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Patent Searching and Data


Title:
BELLOWS, VEHICLE AND RAIL VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/221530
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a bellows (6, 28, 42), in particular for an intercommunicating gangway (4) in a vehicle, having at least one textile layer (10, 30, 44). According to the invention, to achieve an improved bellows (6, 28, 42), in particular with an increased fire-resistance rating, the bellows (6, 28, 42) has a fire-resistance rating of at least 10 minutes.

Inventors:
WEIGEL HENNING (DE)
Application Number:
EP2020/058909
Publication Date:
November 05, 2020
Filing Date:
March 30, 2020
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS MOBILITY GMBH (DE)
International Classes:
A62C3/07; B60D5/00; B61D17/22
Foreign References:
US20110290146A12011-12-01
US20170297638A12017-10-19
EP0275365A11988-07-27
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Claims:
Patentansprüche

1. Faltenbalg (6, 28, 42), insbesondere für einen Fahrzeug verbindungsübergang (4), mit zumindest einer Textil schicht (10, 30, 44),

gekennzeichnet durch

einen Feuerwiderstand von mindestens 10 min.

2. Faltenbalg (6, 28, 42) nach Anspruch 1,

gekennzeichnet durch

einen Feuerwiderstand von mindestens 15 min.

3. Faltenbalg (6, 28, 42) nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Feuerwiderstand mindestens der Feuerwiderstandsklas se E10, insbesondere E15, entspricht.

4. Faltenbalg (6, 28, 42) nach einem der vorhergehenden An sprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Feuerwiderstand mindestens der Feuerwiderstandsklas se EI10, insbesondere EI15, entspricht.

5. Faltenbalg (6, 28, 42) nach einem der vorhergehenden An sprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Textilschicht (10, 30, 44) Aramidfasern und/oder Mi neralfasern (16, 37) aufweist.

6. Faltenbalg (6, 28) nach einem der vorhergehenden Ansprü che,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Textilschicht (10, 30) als zumindest eine Brand- schutztextilschicht (18, 32), insbesondere als zumindest ein Brandschutzgewebe (32), ausgebildet ist.

7. Faltenbalg (28) nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Brandschutztextilschicht (32) einen Dämmschichtbild ner (34) aufweist, welcher dazu ausgebildet ist, unter Hitzeeinwirkung aufzuschäumen.

8. Faltenbalg (6, 28) nach Anspruch 6 oder 7,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Brandschutztextilschicht (18) ein ablatives Brand schutzmaterial (20) aufweist, welches dazu ausgebildet ist, unter Hitzeeinwirkung Wasser freizusetzen.

9. Faltenbalg (6, 28, 42) nach einem der vorhergehenden An sprüche,

gekennzeichnet durch

eine weitere Textilschicht (8), welche mit einer gummi elastischen Beschichtung (14) beschichtet ist.

10. Faltenbalg (6) nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet, dass

die erstgenannte Textilschicht (10) auf der weiteren Textilschicht (8) aufgebracht ist.

11. Faltenbalg (28, 42) nach Anspruch 9,

gekennzeichnet durch

einen luftgefüllten Abstand (40), der zwischen der wei teren Textilschicht (8) und der erstgenannte Textil schicht (30, 44) angeordnet ist.

12. Faltenbalg (28) nach Anspruch 11,

dadurch gekennzeichnet, dass

die erstgenannte Textilschicht (30) ziehharmonikaartig in Falten gelegt ist.

13. Faltenbalg (42) nach Anspruch 11,

dadurch gekennzeichnet, dass

die erstgenannte Textilschicht (44) zwei Bahnen (48) aufweist, die lose überlappend angeordnet sind.

14. Faltenbalg (6, 28, 42) nach einem der Ansprüche

9 bis 13,

gekennzeichnet durch

einen Innenraum (11), der von den Textilschichten (8, 10,

30, 44) nach außen hin begrenzt wird,

wobei die weitere Textilschicht (8) auf einer dem Innen raum (11) zugewandten Seite (24) angeordnet ist. 15. Fahrzeug (2), insbesondere Schienenfahrzeug, mit zumin dest zwei Fahrzeugteilen, insbesondere Wagen, die über ei nen Fahrzeugverbindungsübergang (4) miteinander verbunden sind, und einem Faltenbalg (6, 28, 42) nach einem der vor hergehenden Ansprüche, der an dem Fahrzeugverbindungsüber gang (4) angeordnet ist.

Description:
Beschreibung

Faltenbalg, Fahrzeug und Schienenfahrzeug

Die Erfindung betrifft einen Faltenbalg, insbesondere für ei nen Fahrzeugverbindungsübergang, mit zumindest einer Textil schicht .

