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Title:
BIOLOGICALLY PURE, THREE-PHASE NATURAL FERTILIZER AND PROCESS FOR PRODUCING THE SAME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1993/010061
Kind Code:
A1
Abstract:
A biologically pure, granulated three-phase natural fertilizer has a mineral component and an organic component, and may if desired further contain vegetable seeds. Also disclosed is a process for producing the same.

Inventors:
ITEN WALTER (CH)
Application Number:
PCT/EP1992/002599
Publication Date:
May 27, 1993
Filing Date:
November 12, 1992
Export Citation:
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Assignee:
ITEN WALTER (CH)
International Classes:
A01C1/06; C05D3/02; C05D9/00; C05F11/02; C05G1/00; C05G3/00; C05G5/00; (IPC1-7): A01C1/06; C05D3/02; C05G1/00
Foreign References:
EP0070057A21983-01-19
DE2501092A11975-08-07
EP0444392A21991-09-04
EP0125440A21984-11-21
Attorney, Agent or Firm:
Hartmann G. (Pienzenauerstraße 2, München 80, D-8000, DE)
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Claims:
1. P> P a t e n t a n s p r ü c h e 1 Biologisch reines Drei-Phasen-Naturstoff-Düngemittel in Granulatform mit einer mineralischen Komponente und ei- ner organischen Komponente, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß es besteht aus Düngemittel-Körnchen mit einem Kern, der zu 50 bis 70 Gew.-% aus einer mineralischen Komponente, vorzugsweise gemahlenem Magmagestein, und zu 50 bis 30 Gew.-% aus einer organischen Komponente, vorzugsweise gemahlener tertiärer Rohbraunkohle tbesteht, und einem Überzug aus natürlichem Düngekalkmehl, insbesondere Muschelkalkmehl.
2. Düngemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern der Düngemittel-Teilchen besteht zu etwa 60 Gew.-% aus gemahlenem Magmagestein und zu etwa 40 Gew.-% aus gemahlener tertiärer Rohbraunkohle.
3. Düngemittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es 5 bis 30 Gew.-% natürliches Düngekalkmehl, insbesondere Muschelkalkmehl, bezogen auf das Gesamtgewicht von mineralischer Komponente und organi¬ scher Komponente, enthält.
4. Düngemittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es das Düngekalkmehl, insbesondere Muschelkalkmehl, in einer Menge von 8 bis 10 Gew.-% enthält.
5. Düngemittel nach einem der Ansprüche l bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die mineralische Komponente enthält: 15 bis 35 Gew.-% Calcit 1 bis 15 Gew.-% Dolomit 5 bis 35 Gew.-% Quarz 1 bis 12 Gew.-% Albit 1 bis 15 Gew.-% Illit 1 bis 20 Gew.-% K-Feldspat weniger als 6 Gew.-% Chlorit weniger als 5 Gew.-% Kaolinit und weniger als 5 Gew.-% Montmorillonit.
6. Düngemittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mineralische Komponente enthält: 20 bis 30 Gew.-% Calcit 2 bis 5 Gew.-% Dolomit 10 bis 20 Gew.-% Quarz 2 bis 5 Gew.-% Albit 5 bis 10 Gew.-% Illit 2 bis 5 Gew.-% K-Feldspat weniger als 2 Gew.-% Chlorit weniger als 1 Gew.-% Kaolinit und weniger als 1 Gew.-% Montmorillonit.
7. Düngemittel nach einem der Ansprüche l bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die organische Komponente umfaßt Koh¬ lehydrate, stickstoffhaltige Verbindungen und Huminstoffe, insbesondere solche aus der Gruppe Lignin, Cellulose, Pflanzenharze und Pflanzenwachse.
8. Düngemittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die organische Komponente zu 20 bis 40 Gew.-% aus ei¬ nem Nährhumusanteil und zu 80 bis 60 Gew.-% aus einem Dau¬ erhumusanteil besteht.
9. Düngemittel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die organische Komponente zu etwa 1/3 aus Nährhumusan¬ teil und zu etwa 2/3 aus Dauerhumusanteil besteht.
10. Düngemittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da- durch gekennzeichnet, daß es die folgenden Metall- und Me¬ talloid-Spurenelemente, bezogen auf das Gesamtgewicht des Düngemittels, enthält:ERSATZBLATT 28 bis 34 Gew -ppm Cu 71 bis 87 Gew.-ppm Zn 11 bis 13 Gew.-ppm Pb 31 bis 39 Gew.-ppm Ni 14 bis 18 Gew.-ppm Co 27 bis 33 Gew.-ppm Mo 52 bis 64 Gew.-ppm Cr weniger als 4 Gew.-ppm Jod weniger als 6 Gew.-ppm Bor und weniger als 0,6 Gew.-ppm Hg.
11. Düngemittel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeich¬ net, daß es zusätzlich enthältetwa 31 Gew.-ppm Cu etwa 79 Gew.-ppm Zn etwa 12 Gew.-ppm Pb etwa 35 Gew.-ppm Ni etwa 16 Gew.-ppm Co etwa 30 Gew.-ppm Mo etwa 58 Gew.-ppm Cr weniger als 1 Gew.-ppm Jod weniger als 2 Gew.-ppm Bor und weniger als 0,2 Gew.-ppm Hg.
12. Düngemittel nach einem der Ansprüche 1 bis 11, da¬ durch gekennzeichnet, daß sein Gehalt an den wichtigsten Oxiden, bezogen auf das Gesamtgewicht des Düngemittels, beträgt:14,15 Gew.-% Kohlendioxid 22,72 Gew.-% Siliciumdioxid5,23 Gew.-% Aluminiumoxid 2,10 Gew.-% Ferrit (Fe203)0,20 Gew.-% Titandioxid 20,25 Gew.-% Calciumoxid 1,73 Gew.-% Magnesiumoxid0,19 Gew.-% Manganoxid (MnO)0,95 Gew.-% Kaliumoxid0,68 Gew.-% Natriumoxid und 0,13 Gew.-% Phosphoroxid (P 05)und daß es außerdem unlösliche Sulfate, Spurenelemente und Huminstoffe enthält.
13. Düngemittel nach einem der Ansprüche 1 bis 12, da¬ durch gekennzeichnet, daß es zusätzlich Pflanzensamen ent¬ hält.
14. Düngemittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeich- net, daß es die Pflanzensamen vorzugsweise im Kern der Düngemittel-Körnchen in einer solchen Menge enthält, daß im Durchschnitt 3 bis 10, vorzugsweise 4 bis 6 Samenkörner auf jedes Düngemittel-Körnchen entfallen.
15. Verfahren zur Herstellung des Düngemittels nach ei¬ nem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß man a) die mineralische Komponente, vorzugsweise Magma¬ gestein, bis auf eine Teilchengröße von 1 bis 20 μm, vorzugsweise 2 bis 10 μm, mahlt, b) die organische Komponente, vorzugsweise tertiäre Rohbraunkohle, bis auf eine Teilchengröße von 10 bis 70 μm, vorzugsweise 20 bis 50 μm, mahlt, c) das in der Stufe a) erhaltene Produkt und das in der Stufe b) erhaltene Produkt im Gewichtsverhältnis (50 bis 70) : (50 bis 30) , vorzugsweise etwa 60 : etwa 40, in einer Mischtrommel bei Raumtemperatur mischt, d) das in der Stufe c) erhaltene Gemisch in eine Pelle¬ tier- bzw. Granuliertrommel oder in einen Pelletier- bzw. Granulierteller mit einem darüber angeordneten Sieb überführt und der Pelletier- bzw. Granulier¬ einrichtung, die mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 30.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischen in der Mischtrommel in der Stufe (c) zu¬ erst 1 min lang bei etwa 500 UpM und danach etwa 1 bis etwa 10 min lang bei etwa 200 bis etwa 500 UpM,jeweils bei Raumtemperatur, durchgeführt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß in der Stufe c) und/oder d) Pflanzensamen oder Pflanzensamengemische in einer solchen Menge zugege¬ ben werden, daß in den fertigen Düngemittel-Körnchen durchschnittlich 3 bis 10, vorzugsweise 4 bis 6 Samenkör- ner enthalten sind.
Description:
Biologisch reines Drei-Phasen-Naturstoff-Düngemittel und Verfahren zu seiner Herstellung

