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Patent Searching and Data


Title:
BEARING SHELL FOR A BEARING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/001265
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a bearing shell for receiving a rolling contact bearing or ball bearing, with a cylindrical main body, in which a rolling contact bearing or ball bearing can be received, and the main body consists of a flowable material that contacts the rolling contact bearing in a sticking manner when the bearing shell is under load, such that the rolling contact bearing is retained so as to be secured against rotation in the main body. The invention further relates to a bearing comprising such a bearing shell for rotationally movable connection of two parts, and to a two wheeled vehicle having at least one such bearing.

Inventors:
WEIDNER, Frank (Forchenrainstrasse 88, Gerlingen, 70839, DE)
Application Number:
EP2013/063158
Publication Date:
January 03, 2014
Filing Date:
June 24, 2013
Export Citation:
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Assignee:
ACROS SPORT GMBH (Benzstraße 58, Renningen, 71272, DE)
International Classes:
F16C25/06; B62K21/06; F16C35/077
Foreign References:
US4611933A1986-09-16
US3532402A1970-10-06
DE8531659U11985-12-19
US5437510A1995-08-01
US3061386A1962-10-30
DE19929056A12000-06-15
US20100096830A12010-04-22
US20030011165A12003-01-16
DE20205643U12002-07-11
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
PFISTER & PFISTER PATENT- UND RECHTSANWÄLTE et al. (Hallhof 6-7, Memmingen, 87700, DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Lagerschale (100) zum Aufnehmen eines Wälzlagers oder Kugellagers (200) , mit einem kreiszylinderförmigen Grund- körper (101) , in dem ein Wälzlager oder Kugellager (200) aufnehmbar ist, und der Grundkörper (101) aus einem fließfähigen Material besteht, das unter Belastung der Lagerschale (100) klemmend gegen das Wälzlager (200) anliegt, so dass dieses verdrehsicher in dem Grundkörper (101) gehalten ist .

2. Lagerschale nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass deren Innenmantel ein Klemmprofil (102) für das Wälzlager (200) ausbildet, welches abschnittsweise daran ausgebildete Aussparungen (103 ) aufweist .

3. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Klemmprofil (102) Taschen und/oder Rillen (104) aufweist.

4. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschen und/oder Rillen

(104) rund und/oder kantig ausgeführt sind.

5. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet , dass sich die Taschen und/oder die Rillen (104) in axialer und/oder radialer Richtung des Grundkörpers (101) trecken.

6. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Taschen und/oder die Rillen (104) an einem Innen- und/oder Außenmantel des Grundkörpers (101) erstrecken.

7. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Taschen und/oder die Rillen (104) über den gesamten Grundkörper (101) hinweg erstrecken.

8. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet , dass an wenigstens einem ihrer axialen Enden eine radial nach innen gerichtete Stützfläche (105) für das Wälzlager (200) ausgebildet ist .

9. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet , dass die Stützfläche (105) tellerartig umlaufend ausgebildet ist .

10. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass ein Übergang zwischen dem Innenmantel des Grundkörpers (101) und der Stützfläche

(105) des Grundkörpers (101) verstärkt ausgeführt ist .

11. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem ihrer axialen Enden eine radial nach außen gerichtete Anschlagsfläche (106) ausgebildet ist.

12. Lagerschale nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (101) aus einem thermoplastischen und/oder schaumextrudierten Kunststoffmaterial hergestellt ist .

13. Lager (300) zum drehbeweglichen Verbinden zweier Teile , umfassend eine Lagerschale (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche , wobei die Lagerschale (100) mit dem einen Teil verbindbar ist, und ein Wälzlager oder Kugellager (200) in der Lagerschale (100) aufgenommen ist, wobei die Lagerschale (100) wenigstens teilweise fließ- verformt klemmend gegen das Wälzlager oder Kugellager (200 ) anliegt, so dass das andere Teil über das Wälzlager oder Kugellager (200) und die Lagerschale (100) drehbe- weglich mit dem einen Teil verbindbar ist .

14. Fahrrad, bei dem ein Steuersatz und/oder eine Radnabe und/oder ein Tretlager wenigstens ein Lager nach Anspruch 13 umfasst .

