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Patent Searching and Data


Title:
BALE OPENER FOR OPENING COMPRESSED FIBRE BALES HAVING A COLLISION PROTECTION SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/211017
Kind Code:
A1
Abstract:
A bale opener (1) for opening compressed fibre bales (100) positioned in a positioning direction (10), having a machine frame (11) and a pick-up unit (12), wherein: the pick-up unit (12) is arranged on the machine frame (11) in a height-adjustable manner; the machine frame (11) can be moved in the positioning direction (10) so that the fibre bales (100) can be driven over by the pick-up unit (12) and fibre material from the fibre bales (100) can be picked up; the machine frame (11) has a gantry design with a first side cheek (13) and a second side cheek (14); and the side cheeks (13, 14) are connected to one another by means of at least one gantry profile (16) extending in a transverse direction (15). According to the invention, a collision sensor (17) pointing in the movement directions of the machine frame (11) is arranged on the first side cheek (13) and on the second side cheek (14).

Inventors:
MINTER, Franz-Josef (Ziegelgrund 8, Mönchengladbach, 41069, DE)
SCHMITZ, Markus (Kuhlenweg 79, Mönchengladbach, 41236, DE)
Application Number:
EP2019/053023
Publication Date:
November 07, 2019
Filing Date:
February 07, 2019
Export Citation:
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Assignee:
TRÜTZSCHLER GMBH & CO.KG (Duvenstr. 82-92, Mönchengladbach, 41199, DE)
International Classes:
D01G7/12
Foreign References:
EP0266629A21988-05-11
EP0428477A11991-05-22
DE3135272A11983-03-24
CN104726968A2015-06-24
DE3734480A11989-04-27
EP0435816A11991-07-03
EP0533619B11996-09-25
Attorney, Agent or Firm:
WALTHER HINZ BAYER PARTGMBB (Heimradstr. 2, Kassel, 34130, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Ballenöffner (1 ) zum Öffnen von gepressten und in einer Aufstellrichtung (10) auf einem Boden (21) aufgestellten Faserballen (100), mit

• einem Maschinengestell (11), das

- in der Aufstellrichtung (10) verfahrbar angeordnet ist sowie

- eine Portalbauweise mit einer ersten Seitenwange (13) und mit einer zweiten Seitenwange (14) aufweist und

• einer Abnehmereinheit (12), die

- wenigstens eine Abnehmerwalze (26) aufweist,

- höhenveränderbar am Maschinengestell (11 ) angeordnet ist sowie

- eingerichtet ist, beim Verfahren des Maschinengestells (11) die Faserballen zu überfahren, um mittels der wenigstens einen Abnehmerwalze (26) Fasern von den Faserballen (100) abzunehmen,

• wobei die Seitenwangen (13, 14) mittels wenigstens eines sich in einer Querrichtung (15) quer zur Aufstellrichtung und parallel zu dem Boden (21) erstreckenden Portalprofils (16) miteinander verbunden sind

dadurch gekennzeichnet, dass

• an der ersten Seitenwange (13) und an der zweiten Seitenwange (14) jeweils ein in eine der Bewegungsrichtungen des Maschinengestells (11) weisender Kollisionssensor (17) angeordnet ist.

2. Ballenöffner (1) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Kollisionssensoren (17)

• berührungslos ausgebildet sind und

• an der jeweils zugehörigen Seitenwange (13, 14) eine Erfassungsweite von 500 mm bis 1000 mm und/oder von 600 mm bis 800 mm aufweisen.

3. Ballenöffner (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kollisionssensoren (17) als Reflexionslichttaster ausgebildet sind.

4. Ballenöffner (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

• die Abnehmereinheit (12) zwei jeweils in eine der Bewegungsrichtungen weisende Seitenklappen (19) aufweist, die an der Abnehmereinheit (12) in eine Öffnungsrichtung (II) und eine Verschlussrichtung (I) bewegbar angeordnet sind, und

• ein Klappenüberwachungsmittel (20), eingerichtet, eine Bewegung einer zugehörigen Seitenklappe (19) wenigstens in eine Verschlussposition hinein oder aus einer Verschlussposition heraus zu überwachen.

5. Ballenöffner (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Seitenklappe (19) verschwenkbar angeordnet ist.

6. Ballenöffner (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Seitenklappe (19) oberseitig an der Abnehmereinheit (12) verschwenkbar angeordnet ist.

