 4-D), 4-Chlor-2-methylphenoxyessigsäure (MCPA), 2, 4- Dichlorphenol (DCP) und 4-Chlor-2-methylphenol (MCP) in leicht sauren bis stark alkalischen pH-Bereichen.

Produktionsstandorte der chemischen Industrie, in denen jahrzehntelang z. B. Herbizide produziert worden sind und deren Umfeld sind mit den Ausgangs-, Zwischen-und Endprodukten dieser Produktion kontaminiert. Das betrifft sowohl die Böden, Oberflächenwässer und Grundwässer in solchen Arealen, aber auch die Produktionsanlagen und Gebäude selbst. Das gilt u. a. auch für ehemalige Produktionsstandorte der Phenoxyalkansäure-Herbizid- Produktion. Die dadurch vorhandenen Verbindungen, wie z. B. DCPB, MCPB, 2, 4-D, MCPA, DCP und MCP sind bekanntermaßen toxisch und haben z. T. cancerogene und teratogene Wirkung. Es führt die Demontage von Chemieanlagen, in denen diese Verbindungen produziert wurden, und die Zerkleinerung des Mauerwerks über Schredderanlagen zu einem Bauschutt, der dekontaminiert werden muß, um diese schädlichen Verbindungen zu beseitigen und um damit gesundheitliche Schäden von exponierten Personen zu vermeiden und auch um Flora und Fauna zu schützen.

Neben kontaminiertem Bauschutt existieren auch mit diesen Substanzen stark belastete wäßrige Abproduktströme. Die Kontaminationen erstrecken sich folglich auch auf Böden und Grundwässer des Umfelds solcher (ehemaligen) Standorte. Deshalb erfordert die Entsorgung von Wässern aus der Produktion solcher Verbindungen besondere Beachtung, da sie die schädigenden Komponenten in konzentrierter Form beinhalten. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die Einleitung solcher Produktionswässer in industrielle Kläranlagen zu signifikanten Störungen des biologischen Gleichgewichts und damit der Leistungsfähigkeit dieser Anlagen mit Auswirkungen auf die Geschwindigkeit und den Abbaugrad führen können. Eine effektive Lösung des Problems der Kontaminationen erfordert spezielle Bedingungen und ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft.

Zur Dekontamination fester Matrizes wie Bauschutt sind verschiedene Verfahren auf physikalisch-chemischer Grundlage bekannt. So sind thermische Verfahren zwar effektiv, ihr Nachteil besteht aber darin, daß sie kostenintensiv sind. Desweiteren sind Absaug-oder Waschverfahren mit anschließender absorptiver Schad- stoffentfernung, auch im Falle belasteter Wässer, zur Dekontamination fester Matrizes bekannt. Sie verlagern das Problem aber nur auf einen anderen Träger, wenn auch in z. T. hoch konzentrierter Form, und führen somit ebenfalls zu den bereits genannten Nachteilen.

Aufgrund des weitgefächerten metabolischen Potentials von Mikroorganismen werden Dekontaminationsverfahren auf mikrobieller Basis bevorzugt. So sind die mikrobiellen Verfahren in der Regel effektive und kostengünstige Varianten. Es werden dabei die organischen Verbindungen unter Bildung von Biomasse, Wasser, Kohlendioxid und Wärme abgebaut. Dazu können am Standort angesiedelte und an das entsprechende Milieu adaptierte Mikroorganismen genutzt werden. Durch Optimierung der Bedingungen kann das metabolische Potential ausgeschöpft werden. Infolge Vermehrung wird das biokatalytische Potential quasi autokatalytisch sogar gesteigert. Es können aber auch ex situ kultivierte Mikroorganismen (Spezies oder Konsortien) als Starterkulturen kontaminierten Materialien zugesetzt werden, wobei die Sanierungen in unterschiedlichsten Verfahrensregimen durchgeführt werden können (d. h. in situ, on site, off site, Reaktoren, Mieten u. d. g.). Für belastete und konzentrierte Wässer bietet sich eine separate Behandlung und Degradation in Reaktoren an.