Ein Faltenbalg ist im Allgemeinen durch seine Auszugsfähig keit gekennzeichnet. Um diese Auszugsfähigkeit zu erreichen, kann die oben genannte Textilschicht des Faltenbalgs bei spielsweise ziehharmonikaartig in Falten liegen. Weiter kann die Textilschicht elastisch, d. h. in sich dehnbar, sein. Ei ne elastische Textilschicht kann zum Beispiel eine gummierte Textilschicht mit gewelltem/gestauchtem Fadenverlauf sein. Derartige Faltenbälge sind beispielsweise in EP 0 275 365 Al beschrieben .

In der Regel ist die Textilschicht mit einer gummielastischen Beschichtung beschichtet. Beispielsweise kann die Beschich tung der ersten Textilschicht ein Elastomer, ein thermoplas tisches Elastomer und/oder ein Silikon sein. Als Elastomer kann beispielsweise chlorsulfoniertes Polyethylen verwendet werden .

Weiter kann die gummielastische Beschichtung der Textil schicht zumindest ein Flammenschutzmittel enthalten. Auf die se Weise kann ein Schutz geben Entzündung und/oder Brandwei terleitung gewährleistet werden.

Als Flammenschutzmittel sind beispielsweise halogenhaltige Flammenschutzmittel bekannt. Ferner sind halogenfreie und an timonfreie Flammenschutzmittel bekannt.

Trotz der Beschichtung bietet eine derartige Textilschicht jedoch nur einen unzureichenden Feuerwiderstand und somit - je nach Anwendungsfall - einen unzureichenden Brandschutz. Ein derartiger Faltenbalg kann für einen Fahrzeugverbindungs übergang, beispielsweise für einen Wagenübergang eines Schie nenfahrzeugs, eingesetzt werden. Bricht im Inneren des Fahr zeugs ein Brand aus, so bietet der bisherige Faltenbalg einen unzureichenden Schutz für außen liegende Komponenten wie bei spielsweise Kabelstränge.

Eine Aufgabe der Erfindung ist es, einen Faltenbalg mit ver besserten Brandschutzeigenschaften anzugeben.

Die Aufgabe wird gelöst durch einen Faltenbalg, insbesondere für einen Fahrzeugverbindungsübergang, mit zumindest einer Textilschicht, welcher Faltenbalg erfindungsgemäß einen Feu erwiderstand von mindestens 10 min aufweist.

Auf diese Weise kann der Feuerwiderstand des Faltenbalgs bei einem Brand für mindestens 10 min bestehen.

Der Feuerwiderstand kann beispielsweise nach der Norm

DIN 4102 und/oder nach der Norm EN 13501 bestimmt werden.

Es ist vorteilhaft, wenn der Faltenbalg einen Feuerwiderstand von mindestens 15 min aufweist.

Zweckmäßigerweise entspricht der Feuerwiderstand mindestens der Feuerwiderstandsklasse E10. Insbesondere kann Feuerwider stand mindestens der Feuerwiderstandsklasse E15 entsprechen.

Auf diese Weise kann der Faltenbalg bei einem Brand für min destens 10 min, insbesondere für mindestens 15 min, einen Raumabschluss E ausbilden.

Weiter ist es bevorzugt, wenn der Feuerwiderstand mindestens der Feuerwiderstandsklasse EI10 entspricht. Insbesondere kann Feuerwiderstand mindestens der Feuerwiderstandsklasse EI15 entsprechen . Auf diese Weise kann der Faltenbalg bei einem Brand für min destens 10 min, insbesondere für mindestens 15 min, einen Raumabschluss E ausbilden sowie eine Wärmedämmung I gewähr leisten .

Vorzugsweise erreicht die Textilschicht zumindest einen Feu erwiderstand von 10 min. Insbesondere kann die Textilschicht zumindest einen Feuerwiderstand von 15 min erreichen.

Der der Feuerwiderstand der zweiten Textilschicht kann zumin dest der Feuerwiderstandsklasse E10, besonders bevorzugt E15, entsprechen. Insbesondere kann der der Feuerwiderstand der zweiten Textilschicht zumindest der Feuerwiderstandsklasse EI10, besonders bevorzugt EI15, entsprechen.

Es ist vorteilhaft, wenn die zweite Textilschicht schwer ent flammbar ist. Weiter ist es vorteilhaft, wenn die zweite Tex tilschicht zumindest schwer brennbar, insbesondere nicht brennbar, ist. Auf diese Weise kann ein Schutz geben Entzün dung und/oder Brandweiterleitung gewährleistet werden.