Die Erfindung betrifft ein biologisch reines Drei-Phasen- Naturstoff-Düngemittel in Granulatform mit einer minerali- sehen Komponente und einer organischen Komponente und ein Verfahren zu seiner Herstellung.

Als Folge der mit der rasch wachsenden Bevölkerung der Erde ständig steigenden Intensivierung des landwirt- schaftlichen und forstwirtschaftlichen Anbaus von Nutz¬ pflanzen mit ständig steigenden Ernteerträgen verarmen die Nährböden immer mehr an den durch die abgeernteten

Nutzpflanzen entzogenen mineralischen und biologischen Aufbaustoffen. Man versucht zwar, diesem ständig zuneh¬ menden Mangel an Mineralstoffen und biologischen Nähr¬ stoffen durch Ausbringen von Düngemitteln zu begegnen. Diese zunehmende Anwendung von Düngemitteln bei ständig intensiviertem landwirtschaftlichem Anbau führt jedoch dazu, daß die ursprünglich vorhandene ausgewogene Mineral- und biologische Nährstofflage des Erdbodens immer stärker aus dem natürlichen Gleichgewicht kommt.

Diese als Folge des Ungleichgewichtes an Mineral- und biologischen Nährstoffen in den landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Erdböden in den Ernte¬ pflanzen auftretenden Mangelerscheinungen ziehen sich über die Nahrungskette zu dem damit gefütterten Nutzvieh hin bis zum Menschen, der sich mit den landwirtschaftlichen Produkten ernährt.

Alle bisher bekannten Düngemittel sind im wesentlichen darauf ausgerichtet, spezifische mineralische oder biolo¬ gische Nährstoffe der jeweils damit bearbeiteten landwirt¬ schaftlichen Nutzfläche zuzuführen, um einen örtlich auf¬ tretenden Mangel an diesen Stoffen auszugleichen. Diese bekannten Düngemittel sind überwiegend solche auf synthe- tischer Basis, die den Nachteil haben, daß sie nicht nur selbst keine ausgewogene Zusammensetzung an Mineralstoffen und biologischen Nährstoffen aufweisen, sondern auch das in landwirtschaftlich genutzten Erdböden bestehende Un¬ gleichgewicht an Mineralstoffen und biologischen Nährstof- fen noch weiter verstärken.

Aufgabe der Erfindung war es daher, ein biologisch reines Naturstoff-Düngemittel zu schaffen, das nicht nur selbst eine ausgewogene Zusammensetzung an Mineralstoffen und biologischen Nährstoffen aufweist, sondern diese in drei Phasen dem damit behandelten landwirtschaftlich genutzten Nährboden zuführt und dadurch sein ursprünglich vorhan-

denes Gleichgewicht an Mineralstoffen und biologischen Nährstoffen weitgehend wieder herstellt.

Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst werden kann mit einem biologisch reinen Drei-Pha¬ sen-Naturstoff-Düngemittel, das im wesentlichen aus gemah¬ lenem Magmagestein und gemahlener tertiärer Rohbraunkohle besteht. Nachdem es in Granulatform hergestellt worden ist, werden die Düngemittel-Körnchen zusätzlich mit einem Überzug aus natürlichem Düngekalkmehl, vorzugsweise Mu¬ schelkalkmehl, versehen. Das Düngemittel ist so in der Lage, nach dem Ausbringen auf den landwirtschaftlich ge¬ nutzten Boden unter Ausnutzung der Regenfeuchtigkeit die¬ sem Mineralstoffe und biologische Nährstoffe in drei Pha- sen (Düngekalkmehl; Magmagesteinspulver; gemahlene terti¬ äre Rohbraunkohle) in ausgewogenem Verhältnis zuzuführen, so daß eine Wiederannäherung an den ursprünglichen Stoff¬ gleichgewichtszustand im Erdboden erreicht wird.

Gegenstand der Erfindung ist ein biologisch reines Drei- Phasen-Naturstoff-Düngemittel in Granulatform mit einer mineralischen Komponente und einer organischen Komponente, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es besteht aus Düngemittel-Körnchen mit einem Kern, der zu 50 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise zu etwa 60 Gew.-%, aus einer mineralischen Komponente, vorzugs¬ weise gemahlenem Magmagestein.und zu 50 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise zu etwa 40 Gew.-%, aus einer organischen Komponente, vorzugsweise gemahlener tertiärer Roh- braunkohle, besteht,und einem Überzug aus natürlichem Düngekalkmehl, vorzugsweise Muschelkalkmehl, der vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-%, ins¬ besondere 8 bis 10 Gew.-%, des Gesamtgewichts von mi¬ neralischer Komponente und organischer Komponente aus- macht.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ent¬ hält die mineralische Komponente:

15 bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 30 Gew.-%, Calcit, 1 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-%, Dolomit, 5 bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%, Quarz, 1 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-%, Albit, 1 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 10 Gew.-%, Illit, 1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-%, K-Feld- spat, weniger als 6 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 2 Gew.-%, Chlorit, weniger als 5 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 1 Gew.-%, Kaolinit und weniger als 5 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 1 Gew.-%, Montmorillonit.

Die organische Komponente besteht hauptsächlich aus Koh¬ lehydraten, stickstoffhaltigen Verbindungen und Huminstof- fen, insbesondere solchen aus der Gruppe Lignin, Cellulose, Pflanzenharze und Pflanzenwachse.

Die organische Komponente besteht zu 20 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise zu etwa 1/3, aus einem Nährhumusanteil und zu 80 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise zu etwa 2/3, aus einem Dauerhumusantei1.