Die eigentlichen Standorte, d. h. die Wässer und Grundwässer sowie die Böden können ebenfalls mikrobiell behandelt werden, sei es für im Verlauf der Produktion befindliche Anlagen oder für solche Standorte, die nach dem Einstellen der Produktion und dem Abriß der Anlagen rekultiviert bzw. einer neuen Nutzung zugeführt werden sollen. Nachteilig ist, daß die pH-Werte der Standorte leicht sauer bis alkalisch vorliegen. Wäßrige Eluate aus Betonabbruch sind sogar stark alkalisch, was die Artenvielfalt der Mikroorganismen entsprechend einschränkt und an eine Dekontamination auf mikrobieller Basis besondere Voraussetzungen stellt.

Die produktive Dekontamination von chlorierten und methylierten Phenolen und Phenoxyalkansäuren im neutralen pH-Bereich durch Einzelkulturen (Pieper, D. H. et al.

1988 : Arch. Microbiol. 150, 95 ; Horvath, M. et al. 1990 : Appl. Microbiol. Biotechnol. 33, 213 ; Kilpi, S. 1980 : Microbiol. Ecol. 6, 261 ; Short, K. A. et al. 1990 : Can. J.

Microbiol. 36, 822 ; Tiedje, J. M. et al. 1969 : J. Agr.

Food Chem. 17, 1021) und Konsortien (Bloedorn, I. 1990 : Dissertation, Universität Halle ; Haugland, R. A. et al.

1990 : Appl. Env. Microbiol. 56, 1357 ; Lappin, H. M. 1985 : Appl. Env. Microbiol. 49, 429 ; Oh, K. H. und Tuovinen, O. H. 1990 : J. Ind. Microbiol. 6, 275) ist bekannt. Der Abbau von 2, 4-Dichlorphenol sowie 4-Chlor-2-methylphenol durch ein gramnegatives Bakterium, Stamm S1, wurde von Lechner et al. (Biodegradation 6, 1995. 83) beschrieben.

Wie bereits ausgeführt, kommt aber erschwerend hinzu, daß die Kontaminationen in stark alkalischen Medien auftreten. Es ist das Milieu der sog. Alkaliphilen (K.

Horikoshi :"Microorganisms in Alkaline Environments", VCH Weinheim, New York 1991). Jüngst konnte gezeigt werden, daß Mikroorganismen, die aus solch kontaminiertem Mauerwerk angereichert worden waren, als Konsortien zum vollständigen Abbau unterschiedlicher Phenoxyalkansäure- Derivate in wäßrigen Eluaten mit pH-Werten bis zu 12, 5 befähigt sind (Müller et al., DE 44 24 756. 7).

Es sind auch entsprechende alkaliphile Reinkulturen bekannt, die zum Abbau von Phenoxyessigsäure-Derivaten in der Lage sind (Hoffmann et al. 1996 : Acta Biotechnol. 16, 121 ; Maltseva et al. 1996 : Microbiology 142, 1115 ; Müller et al. 1996 : lst Internat. Symp. Extremophiles, Estoril, Portugal, p. 208). Monokulturen sind jedoch im Vergleich zu Konsortien in ihrem metabolischen Spektrum eingeschränkt. Sie haben zwar den Vorteil der leichteren Handhabbarkeit, Kontaminationen aus der Herbizid- Produktion beinhalten aber oft ein Spektrum von Phenoxyalkansäure-Derivaten. Mikroorganismen, die auch im Alkalischen in der Lage sind, Phenoxybuttersäure- Herbizide, wie DCPB/MCPB, abzubauen, sind bislang nicht bekannt.