7. Ballenöffner (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass

• das Klappenüberwachungsmittel (20) einen Klappenstößel (21) aufweist und

• der Klappenstößel (21) und die zugehörige Seitenklappe (19) derart angeordnet sind, dass der Klappenstößel (21 ) gegen die Seitenklappe (19) in Kontakt gelangt, wenn diese in eine Verschlussposition bewegt worden ist.

8. Ballenöffner (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Klappenstößel (21) eine Schaltkontur (22, 22a, 22b) aufweist, gegen die ein Tastkopf (23) eines elektrischen Schalters (24) geführt ist.

9. Ballenöffner (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkontur (22a, 22b) so ausgebildet ist, dass der elektrische Schalter (24) ausgelöst wird, aus einer Schließstellung der Seitenklappe (19) heraus,

• bei einem Eindrücken des Klappenstößels (21) in die Verschlussrichtung (I) der Seitenklappe (19) und

• bei einem Ausrücken des Klappenstößels (21) in eine zur Verschlussrichtung entgegengesetzte, Öffnungsrichtung (II) der Seitenklappe (19).

10. Ballenöffner (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch ein an den Seitenwangen (13, 14) in einem bodennahen Bereich angeordnetes, jeweils in eine der Bewegungsrichtungen des Maschinengestells (11) weisendes taktiles Schaltelement (18).

11. Verfahren zur Steuerung eines Schutzsystems eines Ballenöffners (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Sicherheitsschritt des Verlangsamens, Stoppens oder Reversierens wenigstens der Verfahrbewegung des Maschinengestells (11) und/oder des Stoppens oder teilweisen Reversierens und Stoppens der wenigstens einen Abnehmerwalze (26), wenn zumindest ein Kollisionssensor (17) an den Seitenwangen (13, 14) einen Fremdkörper sensiert.

12. Verfahren nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass

• der Ballenöffner nach Anspruch 10 ausgebildet ist und

• der Sicherheitsschritt ausgeführt wird, wenn eines der taktilen Schaltelemente (18) an den Seitenwangen (13, 14) ausgelöst wird.

13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass

• der Ballenöffner nach Anspruch 8 oder 9 ausgebildet ist und

• der Sicherheitsschritt ausgeführt wird, wenn der elektrische Schalter (24) des Klappenüberwachungsmittels (20) auslöst.

Description:
Ballenöffner zum Öffnen von gepressten Faserballen mit einem Kollisionsschutzsystem

Die Erfindung betrifft einen Ballenöffner zum Öffnen von gepressten und in einer Aufstellrichtung aufgestellten Faserballen, mit einem Maschinengestell und mit einer Abnehmereinheit, wobei die Abnehmereinheit höhenveränderbar am Maschinengestell angeordnet ist und wobei das Maschinengestell in der Aufstellrichtung verfahrbar ist, sodass die Faserballen mit der Abnehmereinheit überfahrbar sind und Fasermaterial von den Faserballen abnehmbar ist, wobei das Maschinengestell eine Portalbauweise mit einer ersten Seitenwange und mit einer zweiten Seitenwange aufweist, und wobei die Seitenwangen mittels wenigstens einem sich in einer Querrichtung erstreckenden Portalprofil miteinander verbunden sind. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Steuerung eines Schutzsystems eines Ballenöffners.

Die DE 37 34 480 A1 offenbart einen Ballenöffner zum Öffnen von gepressten und in einer Aufstellrichtung aufgestellten Faserballen, und der Ballenöffner weist ein Maschinengestell auf, an dem eine Abnehmereinheit höhenveränderbar angeordnet ist. Das Maschinengestell ist in der Aufstellrichtung der Faserballen verfahrbar, sodass die Faserballen mit der Abnehmereinheit überfahrbar sind und Fasermaterial von den Faserballen abgenommen werden kann. Hierzu weist die Abnehmereinheit eine Abnehmerwalze auf, die in Rotation versetzt wird und Faserflocken aus den Faserballen entnimmt, wonach die Faserflocken über eine Absaugeinrichtung abtransportiert werden.