Description:
Lagerschale für Lager

Die Erfindung betrifft eine Lagerschale zum Aufnehmen eines Wälzlagers oder Kugellagers, ein Lager zum drehbeweglichen Verbinden zweier Teile umfassend diese Lagerschale und ein Zweiradfahrzeug mit wenigstens einem solchen Lager .

Die drehbewegliche Verbindung von Vorderradgabel und Lenker mit dem Rahmen eines Zweiradfahrzeuges wird durch einen sogenannten Steuerkopf realisiert . Dieser besteht aus einer oberen und einer unteren Lagereinheit , wobei in der Regel der Innenring der Lagereinheit mit dem Schaftrohr der Gabel und der Außenring mit dem Steuerko frohr, das Teil des Rahmens des Zweiradfahrzeuges ist, fest verbindbar sind. Um eine in allen Richtungen spielfreie Lagerung zu erreichen, muss ein dauerhaft fester Sitz des Schaftröhres in den Lagerring gewährleistet werden. Die Außenringe werden in der Regel in das Steuerkopfrohr oder in Adapterschalen eingelegt und über Schrägen (meist 36° - oder 45° -Winkel) an den Innen- und Außenringen durch eine Expander- schraube über die Innenringe spielfrei eingestellt . Das Spiel zwischen Außenring des Lagers und der Lagerschale beträgt oft mehrere Zehntel Millimeter. Verursacht durch hohe Bremskräfte von Scheibenbremsen verformen sich Vorderradgabeln und geben diese hohen Kräfte über die Lageraußenringe an den Rahmen weiter . Bedingt durch das hohe Spiel verkippen die Lager und es kann zu starken Knarzgeräuschen bis zum Lockern der Vorderradgabel kommen.

Bei technisch besser gelösten Produkten weisen die Außenringe der Lager mit den Adapterschalen zum Rahmen kein Spiel auf . Bei dieser aufwändigeren Lösung werden die Lager über die Außenringe in die Adapterschalen eingepresst . Hierbei wird oft eine Übergangs- oder leichte Presspassung angestrebt . Selbst die Ausführung der Lager als "leichte Presspassung" muss im eingebauten Zustand noch eine gewisse Leichtgängigkeit der gesamten Steuerkopflagereinheit aufweisen.

Gerade aber hier liegt das Problem j eder industriellen Serienproduktion von Lenkkopflagereinheiten, denn es sollen günstige Verkaufspreise mit günstigen Herstellkosten realisiert werden . Dies geschieht meist durch die Vergabe von sehr großen Fertigungstoleranzen aller Passmaß relevanten Bauteile wie Lager und Lagerschalen.

Dadurch, dass in der Regel anodisierte Lagerschalen aus Aluminium verwendet werden, kommt es nach der Beschichtung (Eloxieren) zu unerwünschtem Aufsummieren von Toleranzen, hervorgerufen durch schwankende Schichtdicken beim Galvanikprozess und Unrundheiten, welche zu hohem Ausschuss führen können. Zu diesen MaßSchwankungen an den Lagerschalen addieren sich noch Schwankungen am Steuerrohr . Diese Schwankungen werden durch den Fertigungsprozess bedingt an dem Rahmen verursacht, welcher Grate, ein unrundes Rohr oder eine konische Verformung des Steuerrohres hervorrufen kann. Diese Abweichungen werden bei den momentan gängigen Konstruktionen nicht ausgeglichen, was zu einer direkten Weitergabe dieser Fehler an die Lagerschale und somit an das Wälzlager führt . Die aufsummierte Toleranz- Schwankung führt häufig zu einem frühen Lagerschaden.

Die Erfindung betrifft nun die Lagerschale des Steuerkopf- lagers , welche üblicher Weise aus einer massiven Scheibe besteht . Der Nachteil dieser herkömmlichen Lagerschalen ist es, dass sie Abweichungen der umgebenden Geometrie direkt an das Lager weitergeben. Dadurch resultieren frühe Lagerschäden und Ungenauigkeiten der Lagerpositionierung direkt nach der Montage .

