BOZIC, Thomas (Schlenkhoffstraße 11, Lengerich, 49525, DE)
KRÖGER, Thorsten (Weher Straße 198, Rahden, 32369, DE)
THIES, Jörg, Christian (Am Telgenkamp 12, Dissen, 49201, DE)
BOZIC, Thomas (Schlenkhoffstraße 11, Lengerich, 49525, DE)
KRÖGER, Thorsten (Weher Straße 198, Rahden, 32369, DE)
| Patentansprüche 1 . Vornchtung zum Aufkleben von Materialstücken (1 ) auf Teile von Beuteln (2) oder Säcken, umfassend: eine Bereitstellungseinrichtung, mit welcher zusammenhängende Materialstücke bereitstellbar sind, eine Vereinzelungseinrichtung, mit welcher einzelne Materialstücke bereitstellbar sind, einem ersten Transportzylinder, mit welchem vereinzelte Materialstücke weiter transportierbar sind, eine Klebstoffauftrageinrichtung (19), mit welcher Klebstoff auf jeweils ein Materialstück auftragbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Transportzylinder (6) vorgesehen ist, mit welchem die Materialstücke vom ersten Transportzylinder übernehmbar sind, und mit welchem die Materialstücke auf die Teile der Beutel (2) oder Säcke aufbringbar sind, und dass die Klebstoffauftrageinrichtung (19) mit dem zweiten Transportzylinder (6) zusammenwirkt, so dass Klebstoff auf das Materialstück auftragbar ist, wenn sich dieses auf dem zweiten Transportzylinder (6) befindet. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Transportzylinder (6) zumindest ein Formatteil (17) umfasst, dessen Oberflächenkontur dem mit Klebstoff zu versehenden Bereich eines Materialstücks entspricht, und dass das Materialstück während des Transports mit dem zweiten Transportzylinders (6) auf diesem Formatteil aufliegt. 3. Vorrichtung nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Formatteil Aussparungen oder Vertiefungen (38, 39) umfasst. 4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Transportzylinder (6) in seiner Umfangswandung Öffnungen (30) umfasst, welche mit Unterdruck beaufschlagbar sind, so dass das Materialstück auf dem Transportzylinder haltbar ist. 5. Vorrichtung nach einem der drei vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich zumindest ein Teil der Öffnungen (30) durch das Formatteil fortsetzt. 6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Klebstoffauftrageinrichtung (19) Hotmelt-Klebstoff (Schmelzklebstoff) bereitstellbar ist. 7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffauftrageinrichtung (19) eine Klebstoffauftragswalze (21 ) umfasst, mit welcher der Klebstoff auf ein Materialstück auftragbar ist, wobei die Kleb- stoffauftragswalze (21 ) zumindest bereichsweise eine Metalloberfläche umfasst. 8. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffauftragseinrichtung (19) mit einer Absteileinrichtung aus einer Betriebsposition von der zweiten Transportwalze (6) abstellbar ist. 9. Vorrichtung nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Absteileinrichtung zumindest einen Druckluftzylinder umfasst. 10. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sensor (23) vorgesehen ist, mit welchem das Vorhandensein oder das Fehlen eines Materialabschnitts feststellbar ist, so dass im Falle des Fehlens eines Materialabschnitts die Absteileinrichtung betätigbar ist. 1 1 . Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffauftrageinrichtung (19) eine Einsteileinrichtung umfasst, mit welcher die minimale radiale Position relativ zum zweiten Transportzylinder (6) einstellbar ist. 12. Verfahren zum Aufkleben von Materialstücken auf Teile von Beuteln (2) oder Säcke, bei dem zusammenhängende Materialstücke mit einer Bereitstellungseinrichtung bereitgestellt werden einzelne Materialstücke durch eine Vereinzelungseinrichtung bereitgestellt werden, die vereinzelten Materialstücke mit einem ersten Transportzylinder weiter transportiert werden, mit einer Klebstoffauftrageinrichtung (19) Klebstoff auf jeweils ein Materialstück aufgetragen wird, dadurch gekennzeichnet dass die Materialstücke von einem zweiten Transportzylinder (6) übernommen und auf die Teile der Beutel (2) oder Säcke aufgebracht werden, und dass mit der Klebstoffauftrageinrichtung (19) Klebstoff auf das Materialstück aufgetragen wird, wenn sich dieses auf dem zweiten Transportzylinder (6) befindet. |
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufkleben von Materialstücken auf Teile von Beuteln oder Säcken nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein entsprechendes Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
Solche Vorrichtungen und Verfahren werden bei der Herstellung von Beuteln oder Säcken schon seit vielen Jahren genutzt. Beutel, insbesondere Blockbodenbeutel mit Seitenfalten, werden oft im Längsverfahren hergestellt, bei dem ein Schlauchstück zur Verarbeitung zum Beutel in seiner Längsrichtung befördert wird. An dem voraus laufenden Ende des Schlauchstücks wird ein Boden, oft ein Klotz- oder Blockboden, angeformt. Die Auslegeschrift DE 1 245 699 zeigt eine komplette Vorrichtung zur Herstellung von Beuteln aus bahnförmigen Materialien. Oft werden solche Beutel mit Bodendeckblättern versehen, um die Stabilität des Bodens zu erhöhen. Gleichzeitig können die Bodendeckblätter so ausgestaltet sein, dass dem Nutzer dieser Beutel ein Traggriff zur Verfügung steht. Solche Beutel mit unterschiedlich ausgestalteten Deckblättern sind in der DE 41 02 548 abgebildet und beschrieben. Die DE 1 245 699 deutet eine Vorrichtung zum Aufkleben von Materialstücken auf Teile von Beuteln oder Säcken an. Die Vorrichtung wird dort Deckblatt- Aufklebevorrichtung genannt. Sie wird in der genannten Druckschrift allerdings nicht näher beschrieben. Solche Vorrichtung zum Aufkleben von Materialstücken umfasst zunächst eine Bereitstellungseinrichtung zur Bereitstellung von Materialstücken. Dies kann ein Magazin sein, mit welchem einzelne Materialstücke, also beispielsweise Deckblätter, als Stapel bereitstellbar sind. Häufig findet man jedoch Materialbahnrollen, von welchen einzelne Materialstücke abzutrennen sind. Dieses geschieht in einer Vereinzelungseinrichtung, in welcher einzelne Materialstücke von der Rolle abtrennbar sind. Solche Vereinzelungseinrichtungen umfassen zumeist ein Glattschnitt- oder Perforiermesser, mit welchen Trennschnitte in die Materialbahn einbringbar sind. Bei einzelnen, gestapelten Materialstücken ist die Vereinzelungseinrichtung so konzipiert, dass sie ein Materialstück vom Stapel entnehmen kann. Das vereinzelte Materialstück wird von einem ersten Transportzylinder übernommen, welcher das Materialstück an einer Klebstoffauftrageinrichtung vorbei führt. Das mit Klebstoff versehene Materialstück ist dann auf Teile von Beuteln oder Säcken, in der Praxis in der Regel die Böden, aufklebbar.
Die Klebstoffauftrageinrichtung umfasst dabei ein Klebstoffreservoir und eine Klebstoffentnahmewalze, welche Klebstoff aus dem Klebstoffreservoir schöpft. Die genannte Walze gibt den Klebstoff dann an eine Klebstoffauftragswalze ab. Diese Walze trägt ein der zu beleimenden Fläche des Materialstücks entsprechendes Formatstück, das oft auch als Klischee bezeichnet wird. Nur dieses Formatstück übernimmt den Klebstoff von der Klebstoffentnahmewalze und überträgt ihn auf das Materialstück.
