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Patent Searching and Data


Title:
BEARING DEVICE FOR AN EXHAUST GAS TURBOCHARGER, AND EXHAUST GAS TURBOCHARGER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/006999
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a bearing device for an exhaust gas turbocharger, having a first radial bearing (13) and a second radial bearing (14), wherein the radial bearings (13, 14) are configured for radially mounting a shaft (8) of the exhaust gas turbocharger (2) with a rotational axis (11), and wherein a first outflow gap (18) and a second outflow gap (23), respectively, are configured between the first radial bearing (13) and a first supporting wall (17) of the exhaust gas turbocharger (2) for axially supporting the first radial bearing (13), which first supporting wall (17) extends radially and is configured so as to face a turbine wheel (7) of the exhaust gas turbocharger (2), and between the second radial bearing (14) and a second supporting wall (22) of the exhaust gas turbocharger (2) for axially supporting the second radial bearing (14), which second supporting wall (22) extends radially and is configured so as to face a compressor impeller (6) of the exhaust gas turbocharger (2). According to the invention, for axial and simultaneous radial bearing and/or for supporting the radial bearing, the first outflow gap (18) and/or the second outflow gap (23) are/is configured so as to be inclined or curved with respect to the rotational axis (11) at least partially with the configuration of an angle (α) which is greater than or less than 90°.

Inventors:
GRAMSCH, Torsten (Teichstr. 16, Langewiesen, 98704, DE)
KRESCHEL, Martin (Endinger Strasse 16a, Mannheim, 68239, DE)
Application Number:
EP2017/000773
Publication Date:
January 11, 2018
Filing Date:
June 29, 2017
Export Citation:
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Assignee:
IHI CHARGING SYSTEMS INTERNATIONAL GMBH (Haberstr. 24, Heidelberg, 69126, DE)
IHI CHARGING SYSTEMS INTERNATIONAL GERMANY GMBH (Wolff-Knippenberg-Strasse 2, Amt Wachsenburg OT Ichtershausen, 99334, DE)
International Classes:
F01D25/16; F16C17/02; F16C17/10; F16C17/18; F16C33/10
Foreign References:
JP2013245663A2013-12-09
JPH102227A1998-01-06
DE102008033814A12010-01-21
Attorney, Agent or Firm:
HEEB-KELLER, MARION ANNETTE (Waldwinkel 7a, Bad Heilbrunn, 83670, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader, aufweisend ein erstes Radiallager (13) und ein zweites Radiallager (14), wobei die Radiallager (13, 14) zur radialen

Lagerung einer Welle (8) des Abgasturboladers (2) ausgebildet sind, und wobei zwischen dem ersten Radiallager (13) und einer einem Turbinenrad (7) des

Abgasturboladers (2) zugewandt ausgebildeten sich radial erstreckenden ersten Stützwandung (17) des Abgasturboladers (2) zur axialen Abstützung des ersten Radiallagers (13) und zwischen dem zweiten Radiallager (14) und einer einem Verdichterrad (6) des Abgasturboladers (2) zugewandt ausgebildeten sich radial erstreckenden zweiten Stützwandung (22) des Abgasturboladers (2) zur axialen Abstützung des zweiten Radiallagers (14) ein erster Abflussspalt (18) bzw. ein zweiter Abflussspalt (23) ausgebildet ist, und wobei die Welle (8) eine Drehachse (11 ) aufweist,

dadurch gekennzeichnet, dass

zur axialen und gleichzeitigen radialen Lagerung und/oder zur Unterstützung der radialen Lagerung der erste Abflussspalt (18) und/oder der zweite Abflussspalt (23) sich gegenüber der Drehachse (11 ) zumindest teilweise unter Ausbildung eines Winkels (a), welcher größer oder kleiner als 90° ist, geneigt oder gebogen ausgebildet ist, wobei ein Austrittsbereich (27) des Abflussspaltes (18; 23) im Vergleich zu einem wellennahen Bereich des Abflussspaltes (18; 23) von den Rädern (6, 7) abgewandt ausgebildet ist.

2. Lagervorrichtung nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

der erste Abflussspalt (18) und/oder der zweite Abflussspalt (23) in einem

Austrittsbereich (27) des Abflussspaltes (18; 23) sich gegenüber der Drehachse (11 ) zumindest teilweise unter Ausbildung des Winkels (a), welcher größer oder kleiner als 90° ist, geneigt oder gebogen ausgebildet ist.

3. Lagervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Radiallager (13) und dem zweiten Radiallager (14) ein Abstandhalter (15) ausgebildet ist.

4. Lagervorrichtung nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

das erste Radiallager ( 3) mit dem Abstandhalter (15) und/oder das zweite

Radiallager (14) mit dem Abstandhalter (15) drehfest verbunden ist.

5. Lagervorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,

dadurch gekennzeichnet, dass

das erste Radiallager (13) und/oder das zweite Radiallager (14) mit dem

Abstandhalter (15) einstückig ausgebildet ist.

6. Lagervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

der erste Abflussspalt (18) und/oder der zweite Abflussspalt (23) eine vom ersten Radiallager (13) bzw. eine vom zweiten Radiallager (14) gebildete erste

Wandungsfläche (16) bzw. zweite Wandungsfläche (21) aufweist, welche

gegenüber der Drehachse (11 ) geneigt ausgebildet ist.

7. Lagervorrichtung nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

eine der ersten Wandungsfläche (16) und/oder der zweiten Wandungsfläche (21 ) gegenüberliegende erste Stützwandung (17) der Welle (8) bzw. zweite

Stützwandung (22) der Welle (8) komplementär ausgebildet ist.

8. Lagervorrichtung nach Anspruch 7,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Welle (8) zur Ausbildung der ersten Stützwandung (17) einen Wellenring (24) aufweist.

9. Lagervorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,

dadurch gekennzeichnet, dass

die zweite Stützwandung (22) von einem Olschleuderring (25) des Abgasturboladers (2) gebildet ist.

10. Lagervorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Abstandhalter (15) aus einem Kunststoff ausgebildet ist.

11. Abgasturbolader mit einem Laufzeug, wobei das Laufzeug (1 ) ein Verdichterrad (6), ein Turbinenrad (7) und eine das Verdichterrad (6) mit dem Turbinenrad (7) drehfest verbindende Welle (8) umfasst, wobei das Laufzeug (1) in einem Lagerabschnitt (5) mit einer Lagervorrichtung ( 2) drehbar gelagert ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Lagervorrichtung (12) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet ist.

Description:
IHI Charging Systems International GmbH

Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader und Abgasturbolader

Die Erfindung betrifft eine Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art sowie einen Abgasturbolader gemäß Anspruch 11.

Die Offenlegungsschrift DE 10 2008 033 814 A1 offenbart eine Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader, dessen, zur radialen Lagerung einer Welle des Abgasturboladers ausgebildete Radiallager mit einem Abstandhalter, welcher zwischen den beiden

Radiallagern angeordnet ist, verbunden sind. Die gesamte Lagervorrichtung ist einteilig ausgebildet, d.h. die Radiallager und der Abstandhalter sind gemeinsam hergestellt. Das Problem einer derartigen Lagervorrichtung ist neben einer aufwendigen Herstellung der Lagervorrichtung auch in den hohen Materialkosten zu sehen, da die Lagervorrichtung bspw. aus einem Rohling aufwendig herausgearbeitet wird.

Aus einer zwischen dem Radiallager und einer dem Radiallager gegenüberliegenden Wandung erfolgt ein Schmiermittelaustritt, welcher eine hohe Fließgeschwindigkeit aufweist. Dadurch ergibt sich ein hoher Druck auf Dichtringe, welche zur Abdichtung gegenüber einem Schmiermittelaustritt in einen Verdichter des Abgasturboladers und einer Turbine des Abgasturboladers vorgesehen sind.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es eine verbesserte Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader bereitzustellen. Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist es, einen kostenreduzierten Abgasturbolader bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch eine Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch einen Abgasturbolader mit den

Merkmalen des Patentanspruchs 11 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit

zweckmäßigen und nicht-trivialen Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben. Der erste Aspekt der Erfindung betrifft eine Lagervorrichtung für einen Abgasturbolader mit einem ersten Radiallager und einem zweiten Radiallager, wobei das erste Radiallager und das zweite Radiallager zur radialen Lagerung einer Welle des Abgasturboladers, aufweisend eine Drehachse, ausgebildet sind und zwischen den beiden Radiallagern ein Abstandhalter angeordnet ist. Zwischen dem ersten Radiallager und einer einem

Turbinenrad des Abgasturboladers zugewandt ausgebildeten, sich radial erstreckenden ersten Stützwandung des Abgasturboladers, welche einer axialen Abstützung des ersten Radiallagers dient, und dem zweiten Radiallager und einer einem Verdichterrad des Abgasturboladers zugewandt ausgebildeten sich radial erstreckenden zweiten

Stützwandung des Abgasturboladers, welche zur axialen Abstützung des zweiten

Radiallagers ausgebildet ist, ist ein erster Abflussspalt bzw. ein zweiter Abflussspalt ausgestaltet. Erfindungsgemäß ist zur axialen und gleichzeitigen radialen Lagerung und/oder zur Unterstützung der radialen Lagerung der erste Abflussspalt und/oder der zweite Abflussspalt sich gegenüber der Drehachse zumindest teilweise unter Ausbildung eines Winkels, welcher größer oder kleiner als 90° ist, geneigt oder gebogen ausgebildet.