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die vorstehend beschriebenen Nachteile eines Steuerkopflagers zu überwinden und eine verbesserte Lagerung bereit zu stellen, welche sicher und zuverlässig funktioniert und dabei gleichzeitig einfach und kostengünstig herstellbar ist .

Diese Aufgabe wird durch eine Lagerschale zum Aufnehmen eines Wälzlagers oder Kugellagers gelöst, mit einem kreiszylinderförmigen Grundkörper, in dem ein Wälzlager oder Kugellager aufnehmbar ist, und der Grundkörper aus einem fließfähigen Material besteht, das unter Belastung der Lagerschale klemmend gegen das Wälzlager anliegt, so dass dieses verdrehsicher in dem Grundkörper gehalten ist . Ein wesent1ieher Punkt der erfindungsgemäßen Lösung besteht dabei darin, dass durch Verwendung eines fließfähigen Materials für den Grundkörper eventuell vorliegende Maßungenauigkeiten nachträglich ausgeglichen werden, wobei gleichzeitig eine stabile Verbindung zu dem Wälzlager oder Kugellager hergestellt wird. Die Herstellung eiens derartigen Grundkörpers ist dabei gleichermaßen einfacher und billiger als dies im Stand der Technik bislang möglich war . Erfindungsgemäß werden dadurch ToleranzSchwankungen z.B. eines Lagerrohrs ausgeglichen, indem sich die Lagerschale an die Maß- und Formabweichungen des Schaftrohrs anpasst . Dieser Sachtverhalt ist auf das Fließen des Werkstoffes sowie die elastische Verformung zurückzuführen. Dadurch umschließt der Lagerring das Lager idealer Weise komplett, sorgt für eine gleichmäßige Kraftverteilung und somit für eine gleichmäßige Belastung eines Lageraußenrings .

Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Lagerschale sind in den Unteransprüchen angegeben.

In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lagerschale ist es danach vorgesehen, dass deren Innen- mantel ein Klemmprofil für das Wälzlager ausbildet, welches abschnittsweise daran ausgebildete Aussparungen aufweist . Dabei wird durch Schwächung einer Kontaktfläche zu dem in oder an der Lagerschale aufgenommenen Wälzlager oder Kugellager das Fließverhalten des Lagerschalenmaterials deutlich unterstützt . Eine dergestalt elastische, sozusagen ausgehöhlte Lagerschale gleicht in der Folge To1eranzschwankungen z.B. eines Lagerrohrs aus , weil sie sich an die Maß- und Formabweichungen eines Schaftrohrs in einem gewissen Rahmen anpasst .

In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass das Klemmprofil Taschen oder Rillen aufweist . Damit können definierte Ausweich- räume für das Material gebildet werden, die eine besser kalku- lierbare Klemmwirkung, abhängig von den spezifischen Anforderungen, zulässt . Eine entsprechende Anpassungsfähigkeit des Materials wird also dadurch realisiert, indem an den Berühr- punkten des anliegenden Materials zwischen Lagerschale und Wälzlager oder Kugellager z.B. Taschen an der Lagerschale freigespart sind, welche zu einem elastischen Verformen der Stege führen, welche an dem Wälzlager oder Kugellager anliegen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass die Taschen und/oder Rillen rund und/oder kantig ausgeführt sind. Dies lässt insbesondere eine einfache Herstellung dieser Taschen und/oder Rillen durch entweder mechanische Nachbearbeitung oder durch einen einzigen originären SpritzgussVorgang zu.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass sich die Taschen und/oder die Rillen in axialer und/oder radialer Richtung des Grundkörpers erstrecken. In einem solchen Fall kann insbesondere eine gezielte Beeinflussung der Fließverformung des Materials je nach spezifischer Anforderung vorgenommen werden. Es ist damit also die Bereitstellung von spezifischen Lagerschalen z.B. für Steuerkopf1ager für Stadträdern, Trekking- rädern oder Mountainbikes möglich, welche alle jeweils individuellen Anforderungen unterliegen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass sich die Taschen und/oder Rillen an einem Innen- und/oder Außenmantel des Grund- körpers erstrecken. Auch dadurch ist eine gezielte Beeinflussung der Fließverformung des Materials je nach spezifischer Anforderung möglich, und insbesondere in Verbindung mit der entsprechenden Ausrichtung der Taschen und/oder der Rillen beliebig variierbar. Eine entsprechende Verformung der Taschen und/oder Rillen an einem Außenmantel des Grundkörpers kann dabei gleichermaßen eine nach Innen gerichtete Verformung hervorrufen, wie am Innenmantel des Grundkörpers verlaufende Taschen und/oder Rillen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemnäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass sich die Taschen und/oder die Rillen über den gesamten Grundkörper hinweg erstrecken. Es entsteht dadurch insbesondere ein durchgängiger Ausweichraum für das sich fließverformende Material , der eine gesteigerte Klemmwirkung über eine größere Fläche hinweg ermöglicht , und zudem eine deutlich einfachere Herstellung der Lagerschale in einem einzigen Spritzgussverfahrensschritt zulässt .

