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Patent Searching and Data


Title:
BOREHOLE PLUG
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1993/001362
Kind Code:
A1
Abstract:
In order to plug the annular space (39) between a rock anchor (37) and the walls of a borehole (36) at greater depths (40) of up to 1 or 1.5 m, especially in very low-cohesion rock, the proposal is for a borehole plug (18) bounded on the front and rear faces by circular metal plates (2, 3) between which is a seal (19) consisting of a rubbery elastic material in the form of a pipe section. A given tension can be transmitted via a special fitting device via tension rods (14) arranged firmly on one circular plate (3) but movable and lockable with repect to the other (2) so that corresponding elastic deformation states can be adjusted in the plug which provide a seal against both the wall of the borehole (36) and the outside of the anchor (37). The connection between the fitting device and the ends of the tension rods (14) is limited in strength so that when a certain tension is reached this connection is automatically released, thus ensuring simple positioning of this borehole plug which provides permanently reproducible sealing conditions regardless of the actual shape of the borehole.

Inventors:
Gruber, Heinz (Wilhelm-Busch-Straße 2, Seesen, D-38723, DE)
Application Number:
PCT/EP1992/001129
Publication Date:
January 21, 1993
Filing Date:
May 21, 1992
Export Citation:
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Assignee:
GD-ANKER GMBH (Am Schlörbach 19, Seesen, D-38723, DE)
Gruber, Heinz (Wilhelm-Busch-Straße 2, Seesen, D-38723, DE)
International Classes:
E02D5/80; E02D5/76; E21B33/128; (IPC1-7): E02D5/76; E21D9/00
Foreign References:
DE3717024A11988-12-01
US3392785A1968-07-16
Attorney, Agent or Firm:
Sobisch, Peter (Röse, Kosel & Sobisch Postfach 12, Odastraße 4a Bad Gandersheim, D-3353, DE)
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Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E
1. Bohrlochverschluß (1,18,41) zum Verschließen des Ringraumes (39) zwischen einem Injektionsrohr, welches mit einer durchgehenden Außenprofilierung versehen ist und den Wandungen eines Bohrlochs (36) , mit einem kreiszylinderartigen, zum Überschieben über das Injektionsrohr bestimmten Grundkörper, der als Dichtkörper (5,19,47) ausgebildet und zum elastischen Verformen zwecks dichtender Anlage zumindest an der Innenwandung des Bohrlochs bestimmt und ausgestaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper stirnseitig durch Druckplatten begrenzt ist, zwischen denen sich der Dichtkörper (5,19,47) erstreckt, daß den Druckplatten eine Preßeinrichtung zum Einstellen definierter radialer Verformungszustände des Dichtkörpers (5,19,47) zugeordnet ist, daß der Dichtkörper (5,19,47) mit Hinblick auf ein elastisches Verformen zwecks dichtender Anlage auch an der Außenseite des Injektionsrohrs bestimmt und ausgestaltet ist und daß die Druckplatten aus einem metallischen Werkstoff bestehen.
2. Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (5,19,47) als zumindest radial durch Kunststoff oder Metallfolien begrenzter kreiszylinderartiger Hohlkörper ausgebil¬ det ist, dessen Ringraum mit einem Druckmedium beauf¬ schlagbar ist.
3. Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallfolie dichtflächensei tig eine kunststoffartige, insbesondere eine Gummibe Schichtung trägt.
4. Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatten als Kreisringplätten (2,3,43, 44) ausgebildet sind, daß der Dichtkörper (5,19,47) aus einem gummiela¬ stischen Werkstoff oder einem Werkstoff ähnlicher Verformbarkeit besteht und daß die Kreisringplatten (2,3,43,44) mit dem Dicht¬ körper (5,19,47) in unlösbarer Verbindung stehen und einen bezüglich der Längsachse (4) rotations¬ symmetrischen Gruπdkörper bilden.
5. Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der Ansprüche l bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßeinrichtung zumindest aus Zugstäben 01 (14,49) besteht, die an der einen Druckplatte fest angeordnet, gegenüber dem Dichtkörper (5,19,47) sowie der anderen Druckplatte axial frei bewegbar, zwecks Einstellung definierter elastischer Verfor 05 mungszustände des Dichtkörpers jedoch festlegbar angeordnet sind und daß die Zugstäbe (14,49) sich parallel zu der Längsachse (4) des Grundkörpers erstrecken.
6. Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der Ansprüche 10 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (5) aus zwei koaxial mit Abstand ineinandergesteckten Rohrkörpern (8,9) besteht, wobei die Rohrkörper (8,9) an den radial inneren bzw. äußeren Bereichen der Druckplatten dichtend befestigt sind.
7. 157 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstäbe (14,49) in dem Ringraum (7) zwischen den Rohrkörpern (8,9) geführt sind und sich durch Schlitze (15,50) in der einen Kreisringplatte (2,43) hindurcherstrecken.
8. 208 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (19) aus einem einstückigen Rohrkörper (19') besteht und daß der Rohrkörper (19') dichtend an den Druckplat 25 ten befestigt ist.
9. 9 Bohrlochverschluß (1,18) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstäbe (15) in Schlitzen (20) des Rohrkörpers (19') geführt sind und sich durch Schlitze (15) der einen Kreisringplatte (2) hindurcherstrecken.
10. 10 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der vorange¬ gangenen Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßeinrichtung ferner eine Setzeinrichtung (25) zum Verschieben der Kreisringplatten (2,3) relativ zueinander aufweist, die mit den Zugstäben (14,49) in Wirkverbindung steht.
11. 11 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Position der Zugstäbe (14,49) gegenüber der Kreisringplatte (2,43) verrastbar oder in sonstiger Weise an dieser festlegbar, insbesondere selbsthemmend ausgebildet ist.
12. 12 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Setzeinrichtung (25) aus einem Außenrohr (27) und einem unter Belassung eines Ringraυmes (26) zu diesem koaxialen Innenrohr (28) besteht, daß das Innenrohr (28) zum Ankuppeln der, aus der Kreisringplatte (2) herausragenden Enden der Zug¬ stäbe (14,49) ausgestaltet ist und daß das Innenrohr (28) gegenüber dem mit der einen Stirnseite auf der Kreisringplatte (2,43) abge¬ stützten Außenrohr (27) mittels eines Antriebes zwecks Pressung des Dichtkörpers (5,19,47) axial bewegbar ist.
13. 13 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb aus einer Spannmutter 01 (30) besteht, die mit einem Gewindeabschnitt des Innenrohres (28) im Eingriff steht und auf der ande¬ ren Stirnseite des Außenrohres (27) abgestützt ist.
14. 14 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach Anspruch 12, dadurch 05 gekennzeichnet, daß der Antrieb aus einer mit einem Druckmedium beaufschlagbaren KolbenZylinderEinheit besteht.
15. 15 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der vorange¬ gangenen Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, 10 daß die Kupplung zwischen den Enden der Zugstäbe (14,49) einerseits und den entsprechenden Funktions¬ elementen der Setzeiπrichtung (25) andererseits mit Hinblick auf eine definierte, insbesondere begrenzte Zugkraftübertragung ausgebildet ist.
16. 1516 Bohrlochverschluß (1,18,41) nach einem der vorange¬ gangenen Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsbereich zwischen den Enden der Zugstäbe (14,49) einerseits und den entsprechenden Funktionselementen der Setzeinrichtung (25) anderer 20 seits mit Solltrennstellen versehen ist.
17. 17 Bohrlochverschluß (41) nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (47) mit wenigstens einer, einen schäum und aushärtbaren Kunststoff oder ein 5 expaπsioπsfähiges Gas enthaltenden Ausnehmung (48) versehen ist, daß der Schäum oder Expansioπsprozeß durch axiale Kompression des Dichtkörpers (47) auslösbar ist und 01 daß der, über die Preßeinrichtung erreichbare Verformungszustand zumindest nach Maßgabe der Auslösung des Schäum oder Expansionsprozesses ausgelegt ist. 05 18. Bohrlochverschluß (41) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der schäum und aushärtbare Kunststoff durch zwei miteinander reaktionsfähige Komponenten gebil¬ det wird und 10 daß beide Komponenten in geschlossenen, in einer Ausπehmung (48) angeordneten und durch axiale Kompression des 'Dichtkörpers (47) zerstörbaren Behältnissen angeordnet sind.
18. 19 Bohrlochverschluß (41) nach Anspruch 17 oder 18, 15 dadurch gekennzeichnet, daß mehrere diskrete, stirn¬ seitig durch die Kreisringplatten (43,44) begrenzte Ausnehmungen (48) in gleichmäßiger Umfangsverteilung vorgesehen sind.
19. 20 Bohrlochverschluß (41) nach Anspruch 17 oder 18, 20 dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (48) durch einen, sich koaxial zur Achse des Dichtkörpers (47) innerhalb desselben erstreckenden Ringraum gebildet wird .
20. 21 Bohrlochverschluß (41) nach einem der vorangegangenen 25 Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung/Ausnehmungen (48) mit radialen, durchge¬ henden, innen und/oder außenseitigen Bohrungen ausgerüstet ist.
Description:
B E S C H R E I B U N G