Da oft das für die Vereinzelung vorgesehene Schneidmesser in dem Transportzylinder integriert ist, ergibt sich das Problem der Verschmutzung durch den Klebstoff.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Aufkleben von Materialstücken auf Teile von Beuteln oder Säcken vorzuschlagen, die oder das den genannten und auch weitere Nachteile vermeidet.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Hinzufügung der Merkmale des Kennzeichens der Ansprüche 1 und 12 gelöst. Demnach ist ein zweiter Transportzylinder vorgesehen, mit welchem die Materialstücke vom ersten Transportzylinder übernehmbar und mit welchem die Materialstücke auf die Teile der Beutel oder Säcke aufbringbar sind. Weiterhin ist vorgesehen, dass die Klebstoffauftrageinrichtung mit dem zweiten Transportzylinder zusammenwirkt, so dass Klebstoff auf das Materialstück auftragbar ist, wenn sich dieses auf dem zweiten Transportzylinder befindet.
Für das Versehen mit Klebstoff und das Auftragen des Materialstücks auf die Beutel oder Säcke ist also eine zweite Transportwalze vorgesehen, die das Materialstück von der ersten Transportwalze übernimmt. Erst anschließend wird das Materialstück mit Klebstoff versehen. Auf diese Weise wird ein unvorhergesehener Klebstoffübertrag auf die erste Transportwalze und damit auf die Schneidmesser oder andere Einrichtungen zur Vereinzelung vermieden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der zweite Formatzylinder ein Formatteil umfasst, dessen Oberflächenkontur dem mit Klebstoff zu versehenden Bereich eines Materialstücks entspricht und dass das Materialstück während des Transports mit dem zweiten Transportzylinder auf diesem Formatteil aufliegt.
Damit werden verschiedene Vorteile erzielt. Es wurde festgestellt, dass ein vollflächiges Versehen des Materialstücks mit Klebstoff bei Vorrichtungen des Standes der Technik de facto nicht möglich ist. Entspricht das Klischee exakt der Kontur des zu beleimenden Materialstücks, so gelangt wegen des nötigen Anpressdrucks Klebstoff über die Ränder des Materialstücks hinaus, was zu den genannten Verschmutzungsproblemen führt. Eine sehr gut passende Verkleinerung des Klischees zur Vermeidung dieses Problems ist nicht oder nur sehr umständlich möglich.
Bei der genannten Ausführungsform wird dieses Problem nun umgangen, indem durch das Formatteil auf der Außenoberfläche des zweiten Transportzylinders das Materialstück nun gegenüber der Außenoberfläche erhaben angeordnet ist. Wird nun mittels einer Walze der Klebstoff aufgetragen, so kann dieser nur noch auf dem Materialstück haften bleiben und gelangt nicht auf den zweiten Transportzylinder. Damit wird einerseits eine Verschmutzung der Transportzylinder vermieden und andererseits ein vollständiger - ein so genannter randloser - Klebstoffauftrag erreicht. Besonders der letztgenannte Punkt ist wichtig, wenn der Beutel automatisch in einer Befüllvorrichtung befüllt werden soll. Bei in herkömmlichen Vorrichtungen hergestellten Beuteln verbleibt am Bodendeckblatt oft ein Rand, der nicht mit dem Beutel oder dem Sack verklebt ist. Dieser Rand kann sich in einer Befüllvorrichtung auffalten und stört dann den ordnungsgemäßen Transport des Sacks durch eine solche Vorrichtung. Maschinenstillstände sind in solchen Fällen nicht auszuschließen. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung können nun Beutel oder Säcke produziert werden, die in Befülleinrichtungen zuverlässiger transportierbar sind.
