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Patent Searching and Data


Title:
BABY CARRIAGE HAVING SECOND SEAT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/066214
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a baby carriage (3) having a second seat (1), wherein the baby carriage has a lying surface (31), which is horizontal at least in some regions, for carrying a first child (41), said surface being delimited by two side walls (32, 33), and the second seat (1) is made of an approximately horizontally extending seating surface (11) and at least two carriers (12, 13), wherein the carriers (12, 13) are fastened to the seating surface (11) and in the activated state extend downward to the lying surface (31) and rest on the lying surface (31).

More Like This:
WO/2005/105545AUXILIARY PUSHCHAIR SEAT
JP2017202709BABY CARRIAGE
Inventors:
KOSTNER, Birgit (Immelstrasse 173, Gütersloh, 33335, DE)
Application Number:
DE2008/002087
Publication Date:
June 17, 2010
Filing Date:
December 13, 2008
Export Citation:
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Assignee:
KOSTNER, Birgit (Immelstrasse 173, Gütersloh, 33335, DE)
International Classes:
B62B9/28
Foreign References:
NL92200C
FR1176546A
NL94048C
US20070108710A1
DE29517712U1
EP1325855A1
EP2017159A2
Attorney, Agent or Firm:
PÖHNER, W. (Röntgenring 4, Postfach 63 23, Würzburg, 97070, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1), wobei

- der Kinderwagen (3) eine zumindest teilweise horizontale Liegeflä- che (31 ) zur Aufnahme eines ersten Kindes (41 ) aufweist, die von zwei Seitenwänden (32, 33) begrenzt wird und

- der Zweitsitz (1) aus einer etwa horizontal verlaufenden Sitzfläche (11) und wenigstens zwei Trägem (12,13) besteht dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (12,13) - an der Sitzfläche (11) befestigt sind und

- sich im aktivierten Zustand nach unten bis zur Liegefläche (31) erstrecken und

- auf der Liegefläche (31) aufliegen.

2. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (12,13) gelenkig an der Sitzfläche (11) befestigt sind.

3. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (11) und die Träger (12,13) jeweils aus etwa plattenförmigem Material bestehen.

4. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (12,13) mit zwei gegenüberliegenden Kanten der Sitzfläche (11) ver- bunden sind.

5. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (12,13)

- im deaktivierten Zustand auf die Oberseite der Sitzfläche (11) verschwenkbar sind und

- im aktivierten Zustand etwa rechtwinklig zur Sitzfläche (11) ausgerichtet sind und

- dort durch je einen Anschlag, der an die an der Sitzfläche(11) angeformt ist, gegen ein weiteres Verschwenken in Richtung zur Mitte blockiert werden.

6. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (12,13)

- im aktivierten Zustand etwa rechtwinklig zur Sitzfläche (11) ausgerichtet sind und durch je einen Feststeller gegen ein Verschwenken in die deaktivierte Position gesichert sind und

- im deaktivierten Zustand entweder auf die Oberseite oder auf die Unterseite der Sitzfläche (11 ) verschwenkbar sind.

7. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach dem vorhergehenden Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Feststeller an zwei gegenüberliegenden Kanten der Sitzfläche (11 ) wenigstens je ein

Langloch (16) etwa senkrecht zur Sitzfläche (11) ausgerichtet ist und in jedes Langloch (16) eine Rundachse (17) eingreift,

- die an der Oberkante jedes Trägers (12,13) befestigt ist und

- die im unteren Bereich des Langloches (16) als Verschwenkachse für den Träger (12,13) dient und

- die im oberen Bereich des Langloches (16) als Gegenhalterung für eine Führungsfläche (18) am Träger (12,13) dient, die auf einer Auflagefläche (19) an der Sitzfläche (11) aufliegt und dadurch eine Ver- schwenkung des jeweiligen Trägers (12,13) in den Kinderwagen (3) hinein blockiert.

8. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach dem vorhergehenden Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Feststeller

- ein Dreieck, das aus einem Träger (12,13) heraus schwenkbar und mit einer Kante an der Unterseite der Sitzfläche (11) anliegt oder - ein Rasthaken oder ein Hebel, der in ein dazu komplementäres

Gegenstück einrastet oder

- ein Splint oder eine Gabel oder ein Innensechskant oder anderes Blockierelement, das in eine dazu komplementäre axial ausgerichtete Öffnung in der Rundachse (17) an der Oberkante eines Trägers (12,13) eingreift, dient.

9. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach dem vorhergehenden Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Feststeller an wenigstens einem der Träger (12,13) ein Hebel verschwenkbar angebracht ist, der im aktivierten Zustand so weit verschwenkt wird, dass er mit einem Ende auf einer Andruckfläche unterhalb der Sitzfläche (11) aufliegt oder in einen Schlitz in der Sitzfläche (11) eingreift und im passiven Zustand die Andruckfläche oder den Schlitz nicht berührt.

10. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanz zwischen den oberen Enden der Träger (12,13) 70% bis 100% der

Breite der Liegefläche (31) entspricht.

11. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass je ein Träger (12,13)

- zumindest teilweise in der Nähe von oder direkt anliegend an eine der beiden Seitenwände (34, 36) verläuft und

- sich auf beiden Seiten des ersten Kindes (41) befindet.

12. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorherge- henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Liegefläche (31) eine Softtasche ausgebreitet ist,

- in welche das erste Kind (41) einlegbar ist und

- in welche dann der Zweitsitz (1) im aktivierten Zustand einlegbar ist und das erste Kind (41) zu einem teil tunnelartig überdeckt und - die dann oberhalb des Zweitsitzes (1) verschließbar ist.

13. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach dem vorhergehenden Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in die Softtasche - eine Polsterung eingearbeitet ist, die nach dem Verschließen der

Softtasche auf der Sitzfläche (11) aufliegt und/oder

- Befestigungen für einen Haltegurt zum Angurten des zweiten Kindes (42) integriert sind.

14. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterkante beider Träger (12,13) jeweils eine Standplatte (14, 15) angebracht ist, die entweder - parallel zur Sitzfläche (11 ) ausgerichtet ist und

- in das Innere des Kinderwagens (3)weist und - deren Dicke zu ihrem freien Ende hin abnimmt oder

- senkrecht zur Sitzfläche (11) ausgerichtet ist und

- gegenüber dem Träger (12,13) in und/oder entgegen zur Fahrt- richtung des Kinderwagens (3) verlängert sein kann und

- an wenigstens einem Ende entsprechend zur Form der vorderen oder rückwärtigen Stirnwand des Kinderwagens in den Innenraum hinein gekrümmt sein kann

15. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterkante wenigstens eines Trägers (12,13) wenigstens

- ein Gurt und/oder - eine Kette und/oder

- ein Seil befestigt ist, welche (r,s) jeweils in der Länge verstellbar ist und an ihrem freien Ende ein Haken oder eine Schnalle oder ein Klettver- schluss oder ein ähnliches Befestigungselement angebracht ist.

16. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (12,13) - aus dauerhaft elastischem Material geformt sind und

- soweit verformbar sind, dass die Distanz zwischen ihren unteren Enden

- zwischen 80 und 105% der Breite der Sitzfläche (11) variiert werden kann und - durch einen Gurt oder ähnliches fixiert werden kann.

17. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (11)

- gepolstert ist und/oder - ergonomisch als Sitzfläche für ein zweites zu transportierendes

Kind (42) ausgebildet ist.

18. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorherge- henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sitzfläche (11)

- eine Rückenlehne und/oder

- wenigstens ein Haltegriff und /oder

- wenigstens eine Seitenwand und/oder - ein Haltegurt und/oder

- eine Unterschenkelauflage für das zweite, zu transportierende Kind (42) angebracht ist.

19. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (11) aufgeteilt ist

- in einen Sitzbereich, auf dem ein zweites Kind (42) sitzen kann, und

- in mindestens einen Lagerbereich (22), - der eine von der Sitzfläche (11 ) aus nach unten verlaufende Vertiefung aufweist und/oder

- in den ein herausnehmbarer Transportbehälter (21) einsetzbar ist und/oder

- wenigstens einer der Träger (12,13) als ein Traghohlkörper (20) ausgebildet ist, in den zu transportierende Gegenstände einbringbar sind.

20. Kinderwagen (3) mit einem Zweitsitz (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Zweit- sitz (1)

- zusätzliche, flächige Elemente als Schutz gegen Niederschläge oder Sonnenstrahlen ansteckbar oder vom Zweitsitz (1) ausschwenkbar oder ausziehbar sind und/oder

- Spielgeräte oder andere Hilfsmittel oder entsprechende Halterun- gen zur Nutzung durch das erste Kind (41) angebracht sind und/oder

- seitlich Haken oder andere Befestigungselemente zur temporären Aufnahme von Handtaschen, Einkaufstüten, Kleidungsstücken oder anderen Gegenständen befestigt sind.

Description:
Kinderwagen mit Zweitsitz

Die Erfindung bezieht sich auf einen Kinderwagen mit Zweitsitz, wobei der Kinderwagen eine zumindest teilweise horizontale Liegefläche zum Tragen eines ersten Kindes aufweist, die von zwei Seiten- wänden begrenzt wird und der Zweitsitz aus einer etwa horizontal verlaufenden Sitzfläche und wenigstens zwei Trägern besteht.

Bei der Nutzung von Kinderwagen wird oft nicht nur ein erstes kleines Kind transportiert, sondern ein zweites, etwas größeres Kind be- gleitet den Wagen. Falls das zweite Kind noch zu klein ist, um größere Strecken allein zu gehen, muss es zeitweise transportiert werden. Und dann sind auch Gegenstände wie z. B. Einkäufe, Spielsachen oder andere Hilfsmittel wie Babynahrung und Kleidung mit zu nehmen.

Auf aktuellem Stand der Technik stellt sich das zweite Kind zum zeitweiligen Transport meist auf eine Plattform, die mit ihrer Vorderkante am Kinderwagen montiert wird, und in ihrem rückwärtigen Teil von ein oder zwei zusätzlichen Rädern getragen wird. Das stehende Kind muss sich an der rückwärtigen Kante des Kinderwagens festhalten.

Nachteilig ist, dass sich das zweite Kind selber aufrecht halten muss. Wenn ihm die Kraft seiner Knie versagt, versagt auch die Transport- plattform. Durch die Plattform als effektive Verlängerung des Kinderwagens ohne eine entsprechende Verlängerung der Schubstange kann die schiebende Person nicht mehr mit ihrer vollen, natürlichen Schrittlänge gehen, sondern wird zu einem ineffizienten und daher anstrengenden Trippelschritt gezwungen. Nachteilig ist auch, dass das Kind auf der Plattform keinen Blickkontakt zur schiebenden Person hat. Stattdessen blickt es zum ersten, im Kinderwagen liegenden Kind und beginnt mit ihm womöglich ein nicht gewünschtes Wechselspiel, das zur Fahrtunterbrechung führen kann.

Nachteilig ist auch, dass die Plattform bei Nichtgebrauch nur mit einiger Mühe demontiert werden kann. Sofern am Kinderwagen keine weitere Halterung zur Unterbringung der unbenutzten Plattform vor- gesehen ist, ist es in der Praxis meist das geringste Übel, auf eine

Demontage der Plattform zu verzichten und die Beschränkung er Schrittlänge in Kauf zu nehmen.

Als Alternative zu den Stehplattformen sind nach aktuellem Stand der Technik auch zusätzliche Sitze für das größere Kind bekannt, die am Kinderwagen befestigt werden. Die meisten Zusatzsitze können jedoch nur recht aufwändig befestigt werden und sind oft nur für wenige oder nur ein einziges Modell eines Kinderwagens geeignet.

Die Europäische Patentanmeldung, EP 1 325 855, Wolstein, beschreibt eine horizontal angeordnete Platte, auf der das zweite Kind oberhalb der Füße des ersten Kindes sitzt. Der Nachteil dieser Platte ist, dass sie auf den Seitenwänden des Kinderwagens aufliegt. Dafür müssen die Seitenwände eine waagerechte Oberkante aufweisen, die zusätzlich noch entsprechend belastbar sein muss.