BohrlochVerschluß

Die Erfindung bezieht sich auf einen Bohrlochverschluß entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Hauptsächliches technisches Anwendungsgebiet derartiger Bohrlochverschlüsse ist das Setzen von Gebirgsankern, insbesondere Injektionsbohrankern, bei denen nach Er¬ stellen des Bohrlochs über den zentralen Längskanal der Ankerstange ein aushärtungsfähiges Medium, z.B. eine Mörtelsuspension in das Bohrloch eingeführt wird, die Ankerstange über Austrittsbohrungen im Bereich der Bohrkrone verläßt und - mit der Bohrlochsohle beginnend - das Bohrloch ausfüllt. Insbesondere bei solchen Bohr¬ löchern, deren Längsachse aufwärts gerichtet ist, ist zum Verfüllen mündungsseitig ein Bohrlochverschluß erforderlich. Probleme bereitet das Setzen eines Bohr¬ lochverschlusses insbesondere dann, wenn unmittelbar im mündungsseitigen Endbereich des Bohrloches ein sehr kohäsionsar er Zustand des umliegenden Gebirges ansteht, welches zu einer trichterförmigen Aufweitung führt, so

daß ein Verschluß in einer gewissen Tiefe des Bohrlochs anzubringen ist, von der an - in Richtung der Bohrloch¬ sohle gesehen - anzunehmen ist, daß sich ein zumindest angenähert gleichförmiger Bohrungsquerschnitt und stabi- le Wandungsverhältnisse ergeben.

Es sind eine Reihe von Bohrlochverschlüssen bekanntge¬ worden. Beispielsweise zeigt die DE 37 17 024 C2 einen Bohrlochverschluß, der aus einer, vom luftseitigen Ende her über die Ankerstange geschobenen flexiblen Hülse besteht, in welche ein Keilkörper eingeführt werden kann, der aus einem relativ zu der Hülse härteren Werk¬ stoff besteht und luftseitig aus der Hülse zunächst herausragt. Zur Montage dieses Bohrlochverschlusses wird in einem ersten Schritt zunächst die Hülse nebst Keil- körper über das luftseitige Ende der Ankerstange bis an die Stelle vorgeschoben, an der der Bohrlochverschluß zu setzen ist, wobei anschließend mittels einer rohrartig ausgebildeten, ebenfalls über die Ankerstange geschobe¬ nen und mit dem Keilkörper zusammenwirkenden Setzvor- richtung, welche mit einem besonderen Stoßteil versehen ist, ' der Keilkörper in die Hülse eingetrieben wird, so daß in der Folge diese elastisch aufgeweitet und gegen die Bohrlochwandungen gepreßt wird. Die Kraftübertragung von der Setzvorrichtung auf den Keilkörper erfolgt offensichtlich stoßweise, wobei davon ausgegangen wird, daß als Folge dieser Stöße die flexible Hülse an den Bohrlochwandungen und/oder der Außenseite der Ankerstan¬ ge festsitzt und den Stößen nicht in Richtung der Bohr¬ lochsohle ausweicht. Schwierig kann sich die Handhabung und das Setzen eines solchen bekannten Bohrlochver- schlussεs jedoch dann gestalten, wenn das umliegende Gebirge sehr kohäsionsarm ist, sich münduπgsseitig eine erhebliche Auflockerung bzw. Aufweitung ergibt und der Bohrlochverschluß in einer vergleichsweise großen Tiefe

gesetzt werden muß.

