Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
BIODEGRADABLE AUXILIARY AGENT FOR CONCRETE CONSTRUCTION, A METHOD FOR THE PRODUCTION AND THE USE THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2005/012421
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a biodegradable auxiliary agent for concrete construction and to a method for the production and the use thereof. The aim of said invention is to deliver a biodegradable auxiliary agent for concrete construction, a method for the production and the use thereof in order to obtain a low-cost, universally applicable and easily producible moulded article which is free of disadvantages of a state of the art. For this purpose, said invention is characterised in that the inventive auxiliary agent consist of starch and/ or pre-crosslinked vegetable flours, water and mainly biodegradable supplementary material in such a way that said auxiliary agents are usable in the form of moulded articles for a concrete construction and reduced in the form of residual powdery material, or eliminated in a certain time or remain in the concrete.

Inventors:
Glusa, Dieter (Corso Italia Nr. 7, Campione, I-6911, IT)
Lindner, Reinhard (Strasse zum weissen Stein 76, Breitenbach, 06528, DE)
Schmauder, Hans-peter (Anna-Siemsen-Strasse 59, Jena, 07745, DE)
Application Number:
PCT/DE2004/001727
Publication Date:
February 10, 2005
Filing Date:
July 30, 2004
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
ALONID AKTIENGESELLSCHAFT (Alpenstrasse 9, Zug, CH-6300, CH)
Glusa, Dieter (Corso Italia Nr. 7, Campione, I-6911, IT)
Lindner, Reinhard (Strasse zum weissen Stein 76, Breitenbach, 06528, DE)
Schmauder, Hans-peter (Anna-Siemsen-Strasse 59, Jena, 07745, DE)
International Classes:
B28B7/34; E04G9/02; E04G9/10; E04G15/04; E04G15/06; H02G3/14; B28B7/34; E04G9/02; E04G9/10; E04G15/00; H02G3/14; (IPC1-7): C08L3/02; E04G15/06
Attorney, Agent or Firm:
Bock, Gerhard (Bock & Bieber, Albert-Einsteinstrasse 6, Jena, 07745, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche
1. Biologisch abbaubare Hilfsmittel für den Betonbau bestehend aus Stärke und/oder vorvernetzten Pflanzenmehlen, Wasser und vorrangig biologisch abbaubaren Zuschlagstoffen, so dass diese Hilfsmittel nach einer gewissen Zeit zu pulverartigem Restmaterial zerfallen, entfernt werden oder im Beton verbleiben können.
2. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasseranteil 40 bis 65 %, der Stärke und/oder Pflanzenmehlanteil 15 bis 40 % und der Zuschlagstoffanteil bis zu 35% beträgt.
3. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschlagstoffe Trennmittel mit einen Anteil von 0,05 bis 7,50 %, Verdickungsmittel mit einen Anteil von 0,5 bis 7,50 %, Faserstoffe mit einen Anteil von 5 bis 34,5 % und Füllstoffe mit einen Anteil von 2,5 bis 15 % sind.
4. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennmittel Stearate und/oder Wachse sind.
5. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickungsmittel Xanthane und/oder vorverkleisterte Stärke und/oder Polyvinylacetat und/oder Polyvinyalkohol sind.
6. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserstoffe Pflanzenfasern sind.
7. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pflanzenfasern Papier und/oder Zellulose und/oder Hanf und/oder Stroh und/oder Holzfasern sind.
8. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserlänge der Faserstoffe 0,05 bis 5,0 mm beträgt.
9. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstoffe Kreide und/oder Titandioxyd und/oder Mehle sind.
10. Biologisch abbaubare Hilfsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschlagstoffe mit einem Grad von 106 bis 10~2vernetzt sind.
11. Verfahren zur Herstellung biologisch abbaubar Hilfsmittel nach einem der voranstehenden Ansprüchen durch das Vermischen von Stärke und/oder vorvernetzten Pflanzenmehlen, Wasser und vorrangig biologisch abbaubaren Zuschlagstoffen, den Zusatz von Chitosan, Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat, Polyethylenglykol und die anschließende thermische Behandlung oder Mikrowellenbehandlung, so dass glatte Hilfsmitteloberflächen ausgebildet werden.
12. Verfahren zur Herstellung biologisch abbaubare Hilfsmittel nach einem der voranstehenden Ansprüchen durch das Vermischen von Stärke und/oder vorvernetzten Pflanzenmehlen, Wasser und vorrangig biologisch abbaubaren Zuschlagstoffen, den Zusatz von Fasern und/oder Amylose und/oder Treibmitteln und die anschließende thermische Behandlung oder Mikrowellenbehandlung, so dass rauhe Hilfsmitteloberflächen ausgebildet werden.
13. Verwendung der biologisch abbaubaren Hilfsmittel nach einem der voranstehenden Ansprüche als Formkörper im Betonbau.
Description:
Biologisch abbaubare Hilfsmittel für den Betonbau, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung Beschreibung Die Erfindung betrifft biologisch abbaubare Hilfsmittel für den Betonbau, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.

