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Title:
BRAIDED STRUCTURE, IN PARTICULAR STENT, AND METHOD FOR BRAIDING A BRAIDED STRUCTURE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/158760
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a braided structure (1) having a primary limb (2) and at least two secondary limbs (3), wherein the primary limb (2) is braided from a group of filaments (4), in particular threads or wires, and the secondary limbs (3) are braided from filaments (4) such that the totality of the filaments (4) associated with the secondary limbs (3) is the same as the group of filaments (4) of the primary limb (2). The invention proposes that a transitional region (7) braided from the group of filaments (4) of the primary limb (2) is arranged between the primary limb (2) and the secondary limbs (3). The invention further relates to a method for braiding a braided structure (1), in particular a stent, having a primary limb (2) and at least two secondary limbs (3), wherein the primary limb (2) is first braided from a group of filaments (4), a substantially hole-free transitional region (7) is then braided from the group of filaments (4) of the primary limb (2), and the secondary limbs (3) are then braided, or the method steps are carried out in the reverse order.

Inventors:
FICKER, Frank (Obertriebeler Strasse 7a, Tiefenbrunn, 08626, DE)
MIKSCH, Roxana (Mittelstrasse 13, Altenstadt, 63674, DE)
Application Number:
EP2019/053991
Publication Date:
August 22, 2019
Filing Date:
February 18, 2019
Export Citation:
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Assignee:
FREISTAAT BAYERN VERTRETEN DURCH HOCHSCHULE HOF, INSTITUT FÜR MATERIALWISSENSCHAFTEN (Alfons-Goppel-Platz 1, Hof/Saale, 95028, DE)
International Classes:
A61F2/90; D04C1/06; A61F2/06
Domestic Patent References:
WO2015071336A12015-05-21
Foreign References:
EP1148839A22001-10-31
EP2008623A12008-12-31
US20020007210A12002-01-17
Other References:
KUEPPERS ET AL: "Flechten von Verzweigungen fuer die Faserverbundtechnik", MELLIAND TEXTILBERICHTE, DEUTSCHER FACHVERLAG, FRANKFURT AM MAIN, DE, vol. 2, no. 2, 1 January 2016 (2016-01-01), pages 76 - 77, XP009512894, ISSN: 0341-0781
None
Attorney, Agent or Firm:
BERGMEIER, Werner (Friedrich-Ebert-Strasse 84, Ingolstadt, 85055, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Geflochtene Struktur, insbesondere Stent, mit einem primären Schen- kel (2) und mindestens zwei sekundären Schenkeln (3), wobei der primäre Schenkel (2) aus einem Ensemble an Filamenten (4), insbe- sondere Fäden oder Drähten, geflochten ist und die sekundären Schenkel (3) aus Filamenten (4) geflochten sind, so dass die Gesamt- heit der den sekundären Schenkeln (3) zugeordneten Filamente (4) gleich dem Ensemble an Filamenten (4) des primären Schenkels ist, dadurch gekennzeichnet, dass

zwischen dem primären Schenkel (2) und den sekundären Schenkeln (3) ein aus dem Ensemble an Filamenten (4) des primären Schenkels (2) geflochtener Übergangsbereich (7) angeordnet ist.

2. Geflochtene Struktur nach dem vorherigen Anspruch, dadurch qe- kennzeichnet. dass der geflochtene Übergangsbereich (7) im Wesent- lichen frei von Löchern (5) ist.

3. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die geflochtene Struktur (1 ) durchgängig, insbe- sondere auf einem Flechter mit verstellbaren Weichen, vorzugsweise einem Variationsflechter, Verzweigungsflechter oder 3D-Flechter (11 ), geflochten ist.

4. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich (7) einen Teilungsbe- reich (8) umfasst, der eine Flechtstruktur des primären Schenkels (2) in Flechtstrukturen der sekundären Schenkel (3) überführt.

5. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich (7) einen Überkreu- zungsbereich (9) umfasst, in dem sich Filamente (4), die verschiede- nen sekundären Schenkeln (3) zugeordnet sind, überkreuzen.

6. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Überkreuzungsbereich (9) auch Fila mente (4) überkreuzen, die von Seiten des sekundären Schenkels (3) kommen, die dem jeweils anderen sekundären Schenkel (3) abge- wandt sind.

7. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Überkreuzungsbereich (9) zwei Filamente (4), die insbesondere verschiedenen sekundären Schenkeln (3) zuge- ordnet sind, untereinander verdreht sind.

8. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich (7) einen weiteren Tei- lungsbereich (10) umfasst, so dass der Überkreuzungsbereich (9) zwischen dem Teilungsbereich (8) und dem weiteren Teilungsbereich (10) angeordnet ist.

9. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden des primären Schenkels (2) sekundäre Schenkel (3) angeordnet sind.

10. Geflochtene Struktur nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem primären Schenkel (2) und/oder dem sekundären Schenkel (3) ein Trennbereich (20) mit einer gegenüber dem restlichen Schenkel (2,3) geänderter Maschendichte und/oder Maschenform zum Trennen der einen gesamten geflochtenen Struktur (1 ) in mehrere einzelne geflochtene Strukturen (T, 1“) vorgesehen ist.

11. Verfahren zum Flechten einer geflochtenen Struktur (1 ), insbesondere eines Stents, mit einem primären Schenkel (2) und mindestens zwei sekundären Schenkeln (3), wobei aus einem Ensemble an Filamenten (4), insbesondere Fäden oder Drähten, zunächst der primäre Schen- kel (2), sodann aus dem Ensemble an Filamenten (4) des primären Schenkels (2) ein im Wesentlichen lochfreier Übergangsbereich (7) und schließlich die sekundären Schenkel (3) geflochten werden, oder die Verfahrensschritte in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt wer- den.

12. Verfahren nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die ge- flochtene Struktur (1 ) durchgängig, insbesondere mit einem Flechter mit schaltbaren Weichen, vorzugsweise einem Variationsflechter, Verzweigungsflechter oder 3D-Flechter (11 ), geflochten wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch qekenn- zeichnet, dass im Übergangsbereich (7) die Filamente (4) so gefloch- ten werden, dass sie von einer Flechtstruktur des primären Schenkels (2) in Flechtstrukturen der sekundären Schenkel (3) überführt werden und somit einen Teilungsbereich (8) ausbilden.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch qekenn- zeichnet, dass im Übergangsbereich (7) Filamente (4), die verschie- denen sekundären Schenkeln (3) zugeordnet sind, überkreuzt werden und somit einen Überkreuzungsbereich (9) ausbilden.

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Über- kreuzungsbereich (9) auch Filamente (4) überkreuzt werden, die von Seiten des sekundären Schenkels (3) kommen, die dem jeweils ande- ren sekundären Schenkel (3) abgewandt sind.

16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Überkreuzungsbereich (9) zwei Filamente (4), die insbesondere verschiedenen sekundären Schenkeln (3) zugeordnet sind, unterei- nander verdreht werden.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch qekenn- zeichnet, dass im Überkreuzungsbereich (9) auch Filamente (4) mitei- nander verdreht werden, die von Seiten des sekundären Schenkels (3) kommen, die dem jeweils anderen sekundären Schenkel (3) ab- gewandt sind.

18. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass im Übergangsbereich (7) ein weiterer Teilungs- bereich (10) geflochten wird, so dass zunächst der Teilungsbereich (8), dann der Überkreuzungsbereich (9) und schließlich der weitere Teilungsbereich (10) geflochten werden.

19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch qekenn- zeichnet, dass eine geflochtene Struktur (1 ), insbesondere in einem Trennbereich (20), in mehrere geflochtene Strukturen (1‘,1“) getrennt wird.