Der Erfindung lag deshalb die Aufgabe zugrunde, ein praktikables und kostengünstiges Verfahren zur mikrobiellen Dekontamination von mit Verbindungen der Phenoxyalkansäure-Herbizid-Produktion belasteten Materia- lien zu entwickeln und Mikroorganismenstämme zu finden und zu kombinieren, die für den vollständigen Abbau dieser Verbindungen geeignet sind. Insbesondere sollen die Mikroorganismen zur mikrobiellen Dekontamination u. a. von Eluaten aus Abbruchmaterialien von Gebäuden und Anlagen oder von Abwässern und Grundwässern einsetzbar sein.

Es wurde ein neuer Bakterienstamm gefunden, der hervorragend zum Abbau DCPB und/oder MCPB im leicht sauren bis alkalischen Bereich eingesetzt werden kann. Es handelt sich um den Stamm Corynebacterium sp. K2-17. Er wurde am 18. November 1996 bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH unter der Nummer DSMZ 11288 hinterlegt.

Dieser Stamm wächst im neutralen bis alkalischen Bereich und ist überraschend in der Lage, DCPB und MCPB in die entsprechenden Phenolderivate und C4-Derivate zu spalten.

Die Kultivierung von Corynebacterium sp. K2-17 erfolgt nach an sich üblichen Methoden kontinuierlich, diskontinuierlich oder mittels anderer Fütterungsstrate- gien, so z. B. entweder auf einem komplexen Medium, welches Hefeextrakt und/oder Pepton enthält, wobei ein pH-Wert von 7 bis 9, 5 vorgelegt werden kann oder unter Nutzung von n-Alkansäuren (Acetat, Butyrat), Dikarbonsäuren (Succinat) oder anderen geeigneten Kohlenstoff/Energie-Quellen. Die Degradation der Phenoxybuttersäuren erfolgt nach Zugabe dieser Verbindungen ohne wesentliche Verzögerung.

Erfindungsgemäß wird in einer bevorzugten Ausführungsvariante dieser neue Stamm Corynebacterium sp.

K2-17 mit einem DCP/MCP mineralisierenden Stamm kombiniert, wodurch der vollständige Abbau der Schadstoffe erreicht wird.

Besonders bevorzugt wird als DCP/MCP verwertender Stamm der Stamm C. acidovorans P4a (DSMZ 10474) eingesetzt.

C. acidovorans P4a wird ebenfalls nach an sich üblichen Methoden kultiviert, bevorzugt wird er auf 2, 4-D bzw.

MCPA-unter Hinzufügen von bis zu 0, 25 Gewichtsanteilen Hefeextrakt pro Gewichtsanteil Herbizid oder von 1 bis 10 Gewichtsanteilen Na-Acetat oder einer anderen kurzkettigen Alkansäure pro Gewichtsanteil Herbizid- vorzugsweise bei pH 7 bis 9 vermehrt.

Die Kombination des neuen Stammes Corynebacterium sp. K2- 17 mit dem Stamm C. acidovorans P4a ermöglicht überraschend den vollständigen Abbau sowohl in leicht sauren und neutralen pH-Bereichen wie auch in stark alkalischem Milieu wodurch z. B. das betroffene Mauerwerk oder entsprechende wäßrige Medien dekontaminiert werden.

Die Degradation der Herbizide durch Wachstum und Vermehrung erfolgt unter aeroben Bedingungen, wobei bevorzugt ein Temperaturregime von 10 bis zu 38 °C gewählt wird. Der pH-Wert liegt vorzugsweise im Bereich von 6-12, 5.

Eine weitere Ausführungsvariante besteht in der Kombination von Corynebacterium sp. K2-17 mit anderen bekannten DCP/MCP-abbauenden Stämmen wie Z. B. dem Stamm Sl, der von Lechner et al. in Biodegradation 6, 1995, 83 beschrieben ist, wodurch ein Abbau im leicht sauren bis neutralen pH-Bereich ebenfalls realisierbar ist.