Anstelle derartiger, sehr stabiler, aber auch sehr gewichtiger und voluminöser Ausführungen von Kinderwagen werden auf aktuellem Stand der Technik zunehmend Leichtbauten oder klappbare Gestelle und Aufbauten bevorzugt, deren Seitenwände meist aus einem Gestänge mit einem flexiblem, z.B. textilem Bezug bestehen und des- halb nicht mit einem nennenswerten Zusatzgewicht belastet werden können.

Das Gebrauchsmuster DE 295 17 712, Schweighart, beschreibt ei- nen Zusatzsitz, der am Grundgestell oder am Haltebügel des Kinderwagens befestigt wird. Nachteilig ist, dass nicht nur die Dimensionen des Zusatzsitzes und seiner Befestigung sondern auch noch die Art der Befestigung auf die jeweilige Bauweise des Kinderwagens abgestimmt werden muss. Dadurch kann ein solcher Zusatzsitz nur für wenige Typen von Kinderwagen genutzt werden.

Falls der Schwerpunkt des Kinderwagens durch die zusätzliche Last des zweiten Sitzes und des zweiten Kindes sehr nahe an eine der beiden Achsen des Kinderwagens verschoben wird, erhöht sich bei Bergauf- oder Bergabfahrt die Gefahr des Kippens. Oberhalb einer maximal möglichen Steigung kippt das gesamte Gefährt zwangsläufig in oder entgegen zur Fahrtrichtung.

Ein weiterer Nachteil bekannter Zusatzsitze ist, dass die Montage meist relativ kompliziert und zeitaufwendig ist. Bei montiertem Zusatzsitz ist das Herausnehmen und das Hereinlegen des ersten, kleineren Kindes zumindest sehr erschwert oder kaum möglich. Bei den meisten Zusatzsitzen wird die zusätzliche Nutzung der Sitzfläche zur Ablage von Gegenständen zusammen mit oder anstatt eines weite- ren Kindes nicht weiter unterstützt.

Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, einen Zusatzsitz für einen Kinderwagen zu entwickeln, der nach einfacher und schneller Montage in Verbindung mit vielen verschiedenen Kinderwagen zu ver- wenden ist und bei Nichtbenutzung einfach und Platz sparend verstaut werden kann. Dieses Ziel der Erfindung wird durch einen Zweitsitz erreicht, dessen Träger an der Sitzfläche befestigt sind und sich im aktivierten Zustand nach unten bis zur Liegefläche erstrecken und auf der Liege- fläche aufliegen.

Ein Verdienst der Erfindung ist die Erkenntnis, dass grundsätzlich jeder Kinderwagen eine zumindest teilweise horizontale Liegefläche zum Tragen eines ersten Kindes aufweist. Diese Liegefläche ist stets im Zentrum des Kinderwagens angeordnet und ist grundsätzlich eine mechanisch relativ hoch belastbare Fläche des gesamten Kinderwagens. Es ist ein wesentliches Merkmal der Erfindung, diese Liegefläche zur Aufnahme der Zweitsitz zu nutzen.

Das zweite wesentliche Merkmal ist, das nur zwei Träger ausreichen, um die Sitzfläche der Zweitsitz zu halten. Im Normalfall stützt sich je ein Träger an der linken und an der rechten Seite des auf der Liegefläche liegenden ersten Kindes ab. Dadurch wird nur ein sehr kleiner Teil der Liegefläche in Anspruch genommen, so dass der Bewe- gungsspielraum für das erste Kind kaum eingeschränkt wird.

Die Abmessung der Sitzfläche der Zweitsitz ist prinzipiell nicht begrenzt. Jedoch wird sie im Normalfall meist kleiner sein, als die Liegefläche, auf der sie steht. Das hat den Vorteil, dass das erste Kind jederzeit zu einem wesentlichen Teil sichtbar ist und in den Kinderwagen hineingesetzt oder herausgenommen werden kann, ohne zuvor die Zweitsitz herausnehmen zu müssen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Zweitsitz auch ohne weiteres für die Ablage von Gegenständen genutzt werden kann. Dafür kann es so- gar sinnvoll sein, dass er etwas größer als die Sitzfläche ist und über deren Rand hinausragt.

Zumeist wird die Sitzfläche jedoch schmäler als die Liegefläche sein, damit der Zweitsitz schnell und einfach in den Kinderwagen hinein gestellt werden kann und seitlich nicht übersteht. Dadurch bleibt die gewohnte Manövrierfähigkeit des Kinderwagens erhalten.

In einem sehr einfachen Fall ist der Zweitsitz ein etwa U-förmiges, einstückiges Teil aus drei flächigen Abschnitten, von denen der mittlere Abschnitt als Sitzfläche dient und die beiden, daran anschließenden Schenkel des U die Träger des Zweitsitzes sind. Im aktivierten Zustand ruht der Zweitsitz mit den parallel zur Sitzfläche verlaufen Kanten der Träger auf der Liegefläche des Kinderwagens.

Bei Nichtgebrauch - also im deaktivierten Zustand - kann das U- förmige Teil um 90° nach vorne verschwenkt werden und dann an das Fußende der Liegefläche verschoben werden, um dort auf einer Kante der Sitzfläche und je einer Kante der Träger zu liegen. In die- ser Position wirkt es wie eine Verstärkung der Seitenwände des Kinderwagens, beansprucht jedoch wegen der plattenförmigen Gestaltung von Sitzfläche und Trägern kaum Platz auf der Liegefläche.

In einer anderen Ausführungsform sind die Träger gelenkig an der Sitzfläche befestigt. Dadurch können sie bei Nichtgebrauch, also im deaktivierten Zustand, an die Sitzfläche herangeklappt werden. Dabei können die Träger je nach Ausführung des Gelenkes entweder gegen die Unterseite oder gegen die Oberseite der Sitzfläche geschwenkt werden. Insbesondere, wenn Sitzfläche und Träger aus etwa plattenförmigem Material bestehen, wird der Zweitsitz dadurch von einem vergleichsweise sperrigen Teil zu einem kompakten, etwa quaderförmigen Block verkleinert, der sich viel einfacher hantieren und verstauen lässt.