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass an wenigstem einen ihrer axialen Enden eine radial nach Innen gerichtete Stützfläche für das Wälzlager ausgebildet ist . Dadurch entsteht eine zusätzliche Abstützung für das Wälzlager oder Kugellager in axialer Richtung, neben deren radialer Verk1emmung in dem Grundkörper . Eine entsprechend ausgerichtete Stützfläche kann dabei auch punktuell ausgebildet sein, um eine entsprechende Gewichtseinsparung zu erzielen, wie sie z.B. gerade im Renn- sport gefordert ist .

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass die Stützfläche tellerartig umlaufend ausgebildet ist . Damit steht insbesondere eine umlaufende gute Abstützung des Wälzlagers bereit, die zudem einfach herzustellen ist , z.B. in einem einzigen originären Spritzgussvorgang .

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass ein Übergang zwischen dem Innenmantel des Grundkörpers und der Stützfläche des Grundkör ers verstärkt ausgeführt ist . Eine entsprechend dort ebenfalls auftretende Fließverformung des Materials wird damit an dieser Stelle begrenzt, um die Abstützung für das Wälzlager über die Stützfläche nicht zu schwächen. Damit wird insbesonere eine gleichbleibend stabile Lagerung des Wälzlagers auch beim Ausgleich größerer ToleranzSchwankungen sichergestellt .

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsge- mäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass an wenigstens einem ihrer axialen Enden eine radial nach Außen gerichtete Anschlagsfläche ausgebildet ist. Durch eine solche plane Anschlagsfläche ist es dabei möglich, eine besonders wetter- und witterungsbeständige Anbindung der Lagerschale und des darin aufgenommenen Wälzlagers oder Kugellagers an ein Verbauteil zu schaffen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungs- gemäßen Lagerschale ist es vorgesehen, dass der Grundkörper aus einem thermoplastischen und/oder schaumextrudierten Kunststoff- material hergestellt ist . Ein entsprechendes thermoplastisches Kunststoffmaterial sichert dabei eine stets stabile Verbindung zwischen Lagerschale und Wälzlager oder Kugellager, die auch bei TemperaturSchwankungen gleich sicher und zuverlässig funktioniert . Ein schaumextrudiertes Kunststoffmaterial lässt dabei insbesondere ein geringeres Gewicht der Lagerschale zu, wie es üblicherweise bei Bauteilen gefordert ist , die im Rennsport Verwendung finden sollen. Zusätzlich ist in einer weiteren Variante der Erfindung vorgesehen, dass ein faserverstärkter (z.B. Glas- und/oder Kohlefaser) Kunststoff für die Herstellung der Lagerschale zum Einsatz kommt .

Die vorstehend genannte Aufgabe wird auch durch ein Lager zum drehbeweglichen Verbinden zweier Teile, das die bereits beschriebene Lagerschale umfasst , wobei die Lagerschale mit dem einen Teil verbindbar ist und ein Wälzlager oder Kugellager in der Lagerschale aufgenommen ist, wobei die Lagerschale wenigstens teilweise fließverformt klemmend gegen das Wälzlager oder Kugellager anliegt , so dass das andere Teil über das Wälzlager oder Kugellager und die Lagerschale drehbeweglich mit dem einen Teil verbindbar ist .