Es ist die Aufgabe der Erfindung, einen Bohrlochver¬ schluß der eingangs bezeichneten Gattung zu entwerfen, der insbesondere in vergleichsweise großen Tiefen leicht zu setzen ist, dessen Handhabung einfach ist und der eine zuverlässige Dichtwirkung entwickelt. Gelöst ist diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Bohrlochver¬ schluß durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1.

Erfindungswesentlich ist, daß der Dichtkörper derart beschaffen und angeordnet ist, daß er eine Dichtwirkung radial innen- und außenseitig entwickelt, so daß eine Abdichtung sowohl gegenüber der Bohrlochwand als auch gegenüber der Außenseite des Injektionsrohrs entwickelt wird. Der Dichtkörper ist zu diesem Zweck in im folgen¬ den noch zu erläuternder Weise verformbar, um ein festes und dichtendes Anliegen an den Dichtflächen zu erreichen - er ist andererseits im unverformten Zustand leicht über das Injektionsrohr bis an die Stelle schiebbar, an der der Bohrlochverschluß gesetzt werden soll.

Der Bohrlochverschluß ist als kreiszylinderartiger Grundkörper ausgebildet, auf dessen Stirnseiten zwecks Verpressung bzw. Entwickeln einer Dichtwirkung Druck ausübbar ist, so daß der Dichtkörper, der aus einem hochelastischen, in einem weiten Rahmen verformungsfähi¬ gen Werkstoff besteht, radial außen- und innenseitig unter diesem Druck verformt wird, so daß eine Dichtwir¬ kung sowohl gegen die Außenwandungen der Ankerstange als auch gegen die Innenwandungen des Bohrlochs entwickelt wird. In Abkehr von dem eingangs dargelegten Stand der Technik wird die zur gezielten Verformung des Dichtkör¬ pers aufzuwendende Kraft somit ausschließlich an den

Stirnseiten eines ansonsten ringzylinderartigen Dicht¬ körpers her aufgebracht. Den erfindungsgemäß zu verwen¬ denden Druckplatten ist eine Preßeinrichtung zugeordnet, welche dahingehend ausgelegt ist, daß der Verformungszu- stand des Dichtkörpers einstellbar bzw. fixierbar ist, um vorab festlegbare Mindestanpreßkräfte im Bereich der jeweiligen Dichtflächen sicherzustellen. Dies bringt in einfacher Weise Montagevorteile mit sich, da sicherge¬ stellt werden kann, daß sich stets eine gleichbleibende, vorab festgelegte Anpreßkraft und damit Dichtwirkung auf sämtlichen, für eine Abdichtung benötigten Dichtflächen ergibt.

Bei der Ausführungsform entsprechend den Merkmalen der Ansprüche 2 und 3 wird von einem solchen Dichtkörper ausgegangen, der als Hohlkörper ausgebildet ist und mittels eines Druckmediums zwecks Entwicklung der oben bezeichneten Dichtwirkungen beaufschlagbar ist.

Die Merkmale des Anspruchs 4 sind auf eine vorteilhafte Ausgestaltung der Druckplatten sowie des Dichtkörpers gerichtet. Der aus diesen beiden Komponenten gebildete Grundkörper ist rotationssymmetrisch ausgebildet und es besteht der Dichtkörper vorzugsweise aus einem gummiela- stischeπ Werkstoff, womit eine hohe Verformbarkeit gegeben ist. Vorzugsweise besteht der Dichtkörper aus einem vergleichsweise weichen Gummi. Als Kraftübertra¬ gungsorgane sind die als Kreisringplatten ausgebildeten Druckplatten aus einem metallischen Werkstoff ausgebil¬ det, wobei die Verbindung zwischen diesen Kreisringplat¬ ten einerseits und dem Dichtkörper andererseits durch Verklebung, Vulkanisation oder dergleichen bewirkt werden kann, so daß diese Verbindung in jedem Fall als flüssigkeitsdicht anzusehen ist. Es kommt jedoch auch eine auf Klemmung, Pressung und dergleichen beruhende

flüssigkeitsdichte Verbindung in Betracht.

Die Merkmale des Anspruchs 5 sind auf eine mögliche Ausbildung der Preßeinrichtung gerichtet. Diese wird hiernach durch Zugstäbe gebildet, die an der einen Kreisringplatte fest angeordnet und gegenüber der ande¬ ren Kreisringplatte beweglich, jedoch relativ zu dieser arretierbar angeordnet sind. Dies eröffnet aufgrund der somit einstellbaren Verschiebung der Zugstäbe gegenüber der einen Kreisringplatte und der hierdurch bedingten Stauchung des Dichtkörpers die Einstellung definierter elastischer Verformungszustände , denen wiederum Dicht¬ kräfte im Bereich der miteinander in Wechselwirkung tretenden Dichtflächen entsprechen. Vorausgesetzt wird hierbei, daß die Zugstäbe, die den Dichtkörper räumlich durchdringen, gegenüber diesem frei beweglich sind.

Die Merkmale der Ansprüche 6 bis 9 sind auf unter¬ schiedliche Ausgestaltungen des Dichtkδrpers gerichtet, welcher grundsätzlich als einstückiger Rohrkörper ausge¬ bildet sein kann oder auch aus zwei, koaxial mit Abstand ineinandergesteckten Rohrkörpern bestehen kann, wobei in jedem Fall naturgemäß eine flüssigkeitsdichte Verbindung mit den stirnseitigen Kreisringplatten vorgesehen ist. Im letzteren Fall sind die Zugstäbe innerhalb des zwi¬ schen den Rohrkörpern verbleibenden Ringraumes geführt, wohingegen in ersterem Fall der einstückige Rohrkörper mit Schlitzen versehen sein muß, innerhalb welchen die Zugstäbe geführt sind.

Gemäß den Merkmalen der Ansprüche 10 und 11 umfaßt die Preßeinrichtung eine besondere Setzeinrichtung, welche mi den Zugstäben in Wirkverbindung steht bzw. bringbar ist und zur Verschiebung der Kreisringplatten relativ zueinander dient, wobei die Zugstäbe gegenüber der einen

Kreisringplatte festlegbar bzw. mit dieser verrastbar sind, um einen bestimmten Verformungszustand des Dicht¬ körpers zu fixieren. Die Setzeiπrichtung bildet somit ein System, welches zur Ausübung einer Zugkraft auf die Zugstäbe relativ zu der einen Kreisringplatte geeignet ist. Soweit diese Bedingung erfüllbar ist und diese Wirkung auch in einer relativ großen Tiefe eines Bohr¬ lochs, beispielsweise 1 m bis 1,5 m gerechnet von der Bohrlochmündung an entwickelbar ist, ist die genaue Ausbildung einer Setzeinrichtung grundsätzlich beliebi¬ ger Art.