Beispielsweise ist aus der EP 0 435 816 A1 ein Ballenöffner in einer Turmbauweise mit einer einseitig auskragenden Abnehmereinheit bekannt. Der Ballenöffner ist mit einem Schutzsystem ausgestattet, um zu verhindern, dass die Abnehmerwalzen freilaufen können, derart, dass ein Bediener nicht in Berührung mit den sich in Betrieb befindenden Abnehmerwalzen gelangen kann. Das Sicherheitskonzept sieht hierfür einen Initialdurchgang vor, um die Ballenformation der aufgestellten Faserballen vor dem Beginn des eigentlichen Abtragprozesses geometrisch zu erfassen, und um anschließend Abweichungen von der erfassten Ballenformation einer möglichen Unterbrechung des Betriebs der Abnehmerwalzen zugrunde zu legen.

Aus der EP 0 533 619 B1 ist ein Ballenöffner zum Öffnen von gepressten und in einer Aufstellrichtung aufgestellten Faserballen bekannt. Der Ballenöffner ist ebenfalls in einer Turmbauweise ausgeführt und besitzt einen Kollisionssensor am Turm selbst, sodass auf einfache Weise keine vollständige Überwachung der bewegten Komponenten des Ballenöffners in Bewegungsrichtung des Maschinengestells erfolgen kann. Insbesondere die vom Turm abkragende Abnehmereinheit muss gesondert überwacht werden. Dabei ist eine Überwachung an der Abnehmereinheit selbst gegen Kollisionen nur bedingt möglich, da eine Unterscheidung erfolgen muss zwischen einem Fremdkörper, beispielsweise einem Bediener, und den Faserballen selbst.

Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines Ballenöffners mit einem verbesserten Schutzsystem. Dabei ist es die besondere Aufgabe der Erfindung, eine Feldüberwachung mittels entsprechender Sensoren zu vermeiden und insbesondere ist es die Aufgabe der Erfindung, unbegründete Unterbrechungen des Betriebs des Ballenöffners zu vermeiden und trotzdem eine sichere Kollisionsüberwachung des Bewegungsbereiches des Maschinengestelles zu schaffen.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Ballenöffner gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 und ausgehend von einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 1 mit den jeweils kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass an der ersten Seitenwange und an der zweiten Seitenwange jeweils ein in die Bewegungsrichtungen des Maschinengestells weisender Kollisionssensor angeordnet ist. Der erfindungsgemäße Ballenöffner ist also zum Öffnen von gepressten und in einer Aufstellrichtung auf einem Boden aufgestellten Faserballen vorgesehen. Er hat ein Maschinengestell, das in der Aufstellrichtung verfahrbar angeordnet ist und eine Portalbauweise mit einer ersten Seitenwange und mit einer zweiten Seitenwange aufweist. Ferner verfügt der Ballenöffner in bekannter Weise über eine Abnehmereinheit. Die Abnehmereinheit umfasst wenigstens eine Abnehmerwalze. Die Abnehmereinheit ist höhenveränderbar am Maschinengestell angeordnet und eingerichtet, beim Verfahren des Maschinengestells die Faserballen zu überfahren, um mittels der wenigstens einen Abnehmerwalze Fasern von den Faserballen abzunehmen. Die Seitenwangen sind mittels wenigstens eines sich in einer Querrichtung quer zur Aufstellrichtung und parallel zu dem Boden erstreckenden Portalprofils miteinander verbunden. Der besondere Vorteil ist die wirkungsvolle und zugleich einfache Anordnung der Kollisionssensoren an jeder der Seitenwangen, wodurch eine vollständige Überwachung des Bewegungsbereiches des Maschinengestells entlang der Aufstellrichtung ermöglicht wird. Insbesondere kann dabei sichergestellt werden, dass keine fehlerhafte Erkennung der Faserballen zu einem Stillstand des Ballenöffners führt, da sich diese nicht in Bewegungsrichtung vor den Seitenwangen sondern zwischen den Seitenwangen befinden. Werden mit den Kollisionssensoren Fremdkörper erkannt, beispielsweise eine Person, die sich im Bewegungsbereich des Maschinengestells aufhält, so wird als Sicherheitsmaßnahme vorzugsweise die Fahrtbewegung des Maschinengestells entlang der Aufstellrichtung verlangsamt und/oder gestoppt. Gleiches gilt für sonstige Gegenstände, die sich im Bewegungsbereich des Maschinengestells befinden können. Insbesondere kann dabei die Überwachung des Bewegungsbereiches des Maschinengestells auch während des Abtrags der Faserballen durch die Abnehmereinheit erfolgen, da die Kollisionsüberwachung des Maschinengestells unabhängig vom Betriebszustand der Abnehmerwalzen ausgeführt werden kann.