Zur Schaffung von Hohlräumen an und in Baukörpern und Bauteilen wird üblicherweise ein Nachbearbeitungsprozess durch Bohren, Schneiden, Stemmen etc. oder während der Herstellung durch das Einbringen von Voll-oder Hohlkörpern aus Holz, Metall, Kunststoffen und anderen Materialien durchgeführt. Die im Baukörper eingelegten Teile verbleiben nach dem Abbindeprozess als"Verlorene Schalung"oder müssen wieder entfernt und entsorgt werden. Insbesondere bei der Herstellung von Betonkörpern kommt es dabei häufig zur Verschwemmung der Formteile, die dann nicht mehr oder nur schwer auffindbar sind.'Bei Hohlformen, wie z. B. Leerrohren entstehen durch das Ausfüllen oder den Verschluß des gewünschten Freiraumes erhebliche Mehraufwendungen.

Bisher ist es weiterhin üblich, erforderliche Kemlochbohrungen für Trag- und Befestigungselemente in Betonteile und-bauten nachträglich in diese einzubringen. Damit verbunden sind erheblicher Arbeitsaufwand sowie Belästigungen durch Lärm und Staub. Beispielsweise für das Anbringen von Wärmedämmung an großflächigen Außenfassaden sind zum Einsetzen der entsprechenden Haltedübel pro m2 ca. 4 Bohrungen erforderlich. Ähnlich verhält es sich bei vorgehängten Fassaden.

Bei der Rekonstruktion und Modernisierung oder der Neuerrichtung von Bauwerken entstehen häufig wegen ungenügendem Schutz der vorhandenen Installationsanlagen erhebliche Verschmutzungen und Schäden durch Mörtel oder Beton an oder in Dosen, Verteilern, Leitungen, Kanälen etc. Damit verbunden sind zusätzliche Aufwendungen für Reinigung, Reparatur und teilweise Erneuerungen.

Bisher ist es des Weiteren üblich, erforderliche Hohlräume und Fugen in Betonbauten oder bei der Herstellung von Betonteilen durch das Einbringen von Schalungen aus Metall oder Holz in die Außenschalung bzw. durch Nacharbeit (z. B. durch Schneiden und/oder Fräsen) herzustellen. Diese Schalungselemente müssen nach dem Abbindeprozess oftmals aufwendig und mühevoll entfernt und ggf. entsorgt werden.

Werden Betonteile in Formen vorgefertigt, dann sind große Aufwendungen für die Vorfertigung der Form, das Entformen der Betonteile aus der Form und das Entformen erforderlich. Der Zeitaufwand dafür ist erheblich und es treten Schäden an den Betonteilen bei der Entformung auf.

Zur Lösung dieser offenen Fragestellungen und zum Einsatz von leicht abbaubaren Materialien sind eine Reihe von Verfahren vorgeschlagen worden.

In der Schrift EP 1 327 663 werden biologisch abbaubare kompostierbare Container offenbart. Diese Materialien werden aus vorgelierten Stärkesuspensionen mit Fasern und anderen Materialien in Formen bei 250°C hergestellt. Verwendet werden diese Materialien im Food-Bereich.