Das erfindungsgemäße Düngemittel enthält außerdem vor¬ zugsweise die folgenden Metall- und Metalloid-Spuren- elemente, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Düngemittels:

28 bis 34 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 31 Gew.-ppm, Cu 71 bis 87 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 79 Gew.-ppm, Zn, 11 bis 13 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 12 Gew.-ppm, Pb, 31 bis 39 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 35 Gew.-ppm, Ni, 14 bis 18 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 16 Gew.-ppm, Co, 7 bis 33 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 30 Gew.-ppm, Mo,

52 bis 64 Gew.-ppm, vorzugsweise etwa 58 Gew.-ppm, Cr, weniger als 4 Gew.-ppm, vorzugsweise weniger als l Gew.- ppm, Jod, weniger als 6 Gew.-ppm, vorzugsweise weniger als 2 Gew.- ppm, Bor und weniger als 0,6 Gew.-ppm, vorzugsweise weniger als 0,2 Gew.-ppm, Hg.

Das erfindungsgemäße Düngemittel ist außerdem dadurch gekennzeichnet, daß sein Gehalt an den wichtigsten Oxiden, bezogen auf das Gesamtgewicht des Düngemittels, beträgt: 14,15 Gew.-% Kohlendioxid 22,72 Gew.-% Siliciumdioxid 5,23 Gew.-% Aluminiumoxid 2,10 Gew.-% Ferrit (Fe 2 0 3 ) 0,20 Gew.-% Titandioxid 20,25 Gew.-% Calciumoxid 1,73 Gew.-% Magnesiumoxid 0,19 Gew.-% Manganoxid (MnO) 0,95 Gew.-% Kaliumoxid

0,68 Gew.-% Natriumoxid und 0,13 Gew.-% Phosphoroxid (P ° 5 ) und außerdem enthält es unlösliche Sulfate, Spurenelemente und Huminstoffe.

Der pH-Wert des erfindungsgemäßen Düngemittels liegt vorzugsweise im alkalischen Bereich zwischen 7,5 und 8,0. Das erfindungsgemäße Düngemittel enthält keine Belastung durch Salze und Schadstoffe und ist im wesentlichen ge- ruchsfrei. Mit dem erfindungsgemäßen Düngemittel ist es möglich, a) einen raschen pH-Ausgleich des Bodenhaushalts herbeizuführen (Phase 1) ; b) Humusnährstoffe mit gleichzeitiger vorteilhafter Bodenlockerung durch Sauerstoffzufuhr in den Boden einzubringen (Phase 2) ; und

c) den Böden Mineralien aus feinstem Gesteinsmehl, an denen die Böden verarmt sind, bereits in der allerer¬ sten Düngungsphase wieder zuzuführen (Phase 3) .

Das von Hand oder maschinell auf die Oberfläche der Böden gestreute Granulat (in der Regel 1,5 kg/m 2 bzw. drei Hand¬ voll pro Schritt) löst sich schon bei geringer Wasserauf¬ nahme auf und verteilt sich leicht in dem Bodensubstrat. Wo das Bodensubstrat fehlt, bildet sich nach kurzer Anwen- dungszeit ein gesunder Nährboden.

Zur Erzielung einer optimalen Streudichte und damit einer optimalen Feinverteilung der Mineralien und Spurenele¬ mente, wird das erfindungsgemäße Düngemittel zweckmäßig mit Sämaschinen 1 bis 2 cm tief in den vorbereiteten Boden eingezogen. Zur ersten Einarbeitung wird auf 1 Hektor Bo¬ denfläche 1 Tonne Düngemittel-Granulat benötigt. Dabei ist es zweckmäßig, eine bevorstehende Regenperiode auszunut¬ zen, da dann die Auflösung des erfindungsgemäßen Düngemit- tels rasch und vollständig erfolgt.

Wegen seines verhältnismäßig hohen Calcit-Gehaltes ist die Gewähr zur Erhöhung des pH-Wertes des damit behandelten Bodens der auf Äckern, Wiesen und Plantagen angelegten Be- grünungen rasch gegeben. Durch die Rückgabe der wichtigen Spurenelemente und Mineralien zeigen sich sehr bald ein sattgrünes Blattwerk und saftiger Graswuchs. Dadurch ist es möglich, bereits nach der dritten Düngungsphase einen biologischen Mutterboden zu erhalten, der Pflanzen, Tieren und Menschen einen gesunden Lebensraum bietet. Es ist zweckmäßig, die Winter- und Frühjahrsnässe sowie die som¬ merliche Monsunzeit zur Düngung der vorbereiteten Ertrags¬ boden auszunutzen.

Durch Verwendung des erfindungsgemäßen biologisch reinen Drei-Phasen-Naturstoff-Düngemittels ist es nicht nur mög¬ lich, ertragreiche Ernten zu erzielen, sondern auf damit

ATT

gedüngten Böden auch gesundes Nutzvieh aufzuziehen, das der gesunden Ernährung des Menschen förderlich ist. Durch das nahrhafte Weiderfutter verliert das Nutzvieh seine Ag¬ gressivität und bringt seine volle Leistung in Milch und Fleisch. Damit ist es auch möglich, Stroh in der Qualität zu erzeugen, die benötigt wird, um eine artgerechte Tier¬ haltung in Stallungen zu erzielen.

Winzer, Obst- und Gemüsebauern können durch Verwendung des erfindungsgemäßen Düngemittels wieder aromareiche, voll¬ wertige und gesunde Früchte erzeugen, wie sie vor Beginn der heute überwiegend noch herrschenden Bodenausbeutung erzeugt worden waren.

Die erfindungsgemäßen Düngemittel-Körnchen können außerdem zusätzlich Samen von Kulturpflanzen, die angebaut werden soll, oder Gras- und/oder Blumen-Samen in der gewünschten Menge, vorzugsweise in einer solchen Menge, daß auf jedes Düngemittelkörnchen 3 bis 10, insbesondere 4 bis 6, Sa- menkörner entfallen, enthalten.

Die Samen oder Samengemischesind vorzugsweise im Kern der Düngemittelkörnchen im Gemisch mit dem gemahlenen Magma¬ gestein und/oder der gemahlenen tertiären Rohbraunkohle, enthalten. Sie werden vorzugsweise dem gemahlenen Magma¬ gestein und/oder der gemahlenen tertiären Rohbraunkohle zugesetzt, bevor diese granuliert und mit einem Überzug aus natürlichem Düngekalkmehl, insbesondere Muschelkalk¬ mehl, versehen werden.

In diesem Falle kann von einem sogenannten Vier-Phasen- Düngemittel gesprochen werden, wobei die dem Erdboden zu¬ geführten Samenkörner die vierte Phase darstellen.

Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur

Herstellung des vorstehend beschriebenen Düngemittels, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man

a) die mineralische Komponente, vorzugsweise Magma¬ gestein, bis auf eine Teilchengröße von 1 bis 20 μm, vorzugsweise 2 bis 10 μm, mahlt,

b) die organische Komponente, vorzugsweise tertiäre

Rohbraunkohle, bis auf eine Teilchengröße von 10 bis 70 μm, vorzugsweise 20 bis 50 μm, mahlt,

c) das in der Stufe (a) erhaltene Produkt und das in der Stufe (b) erhaltene Produkt im GewichtsVerhältnis (50 bis 70) : (50 bis 30) , vorzugsweise etwa 60 : etwa 40, in einer Mischtrommel bei Raumtemperatur mischt,

d) das in der Stufe (c) erhaltene Gemisch in eine Pelle¬ tier- bzw. Granuliertrommel oder in einen Peiletier- bzw. Granulierteller mit einem darüber angeordneten Sieb überführt und der Pelletier- bzw. Granulierein¬ richtung, die mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40, vorzugsweise etwa 30 UpM bei Raumtemperatur ge¬ dreht wird, innerhalb von etwa 5 min natürliches Dün¬ gekalkmehl, insbesondere Muschelkalkmehl, das bis auf eine Teilchengröße von 10 bis 20 μm, vorzugsweise 15 μm, gemahlen worden ist, in einer Menge von 5 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 8 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die in der Stufe (c) erhaltene Düngemittelcharge, zu¬ setzt,

e) das dabei erhaltene Granulat mit einer Teilchengröße von 5 bis 15 μm nach Rückführung der Übergrößen in die Mischtrommel der Stufe (c) zur Entfernung anhaf¬ tender Feuchtigkeit 4 bis 5 h lang auf Großsieben la¬ gert und dann in Säcke abfüllt oder

f) das in der Stufe (d) erhaltene Granulat in einen

Trommeltrockner mit Warmluftgebläse überführt unter gleichzeitiger Rückführung der Übergrößen in die

Mischtrommel und das Granulat mit einer Teilchengröße von 5 bis 15 μm in dem Trommeltrockner etwa 5 min lang bei einer Umdrehungszahl von 30 bis 40 UpM und bei einer Temperatur von etwa 45 bis etwa 50°C trock- net und danach in Säcke abfüllt.

Das Mischen in der Trommel in der Stufe (c) wird vorzugs¬ weise zuerst 1 min lang bei etwa 500 UpM und danach etwa 1 bis etwa 10 min lang bei etwa 200 bis etwa 500 UpM, je- weils bei Raumtemperatur, durchgeführt.

In der Stufe (c) und/oder (d) des vorstehend beschriebenen Verfahrens können gewünschtenfalls Samen von Kulturpflan¬ zen, die angebaut werden sollen, Grassamen und/oder Blu- mensamen und dgl. in der gewünschten Menge zugesetzt wer¬ den. Es können auch Samengemische verschiedener Pflanzen verwendet werden. Der Samen wird vorzugsweise in einer solchen Menge zugegeben, daß 3 bis 10, insbesondere 4 bis 6 Samenkörner auf jedes Düngemittelkörnchen entfallen.

Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 den Aufbau eines erfindungsgemäßen Düngemittel- Körnchens gemäß einer ersten Ausführungsform der

Erfindung in schematischer Darstellung mit einem Kern 1, der besteht aus einem Gemisch aus gemah¬ lenem Magmagestein und gemahlener tertiärer Roh¬ braunkohle und einem Überzug 2 aus natürlichem Düngekalkmehl, vorzugsweise Muschelkalkmehl; und

Fig. 2 den Aufbau eines erfindungsgemäßen Düngemittel- Körnchens gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung in schematischer Darstellung mit einem Kern, in dem die mineralische Phase 3 und die Braunkohlephase 4 voneinander getrennt vorliegen, und der außerdem Samenkörner 5 ent-

ER SAT ZB L ATT

hält, sowie einem Überzug 6 aus natürlichem Dün¬ gekalkmehl, vorzugsweise Muschelkalkmehl.

Bei der erfindungsgemäß verwendeten mineralischen Kompo- nente handelt es sich in erster Linie um pulverisiertes Magmagestein, das durch die ständigen Erosionsverschiebun¬ gen nach der Vergletscherung des Quartärs vor 10 Millionen Jahren an die Oberfläche der Erdrinde gelangt ist. Diese Bodenvorkommen wurden erst vor etwa 10 Jahren entdeckt und erforscht.

Bei der erfindungsgemäß als organische Komponente verwen¬ deten tertiären Rohbraunkohle handelt es sich um ein ter¬ tiäres Erosionsmaterial, das durch lange geologische Zeiträume hochwertiges Pflanzenmaterial immer weiter ab¬ sinken ließ und nach Millionen von Jahren Umwandlungspro¬ dukte erzeugte, die dem Fachmann als Humusstoffe oder Hu- minstoffe bekannt sind.

Huminstoffe sind organische Verbindungen, die für die Bo¬ denentwicklung und besonders für die Bodenfruchtbarkeit von entscheidender Bedeutung sind. Die sich darin befin¬ denden abgestorbenen Substanzen aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen bilden den Nährhumus und werden von den lebenden Bodenorganismen rasch abgebaut.

Dem Nährhumus, zusammengesetzt aus Kohlehydraten und stickstoffhaltigen Verbindungen, fällt eine Reihe von Auf¬ gaben zu. So dient er den Bodenorganismen als Nahrungs- quelle und fördert dadurch die Bodenaktivität. Er liefert auch die Bausteine für den Aufbau des Dauerhumus, der wie¬ derum aus Huminstoffen besteht. Diese Huminstoffe, die sehr komplizierte Strukturen aufweisen und hier als Sam¬ melbegriff für eine Vielzahl von chemischen Verbindungen stehen, sind für die organische Substanz qualitätsbestim¬ mend.

ER S ATZBLATT

Der Dauerhumus ist im Vergleich zu Ton in der Lage, ein Vielfaches an Wasser und Nährstoffen aufzunehmen und zu binden. Er regelt außerdem den Aufbau und die Stabilisie¬ rung des Bodengefüges und sichert die Bindung des Boden- Stickstoffs.

Mangelerscheinungen von Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen, die in biologischen Lebensmitteln heute an der Tagesordnung sind, sind die Ursache für die meisten Er- krankungen und Leiden des Menschen.

Spurenelemente sind Katalysatoren und Regler von lebens¬ wichtigen Prozessen, deren Wirkung nur in bestimmter Konzentration auftritt. Eine zu hohe Konzentration ist ebenso schädlich wie eine zu geringe Dosis. So führt der Mangel an Kupfer bei Obstbäumen zu einer Chlorose genann¬ ten Blässe der Blätter, einer Verzögerung der Blüte von Apfel- und Birnbäumen. Wenn diese Pflanzen gedeihen sol¬ len, muß der Boden mindestens 2 g Kupfer auf 100 kg in Form von löslichen Salzen enthalten. Durch Einarbeiten des erfindungsgemäßen Düngemittels beispielsweise in einen ausgegrabenen Ring in eine Tiefe von etwa 5 cm im Abstand von 3 m um den Baum herum wird die Vitalität des Baums deutlich verbessert. Es sollte die Frühjahrsnässe im oder auf dem Boden ausgenutzt werden, um die Löslichkeit der Mineralien und Metalle zu gewährleisten.

Jedes Spurenelement entspricht einem Enzym, wobei ein Spurenelement gelegentlich durch ein anderes ersetzt wer- den kann, solange es analoge Eigenschaften hinsichtlich seiner Valenz und Ordnungszahl bzw. seines Atomgewichts hat. So können sich beispielsweise Magnesium, Mangan und Zink bei der Aktivierung verschiedener Phosphate mehr oder weniger bei einer Funktion vertreten, die sie erst aus- üben, wenn sich die essentiellen Aminosäuren Alanin oder Cystidin gebildet haben.