Description:
Geflochtene Struktur, insbesondere Stent, und Verfahren zum Flechten einer geflochtenen Struktur

Die vorliegende Erfindung betrifft eine geflochtene Struktur, insbesondere einen Stent, mit einem primären Schenkel und mindestens zwei sekundären Schenkeln, wobei der primäre Schenkel aus einem Ensemble an Filamenten, insbesondere Fäden oder Drähten, geflochten ist und die sekundären

Schenkel aus Filamenten geflochten sind, so dass die Gesamtheit der den sekundären Schenkeln zugeordneten Filamente gleich dem Ensemble an Filamenten ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Flech- ten einer geflochtenen Struktur, insbesondere eines Stents, mit einem pri- mären Schenkel und mindestens zwei sekundären Schenkeln, wobei aus ei- nem Ensemble an Filamenten, insbesondere Fäden oder Drähten, zunächst der primäre Schenkel und dann die sekundären Schenkel geflochten werden, oder die Verfahrensschritte in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt wer- den.

Bei gattungsgemäßen geflochtenen Strukturen wird beispielsweise zunächst ein primärer Schenkel aus einem Ensemble an Filamenten geflochten. Die Klöppel für einen ersten sekundären Schenkel werden sodann in der Flecht- maschine neu angeordnet, während die Klöppel für einen oder mehrere wei- tere sekundäre Schenkel geparkt werden. Anschließend, wenn der erste se- kundäre Schenkel geflochten ist, werden nacheinander die weiteren sekun- dären Schenkel geflochten, während die Klöppel für die jeweils anderen se- kundären Schenkel geparkt werden. So wird weiter verfahren, bis alle sekun- dären Schenkel geflochten sind.

Durch das Parken und das notwendige manuelle Umsortieren der Klöppel gestaltet sich dieses Verfahren als sehr aufwendig. Außerdem entstehen zwischen den sekundären Schenkeln Löcher, die einer optimalen Funktion der geflochtenen Struktur als Stent entgegenstehen. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine verbesserte geflochte- ne Struktur und ein verbessertes Verfahren zum Flechten einer geflochtenen Struktur vorzuschlagen.

Die Aufgabe wird gelöst durch eine geflochtene Struktur und ein Verfahren zum Flechten einer geflochtenen Struktur mit den Merkmalen der unabhän- gigen Patentansprüche.

Vorgeschlagen wird eine geflochtene Struktur mit einem primären Schenkel und mindestens zwei sekundären Schenkeln. Eine solche geflochtene Struk- tur kann insbesondere ein Stent oder eine Struktur für eine Rohrleitung sein, wobei es sich hier um einen verzweigten Stent handelt. Stents finden dabei in der Medizin vielfältige Anwendung, beispielsweise zum Offenhalten von Blutgefäßen oder zum Offenhalten von Bronchien. Derartige Strukturen für Rohrleitungen können zur Verstärkung, Sanierung oder Reparatur von Rohr- leitungen, die beispielsweise aus Kunststoff hergestellt sind, eingesetzt wer- den. Darüber hinaus sind vielfältige weitere Anwendungen derartiger Struktu- ren möglich.

Der primäre Schenkel ist dabei aus einem Ensemble an Filamenten gefloch- ten. Unter Filament wird dabei ein quasi-endloses längliches Gebilde ver- standen. Insbesondere kann es sich bei den Filamenten um Fäden oder Drähte handeln. Für medizinische Zwecke ist es oft vorteilhaft, wenn die Drähte aus einer Formgedächtnis-Legierung, wie beispielsweise Nitinol, be- stehen.

Die sekundären Schenkel sind ebenfalls aus Filamenten geflochten, und zwar so, dass die Gesamtheit der den sekundären Schenkeln zugeordneten Filamente gleich dem Ensemble an Filamenten des primären Schenkels ist. Anders ausgedrückt teilen sich die Filamente, aus denen der primäre Schen- kel geflochten ist, in mehrere Teile auf, wobei aus jedem dieser Teil ein se- kundärer Schenkel geflochten ist. Filamente aus sekundären Schenkeln wer- den nicht für die Herstellung anderer sekundärer Schenkel außerhalb des Übergangsbereichs benötigt.