Dann ist es erforderlich, dass die Träger im aktivierten Zustand etwa rechtwinklig zur Sitzfläche ausgerichtet sind und durch je einen

Feststeller gegen ein Verschwenken in die deaktivierte Position gesichert sind. Dabei sind verschiedene Formen des Feststellers möglich.

In einer Variante sind als Feststellfunktion an zwei gegenüberliegenden Kanten der Sitzfläche wenigstens je ein Langloch eingebracht, dass etwa senkrecht zur Sitzfläche ausgerichtet ist. In jedes dieser Langlöcher greift eine Rundachse ein, die an der Oberkante jedes Trägers befestigt ist. Wenn sich die Rundachse im unteren Bereich des Langloches befindet, dient sie als Verschwenkachse für den

Träger.

Wenn die Rundachse durch vertikaler Bewegung des Trägers in den oberen Bereich des Langloches verschoben ist, wirkt sie als Gegen- halterung für eine Führungsfläche am Träger, die auf einer Auflagefläche an der Sitzfläche aufliegt und dadurch eine Verschwenkung des jeweiligen Trägers in den Kinderwagen hinein blockiert.

Eine Verschwenkung des Trägers in die andere Richtung, aus dem Kinderwagen heraus, ist durch die Seitenwand des Kinderwagens blockiert.

Falls jedoch die Begrenzung durch die Seitenwand des Kinderwagens nicht ausreicht, kann an der Sitzfläche gegenüber zur Auflage- fläche an der Sitzfläche noch eine zweite Auflagefläche geschaffen werden. Zwischen diese beiden Auflageflächen wird der Träger hin- ein geschoben, bis er von den Auflageflächen zangenartig umfasst wird und dadurch fixiert ist.

Eine andere Möglichkeit zum Feststellen von Seitenwänden, die im deaktivierten Zustand auf die Oberseite der Sitzfläche verschwenkbar sind und im aktivierten Zustand etwa rechtwinklig zur Sitzfläche ausgerichtet sind ist je ein Anschlag, der an die Sitzfläche angeformt ist und die Träger gegen ein weiteres Verschwenken in Richtung zur Mitte absichert.

Eine andere Variante für den Feststeller ist ein Dreieck, das aus einem Träger heraus schwenkbar ist und dann mit einer Kante an der Unterseite der Sitzfläche anliegt oder ein Rasthaken oder ein Hebel, der in ein dazu komplementäres Gegenstück einrastet. Als Einras- tung kann z.B. ein elastischer länglicher Streifen dienen, der an der

Unterseite der Sitzfläche befestigt ist und im deaktivierten Zustand durch eine Öffnung im Träger hindurch ragt. Der Träger ist dann gegen die Unterseite der Sitzfläche geschwenkt. Wenn der Träger zwecks Aktivierung gegenüber der Sitzfläche aufgerichtet wird, glei- tet der Streifen durch die Öffnung bis sein Ende hinter eine Rastnase in der Öffnung einrastet. Dadurch wird der Träger an einer Bewegung zurück in seine Ausgangsposition gehindert. Gegen ein weiteres Verschwenken ist der Träger durch einen Anschlag gesichert, der an die Sitzfläche angeformt ist. Erst durch einen Druck auf das Ende des elastischen Streifens löst sich dessen Ende wieder von der

Rastnase und der Träger kann zurück in seine deaktivierte Position schwenken.

Eine andere Ausführungsform eines Feststellers ist ein Schwenkhe- bei, der an wenigstens einem der Träger verschwenkbar angebracht ist, und der im aktivierten Zustand so weit verschwenkt wird, dass er mit einem Ende auf einer Andruckfläche unterhalb der Sitzfläche aufliegt oder in einen Schlitz in der Sitzfläche eingreift und dadurch ein Zurückschwenken des Trägers blockiert. Erst wenn der Schwenkhebel die Andruckfläche oder den Schlitz nicht mehr berührt, kann der Träger wieder zurück in seinen passiven Zustand verschwenkt werden.

Als Feststeller für die Rundachse an der Oberkante jedes Trägers kann auch ein Splint oder eine Gabel oder ein Innensechskant oder ein anderes Blockierelement dienen, das in eine dazu komplementäre, axial ausgerichtete Öffnung in der Rundachse eingreift.

Als eine weitere Ausstattungsvariante ist auf der Liegefläche eine Softtasche ausgebreitet, in die das erste Kind hinein gelegt wird. Als nächstes wird der Zweitsitz - im aktivierten Zustand - hinein gestellt, so dass er das erste Kind zu einem Teil tunnelartig überdeckt. Dann wird die Softtasche oberhalb des Zweitsitzes verschlossen.

Zu den Vorteilen der Softtasche zählt, dass sie den Zweitsitz stabili- siert, indem sie für eine zusätzliche Verbindung mit dem ersten Kind sorgt. Außerdem dient sie als Abdeckung für Staub oder anderes, das ansonsten vom zweiten Kind auf dem Zweitsitz auf das erste Kind herunter fallen könnte. Und schließlich fungiert die Softtasche als Auflage für die Unterschenkel des zweiten Kindes.

Als zusätzliche Option kann in die Softtasche eine Polsterung eingearbeitet werden, die nach dem Verschließen der Softtasche auf der Sitzfläche aufliegt. Ein weitere Ausstattungsmöglichkeit sind Befestigungen für einen Haltegurt zum Angurten des zweiten Kindes, mit dem das zweite Kind am Herabfallen gehindert wird. Wenn die Träger nur so hoch sind, dass sich im aktivierten Zustand des Zweitsitzes die Sitzfläche zwischen den Seitenwänden des Kinderwagens befindet, ist die Sitzfläche der Zweitsitz zwangsläufig nicht breiter als die Liegefläche im Kinderwagen. Dann werden die Seitenwände des Kinderwagens auch für die Sitzfläche als Begrenzung nutzbar. Wegen den vorgenannten Gründen wird in der Praxis die Breite der Sitzfläche zumeist 70% bis 100% der Breite der Liegefläche betragen.