Die Merkmale des Anspruchs 12 sind auf eine mögliche kontruktive Ausgestaltung der Setzeinrichtung gerichtet, welche hiernach aus zwei, relativ zueinander mittels eines Antriebes bewegbaren Rohren besteht, wobei an dem Innenrohr die Enden der Zugstäbe befestigt sind, wohin¬ gegen das Außeπrohr, welches an der einen Kreisringplat¬ te abgestützt ist, das Widerlager für die Verschiebebe¬ wegung bildet. Es können diese Rohre vergleichsweise lang ausgebildet werden.

Der Antrieb der Setzeinrichtung kann gemäß den Merkmalen der Ansprüche 13 und 14 grundsätzlich beliebig sein. In Betracht kommt insbesondere eine Spannmutter, welche sich auf einem Ende des Außenrohres abstützt - als Antrieb kann jedoch auch eine pneumatisch oder hydrau¬ lisch beaufschlagbare Kolben-Zylinder-Einheit herangezo¬ gen werden.

Insbesondere für eine einfache und schnelle Montage ist gemäß den Merkmalen der Ansprüche 15 und 16 vorgesehen, daß die Verknüpfung zwischen der Setzeinrichtung und den Enden der Zugstäbe kraftbegrenzt ausgebildet ist, so daß bei überschreiten einer vorgebbaren Zugkraft sich diese

Verbindung selbsttätig löst. Dies kann konstruktiv in grundsätzlich beliebiger Weise vorgenommen werden, beispielsweise durch Solltrennstellen, die durch eine Querschnittsschwächung kraftübertragender Elemente gekennzeichnet sind, so daß bei Überschreiten einer bestimmten Zugkraft ein Überschreiten der Fließgrenze des Werkstoffs und damit eine Trennwirkung eintritt. Dies kann in gleicher Weise durch Umbiegen und hiermit verbunden einem Abgleiten von formschlüssigen Verbin- dungselementen usw. erreicht werden. Wesentlich ist lediglich, daß bei Überschreiten einer vorgegebenen Zugkraft die Kupplung zwischen Setzeinrichtung und den Zugstäben automatisch gelöst wird. Nachdem somit ein Grenzwert für die Kraftübertragung vorgegeben ist, führt das Setzen der erfindungsgemäßen Bohrlochverschlüsse stets zu definierten und damit reproduzierbaren Anpreß- und damit Dichtkräften. Das automatische Lösen der Setzvorrichtung bringt ferner den Vorteil mit sich, daß diese Setzvorrichtυng bei beliebigen weiteren Bohrloch- verschlössen Verwendung finden kann, wobei für den Benutzer keinerlei Montagetätigkeit zwecks Lösens der Verbindung erforderlich ist. Es ergibt sich mithin im Ergebnis eine leicht zu handhabende Setzvorrichtung, welche auch bei geringer Sorgfalt seitens des Benutzers stets zu reproduzierbaren Arbeitsergebnissen führt.

Zur Erhöhung der auf den Dichtkörper einwirkenden Ver¬ formungskräfte sowie zur weiteren Verbesserung der Dichtwirkung wird gemäß den Merkmalen des Anspruchs 17 vorgeschlagen innerhalb des Dichtkörpers einen schäum- und aushärtbarer Kunststoff anzuordnen, wobei der

Schäumprozeß durch die Preßeinrichtung auslösbar ist und wobei der durch letztere zumindest erreichbare Verfor¬ mungszustand dahingehend ausgelegt ist, daß dieser Schäumprozeß ausgelöst wird. Der Schäumvorgang bewirkt

eine Drucksteigerung innerhalb der Ausπehmungen und - hiermit zusammenhängend - eine dementsprechende radiale Expansion des Dichtkörpers, welche ein dichtendes Anlie¬ gen an zugekehrten Seiten der Bohrlochwandung einerseits sowie der Bohr- oder Ankerstange andererseits zur Folge hat. Der zu schäumende Kunststoff ist im Ausgangszustand vorzugsweise in geschlossenen Kapseln, Röhrchen oder sonstigen Behältnissen gehalten, welche durch die, durch die Verformung mittels der Preßeinrichtung verbundene Bewegung zerstört werden, welches unmittelbar den

Schäu ungsvorgang auslöst. In Betracht kommt neben einem schäumbaren Kunststoff grundsätzlich, insbesondere bei geschlossen ausgebildeten Ausnehmungen auch Gase, bzw. ein Gas welche im Ausgangszustand in einer flüssigen Phase vorliegen und durch Zerstörung des der diese umgebenden Behältnisse verdampfen bzw. expandieren.

Entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 18 wird der Schäumuπgsprozeß durch zwei, miteinander reagierende Substanzen gebildet, die im Ausgangszustand in voneinan- der getrennten Behältnissen innerhalb der Ausπehmungen des Dichtkörpers angeordnet sind, welche Behältnisse durch axiale Kompression des Dichtkörpers zerstört werden, welches die diesen Substanzen eigene, den Schäu¬ mungsvorgang auslösende Reaktion bewirkt.

Die Merkmale der Ansprüche 19 und 20 sind auf alternati¬ ve Ausbildungen des Dichtkörpers gerichtet. Dieser kann hiernach mit mehreren, vorzugsweise in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilten Ausnehmungen oder mit einer einzigen, durch einen Ringraum gebildeten Ausnehmung versehen sein. Insbesondere letztere Version gewährlei¬ stet aufgrund der, durch den Schäumungs- oder Verdamp¬ fungsprozeß bewirkten gleichmäßigen radialen Expansion eine optimale radiale Druckentwicklung.

Besonders vorteilhaft sind die Ausnehmungen entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 21 mit innen- und/oder außenseitigen radialen Durchlässen versehen. Diese Maßnahme eröffnet eine Expansion des schäum- und aushär- tungsfähigen Kunststoffs in Zonen außerhalb der Struktur des eigentlichen Dichtkörpers, eine Maßnahme, die insbe¬ sondere bei sehr instabilen sowie geometrisch unregelmä¬ ßigen Bohrlochwandungen von Vorteil ist. Auf diese Weise wird eine insbesondere zuverlässige, auch kleinste Wandungsunebenheiten des Bohrlochs verschließende Ab¬ dichtung erreicht. Gleichzeitig werden auch kleinste Zwischenräume zwischen dem Dichtkörper einerseits und der Außenseite der Bohr- oder Ankerstange andererseits abgedichtet.