Erfindungsgemäß ist zwischen dem primären Schenkel und den sekundären Schenkeln ein Übergangsbereich angeordnet, der aus dem Ensemble an Filamenten des primären Schenkels geflochten ist. Das Ensemble an Fila- menten geht also nicht direkt vom primären Schenkel in die sekundären Schenkel über, sondern ist dazwischen zum Übergangsbereich geflochten. Ohne Übergangsbereich, also wenn der primäre Schenkel direkt in die se- kundären Schenkel übergeht, tritt zwischen den sekundären Schenkeln ein Loch auf. Durch den entsprechend geflochtenen Übergangsbereich wird die- ses Loch teilweise oder vollständig geschlossen. Es ergibt sich also eine, insbesondere für medizinische Zwecke, deutlich verbesserte geflochtene Struktur.

Diese verbesserte geflochtene Struktur weist in dem geflochtenen Über- gangsbereich vorteilhafterweise im Wesentlichen kein Loch auf. Vorzugswei- se ist weder in dem Zwickelbereich zwischen den sekundären Schenkeln, noch am äußeren Umfang des Übergangsbereichs ein Loch vorhanden. Dies bedeutet, dass die maximale Größe der einzelnen Maschen im Übergangs- bereich im Wesentlichen der Größe der Maschen des primären bzw. sekun- dären Schenkels entspricht. Während eine kleinere Größe der Maschen im Übergangsbereich bei manchen Ausführungen vorteilhaft sein kann, sind größere Maschen, beispielsweise mit einer Fläche von mehr als dem 1 ,5- fachen der Maschenfläche in einem Schenkel, welche ein unzulässiges Loch darstellen, zu vermeiden.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist es, dass die Herstellung der sekun- dären Schenkel gleichzeitig erfolgen kann. Die gesamte geflochtene Struktur wird damit durchgängig bzw. kontinuierlich und ohne erforderliche Pause für einen insbesondere manuellen Umbau der Flechtvorrichtung hergestellt. Ein manueller Eingriff, insbesondere bei der Herstellung des Übergangsbereichs, ist somit nicht erforderlich.

Die Herstellung der geflochtenen Struktur kann auch ohne Kern erfolgen.

Das Einhängen unterschiedlicher Kerne für unterschiedliche Durchmesser der einzelnen Schenkel ist damit nicht erforderlich und fördert das kontinuier- liche Flechten der Struktur. Durch das kontinuierliche Flechten der Struktur entstehen keine knotenartigen Verschlingungen der Filamente, sondern Ver- schlingungen in vertikaler Richtung, d. h. in Längsrichtung des Geflechts. Rein horizontale Verschlingungen oder rückwärts gerichtete Verschlingungen erfolgen nicht, da der Herstellungsfortschritt des Geflechts in vertikaler Rich- tung erfolgt.

Vorteilhafterweise ist die geflochtene Struktur durchgängig, insbesondere auf einem Flechter mit verstellbaren Weichen, geflochten. Ein solcher Flechter mit verstellbaren Weichen ist vorzugsweise ein Variationsflechter, ein Ver- zweigungsflechter oder ein 3D-Flechter. Dadurch, dass die Weichen verstell- bar sind, ist es möglich, die geflochtene Struktur ohne beziehungsweise mit minimalem manuellem Eingriff zu flechten. Insbesondere können der Über- gang vom primären Schenkel zum Übergangsbereich, der Übergangsbereich selbst und der Übergang vom Übergangsbereich zu den sekundären Schen- keln einfach durch Verstellen der Weichen geflochten werden. Ein Aus- und Einhängen, Umsortieren sowie Parken von Klöppeln ist dabei nicht notwen- dig, so dass die geflochtene Struktur relativ einfach herzustellen ist.