Vorzugsweise sind die Kollisionssensoren berührungslos ausgebildet und weisen weiter vorzugsweise an der jeweils zugehörigen Seitenwange, an der also der jeweilige Kollisionssensor angeordnet ist, eine Erfassungsweite von 400 mm bis 1.000 mm und/oder von 600 mm bis 800 mm auf. Dies ermöglicht, die Empfindlichkeit der Sensoren auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort einstellen zu können. Überdies bieten diese Erfassungsmaße einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit und dem erwünschten, kontinuierlichen Betrieb des Ballenöffners.

Insbesondere können die Kollisionssensoren als Reflexionslichttaster ausgebildet sein. Wird das ausgesendete Licht der Kollisionssensoren an einem Gegenstand reflektiert, so kann durch die Reflexionssensoren am Gegenstand reflektiertes Licht erkannt werden, wodurch ein entsprechendes Schaltsignal erzeugt werden kann. Dies ist eine besonders einfache und preisgünstige Möglichkeit, den Balienöffner abzusichern. Hinsichtlich des Lichts können verschiedene Wellenbereiche genutzt werden, beispielsweise im Infrarotbereich, im sichtbaren Bereich und/oder im UV- Bereich.

Vorzugsweise weist die Abnehmereinheit zwei jeweils in die Bewegungsrichtungen weisende Seitenklappen auf, die an der Abnehmereinheit in eine Öffnungsrichtung und eine dazu entgegengesetzte Verschlussrichtung bewegbar angeordnet sind. Ferner verfügt die Abnehmereinheit über ein Klappenüberwachungsmittel, mittels dessen eine Bewegung einer zugehörigen der Seitenklappen wenigstens in eine Verschlussposition hinein oder aus einer Verschlussposition heraus überwachbar ist. Befindet sich beispielsweise oberseitig auf den Faserballen ein Gegenstand, insbesondere eine Person, so wird dieser Gegenstand bei Überfahren der Faserballen durch die Abnehmereinheit dazu führen, dass die Seitenklappe über die Verschlussposition hinaus in Richtung Abnehmereinheit in oder an die sonstige Abnehmereinheit bewegt (beispielsweise eingedrückt) wird. Diese Bewegung der Seitenklappe wird mittels des Klappenüberwachungsmittels erfasst, und es kann ein entsprechendes Signal bereitgestellt werden, beispielsweise um die Verfahrbewegung des Maschinengestells zu verzögern oder zu stoppen und insbesondere um die wenigstens eine Abnehmerwalze außer Betrieb zu setzen. Gleiches gilt für eine Öffnung der Seitenklappen, und wird beispielsweise eine Seitenklappe manuell geöffnet, erkennt das Klappenüberwachungsmittel auch die Öffnungsbewegung, und auf gleiche Weise kann die Verfahrbewegung des Maschinengestells verzögert oder gestoppt werden und/oder es kann der Betrieb der wenigstens einen Abnehmerwalze gestoppt werden.

Vorzugsweise ist die zumindest eine Seitenklappe verschwenkbar angeordnet. D.h. die Bewegung in öffnungs- bzw. Verschlussrichtung ist mittels der Verschwenkbar- keit realisiert. Diese Art der Bewegung ermöglicht es, ein und dasselbe Element, nämlich die betreffende Seitenklappe, zur Kollisionsprüfung nutzen zu können. Vorzugsweise ist die betreffende Seitenklappe oberseitig, also an einem dem Boden, auf dem der Ballenöffner steht, abgewandten Seite an der Abnehmereinheit verschwenkbar angeordnet. Dies verhindert ein ungewolltes Öffnen der betreffenden Seitenklappe aufgrund ihres eigenen Gewichts.

Vorzugsweise umfasst das Klappenüberwachungsmittel einen Klappenstößel. Der Klappenstößel und die zugehörige Seitenklappe sind erfindungsgemäß derart angeordnet, dass der Klappenstößel gegen die Seitenklappe in Kontakt gelangt, wenn diese in eine Verschlussposition geschwenkt wird bzw. ist. Dadurch ist ein sicheres Auslösen des Klappenüberwachungsmittels möglich, da auf elektrische Energie zum Auslösen des Klappenüberwachungsmittels verzichtet werden kann.

Vorzugsweise weist der Klappenstößel eine Schaltkontur auf, gegen die ein Tastkopf eines elektrischen Schalters geführt ist. Die Schaltkontur ermöglicht insbesondere ein sicheres Auslösen des Klappenüberwachungsmittels.