Von besonderem Vorteil ist, daß sich bei dieser Ausbil¬ dung des Bohrlochverschlusses die durch die axiale Kompression des Dichtkörpers bedingte radiale Expansion und die Druckwirkung durch den Schäumungsprozeß in ihren Wirkungen praktisch addieren und eine optimale Absiche- rung und einem festen Sitz des Bohrlochverschlusses mit sich bringen.

Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Es zeigen:

Fig. 1 eine Darstellung einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bohrlochverschlußkörpers im Längsschnitt;

Fig. 2 eine Stirnansicht des Verschlußkörpers der Fig. 1 entsprechend dem Pfeil II;

Fig. 3 eine Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bohrlochverschlußkörpers im Längsschnitt;

Fig. 4 eine vergrößerte Darstellung des Details IV der Fig. 3 in teilweisem Schnitt;

Fig. 5 eine Darstellung einer erfindungsgemäßen, zum Zusammenwirken mit dem Bohrlochverschluß bestimmten und ausgestalteten Setzvorrichtung im Längsschnitt;

Fig. 6 eine Darstellung des bohrlochmündungsseitigen Endbereichs eines Gebirgsankers mit aufgesetztem Bohr¬ lochverschluß.

Fig. 7 ein anderes Ausführungsbeispiel eines erfindungs¬ gemäßen Bohrlochverschlusses im Axialschnitt;

Fig. 8 eine Querschnittsdarstellung eines Bohrlochver- Schlusses entsprechend einer Ebene VIII-VIII der Fig. 7;

Fig. 9 eine vergrößerte Teildarstellung einer Einzelheit IX der Fig. 7.

Der in den Fig. 1 und 2 gezeigte Bohrlochverschluß 1 besteht im wesentlichen aus zwei, radial innen- und außenseitig etwa um 90 umgebogenen Kreisringplatten 2, 3, zwischen denen sich - in Richtung der Längsachse 4 gesehen - ein Dichtkörper 5 erstreckt, der im folgenden noch näher zu beschreiben sein wird. Die somit im Längs¬ schnitt ein U-förmiges Profil aufweisenden Kreisring- platten 2, 3 sind derart angeordnet, daß ihre Profile aufeinander zu gerichtet sind. Die Kreisringplatten 2, 3 bestehen aus einem geeigneten metallischen Werkstoff und bilden zusammen mit dem Dichtkörper 5 einen hohlzylin-

01 derartigen, einen zylindrischen, koaxial zu der Längs¬ achse 4 verlaufenden Raum 6 umschließenden Grundkörper.

Der Dichtkörper besteht aus zwei, koaxial unter Belas¬ sung eines Zwischenraumes 7 ineinandergesetzten Rohrkör-

05 pern 8, 9, die aus einem hochelastischen, insbesondere gummiartigen Werkstoff ausgebildet sind. Es sind die Rohrkδrper 8, 9 im übrigen in die einander zugekehrten U-Profile der Kreisringplatten 2, 3 eingesetzt und stehen mit den sich axial erstreckenden Profilteilen 10,

10 11 der Kreisringplatte 2 einerseits sowie 12, 13 der Kreisringplatte 3 andererseits in dichtender Verbindung. Diese Verbindung kann unter Verwendung eines geeigneten Klebstoffs bewirkt werden - es kommt jedoch auch ein Einvulkanisieren in Betracht. Wesentlich ist insoweit,

15 daß die Verbindungen der Rohrkörper 8, 9 insbesondere mit den Profilteilen 12, 13 der Kreisringplatte 3 als weitestgehend flüssigkeitsdicht anzusehen sind. Soweit diese Bedingung erfüllt ist, kann die Verbindung des Dichtkörpers mit der Kreisringplatte 3 grundsätzlich

20 beliebig ausgestaltet sein.

Innerhalb des Zwischenraumes 7 erstrecken sich - in Umfangsrichtung um 90 versetzt zueinander angeordnet - vier Zugstäbe 14, die mit der zu unterst gelegenen Kreisringplatte 3 in fester, d.h. für eine Übertragung 25 von Zugkräften geeigneten Verbindung stehen. Die aus einem metallischen Werkstoff bestehenden Zugstäbe 14 können beispielsweise mit der Kreisringplatte 3 ver¬ schweißt sein.

Mit 15 sind Schlitze innerhalb der zu oberst gelegenen 30 Kreisringplatte 2 bezeichnet, durch welche sich die

Zugstäbe 14 hindurcherstrecken und somit aus dem Grund¬ körper des Bohrlochverschlusses 1 oberseitig hinausra-

gen. Die Zugstäbe 14 sind im Querschnitt rechteckig ausgebildet, erstrecken sich parallel zu der Längsachse 4 und es sind demzufolge die Schlitze 15 ebenfalls rechteckig ausgebildet. Es ist diese Geometrie der Zugstäbe jedoch nicht zwingend notwendig und es können grundsätzlich auch beliebige andere Querschnittsformen zum Einsatz kommen, die zur Übertragung einer ausrei¬ chenden Zugkraft geeignet sind.

Die Zugstäbe 14 weisen an ihren oberseitigen Enden jeweils Bohrungen 16 auf, wobei diesen Bohrungen - seitlich gegenüberliegend - symmetrisch eingeformte Einkerbungen 17 gegenüberliegen. Diese, im Bereich der Bohrungen 16 definierte Querschnittsschwächuπgen erge¬ bende Einkerbungen 17 haben eine de entsprechende Schwä- chung der Zugfestigkeit zur Folge, auf deren Bedeutung im folgenden noch näher eingegangen werden wird.

Der in Fig. 3 dargestellte Bohrlochverschluß 18 unter¬ scheidet sich von demjenigen der Fig. 1 und 2 lediglich darin, daß der hier gezeigte Dichtkörper als einstücki- ger Rohrkörper 19' ausgebildet ist. Es besteht dieser Rohrkörper 19' aus einem hochelastischen, insbesondere gummielastischen Werkstoff, in den Schlitze 20 zur Aufnahme der Zugstäbe 14 eingeformt sind, die wie bei dem vorangegangenen Ausführungsbeispiel fest an der unterseitigen Kreisriπgplatte 3 befestigt sind.