In DE 197 04 379 wird die Herstellung und Anwendung von Unterzugverschalelementen beschrieben. Diese Elemente werden aus einem verrottbaren, eine Matrix und Verstärkungsmaterialien aufweisenden Verbundwerkstoff hergestellt. Die Matrix wird aus nativer Kartoffel-und/oder Maisstärke und Wasser hergestellt. Zusätzlich zu der Stärke und dem Wasser kommen Fasern, Weichmacher und andere Produkte zum Einsatz. Allerdings ist in der Schrift beschrieben, dass es durchaus möglich ist, dass durch zu starke Wasseraufnahme während des Abbindeprozesses des Betons und/oder des Baumaterials der Verbundwerkstoff seine Formstabilität verlieren kann, so dass eine zusätzliche wasserabweisende Beschichtung aus einem natürlichem Material zusätzlich eingesetzt werden muss. Diese zusätzliche Behandlung verkompliziert und verteuert das Verfahren zusätzlich.

In DE 299 11 538 Ul ist eine nichtölbeschichtete Schalung mit Naturstoffen als Bestandteil beschrieben. Diese Schalung besteht aus Verbindungen auf der Basis von geflochtenen Hanffasern, die mit Phenolharz getränkt sind. Wichtig ist in diesem Falle die Herausbildung von sehr glatten Oberflächen. Allerdings benötigt der Einsatz dieser Produkte den üblichen Aufwand zur Entfernung der Schalungselemente.

Ebenfalls naturbasierte Bestandteile werden in der EP 1 151972 beschrieben. Es wird eine spezielle Form von Polymerbeton hergestellt, bei dessen Produktion wasserlösliche, aber auch bei Anwesenheit von Wasser aushärtende Polymere, beispielsweise Polymersilikate, Polyvinylether, Polyvinylpyrrolidone, zum Einsatz kommen. Die naturbasierten Zusätze sind Fasern, vorzugsweise Bambusfasern. Ein nicht unbedeutender Nachteil des Verfahrens ist in der Tatsache zu sehen, dass die zwar leichteren und kostengünstigeren Schalungselemente als herkömmlich verwendete wieder manuell und umständlich entfernt werden müssen, so dass zwar eine Kostenreduzierung, aber keine Arbeitseinsparung erfolgt.

Die Schriften DE 295 22 142 U1 und EP 1 265 957 offenbaren biologisch abbaubare Mischungen, die unter anderen auch anorganische Füllstoffe enthalten, die beim biologischen Abbau keine Schadstoffe freisetzen. Für die Produkte werden Applikationen im Fast Food-Bereich beschrieben.

Aufgabe der Erfindung ist es, biologisch abbaubare Hilfsmittel für den Betonbau, ein Verfahren zur Herstellung dieser Hilfsmittel und deren Verwendung anzugeben, um preiswerte, universell einsetzbare, leicht herstell-und entfernbare Formkörper bereitzustellen, die die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweisen.

Diese Aufgabe wird gemäß den Ansprüchen 1, 11 und 13 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den nachgeordneten Ansprüchen 2 bis 10 sowie 12 entnehmbar.

Ein wesentlicher Grundgedanke der Erfindung ist es, dass die Hilfsmittel /Formkörper für den Betonbau aus Stärke und Wasser bestehen, die ggf. mit vorrangig biologisch abbaubaren Zuschlagstoffen versehen sind, so dass diese Hilfsmittel nach einer gewissen Zeit zu pulverartigem Restmaterial, das mechanisch oder pneumatisch (bspw.

Blasen oder Saugen) entfernt werden kann, um kompostiert zu werden oder das aufgrund seiner geringen Masse im Betonbauteil verbleiben kann.

Erfmdungswesentlich ist weiterhin, dass die Stärke durch vorvernetzte Pflanzenmehle teilweise oder völlig ersetzt werden kann.

Erfindungsgemäss werden durch die auf Stärkebasis gefertigten Hilfsmittel die im Betonbau erforderlichen Schalungen, Fugenbänder oder Hohlräume, wie bspw. Leerdorne, Kernlöcher, Ausnehmungen für Instalationen zuverlässig, mit geringem Aufwand und ohne Nacharbeit hergestellt.