Vorzugsweise ist die Schaltkontur so ausgebildet, dass der elektrische Schalter ausgelöst wird, wenn der Klappenstößel, aus einer Schließstellung der Seitenklappe heraus, sowohl in Verschlussrichtung der Seitenklappe eingedrückt als auch in eine zur Verschlussrichtung entgegengesetzte, Öffnungsrichtung der Seitenklappe ausrückt. Hierzu ist der Klappenstößel insbesondere mit einem Federelement vorgespannt, und wird der Klappenstößel in nur eine der beiden Richtung seiner Längserstreckung bewegt, löst der elektrische Schalter ein jeweils gleiches Signal aus. Dadurch wird eine noch höhere Betriebssicherheit des Ballenöffners erreicht, und insbesondere wird auch der Bereich auf dem Faserballen im Betrieb des Ballenöffners übenwacht. Das Klappenüberwachungsmittel übernimmt eine Doppelfunktion. Es kann sowohl das Öffnen der Seitenklappe als auch das Drücken der Seitenklappe über die Verschlussposition hinaus in Richtung sonstiger Abnehmereinheit und damit das Vorhandensein eines Hindernisses detektieren, sodass in beiden Fällen die vorgenannten Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Mit weiterem Vorteil ist an den Seitenwangen in einem bodennahen Bereich jeweils ein in die Bewegungsrichtungen des Maschinengestells weisendes taktiles Schaltelement angeordnet. Dadurch wird eine zusätzliche Sicherheit geschaffen, beispielsweise wenn Gegenstände auf dem Boden liegend vorhanden sind, die von den Kollisionssensoren nicht zwingend erfasst werden. Die taktilen Schaltelemente umfassen vorteilhaftenweise Verkleidungselemente, die zur Betätigung der Schaltelemente beweglich an den Seitenwangen aufgenommen sind. Wird ein solches Verkleidungselement beispielsweise in Richtung sonstiger Seitenwange eingedrückt, wird das taktile Schaltelement aktiviert, und es kann ein Signal bereitgestellt werden. Bodennah bedeutet im Rahmen der Erfindung eine Anordnung, dass das jeweilige Schaltelement bei einer Bewegung in Richtung der vorgenannten, auf dem Boden befindlichen Gegenstände sicher gegen diese stößt und, wenn der Gegenstand nicht weggeschoben werden kann, sicher betätigt wird.„Gegenstand“ ist dabei funktional gemeint. Also auch der Fuß einer Person ist unter diesem Begriff zu verstehen.

Die Erfindung richtet sich weiterhin auf ein Verfahren zur Steuerung eines Schutzsystems eines der vorgenannten Ballenöffner. Dieses Verfahren sieht einen Sicherheitsschritt vor, der ausgeführt wird, wenn zumindest einer der vorgenannten Kollisionssensoren an den Seitenwangen einen Fremdkörper sensiert, also auslöst. Der Sicherheitsschritt umfasst erfindungsgemäß vorzugsweise das Verlangsamen, Stoppen oder Reversieren wenigstens der Verfahrbewegung des Maschinenge- stells. Das Reversieren kann vorgesehen sein, da das Abbremsen des Maschinengestellt in der Regel einen Bremsweg beinhaltet, bei dem die Abnehmereinheit über das Hindernis geraten könnte. Stellt dieses Hindernis eine Person dar, könnte diese sonst unter Umständen nicht befreit werden. Bei einem Gegenstand könnte dieser gegebenenfalls nicht entfernt werden. Alternativ oder zusätzlich umfasst der Sicherheitsschritt ein Stoppen der wenigstens einen Abnehmerwalze. Dies dient dem Zweck, Beschädigungen am detektieren Hindernis (Person/Gegenstand) zu vermeiden. Alternativ dazu kann vorgesehen sein, die wenigstens eine Abnehmenwalze zunächst ein Stück zu reversieren und dann anzuhalten. Damit könnte mittels der jeweiligen Abnehmerwalze mitgenommenes Material wieder freigegeben werden.

Verfügt der Ballenöffner über die vorgenannten taktilen Schaltelemente, kann das Verfahren vorsehen, dass der Sicherheitsschritt ausgeführt wird, wenn eines der taktilen Schaltelemente an den Seitenwangen ausgelöst wird.