Ein großer Vorteil der Kombination des Stammes Corynebacterium sp. K2-17 mit C. acidovorans P4a besteht zusätzlich darin, daß C. acidovorans P4a zum Abbau von 2, 4-D und/oder MCPA geeignet ist, wodurch ein breites Spektrum von Verbindungen der Phenoxyalkansäure-Herbizid- Produktion vollständig abgebaut wird.

Die Kultivierung der Stämme wird entweder getrennt oder im Gemisch durchgeführt. In einer bevorzugten Ausführungsvariante erfolgt eine direkte Kultivierung auf DCPB und/oder MCPB, auf gegebenenfalls 2, 4-D und/oder MCPA und auf gegebenenfalls DCP und/oder MCP enthaltenden Materialien, wodurch die Verbindungen in Gegenwart an sich üblicher Wachstumskomponenten vollständig abgebaut werden.

Das erfindungsgemäße Dekontaminationsverfahren unter Verwendung von Corynebacterium K2-17 kann kontinuierlich erfolgen, indem man mit DCPB und/oder MCPB belastete wäßrige Medien als Kohlenstoff-und Energiequelle anbietet. Wie bereits ausgeführt, ist ein weiterer, DCP/MCP-abbauender, Stamm die Voraussetzung für einen vollständigen Abbau, wobei die an sich üblichen Wachstumskomponenten, wie z. B. Stickstoff und Phosphor, in adäquater Konzentration vorhanden sein müssen.

Mit Corynebacterium K2-17 als DCPB und/oder MCPB spaltendem Stamm und C. acidovorans P4a als DCP/MCP- Verwerter werden über einem pH-Bereich von 6 bis 10 unter diesen Bedingungen ähnliche stationäre Biomasse- konzentrationen für beide Bakterienspezies erhalten. Die Wachstums-, d. h. Substratumsatzraten bewegen sich bei pH- Werten bis zu 8, 5 bei ca. 0, 05 h~1 bzw. 2, 5 mMol/gBTS*h und sinken auf 10-20 k dieser Werte bei pH-Werten um 10 ab. Es erfolgt eine quantitative Degradation dieser Herbizide unter Wandlung in bakterielle Biomasse, Wasser, CO2, HC1 und Wärme.

Die Dekontamination kann auch partiell diskontinuierlich durchgeführt werden, indem man eine entsprechend produzierte Biomasse einem System als Inokulum zugibt, das geeignet ist, die Dekontamination eines Herbizid belasteten Materials in wäßriger Phase zu katalysieren.

Das Verfahren kann im Festbettreaktor, z. B. mittels Mietentechnik oder als Flüssigphasenreaktor betrieben werden, wobei der Prozeß kontinuierlich, partiell kontinuierlich (z. B. fed-batch) oder diskontinuierlich betrieben werden kann. In Abhängigkeit vom gewählten Verfahrensregime können Maßnahmen zur Rückhaltung der Biomasse von Vorteil sein.

Die Biomasse wird in einer Konzentration von vorzugsweise 0, 1 bis 1 g/kg einem mit DCPB/MCPB und gegebenenfalls mit 2, 4-D und/oder MCPA in einer totalen Konzentration bis zu 2 g/kg kontaminiertem Material in wäßrigem Milieu, welches pH-Werte von ca. 6 bis zu 12, 5 aufweisen kann, zugesetzt.

Unter solchen Bedingungen erfolgt die Dekontamination bezüglich der Spaltung von DCPB/MCPB unter intermediärer Bildung von DCP/MCP und deren weiterer vollständiger Mineralisierung mit einer Rate von bis zu 2, 5 mMol/gBTS*h, wenn die beiden Spezies zu gleichen Gewichtsanteilen gemischt verwendet werden. Die Rate kann nahezu verdoppelt werden, wenn Corynebacterium sp. K2-17 und C. acidovorans P4a im Verhältnis 2 : 1 gemischt werden.