Das Einbringen der erfindungsgemäss gefertigten Hihmittel, die auch als Implantate bezeichnet werden und bspw. als Hohlformen (kalibrierte Leerdorne) oder Trennlagen Verwendung finden können, ist bei der industriellen Fertigung von Bauteilen ebenso möglich, wie bei ortsbezogenen Bau-und Betonierarbeiten.

Die gewünschten Implantate/Lochbilder für die Aufnahme der Dübel oder Betonschrauben entstehen durch den zeitlich definierten Zerfall der eingebrachten Dorne. Die Reste der Stärkeformkörper können durch Ausblasen, Auswaschen oder Absaugen entfernt und bei Anfall größerer Mengen durch Kompostieren entsorgt werden.

Wird eine eingebrachte erfindungsgemäße Hohlform-4 z. B. ein Leerrohr, oder ein Leerdom unbeabsichtigt mit Beton gefüllt oder überdeckt, kann nach Zerfall der biologisch abbaubaren Produkte das überschüssige Material mit geringstem Aufwand entfernt und der erforderliche Freiraum geschaffen werden.

Durch das Einbringen der kalibrierten Leerdorne und Trennlagen oder ähnlicher Materialien auf Stärkebasis bereits in der Bau-bzw.

Herstellungsphase des Bauteiles können die aufwendigen Arbeitsgänge vermieden werden. Die gewünschten Lochbilder für die Aufnahme der Dübel oder Betonschrauben entstehen durch den zeitlich definierten Zerfall der eingebrachten Dorne. Die Reste der Stärkeformkörper können durch Ausblasen, Auswaschen oder Absaugen entfernt und bei Anfall größerer Mengen durch Kompostieren entsorgt werden.

Bei Überdeckung des erfindungsgemäßen Implantates mit Baumaterial, z. B. Putzmörtel, ist es aufgrund der vom Implantat ausgehenden Verfärbung des Baumaterials problemlos auffindbar.

Bei der Bausanierung können Hohlräume, z. B. Schalter-und Abzweigdosen, durch biologisch abbaubare Formteile verdeckt und überputzt werden. Durch die isolierende Wirkung des Materials werden neben der Raumsicherung und Wiederauffindbarkeit auch Gefährdungen durch elektrischen Strom weitgehend vermieden.

Das durch den Zerfall des Implantates entstehende Restmaterial kann mechanisch oder pneumatisch entfernt entsorgt und kompostiert werden, oder aufgrund der geringen Masse im Bauteil verbleiben. Durch die Materialzusammensetzung können keine Schädigungen oder Korrosion am Bauwerk entstehen.

Bei der Rekonstruktion und Modernisierung oder der Neuerrichtung von Bauwerken können bei Einsatz der überwiegend aus Stärke hergestellten Deckel und Abdeckungen in unterschiedlichen Formen und Größen bei Putz-und Betonierarbeiten die Installationsanlagen mit preiswerten Einwegdeckeln und-abdeckungen zuverlässig geschützt und vor Verschmutzung und Beschädigung bewahrt werden. Durch ihre elektrisch und thermisch isolierende Eigenschaft dienen sie gleichzeitig als Schutz für Umgebung und Personen.

Durch das Einbringen der in den unterschiedlichsten Größen und Formen herstellbaren Trennlagen in Schalungen und Fugenbänder auf Stärkebasis

bereits in der Bau-bzw. Herstellungsphase des Bauteiles können die Aufwendungen zur Schaffung definierter Hohlräume und Fugen wesentlich reduziert werden.

Die gewünschten Aussparungen oder Fugen entstehen durch Aufsaugen des Wassers, das beim Abbinden des Betons (Dehydrierung) freigesetzt wird.

Danach setzt eine Schrumpfung des Stärkeformkörpers ein, nach der die Trennung von dem ausgehärtetem Betonteil und das Auffinden von gewünschten Aussparungen erleichtert wird. Durch unterschiedliche Zusammensetzung der Mischungen kann der Zerfall der eingebrachten Schalungsteile oder Fugenbänder zeitlich definiert werden.

Alle diese für eine einmalige Verwendung konzipierten Materialien und Produkte zerfallen nach einer definierten und vorgebbaren Zeit in kompostierbare Bestandteile.