ERSATZBLATT

Die Mineral-Makroelemente haben analoge Eigenschaften und treten unter gewissen Umständen in Wettbewerb zu den Spu¬ renelementen. So kann beispielsweise Magnesium eine ana¬ loge Wirkung wie Calcium ausüben, Lithium kann analog zu Natrium wirken, während Rubidium wiederum analog zu Cal¬ cium und Magnesium wirken kann.

Spurenelemente können je nach Reaktion des Milieus (sauer oder basisch) mit überschüssigen Säuren oder Basen Kom- plexe bilden und die normale Reaktion (pH-Wert) von Gewe¬ ben aufrechterhalten. Dies gilt beispielsweise insbeson¬ dere für Aluminium und Zink.

Wie bereits oben erwähnt, wird durch die Ausbeutung des Mutterbodens, durch Anbau von zu vielen Kulturen und durch zwangsläufige Verwendung von unausgewogenen künstlichen Düngemitteln das Mineralgleichgewicht des Bodens gestört und es entsteht ein verdichtetes, unfruchtbares Knetge- füge. Dieser kranke Boden ist nicht mehr aufnahmefähig und erzeugt vitaminarme Pflanzen, die Lebewesen, die sie ver¬ zehren, zwar sättigen, aber nicht ausreichend ernähren. Die Folge davon sind Vitaminmangelerkrankungen, die bei Menschen und Tieren auftreten. Diese machen sich unter an¬ derem durch aggressives Verhalten und physische und psy- chische Störungen des Nervensystems bemerkbar.

So werden beispielsweise beim Getreideanbau durch die Kulturpflanzen reichlich Mineralien und Spurenelemente dem Mutterboden entzogen. Diese lebensnotwendigen Stoffe wer- den dann wieder zugeführt durch Düngemittel. Im Gegensatz zu den mit den bisher bekannten Düngemitteln erzielten Er¬ gebnissen werden mit dem erfindungsgemäßen Düngemittel Ge¬ treidepflanzen erhalten, die ein wertvolles Korn aufwei¬ sen, da mit den erfindungsgemäßen Düngemitteln so wichtige Spurenelemente wie Kobalt, Kupfer, Mangan und Zink, die vor allem im Keim selbst und am äußeren Teil des Getreide¬ korn vorhanden sind, dem Boden wieder zugeführt werden.

TZBLATT

Eine auf einem solchen Boden gewachsene Pflanze, die einen ausreichenden Anteil an Spurenelementen enthält, ist gegen Naturkrankheiten ihrer Artgenossen aus einem mit einem konventionellen Düngemittel gedüngten Nachbargebiet immun.

Mit dem erfindungsgemäßen biologisch reinen Düngemittel wird der Muttererde alles wieder zurückgegeben, was ihr durch den Anbau von Kuturpflanzen entzogen wurde, so daß der Erdboden sein natürliches Stoffgleichgewicht wiederer- langt. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die

Ausnutzung der Regenfeuchtigkeit und der damit verbundenen Ruhephase, die bei Verwendung des erfindungsgemäßen Dünge¬ mittel-Granulats kräftige und gesunde Böden mit einem na¬ türlichen Stoffgleichgewicht ergibt.

Das erfindungsgemäße Düngemittel "BIOHUMIN" wird vorzugs¬ weise als Granulat verwendet (nachstehend als "BIOHUMIN- Granulat" bezeichnet) . Seine Eigenschaften und technischen Vorteile lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Hauptbestandteil: Huminstoffhaltige Weichbraunkohle und

Mineralien Nebenbestandteil: Organisch-mineralischer

Wirtschaftsdünger Besondere Vorteile: ca. 1/3 Nährhumus (Rohbraunkohle) , ca.

2/3 Dauerhumus (im Huminstoffanteil) (gemahlenes Urgestein) . Keine Belastung durch Salze und Schadstoffe, geruchsfrei, umweltgerecht, granuliert, ma¬ schinelle Einbringung durch Ausstreuen, kein Einharken mehr nötig, daher kostensparend, viele Anwendungsmöglich¬ keiten: Begrünung von Müllkippen, Anlage von Rasenflächen, Anlage von Sport- und Spielflächen, Begrünung von Flächen, als Pflanzlochbeigabe, für Gärtner und Kleingärtner: Ge¬ müse, Blumen, Sträucher, Bäume - für Baumschulen usw. Ko- stenmindernd: geringe Mengen alle zwei Jahre, kein zusätz¬ licher Kalk, weniger Dünger.

ERSATZBLATT

100 1 BIOHUMIN-Granulat (95 kg) (pH 7,8) entsprechen, be¬ zogen auf die organische Substanz, einem Ballen Torf (300 1 Entnahmemenge) .

Anwendung von BIOHUMIN zu jeder Jahres- und Veqetations- zeit:

Die günstigste Wirkung wird durch Ausbringen im Früh¬ jahr bzw. Herbst erzielt.

- Die Granulatform vereinfacht die Ausbringung: entwe- der von Hand aufstreuen oder bei größeren Flächen auch mit Düngerstreuer.

- Pro Quadratmeter etwa 60 - 80 g.

- Als Pflanzlochbeigabe besonders geeignet (1 Sack = 25 kg = 28 1 pro Kubikmeter) . Für Gemüse, Intensivkulturen, Blumen, Zierpflanzen, Ge¬ hölze und Neuanlagen von Rasenflächen - für alle Böden, alle Pflanzen: BIOHUMIN-Granulat bringt doppelten Nutzen:

- Sorgt für kräftiges Wachstum, für erhöhte Ernteer- träge, gesundes Obst und Gemüse und volle Blüten¬ pracht.

Sorgt für eine regelmäßige Nährstoffentfaltung, hält den Boden locker, verhindert Austrocknen und damit Rissebildung. Umweltqerech :

- Keine Belastung durch Schadstoffe und Salze, geruch¬ frei, keinen Unkrautsamen enthaltend, kein zusätzli¬ cher Aufwand an zusätzlichen Düngemitteln, kein zu¬ sätzlicher Aufwand betreffend Nachkalkung und keinen Einflüssen von umweltbelastenden Schadstoffen ausge¬ setzt.

Die leicht zersetzbaren und deshalb schnell wirkenden Kalk- und Nährhumussubstanzen fördern das Bodenleben und setzen bei ihrem Abbau im Boden Nährstoffe frei. Der grö¬ ßere Anteil besteht aus schwerer zersetzbaren Mineral- und Dauerhumussubstanzen, die für einen dauerhaften Ton-Hu us-

komplex sorgen, der die Nährstoffe bindet und pflanzenver¬ fügbar macht. Damit werden auch die physikalischen Ver¬ hältnisse im Boden verbessert: Das Porenvolumen wird er¬ höht, die LuftZirkulation begünstigt und der Wasserhaus- halt reguliert. So wird für eine langanhaltende Struktur¬ verbesserung des Bodens gesorgt.

Eine solche Strukturverbesserung bringt besseren Pflanzen¬ wuchs und reichere Ernteerträge. Durch die Granulatform läßt sich BIOHUMIN-Bodenverbesserer-Granulat leicht ausbringen und mit Wasser in den Boden einarbeiten. Das Ausbringen kann sowohl von Hand als auch maschinell mit Düngerstreuer in einfacher Weise durchgeführt werden.