In einer weiteren, vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Formatteil Aussparungen oder Vertiefungen umfasst. Diese Ausgestaltung ist vorteilhaft, wenn das Deckblatt einen oder mehrere Tragegriffe umfassen soll. Solche Tragegriffe können erzeugt werden, indem das Materialstück mit Schnitten versehen wird, so dass der spätere Nutzer unter den mit den Schnitten begrenzten Bereich hindurch greifen kann. Diese Bereiche dürfen selbstverständlich nicht mit Klebstoff beaufschlagt werden. Mit der oder den Aussparungen oder Vertiefungen in dem Formatteil kann der Bereich der späteren Tragegriffe nun in radialer Richtung der zweiten Transportwalze gesehen etwas nach innen gezogen werden, so dass dieser Bereich nicht mit Klebstoff versehen wird.
Das Materialstück kann auf unterschiedliche Arten auf der Oberfläche des zweiten Transportzylinders gehalten werden. Eine praktikable Lösung wären Haltezangen oder andere mechanisch wirkenden Einrichtungen. Auch magnetische oder elektrostatische Kräfte wären, je nach Material, möglich. Bevorzugt wird allerdings, dass der zweite Transportzylinder Öffnungen umfasst, welche mit Unterdruck beaufschlagbar sind. Dieser Unterdruck reicht aus, um Materialstücke aus höchst unterschiedlichen Materialien auf dem Zylinder halten zu können. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Öffnungen nicht nur mit Unterdruck, sondern auch mit Überdruck beaufschlagbar sind. Das Materialstück kann also mit Unterdruck angesogen oder mit Überdruck abgestoßen werden. Letzteres ist in dem Moment vorteilhaft, wenn das Materialstück vom zweiten Transportzylinder abgegeben und auf den Beutel aufgetragen werden soll.
Von Vorteil ist es, wenn sich zumindest ein Teil der Öffnungen durch das Formatteil fortsetzt, so dass ein Materialstück auch zuverlässig auf dem Formatteil haltbar ist. Die Klebstoffauftragwalze braucht, wenn die zweite Transportwalze ein Formatteil trägt, selbst nicht mehr mit einem Klischee beaufschlagt zu werden. Es reicht nun, eine Klebstoffauftragswalze zu verwenden, die über den gesamten Außenumfang dieselbe Oberflächenstruktur aufweist. Sie kann also insbesondere glatt sein. Vorteilhaft ist auch, wenn die Klebstoffauftragswalze zumindest bereichsweise eine Metalloberfläche umfasst.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Klebstoffauftrageinrichtung vorgesehen, mit welcher Hotmelt-Klebstoff, also Schmelzklebstoff, bereitstellbar ist. Neben den verfahrenstechnischen Vorteilen (kein Eintrocknen des Klebstoffes in Betriebspausen zu befürchten, keine lange Trockenzeit für miteinander verklebte Werkstückteile notwendig) ist als Vorteil zu nennen, dass nun nicht mehr nur Papiermaterialien verklebt werden können. Nun können Kunststoffbeutel auf gleiche Art hergestellt werden. Auch Beutel, die sowohl Papier also auch Kunststoffe umfassen, sind produzierbar. Generell sind Beutel aus beliebigen Materialien damit herstellbar.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Klebstoffauftrageinrichtung mittels einer Absteileinrichtung aus einer Betriebsposition, in der Klebstoff auf ein Materialstück auftragbar ist, abstellbar, so dass kein Kontakt mit dem Materialstück, oder wenn dieses fehlt, mit dem Formatteil herstellbar ist. Auf diese Weise kann die unvorhergesehene Verschmutzung der Transportzylinder vermieden werden. Die Absteileinrichtung kann dabei zumindest einen Druckluftzylinder umfassen. Vorteilhaft sind zwei derartige Zylinder. Ein erster Kurzhubzylinder kann für ein sehr schnelles Abstellen der Klebstoffauftrageinrichtung sorgen, wenn ein Materialstück ausbleibt. Die Abstellstrecke braucht nur wenige Millimeter zu betragen. Ein Weithubzylinder kann die Klebstoffauftrageinrichtung in eine Wartungsposition befördern, die sich beispielsweise mehrere 10 cm oberhalb der Betriebsposition befinden kann. Druckluftzylinder sind ein Beispiel für verwendbare Hubvorrichtungen. Andere Vorrichtungen sind ebenso einsetzbar.