Man erkennt aus obigen Ausführungen, daß bei beiden Ausführungsformeπ eines Bohrlochverschlusses 1, 18 bei Ausübung einer Zugkraft über die Zugstäbe 14 derart, daß der axiale Abstand 21 der Kreisringplatten 2, 3 verrin- gert wird, der Dichtkörper 5, 19 als Folge dieser Ab- standsäπderung mit einer radialen innen- und außenseiti¬ gen Verformung in Richtung der Pfeile 22 reagiert und es

wird dieser Effekt im folgenden in noch zu erläuternder Weise zum Verschluß eines Bohrlochs benutzt.

Um einen bestimmten Verformungszustand des Dichtkörpers 5, 19, das heißt einen bestimmten, gegenüber der ent- spannten Lage verringerten Abstand 21 entgegen der elastischen Rückstellkraft des Dichtkörpers fixieren zu können, sind die Zugstäbe 14 gemäß Fig. 4 an einer Seite mit einem Sägezahnprofil 23 versehen, welches zur Verra- stung mit der entsprechend ausgebildeten Kante 24 des Schlitzes 15 bestimmt und ausgestaltet ist. Es steht zu diesem Zweck der Zugstab 14 in Richtung auf die Kante 24 hin unter einer gewissen elastischen Vorspannung, welche die Verrastung ermöglicht. Soweit eine bestimmte Rela¬ tivposition der Zugstäbe 14 gegenüber der Kreisringplat- te 2 in definierten Positionen, das heißt unterschiedli¬ chen Abständen 21 arretierbar ist, können jedoch grund¬ sätzlich beliebige Systeme zur form- oder auch reib¬ schlüssigen Fixierung der Zugstäbe gegenüber der Kreis¬ ringplatte 2 Anwendung finden.

Zur Erläuterung der Verwendungsweise der Verschlußkörper wird im folgenden vorab auf die Darstellung gemäß Fig. 5 Bezug genommen.

Mit 25 ist in Fig. 5 eine zur Montage eines Bohrlochver¬ schlusses 1, 18 geeignete Setzvorrichtung bezeichnet, die im wesentlichen aus zwei, koaxial unter Belassung eines Ringraumes 26 ineinandergesteckten Rohren besteht, und zwar einem Außenrohr 27 und einem Innenrohr 28. Es ist das Innenrohr 28 zumindest an seinem, in der Zeich¬ nung oberen Endabschnitt mit einem Außengewinde 29 versehen, welches mit einer Spannmutter 30 im Eingriff steht. Die Spannmutter 30 ist ihrerseits auf der Stirn¬ seite 31 des Außenrohrs 27 abgestützt. Grundsätzlich

kann sich das Außengewinde 29 - ausgehend von dem oberen Ende 32 des Innenrohres auch über einen beliebig langen Abschnitt desselben erstrecken.

Das Innenrohr 28 trägt an seinem, dem Ende 32 gegenüber- liegenden Endabschnitt 33 eine Reihe von Befestigungs¬ einrichtungen, hier vier Bolzen 34, die sich radial erstrecken und zum Zusammenwirken, hier zum Einhängen in die Bohrungen 16 der Zugstäbe 14 eines Bohrlochver¬ schlusses 1, 18 bestimmt sind. Es sei betont, daß die hier gezeigte Elementenpaarung Bohrung-Bolzen nicht zwingend notwendig ist, so daß jede, eine vergleichbare Aufgabe, nämlich eine Zugkraftübertragung ermöglichende, lösbare Elementenpaarung gleichermaßen eingesetzt werden kann. Ist der Bohrlochverschluß 1, 18 über diese Bolzen 34 an dem Innenrohr 28 befestigt, erstreckt sich letz¬ teres koaxial zur Längsachse 4 des Bohrlochverschlusses. Es ist ferner die Setzvorrichtung 25 derart dimensio¬ niert, daß das Außenrohr 27 auf der Stirnseite der Kreisringplatte 2 abgestützt ist. Zweckmäßigerweise sind in dem Ringraum 26 zwischen Innen- und Außenrohr 27, 28 noch Führungseinrichtungen vorgesehen, mittels welchen das Innenrohr 28 gegenüber dem Außenrohr 27 in Richtung des Pfeiles 35 bzw. in dessen Gegenrichtung verschieb¬ bar, bezüglich der Längsachse 4 jedoch unverdrehbar gehalten ist.

Es ist im übrigen der Raum 6 ebenso wie die Innenabmes¬ sungen des Innenrohrs 28 derart ausgelegt, daß die Setzvorrichtung 25 mit angebrachtem Bohrlochverschluß 1, 18 axial über die Ankerstange eines Gebirgsankers, eines Injektionsbohrankers oder dergleichen, z.B. ein Injek¬ tionsrohr geschoben werden kann.

Man erkennnt aus obigen Ausführungen, daß durch Drehung

der Spannmutter 30 bei geeigneter Gewiπdeorientierung die Zugstäbe 14 in Richtung des Pfeiles 35 gezogen und damit der Abstand 21 verringert werden kann, welches die bereits erwähnte Verformung des Dichtkörpers radial beidseitig in Richtung der Pfeile 22 (Fig. 1) zur Folge hat.

Zur Erläuterung der Montage eines erfindungsgemäßen Bohrlochverschlusses wird im folgenden auf die Darstel¬ lungen gemäß Fig. 5 und 6 Bezug genommen. Fig. 6 zeigt ein Bohrloch 36, in welches ein Gebirgsanker 37 einge¬ setzt ist, über dessen zentrale, axial gerichtete Längs¬ bohrung 38 ein aushärtungsfähiges Medium in das Bohrloch 36 eingeführt werden soll, beispielsweise eine Mörtel¬ suspension, wobei vorab der, den Gebirgsanker 37 um- schließende Ringraum 39 an einer geeigneten Stelle im Bereich der Bohrlochmündung zu schließen ist. Hierbei wird davon ausgegangen, daß entsprechend der vorgefunde¬ nen Konsistenz der Bohrlochwandung dies in einer Tiefe 40 - gerechnet in etwa von der Bohrlochmündung an - sinnvoll erscheint. Praktisch wird dies eine solche

Stelle des Bohrlochs sein, von der an der Bohrungsquer¬ schnitt wenigstens angenähert - über die weitere Länge des Bohrlochs gesehen - einen konstanten Querschnitt aufweist, nachdem im Bereich der Bohrlochmündung insbe- sondere bei sehr kohäsionsarmen Bodenverhältnissen stets mit einer trichterartigen Aufweitung des Bohrlochs zu rechnen ist. Es kann dies eine Tiefe von bis zu 1,5 m sein.