Im Interesse der Standsicherheit des Zweitsitzes und einer möglichst geringen Einschränkung der Bewegungsfreiheit für das erste Kind unten auf der Liegefläche ist es sinnvoll, wenn die Träger des Zweitsitzes zumindest teilweise in der Nähe von oder sogar direkt anliegend an eine der beiden Seitenwände verlaufen. Dann befindet sich je ein Träger auf der rechten und auf der linken Seite des ersten Kindes.

Da die Liegeflächen verschiedener Kinderwagen von verschiedener Breite sein können, ist es eine einfache Möglichkeit zur Anpassung an diese verschiedenen Breiten, dass die Sitzfläche etwas schmäler als die meisten Kinderwagen dimensioniert wird, so dass sie in die meisten Wagen hinein passt. Bei sehr breiten Kinderwagen ergibt sich dann zwischen den Seitenwänden und den Trägern ein Spalt.

Um diesen Spalt zu verkleinern, können Sitzfläche und Träger aus einem elastischen Material wie z.B. Kunststoff gefertigt werden. Die Träger spreizen sich in der Ruheform des Zweitsitzes seitlich etwas von der Senkrechten ab, bilden also einen etwas größeren Winkel als 90° mit der Sitzfläche. Diese Ausführungsvariante berührt auch bei relativ breiten Kinderwagen die Seitenwände. Bei schmäleren Kinderwagen können die Träger vor dem Einsetzen etwas zusammengedrückt werden, wenn die Sitzfläche aus einem etwas flexiblen Material gefertigt ist. Nach dem Einsetzen in einen Kinderwagen drücken sich die Träger in einer einfachen Ausführungsform gegen die Seitenwände des Kinderwagens. Dadurch findet der Zusatzsitz einen guten Halt und wird in der Mitte des Kinderwagens zentriert.

Falls das Einsetzen mit zusammengedrückten Trägern zu mühsam ist oder falls die Seitenwände des Kinderwagens nicht ausreichend stabil für die Aufnahme des seitlichen Druckes der zurückfedernden Träger sind oder falls sich zwischen den Seitenwänden und der Liegefläche ein Spalt auftut, können die Träger an ihrer Unterkante durch einen Gurt, eine Kette, ein Band, ein Seil oder ein anderes flexibles Teil zusammengezogen werden und in dieser Position durch einen Klettverschluss, einen Haken, eine Schnalle oder eine andere lösbare Verbindung fixiert werden, so dass sie zwischen die Seitenwände passen und einen ausreichenden Halt auf der Liegefläche des Kinderwagens finden.

Für eine noch fester Verbindung zwischen Zweitsitz und Kinderwagen, schlägt die Erfindung vor, dass an der Unterkante wenigstens eines Trägers wenigstens ein Gurt und/oder eine Kette und/oder ein Seil befestigt ist und mit dem anderen, freien Ende am Kinderwagen oder am anderen Träger befestigt wird.

Der Gurt und/oder die Kette und/oder das Seil kann jeweils in der Länge verstellbar sein und am freien Ende kann ein Haken oder ein ähnliches Befestigungselement angebracht werden, das in das Ge- stell des Kinderwagens oder in eine zum Haken komplementäre Aussparung in anderen Träger der Zweitsitz eingehakt wird .

Im Normalfall liegt das erste Kind mit seiner Längsachse in Fahrtrich- tung des Kinderwagens, so dass die Träger des Zweitsitzes parallel zur rechten und linken Seitenwand des Kinderwagens ausgerichtet sind.

Zum Beispiel bei sehr kleinen Kindern und relativ großen Liegeflä- chen ist es jedoch auch denkbar, dass das erste Kind quer zur Fahrrichtung ausgerichtet ist und dementsprechend auch die Träger der Zweitsitz quer zur Fahrtrichtung orientiert sind. Dann teilt ein Träger des Zweitsitzes die Liegefläche des Kinderwagens in zwei Bereiche.

Wenn die Höhe der Träger größer ist als die größte Höhe des größten liegenden Kindes, zu dessen Transport der Kinderwagen vorgesehen ist, kann die Sitzfläche über das gesamte, erste Kind hinweg reichen oder das erste Kind kann wahlweise mit den Füßen oder mit dem Kopf unter die Sitzfläche gelegt werden.

Die Höhe des Zweitsitzes über der Liegefläche hängt davon ab, ob für das erste Kind freie Bewegungen der Arme und/oder der Beine möglich sein sollen oder nicht. Wenn z.B. ein begrenzter Bewegungsraum für die Beine des Kindes definiert wird, und nur Bauch und Beine unterhalb der Sitzfläche liegen, kann die Höhe der Träger im Extremfall so niedrig wie die Höhe der Beine in liegender Position des Kindes werden. Zum Hineinlegen und zum Herausnehmen des Kindes wird dann in der Regel der Zweitsitz abgehoben werden müssen. In der Praxis wird die Höhe der Träger oft zwischen 10 cm und 30 cm liegen. In einer einfachen und wirtschaftlich vorteilhaften Bauform bestehen bei einem erfindungsgemäßen Zweitsitz die Sitzfläche und beide Träger jeweils aus plattenförmigem Material. Wenn die beiden Träger jeweils an zwei gegenüberliegenden Kanten der Sitzfläche angeord- net werden, ergibt sich ein zweifach abgewinkelter, U-förmiger Streifen. Ähnlich wie ein Sitzmöbel auf einer Fläche aufgestellt wird, wird auch dieser U-förmige Streifen auf die Liegefläche des Kinderwagens aufgesetzt.