Das BIOHUMIN-Granulat wird auf die Oberfläche gestreut und gut bewässert. Das BIOHUMIN-Granulat wird leicht gelöst und ins Erdreich geschwemmt. Das kann zu jeder Jahres- und Vegetationszeit geschehen. Die Regenzeit beeinflußt diesen Vorgang positiv.

Die Erhaltung und Verbesserung unseres Boden als Teil des Lebensraumes ist die wichtigste Aufgabe im Rahmen des Um¬ weltschutzes. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Verwen¬ dung von BIOHUMIN, wobei zwei Aspekte im Vordergrund ste- hen:

Die Umweltfreundlichkeit und die Wirtschaftlichkeit.

BIOHUMIN besteht zu einem wesentlichen Teil aus Braun- kohle, die wiederum die für den Boden so wichtigen Humin¬ stoffe enthält. Aus der bekannten Inkohlungsreihe Torf - Braunkohle - Steinkohle - Graphit - ist, wie gefunden wurde, gerade die Braunkohle als Bodenhilfsstoff besonders geeignet.

BIOHUMIN enthält im allgemeinen weniger Schwermetalle als die heutigen Pflanzen und wesentlich weniger als die heu¬ tigen Bodenmittelwerte.

Die Zusammensetzung von BIOHUMIN aus hochwertigem Kalk, Mineralstoffen und Huminen (ca. 1/3 Nährhumus und ca. 2/3 Dauerhumus) bedingt einerseits die gewünschte Beeinflus¬ sung der Bodenfruchtbarkeit und andererseits den wirt¬ schaftlichen Einsatz von BIOHUMIN-Granulat.

BIOHUMIN - auch BIOHUMIN-Granulat genannt - hat die fol¬ genden wirtschaftlichen Vorteile:

- Verwendung im 2-Jahres-Rhythmus

— niedriger Preis für die organische und mineralische Substanz, d.h. keine Nachkalkung erforderlich durch den günstigen pH-Wert und Einsparung von mineralischen und an¬ deren Düngemitteln.

Die Eigenschaften von BIOHUMIN machen es vor allem in Ver¬ bindung mit Mist und Jauche zu einem wertvollen Düngemit¬ telersatz.

Die Wirkungen des erfindungsgemäßen Produkts lassen sich insbesondere - ohne an eine Theorie gebunden zu sein - wie folgt erklären:

Die ökologischen Schäden unserer Landwirtschaft werden von Jahr zu Jahr verheerender und die Kosten zu deren Beseiti¬ gung explodieren. Die Iπtensivbewirtschaftung hat zu großen, schleppergerechten Ackerflächen und Forsten ge¬ führt. Die Landschaft wurde maßgeblich ausgeräumt; Hecken, Feldgehölze und viele über die Feldmark verstreute Biotope fielen der Rationalisierung zum Opfer. Bachläufe wurden begradigt. Heute findet man nur noch Zuckerrüben- und Ge¬ treidewüsten oder güllenstinkende Maisschläge.

Auf all diese Flächen werden immer mehr Düngemittel, Fun¬ gizide, Herbizide, Pestizide und Insektizide ausgebracht. Die Stickstoffmenge in den Böden hat sich seit 1950 ver- sechsfacht, Kali- und Phosphatmengen haben sich verdoppelt und die Pflanzenschutzmittel vervielfacht. Die lebensnot¬ wendigen Mikroorganismen, die den Humushaushalt steuern, wurden erstickt und nahezu ausgerottet, weil sie dem Über¬ angebot an Giftstoffen nicht gewachsen sind. Anaerobe Mi- kroorganismen im Boden reichern sich an und werden so zu "Schädlingen" weil das natürliche Verhältnis in der Bio¬ sphäre gestört ist. Das Tier- und Pflanzenleben verarmt zusehends: Bereits in den 70iger Jahren galten 37% der Wirbeltiere, 38% der Schmetterlinge und hunderte Arten von Farn- und Blütenpflanzen als ausgestorben oder akut ge¬ fährdet. Ein gesundes Gleichgewicht von aeroben und anae¬ roben Mikroorganismen dagegen bewirkt einen optimalen Hu¬ musaufbau, der für einen vitalen Aufbau des Zellsaftes (Lebenssaft) der Pflanze verantwortlich und unerläßlich ist.

Kühe, Schweine und Hennen werden zu Tausenden auf engstem Raum zusammengepfercht. Die unnatürlichen Lebensbedingun¬ gen erfordern ständig höhere Beigaben von Beruhigungsmit- teln zum wiederum meist unnatürlichen Futter. Die Tiere leben in einer permanenten Drogenszene.

Diese konzentrierte Tierhaltung hat Mist und Gülle von ei¬ nem lebensnotwendigen organischen Düngemittel in eine na- turbelastende Emmision verwandelt. Durch die Massenausrot¬ tung der Mikroorganismen im Boden verschwand allmählich der Humusvorrat und durch diesen Humusverlust verliert der Boden die Fähigkeit, Nährsalze, die in Mist und Gülle ent¬ halten sind, festzuhalten und pflanzenverfügbar zu machen. Wo sich die Massentierhaltung und Intensivbewirtschaftung konzentriert, klagen immer mehr Menschen über gesundheit¬ liche Schäden. Stickstoff- und Phosphatabschwemmungen

überdüngen Bäche, Flüsse und Meere und vergiften das Grundwasser. Das Ergebnis all dieser Mechanismen ist der fade Geschmack unserer modernen, ernährungsarmen Nahrungs¬ mittel.

Diese Zerstörung der Natur bis hin zur Erkrankung der Men¬ schen wird vom Staat, einschließlich der EG, mit rund 27 Milliarden Mark (1990) bezuschußt. Das ist mehr als die gesamte Nettowertschöpfung der Landwirtschaft von rund 24 Milliarden Mark. Dabei sind noch wesentliche Teile der Ko¬ sten unberücksichtigt. Die Verbraucher zahlen in Form von staatlich garantierten, überhöhten Agrarpreisen noch ein¬ mal rund 15 Milliarden Mark; die Kosten der Trinkwasseraufbereitung, im wesentlichen der Denitrierung (Landwirtschaft) , ergeben nochmals 8 Milliarden Mark. Trotz dieses gewalten Defizits werden die Schäden immer größer, solange die Einsicht fehlt, daß die Chemie in der Landwirtschaft versagt hat und weiterhin versagen wird. Kein Mensch vermag das Gleichgewicht in der Natur zu hal- ten, außer mit Hilfe der Natur selbst.

Biologisch reines Humusmineral zur Dekontamination vergif¬ teter Böden und Gewässer und Verfahren zu seiner Herstel¬ lung.

Die Erfindung betrifft insbesondere ein biologisch reines Naturstoff-Granulat, das aus Urgesteinsmehlen als minera¬ lischer Komponente und aus fetthaltiger Urerde (Rohbraunkohle) als organischer Komponente besteht und ein Verfahren zu dessen Herstellung.