Eine Textilschicht kann beispielsweise ein Gewebe, ein Gewir ke, ein Gelege oder Ähnliches sein.

Sinnvollerweise umfasst die Textilschicht Fasern. Es ist vor teilhaft, wenn die Fasern der Textilschicht schwer entflamm bar sind. Weiter ist es vorteilhaft, wenn die Fasern der Tex tilschicht zumindest schwer brennbar, insbesondere nicht brennbar, sind.

Die Textilschicht kann beispielsweise Aramidfasern aufweisen. Weiter kann die Textilschicht beispielsweise Mineralfasern aufweisen. Die Mineralfasern können z. B. Glasfasern und/oder Steinwollfasern sein.

Es ist bevorzugt, wenn die Textilschicht als eine Brand- schutztextilschicht ausgebildet ist. Die Brandschutztextil- schicht kann insbesondere ein Brandschutzgewebe sein. Die Brandschutztextilschicht kann einen Dämmschichtbildner aufweisen. Insbesondere kann die zweite Textilschicht mit dem Brandschutzbildner beschichtet sein, um die Brandschutztex tilschicht auszubilden.

Zweckmäßigerweise ist der Dämmschichtbildner dazu ausgebil det/eingerichtet, unter Hitzeeinwirkung aufzuschäumen. Das heißt, dass der Dämmschichtbildner zweckmäßigerweise ein un ter Hitzeeinwirkung aufschäumendes Material ist.

Das heißt, dass der Dämmschichtbildner zweckmäßigerweise un ter Hitzeeinwirkung an Volumen zunimmt. Weiter heißt das, dass der Dämmschichtbildner zweckmäßigerweise unter Hitzeein wirkung an Dichte abnimmt.

Insbesondere können sich beim Aufschäumen unter Hitzeeinwir kung, auch Aufquellen unter Hitzeeinwirkung, Hohlräume inner halb des Dämmschichtbildners bilden. Die Hohlräume sind vor zugsweise gasgefüllt.

Der aufgeschäumte Dämmschichtbildner wirkt vorzugsweise ther misch isolierend.

Insbesondere kann der Dämmschichtbildner ein intumeszenter Stoff sein.

Ferner kann die Brandschutztextilschicht ein ablatives Brand schutzmaterial aufweisen. Zweckmäßigerweise ist das ablative Brandschutzmaterial dazu ausgebildet/eingerichtet, unter Hit zeeinwirkung Wasser freizusetzen. Das heißt, dass das ablati ve Brandschutzmaterial zweckmäßigerweise ein unter Hitzeein wirkung Wasser freisetzendes Material ist. Das heißt, dass das ablative Brandschutzmaterial unter Hitzeeinwirkung zweck mäßigerweise Wasser freisetzt. Es ist vorteilhaft, wenn das ablative Brandschutzmaterial Wasser bindet. Das heißt, es ist vorteilhaft, wenn in dem ab- lativen Brandschutzmaterial Wasser gebunden ist.

Das ablative Brandschutzmaterial kann beispielsweise als Hyd rat ausgebildet sein, in welchem Wasser gebunden ist. Insbe sondere kann das Wasser in Form von Hydratwasser, insbesonde re in Form von Kristallwasser, gebunden sein.

Zweckmäßigerweise ist das Hydrat ein Festkörper, insbesondere ein kristalliner Festkörper, in welchem Wasser gebunden ist. Das Hydrat kann beispielsweise ein anorganisches Hydrat sein. Insbesondere kann das Hydrat ein Metall-Hydrat sein.

Insbesondere kann das Hydrat das bisher gebundene Wasser un ter Hitzeeinwirkung freisetzen. Bei der Wasserfreisetzung kann das Hydrat in ein Anhydrat umgewandelt werden.

Zweckmäßigerweise verbraucht das ablative Brandschutzmateri al, insbesondere das Hydrat, dann, wenn es Wasser freisetzt, Energie. Das heißt, dass das Wasser bei einer endothermen Re aktion freigesetzt wird. Auf diese Weise kann das ablative Brandschutzmaterial kühlend wirken.

Ferner kann das vom ablativen Brandschutzmaterial freigesetz te Wasser verdunsten und/oder verdampfen. Zweckmäßigerweise wird bei der Verdunstung bzw. bei der Verdampfung Energie verbraucht. Auf diese Weise kann eine weitere Kühlwirkung er zielt werden.