Diese Umsätze gelten für pH-Werte von ca. 6 bis 8, 5. Bei Erhöhung des pH-Wertes bis zu 10 ändert sich das Verhältnis zwischen beiden Spezies nicht wesentlich, die Rate sinkt allerdings auf Werte von 10-20 W ab.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorteilhaft insbesondere zur Sanierung von Gebäudeabbruch, beispielsweise an Standorten der chemischen Industrie oder mit solchen Substanzen kontaminierten Arealen bzw.

Lager-und Umschlagplätzen oder zur Behandlung von Wässern aus der Produktion solcher Verbindungen oder zur Behandlung von mit diesen Herbiziden verunreinigten Böden, Oberflächenwässern und Grundwässern angewendet.

Es hat sich gezeigt, daß das erfindungsgemäße Ergebnis auch erreicht wird, wenn anstelle von Corynebacterium sp.

K2-17 ein DCPB/MCPB spaltender Bakterienstamm eingesetzt wird, der sich durch pH-Aktivitäten im Bereich von 8-10 auszeichnet und der bis zu pH-Werten von 12 lebensfähig ist. Solche Stämme sind beispielsweise Corynebacterium sp. K2-3, Rhodococcus erythropolis K2-12, Bacillus sp.

K2-8 oder Clavibacter michiganenesis K2-16.

Es ist jedoch auch möglich, anstelle von Corynebacterium sp. K2-17 einen DCPB/MCPB-spaltenden Bakterienstamm einzusetzen, der sich durch pH-Aktivitäten im leicht sauren oder neutralen pH-Bereich auszeichnet.

Anschließend wird die Erfindung an Ausführungsbeispielen näher erläutert, ohne sie darauf zu beschränken.

Beispiel 1 Die Stämme Corynebacterium sp. K2-17 und Comamonas acidovorans P4a werden auf einem Minimalmedium angezogen.

Dieses Medium hat pro Gramm zu erzeugender Biomasse folgende Zusammensetzung (in mg/l): NH4Cl, 700; KH2PO4 158 ; MgSO4 * 7 H20, 8 ; CaCl2 * 2 H20, 10 ; FeSO4 * 7 H20, 2, 5 ; ZnSO4 * 7 H20, 0, 23 ; MnSO4 * 4 H20, 0, 42 ; CuSO4 * 5 H20, 0, 39 ; Na2MoO4, 0, 12.

Die Kultivierung erfolgt im pH-Bereich von 6 bis 10, bei 30° C und einer Gelöstsauerstoffkonzentration von > 30 des Luftsättigungswertes. Als Kohlenstoff-und Energiequelle für das Wachstum von Corynebacterium sp.

K2-17 dienen Hefeextrakt und Pepton in einer Konzentration von je 10 g/l. Die Kultivierung von C. acidovorans P4a erfolgt auf 2, 4-D und/oder MCPA bzw. deren Salze. Als zusätzliche C/E-Quelle wird Na-Acetat in Gewichtsverhältnis von 1 : 1-10 angeboten. Es kann auch unmittelbar ein die Komponenten MCPB/DCPB und 2, 4-D/MCPA oder/und DCP/MCP enthaltendes Minimalmedium als Kohlenstoff-und Energiequelle zugefüttert werden, wobei beide Stämme gleichzeitig vermehrt werden. Die Wachstumsraten werden auf 0, 05 bis 0, 1 h-1 eingestellt.

Nach Erreichen stabiler Wachstumsbedingungen kann diese Kultur zur Dekontamination von mit Phenoxybuttersäure- und/oder-essigsäure-Derivaten belasteten Wässern eingesetzt werden. Die mit diesen Herbiziden belasteten wäßrigen Medien werden mit Geschwindigkeiten bis zu 0, 1 h~l zugeführt. Der pH-Wert bei stabiler Prozeßführung ist im Bereich von 6 bis 10, vorzugsweise 8 bis 9 zu halten.

Sofern die Dekontamination produktiv erfolgt, müssen z. B.