Zwischen einem Organismus und dessen belebter und unbeleb¬ ter Umwelt werden Stoffe und Energie ausgetauscht. Dabei können auch mechanische Einflüsse wie Beschattung oder me- chanischer Druck auf andere Organismen auf den Austausch von Energie zurückgeführt werden. Beim Stoffaustausch, bei dem der Faktor "Energie" ebenfalls beteiligt ist, spielen

Nähr- und Schadstoffe eine wichtige Rolle. Die Vielzahl der Stoffe, die offensichtlich keine Bedeutung für das Wachstum haben, sind für den Stoffaustausch unbedeutend. Die Einteilung der Stoffe in die Gruppen lebensnotwendige Nährstoffe, Begleitelemente und nicht lebensnotwendige

Wirkstoffe sowie Schadstoffe hängt von ihrer Konzentration ab.

Es sind heute 16 chemische Elemente für die Pflanze als lebensnotwendig bekannt. Fehlt eines dieser 16 Elemente, so stirbt die Pflanze ab. Die meisten dieser Elemente wer¬ den in Form von mineralischen Nährsalzen aus dem Boden aufgenommen. Zwei Elemente werden direkt über das Wasser zugeführt und Kohlenstoff sowie Sauerstoff gelangen aus der Luft über das Blattwerk in die Pflanze. Dieser so ein¬ fach erscheinende Vorgang wird heute noch in vielen Forschungslaboratorien und im Felde untersucht. Die noch nicht im Detail bekannte Wasserversorgung der Pflanze be¬ einflußt ihrerseits die NährstoffVersorgung. Viele Nähr- Stoffe werden im Wasserfluß von ihrem Lagerungsort zur

Wurzeloberfläche und alle mineralischen Nährstoffe im Was¬ serfluß von der Wurzel zum Sproß transportiert. Die pflanzliche Wasserbeziehung beeinflußt die Öffnung der Stomata und damit die Photosynthese und die Biomassenbil- düng. Umgekehrt hängen pflanzliche Wasserbeziehungen we¬ sentlich von der Pflanzenernährung ab. Diese wenigen Bei¬ spiele zeigen die enorme Komplexität dieses Interaktions¬ systems, das nur durch ein "lebendiges" Bodengefüge er¬ reicht und erhalten werden kann.

BIOHUMIN als reines Naturprodukt ohne synthetische Hilfs¬ stoffe

Das den Gegenstand der Erfindung bildende Produkt ist ein biologisch reines Aufbaustoff-Granulat, das alle für die Pflanze notwendigen 16 Bausteine enthält und durch seine Verbindung von Humus- und Mineralkomplexen den Boden wie-

derbelebt und pflanzenverfügbar macht. Da die Rohbraun¬ kohle fetthaltig ist, wirkt sie hydrophob.

Der Einsatz von Urgesteinsmehlen in der bisherigen Form führte zur Verdichtung des Oberbodens. Nachteilig ist die Ausbringung von Gesteinsmehlen in ihrem Handling; Staub¬ masken sind erforderlich und zudem wird der feine Staub kilometerweit in alle Richtungen verweht. Das Granulieren der Gesteinsmehle bewirkt zwar ein besseres Handling, hat jedoch den Nachteil eines zu hohen hydraulischen Bindemit¬ telanteils.

Es ist auch bereits bekannt, Gesteinsmehle in Verbindung mit Zellstoffen, Holzmehlen oder alkalischen Klärschlämmen zu einem Granulat zu verarbeiten. Solche Verbindungen sind wohl organischer Herkunft und dienen im wesentlichen als Substrathilfe, weisen jedoch keinen oder zumindest nur einen spärlichen Anteil an Nährstoffen auf. Des weiteren ist zu beachten, daß sich Zellstoffe sowie Holzmehle ne- gativ auf den Boden auswirken, da beide Substanzen einen hohen Säuregrad aufweisen und somit die Erosionsgefahr im Boden erhöhen. Weitaus gefährlicher noch ist die Verbin¬ dung von Steinmehlen mit Klärschlämmen jeglicher Art, so¬ fern sie nicht von ihren Schwermetallgehalten befreit sind und das mikrobiologische Gleichgewicht eingestellt ist.

Zellstoffe, Holzmehle, Schnitzelholz, giftfreie Klärschlämme und Verbrennungsschlacken sind Stoffe, die selbst durch einen vernünftigen Bodenhilfsstoff erst einem natürlichen Verrottungsprozeß unterzogen werden müssen, bevor sie als Bodenersatzstoffe ihre Aufgabe erfüllen kön¬ nen.

Erstmalig ist es erfindungsgemäß möglich, mit geringem wirtschaftlichem Aufwand angereicherten Rohbraunkohlen¬ staub mit feinsten Mineralmehlen in einem Arbeitsablauf ohne Zwischentrocknung oder Endtrocknung zu granulieren.

ERSATZBLATT

Zu dessen Bindung werden ausschließlich reine Naturex¬ trakte benötigt, d.h. es wird gänzlich auf chemische Sub¬ stanzen und auf die Zugabe von industriell erzeugtem Stickstoff verzichtet.

BIOHUMIN als Alternative zu Düngemitteln und kontinuierli¬ cher Humuslieferant

Erstmals ist es erfindungsgemäß möglich, mindestens die- selbe Wachstums-Wirkung zu erzielen, wie mit chemischen Düngemitteln, jedoch mit essentiellem und geschmacklichem Vorteil. Mit der Ausbringung des erfindungsgemäßen Granu¬ lats bilden sich während des Zersetzungsprozesses Millio¬ nen von Kleinstlebewesen, die den für das Pflanzenwachstum günstigen Garezustand des Bodens bewirken und das ökologi¬ sche Gleichgewicht wieder herstellen. Mit diesem Schritt werden mehrere Nebeneffekte erzielt: eine Bodenauflocke¬ rung wid auf natürlichstem Wege erzielt, was zur Folge hat, daß eine Wasserspeicherung in der Bodengare selbst wieder möglich ist ; ohne künstliche Substrate zu schaffen. Ist dieser natürliche Bodenzustand wieder erreicht, sind die durch die Mikroorganismen ständig neu aufgebauten Hu¬ minstoffe und Enzyme wieder in der Lage, Nährsalze im Bo¬ den festzuhalten, abzubauen und pflanzenverfügbar zu ma- chen. Ein Ausschwemmen von Nitraten, Sulfaten, Phosphaten etc. ins Grundwasser kann in diesem gesunden Boden nicht mehr stattfinden.

BIOHUMIN als Bodendekontamination

Die im erfindungsgemäßen Produkt enthaltenen Enzyme sorgen als Katalysatoren nicht nur dafür, daß sich Harnstoff der Gülle zersetzt, sondern sie verarbeiten nachweisbar auch die synthetischen Düngemittel Cyanamid und Dicyanamid. Lange Zeit war man der Meinung, daß es Metalle in der Erde sind, die diese Prozesse katalysieren. Es ist heute jedoch erwiesen, daß biologische Mechanismen diese Aufgabe

ERSATZBLATT

bewerkstelligen, ohne daß man diese im einzelnen kennt. Die Biokatalysatoren setzen weitaus mehr verschiedene Sub¬ strate um als bisher angenommen. Es ist auch erwiesen, daß diese Enzyme Chemikalien verarbeiten, die im Normalfall gar nicht in der Natur vorkommen und trotzdem relativ rasch abgebaut werden.