Die Textilschicht kann auch als eine Kombination mehrerer Brandschutztextilschichten ausgebildet sein.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst der Faltenbalg eine weitere Textilschicht. Die weitere Textil schicht ist vorzugsweise mit einer gummielastischen Beschich tung beschichtet. Auf diese Weise kann beispielsweise eine Optik eine schall dämmende Wirkung und/oder eine Widerstandsfähigkeit des Falt enbalgs verbessert werden.

Beispielsweise kann die gummielastische Beschichtung der wei teren Textilschicht ein Elastomer, ein thermoplastisches Elastomer und/oder ein Silikon umfassen.

Der gummielastischen Beschichtung der weiteren Textilschicht kann ein Flammschutzmittel zugesetzt sein. Das heißt, dass die gummielastische Beschichtung der weiteren Textilschicht ein Flammschutzmittel aufweisen kann.

Die erstgenannte Textilschicht kann, insbesondere direkt oder indirekt, auf der weiteren Textilschicht aufgebracht sein.

Auf diese Weise kann die weitere Textilschicht mit der erst genannten Textilschicht zu einem Materialverbund verbunden sein .

Beispielsweise kann die erstgenannte Textilschicht, insbeson dere direkt oder indirekt, auf der weiteren Textilschicht aufgeklebt, aufgenäht und/oder anderweitig aufgebracht sein. Insbesondere kann die erstgenannte Textilschicht, insbesonde re direkt oder indirekt, mit der weiteren Textilschicht ver klebt, vernäht, vernietet und/oder anderweitig verbunden sein .

Weiter kann der Faltenbalg einen luftgefüllten Abstand auf weisen, der zwischen der weiteren Textilschicht und der erst genannten Textilschicht angeordnet ist. Auf diese Weise kann die erstgenannte Textilschicht beabstandet von der weiteren Textilschicht angeordnet sein.

Die erstgenannte Textilschicht kann ziehharmonikaartig in Falten gelegt sein.

Weiter kann die erstgenannte Textilschicht zwei Bahnen auf weisen, die lose überlappend angeordnet sind. Als „überlap- pend" kann aufgefasst werden, wenn die Textilschichten zumin dest in einem ( Teil- ) Bereich überlappen. Als „lose überlap pend" kann aufgefasst werden, wenn die Bahnen der erstgenann ten Textilschicht in dem überlappenden Bereich keine feste Verbindung aufweisen.

Auf diese Weise kann eine Auszugsfähigkeit erreicht werden. Insbesondere ist auf diese Weise ein Längenausgleich möglich.

Es ist sinnvoll, wenn der Faltenbalg einen Innenraum aufweist oder aufspannt. Sinnvollerweise wird der Innenraum des Falt enbalgs von den Textilschichten des Faltenbalgs nach außen hin begrenzt.

Das heißt, wenn der Faltenbalg nur die erstgenannte Textil schicht aufweist, dann wird der Innenraum des Faltenbalgs zweckmäßigerweise von der erstgenannten Textilschicht nach außen hin begrenzt. Wenn der Faltenbalg mehrere Textilschich ten, insbesondere die erstgenannte Textilschicht und die wei tere Textilschicht, aufweist, dann wird der Innenraum des Faltenbalgs zweckmäßigerweise von diesen Textilschichten nach außen hin begrenzt.

Falls der Faltenbalg für einen Fahrzeugverbindungsübergang verwendet wird, dann ist der Innenraum des Faltenbalgs sinn vollerweise begehbar. Falls der Faltenbalg für ein Fahrzeug verwendet wird, dann ist der Innenraum des Faltenbalgs vor zugsweise als Fahrgastinnenraum oder als Teil eines Fahrgas tinnenraums ausgebildet.

Beispielsweise kann die erstgenannte Textilschicht auf einer dem Innenraum zugewandten Seite angeordnet sein. Weiter kann die weitere Textilschicht auf einer vom Innenraum abgewandten Seite angeordnet sein.

Es ist bevorzugt, wenn die erstgenannte Textilschicht auf der vom Innenraum abgewandten Seite angeordnet ist. Die weitere Textilschicht ist vorzugsweise auf der dem Innenraum zuge wandten Seite angeordnet.

Weiter ist es möglich, dass die erstgenannte Textilschicht auf der dem Innenraum zugewandten Seite angeordnet und eine weitere solche erstgenannte Textilschicht auf der vom Innen raum abgewandten Seite angeordnet ist. In diesem Fall kann die weitere Textilschicht zwischen der erstgenannten zweiten Textilschicht und der weiteren solchen zweiten Textilschicht angeordnet sein.