Zur Montage eines Bohrlochverschlusses 18 wird dieser zunächst mit den Bohrungen 16 seiner Zugstäbe 14 an den Bolzen 34 einer Setzvorrichtung 25 eingehängt. Anschlie¬ ßend wird die Setzvorrichtung, bestehend aus Innenrohr 28, Außeπrohr 27 und Spannmutter 30 über das freie Ende

des Gebirgsankers 38 geschoben und entlang desselben, bis die bezeichnete Tiefe 40 erreicht ist, deren Bohr¬ lochwandungen als geeignet zum Anbringen eines Bohrloch¬ verschlusses erscheinen. Die Längenbemessung der Setz- Vorrichtung 25 ist in jedem Fall derart ausgelegt, daß die Spannmutter 30 bequem außerhalb des Bohrlochs er¬ reichbar ist. Zur besseren Betätigung der Spannmutter 30 kann diese mit an sich bekannten manuellen Betätigungs¬ organen wie Hebeln, Handgriffen oder dergleichen verse- hen sein.

In der Folge wird nunmehr die Spannmutter 30 angezogen, wodurch die Zugstäbe 14 in Richtung des Pfeiles 35 (Fig. 5) gezogen werden, welches ein radial inneres und äuße¬ res Auswölben des Dichtkδrpers 19 zur Folge hat, der sich nunmehr fest und dichtend an die Bohrlochwandung einerseits sowie den Gebirgsanker 37 andererseits an¬ legt. Aufgrund dieses radial innen- und außenseitig wirksamen Anpreßdruckes ist der Bohrlochverschluß 18 axial reibschlüssig festgelegt. Bei weiterem Anziehen der Spannmutter 30 kommt es schließlich zu einem Abrei¬ ßen der oberen Enden der Zugstäbe 14 und es sind demzu¬ folge die Einkerbungen 17 im Bereich der Bohrungen 16 derart bemessen, daß der verbleibende, für eine Zug¬ kraftübertragung zur Verfügung stehende Querschnitt ausreichend ist, um eine hinreichende Verformung des Dichtkörpers und damit eine ausreichende Anpreßkraft an dem Gebirgsanker 37 einerseits und der Bohrlochwandung andererseits zu gewährleisten. Anhand des Abreißens der Verbindung zu den Zugstäben 14 ist somit benutzerseitig unmittelbar erkennbar, daß der Montagevorgang des Bohr¬ lochverschlusses beendet ist, so daß in der Folge die Setzvorrichtung 25 von dem aus dem Bohrloch 36 herausra¬ genden Ende des Gebirgsankers 37 abstreifbar ist und für einen erneuten Montagevorgang zur Verfügung steht.

Aufgrund des Sägezahnprofils 23 sind die Zugstäbe 14 in ihrer letzten Spannposition verrastet, so daß sich ein sicherer Sitz des Bohrlochverschlusses ergibt.

Von besonderem Vorteil ist bei diesem Bohrlochverschluß, daß eine angenähert kreisförmige Geometrie des Bohrloch¬ querschnitts unwesentlich ist, da sich entsprechend der Elastizität stets eine hinreichende Verformung des Dichtkörpers zwecks Erstellung eines dichtenden Ver¬ schlusses einstellt. Von weiterem Vorteil ist ferner, daß das Ausmaß der Tiefe 40 betächtlich sein kann und lediglich von der Längenbemessung der Setzvorrichtung abhängt, so daß auch bei vergleichsweise tief sitzenden Bohrlochverschlüssen ein bequemes Arbeiten zwecks Monta¬ ge derselben möglich ist. Diese Problematik stellt sich insbesondere bei solchen Bohrlöchern, bei denen im

Bereich der Mündung ein besonders kohäsionsarmer Zustand herrscht und dieser Zustand setzt sich über eine gewisse Tiefe, ausgehend von der Mündung erstreckt.

Der in Fig. 7 und 8 dargestellte Bohrlochverschluß 41 weist eine global hohlzylinderartige, einen zylindri¬ schen Raum 42 umschließende Grundgestalt auf, die stirn¬ seitig durch aus einem metallischen Werkstoff bestehende Kreisringplatten 43, 44 begrenzt ist.

Die Kreisringplatten 43, 44 sind radial innen- und außenseitig um etwa 90 umgebogen und weisen demzufolge ein im Axialschnitt gesehen - U-förmiges Profil auf und es sind diese Profile im Rahmen des Bohrlochverschlusses einander zugekehrt angeordnet. In den, somit endseitig durch die axial umgebogenen Aschnitte 45, 46 der Kreis¬ ringplatten 43, 44 radial umgrenzten Raum ragt ein, aus einem gummielastischen Werkstoff bestehender Dichtkörper 47 hinein, der mit den zugekehrten Innenseiten des

Profils der Kreisringplatten 43, 44 verklebt oder in sonstiger Weise dichtend verbunden ist. Der Dichtkörper 47 weist eine solche radiale Erstreckung auf, daß der, durch die Abschnitte 45, 46 radial umgrenzte Bereich vollständig ausgefüllt ist. Es ist der Dichtkörper 47 im übrigen zwischen den Kreisringplatten 43. 44 radial innen- und außenseitig glatt ausgebildet.

Der Dichtkörper 47 ist in dem gezeigten Ausführungsbei¬ spiel mit vier, sich parallel zu seiner Längsachse in einem mittleren Bereich der radialen Dicke erstrecken¬ den, durchgehenden Ausnehmungen 48 versehen, die im Querschnitt angenähert oval ausgebildet sind. In einem mittleren Bereich dieser Ausnehmungen 48 erstrecken sich metallisch ausgebildete Zugstäbe 49, die an einem Ende an der Innenseite der Kreisriπgplatte 44 fest ange¬ bracht, beispielsweise mit dieser verschweißt sind und deren anderes Ende sich durch Öffnungen 50 der gegen¬ überliegenden Kreisringplatte 43 hindurcherstreckt.