Verfügt der Ballenöffner über das vorgenannte Klappenüberwachungsmittel, das in der Lage ist, die Seitenklappe in Bezug auf ein Öffnen und ein Eindrücken über deren Verschlussposition hinaus in Richtung sonstiger Abnehmereinheit zu überwachen, sieht das erfindungsgemäße Verfahren vorzugsweise vor, den Sicherheitsschritt auszuführen, wenn der elektrische Schalter des Klappenüberwachungsmittels auslöst.

Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass eine Feldabsicherung zum sicheren Betrieb des Ballenöffners nicht mehr zwingend notwendig ist, wobei die Feldabsicherung den gesamten Aufstellbereich der Faserballen absichert. Durch die Sensorik am Maschinengestell, insbesondere an den Seitenwangen, und in Verbindung mit der Sensorik an der Abnehmereinheit, kann eine Sicherheit des Ballenöffnerbetriebs gegen eine Kollision mit Fremdkörpern geschaffen werden, die insbesondere hinreichend ist, um eine Feldabsicherung des Ballenöffnerbetriebs entfallen zu lassen. Weitere die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 eine erste perspektivische Ansicht eines Ballenöffners mit den Merkmalen der Erfindung,

Fig. 2 eine zweite perspektivische Ansicht des Ballenöffners mit den Merkmalen der Erfindung,

Fig. 3 eine perspektivische Ansicht des Ballenöffners mit beispielhaft angedeuteten Lichtschranken und

Fig. 4 eine perspektivische Detailansicht des Klappenüberwachungsmittels.

Die Figuren 1 und 2 zeigen in zwei unterschiedlichen perspektivischen Ansichten einen Ballenöffner 1 mit den Merkmalen der vorliegenden Erfindung. Der Ballenöffner 1 dient zum oberseitigen Abfräsen von Faserballen 100, die in einem Aufstellbereich 28 auf einem Boden 50 in mehreren Reihen nebeneinander in einer Aufstellrichtung 10 aufgestellt sind. Zum Abfräsen der Oberseite der Faserballen 100 dient eine Abnehmereinheit 12, die an einem Maschinengestell 1 1 in einer Höhenrichtung verfahrbar aufgenommen ist. Das Maschinengestell 1 1 weist eine erste Seitenwange 13 und zweite Seitenwange 14 auf, und zwischen den beiden Seitenwangen 13 und 14 erstrecken sich zwei beabstandet zueinander angeordnete Portalprofile 16.

Die Seitenwangen 13, 14 weisen Laufrollen 43 und 44 auf, und zur Führung des Maschinengestells 11 in der Aufstellrichtung 10 dient eine Laufschiene 52, auf der die Laufrollen 43 an der ersten Seitenwange 13 geführt sind. Die Laufrollen 44, die sich an der zweiten Seitenwange 14 unterseitig befinden, laufen über den Boden 50 ab, auf dem auch die Faserballen 100 aufgestellt sind, und auf dem die Laufschiene 31 montiert ist.

Die Abnehmereinheit 12 weist auf einer Unterseite zwei Abnehmerwalzen 25 und drei Stützwalzen 32 auf, wobei sich die Abnehmerwalzen 25 zwischen den Stützwalzen 32 befinden, und wobei sämtliche Walzen 25, 32 parallel zueinander in Querrichtung 15 verlaufen. Vör den Abnehmerwalzen 25 befinden sich Gitterroste 33. Werden die Walzen 25, 32 in Rotation versetzt, so nehmen die Abnehmerwalzen 26 flockenartige Bestandteile aus den gepressten Faserballen 100 auf, und die Faserflocken werden über die Absaugeinrichtung 26 abgesaugt und ihrer weiteren Verwendung zugeführt.

Die Absaugeinrichtung 26 umfasst eine Saughaube 34, die sich oberseitig an der Abnehmereinheit 12 befindet und an die sich ein vertikal nach oben führender Spiralschlauch 35 anschließt. Bei einem vertikalen Verfahren der Abnehmereinheit 12 kann sich der Spiralschlauch 35 in der Länge verändern, und der Spiralschlauch 35 ist oberseitig angebunden an einen Saugluftschacht 36, der die Saugluft in die erste Seitenwange 13 oberseitig einführt. Damit ist der Saugluftschacht 36 selbsttragend an der Oberseite der ersten Seitenwange 13 angebunden, und der Spiralschlauch 35 befindet sich in hängender Anordnung an dem freien Ende des Saugluftschachtes 36. Die Saugluft durchwandert dabei die erste Seitenwange 13 und gelangt über einen Kanal 27 gemeinsam mit den Faserflocken an eine weiterverarbeitende Station.