Ferner ist es möglich, dass die weitere Textilschicht auf der dem Innenraum zugewandten Seite angeordnet und eine zweite solche weitere Textilschicht auf der vom Innenraum abgewand ten Seite angeordnet ist. In diesem Fall kann die erstgenann te Textilschicht zwischen den beiden weiteren Textilschichten angeordnet sein.

Ferner ist die Erfindung gerichtet auf ein Fahrzeug mit zu mindest zwei Fahrzeugteilen, die über einen Fahrzeugverbin dungsübergang miteinander verbunden sind, und dem zuvor ge nannten Faltenbalg und/oder eine seiner Weiterbildungen. Der Faltenbalg ist an dem Fahrzeugverbindungsübergang angeordnet.

Unter Verwendung des Faltenbalgs kann die Gefahr eines Über greifens eines Feuers, welches im Inneren des Fahrzeugs aus gebrochen ist, auf außerhalb des Faltenbalgs liegende Kompo nenten wie beispielsweise Kabelstränge, welche die beiden Fahrzeugteile miteinander verbinden, reduziert werden.

Das Fahrzeug kann beispielsweise ein Bus, insbesondere ein Gelenkbus, sein.

Das zuvor genannte Fahrzeug kann insbesondere ein Schienen fahrzeug sein. Wenn das Fahrzeug ein Schienenfahrzeug ist, dann sind vorzugsweise die Fahrzeugteile als Wagen ausgebil det. Wenn das Fahrzeug ein Schienenfahrzeug ist, dann ist au- ßerdem vorzugsweise der Fahrzeugverbindungsübergang als Wa genübergang ausgebildet.

Das heißt, die Erfindung ist außerdem gerichtet auf ein

Schienenfahrzeug mit zumindest zwei Wagen, die über einen Wa genübergang miteinander verbunden sind, und dem zuvor genann ten Faltenbalg und/oder eine seiner Weiterbildungen, wobei der Faltenbalg an dem Wagenübergang angeordnet ist.

Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltun gen der Erfindung enthält zahlreiche Merkmale, die in den einzelnen Unteransprüchen teilweise zu mehreren zusammenge fasst wiedergegeben sind. Diese Merkmale können jedoch zweck mäßigerweise auch einzeln betrachtet und zu sinnvollen weite ren Kombinationen zusammengefasst werden. Insbesondere sind diese Merkmale jeweils einzeln und in beliebiger geeigneter Kombination mit dem erfindungsgemäßen Faltenbalg und dem er findungsgemäßen Fahrzeug kombinierbar.

Auch wenn in der Beschreibung bzw. in den Patentansprüchen einige Begriffe jeweils im Singular oder in Verbindung mit einem Zahlwort verwendet werden, soll der Umfang der Erfin dung für diese Begriffe nicht auf den Singular oder das je weilige Zahlwort eingeschränkt sein.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusam menhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbei spiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläu tert werden. Die Ausführungsbeispiele dienen der Erläuterung der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die da rin angegebene Kombination von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Außerdem können dazu geeignete Merkmale eines jeden Ausführungsbeispiels auch explizit iso liert betrachtet, aus einem Ausführungsbeispiel entfernt, in ein anderes Ausführungsbeispiel zu dessen Ergänzung einge bracht und mit einem beliebigen der Ansprüche kombiniert wer- den .

Es zeigen:

FIG 1 eine Ansicht eines Faltenbalgs eines Schienenfahr zeugs ,

FIG 2 Querschnitt durch den Faltenbalg aus FIG 1 mit,

FIG 3 Querschnitt durch einen anderen Faltenbalg,

FIG 4 Querschnitt durch einen weiteren Faltenbalg und

FIG 5 Längsschnitt durch den Faltenbalg aus FIG 4.

FIG 1 zeigt einen Querschnitt durch ein als Schienenfahrzeug 2 ausgebildetes Fahrzeug. Das Schienenfahrzeug 2 weist zumin dest zwei Wagen auf, die über einen als Wagenübergang 4 aus gebildeten Fahrzeugverbindungsübergang miteinander verbunden sind. Außerdem weist das Schienenfahrzeug 2 einen Faltenbalg 6 auf, der an dem Wagenübergang 4 angeordnet ist.

FIG 1 zeigt außerdem eine Ansicht dieses Faltenbalgs 6. In FIG 2 ist ein Querschnitt durch den Faltenbalg 6 (bzw. eines Teils davon) dargestellt.

Der Faltenbalg 6 weist eine erste Textilschicht 8 und eine zweite Textilschicht 10 auf.