Radiallager gemäß dem Stand der Technik sind zylinderförmig ausgebildet. Das heißt mit anderen Worten, dass ein zwischen dem Radiallager und der Abstützwandung

ausgeführter Abflussspalt orthogonal zur Drehachse vorliegt. Dadurch tritt über den Abflussspalt austretendes Schmiermittel quasi senkrecht zur Drehachse aus dem

Abflussspalt aus. Infolge dieses Austritts ergibt sich ein hoher Druck auf Dichtringe, die der Lagervorrichtung zugeordnet sind und einen Übertritt von Schmiermittel in einen Verdichter des Abgasturboladers und eine Turbine des Abgasturboladers verhindern sollen.

Der Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die Herbeiführung eines gezielten Abflusses von aus dem Abflussspalt austretenden Schmiermittel in ein Schmiermittelbecken des Abgasturboladers, wobei der gezielte Abfluss von den Dichtringen abgewandt

ausgerichtet ist. Dadurch sind diese nicht mehr der hohen Belastung aufgrund des hohen Staudruckes des auf sie auftreffenden Schmiermittels ausgesetzt. Die geneigten oder gebogen ausgebildete Abflussspalte führen zu einem Venturi-Effekt, wodurch

insbesondere am dem Abgasführungsabschnitt zugewandt ausgebildeten Radiallager Schmiermittel angesaugt wird. Somit ist vermieden, dass das Schmiermittel in den Abgasführungsabschnitt eindringen kann. Zur Steigerung eines Öldruckes des zwischen der Welle und dem Radiallager

ausgebildeten Schmiermittels ist bevorzugt der Abflussspalt in einem Austrittsbereich des Abflussspaltes geneigt oder gebogen ausgeführt.

Eine Ausbildung des ersten Radiallagers und/oder zweiten Radiallagers bspw. in Form eines Kegelstumpfes, dessen große Grundfläche jeweils dem gegenüberliegenden Radiallager zugewandt ausgebildet ist, führt zu geneigten Wandungsflächen der

Radiallager, die eine Vergrößerung von effektiven Lagerflächen der Radiallager erwirken. Die Vergrößerung der effektiven Lagerflächen ergibt eine gesteigerte Dämpfung des Laufzeugs während dem Betrieb des Abgasturboladers. Des Weiteren wird die Steifigkeit der Lagerung durch die Vergrößerung der effektiven Lagerflächen ebenfalls vergrößert. Unter der effektiven Lagerfläche ist eine Summe der tatsächlich der Welle

gegenüberliegenden Lagerfläche der Radiallager und ein Anteil der Wandungsfläche mit einer sich in radialer Richtung ausgerichteten Reibungskraftkomponente zu verstehen.

Ein weiterer Vorteil ist in einer Reduzierung hochpräziser Lagerflächen zu sehen.

Die Lagerflächen dienen aufgrund ihrer zur Drehachse geneigten und/oder gebogenen Ausbildung gleichzeitig als Radial- und als Axiallager. Dadurch wiederum können Kosten gesenkt werden und somit ein kostenreduzierter Abgasturbolader realisiert werden.

Schräge Flächen verringern die Empfindlichkeit des Ölspaltes auf Längentoleranzen. Die Auswirkung der Längentoleranz ist aufgrund der Schrägstellung und/oder gebogenen Stellung geringer. Dies ergibt einen langsameren Aufbrauch der Schmierspalte, wodurch ein größeres Axialspiel herbeigeführt wird und die Lagervorrichtung insgesamt robuster als im Stand der Technik ausgestaltet ist.

In einer weiteren Ausgestaltung ist das erste Radiallager mit dem Abstandhalter und/oder das zweite Radiallager mit dem Abstandhalter drehfest verbunden.

Vorteilhafterweise ist das erste Radiallager und/oder das zweite Radiallager mit dem Abstandhalter einstückig ausgebildet.