Die erfindungsgemäßen Materialien können beispielsweise sehr erfolgreich in folgenden Bereichen des Bauwesens eingesetzt werden : . Hilfsschalung von komplizierten und individuellen Schalungsvarianten sowie Oberflächen Einlagen zwischen Schalung und Beton, um eine einfache und saubere Entschalung zu ermöglichen Füllungen für Durchbrüche im Beton Abdeckungen von in Beton eingelegten Teilen, um sie sauber und unkompliziert zu Entschalen sowie versehentliche Füllung und/ oder Verunreinigung mit Beton und/oder Mörtel zu verhindern Festlegung der Qualität der Betonoberfläche (rauhe oder glatte Oberfläche) durch Veränderung der Rezeptur 'Hinterschnittene Hohlräume (Dübellöcher) Hinterschnittene Längslöcher (Schienen o. ä.) * Füllstoff für in Beton einzusetzende Teile, um ein versehentliches Füllen dieser Teile mit Beton im technologischen Prozess zu verhindern

Einlegen von Dehnungsfugen bei Flächenbetonierung (z. B. beim Autobahnbau), so dass kein nachträgliches mechanisches Trennen notwendig wird Einlegen von Hilfsschalungen, um definierte Oberflächen bis hin zu Ornamenten (auf Kundenwunsch) erreichen zu können Das Substanzgemisch kann beispielsweise wie folgt zusammengesetzt sein : 'Wasser ca. 40... 65 % Stärke (auch in Form von pflanzlichen Mischungen mit definiertem Stärkeanteil, vorvernetzte Stärken) ca. 15... 40 % Trennmittel (Stearate/Wachse) ca. 0, 05.... 7, 50 % Verdickungsmittel (Xanthane/vorverkleisterte Stärke, Polyvinylacetat, Polyvinyalkohol) ca. 0, 5... 7, 50 % 'Faserstoffe (vorzugsweise mit Faserlängen im Bereich 0, 05... 5, 0 mm mm : Papier, Zellulose, Pflanzenfasern (Hanf, Stroh), Holzfasern) ca. 5... 35 % . Füllstoffe : Kreide, Titandioxyd, Mehle ca. 2, 5.. 15 % Zuschlagstoffe als teilweiser oder völliger Ersatz der Stärke : vorvernetzte Pflanzenmehle ca. 5.... 60 % Wesentlich für das Substanzgemisch ist, dass als Zuschlagstoffe, deren Menge vorzugsweise 5, 5 bis 30 % der Gesamtmenge des Substanzgemisches beträgt, durch Veretherung oder andere Prozesse vernetzte Getreide-oder andere stärke-und proteinhaltige Pflanzenmehle Verwendung finden. Diese Produkte werden durch schonende Alkylierungen und/oder Veretherungen und/oder Veresterungen vorvernetzt und dadurch quellungsinhibiert. Trotz dieser chemischen Modifizierungen ist die biologische Abbaubarkeit gewährleistet und kann durch die Art der Derivatisierung gesteuert werden. Diese Zuschlagstoffe besitzen eine um bis zu 85 % (optimal zwischen 50 und 80 %) verringerte Wasseraumahmefahigkeit. Aufgrund dieser Eigenschaft erfolgt ein verzögerter Abbau der gemäss des erfindungsgemässen Verfahrens hergestellten Formkörper. Schwankungen der Stabilität der Formkörper durch zu starke Wasseraufnahme treten nicht auf.

Der Vernetzungsgrad der Zuschlagstoffe beträgt erfindungsgemäss 10-6 bis 10-2, vorzugseise 10'5 bis 10-3.

Glatte Oberflächen sind vorrangig zugänglich durch den Einsatz von Zusätzen von Chitosan, Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat Polyethylenglykol, durch thermische Behandlungen, Mikrowellen- behandlung, Beschichtungen, Polymerdispersionen.

Rauhe Oberflächen kann man erhalten nach Zusatz verschiedener Fasern, eine Variation der Faserlängen und/oder der Faseraufbereitungen bzw.