Besonders vorteilhaft ist ein Sensor, mit dem das Vorhandensein oder das Fehlen eines Materialabschnitts feststellbar sind. Der Sensor kann seine „Beobachtungen" an eine Steuereinrichtung liefern, die im Falle des Ausbleibens eines Materialabschnitts die Absteileinrichtung betätigt.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Klebstoffauftrageinrichtung eine Einsteileinrichtung umfasst, mit welcher die minimale radiale Position relativ zum zweiten Transportzylinder einstellbar ist. Durch eine optimale Einstellung der Klebstoffauftragwalze relativ zum zweiten Transportzylinder kann der Klebstoffübertrag optimiert werden, so dass kein Klebstoff auf das Formatteil oder die zweite Transportwalze gelangt. Außerdem kann damit die auf das Materialstück zu übertragende Klebstoffmenge eingestellt werden.
Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung und den Ansprüchen hervor.
Die einzelnen Figuren zeigen:
Fig. 1 Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Aufkleben von Materialstücken
Fig. 2 Ansicht des Schnitts II-II in Fig. 1
Fig. 3 Ansicht des Schnitts III - III in Fig. 2
Fig. 4 Ansicht des Schnitts IV - IV in Fig. 2
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Aufkleben von nicht näher dargestellten Materialstücken auf Teile von Beuteln 2. Die Beutel werden dabei mittels eines so genannten Ablagezylinders 3 transportiert, der die Aufgabe hat, einen an sich fertig gestellten Beutel 2 auf einem nicht dargestellten Beutelstapel abzulegen. Der Beutel 2 wird von dem Ablagezylinder zunächst an einer ersten Anpresswalze 4 entlang transportiert. Diese hat die Aufgabe, den Beutelboden 5, der in den voran gegangenen Arbeitsschritten gerade geformt wurde, nochmals zu verpressen, um zum Aufkleben des Materialstücks (hier: ein Bodendeckblatt) einen möglichst ebenen Boden zu erhalten. Direkt anschließend wird auf diesen Boden das durch den zweiten Transportzylinder 6 bereitgestellte und bereits mit Klebstoff versehene Bodendeckblatt passgenau aufgetragen. Der zweite Transportzylinder kann aus diesem Grunde auch als Übergabezylinder 6 bezeichnet werden. Die Arbeitsschritte, die zum Bereitstellen des Bodendeckblatts nötig sind, werden weiter unten beschrieben. Nach dem Auftragen des Bodendeckblatts wird der Beutel 2 an einer zweiten Anpresswalze 7 vorbei geführt, die nochmals den Boden verpresst, so dass das Bodendeckblatt möglichst fest mit dem Boden verbunden ist.
Die Bodendeckblätter werden in Form eines Wickels 8 bereitgestellt, von dem die Materialbahn 9 abgewickelt wird. Die Bahn 9 durchläuft den Walzenspalt einer Stanze 10. Eine erste Walze 1 1 trägt dabei ein oder mehrere Stanzmesser, eine zweite Walze 12 umfasst eine Gegenlage. Mit dieser Stanze können Schnitte in die Materialbahn 9 eingebracht werden, die später die Tragegriffe von dem Rest des Bodendeckblatts trennen.