In einer weiteren Ausgestaltung weist der erste Abflussspalt und/oder der zweite

Abflussspalt eine vom ersten Radiallager bzw. eine vom zweiten Radiallager gebildete erste Wandungsfläche bzw. zweite Wandungsfläche auf, welche gegenüber der

Drehachse geneigt ausgebildet ist. Somit kann bereits bei der Herstellung des

Radiallagers auf die Ausbildung des Abflussspaltes Einfluss genommen werden. Selbst wenn eine den Abflussspalt bildende, der Wandungsfläche gegenüberliegend angeordnete Stützwandung eine orthogonal zur Drehachse ausgebildete Erstreckungsrichtung aufweist, kann auf eine Ausrichtung des Schmiermittelaustritts Einfluss genommen werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lagervorrichtung ist die der ersten Wandungsfläche und/oder der zweiten Wandungsfläche gegenüberliegende erste Stützwandung der Welle bzw. zweite Stützwandung der Welle komplementär zur ersten Wandungsfläche bzw. zweiten Wandungsfläche ausgebildet. Somit kann ein definierter Abflussspalt zu definierten Beeinflussung des Schmiermitteldruckes im Abflussspalt realisiert werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lagervorrichtung weist die Welle zur Ausbildung der ersten Stützwandung einen Wellenring auf.

In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lagervorrichtung ist die zweite Stützwandung von einem Ölschleuderring des Abgasturboladers gebildet. Der Vorteil ist darin zu sehen, dass, da der Ölschleuderring ein unabhängig von der Welle gefertigtes Bauteil ist, die Herstellung einer komplementären oder nur teilweise komplementären Ausbildung der Stützwand ohne einen wesentlichen Mehraufwand möglich ist. Des Weiteren wird ein zusätzlicher Schleudereffekt aufgrund des schrägen und/oder gebogen ausgebildeten Abflussspaltes erreicht.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung ist die Ausbildung des Abstandhalters aus einem Kunststoff, wodurch sich eine Gewichtsreduzierung der Lagervorrichtung ergibt.

Der zweite Aspekt der Erfindung betrifft einen Abgasturbolader mit einem Laufzeug, wobei das Laufzeug ein Verdichterrad, ein Turbinenrad und eine das Verdichterrad mit dem Turbinenrad drehfest verbindende Welle umfasst, wobei das Laufzeug in einem

Lagerabschnitt mit einer Lagervorrichtung drehbar gelagert ist. Erfindungsgemäß ist die Lagervorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet.

Der Vorteil dieser Erfindung ist eine Steigerung einer Dämpfung des Laufzeugs, wodurch das Laufzeug ein verbessertes Laufverhalten aufweist, indem es laufruhiger betrieben werden kann. Des Weiteren wird mit der erfindungsgemäßen Lagervorrichtung eine Steifigkeit des Laufzeugs erhöht, wodurch sich eine Resonanzfrequenz des Rotors erhöht. Des Weiteren ist eine Reibleistung des Abgasturboladers mit Hilfe der verbesserten Lagervorrichtung aufgrund der gesteigerten Dämpfung wesentlich reduziert. Diese verbesserte bzw. reduzierte Reibleistung des erfindungsgemäßen Abgasturboladers führt beispielsweise zu einer Reduzierung eines Kraftstoffbedarfs einer mit dem

Abgasturbolader verbundenen Verbrennungskraftmaschine, da der erfindungsgemäße Abgasturbolader einen geringeren Abgasmassendurchsatz zur Erzielung einer Leistung eines Abgasturboladers gemäß dem Stand der Technik entsprechend benötigt.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und

Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen

Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Gleichen oder funktionsgleichen Elementen sind identische Bezugszeichen zugeordnet. Es zeigen:

Fig. 1 in einem Längsschnitt einen Abgasturbolader gemäß dem Stand der

Technik,

Fig. 2 in einem Längsschnitt eine erfindungsgemäße Lagervorrichtung in einem ersten Ausführungsbeispiel,

Fig. 3 in einem Längsschnitt die erfindungsgemäße Lagervorrichtung in einem zweiten Ausführungsbeispiel, und

Fig. 4 in einer perspektivischen Darstellung ein erstes Radiallager, ein zweites

Radiallager und ein mit dem ersten Radiallager und dem zweiten

Radiallager einstückig ausgebildeten Abstandhalter der

erfindungsgemäßen Lagervorrichtung.