Variation der Faserkonzentration, eine Veränderung des Amyloseanteiles (z. B. Erbsenamylose), den Zusatz von Treibmitteln (wie Hefe, Bierhefe <BR> <BR> usw. ) und/der einer Variation der Verarbeitungsverfahren (z. B. durch den Einsatz unterschiedliche Düsen beim Extrudieren).

Durch das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren erhält man schnellauflösende Hilfsmittel, bspw. iur Schalungselemente, mit steuerbaren Haltbarkeiten zwischen 10 Min. und 4 Std. (je nach Zusammensetzung der Hilfsmittel) bspw. in Form von mittels Backverfahren gefertigten Stärkeformkörpern.

Erfindungsgemäße Hilfsmittel können bspw. auch Röhren, Bögen und Winkel sein, die u. a auch durch druckthermische Verfahren (z. B. durch Spritzgussverfahren) vermittels Biokunststoffen mit Mehl-/Stärke und/ oder anorganischen Füllungen gefertigt werden können.

Alternativ dazu können die Röhren bspw. in Wickeltechnik aus Papier, Mehl und wasserlöslichen Klebern hergestellt werden.

Hilfsmittel in großvolumiger Form können in modifizierten Spritzgussverfahren (z. B. mit spezieller Kühlung im Spritzaggregat und Ausbacken durch Hitzebehandlung im Werkzeug) oder im Extruderverfahren angefertigt werden.

Die Erfindung soll an den nachfolgenden AusRuhrungsbeispielen erläutert werden.

1. Ausführungsbeispiel Einsatz biologisch abbaubarer Implantate zur Schaffung und Sicherung von Höhlräumen an und in Baukörpem Hierzu werden die aus Stärke bestehenden Implantate in verschiedenen Größen und Formen bei der Herstellung oder Sanierung von Baukörpem an den technologisch erforderlichen Stellen positioniert. Dort nehmen sie bei der Dehydrierung freigesetztes Wasser auf, schrumpfen und zerfallen in einem definierten Zeitraum und geben so den gewünschten Hohlraum frei. Das Restmaterial ist biologisch abbaubar und kompostierfähig. Auch bei geringfügiger Überdeckung mit Baumaterial (z. B. Beton oder Mörtel) sind die Positionen leicht zu finden, da die zerfallenden Implantate die Baumaterialien dunkel verfärben und die Einsatzorte so leicht wieder auffindbar sind.

2. Ausführungsbeispiel Biologisch abbaubare Leerdorne zur Herstellung von Kernlöchern für Dübel und Betonschrauben in Betonteilen Die auf Stärkebasis hergestellten kalibrierten Leerdorne in unterschiedlichen Abmessungen und Formen (beispielsweise auch durch hinterschnittene Kegelformen) werden dazu bei der Herstellung von Betonteilen und Baukörpern an den technologisch erforderlichen Stellen in diese eingebracht. Die Leerdorne nehmen bei der Dehydrierung freigesetztes Wasser auf, quellen zunächst und bei Trocknen der Formkörper schrumpfen diese, zerfallen nach definierter Zeit und die erforderliche Öffnung wird freigeben. Bei geringfügiger Überdeckung mit Beton oder anderen Baumaterialien färben die zerfallenden Materialien den Baustoff

dunkel und sind auf diesem Wege wieder auffindbar. Sie können danach isoliert und der Kompostierung zugefuhrt werden.

3. Ausführungsbeispiel Biologisch abbaubare Deckel und Abdeckungen zur kurzzeitigen Sicherung von Elektro-, Sanitär-und Heizungsinstallationen, bei der Bausanierung zum Verschluss von Hohlräumen (Abzweig, Schalter- und Steckdosen, UP-Verteiler Leitungskanäle etc. ! Diese Deckel schützen vor Verschmutzung, wirken isolierend und gewährleisten gleichzeitig eine Schutzfunktion für die zu schützenden Anlagenteile. Wie auch schon in den voranstehenden Beispielen beschrieben wurde, zerfallen die verwendeten Deckel in einem definierten Zeitraum. Der gebildete Rückstand dieser Formkörper ist kompostierbar. Auf diesem Wege werden die Hohlräume für die Montage der Leitungen etc. freigegeben. Auch bei dünnschichtiger Überdeckung mit Mörtel oder Beton können die eingesetzten Materialien schnell und einfach durch eine Verfärbung dieser überdeckenden Schicht lokalisiert werden, so dass der so entstandene Hohlraum zur Realisierung der notweendigen Installationen problemlos aufgefunden wird.