Von Vorteil ist es auch, wenn der Übergangsbereich einen Teilungsbereich umfasst, der eine Flechtstruktur des primären Schenkels in Flechtstrukturen der sekundären Schenkel überführt. Den einzelnen Flechtstrukturen entspre- chen bestimmte Positionen der Klöppel in der Flechtmaschine, wobei in der Regel die Positionen der Klöppel beim Flechten des primären Schenkels nicht mit Positionen der Klöppel beim Flechten der sekundären Schenkel übereinstimmen. Um die Klöppel von der einen Position in die andere zu bringen, wird der Teilungsbereich geflochten. Dabei kann bei einer geschick- ten Weichenstellung schon eine Vierteldrehung von Flügelrädern der Flecht- maschine ausreichend sein.

Vorteilhaft ist es, wenn der Übergangsbereich einen Überkreuzungsbereich umfasst, in dem sich Filamente, die verschiedenen sekundären Schenkeln zugeordnet sind, überkreuzen. Dabei kann der Überkreuzungsbereich auch gleichzeitig den Teilungsbereich umfassen. Durch das Überkreuzen der Filamente, die verschiedenen sekundären Schenkeln zugeordnet sind, wird das Loch zwischen diesen Schenkeln geschlossen. Das Überkreuzen kann dabei in vielfältiger Weise geschehen. Ein zunächst einem sekundären Schenkel zugeordnetes Filament kann nach dem Überkreuzen einem ande- ren sekundären Schenkel zugeordnet sein, und umgekehrt. Die Filamente können aber nach dem Überkreuzen auch wieder zu dem ihnen ursprünglich zugeordneten Schenkel zurückkehren. Des Weiteren ist es möglich, dass sich nicht nur jeweils ein Filament überkreuzt, sondern dass sich nebenei- nander oder hintereinander mehrere Filamente überkreuzen.

Vorteilhafterweise überkreuzen sich im Überkreuzungsbereich auch Filamen- te, die von Seiten des sekundären Schenkels kommen, die dem jeweils an- deren sekundären Schenkel abgewandt sind. Es überkreuzen sich also nicht nur Filamente von der Innenseite zwischen den Schenkeln, sondern auch von der Außenseite. Durch das Einbeziehen dieser Filamente wird das Loch zwischen den Schenkeln besonders gut geschlossen.

Von Vorteil ist es, wenn im Überkreuzungsbereich zwei Filamente, die insbe- sondere verschiedenen sekundären Schenkeln zugeordnet sind, untereinan- der verdreht sind. Ein untereinander Verdrehen um eine halbe Umdrehung entspricht dabei einem einfachen Überkreuzen, wobei die Filamente jeweils zu den ihnen ursprünglich zugeordneten Schenkeln zurückkehren. Zum bes- seren Verschließen des Lochs zwischen den Schenkeln ist aber ein unterei- nander Verdrehen von einem Vielfachen einer halben Umdrehung vorteilhaft. Bei einem ungeraden Vielfachen einer halben Umdrehung kehren die Fila mente dabei jeweils zu den ihnen ursprünglich zugeordneten Schenkeln zu- rück, bei einem geraden Vielfachen einer halben Umdrehung wechseln sie den Schenkel.

Vorteilhaft ist es, wenn der Übergangsbereich einen weiteren Teilungsbe- reich umfasst, so dass der Überkreuzungsbereich zwischen dem Teilungsbe- reich und dem weiteren Teilungsbereich angeordnet ist. Im Teilungsbereich geht zunächst die Position der Klöppel von der Flechtstruktur für den pri- mären Schenkel auf die Flechtstruktur für die sekundären Schenkel über. Im Überkreuzungsbereich werden sodann die Filamente der sekundären

Schenkel so überkreuzt, dass die Löcher zwischen den sekundären Schen- keln geschlossen sind. Der weitere Teilungsbereich führt nun die Position der Klöppel, wie sie am Ende des Überkreuzungsbereichs ist, in eine Position über, die zum Flechten der sekundären Schenkel geeignet ist. So ist also ein durchgängiges Flechten der einzelnen Bereiche möglich, ohne dass Klöppel manuell verändert werden müssen.

In einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung sind an beiden Enden des primären Schenkels sekundäre Schenkel angeordnet. Damit kön- nen sehr komplexe geflochtene Strukturen erzeugt werden. Insbesondere ist es jedoch auch möglich, bei einem durchgängigen Flechten eine quasi end- lose geflochtene Struktur zu erzeugen, welche eine Vielzahl aneinanderge- reihter primärer und sekundärer Schenkel aufweist, welche bei Bedarf in ein- zelne geflochtene Strukturen mit beispielsweise einem primären Schenkel und an nur einem Ende des primären Schenkels angeordneten sekundären Schenkeln getrennt werden kann.

Vorzugsweise ist an dem primären Schenkel und/oder dem sekundären Schenkel ein Trennbereich mit einer gegenüber dem restlichen Schenkel ge- änderter Maschendichte und/oder Maschenform zum Trennen der einen ge- samten geflochtenen Struktur in mehrere einzelne geflochtene Strukturen vorgesehen. Der Trennbereich kann derart gestaltet sein, dass er ein Ab- trennen, beispielsweise mit einem Laser, vorteilhafterweise ermöglicht und insbesondere die abgetrennten Filamente kompakt zusammenhält. Diese abgetrennten und gegebenenfalls abstehenden Filamente können zu Schlau- fen eingeschlagen werden, um ein stumpfes Ende der geflochtenen Struktur zu bilden.

Des Weiteren wird ein Verfahren zum Flechten einer geflochtenen Struktur mit einem primären Schenkel und mindestens zwei sekundären Schenkeln vorgeschlagen. Die geflochtene Struktur kann dabei insbesondere ein Stent sein, wobei es sich hier um einen verzweigten Stent handelt.

Zunächst wird aus einem Ensemble an Filamenten der primäre Schenkel ge- flochten. Unter Filament wird dabei ein quasi-endloses längliches Gebilde verstanden. Insbesondere kann es sich bei den Filamenten um Fäden oder Drähte handeln, wobei es für medizinische Zwecke oft vorteilhaft ist, wenn die Drähte aus einer Formgedächtnis-Legierung wie beispielsweise Nitinol bestehen.

Erfindungsgemäß wird aus dem Ensemble an Filamenten des primären Schenkels sodann ein im Wesentlichen lochfreier Übergangsbereich gefloch- ten. Ohne Übergangsbereich, also wenn der primäre Schenkel direkt in se- kundäre Schenkel übergeht, tritt zwischen den sekundären Schenkeln ein Loch auf. Durch den entsprechend geflochtenen Übergangsbereich wird die ses Loch teilweise oder vollständig geschlossen. Das Verfahren ergibt also eine, insbesondere für medizinische Zwecke, deutlich verbesserte geflochte- ne Struktur.

Schließlich werden aus dem Ensemble an Filamenten des primären Schen- kels die sekundären Schenkel geflochten. Das Ensemble an Filamenten wird also in mehrere Teile aufgeteilt, wobei aus jedem Teil ein sekundärer Schen- kel geflochten wird. Selbstverständlich können die Verfahrensschritte auch in umgekehrter Rei- henfolge durchgeführt werden. Es können also zunächst die sekundären Schenkel, dann der Übergangsbereich und schließlich der primäre Schenkel geflochten werden.