BIOHUMIN als Retorte für Saatgut

Im erfindungsgemäßen Granulat können gewünschtenfalls Pflanzensamen zugegeben werden. Erwiesenermaßen wächst, z.B. bei Gras- ode Rasensamen, die im BIOHUMIN integrierte Pflanze wesentlich schneller und kräftiger an, als die auf die Erde ausgestreuten Pflanzensamen. Hinzu kommt, daß bei der freien Aussaat vieles durch den Wind weggetragen wird, anderes von Vögeln gefressen und ein großer Teil des Saat¬ guts durch Einbruch von Kälteeinflüssen verloren geht. An¬ ders verhält sich das Saatgut im erfindungsgemäßen Granu¬ lat, worin alle für die Pflanze notwendigen Bausteine, insbesondere Mikroorganismen, enthalten sind. Das Saatgut keimt unter Umständen, unter denen dies sogar in freier Natur kaum möglich ist, d.h. das erfindungsgemäße Granulat dient sozusagen als Retorte für den Keimling.

BIOHUMIN zur biologischen Selbstreinigung der Gewässer

Kläranlagen sind zwar vielfach,vorhanden, reichen aber längst nicht mehr aus, der steigenden Wasserverseuchung unserer Wegwerfgesellschaft Herr zu werden. Eine Reinigung durch Filtration und immer mehr, Entkeimungen mit Hilfe von Chlor oder Ozon wegen des Bakteriengehaltes sind er¬ forderlich, damit unser Wasser noch als Trinkwasser ver¬ wendet werden kann. Die Befreiung des Wassers von schädli¬ chen Stoffen und Krankheitserregern im Wasserwerk vor Ab- gäbe an das Netz der Wasserversorgung wird zunehmend kom¬ plexer.

ERSATZBLATT

Vor allem durch das Ansteigen des Stickstoff- und Phos¬ phatgehaltes (auch aus Waschmitteln) nimmt die Vermehrung der Algen und Kleinlebewesen stark zu. Die Verwesung der absterbenden Algen ebenso wie der Abbau hereingeschwemmten organischen Abfalls verbraucht Sauerstoff. Schließlich kann der Sauerstoffgehalt so weit sinken, daß kein voll¬ ständiger Abbau der organischen Stoffe mehr möglich ist, sondern Faulschlammbildung erfolgt. Die Mikroorganismen (Algen, Protozoen, Pilze, Bakterien, Viren) vermehren sich in einseitiger Richtung, da die Umweltbedingungen ent¬ scheiden über die -Artenvermehrung. Mikroorganismen sind chemisch sehr reaktionsfähig, d.h. sie vermehren sich schnell und sind mit ihrem Stoffwechsel sehr anpassungsfä¬ hig. Zahlreiche Artengattungen sind Krankheitserreger und lassen den Stoffwechselkreislauf durch Mineralisation in der Natur nicht mehr zu (Verhältnisstörung) .

Damit geht die biologische Selbstreinigungskraft des Gewässers verloren, es kippt um. Aus einem klaren See wird eine stinkende Kloake. Gelingt es nicht, diesen Prozess unter Kontrolle zu bekommen, dann ist die Erstickung der Menschheit in ihrem unbewältigten Abfall für die Indu¬ strieländer eine ernstere Gefahr als die des Verhungerns infolge zu starken Bevölkerungswachstums. Dabei sind die erforderlichen Ausgaben zur Abwendung dieser Gefahr, ge¬ messen an denen, die zum Schutz der Menschen voreinander aufgewendet weden, relativ gering.

Das erfindungsgemäße Granulat bewirkt eine Mineralisierung des Gewässers aufgrund seiner Humus- und Mineralienmi¬ schung. Es führt auf einfachste Weise zur Selbstreinigung der Binnengewässer.

Eine Sauerstoffbildung im Seebodenbereich erfolgt erst dann wieder, wenn das Gleichgewicht zwischen Sauerstoff- und stickstoffbildenden Pflanzen und Mikroorganismen wie¬ der hergestellt ist. Mit anderen Worten, es muß eine Re-

kultivierung des Seebodens erfolgen, wonach die Natur selbst wieder imstande ist, dieses Gleichgewicht aufrecht¬ zuerhalten. Durch die Verwendung von BIOHUMIN wird das biologische Gleichgewicht wieder hergestellt, das heißt, dem Granulat wird für die Gewässersanierung Seegrassamen zugeführt, die mit ihrem Anwachsen ständig neuen Sauer¬ stoff produzieren können. Die im Granulat enthaltenen Bio¬ katalysatoren werden durch die Sauerstoffproduktion le¬ bensfähig und regeln den natürlichen Bakterienhaushalt. Die Anreichung des Grundwasserbodens mit BIOHUMIN ergibt eine Auflockerung und bewirkt die Befreiung des Tiefenwas¬ sers von Schwebestoffen. Fadenalgen bzw. Stickstoffabhän¬ gige Algen, die verantwortlich sind für das Ertrinken von Fischen, lösen sich vom Seegrund ab und schwimmen als "Bleiche" über dem Seespiegel, so daß sie mit Netzen oder mit Hilfe von "Seekuh" abgeschöpft werden können. Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß mit dem Anwachsen des ein¬ gebrachten Seegrases keine Fadenalgen mehr entstehen.

Zur Ausbringung der erfindungsgemäßen Granulate in die Ge¬ wässer dient vorzugsweise ein endloser Strumpf aus Jute¬ oder Leinengewebe mit der Grundfläche einer EURO-Palette und einer Höhe von 20 mm bis 100 mm, vorzugsweise 30 mm bis 50 mm, und einer Maschenweite von 1 mm bis 10 mm, vor- zugsweise 2 mm. Das Ausbeulen der Strumpfmatte wird mit Stegbandnähten verhindert. Die Strumpfmatten werden auf EURO-Paletten endlos aufgeschichtet und können mit Hilfe schwimmender Geräte (Schlepper, Seekuh) direkt im Bereich der inneren Uferzone ausgebracht werden.

BIOHUMIN als Geruchshemmer in Kompost- und Kläranlagen

Erfindungsgemäß wird hierfür vorzugsweise nicht das Granu¬ lat, sondern die identische Pulvermischung verwendet. Die Verwesung absterbender Algen und von organischen Abfällen wurde weiter oben erläutert. Durch den Mangel an Sauer¬ stoff erfolgt Faulschlammbildung-was zur Ausprägung anae-

ERSATZBLATT

rober Kompartimente und zur Entwicklung anaerober Mikroor¬ ganismen führt. Ausscheidungsprodukte dieser Mikroorganis¬ men sind unter anderem Methan und Ethylen. Erfolgt die Zugabe von BIOHUMIN zu diesem Zeitpunkt, so verschwindet der üble Geruch mit relativ rascher Wirkung und zwar nicht weil es eine Substratwirkung hat, wie viele Biologen ver¬ muten (dann wäre mit Ton dieselbe Wirkung möglich) , son¬ dern wegen der Biokatalysatoren bzw. der aeroben Mikroor¬ ganismen die den Abbau der Faulsubstanzen bewirken. Ent- sprechende Tests wurden mit großem Erfolg auf industri¬ eller Basis an Kompostieranlagen durchgeführt.