Ein Laufzeug 1 eines Abgasturboladers 2 gemäß dem Stand der Technik ist in einem ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ausgebildet. Der Abgasturbolader 2 weist einen durchströmbaren Abgasführungsabschnitt 3 auf, welcher im Betrieb des Abgasturboladers 2 von einem Fluid, in der Regel von Abgas durchströmt wird. Das Abgas ist im

Allgemeinen, aber nicht zwangsweise, ein Verbrennungsprodukt einer nicht näher dargestellten Brennkraftmaschine.

Dem Abgasturbolader 2 ist ein durchströmbarer Luftführungsabschnitt 4 sowie ein zwischen dem Abgasführungsabschnitt 3 und dem Luftführungsabschnitt 4 positionierter Lagerabschnitt 5 zugeordnet, wobei im Lagerabschnitt 5 das Laufzeug 1 drehbar aufgenommen ist.

Das Laufzeug 1 umfasst ein Verdichterrad 6 und ein Turbinenrad 7, welche miteinander mit Hilfe einer Welle 8 drehfest verbunden sind. Das Verdichterrad 6 ist in einer

Verdichterradkammer 9 des Luftführungsabschnitts 4 zum Ansaugen von im Allgemeinen Frischluft angeordnet. Das Turbinenrad 7 ist in einer Radkammer 10 des

Abgasführungsabschnitts 3 drehbar aufgenommen.

Das Turbinenrad 7 wird im Betrieb des Abgasturboladers 2 von dem den

Abgasführungsabschnitt 3 durchströmenden Abgas beaufschlagt und angetrieben, wobei es eine Drehbewegung um eine Drehachse 11 des Laufzeugs 1 ausführt. Diese

Drehbewegung ist mit Hilfe der Welle 8 auf das Verdichterrad 6 übertragbar, welches somit simultan zur Drehbewegung des Turbinenrads 7 eine Drehbewegung ausführt. Mit Hilfe des Verdichterrades 6 und dessen Drehbewegung wird Frischluft angesaugt, welche im Luftführungsabschnitt 4 verdichtet wird.

Die Welle 8 des Laufzeugs 1 ist im Lagerabschnitt 5 mit Hilfe einer Lagervorrichtung 12, umfassend ein erstes Radiallager 13 und ein zweites Radiallager 14 drehbar gelagert. Im Bereich des Verdichterrades 6 ist des Weiteren zur axialen Lagerung ein nicht näher dargestelltes Axiallager im Lagerabschnitt 5 aufgenommen. In dem vorliegenden

Ausführungsbeispiel weisen das erste Radiallager 13 und das zweite Radiallager 14 die Form eines Semifloating-Lagers auf.

Das erste Radiallager 13 und das zweite Radiallager 14 sind koaxial mit der Drehachse 1 des Laufzeugs 1 angeordnet, wobei zwischen dem ersten Radiallager 13 und dem zweiten Radiallager 14 ein Abstandhalter 15 ausgestaltet ist. Der Abstandhalter 15, auch als Distanzhülse bezeichnet, unterstützt eine axiale Fixierung der beiden Radiallager 13, 14 und ist einstückig und drehfest mit den beiden Radiallagern 13, 14 verbunden. Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Lagervorrichtung 12 in einem Längsschnitt. Das erste Radiallager 13 weist eine erste Wandungsfläche 16 auf, welche dem Turbinenrad 7 zugewandt ausgebildet ist. Zwischen dem ersten Radiallager 13 und einer ersten

Stützwandung 17 der Welle 8, welcher zur axialen Abstützung des ersten Radiallagers 13 ausgebildet ist, liegt ein erster Abflussspalt 18 vor. Über diesen ersten Abflussspalt 18 kann Schmiermittel, welches zur Schmierung der Lagerung des Laufzeugs 1 zwischen der Welle 8 und dem ersten Radiallager 13 vorliegt, in ein Schmiermittelbecken 19 abfließen. Das Schmiermittelbecken 19 ist über einen Ablaufkanal 20 mit einem nicht näher dargestellten Schmiermittelkreislauf der Verbrennungskraftmaschine verbunden.

Das zweite Radiallager 14 weist eine zweite Wandungsfläche 21 auf, wobei die zweite Wandungsfläche 21 dem Verdichterrad 6 zugewandt ausgebildet ist. Zwischen der zweiten Wandungsfläche 21 und einer zweiten Stützwandung 22 der Welle 8, welche zur axialen Abstützung des zweiten Radiallagers 14 ausgebildet ist, liegt ein zweiter

Abflussspalt 23 vor, über den das Schmiermittel in das Schmiermittelbecken 19 abfließen kann. Beide Abflussspalte 18, 23 sind gegenüber der Drehachse 1 1 unter Ausbildung jeweils eines Winkels <x, welcher kleiner als 90° ist, geneigt. Aufgrund der geneigten Ausbildung der Abflussspalte 18, 23, die von einer bezogen auf die Drehachse 11 orthogonalen Ausbildung abweicht, wird das Schmiermittel direkt in Richtung des

Ablaufkanals 20 gelenkt.