Wenn die Liegefläche des Kinderwagens aus sehr festem Material, wie zum Beispiel einer Platte oder parallelen Streben besteht, kann die Stirnfläche der Träger als Standfläche ausreichen. Wenn der dadurch ausgeübte Druck auf die Liegefläche jedoch zu hoch ist, kann er reduziert werden, indem die Unterkante der beiden Träger jeweils durch wenigstens eine Standplatte vergrößert wird, die parallel zur

Sitzfläche verläuft. Dadurch wird die Auflagekraft auf eine größere Fläche verteilt, wodurch die Kraft pro Flächeneinheit, also der Druck, weiter absinkt.

In einer Ausführungsform weist die Standplatte in das Innere des

Kinderwagens und ragt unter eine ev. auf der Liegefläche vorhandene Matratze. Dabei ist es sinnvoll, dass die Dicke der Standplatte zu ihrem freien Ende hin abnimmt, weil dadurch ein störender Absatz am Ende der Standplatte, der den Liegekomfort des ersten Kindes beeinträchtigen würde, vermieden wird. Die Standplatte erhöht auch insgesamt die Stabilität der Zweitsitz.

In einer anderen Ausführungsform ist die Standplatte gegenüber dem Träger in und/oder entgegen der Fahrtrichtung verlängert, bildet also eine leistenförmige Strebe oder Kufe. Dadurch stützt sich die Standplatte an der vorderen oder der hinteren Stirnwand des Kinderwa- gens bei Beschleunigungen oder Verzögerungen ab, so dass ein Verrutschen des Zweitsitzes innerhalb des Kinderwagens vermieden wird.

Die Enden der verlängerten Standplatte können nach innen zu gekrümmt oder verjüngt verlaufen, um sich noch besser an einen gerundeten Übergang zwischen den Seitenwänden und den Stirnwänden anzupassen.

Für eine bessere Steifigkeit kann diese Variante der Standplatte auch senkrecht zur Sitzfläche ausgerichtet werden.

Die Sitzfläche des Zweitsitz kann gepolstert oder zusätzlich ergonomisch für das zu transportierende zweite Kind ausgeformt sein. Wei- tere Ausstattungsvarianten des Zweitsitzes sind eine Rückenlehne, ein Haltegriff oder eine weitere Seitenwand. An dem Zweitsitz kann auch ein Gurt zum Sichern des zweiten Kindes angebracht sein.

In einer interessanten Ausführungsform sind die Träger und die Sitz- fläche aus elastischem Material geformt, so dass die Distanz zwischen den unteren Enden der Träger zwischen etwa 80 und 105% der Breite der Sitzfläche variiert werden kann. Mit dieser Flexibilität kann die Zweitsitz an voneinander abweichende Breiten verschiedener Kinderwagenmodelle besser angepasst werden.

In diesem Fall ist keine exakte Anpassung der Breite der Sitzfläche an die Breite der Liegefläche des Kinderwagens erforderlich. Dennoch ist es natürlich denkbar, für unterschiedlich breite Ausführungen von Kinderwagen verschiedene Größen von Zweitsitzen zu fertigen. Als eine weitere Variante kann der Zweitsitz in einen Sitzbereich, auf dem das zweite Kind sitzt, und in mindestens einen Lagerbereich aufgeteilt werden, der zum leichten Transport von z.B. mitgeführten Kleinteilen, wie Spielzeugen, Fläschchen usw. dient. Dieser Lagerbe- reich kann z.B. als von der Sitzfläche aus nach unten verlaufende

Vertiefung ausgebildet werden und in einer weiteren Variante durch einen Deckel verschlossen werden. Außerdem kann in den Lagerbereich ein herausnehmbarer Transportbehälter eingesetzt werden.

In einer weiteren Variante ist wenigstens einer der Träger als ein

Traghohlkörper ausgebildet ist, in den zu transportierende Gegenstände einbringbar sind. Möglich sind u.a. ein Ständer für lange, runde Gegenstände wie z.B. einen Regenschirm oder ein Ablagefach für plattenförmige Gegenstände wie z.B. Zeitungen.

Zusätzlich können die Seiten des Zweitsitzes Haken oder andere Befestigungselemente zur temporären Aufnahme von Handtaschen, Einkaufstüten, Kleidungsstücken oder anderen Gegenständen aufweisen.

Als eine weitere Ausstattungsvariante sind an dem Zweitsitz zusätzliche, flächige Elemente als Schutz gegen Niederschläge oder Sonnenstrahlen ansteckbar oder von dem Zweitsitz ausschwenkbar oder ausziehbar.

An die Unterseite der Zweitsitz können Spielgeräte oder andere Hilfsmittel oder entsprechende Halterungen zur Nutzung durch das erste Kind angebracht werden.

Der etwa U-förmige Grundkörper eines erfindungsgemäßen Zweitsitzes kann in der besonders einfachen Basisversion mit fest an der Sitzfläche angeformten Trägern besonders wirtschaftlich in großen Stückzahlen hergestellt werden, wenn er als ein Stück gegossen, gespritzt, aufgeschäumt, gebogen oder gepresst wird.

Natürlich ist auch eine mehrteilige Fertigung möglich. Zum Beispiel können Sitzfläche und beide Träger als Einzelteile an den Endverbraucher geliefert werden, der Sie erst bei konkretem Bedarf zusammensteckt. Nach dem Gebrauch kann er die Teile wieder auseinander nehmen und platzsparend verstauen. In dieser Variante ist auch eine einfache Anpassung an verschieden breite Kinderwagen möglich, z.B. durch mehrere, gleichartige Befestigungsmöglichkeiten für die Träger in der Sitzfläche, von denen jeweils nur ein Paar gleichzeitig genutzt wird und die übrigen - mit anderen Abständen zueinander - erst in einem Kinderwagen mit deut- lieh anderer Breite genutzt werden.

Ein Zweitsitz lässt sich an verschiedene Breiten der Kinderwägen alternativ durch das Verschieben oder die Verschwenkung von wenigstens einem Träger gegenüber der Sitzfläche anpassen. Dabei kann die Schwenkachse parallel zur Sitzfläche ausgerichtet sein. Zur

Anpassung an verschiedene Breiten werden die Träger in verschiedene Winkel geschwenkt und in dieser Stellung fixiert, z.B. durch eine ebenfalls abklappbare und ggf. einrastbare Strebe.