Ein wesentlicher Punkt des erfindungsgemäßen Lagers besteht dabei darin, dass Toleranzschwankungen der miteinander verbauten Teile sicher und zuverlässig ausgeglichen werden. Die dadurch ausgeglichenen Abweichungen betreffen häufig nicht nur Abweichungen eines Durchmessers , wodurch ein übermäßiges Stauchen des Lagers verursacht wird, sondern auch Rundheits- abweichungen, welche das eingepasste Lager punktuell übermäßig beanspruchen. Es werden zudem auch lokale Maßunterschiede, wie z.B. Grate, durch die Nachgiebigkeit der Lagerschale und damit des Lagers ausgeglichen. In der Folge besitzt das erfindungs- gemäße Lager eine höhere Lebensdauer und auch eine gesteigerte Belastbarkeit , da ein solches Lager unter deutlich besseren Bedingungen betrieben werden kann. In der Praxis ergeben sich dadurch erhebliche Vorteile .

Die vorstehend genannte Aufgabe wird zudem durch ein Zweiradfahrzeug gelöst, bei dem ein Steuersatz und/oder eine Radnabe und/oder ein Tretlager wenigstens ein erfindungsgemäßes Lager umfasst .

In den beiliegenden Zeichnungen ist die Erfindung insbesondere in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Es zeigen;

Fig . 1 eine perspektivische Ansicht von schräg oben auf eine erfindungs- gemäße Lagerschale; eine seitliche Ansicht der Lagerschale der Fig. 1; eine perspektivische Ansicht von schräg oben auf die Lagerschale der Fig. 1 ; eine Ansicht von oben auf die Lagerschale der Fig. 1; eine perspektivische Ansicht von schräg unten auf die Lagerschale der Fig. 1 ; eine teilweise geschnittene seitliche Ansicht eines Steuerkopfs eines Zweiradfahrzeugs mit einer oberen und unteren Lagereinheit , und eine seitliche Schnittansicht der oberen Lagereinheit der Fig. 3.

In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Elemente j eweils mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet und werden daher, sofern nicht zweckmäßig, nicht erneut beschrieben.

Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht von schräg oben auf eine erfindungsgemäße Lagerschale 100 , mit einem kreiszylinderförmigen Grundkörper 101 , in dem ein Wälzlager oder Kugellager (hier nicht dargestellt) aufnehmbar ist, und der Grundkörper 101 aus einem fließfähigen Material besteht. Unter Belastung der Lagerschale 100 liegt diese klemmend gegen das Wälzlager, also an ihrem Innenmantel gegen dessen Außenmantel an, so dass das Wälzlager verdrehsicher in dem Grundkörper 101 gehalten ist. Der Innenmantel der Lagerschale 100 bildet dabei ein Klemmprofil 102 aus, das mit Ausnehmungen 103 versehen ist, die hier nur beispielhaft als entsprechende Taschen 104 ausgestaltet sind. Verklemmt sich nun diese Lagerschale 100 mit dem darin gehaltenen Wälzlager oder Kugellager, weitet sich das zwischen den Taschen 104 liegende Stegmaterial in diese Taschen 104 hinein aus und sorgt damit für einen sichereren und zuverlässigen Ausgleich aller Arten von Toleranzschwankungen, die ein mit dieser Lagerschale 100 aufgebauter Steuerköpf aus unterschiedlichsten Gründen aufweisen kann. Zur wetter- und witterungsfesten Anbindung an ein entsprechendes Verbauteil ist die Lagerschale 100 mit einer Anschlag fläche 106 versehen, die plan an dem korrespondierenden Verbauteil anliegt . Dadurch wird das (hier nicht dargestellte) Wälzlager oder Kugellager vor entsprechenden Einflüssen geschützt und ist gleichsam stabil gehalten wie mit einer langen Lebensdauer versehen. Ein unterer Rand der Lagerschale 100 kragt dabei nach Innen und bildet eine Stützfläche 105 , auf der sich das Wälzlager oder Kugellager zuverlässig und sicher abstützen kann, so dass seine stabile Halterung nicht nur durch die radiale Klemmung mit der Lagerschale 100 bewirkt werden muss .