Die manuelle Steuerung des Ballenöffners 1 erfolgt über ein Bedienpult 37, welches beispielhaft an einer Kopfseite des Kanals 27 aufgestellt ist. Die elektrische Versorgung des Ballenöffners 1 erfolgt über einen Anschlusskasten 38, der sich am selben Kopfende des Kanals 27 befindet. Über eine Leistungs- und Signalverbindung 29, umfassend eine Kabelketteneinheit 30, kann eine elektrische Versorgung sowie eine Signalverbindung mit dem beweglichen Maschinengestell 1 1 hergestellt wer- den, wobei sich die Leistungs- und Signalverbindung 29 seitlich am Kanal 27 befindet. Ein Mitnehmer 39 bildet dabei die bewegliche Anbindung der Kanalketteneinheit 30 und ist an einer Bandhebeeinheit 40 angebunden, die mit der ersten Seitenwange 13 verbunden ist und folglich mit der Bewegung des Maschinengestells 11 in der Aufstellrichtung 10 mitbewegt wird. Die Badhebeeinheit 40 dient zum Anheben eines Abdeckbandes 45, das den Kanal 27 oberseitig abdeckt.

Auf den zwei parallel zwischen den Seitenwangen 13, 14 verlaufenden Portalprofilen 16 sind zwei Brückenelemente 51 aufgebracht, an denen die Abnehmereinheit 12 mittels Zugmitteln 41 in der Höhe verfahrbar aufgehängt ist. Die Abnehmereinheit weist an beiden Seiten Seitenklappen 19 auf, die geöffnet werden können, um insbesondere zu Wartungs- und Reinigungszwecken an die Abnehmenwalzen 25 und die Stützwalzen 32 zu gelangen.

In Fig. 1 ist an der Seitenwange 14 und in Fig. 2 an der ersten Seitenwange 13 und an der zweiten Seitenwange 14 unterseitig ein taktiles Schaltelement 18 gezeigt, hinter welchem ein elektrischer Schalter angeordnet ist. Verfährt das Maschinengestell 11 in der Aufstellrichtung 10, so gelangen Gegenstände, die auf dem Boden 50 liegen, bei einer Annäherung des Maschinengestells 1 1 gegen wenigstens eines der taktilen Schaltelemente 18, wodurch eine Unterbrechung der Verfahrbewegung des Maschinengestells 11 erzeugt wird. Beispielsweise können mit dem taktilen Schaltelement 18 jedoch auch die Personen, die beispielsweise im Bewegungsbereich der Seitenwangen 13, 14 stehen, detektiert werden.

Fig. 3 zeigt in einer perspektivischen Detailansicht die Seitenwangen 13 und 14 mit der zwischen diesen angeordneten Abnehmereinheit 12. Zu beiden Seiten der Aufstellrichtung 10 sind an den Seitenwangen 13 und 14 jeweils Kollisionssensoren 17 angeordnet. Die Kollisionssensoren 17 besitzen einen Sensorkegel 31 , und sämtliche Gegenstände, die von den Kollisionssensoren 17 erfasst werden, führen zu einer Unterbrechung oder Verlangsamung der Verfahrbewegung des Maschinenge- stells 1 1 des Ballenöffners 1 in der Aufstell richtung 10. An der freien zweiten Seitenwange 14 befindet sich zudem ein Notausschalter 46, dessen Betätigung ebenfalls den sofortigen Stillstand des Maschinengestells 11 verursacht.

Der Abnehmer 12 weist zu beiden Seiten hin angeordnete Seitenklappen 19 auf, die hier oberseitig an der Abnehmereinheit 12 verschwenkbar angeordnet sind und wobei eine Bewegung der Seitenklappen 19 wenigstens in eine Verschlussposition hinein oder aus einer Verschlussposition heraus mittels eines Klappenüberwachungsmittels 20 übenwachbar ist. Die Verschlussrichtung zum Verschwenken der Seitenklappe 19 ist mit I gekennzeichnet und die Öffnungsrichtung ist mit II gekennzeichnet. Dabei kann die Seitenklappe 19 auch von Hand betätigt werden, insbesondere mittels des Klappengriffes 49.