Wenn die Schwenkachse vertikal zur Sitzfläche orientiert ist, kann zwischen Träger und Verschwenkachse noch ein Ausleger angeordnet werden, so dass Träger und Ausleger ein L-förmiges Bauteil bilden. Zur Verstellung des Abstandes zwischen den beiden Trägern wird dann wenigstens ein Ausleger parallel zur Sitzfläche ver- schwenkt. Im Folgenden sollen weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert werden. Diese sollen die Erfindung jedoch nicht einschränken, sondern nur erläutern. Es zeigt in schematischer Darstellung:

Figur 1 Perspektivische Ansicht eines Kinderwagens mit Zweitsitz, teilweise zeichnerisch aufgeschnitten

Figur 2 Einzelheit der gelenkigen Verbindung zwischen Sitzflä- che und Träger

Figur 3 Zweitsitz mit zusätzlichem Lagerbereich

Die Figuren zeigen im Einzelnen:

In Figur 1 ist perspektivisch ein Kinderwagen (3) dargestellt, der teilweise zeichnerisch aufgeschnitten ist, um zu zeigen, wie sich der Zweitsitz (1) auf der Liegefläche (31) in den korbartigen Oberteil des Kinderwagens (3) einfügt und wie er dort mit den Standplatten (14) und (15) gegen ein Verrutschen in Fahrtrichtung gesichert werden kann.

Die in Figur 1 dargestellte Ausführungsform eines Kinderwagens (3) entspricht dem aktuellen Stand der Technik mit einer sehr filigranen Stützkonstruktion aus Metallprofilen. Diese Bauweise wird derzeit vor allem deshalb bevorzugt, weil die Mehrzahl aller Kinderwagen zusammenklappbar ist. Die Gelenke, Verschlüsse und anderen Einzelheiten einer solchen Klappfunktion werden in Figur 1 der Übersichtlichkeit halber jedoch nicht dargestellt, sondern nur die bei der Mehrzahl der üblichen Kinderwagenkonstruktionen vorhandenen Streben gezeichnet. Fast allen Konstruktionen gemeinsam ist, dass die Liegefläche (31) von Seitenwänden umgeben ist. In Figur 1 sind die beiden Seitenwände (32) und (33) auf der in Fahrtrichtung linken und rechten Seite des Kinderwagens (3) besonders gekennzeichnet: die erste Seiten- wand (32) ist teilweise zeichnerisch weg geschnitten und gibt dadurch den Blick auf den Zweitsitz (1) frei.

Deutlich zu erkennen ist, dass der Zweitsitz (1) aus der etwa horizontalen Sitzfläche (11) besteht, an die sich der erste Träger 12 und der zweite Träger (13) anschließen. In der gezeichneten Ausführungsform sind die Träger (12) und (13) gelenkig an den Kanten der Sitzfläche (11) befestigt. Im hier dargestellten, aktivierten Zustand des Zweitsitzes (1) verlaufen die Träger (12, 13) von der Kante der Sitzfläche (11) aus senkrecht nach unten bis zur Liegefläche (31).

In der präsentierten Ausführungsform berühren die Träger (12, 13) die Liegefläche (31) jedoch nicht direkt, sondern über jeweils eine Standplatte (14, 15), die in der hier dargestellten Variante jeweils kufenartig über die Träger (12, 13) hinaus verlängert sind. In der ge- zeichneten Variante sind die Standplatten (14,15) so lang, dass sie an die beiden stirnseitigen Seitenwände des Kinderwagens (3) angrenzen.

Für eine optimale Anpassung an den leicht gekrümmten Übergang zwischen den Seitenwänden (32,33) und den Stirnseiten verjüngen sich die Standplatten (14,15) zum Ende hin und sind etwas einwärts gebogen. Dadurch wird auch bei abrupten Verzögerungen oder Beschleunigungen ein Umkippen des Zweitsitzes (1) verhindert. Durch die Abstützung gegen die vordere und rückwärtige Stirnfläche mittels der nach innen gebogenen Enden der beiden Standplatten (14, 15) wird auch ein Verrutschen des Zweitsitzes (1) auf der Liegefläche (31) nachhaltig verhindert.

In Figur 1 ebenfalls gut nachvollziehbar ist, dass sich die beiden Trä- ger (12, 13) des Zweitsitzes (1) an die jeweils benachbarte Seitenwand (32, 33) des Kinderwagens (3) anlehnen und dagegen abstützen. Durch diese seitliche Abstützung wird der Zweitsitz (1) weiter stabilisiert.

Zusätzlich hilfreich ist diese seitliche Abstützung dann, wenn - wie in

Figur 1 ausgeführt - die Träger (12, 13) gelenkig an der Sitzfläche (11) befestigt sind. Dann ist nämlich ein Verschwenken der beiden Träger (12, 13) nach außen hin durch die beiden Seitenwände (32, 33) blockiert. Erst wenn der Zweitsitz (1) aus dem Kinderwagen (3) herausgenommen wird, lassen sich die beiden Träger (12, 13) seitlich weg klappen und bis auf die Oberseite der Sitzfläche (11) verschwenken.

In Figur 2 ist ein Ausführungsbeispiel für die gelenkige Verbindung zwischen der Sitzfläche (11) und einem Träger (12) gezeigt. Diese gelenkige Verbindung dient zugleich als Feststeller im aktivierten Zustand, wenn nämlich der Träger (12) von der Sitzfläche (11) aus nach unten weist. Dazu ist an der Oberkante des Trägers (12) die Rundachse (17) befestigt, die über den Träger (12) seitlich hinaus ragt und mit diesem Stück in das Langloch (16) hinein ragt, welches in die Sitzfläche (11) integriert ist.