Die Bahn 9 durchläuft nun den Walzenspalt eines Vorzugswalzenpaares 13. Anschließend gelangt die Bahn 9 auf die Umfangsfläche eines Schneidzylinders 14, der ein Trennmesser 15, in der Regel in Form eines Glattschnittmessers, trägt. Das Messer 15 wirkt mit dem festen Gegenmesser 16 zusammen und trennt einzelne Materialstücke, die späteren Bodendeckblätter, von der Materialbahn 9 ab. Der Schneidzylinder transportiert die so vereinzelten Bodendeckblätter weiter und kann daher auch als erster Transportzylinder 14 bezeichnet werden. Um das Bodendeckblatt auf dem Außenumfang des Schneidzylinders 14 halten zu können, ist dieser vorzugsweise als Saugzylinder ausgestaltet. Das bedeutet, dass dieser Zylinder an seiner Umfangsfläche Öffnungen umfasst, die mit Unterdruck beaufschlagbar sind. Der Aufbau des Schneidzylinders 14 wird später anhand des Übergabezylinders 6 erläutert, der in Bezug auf das Festhalten des Bodendeckblatts vorteilhafterweise dieselbe Funktionalität ausweist.
Der Schneidzylinder 14 übergibt das vereinzelte Bodendeckblatt an den Übergabezylinder 6. Dazu werden die Öffnungen, die zuvor mit Unterdruck beaufschlagt wurden, nun mit einem Überdruck beaufschlagt, so dass der entsprechende Bereich des Bodendeckblatts vom Schneidzylinder 14 weg in Richtung des Übergabezylinders 6 gedrückt wird. Der Übergabezylinder wird zeitgleich mit einem Unterdruck beaufschlagt, so dass eine sichere Übergabe des Bodendeckblatts zustande kommt.
Der Übergabezylinder 6 trägt auf seiner Außenoberfläche zumindest ein Formatteil 17. Dieses ist auswechselbar und entspricht der Ausdehnung des Bodendeckblatts. Das Bodendeckblatt belegt also nach seiner Übernahme von dem Schneidzylinder exakt das Formatteil 17. Das Formatteil 17 weist Durchgangsbohrungen auf, die mit den mit Unterdruck beaufschlagbaren Öffnungen des Übergabezylinders 6 korrespondieren, so dass ein Bodendeckblatt durch den Unterdruck sicher am Formatteil 17 fixierbar ist. Im weiteren Verlauf wird das Bodendeckblatt von einer Andrückwalze 18 gegen das Formatteil 17 gedrückt, wobei nicht nur das Bodendeckblatt nochmals auf dem Formatteil 17 fixiert und glatt gestrichen wird, sondern der spätere Griffstreifen etwas in eine in das Formatteil eingebrachte Vertiefung gedrückt wird. Auf die Vertiefung des Formatteils und dem Tieferhalten des Griffstreifens wird später noch etwas näher eingegangen. Nun liegen nur Bereiche des Bodendeckblatts, die nicht zum späteren Griffstreifen gehören, an exponierter Position, so dass nur diese Bereiche mit Klebstoff versehen werden. Dazu ist eine Klebstoffauftrageinrichtung 19 vorgesehen, die zumindest ein Leimreservoir 20 und eine Klebstoffauftragswalze 21 umfasst. Die Klebstoffauftragswalze 21 kann dabei direkt den Klebstoff aus dem Reservoir abnehmen. Es kann aber auch - wie bekannt - eine Klebstoffübertragungswalze vorgesehen sein, welche die Aufgabe der Klebstoffentnahme übernimmt und den Klebstoff auf die Klebstoffauftragswalze aufträgt. Die Klebstoffauftragswalze 21 ist relativ zum Übergabezylinder so positioniert, dass sie gerade die auf den erhabenen Bereichen des Formatteils 17 aufliegenden Teile des Bodendeckblatts berührt und nur diese Teile mit Klebstoff versieht. Es werden also weder die Umfangsflache des Übergabezylinders 6 noch die tiefer liegenden Bereiche des Bodendeckblatts, also insbesondere der spätere Griffstreifen, mit Klebstoff bedeckt. Da hingegen die Klebstoffauftragswalze 21 auf den exponierten Bereichen des Bodendeckblatts abrollt, wird das Bodendeckblatt ohne Verbleib eines unbedeckten Bereiches mit Klebstoff bedeckt. Zur Positionsanpassung der Klebstoffauftragswalze 21 kann diese, vorteilhafterweise zusammen mit dem Klebstoffreservoir, in Richtung des Doppelpfeils 22 verschiebbar vorgesehen sein.
Bei der Übergabe des Bodendeckblatts wird der auf die Öffnungen wirkende Unterdruck abgeschaltet und ein Überdruck zugeschaltet, so dass das Anhaften des Bodendeckblatts an dem Beutel 2 noch unterstützt wird. Es kann vorkommen, dass ein Bodendeckblatt nicht oder zumindest nicht richtig vom Schneidzylinder 14 an den Überzylinder 6 übergeben wird. Um nun zu verhindern, dass die Klebstoffauftragswalze 21 mit dem Formatteil 17 in Kontakt kommt, ist ein Sensor 23 vorgesehen, der das Vorhandensein oder das Fehlen eines Bodendeckblatts detektiert. Die entsprechenden Signale können nun von einer Steuervorrichtung (nicht gezeigt) verarbeitet werden. Diese kann nun eine Verschiebung der Klebstoffauftragswalze 21 in Richtung des Doppelpfeils 22 veranlassen. Die Verschiebung erfolgt mittels einer Absteileinrichtung, welche anhand der Figur 2 noch erläutert wird. In der Figur 2, die die Ansicht II - II aus Figur 1 zeigt, sind verschiedene weitere Einzelheiten der Vorrichtung 1 dargestellt. In dieser Figur ist zu erkennen, dass das Klebstoffreservoir 21 entlang einer Schiene 24 in Richtung des Doppelpfeils 22 verschiebbar ist. Es können auch mehrere parallel angeordnete Schienen vorgesehen sein. Vorzugsweise sind an jedem Ende des Klebstoffreservoirs 21 zwei Schienen angeordnet. Die Schienen 24 stützen sich auf Konsolen 25 ab, die auf nicht dargestellte Weise mit dem Maschinengestell verbunden sein können. Auf einer Konsole 25 stützt sich darüber hinaus ein Anschlag 26 ab. Dieser ist einstellbar, so dass die Betriebsposition, in der die Klebstoffauftragswalze 21 den Klebstoff auf das Bodendeckblatt aufträgt, veränderbar ist. Als Beispiel für einen Anschlag 26 ist ein Stift 50 dargestellt, der einen Abschnitt 51 mit einem sechseckigen Grundriss, an den ein Schraubenschlüssel angreifen kann, und einen Abschnitt 52 mit einem Gewinde, welches in die Konsole 25 eingeschraubt ist, versehen ist. Durch Verdrehen des Stiftes kann also dessen Höhe und damit die Betriebsposition variiert werden.
Auf der Konsole 25 stützt sich weiterhin eine erste Kolbenzylindereinheit 26 ab, die als Schnellhubzylindereinheit ausgestaltet ist. Diese wird durch die Steuereinrichtung betätigt, wenn mithilfe des Sensors 23 das Fehlen eines Bodendeckblatts festgestellt wurde. Außerdem ist eine zweite Kolbenzylindereinheit 27 auf der Konsole 25 angeordnet, welche als Weithubzylindereinheit ausgestaltet ist. Mit dieser Zylindereinheit 27 ist das Verschieben der Klebstoffauftragvorrichtung 19 in eine Wartungsposition möglich.
In der Figur 2 ist die Außenoberfläche 31 des Übergabezylinders 6 dargestellt. Es ist zu erkennen, dass diese mehrere Öffnungen 30 umfasst. Um diese mit Überdruck oder Unterdruck beaufschlagen zu können, ist zumindest an einer Stirnseite des Übergabezylinders 6 eine Scheibe 32 angeordnet, die nicht zusammen mit dem Übergabezylinder rotiert. Diese Scheibe 32 umfasst einen Überdruckanschluss 33 und einen Unterdruckanschluss 34. Überdruck und Unterdruck bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Fluid vorgesehen ist, welches relativ zum Umgebungsdruck einem höheren oder einem niedrigerem Druck ausgesetzt wird. Bevorzugtes Fluid ist Luft, so dass bei Überdruck von Druckluft und bei Unterdruck von einem Vakuum gesprochen werden kann.
In der Figur 3 sind die wesentlichen Einzelheiten dargestellt, die erforderlich sind, um die Öffnungen 30 mit Über- oder Unterdruck zu beaufschlagen. Der Übertragungszylinder 6 weist einen vergleichsweise dicken Mantel auf, welcher mehrere axiale Bohrungen 35 umfasst, die wiederum als Durchgangsbohrungen ausgestaltet sein können. Jede dieser axialen Bohrungen 35 kann mit mehreren radialen Bohrungen 30 kommunizieren, die die Öffnungen 30 darstellen. Sollen nun einzelne Öffnungen 30 nicht mit Über- oder Unterdruck beaufschlagt werden, können in die entsprechenden axialen Bohrungen 35 Bolzen 37 eingeschoben werden, deren Länge so bemessen ist, dass die gewünschte Zahl der Öffnungen 30 abgedeckt ist. In der Figur 3 sind die offenen Bohrungen 35 weiß und die mit Bolzen 37 verschlossenen Bohrungen schwarz dargestellt.
In der Figur 4 ist die Scheibe 32 näher dargestellt. Diese umfasst eine kreisbogenförmige Vertiefung 38, die mit dem Vakuumanschluss in Verbindung steht. Die radiale Lage der Vertiefung 38 ist so bemessen, dass sie mit den Bohrungen 35 in Verbindung treten kann. Die Vertiefung 38 umfasst beispielsweise einen Winkel in einem Bereich von 200 bis 270 Grad. Eine Bohrung 35, die sich in diesem Winkelbereich befindet, wird mit Unterdruck beaufschlagt. Bei weiterer Rotation des Übergabezylinders 6 verlässt die Bohrung 35 nach einer gewissen Zeit die Vertiefung 38. Kurz danach erreicht die Bohrung 35 eine zweite kreisbogenförmige Vertiefung 39. Diese wird über den Druckluftanschluss 33 mit einem Überdruck versorgt, so dass der Überdruck nun auch die Bohrung 35 erfasst. Auf die beschriebene Weise erfolgt also das Umschalten der Öffnungen von Unterdruck auf Überdruck, wenn das Bodendeckblatt nicht mehr gehalten, sondern vielmehr abgestoßen und übergeben werden soll. Die beschriebene Vorgangsweise bezieht sich nicht nur auf den Übergabezylinder. Sie kann auch bei dem Schneidzylinder 14 vorgesehen werden.
Bezugszeichenliste
Vorrichtung zum Aufkleben von Materialstücken
Beutel
Ablagezylinder
Erste Anpresswalze
Beutelboden
Zweiter Transportzylinder / Ubergabezylinder
Zweite Anpresswalze
Wickel
Materialbahn
Stanze
Erste Walze
Zweite Walze
Vorzugswalzenpaar
Schneidzylinder
Trennmesser
Gegenmesser
Formatteil
Andrückwalze
Klebstoffauftrageinrichtung
Klebstoffreservoir
Klebstoffauftragswalze
Verschieberichtung der Klebstoffauftragswalze 21
Sensor
Schiene
Konsole
Erste Kolbenzylindereinheit
Zweite Kolbenzylindereinheit Offnungen
Außenoberfläche des Ubergabezylinders 6
Scheibe
Druckluftanschluss
Vakuumanschluss
Axiale Bohrung
Drehachse des Ubertragungszylinders 6
Bolzen
Kreisbogenförmige Vertiefung
Zweite kreisbogenförmige Vertiefung
Stift
Abschnitt mit sechseckigem Grundriss
Abschnitt mit Gewinde
