| JP2011038557 | ROLLING BEARING DEVICE |
| JP3580002 | ROLLING BEARING UNIT WITH REVOLUTION SPEED DETECTING DEVICE |
| JP2005172794 | LOAD-MEASURING APPARATUS FOR ROLLER BEARING UNIT |
PRÖSCHEL, Christian (Arndtstrasse 34, Würzburg, 97072, DE)
Patentansprüche
1. Lagerring (1) mit einer Wandung (9), die zumindest in den Bereichen (12), die im montierten Zustand über eine Passung (14) mit einem Ma- schinenelement (15) in Kontakt sind, mit einer passungsrost-resistenten
Schicht (10) versehen ist.
2. Lagerring nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (10) mit Kupfer (11) beschichtet ist.
3. Lagerring nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (10) mit Cadmium beschichtet ist.
4. Lagerring nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (10) mit Silber beschichtet ist.
5. Lagerring nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (10) mit Chrom beschichtet ist.
6. Lagerring nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (10) mit Phosphat beschichtet ist.
7. Lagerring nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (10) mit einem Kunststoff beschichtet ist.
8. Lagerring nach Anspruch 7, wobei die der Kunststoff Teflon ist. |
Bezeichnung der Erfindung
Lagerring
Beschreibung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Wälzlager und Gleitlager, bei denen ein äußerer Lagerring gegenüber einem inneren Lagerring relativ drehbeweglich ist. Dabei können zwischen den Lagerringen Wälzkörper (Wälzlager) oder Gleitflächen (Gleitlager) vorgesehen sein. Derartige Lager finden vielfältige Anwendung, wobei häufig zumindest einer der Lagerringe mittels Passung, z.B. einer Presspassung, kraftschlüssig mit einem Maschinenelement verbunden bzw. auf diesem fixiert ist. Auf diese Weise kann ein Maschinenelement drehbeweglich gelagert werden.
Der Begriff Maschinenelement ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung weit zu verstehen und umfasst beispielsweise Wellen, Achsen oder Achs- zapfen.
Die Festlegung eines Lagerringes mittels Passung ist ein verbreitetes und fertigungstechnisch auch deshalb bevorzugtes Mittel, weil sich diese Verbindung relativ einfach herstellen und montieren lässt. Allerdings ist die Qualität, insbesondere die Langzeitstabilität und damit die Zuverlässigkeit einer Lage- rung ganz erheblich von dem zuverlässigen Sitz der mittels Passung verbundenen Teile abhängig. Unerwünscht ist dabei eine Relativbewegung oder ein sogenanntes Arbeiten der Passungspartner relativ zueinander. Dies lässt sich in der Praxis allerdings nicht in jedem Fall ausschließen.
Bereits kleinste Relativbewegungen der Passungspartner können zu Korrosionsphänomenen führen, die auch als Passungsrost oder Reiboxydation bezeichnet werden. Unter Passungsrost bzw. Reiboxydation ist eine Art Schwingungsverschleiß im Bereich der Kontakt- und Passflächen zu verstehen. Im Betrieb auftretende Schwingungen verursachen Vibrationen, die ungünstigstenfalls zum Schlupf der Verbindungspartner - also einer Mikro- Relativbewegung des Lagerringes gegenüber dem Maschinenelement - führen. Die dabei auftretende mechanische Oberflächenbelastung führt zu einer Zerrüttung und Aktivierung der Werkstoffoberflächen. Dadurch kommt es zu chemischen Reaktionen mit dem Umgebungsmedium, insbesondere zur Oxydation. Die durch Kontakt mit dem Umgebungsmedium (Luft, Schmiermittel, Wasser oder ähnliches) eintretende Oxydation führt meist zu schwärzlichem Rost, der mithin als Passungsrost bezeichnet wird.
Grundsätzlich ist denkbar, diesem Phänomen durch Verklebung oder Dich- tung des Passungsspaltes gegenüber der Umgebung entgegenzuwirken. Dies erhöht den Fertigungsaufwand und kann dennoch nicht in allen Belastungsfällen und/oder bei aggressiven Einsatzumgebungen nicht immer einen zuverlässigen Schutz garantieren.
Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der Erfindung darin, bei einem Lagerring einen zuverlässigen, schon bei der Montage wirksamen und wartungsfreien Schutz gegen Passungsrost anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Lagerring mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Demgemäß ist die Wandung des Lagerringes, zumindest in den Bereichen, die im montierten Zustand über eine Passung mit einem Maschinenelement in Kontakt sind, mit einer passungsrost-resistenten Schicht versehen. Besonders geeignet sind dazu metallische oder metallhaltige Schichten, die durch chemische und/oder elektro-chemische Abscheidungsverfahren aufgebracht werden können. Es ist auch denkbar Kunststoff- oder Kohlenstoff- schichten auf die Wandung in dauerhaftem Verbund aufzubringen.
Damit stellt die Erfindung in überraschend einfacher Weise einen zuverlässigen Schutz gegen Passungsrost zur Verfügung, der vergleichsweise einfach schon bei der Fertigung des Lagerringes appliziert ist und bei bzw. nach der Montage des Lagerringes auf dem oder in dem korrespondierenden Maschinenelement keine zusätzlichen Fertigungsschritte - wie z.B. die zuvor beschriebenen Dichtungsmaßnahmen - erfordert.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die passungsrost- resistente Schicht auch bei einer Demontage und etwaiger Neumontage des Lagerringes erhalten bleibt und ihre schützende Wirkung erneut entfalten kann. Dabei besteht zusätzlich der Vorteil, dass ein Verklemmen der Passungspartner durch Passungsrost bei der Demontage zuverlässig verhindert ist.
Ein besonders zuverlässiger und fertigungstechnisch bevorzugter Schutz lässt sich dadurch erreichen, dass nach vorteilhaften Ausgestaltungen der Erfindung die zu beschichtende Wandung des Lagerringes mit Kupfer, mit Cadmium, mit Silber oder mit Chrom beschichtet ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass Wandung des Lagerringes phosphatiert ist.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Wandung des Lagerringes mit einem Kunststoff, besonders bevorzugt mit Teflon®, beschichtet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung und weitere Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der einzigen Figur der Zeichnung erläutert.
Die Figur zeigt als Ausführungsbeispiel zwei in so genannter O-Anordnung montierte Wälzlager 1 , 2 einer Lageranordnung 3. Mittels der Lageranord- nung ist auf einem Achszapfen 4 ein Lageraußenringgehäuse 5 drehbar gelagert. Im Verlauf der weiteren Beschreibung wird auf das Wälzlager 1 Bezug genommen, wobei das Wälzlager 2 in entsprechender Weise ausgebildet ist.
Das Wälzlager 1 umfasst einen Lagerinnenring 6 mit einer Bohrung 7. Der Innendurchmesser 8 der Bohrung ist von einer Wandung 9 begrenzt. Auf die Wandung 9 ist eine passungsrost-resistente Schicht 10 aufgetragen. Diese Schicht 10 kann beispielsweise aus Kupfer 11 bestehen. Die Schicht 10 ist zumindest in den Bereichen 12 der Wandung aufgebracht, die im dargestellten montierten Zustand über eine Passung 14 mit einem Maschinenelement 15 - hier nämlich mit dem Achszapfen 4 - verbunden bzw. auf diesem drehfest fixiert sind.
Das Wälzlager 1 umfasst in an sich bekannter und nicht im Einzelnen dargestellter Weise eine Vielzahl von Wälzkörpern 16, die auf der Lauffläche 17 des Lagerinnenringes 6 abrollen. Außenseitig laufen die Wälzkörper 16 auf der Lauffläche 19 eines Lageraußenringes 20. Der Lageraußenring ist in einer Bohrung 21 des Lageraußenringgehäuses 5 aufgenommen.
Grundsätzlich kann auch der Lageraußenring 20 im Verbindungsbereich 22 mit der Bohrung 21 mit einer entsprechenden passungs-resistenten Schicht versehen sein, insbesondere wenn die Befürchtung besteht, dass durch betriebsgemäße Vibrationen oder Schwingungen es auch hier zu einer Relativ-
bewegung des Lageraußenringes 20 gegenüber dem 5 kommt. Somit kann auch zwischen dem Lageraußenringgehäuse und dem Lageraußenring 20 Passungsrost vermieden werden.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Lagerringes mit einer Beschich- tung zum Schutz vor Passungsrost ist besonders vorteilhaft beim Einsatz der Lageranordnung 3 bei Radlagerungen von Fluggeräten, da diese ganz besonders extremen und passungsrostbegünstigenden Betriebssituationen ausgesetzt sind. Dabei wirkt sich besonders günstig der mit der Erfindung erzielbare Vorteil der Gewichtsreduzierung und der Kostenreduzierung bei der Herstellung der Lageranordnung aus.
Der mit der erfindungsgemäßen Gestaltung der Lagerringe mögliche Verzicht auf die eingangs geschilderten möglichen anderweitigen Schutzmaß- nahmen gegen Passungsrost wirkt sich positiv in einem reduzierten Wartungsaufwand und damit reduzierten Logistikkosten für den Anwender aus. Dabei besteht zudem der demontage-technische Vorteil, dass ein Verklemmen der Passungspartner bei der Demontage zuverlässig verhindert ist.
Bezugszeichenliste
1 Walzlager
2 Wälzlager
3 Lageranordnung
4 Achszapfen
5 Lageraußenringgehäuse
6 Lagerinnenring
7 Bohrung
8 Innendurchmesser
9 Wandung
10 passungsrost-resistente Schicht
11 Kupfer
12 Bereich
14 Passung
15 Maschinenelement
16 Wälzkörper
17 Lauffläche des Innenringes
19 Lauffläche des Lageraußenringes
20 Lageraußenring
21 Bohrung
22 Verbindungsbereich