Ebenso könnten die Abflussspalte 18, 23 auch gebogen ausgebildet sein. Auch könnten die Abflussspalte 18, 23 nur teilweise geneigt oder gebogen ausgebildet sein. Für die Erfindung notwendig ist die Neigung oder Biegung so auszuführen, dass das

Schmiermittel abweichend von einer, wie im Stand der Technik angegebenen,

orthogonalen Ausströmung aus der Lagervorrichtung 12, insbesondere in einem

Austrittsbereich der Abflussspalte 18, 23 umgelenkt wird. Das heißt mit anderen Worten, dass der erste Abflussspalt 18 und/oder der zweite Abflussspalt 23 insbesondere im Austrittsbereich 27 der Abflussspalte 18, 23 gegenüber der Drehachse 1 1 zumindest teilweise unter Ausbildung des Winkels a, welcher größer oder kleiner als 90° ist, geneigt oder gebogen ausgebildet ist. Dadurch wird ein Schmiermitteldruck im Lager erhöht, wodurch die Tragfähigkeit des Lagers gesteigert wird.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die erste Wandungsfläche 16 und die zweite Wandungsfläche 21 komplementär zur ersten Stützwandung 17 bzw. zur zweiten

Stützwandung 22 ausgebildet. Die erste Stützwandung 17 ist eine Wandung eines die Welle 8 vollständig umfassenden Wellenrings 24, welcher einstückig mit der Welle 8 ausgebildet ist. Ebenso könnte er auch unabhängig von der Welle 8 hergestellt worden sein und mit der Welle 8 drehfest gefügt sein.

Die zweite Stützwandung 22 ist von einem Ölschleuderring 25 des Abgasturboladers 2 gebildet.

Die erfindungsgemäße Lagervorrichtung 12 ist in einem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ausgestaltet und ist in Form eines so genannten semi-floating Lagers ausgeführt. Dabei drehen sich die einstückig mit dem Abstandhalter 15 ausgeführten Radiallager 13, 14 nicht. Zur Fixierung ist ein nicht näher dargestelltes Fixierelement in einer Halteröffnung 28 aufgenommen.

Die Abflussspalte 18, 23 weisen eine Umlenkung auf, wodurch ein gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel höherer Staudruck erzeugt wird. Dadurch wird die Tragfähigkeit erhöht. Aus einer zwischen dem Ölschleuderring 25 und dem Lagerabschnitt 5

ausgebildeten Kammer 29 wird durch den erzeugten höheren Venturi-Effekt Schmiermittel verbessert angesaugt, wodurch ein Übertritt des Schmiermittels in den

Abgasführungsabschnitt 3 verringert bzw. eliminiert werden kann. Des Weiteren verringert sich eine Geschwindigkeit des Schmiermittels am Austrittsbereich 27, wodurch der statische Druck im gesamten Schmiermittelbecken reduziert wird.

Die Umlenkung kann auch gebogen ausgebildet sein.

In Fig. 4 ist in einer perspektivischen Darstellung das erste Radiallager 13, das zweite Radiallager 14 und der mit beiden Radiallagern 13, 14 einstückig ausgebildete

Abstandhalter 15 dargestellt. Die Radiallager 13, 14 sind kegelstumpfförmig ausgebildet, wodurch sich eine Lagerfläche 26 der Radiallager 13, 14 auf einfache Weise erhöhen lässt ohne zusätzlich benötigten Bauraum. Die Erhöhung der Lagerfläche 26 führt zu einer verbesserten bzw. gesteigerten Dämpfung des Laufzeugs 1 und zu einer Steifigkeit der Lagerung des Laufzeugs 1.

Der Winkel α ergibt eine Vergrößerung einer effektiven Lagerfläche, wobei die

Lagerfläche 26 ein Teil dieser effektiven Lagerfläche ist. Ist der Winkel α in Form eines flachen Winkels ausgebildet, d.h. ist sein Wert kleiner als 45°, so führt dies zu einer wesentlichen Steigerung der effektiven Lagerfläche.