Die Öffnungen 50 sowie die diesen zugekehrten Abschnitte der Zugstäbe 49 haben - wie Fig. 9 im einzelnen zeigt - eine spezielle Ausgestaltung erfahren. So weisen die Öffnungen 50 eine sich in Richtung des Pfeiles 51 ver¬ jüngende Gestaltung auf und es sind die Zugstäbe 49 mit einer sägezahnartigen, zur Verrastung mit der oberen Berandung 52 der Öffnung 50 bestimmten Oberflächenprofi- lierung versehen.

Die oberen aus den Kreisringplatten 43 herausragenden Enden der Zugstäbe 49 haben eine weitere spezielle Ausgstaltung erfahren, die im folgenden noch näher erläutert werden wird.

Mit 53 sind eine Reihe von radial verlaufenden, die

01 Ausnehmungen 48 mit der Außenseite des Dichtkörpers 47 verbindenden durchgehenden Bohrungen bezeichnet. Mit 54 sind weitere radiale, die Ausnehmungen 48 mit dem Raum 42 verbindende durchgehende Bohrungen bezeichnet. Die

05 Zweckbestimmung dieser Bohrungen 53, 54 wird im folgen¬ den noch näher erläutert werden.

Jede der Ausnehmungen 48 beinhaltet neben dem Zugstab 49 noch zwei, in geschlossenen Kapseln, Röhrchen oder dergleichen gehaltene unterschiedliche Substanzen 55,

10 56, die - miteinander zur Reaktion gebracht - einen Schäumungsprozeß auslösen und im Ergebnis ein verfügba¬ res Volumen mit einem gehärteten Schaumkunststoff aus¬ füllen. Die genannten Röhrchen, Kapseln oder dergleichen sind derart beschaffen bzw. innerhalb der Ausnehmungeπ

1548 angeordnet, daß eine, im folgenden noch zu erläutern¬ de, auf eine axiale Kompression des Bohrlochverschlusses 41 abzielende Bewegung der Kreisringplatte 43 auf die Kreisringplatte 44 zu eine Zerstörung dieser Kapseln und - hiermit zwangsläufig verbunden - eine Vermischung der

20 Substanzen 55, 56 sowie in der Folge einen Schäumungs¬ prozeß auslöst.

Es ist der Raum 42 innerhalb des Bohrlochverschlusses dahingehend bemessen, daß letzterer axial über einen Gebirgsanker, eine Bohrstange, ein Injektionsrohr oder 25 dergleichen schiebbar ist.

Der erfindungsgemäße Bohrlochverschluß wird unter Ver¬ wendung eines Zusatzgerätes, nämlich einer Setzvorrich¬ tung 25 montiert, welche in ihrem Aufbau und ihrer Wirkungsweise derjenigen gemäß Fig. 5 entspricht.

30 Die Setzvorrichtung 25 ist somit derart mit dem Bohr¬ lochverschluß kuppelbar, daß deren Innenrohr 28 mittels

der an diesem angebrachten Bolzen 34 mit den Zugstäben 49 verbiπdbar ist. Das Außenrohr 27 ist auf der Kreis¬ ringplatte 43 abgestützt.

Durch Drehung der Spaπnmutter 30 werden bei geeigneter Gewindeorientierung die an den Bolzen 34 angehängten Zugstäbe 49 in Richtung des Pfeiles 51 gezogen werden, welches aufgrund der Abstützung des Außenrohres 27 auf der Außenseite der Kreisringplatte 43 zur Folge hat, daß sich die Länge 57 des Bohrlochverschlusses 41 verringert und der Dichtkörper 47 dementsprechend radial in Rich¬ tung der Pfeile 58 (Fig. 7) verformt wird. Eine Verände¬ rung der Länge 57 hat bei dem Bohrlochverschluß 41 auch die weitere Folge, daß die, die unterschiedlichen Sub¬ stanzen 55, 56 enthaltenden Kapseln, Röhrchen oder dergleichen zerstört werden und der diesen Substanzen charakteristische Schäumungsprozeß ausgelöst wird. Dies hat zunächst ein Ausschäumen der Ausnehmungen 48 zur Folge, wobei sich der Schäumungsvorgang über die Bohrun¬ gen 53, 54 weiter ausbreitet.

Die ' Montage eines Bohrlochverschlusses 41 unter Verwen¬ dung einer Setzvorrichtung 25 gestaltet sich ähnlich derjenigen, die unter Bezugnahme auf Fig. 6 bereits erläutert worden ist. Hinzu kommt folgendes:

Die radiale Auswδlbung des Dichtkörpers 47 als Folge der Verkürzung der Länge 57 führt zu der bereits erwähnten Schäumungsreaktion der in den Ausnehmungen 48 aufgenom¬ menen Substanzen, wodurch ein, den Bohrlochverschluß außenseitig umgebender Ringraum zwischen dem Dichtkδrper einerseits und der Bohrlochwandung andererseits unter hohem Druck dichtend ausgeschäumt wird. Vergleichbares gilt radial innenseitig für den zwischen der Innenseite des Bohrlochverschlusses einerseits und der Außenseite

des Gebirgsankers 33 andererseits bestehenden Raum. Diese, durch den Schäumprozeß entwickelte Druckwirkung wird durch die weitere axiale Kompression des Bohrloch¬ verschlusses weiter verstärkt, welche ebenfalls ein Auswölben - radial innen- und außenseitig - des Dicht¬ körpers 47 zur Folge hat. Nach Aushärtung des Schaum¬ kunststoffes ist der Bohrlochverschluß dichtend an der Bohrlochwandung einerseits sowie dem Gebirgsanker bzw. Injektionsanker andererseits festgelegt, wobei sich aufgrund des Schäumprozesses ein zuverlässiges, dichten¬ des Ausfüllen auch geometrisch unregelmäßig geformter Bohrlochwandungskonturen ergibt.

Von besonderem Vorteil ist, daß mit diesem Bohrlochver¬ schluß eine besonders hohe Druckwirkung im Bereich der erforderlichen Abdichtungsflächen erzielt wird, welche einerseits durch die axiale Kompression des Dichtkör¬ pers, andererseits durch den Schäumprozeß erreicht wird, welch beide Effekte zu einer größtmöglichen radialen Druckentwicklung beitragen, und zwar sowohl in Richtung auf die Bohrlochwandung hin als auch in Richtung auf die Außenseite des Gebirgsankers hin.




 
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