Außerdem weist der Faltenbalg 6 einen Innenraum 11 auf, der von den Textilschichten 8, 10 nach außen hin begrenzt wird.

Der Innenraum 11 ist begehbar und bildet einen Teil eines Fahrgastinnenraums des Schienenfahrzeugs 2 aus.

Die erste Textilschicht 8 ist als Gewebeschicht 12 ausge führt .

Die erste Textilschicht 8 ist mit einer gummielastischen Be- Schichtung 14 beschichtet.

Beispielsweise kann die gummielastische Beschichtung 14 der ersten Textilschicht 8 einen Elastomer, einen thermoplasti schen Elastomer und/oder ein Silikon aufweisen. Als Elastomer kann beispielsweise chlorsulfoniertes Polyethylen verwendet werden. Der Beschichtung 14 kann außerdem ein Flammschutzmit tel zugesetzt sein.

Das heißt, dass die ersten Textilschicht 8 beispielsweise ei ne elastomerbeschichtete Gewebeschicht 12, eine thermoplast beschichtete Gewebeschicht 12 und/oder eine silikonbeschich tete Gewebeschicht 12 sein kann.

Außerdem ist die erste Textilschicht 8 in Längsrichtung des Faltenbalgs 6 (und somit in Längsrichtung des Schienenfahr zeugs 2) ziehharmonikaartig in Falten gelegt.

Die zweite Textilschicht 10 weist einen Feuerwiderstand von mindestens 10 min auf. Das heißt, die zweite Textilschicht 10 erreicht zumindest einen Feuerwiderstand von 10 min. Das heißt, dass der Feuerwiderstand der zweiten Textilschicht 10 bei einem Brand für mindestens 10 min besteht.

Insbesondere bildet die zweite Textilschicht 10 bei einem Brand, insbesondere für mindestens 10 min, einen Raumab schluss E aus.

Weiter kann die zweite Textilschicht 10 bei einem Brand, ins besondere für mindestens 10 min, eine Wärmedämmung I ausbil den/gewährleisten .

Die zweite Textilschicht 10 weist Mineralfasern 16, hier Glasfasern auf. Derartige Fasern sind schwer entflammbar und nicht brennbar.

Insbesondere ist die zweite Textilschicht 10 als eine Brand- schutztextilschicht 18 ausgebildet. Die Brandschutztextilschicht 18 weist - neben den Mineralfa sern 16 - ein ablatives Brandschutzmaterial 20 auf. Das abla- tive Brandschutzmaterial 20 ist ein unter Hitzeeinwirkung Wasser freisetzendes Material.

In diesem Beispiel ist das ablative Brandschutzmaterial 20 ein Hydrat 22, in welchem Wasser in Form von Kristallwasser gebunden ist.

Auf diese Weise kann unter Verwendung der zweiten Textil schicht 10 der Wärmedurchtritt durch den Faltenbalg 6 hin durch verzögert werden. Weiter kann unter Verwendung der zweiten Textilschicht 10 ein Durchbrand durch den Faltenbalg 6 hindurch verzögert werden.

Auf diese Weise erreicht der Faltenbalg 6 einen Feuerwider stand von mindestens 10 min, insbesondere von mindestens 15 min. Der Feuerweiderstand des Faltenbalgs 6 entspricht min destens der Feuerwiderstandsklasse E10, insbesondere mindes tens E15. Insbesondere kann der Feuerweiderstand des Falten balgs 6 mindestens der Feuerwiderstandsklasse EI10, besonders bevorzugt mindestens EI15, entsprechen.

Neben der Brandschutztextilschicht 18 können prinzipiell auch noch weitere Schichten vorgesehen sein.

Die zweite Textilschicht 10 ist auf der ersten Textilschicht 8 aufgebracht.

Da die erste Textilschicht 8 ziehharmonikaartig in Falten ge legt ist und die zweite Textilschicht 10 auf der ersten Tex tilschicht 8 aufgebracht ist, ist auch die zweite Textil schicht 10 ziehharmonikaartig in Falten gelegt.

Die zweite Textilschicht 10, welche hier als Brandschutztex tilschicht 18 ausgebildet ist, ist auf einer dem Innenraum 11 zugewandten Seite 24 angeordnet, wohingegen die erste Textil- Schicht 8 auf einer vom Innenraum 11 abgewandten Seite 26 an geordnet ist.

Alternativ könnte die zweite Textilschicht 10 auf der vom In nenraum 11 abgewandten Seite 26 angeordnet sein, wohingegen die erste Textilschicht 8 auf der dem Innenraum 11 zugewand ten Seite 24 angeordnet sein könnte (nicht gezeigt) .