Stickstoff und Phosphor in adäquaten Mengen vorhanden sein. Zuführung von Spurenelementen kann bei Verwendung natürlicher Wässer vernachlässigt werden. Unter diesen Voraussetzungen ist eine komplette Degradation von DCPB/MCPB sowie 2, 4-D/MCPA und DCP/MCP bei diesen Geschwindigkeiten möglich. Der Abbau kann über spektrophotomerische oder chromatographische (HPLC) Methoden bzw. über die Freisetzung von z. B. Chlorid oder die Änderung des AOX-Wertes verfolgt werden.

Beispiel 2 Beide Kulturen werden als Gemisch erzeugt oder in separaten Ansätzen vermehrt. Sie werden in geeigneter Weise auf Trägermatrices aufgebracht, die mit entsprechend Phenoxyalkansäure-haltigen Wässern durchströmt werden. Die Durchflußrate ist einerseits dem biokatalytischen Potential anzupassen, so daß nach Passage ein vollständiger Abbau erfolgt. Andererseits kann der Prozeß durch Rezirkulation bis zur vollständigen Mineralisierung im Kreislauf gefahren werden. Der Prozeß kann als Biomietenverfahren gestaltet werden, wobei nur auf entsprechende Befeuchtung und Belüftung zu achten ist und, wenn sich die Konzentrationen der Phenoxyalkansäuren als hoch im Vergleich zur Inokulumkonzentration erweisen, Makroelementen zuzuführen vorteilhaft ist.

INTERNATIONALES FORMULATT rimweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH Sekt. Umweltmikrobiologie Permoserstr. 15 04318 Leipzig LEBENSFÄHIGKEITSBESCHEINIGUNG ausgestellt gemäß Regel 10.2 von der unten angegebenen INTERNATIONALEN HINTERLEGUNGSSTELLE 1. IIINIT : RLEGI : R II. hI : NNZEICIINUN (i UIS MIIVROORCiANISMUS Name Umweltforschungszentr'lltil Vun clcr INIfvKNAI'IONAI.. f : N IIIN'ft3RI. GGUN<iSSiT : Li, E Leipzig-Halle GmbH iugctcillc ( : INCiANCiSNlIMMI ? R : Aacmw Sekt. Umweltmikrobiologie DSM 11288 Permoserstr. 15 I) ntelm der I linlcrlcgung oclcr Weitcrlcitune : 04318 Leipzig 1996-11-15 III 1. IiIII : NSI ilIIIGF : h : IlSt3GSC'111 : INIGUNG [) ic I clictiql'lliit ! kcit des iiiilcr I I t ! eii : iiiii (eii ist ifll 19 9 6 11-15--cliriill % vorticii. 7u Jicscm 7. ciyumi, t w ; u Icr tiknn, r, ; misnms 17C1'I. I, rnsl : lhie t 1 mdl uchr Ichcnsl : llug IV liEDINGlJNGEN, UN'I'ER DENEN DIE l, EBENSI'ÄIIIGKEt'lSPRliFUN (i l) URCll (il : l : lJIIR'I'WORDEN IS'Iq V INIIRNn'II () NnI, I ? IIINII : IZI. I : (iIIN (SS'll : l, l, l : Nalilc : DSNI/,-I) I : I ! I'St I 11. SAN1N11, lJN (i V () N lhllersclllitlíll) dcr 711r Vcrtrettlllg dcr intcrlliltionalcil I linterlegtingsslelle h1lF : R () URGANISMI ; N UND ZI : I. LKUL'fURN (imhl I hcfug (cn I'crwn (cn) odcr clcs (dcy von ih crmllclaigtcn () cdicnstctcn : Anscliril taschcrodcr lVce Ih 1)-38124 13raunscheveig iS I) 1996-11-18 Angabe des Datums der Ersthintertegung. Wenn eine emente Hinterlegung oder eine Weiterleitung vorgenoomen worden ist, Angabe des Datums der jeweils letzten erncuten Hinterlegung oder Weiterleitung.