Vorteilhafterweise wird die geflochtene Struktur durchgängig, insbesondere mit einem Flechter mit schaltbaren Weichen, vorzugsweise einem Varia- tionsflechter, Verzweigungsflechter oder 3D-Flechter, geflochten. Dadurch, dass die Weichen verstellbar sind, ist es möglich, die geflochtene Struktur ohne beziehungsweise mit minimalem manuellem Eingriff zu flechten. Insbe- sondere können der Übergang vom primären Schenkel zum Übergangsbe- reich, der Übergangsbereich selbst und der Übergang vom Übergangsbe- reich zu den sekundären Schenkeln einfach durch Verstellen der Weichen geflochten werden. Ein Aus- und Einhängen, Umsortieren sowie Parken von Klöppeln ist dabei nicht notwendig, so dass die geflochtene Struktur relativ einfach herzustellen ist.

Von Vorteil ist es auch, wenn im Übergangsbereich die Filamente so gefloch- ten werden, dass sie von einer Flechtstruktur des primären Schenkels in Flechtstrukturen der sekundären Schenkel überführt werden, wodurch ein Teilungsbereich ausgebildet wird. Den einzelnen Flechtstrukturen entspre- chen bestimmte Positionen der Klöppel in der Flechtmaschine, wobei in der Regel die Positionen der Klöppel beim Flechten des primären Schenkels nicht mit Positionen der Klöppel beim Flechten der sekundären Schenkel übereinstimmen. Um die Klöppel von der einen Position in die andere zu bringen, wird der Teilungsbereich geflochten. Dabei kann bei einer geschick- ten Weichenstellung schon eine Vierteldrehung von Flügelrädern der Flecht- maschine ausreichend sein.

Vorteilhaft ist es, wenn im Übergangsbereich Filamente, die verschiedenen sekundären Schenkeln zugeordnet sind, überkreuzt werden und somit einen Überkreuzungsbereich ausbilden. Dabei kann der Überkreuzungsbereich auch gleichzeitig den Teilungsbereich umfassen. Durch das Überkreuzen der Filamente, die verschiedenen sekundären Schenkeln zugeordnet sind, wird das Loch zwischen diesen Schenkeln geschlossen. Das Überkreuzen kann dabei in vielfältiger Weise geschehen. Ein zunächst einem sekundären Schenkel zugeordnetes Filament kann nach dem Überkreuzen einem ande- ren sekundären Schenkel zugeordnet sein, und umgekehrt. Die Filamente können aber nach dem Überkreuzen auch wieder zu dem ihnen ursprünglich zugeordneten Schenkel zurückkehren. Des Weiteren ist es möglich, dass sich nicht nur jeweils ein Filament überkreuzt, sondern dass sich nebenei- nander oder hintereinander mehrere Filamente überkreuzen.

Vorteilhafterweise werden im Überkreuzungsbereich auch Filamente über- kreuzt, die von Seiten des sekundären Schenkels kommen, die dem jeweils anderen sekundären Schenkel abgewandt sind. Es werden also nicht nur Filamente von der Innenseite zwischen den Schenkeln überkreuzt, sondern auch von der Außenseite. Durch das Einbeziehen dieser Filamente wird das Loch zwischen den Schenkeln besonders gut geschlossen.

Von Vorteil ist es, wenn im Überkreuzungsbereich zwei Filamente, die insbe- sondere verschiedenen sekundären Schenkeln zugeordnet sind, untereinan- der verdreht werden. Ein untereinander Verdrehen um eine halbe Umdre- hung entspricht dabei einem einfachen Überkreuzen, wobei die Filamente jeweils zu den ihnen ursprünglich zugeordneten Schenkeln zurückkehren. Zum besseren Verschließen des Lochs zwischen den Schenkeln ist aber ein untereinander Verdrehen von einem Vielfachen einer halben Umdrehung vor- teilhaft. Bei einem ungeraden Vielfachen einer halben Umdrehung kehren die Filamente dabei jeweils zu den ihnen ursprünglich zugeordneten Schenkeln zurück, bei einem geraden Vielfachen einer halben Umdrehung wechseln sie den Schenkel. Werden in einer vorteilhaften Ausführung des Verfahrens im Überkreuzungs- bereich auch Filamente miteinander verdreht, die von Seiten des sekundären Schenkels kommen, die dem jeweils anderen sekundären Schenkel abge- wandt sind, so können die Löcher sehr dicht geschlossen werden, da mehr Filamente zur Verfügung stehen, welche im Bereich des möglichen Loches geflochten werden.