Prinzipiell könnte der Faltenbalg 6 auch nur die zweite Tex tilschicht 10 - ohne der ersten Textilschicht 8 - aufweisen.

FIG 3 zeigt schematisch einen Querschnitt durch einen anderen Faltenbalg 28 eines Schienenfahrzeugs.

Die nachfolgende Beschreibung beschränkt sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel aus FIG 1 und FIG 2, auf das bezüglich gleich bleibender Merkmale und Funk tionen verwiesen wird. Im Wesentlichen gleich bleibende Ele mente werden grundsätzlich mit den gleichen Bezugszeichen be zeichnet und nicht erwähnte Merkmale sind in das folgende Ausführungsbeispiel übernommen, ohne dass sie erneut be schrieben sind.

Die erste Textilschicht 8 ist mit einer gummielastischen Be schichtung 14 beschichtet.

Die zweite Textilschicht 30 weist - in analoger Weise wie die zweite Textilschicht 10 in FIG 2 - einen Feuerwiderstand auf.

Die zweite Textilschicht 30 ist als eine Kombination mehre rer, hier zweier, Brandschutztextilschichten 18, 32 ausgebil det .

Die erste Brandschutztextilschicht 18 weist Mineralfasern 16 sowie ein ablatives Brandschutzmaterial 20 auf. Das ablative Brandschutzmaterial 20 ist ein unter Hitzeeinwirkung Wasser freisetzendes Material. Die zweite Brandschutztextilschicht 32 ist als Brandschutzge webe ausgebildet.

Die zweite Brandschutztextilschicht 32 weist einen Dämm schichtbildner 34 auf. Der Dämmschichtbildner 34 ist ein un ter Hitzeeinwirkung aufschäumendes Material.

Ferner weist die zweite Brandschutztextilschicht 32 ein Trä germaterial 36 für den Dämmschichtbildner 34 auf. Das Träger material 36 ist in diesem Beispiel als Glasfasergewebe 38, insbesondere als Glasfilamentgewebe, ausgeführt. Das heißt, dass die zweite Brandschutztextilschicht 32 die Glasfilamente

37 des als Glasfilamentgewebe ausgeführten Glasfasergewebes

38 aufweist.

Die zweite Brandschutztextilschicht 32 der zweiten Textil schicht 10 kann bei Hitzeeinwirkung, insbesondere bei einem Brand, aufschäumen. Die aufgeschäumte Schicht wirkt thermisch isolierend, d. h. wirkt als Dämmschicht.

Auf diese Weise kann unter Verwendung der zweiten Textil schicht 30 der Wärmedurchtritt durch den Faltenbalg 28 hin durch verzögert werden. Weiter kann unter Verwendung der zweiten Textilschicht 30 ein Durchbrand durch den Faltenbalg 28 hindurch verzögert werden.

Auf diese Weise erreicht der Faltenbalg 28 einen Feuerwider stand von mindestens 10 min, insbesondere von mindestens 15 min .

Die zweite Textilschicht 30 kann weitere Schichten aufweisen. Beispielsweise könnte die zweite Textilschicht 30 eine saug fähige Schicht aufweisen (nicht gezeigt) . Beispielsweise könnte die saugfähige Schicht benachbart zu der ersten Brand schutztextilschicht 18 angeordnet sein.

Anstatt der hier im Zusammenhang mit FIG 3 beschriebenen zweiten Textilschicht 30 könnte auch die in FIG 2 beschriebe- ne zweite Textilschicht 10 verwendet werden. Weiter könnte in FIG 2 statt der dort beschriebenen zweiten Textilschicht 10 die hier im Zusammenhang mit FIG 3 beschriebene zweite Tex tilschicht 30 verwendet werden.

Prinzipiell könnte die zweite Textilschicht 30 auch nur eine der genannten Brandschutztextilschichten 18, 32 aufweisen. Weiter könnte jede der genannten Brandschutztextilschichten 18, 32 auch abgewandelt ausgeführt sein.

Zwischen der ersten Textilschicht 8 und der zweiten Textil schicht 30 ist in diesem Ausführungsbeispiel ein luftgefüll ter Abstand 40 angeordnet.

Die zweite Textilschicht 30 ist in analoger Weise wie die erste Textilschicht 8 ziehharmonikaartig in Falten gelegt.

Aufgrund des Abstands 40 kann sich die zweite Textilschicht 30 unabhängig von der ersten Textilschicht 8 bewegen. Insbe sondere ist auf diese Weise die zweite Textilschicht 30 unab hängig von der ersten Textilschicht 8 auszugsfähig.