Fig. 2a zeigt eine seitliche Ansicht der Lagerschale 100 der Fig. 1, aus der auch noch einmal das Abkragen der Anschlags- fläche 106 und die spezifische Form des Übergangs von dem Grundkörper 101 zu der Stützfläche 105 dargestellt ist . Die Lagerschale 100 weist an dieser Stelle eine rundum laufende Fase auf, um deren Verbau besonders einfach zu gestalten. Eine entsprechende Stabilität dieses Übergangs wird durch eine innen liegend erhöhte Materialstärke sichergestellt wie sie als winkliger Fortsatz der zwischen den Taschen 104 gebildeten Stege in Fig . 1 sichtbar ist .

Fig . 2b zeigt eine perspektivische Ansicht von schräg oben auf die Lagerschale 100 der Fig. 1, womit auch aus dieser Perspektive noch einmal die Ausnehmungen 103 sichtbar werden, die als Taschen 104 ausgebildet sind. Der Grundkörper 101 der Lagerschale 100 gibt dabei an dem dem Betrachter zugewandten axialen Ende der Lagerschale 100 in die Anschlagsfläche 106, und an dem dem Betrachter abgewandten axialen Ende der Lagerschale 100 in die Abstützfläche 105 für das Wälzlager oder Kugellager über .

Fig. 2c zeigt eine Ansicht von oben auf die Lagerschale 100 der Fig. 1, welche das halbrunde Querschnittsprofil der Taschen 104 verdeutlicht , die besonders einfach mechanisch angebracht oder aber in einem originären Spritzgussverfahren erzeugt werden können. Aus dieser Draufsicht geht auch hervor, in wieweit die Abstützfläche 105 und die Anschlagsfläche 106 von dem Grund- körper 101 der Lagerschale 100 abkragen.

Fig. 2d zeigt eine perspektivische Ansicht von schräg unten auf die Lagerschale der Fig . 1 , bei der noch einmal die umlaufende Fase zwischen Grundkörper 101 und Stützfläche 105 erkennbar ist. Diese Fase lässt z.B. ein besonders einfaches Selbstzentrieren der Lagerschale 100 an einem Rohr zu, wobei diese besonders einfach, insbesondere mit dem darin bereits aufgenommenen Wälzlager oder Kugellager zu montieren ist .

Fig. 3 zeigt eine teilweise geschnittene seitliche Ansicht eines Steuerkopfes eines Zweiradfahrzeugs mit einer oberen und unteren Lagereinheit 111 , 112. Eine Gabel 420 ist dabei mit einem Schaftrohr 410 drehfest verbunden. Über die obere Lagereinheit 111 und die untere Lagereinheit 112 wird das Schaftrohr 410 in einem Steuerrohr 400 drehbeweglich gelagert . Als Wälzlager 200 werden häufig SehrägkugeHager verwendet , allerdings sind auch andere Lagertypen möglich. Das Steuerrohr 400 ist hier Bestandteil eines Zweiradfahrzeugrahmens , welcher hier nur teilweise dargestellt ist . Die Ausführung des Rahmens ist dabei für die Funktion des Steuerkopflagers unerheblich. Zum Auf- nehmen der oberen Lagereinheit 111 weist das Steuerrohr 400 an seinem oberen Ende eine erfindungsgemäße Lagerschale 100 auf. Diese Lagerschale 100 wird in das Steuerrohr 400 eingepasst , um einen sicheren Halt für den Außenring des Wälzlagers 200 zu gewährleisten und damit ein Lager 300 zum drehbeweglichen Verbinden des Steuerrohrs 400 mit dem Schaftrohr 410 bereitzustellen. Dabei sorgt ein Spannteil 108 für den Gegendruck seitens des Schaftrohrs 410. Nach der Montage der oberen Lagereinheit 111 wird ein Deckel 107 aufgeschoben. Der Aufbau der unteren Lagereinheit 112 ist prinzipiell gleich, bis auf einen Laufring 110 , welcher für die Aufnahme der axialen Kräfte, die durch Stöße der Gabel 420 und den Kräften des Steuerrohrs 400 entstehen, zuständig ist .