In den in Regel 10.2 Buchstabe a Zifer ii und iii vorgeschenen Fällen Angabe der letzten Lebensfähigkeitsprüfung.

Zutreffendes ankreuzen.

'Auslilllcn, wcnn dic Angaben hcantragt wordcn sind und wcnn die Ergebnissc der Prüfung negativ waren.

INTERNA'I'IONALES FORMBLA1T Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH Sekt. Umweltmikrobiologie Permoserstr. 15 04318 Leipzig EMPFANGSBESTÄTIGUNG BEI ERSTHINTERLEGUNG, ausgestellt gemäß Regel 7.1 von der unten angegebenen INTERNATIONALEN HINTERLEGUNGSSTE@ @ F 1. KENNZEICIINUNG DES MIKROORGANISMUS Vom UNTERLEGEN zugctcittes Bczugszeichen : Von der INTERNA'1'IONALEN IiiNTERLEGUNGSSTELLE zugcteilte EINGANGSNUMMER : K2-17 DSM 11288 If. WfSSENSCIIAFTLICHE DESCHREIBUNG UND/ODER VORGESCHLAGENE TAXONOMISCIIE IlEZEICIINUNG Mit dem unter 1. bezeichneten Mikroorganismus wurde (X) eine wissenschaftliche Beschreibung (X) eine vorgeschlagene taxonomische Bezeichnung cingereiclU. eingereicht I11. EINGANG UND ANNAFIME Diese intcrnaationale llintcrlcgungsstclle nimmt den unter I bezeichneten Mikroorganismus an, der bei ihr am 1996-11-15 (Datum der Erstinntcrtcgnng)'cingegnngcn ist. IV. EINGANG DES AN'I'RAGS AUF UMWANDLUNG Der unter I bczeichnete Mikroorganismus ist bei dieser (ntemationalcn Hinterlegungsstelle am cingegangen (Datum der Erst- hintcrlcgung) und ein Antrag auf Umwandlung dieser Erslbinlerlegung in eine I lintcrlcgung gcm : Budapester Vertrag ist am eingegangen (Datum des Eingangs des Antrags auf Umwandlung). V. IN'I'ERNA1'IONALE IIINTERI. EGUNGSSTEI, LE Name : DSMZ-DEUl SCI IE SAMMLUNG VON Unterschrill (cn) dcr zur Vertretung der internationalen Hintcrlegungsstclic MIKROORGANISMEN UND ZELLKULTUREN GmbH befugtcn Person (en) oder des (der) von ihr ermächtigten Bediensteten : Anschrift : Mascheroder Wcg lb Z' « D-38124 Braunschweig Datum : 1996-11-18 1 Falls Regel 6. 4 Buchstabc d zutrifft, ist dies der Zeitpunkt, zu dem der Status einer intemationalcn Hinterlegungsstelle erworben worden ist.