Das Klappenüberwachungsmittel 20 umfasst einen Klappenstößel 21 , der entweder in das Klappenüberwachungsmittel 20 eingedrückt oder aus diesem herausgefahren werden kann, wie mit einem Doppelpfeil angedeutet. Somit kann sowohl eine Bewegung der Seitenklappe 19 in die Verschlussrichtung I als auch in die Öffnungs- rjchtung II erkannt werden.

In Fig. 4 ist in einer perspektivischen Detailansicht das Klappenüberwachungs-mit- tel 20 gezeigt, welches einen Klappenstößel 21 umfasst, und der Klappenstößel 21 ist entlang einer Stößelachse 47 beweglich aufgenommen. Die in Figur 4 dargestellte Situation besteht, wenn die Seitenklappe 19 normal geschlossen ist. Dabei ist der Klappenstößel 21 mit einem Federelement 48 derart vorgespannt, dass sich der Klappenstößel 21 in einer Ruheposition befindet, die so ausgebildet ist, dass die Seiten klappe 19 an der Abnehmereinheit 12 im Wesentlichen verschlossen bleibt. Dabei liegt ein Tastkopf 23 eines elektrischen Schalters 24 an einer Schaltkontur 22 des Klappenstößels 21 an. Der Tastkopf 23 ist im Wesentlichen quer zur Bewegungsrichtung I, II des Klappenstößels 21 in Richtung Klappenstößel 21 vorgespannt angeordnet. Wird die Seitenklappe 19 in die Verschlussrichtung l weiter reingedrückt, so gelangt die Innenseite der Seitenklappe 19 gegen die dargestellte Vorderseite des Klappenstößels 21 , und unter Kompression des Federelementes 48 wird der Klappenstößel 21 eingedrückt. Dadurch verfährt der Tastkopf 23 senkrecht zur Stößelachse 47 nacheinander entlang der Schaltkonturen 22, 22a, die am Klappenstößel 21 ausgebildet sind. Aufgrund der Schaltkontur 22a wird ein elektrisches Signal des elektrischen Schalters 24 ausgelöst bzw. geschaltet.

Unter gleicher Vorgehensweise wird bei einem Öffnen der Klappe 19 der Klappenstößel 21 in die Öffnungsrichtung II verfahren, sodass der Tastkopf 23 aufgrund der vorgespannten Feder 48 nunmehr durch die Schaltkontur 22b betätigt wird, und der elektrische Schalter 24 löst auch bei einem Öffnen der Seitenklappe 19 ein elektrisches Signal aus. Damit kann eine Überwachung der Seitenklappe 19 bei einer Kollision mit einem Fremdkörper erkannt werden, wodurch die Seitenklappe 19 in die Verschlussrichtung I weiter eingedrückt wird, und auch ein öffnen der Seitenklappe 19 kann auf gleiche Weise erkannt werden, indem der Klappenstößel 21 in die Öffnungsrichtung II verfährt. Im Ergebnis kann aufgrund des Schaltsignals des elektrischen Schalters 24 beispielsweise die Verfahrbewegung des Maschinengestells 1 1 des Ballenöffners 1 unterbrochen werden und/oder es kann die wenigstens eine Abnehmerwalze 25 der Abnehmereinheit 12 außer Betrieb gesetzt werden.

Die Erfindung beschränkt sich ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Zeichnungen hervorgehende Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten oder räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein. Bezugszeichenliste

Ballenöffner

10 Aufstellrichtung

1 1 Maschinengestell

12 Abnehmereinheit

13 erste Seitenwange

14 zweite Seitenwange

15 Querrichtung

16 Portalprofil

17 Kollisionssensor

18 taktiles Schaltelement

19 Seitenklappe

20 Klappenüberwachungsmittel

21 Klappenstößel

22, 22a, 22b Schaltkontur

23 Tastkopf

24 elektrischer Schalter

25 Abnehmerwalze

26 Absaugeinrichtung

27 Kanal

28 Aufstellbereich

29 Leistungs- und Signalverbindung

30 Kabelketteneinheit

31 Sensorkegel

32 Stützwalze

33 Gitterrost

34 Saughaube

35 Spiralschlauch

36 Saugluftschacht 37 Bedienpult

38 Anschlusskasten

39 Mitnehmer

40 Bandhebeeinheit 41 Zugmittel

42 Umlenkrolle

43 Laufrolle

44 Laufrolle

45 Abdeckband 46 Notausschalter

Al Stößelachse

48 Federelement

49 Klappengriff

50 Boden

51 Brückenelement

52 Laufschiene

100 Faserballen I Verschlussrichtung II Öffnungsrichtung