Der luftgefüllter Abstand 40 hat eine zusätzliche thermisch isolierende Wirkung.

Die zweite Textilschicht 30 kann - wie hier gezeigt - auf der dem Innenraum 11 zugewandten Seite 24 angeordnet sein oder kann auf der vom Innenraum 11 abgewandten Seite 26 angeordnet sein (nicht gezeigt) .

FIG 4 zeigt schematisch einen Querschnitt durch einen weite ren Faltenbalg 42 eines Schienenfahrzeugs. Außerdem zeigt FIG 5 einen Längsschnitt durch den letztgenannten Faltenbalg 42.

In FIG 4 ist eine Schnittebene V-V eingezeichnet. FIG 5 zeigt den Längsschnitt entlang der Schnittebene V-V. Weiter ist in FIG 5 die Schnittebene IV-IV eingezeichnet. FIG 4 zeigt den Querschnitt entlang der Schnittebene IV- IV.

Die nachfolgende Beschreibung beschränkt sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel aus FIG 3, auf das bezüglich gleich bleibender Merkmale und Funktionen ver wiesen wird. Im Wesentlichen gleich bleibende Elemente werden grundsätzlich mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet und nicht erwähnte Merkmale sind in das folgende Ausführungsbei spiel übernommen, ohne dass sie erneut beschrieben sind.

Die erste Textilschicht 8 ist mit einer gummielastischen Be schichtung 14 beschichtet.

Die zweite Textilschicht 44 weist - in analoger Weise wie die zweite Textilschicht 10 in FIG 2 - einen Feuerwiderstand auf.

Die zweite Textilschicht 44 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Glasvlies 46 ausgeführt. Das heißt, dass die zweite Tex tilschicht 44 als Glasfasern ausgebildete Mineralfasern 16 des Glasvlieses 46 aufweist. Das Glasvlies 46 liegt hier un beschichtet vor.

Auf diese Weise kann unter Verwendung der zweiten Textil schicht 44 der Wärmedurchtritt durch den Faltenbalg 42 hin durch verzögert werden. Weiter kann unter Verwendung der zweiten Textilschicht 44 ein Durchbrand durch den Faltenbalg 42 hindurch verzögert werden.

Auf diese Weise erreicht der Faltenbalg 42 einen Feuerwider stand von mindestens 10 min, insbesondere von mindestens 15 min .

Prinzipiell könnte die zweite Textilschicht 44 auch als eine Brandschutztextilschicht, insbesondere eine der zuvor genann ten Brandschutztextilschichten 18, 32, oder als eine Kombina tion mehrerer Brandschutztextilschichten, - beispielsweise analog wie in FIG 2 bzw. in FIG 3 beschrieben - ausgeführt sein. Weiter könnte in FIG 2 oder FIG 3 statt der jeweiligen dort beschriebenen zweiten Textilschicht 10, 30 die hier im Zusammenhang mit FIG 4 beschriebene zweite Textilschicht 44 verwendet werden.

Der Faltenbalg 42 in FIG 4 und FIG 5 weist einen luftgefüll ten Abstand 40 auf, der zwischen der ersten Textilschicht 8 und der zweiten Textilschicht 44 angeordnet ist. Der Abstand 40 ist variabel.

In diesem Ausführungsbeispiel weist die zweite Textilschicht 44 zwei Bahnen 48 auf, die lose überlappend angeordnet sind. Die beiden Bahnen 48 der zweiten Textilschicht 44 überlappen in Längsrichtung des Faltenbalgs 42 gesehen im mittleren Be reich (siehe FIG 5) . Die Bahnen 48 sind nicht miteinander verbunden .

Auf diese Weise ist die zweite Textilschicht 44, insbesondere unabhängig von der ersten Textilschicht 8, auszugsfähig.

Die Ausgestaltung der zweiten Textilschicht 44 mit den zwei Bahnen 48 ist materialsparend, ist einfach ausführbar sowie bei bereits bestehenden Fahrzeugen einfach nachrüstbar.

In FIG 5 ist die zeichnungsgemäß linke Bahn 48 beispielhaft hinter der zeichnungsgemäßen rechten Bahn 48 angeordnet. Die jenige Kante der zeichnungsgemäßen linken Bahn 48, die von der zeichnungsgemäßen rechten Bahn 48 verdeckt wird, ist in FIG 5 gestrichelt eingezeichnet.

Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausfüh rungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele ein geschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen .