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Title:
BEARING COMPRISING FIXING ELEMENTS CONSISTING OF A SHAPE MEMORY ALLOY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/098540
Kind Code:
A3
Abstract:
The invention relates to a bearing for fixing in a housing (07) or on a shaft (09), comprising an outer ring (01) and an inner ring (02). Said bearing comprises at least one fixing element (06) consisting of a shape memory alloy, in or on the envelope surface of the inner ring borehole and/or on or in the outer surface (04) of the outer ring (01). Before mounting the bearing in the housing (07) or on the shaft (09), the shape memory alloy is in a buckled martensitic basic state, and during the mounting, is heated to the transition temperature in order to cause an expansion of the fixing element. The invention also relates to a method for mounting a bearing in a housing or on a shaft.

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JP3806388BEARING
Inventors:
PAUSCH, Michael (Birkenweg 3, Oberwerrn, 97464, DE)
Application Number:
DE2008/000107
Publication Date:
November 20, 2008
Filing Date:
January 22, 2008
Export Citation:
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Assignee:
SCHAEFFLER KG (Industriestrasse 1-3, Herzogenaurach, 91074, DE)
PAUSCH, Michael (Birkenweg 3, Oberwerrn, 97464, DE)
International Classes:
F16C35/073; F16B1/00; F16C35/077; F16D1/08
Foreign References:
EP0303169A21989-02-15
DE102005032888A12007-01-18
EP0447790A11991-09-25
DE2603863A11976-08-26
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Claims:

Patentansprüche

1. Lager, insbesondere zur Befestigung in einem Gehäuse (07) oder auf einer Welle (09), mit einem Außenring (01) und einem Innenring (02), dadurch gekennzeichnet, dass das Lager in bzw. an der Mantelfläche der Innenringbohrung oder/und an bzw. in der Außenfläche (04) des Außenrings (01) mindestens ein Befestigungselement (06) aus einer

Formgedächtnislegierung aufweist, wobei die Formgedächtnislegierung vor der Montage des Lagers im Gehäuse (07) bzw. auf die Welle (09) im gestauchten martensitischen Grundzustand vorliegt.

2. Lager nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Befesti- gungselemente (06) aus Formgedächtnislegierung in Vertiefungen (05) der Mantelfläche der Innenringbohrung bzw. der Außenfläche (04) des Außenrings (01) angeordnet sind.

3. Lager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefungen als umlaufende Nuten (05) ausgebildet sind.

4. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungselemente (06) aus Formgedächtnislegierung ringförmig sind.

5. Lager nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungselemente (06) aus Formgedächtnislegierung im martensitischen Grundzustand derart plastisch gestaucht sind, dass sie vollständig innerhalb der Vertiefungen (05) angeordnet sind.

6. Lager nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungselemente (06) aus Formgedächtnislegierung an der Mantelfläche der Innenringbohrung oder/und an der Außenfläche (04) des Außenrings (01) derart angeordnet sind, dass sie die gesamte Mantelfläche der Innenringbohrung bzw. die gesamte Außenfläche (04) des Außenrings (01 ) überdecken.

7. Lager nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Mantelfläche der Innenringbohrung bzw. der Außenfläche (04) des Außenrings (01) lediglich ein Befestigungselement (06) aus Formgedächtnislegierung angeordnet ist.

8. Lager nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungselemente (06) aus Formgedächtnislegierung derart plastisch gestaucht sind, dass sie eine geringere Dicke als im nicht gestauchten Zustand aufweisen.

9. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Formgedächtnislegierung eine Nickel-Titan- oder eine Kupfer-Zink- oder eine Kupfer-Zink-Aluminium- oder eine Kupfer-Zink- Nickel- oder eine Eisen-Nickel-Aluminium-Legierung ist.

10. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin mindestens ein Heizelement aufweist, durch wel- ches die Befestigungselemente (06) aus Formgedächtnislegierung bis auf ihre Phasenumwandlungstemperatur erwärmbar sind.

11. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es als Wälzlager konfiguriert ist.

12. Verfahren zum Montieren eines einen Außenring und einen Innenring aufweisenden Lagers in ein Gehäuse oder auf eine Welle, mit folgen- den Schritten:

- Anbringen von mindestens einem Befestigungselement aus einer Formgedächtnislegierung in bzw. an der Mantelfläche der Innenring- bohrung oder/und an bzw. in der Außenfläche des Außenrings;

- plastisches Stauchen der Befestigungselemente im martensitischen Grundzustand;

- Aufschieben des Lagers auf die Welle bzw. Einbringen des Lagers in das Gehäuse;

- Erwärmen des die Befestigungselemente tragenden Innen- bzw. Außenrings auf die Umwandlungstemperatur der Formgedächtnislegie- rung, wobei es zu einer Martensit-Austenit-Umwandlung kommt, die ein Ausdehnen der Befestigungselemente bewirkt, um einen Pressverband zwischen Lager und Welle bzw. Gehäuse zu erzeugen.

Description:

Bezeichnung der Erfindung

Lager mit Befestigungselementen aus Formgedächtnislegierung

Beschreibung

Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Lager, welches zur Befestigung in einem Gehäuse oder auf einer Welle mit Befestigungselementen ausgerüstet ist.

Die Befestigung von ringförmigen Lagern, wie z.B. Wälzlagern in einem Gehäuse oder auf einer Welle erfolgt bislang häufig über einen Pressvorgang. Hierzu dienen mechanische bzw. hydraulische Pressen. Hydraulische Pressen (Hydraulikmuttern, Ringkolbenpressen) kommen zum Einsatz, wenn mit mechanischen Hilfsmitteln, zum Beispiel Wellenmuttern oder Druckschrauben, die erforderlichen Aufpresskräfte nicht mehr aufgebracht werden können. Ein Verfahren zum Montieren eines Lagers auf einer konischen Sitzfläche, wie beispielsweise einer Welle, mit Hilfe einer Ringkolbenpresse kann der DE 695 29 731 T2 entnommen werden. Bei der Montage werden innere Spannungen erzeugt, wodurch ein Press- oder Festsitz erhalten wird. Das Lager wird gestreckt, während die Welle zusammengedrückt oder komprimiert wird. Die Montage kleinerer Lager erfolgt durch manuelles Auftreiben

der Lager mittels Hammer und Schlagbüchse. Nachteilig an diesen Lösungen ist, dass es durch den Pressvorgang und die damit verbundenen Kräfte zu Beschädigungen der Lagerringe, Wellen und Gehäuse kommen kann. Die Verfahren sind relativ aufwendig und erfordern zusätzliche Montagehilfsmit- tel.

Die aufzubringende Presskraft und die damit verbundene Beschädigungsgefahr können reduziert werden, indem die Lagerringe vor der Montage entsprechend temperiert werden. Das bedeutet, dass bei der Montage eines Lagers auf einer Welle der Innenring erhitzt wird, während bei der Montage eines Lagers in ein Gehäuse der Außenring gekühlt wird. Durch den zusätzlichen Temperierungsvorgang kann es jedoch wiederum zu Beschädigungen der Lagerringe kommen. Vor allem der Kühlvorgang birgt die Gefahr der Wasserkondensation und somit der Korrosion der Laufflächen und/oder Wälzköper in sich.

Die Befestigung von Lagern kann auch durch Kleben erfolgen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Klebeschicht bei ungünstigen Betriebsbedingungen beschädigt wird und dadurch keine sichere Befestigung des Lagers mehr gewährleistet werden kann.

Weiterhin ist es bekannt, Lager mit Hilfe von Spannhülsen, Spannbuchsen und Toleranzringe, wie beispielsweise Blechringe zur überbrückung großer Passungsspiele, zu montieren. Bei dieser Art der Montage sind jedoch zu- sätzliche Befestigungsmittel erforderlich, die einen erhöhten Montage- und Wartungsaufwand mit sich bringen.

Neuerdings sind auch so genannte Formgedächtnislegierungen oder auch Memory-Legierungen bekannt, die häufig Gegenstand der anwendungs- orientierten Materialforschung sind. Formgedächtnislegierungen wurden auch bereits in Wälzlagern eingesetzt, insbesondere um das Lagerspiel klein zu halten. Formgedächtnislegierungen sind dadurch gekennzeichnet, dass

sie nach geeigneter Behandlung auf Grund einer Umwandlung vom Austenit zum Martensit ihre Gestalt in Abhängigkeit von der Temperatur oder auch vom Druck verändern. In ihrer Tieftemperaturform können Werkstücke aus solchen Legierungen bleibend, das heißt scheinbar plastisch, verformt wer- den, während sie bei Erwärmung über die Umwandlungstemperatur ihre ursprüngliche Form wieder annehmen. Werden diese Werkstücke erneut abgekühlt, können sie erneut plastisch verformt werden, nehmen aber, sofern sie entsprechend erwärmt werden, unter Rückkehr ihrer Mikrostruktur zum Austenit wieder ihre makroskopische, ursprüngliche Hochtemperaturform an. Beim Formgedächtnisverhalten kann man grundsätzlich zwischen dem Einwegeffekt, dem Zweiwegeeffekt und der Pseudoelastizität unterscheiden. Beim Einwegeffekt nimmt ein Material, das bei einer tiefen Temperatur verformt wurde, seine ursprüngliche Form wieder an, wenn es auf eine höhere Temperatur erhitzt wurde. Das Material erinnert sich gewissermaßen beim Aufheizen an seine ursprüngliche Form und behält diese auch bei einer nachfolgenden Abkühlung bei. Als Zweiwegeeffekt bezeichnet man dagegen die Erscheinung, bei der sich das Material sowohl bei Temperaturerhöhung als auch bei Abkühlung an seine eintrainierte Form erinnert, das heißt eine Form bei einer hohen Temperatur und eine andere Form bei einer tiefen Temperatur. Von Pseudoelastizität spricht man schließlich, wenn die Umwandlung von Austenit zum Martensit nicht durch Abkühlen, sondern in bestimmten Temperaturbereichen durch eine Schubspannung mechanisch erreicht wird. Ein pseudoelastischer Werkstoff verformt sich während der Belastung zunächst rein elastisch und erst ab einer kritischen Spannung setzt eine spannungsindizierte Umwandlung von Austenit zu Martensit ein, durch die hohe elastische Dehnungsbeträge bei konstanter Spannung erzielt werden. Bei Entlastung wandelt sich der Werkstoff wieder in seine Ausgangsstruktur von Martensit zu Austenit um und die Verformung geht quasielastisch zurück.

In der EP 1 298 478 A1 ist eine Linsenfassung beschrieben, die zum Haltern eines Optikelements ein Halteelement aufweist, welches von einem ersten Formzustand in einen zweiten Formzustand überführbar ist. Im ersten Formzustand sitzt das Halteelement mit Spiel in der Fassung und im zweiten Formzustand ohne Spiel. Das Haltelement kann aus einem piezoelektrischen Material oder einem Formgedächtniswerkstoff bestehen.

Die DE 101 20 489 C2 befasst sich mit einem Scheibenkäfig für ein Wälzlager, der zumindest teilweise aus einer Formgedächtnis- bzw. Memory- Legierung besteht, die abhängig von ihrer Temperatur den Scheibenkäfig zwei verschiedene geometrische Ausgestaltungen einnehmen lässt. Die Ausnutzung des Memory-Effekts wird zur Montage des Scheibenkäfigs in das Wälzlager genutzt.

Die DE 41 22 123 A1 beschreibt ein Gleitlager mit einem Stützkörper und mindestens einer von diesem getragenen Lagerschicht als Lagerteile. Um ein derartiges Lager so zu verbessern, dass eine Geräuschdämpfung im Lager auftritt und die Geräuschabstrahlung insgesamt verringert wird, besteht mindestens eines der Lagerteile aus einer Formgedächtnislegierung.

Eine Einrichtung zur Nachstellung des axialen Spiels von Schrägwälzlagern kann der DE 197 34 998 B4 entnommen werden. Zwischen einem axial verschiebbaren Lagerring und einem als Widerlager wirkenden Halteelement ist ein Anstellelement angeordnet, welches aus einer Formgedächtnislegierung besteht. Infolge der Betriebstemperatur des Schrägwälzlagers kommt es zu einer Gefügeumwandlung der Formgedächtnislegierung und damit zu einem Längenwachstum des Anstellelements. Auf diese Weise soll der in der Lagerung im Laufe des Einsatzes unvermeidliche Verschleiß kompensiert und das durch den Verschleiß veränderte Lagerspiel auf den gewünschten Wert nachgestellt werden.

Aus der DE 10 2004 030 964 A1 ist ein zweireihiges Rollenlager bekannt, welches zwischen den Innenlaufbahnen des inneren Lagerrings einen axial geteilten Führungsring aufweist, der aus zwei Teilringen besteht. Die Teilringe sind durch mehrere aus einer Formgedächtnislegierung bestehende Zwi- schenstücke derart miteinander verbunden sind, dass bei jeder Betriebstemperatur durch selbsttätige Längenveränderungen der Zwischenstücke eine annähernd konstante axiale Vorspannung auf die Rollen der Rollenlagers erzeugbar ist. Als Formgedächtnislegierung wird bevorzugt eine Beta- Nickel-Titan-Legierung mit Pseudoelastizität als Formgedächtniseigenschaft eingesetzt.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Lager zur Verfügung zu stellen, welches ohne Pressvorgang in ein Gehäuse bzw. auf eine Welle montiert werden kann, wobei auf zusätzliche, eigenständig zu handhabende und erst während der Montage anzubringende Befestigungsmittel verzichtet werden soll. Darüber hinaus soll auch ein Verfahren zur Montage eines derartigen Lagers in ein Gehäuse bzw. auf einer Welle zur Verfügung gestellt werden, welches die Montage ohne den bislang zumeist erforderlichen Pressvorgang realisiert.

Zur Lösung dieser Aufgabe dient ein Lager gemäß dem beigefügten Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß dem beigefügten Anspruch 12. Das erfindungsgemäße Lager zeichnet sich dadurch aus, dass es in bzw. an der Mantelfläche der Innenringbohrung oder/und an bzw. in der Außenfläche des Außenrings Befestigungselemente aus einer Formgedächtnislegierung aufweist, wobei die Formgedächtnislegierung vor der Montage im marten- sitischen Grundzustand vorliegt.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass die zur Be- festigung des Lagers benötigten Befestigungselemente bei der Lagerherstellung bereits in das Lager integriert wurden und damit Bestandteil des Lagers sind. Dadurch ist es nicht mehr erforderlich, während der Montage zusätzli-

che Befestigungsmittel bereit zu halten. Durch die Verwendung einer Formgedächtnislegierung kann auch ohne Einpressvorgang eine sichere Befestigung eines Lagers auf einer Welle bzw. in einem Gehäuse erfolgen. Zur Befestigung wird dabei die Eigenschaft von Formgedächtnislegierungen ausgenutzt, dass sie in Abhängigkeit von der Temperatur ihre Form ändern können. In ihrer Tieftemperaturform, d. h. wenn sie sich im martensitischen Grundzustand befinden, können Formgedächtnislegierungen scheinbar plastisch verformt, beispielsweise gestaucht werden. Zur Montage des Lagers ist es nur noch erforderlich, den diese Befestigungselemente aufweisenden Lagerring über die Umwandlungstemperatur zu erwärmen. Dies würde bei der Montage in ein Gehäuse den Außenring und bei der Montage auf eine Welle den Innenring betreffen. Während der Erwärmung kommt es zur Mar- tensit-Austenit-Umwandlung, infolge derer das Befestigungselement seine ursprüngliche, ungestauchte Form einnimmt. Auf diese Weise kann auch ohne Einpressvorgang ein Pressverband zwischen Lager und Gehäuse bzw. Welle erzeugt werden, und damit eine sichere Befestigung des Lagers erreicht werden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Befestigungselemente in entsprechend der Form der Befestigungselemente geformten Vertiefungen der Mantelfläche der Innenringbohrung bzw. der Außenfläche des Außenrings angeordnet. Als besonders vorteilhaft hat es sich dabei erwiesen, wenn die Vertiefungen als umlaufende Nuten ausgebildet sind. Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Befestigungselemente derart plastisch gestaucht sind, dass sie vollständig innerhalb der Vertiefungen angeordnet sind. Ein auf diese Weise ausgestaltetes Lager lässt sich bei der Montage besonders einfach ohne hohen Kraftaufwand auf eine Welle aufschieben bzw. in ein Gehäuse einschieben, da die gestauchten Befestigungselemente genügend Spiel für ein leichtes Verschieben des Lagers ermöglichen.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Befestigungselemente an der Mantelfläche der Innenringbohrung oder/und an der Außenfläche des Lagers derart angeordnet, dass sie die gesamte Mantelfläche der Innenringbohrung bzw. die gesamte Außenfläche des Außenrings überde- cken. In diesem Zusammenhang hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn auf der Mantelfläche der Innenringbohrung bzw. der Außenfläche des Außenrings lediglich ein Befestigungselement angeordnet ist. Eine solche Ausführungsform lässt sich besonders einfach fertigen. Bei der Lagerherstellung muss auf die entsprechenden Flächen der Lagerringe nur noch ein ent- sprechend geformter Ring aus einem Formgedächtnismaterial aufgebracht werden, was einen deutlich verringerten Fertigungsaufwand mit sich bringt. Damit entfällt die Notwendigkeit, die Lagerringe mit Vertiefungen zur Aufnahme der Befestigungselemente zu versehen. Von Vorteil ist es, wenn die auf den Flächen angeordneten Befestigungselemente derart plastisch ge- staucht sind, dass sie eine geringere Dicke als im nicht gestauchten Zustand aufweisen. Derartig ausgebildete Befestigungselemente ermöglichen bei der Montage wiederum ein entsprechendes Platzieren des Lagers ohne hohen Kraftaufwand.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Formgedächtnislegierung eine Nickel-Titan-, eine Kupfer-Zink-, eine Kupfer-Zink-Aluminium-, eine Kupfer-Zink-Nickel- oder eine Eisen-Nickel-Aluminium-Legierung. Es soll jedoch keine Einschränkung auf die genannten Legierungen erfolgen. Weitere Legierungen sind durchaus denkbar.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Montieren eines Befestigungselementes aus einer Formgedächtnislegierung aufweisenden Lagers in ein Gehäuse oder auf eine Welle umfasst die im folgenden beschriebenen Schritte. Zunächst wird an der zu befestigenden Lagerfläche mindestens ein Befesti- gungselement aus Formgedächtnismaterial angebracht. Nachfolgend wird das so konfigurierte Lager auf die Welle geschoben bzw. in das Gehäuse eingebracht. Anschließend erfolgt ein Erwärmen des Innenrings bzw. des

Außenrings auf die Umwandlungstemperatur der Formgedächtnislegierung. Durch dieses Erwärmen kommt es zu einer Martensit-Austenit-Umwandlung, die ein Ausdehnen des bzw. der mehreren Befestigungselemente bewirkt und dabei einen Pressverband zwischen Lager und Welle bzw. Gehäuse erzeugt. Ein großer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass auf den bislang zumeist erforderlichen Pressvorgang verzichtet werden kann, da der Pressverband zwischen Lager und Welle bzw. Gehäuse lediglich durch ein Ausdehnen der Befestigungselemente erreicht wird. Das Lager lässt sich einfach positionieren, da die gestauchten Befestigungs- elemente genügend Spiel lassen, um ein leichtes Verschieben des Lagers zu ermöglichen.

Es ist besonders zweckmäßig für die Ausführung dieses Verfahrens, wenn das Lager weiterhin ein integriertes Heizelement enthält, um die erforderliche Temperaturerhöhung für die Phasenumwandlung der Befestigungselemente zu bewirken. Beispielsweise kann an dem entsprechenden Lagerring ein Dickschichtheizelement angebracht sein, wie es prinzipiell aus dem Stand der Technik bekannt ist.

Weitere Vorteile, Einzelheiten und Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen, unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:

Fig. 1 die Montage einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Lagers in ein Gehäuse;

Fig. 2 die Montage einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Lagers auf eine Welle.