Formblatt DSMZ-BP/4 (einzige Seite) 0196 INTERNATIONALES FORMBLATT Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH Sekt. Umweltmikrobiologie Permoserstr. 15 04318 Leipzig LEBENSFÄHIGKEITSBESCHEINIGUNG nusgestelit Bemãß Regel 10. 2 von der unten angegebenen INTERNATIONALEN HINTERLEGUNGSSTELLE 1. IIIN1ERLEGER II. KENNZEICHNUNG DES MKROORGANISMUS Name : Umweltforschungszentrum VonderINTERNATIONALEN HMTERLEGUNGSSTELLE Leipzig-Halle GmbH zugeleille EINGANGSNUMMER : Anschrin : Sekt. Umweltmikrobiologie DSM 10474 Permoserstr. 15 Datum der tlinterlegung oder Weiterleitung' : 04318 Leipzig 1996-01-09 111. LEBENSFXfIIGKEITSBESCEiEINIGUNG Die Lehen ! ! fH)) igke ! t dc< ! unter)) gennnntcn Mikroorganismus ist am 1996-01-09'geprMn worden. Xu diesen) Zeitpunkt wnr der Mikroorganismus (X)'lebensfbliig ()'nicht mehr lebensfiahig IV. I3EDINGUNGGN, IINTGR DENEN DIE LEBENSFXIIIGKEITSPRÜFUNG DURCIIGEFUIIRT WORDEN TEST" V. NTERNAT) ONALE H) N1 ERLEGUNGSSTELLE Name : DSNlZ-DEI l'rSCI 11'SAMMil, UNG VON Unterschrifl (en) der zur Vertretung der intcrnationalen i linlerlegengsstelle MIKROORGANISMEN UND ZELLKUL'1'UREN Gmbll befugten Person (en) oder des (der) von ihr ermachtigten Bediensteten : Anschrift : Maschcroder Weg Ih D-38124 Braunschweig Datum : 1996-01-12 Angabe des Datums der Etsthinterlegung. Wenn eine erneute Hinterlegung oder eine Weiterleit der jeweils letzten ernenten Hinterlegung oder Weiterleitung vorgenommen worden ist, Angabe des Datums In den in Regel 10. 2 f3uchstabe a Ziffer ii und iii vorgesehenen Fallen Angabe der letzten Lebensfähigkeitsprüfung.

@ Zutreffendes ankreuzen.

@ Ausfüllen, wenn die Angaben beantragt worden sind und wenn die Ergebnisse der Prüfung negativ waren.

INTERNATIONALES FORMBLATT Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH Sekt. Umweltmikrobiologie Permoserstr. 15 04318 Leipzig EMPFANGSBESTATIGUNG BEI ERSTHINTERLEGUNG, ausgesteilt gemäß Regel 7. 1 von der unten angegebenen INTERNATIONALEN HINTERLEGUNGSSTELLE 1. KENNZEICIINUNG DES MlKROORGANISMUS Vom IIIN'I'ERLEGER zugeteiltes Bezugszeichen : Von der INTERNATIONALEN HlNTEi-tLCGUNGSSTELLE zugeteitte EINGANGSNUMMER : P4a DSM 10474 II. WISSENSCIIAFTLICIIE BESCIIREIBUNG UND/ODER VORGESCfiLAGENE TAXONOMISCHE BEZEICHNUNG Mit dem unter 1. bezeichneten Mikroorganismus wurde (X) eine wissenschaflliche Beschreibung (X) eine vorgeschlagene taxonomische Bezeichnung eingereicht. (Zutreffendes nnkreuzen). 111. EINGANG UND ANNAIIME I) icse intcrnnlionnle I linterlegungssldlle nimmt den unter I bezeichneten Mikroorganismus an, der bei ihr am 1996-01-09 (Datum der Ersthinterlegung)'eingegangen ist. IV. ErNGANG DES ANTRAGS AUF UMWANDLUNG Der unter I beaeichncte Mikroorganismus ist hei dieser fnternationalen llinterlegungsstelle nm eingegangen (Datum der Erst- hinterlegung) und ein Antrag auf Umwandlung dieser Ersthinterlegung in eine liinlerlegung gemäß Budapester Vertrag ist am eingegangen (Datum des Eingangs des Antrags auf Umwmdtung). V. IN'rERNA'l'IONAl. E IllN'I'ERl, EGUNGSSTEl. LE Name : DSMZ-I) I, IJ'I'SCIII, SAMML (JNG VON tJnierscllrin (en) der zur Vertrelllng der intematiellnlen llinierlegtlngsstelle MIKROORGANISMEN UND ZELLKULTUREN Gmbil befugten Person (en) oder des (der) von ihr ermächtigten Bediensteten : AnschriR : hlnsCler (l (ler Wcg Ih/ 1)-38124 Braunschweig Datum : 1996-01-12 faixs Rcgel 6.4 Buchstabe d zutrifft ist dies der Zeitpunkt, zu dem der Status einer intemationalen Hinterlegungsstelle erworben worden ist.