4. Ausfiihrungsbeispiel Biologisch abbaubare Schalungen und Fugenbänder im Betonbau Die auf Stärkebasis hergestellten Schalungen und Fugenbänder werden in unterschiedlichen Abmessungen bei der Herstellung von Betonteilen und Baukörpern an den technologisch erforderlichen Stellen in diese eingebracht. Auch nach dem Einbau in diese Art der Materialien nehmen die Einbauten bei der Dehydrierung freigesetztes Wasser auf, schrumpfen später wieder und zerfallen nach definierter Zeit. Alle durch den Einbau dieser Schalungen und/oder Fugenbänder und nach deren Zerfall entstehenden Profilierungen oder Fugen sind sicher auffindbar und benötigen keine zusätzlichen Arbeiten zur Heraubildung der Fugen und/ oder Profile. Auch in diesem Falle stört eine geringfügige Überdeckung

des Materials nicht, da es bei dem Zerfall den Baustoff dunkler färbt. Alle Restmaterialien sind kompostierbar.

5. Ausftihrungsbeispiel Aufbringen von Trennlagen auf die Schalungselemente In diese Schalungsformen kann Beton in bekannter Art und Weise eingebracht und verdichtet werden. Bindet der Beton ab, so setzt er Wasser frei. Dieses Wasser wird durch die Trennlagen aus Stärke aufgesaugt. Nach der folgenden Schrumpfung der Stärketrennlage durch Wasserverdunstung wird ein einfaches Ausschalen der Betonelemente ohne Demontage der Schalungsform ermöglicht. Randausbrüche an den Betonelementen enstehen nicht. Die Schalungen können festverschweißt werden und müssen nicht mehr demontierbar sein. Damit werden wesentliche Arbeitsschritte eingespart und Verformungen vermieden.

6. Ausffihrungsbeispiel Fertigung von durch den Kunden vorgebbaren Oberflächenstrukturen (z. B. Ornamente) Die Einlagelemente werden auf der Hauptschalung platziert und fixiert.

Nach Einschütten des Betons, dessen Aushärtung und Schrumpfung des Stärkeformkörpers können auch komplizierte Oberfächen (beispielsweise Ornamente) sauber und ohne Schaden entformt werden. Damit entsteht an der Betonoberfläche direkt und ohne Nacharbeit die gewünschte Struktur.

Die einfache und kostengünstige Herstellung durch druckthermische Prozesse (z. B. Spritzguss, Extrudern und/oder Backprozesse) und die Steuerung der Oberflächenstruktur des Baustoffes/des Betons nach dem Abbinden durch definierte Zusamensetzung der erfindungsgemäßen Hilfsmittel (für glatte oder rauhe Oberflächenstrukturen) machen diese zu universell einsetzbaren Formkörpern im Betonbau.

Durch die vorgebbare Zusammensetzung der Bestandteile dieser Hilfsmittel ist die Einstellung der technologisch benötigten Haltbarkeit möglich, so dass die Bauzeiten effektiv beeinflussbar sind, ohne dass zusätzliche Arbeiten notwendig werden.

Besonders vorteilhaft ist die gesteuerte Schrumpfung des/der erfindungsgemäßen Hilfsmittel durch steuerbare Aufnahme von Wasser beim Abbindeprozess der Baustoffe/des Betons, die einfache Entfernung der Rückstände der erfindungsgemäßen Hilfsmittel durch Absaugen, Fegen, Ausspülen ohne zusätzliche kostenintensive Nachbearbeitung und die Entsorgung der Rückstände der erfindungsgemäßen Hilfsmittel mittels Kompostierung oder auf anderem biologischen Wege, wie z. B. im Biogasprozess. Durch diese Entsorgung erfolgt eine Rezyklisierung und Umweltbelastungen werden vermieden.

Alle in der Beschreibung und den nachfolgenden dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.