Fig. 1 zeigt die Montage einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Lagers in ein Gehäuse. Das Lager umfasst einen Außenring 01 , einen Innenring 02 und zwischen Außenring 01 und Innenring 02 angeordnete

Wälzkörper 03. In die Außenfläche 04 des Außenrings 01 sind Vertiefungen in Form umlaufender Nuten 05 eingebraucht. Innerhalb dieser Nuten 05 befinden sich ringförmige Befestigungselemente 06. Die Befestigungselemente 06 können auch auf die gesamte Außenfläche 04 des Außenrings 01 direkt aufgebracht werden. In diesem Fall müssen dann natürlich keine Nuten in die Außenfläche eingebracht werden, jedoch kann dies zur Verbesserung der Verbindung zwischen Befestigungselement und Lagerfläche trotzdem zweckmäßig sein.

Die Befestigungselemente 06 bestehen aus einer Formgedächtnislegierung, welche in den links dargestellten Ansichten im martensitischen Grundzustand vorliegt. In diesem Zustand wurden die Befestigungselemente 06 während der Lagerfertigung derart plastisch gestaucht, dass sie vollständig innerhalb der Nuten 05 angeordnet sind. Links ist die während der Montage in das Gehäuse 07 zunächst vorliegende übergangspassung dargestellt. Das Lager kann in diesem Zustand noch entsprechend positioniert werden, da zwischen Außenring 01 und Gehäuse 07 noch ein ausreichend großer Spalt 08 besteht, der ein problemloses Verschieben des Lagers im Gehäuse 07 ermöglicht. Zur besseren Veranschaulichung ist dieser Spalt 08 übertrieben groß dargestellt.

Nachdem das Lager seine Endposition im Gehäuse 07 eingenommen hat, wird der Außenring 01 auf die Umwandlungstemperatur der Formgedächtnislegierung erwärmt. Durch diese Erwärmung kommt es zu einer Martensit- Austenit-Umwandlung, die ein Ausdehnen der Befestigungselemente 06 bewirkt. Auch diese Ausdehnung wurde aus Veranschaulichungsgründen übertrieben groß dargestellt. Infolge der Ausdehnung der Befestigungselemente 06 kommt es zu einem Pressverband zwischen Lager und Gehäuse 07.

Da die Abkühlung des Formgedächtnismaterials lediglich eine Austenit- Martensit-Rückumwandlung, d. h. eine Gefügeveränderung, nicht aber eine Formänderung zur Folge hat, bleibt dieser Pressverband auch nach der Abkühlung erhalten. Rechts ist die nach der Montage erreichte Presspassung dargestellt. Das Lager ist nun sicher im Gehäuse 07 befestigt.

Fig. 2 zeigt die Montage einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Lagers auf eine Welle. Bei dieser Ausführung sind die Befestigungselemente 06 auf der gesamten Mantelfläche der Innenringbohrung 08 auf- gebracht. Vorzugsweise wird hierzu ein einzelnes, hülsenförmig gestaltetes Befestigungselement 06 verwendet. Alternativ kann natürlich auch hier die Mantelfläche mit Nuten versehen werden, in denen die Befestigungselemente angeordnet sind. Links ist wiederum der Montagezeitpunkt dargestellt, bei dem das Lager noch auf der Welle 09 positioniert werden kann. Die Befesti- gungselemente 06 befinden sich in ihrem gestauchten Zustand. Welle 09 und Innenring 02 sind durch einen Spalt 08 voneinander getrennt. Nachdem das Lager seine Endposition auf der Welle 09 eingenommen hat, wird der Innenring 02 auf die Umwandlungstemperatur der Formgedächtnislegierung erwärmt. Die Befestigungselemente 06 dehnen sich aus und bewirken dabei einen Pressverband zwischen Lager und Welle 09, was rechts dargestellt ist. Lager und Welle 09 sind nun verschiebe sicher miteinander verbunden.

Bezugszeichenliste

01 Außenring des Lagers

02 Innenring des Lagers 03 Wälzkörper

04 Außenfläche des Außenrings

05 Nuten

06 Befestigungselemente

07 Gehäuse 08 Spalt

09 Welle