Fig. 4 zeigt eine seitliche Schnittansieht der oberen Lagereinheit 111 der Fig. 3, mit einem über Dichtungen 109 abgedichteten Deckel 107 , welcher die erfindungsgemäße Lagerschale 100 mit dem darin verklemmten Wälzlager oder Kugellager 200 von oben her schützt . Damit wird ein Lager 300 zum drehbeweglichen Verbinden des Steuerrohrs 400 mit dem Schaftrohr 410 zur Verfügung gestellt . Das Spannteil 108 sorgt dabei für den Gegendruck seitens des Schaftrohrs 410 , um eine stabile Lage des Wälzlagers oder Kugellagers 200 entgegen den Klemmkräften sicherzustellen, die zwischen dem Wälzlager oder Kugellager 200 und der Lagerschale wirken, wenn der "Verformungseffekt" der zwischen den Taschen 104 ausgebildeten Stege eintritt .

Insgesamt steht damit ein Steuerkopflager für Zweiradfahrzeuge bereit , das eine obere und eine untere Lagereinheit 111 , 112 aufweist, durch die ein mit der Gabel 420 des Zweiradfahrzeuges starr verbundenes Schaftrohr 410 mit einem Steuerrohr 400 des Rahmens des Zweiradfahrzeuges spielfrei drehbeweglich verbindbar ist , wobei die Lagereinheit 111 , 112 j eweils in fest mit dem Steuerrohr 400 verbundenen Lagerschalen 100 angeordnet ist, und die Lagerschale 100 entlang ihres Umfangs Aussparungen 103 aufweist. Das Steuerkopflager sieht dabei Aussparungen 103 vor, am Umfang der Lagerschale 100 erstrecken. Diese Aussparungen 103 sind hier als Taschen 104 ausgebildet, und können an einer Innenseite oder einer Außenseite der Lager- schale 100 oder Innen und Außen angeordnet sein. Darüber hinaus können die Taschen 104 trapezförmig oder auch in anderen geometrischen Formen ausgeführt sein. In jedem Fall können die Lagerschalen 100 aus einem thermoplastischen Kunststoff oder auch aus einem Aluminiumdruckguss bestehen. Insbesondere können die Lagerschalen 100 aus einem Material mit Hohlräumen, z.B. einem PPE-Schaum (Polypropylen extrudiert) oder auch anderen durch Schaumextrusion hergestellten Kunststoffen bestehen. Das Verformen des Lagerschalenrings kann dabei nicht nur über den Materialeinsatz von KunsStoff realisiert, sondern auch mit nur geringfügig elastisch verformbaren Werkstoffen, wie z.B. weichen Aluminiumlegierungen bewirkt werden.

Die j etzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes .

Sollte sich hier bei näherer Prüfung, insbesondere auch des einschlägigen Standes der Technik, ergeben, dass das eine oder andere Merkmal für das Ziel der Erfindung zwar günstig, nicht aber entscheidend wichtig ist, so wird selbstverständlich schon jetzt eine Formulierung angestrebt, die ein solches Merkmal, insbesondere im Hauptanspruch, nicht mehr aufweist . Auch eine solche Unterkombination ist von der Offenbarung dieser Anmeldung abgedeckt .

Es ist weiter zu beachten, dass die in den verschiedenen Aus- führungsformen beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausgestaltungen und Varianten der Erfindung beliebig untereinander kombinierbar sind. Dabei sind einzelne oder mehrere Merkmale beliebig gegeneinander austauschbar. Diese Merkmalskombinationen sind ebenso mit offenbart . Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten RückbeZiehungen weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des Hau t- anspruches durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen.

Merkmale, die nur in der Beschreibung offenbart wurden oder auch Einzelmerkmale aus Ansprüchen, die eine Mehrzahl von Merkmalen umfassen, können jederzeit als von erfindungswesentlicher Bedeutung zur Abgrenzung vom Stande der Technik in den oder die unabhängigen Anspruch/Ansprüche übernommen werden, und zwar auch dann, wenn solche Merkmale im Zusammenhang mit anderen Merkmalen erwähnt wurden beziehungsweise im Zusammenhang mit anderen Merkmalen besonders günstige Ergebnisse erreichen.