In der gezeichneten Ausführungsform ist zur Verbindung mit dem träger (12) an die in Fahrtrichtung weisenden Kanten der Sitzfläche (11 ) je ein Versteifungselement angeformt, dass an seinen Enden abgewinkelt ist und ein Langloch (16) enthält, das senkrecht zur O- berfläche der Sitzfläche (11) ausgerichtet ist.

In Figur 2 ist gut erkennbar, dass das Langloch (16) parallel zur Auf- lagefläche (19) orientiert ist, die durch „Abwinkein" der Sitzfläche (11) geformt ist. Komplementär zur Auflagefläche (19) ist die Führungsfläche (18) am Träger (12) ausgebildet, die bei vertikalem Verschieben der Rundachse (17) in den oberen Bereich des Langloches (16) auf der Auflagefläche (19) aufliegt und dadurch den Träger (12) dar- an hindert, an die Unterseite der Sitzfläche (11) zu verschwenken.

Diese vertikale Verschiebebewegung ist in Figur 2 durch zwei große Pfeile auf der Auflagefläche (19) dargestellt.

In der in Figur 2 eingezeichneten Position der Rundachse (17) im Langloch (16) kann der Träger (12) soweit verschwenkt werden, bis er an die Unterseite der Sitzfläche (11) anstößt, was durch einen gekrümmten Doppelpfeil am unteren Ende der Figur 2 dargestellt ist.

In Figur 3 ist als Schrägbild eine Variante des Zweitsitzes (1) darge- stellt, in der der erste Träger (12) als Trag höh Ikörper (20) ausgeführt ist. Er bildet in dieser Variante den Lagerbereich (22) des Zweitsitzes (1) und enthält zwei Vertiefungen zur Aufnahme von Gegenständen, wie z. B. dem Transportbehälter (21), der in der gezeichneten Variante passgenau in den Traghohlkörper (20) einsteckbar ist.

In Figur 3 ist nachvollziehbar, dass der Traghohlkörper (20) mit einer zusätzlichen Isolierung versehen werden kann, die z.B. das längere Aufbewahren von gekühlten oder erhitzten Getränken zur Versorgung der Kinder (41 , 42) im Transportbehälter (21) ermöglicht. In Figur 3 ist eine gelenkige Verbindung zwischen der Sitzfläche (11) und dem Traghohlkörper (20) gezeigt. Bei Nichtgebrauch des Zweitsitzes (1) kann also der Traghohlkörper (20) an die Unterseite der Sitzfläche (11) heran geschwenkt werden.

In Figur 3 ist nochmals die stabilisierende Funktion der beiden Standplatten (14, 15) nachvollziehbar. Sie umranden in diesem Ausführungsbeispiel die Liegefläche (31), die hier mit einer Matratze belegt ist. Durch die beiden Standplatten (14, 15) wird der Zweitsitz (1) am Verrutschen und am Kippen gehindert.

In Figur 3 sind die Positionen des ersten Kindes (41) auf der Liegefläche (31) und des zweiten Kindes (42) auf der Sitzfläche (11) gezeigt. Dabei wird sehr schön deutlich, dass der Bewegungsraum des ersten Kindes (41) durch den Zweitsitz (1) kaum eingeschränkt ist.

Deutlich wird auch, dass das zweite Kind (42) oben auf der Sitzfläche (11) keinen Sichtkontakt mit dem ersten Kind (41) hat, wodurch Interaktionen der beiden Kinder untereinander höchst unwahrschein- lieh werden.

Einzig die in Figur 3 herunterhängenden Unterschenkel des zweiten Kindes (42) könnten eventuell mit den Füßen des ersten Kindes (41) in Kontakt kommen. Um diesen Kontakt zu vermeiden, kann der Zweitsitz (1) so nahe an die rückwärtige Stirnkante der Liegefläche

(31) herangerückt werden, dass die Unterschenkel des zweiten Kindes (42) über die rückwärtige Stirnwand des Kinderwagens (3) heraus hängen. Siehe dazu auch Figur 1 , denn nur dort ist die rückwärtige Stirnwand des Kinderwagens (3) gezeigt. In Figur 3 ist nachvollziehbar, dass für die Unterschenkel des zweiten Kindes (42) auch eine Auflage geschaffen werden kann. Diese Funktion übernimmt z. B. der - in Figur 3 nicht gezeichnete - Softsack, der den Zweitsitz 1 umhüllt.

In Figur 3 ist eingezeichnet, wie sich das zweite Kind (42) an einer Stange festhält, die am Schubbügel des Kinderwagens (3) zusätzlich montiert ist.

Bezugszeichenliste

I Zweitsitz, liegt auf Liegefläche 31 auf

I 1 Sitzfläche, horizontaler Teil des Zweitsitzes 1 12 erster Träger des Zweitsitzes 1 , an Sitzfläche 11 befestigt, liegt auf Liegefläche 31 auf

13 zweiter Träger des Zweitsitzes 1 , an Sitzfläche 11 befestigt, liegt auf Liegefläche 31 auf

14 erste Standplatte, an der Unterkante des ersten Trägers 12 befestigt, liegt auf Liegefläche 31 auf

15 zweite Standplatte, an der Unterkante des zweiten Trägers 13 befestigt, liegt auf Liegefläche 31 auf

16 Langloch, in Sitzfläche 11 , senkrecht zu dessen Oberfläche

17 Rundachse, an Oberkante der Träger 12 und 13, greift in Langloch 16 ein

18 Führungsfläche an Träger 12 oder 13, liegt auf Auflagefläche 19 auf Sitzfläche 11 auf

19 Auflagefläche, an Sitzfläche 11 , Gegenstück zur Führungsfläche 18

20 Traghohlkörper, Ausführungsvariante der Träger 12 oder 13

21 Transportbehälter, im Lagerbereich 22 integriert

22 Lagerbereich des Zweitsitzes 1

3 Kinderwagen, enthält die horizontale Liegefläche 31 31 Liegefläche, im Kinderwagen 3

32 erste Seitenwand des Kinderwagens 3

33 zweite Seitenwand des Kinderwagens 3

41 erstes Kind, liegt auf Liegefläche 31 42 zweites Kind, sitzt auf Sitzfläche 11