Vorteilhaft ist es, wenn im Übergangsbereich ein weiterer Teilungsbereich geflochten wird, so dass zunächst der Teilungsbereich, dann der Überkreu- zungsbereich und schließlich der weitere Teilungsbereich geflochten werden. Im Teilungsbereich geht zunächst die Position der Klöppel von der

Flechtstruktur für den primären Schenkel auf die Flechtstruktur für die sekun- dären Schenkel über. Im Überkreuzungsbereich werden sodann die Filamen- te der sekundären Schenkel so überkreuzt, dass die Löcher zwischen den sekundären Schenkeln geschlossen sind. Der weitere Teilungsbereich führt nun die Position der Klöppel, wie sie am Ende des Überkreuzungsbereichs ist, in eine Position über, die zum Flechten der sekundären Schenkel geeig- net ist. So ist also ein durchgängiges Flechten der einzelnen Bereiche mög- lich, ohne dass Klöppel manuell verändert werden müssen.

Vorzugsweise wird eine geflochtene Struktur, insbesondere in einem Trenn- bereich, in mehrere geflochtene Strukturen getrennt. Hierdurch kann in ei- nem durchgängigen, kontinuierlichen Herstellungsverfahren ein Strang einer geflochtenen Struktur erzeugt werden, bei welchem sich primäre und sekun- däre Schenkel abwechseln. An beliebigen oder auch an durch die Trennbe- reiche vorgegebenen Stellen kann dieser Strang in einzelne, kleinere ge- flochtene Strukturen aufgetrennt werden.

Die geflochtene Struktur ist gemäß der vorangegangenen Beschreibung ausgebildet und das Verfahren zum Flechten einer geflochtenen Struktur wird gemäß der vorangegangenen Beschreibung durchgeführt, wobei die genannten Merkmale einzeln oder in beliebiger Kombination vorhanden sein können.

Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbei- spielen beschrieben. Es zeigt:

Figur 1 eine schematische Ansicht einer aus dem Stand der Technik bekannten geflochtenen Struktur, Figur 2 eine schematische Ansicht einer weiteren geflochtenen Struk- tur,

Figur 3 eine schematische Ansicht einer weiteren geflochtenen Struk- tur,

Figur 4 eine schematische Ansicht einer weiteren geflochtenen Struk- tur,

Figur 5 eine schematische Ansicht eines Überkreuzungsbereichs,

Figur 6 eine schematische Ansicht eines weiteren Überkreuzungsbe- reichs,

Figur 7 eine schematische Ansicht eines weiteren Überkreuzungsbe- reichs,

Figur 8 eine schematische Ansicht eines weiteren Überkreuzungsbe- reichs, Figur 9 eine schematische Ansicht eines weiteren Überkreuzungsbe- reichs, Figuren 10a - 10c Flechtprogrammschritte für einen Teilungsbereich

Figuren 11 a - 11 e Flechtprogrammschritte für einen Übergangsbereich und

Figur 12 eine schematische Ansicht einer weiteren geflochtenen Struktur ähnlich Figur 2 mit einem Trennbereich.

Bei der nachfolgenden Beschreibung alternativer Ausführungsbeispiele wer- den für Merkmale, die im Vergleich zu anderen Ausführungsbeispielen in ih- rer Ausgestaltung und/oder Wirkweise identisch und/oder zumindest ver- gleichbar sind, gleiche Bezugszeichen verwendet. Sofern diese nicht noch- mals detailliert erläutert werden, entspricht deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise der Ausgestaltung und Wirkweise der vorstehend bereits be- schriebenen Merkmale.

In Figur 1 ist eine geflochtene Struktur 1 gezeigt, die aus dem Stand der Technik bekannt ist. Die geflochtene Struktur 1 weist einen primären Schen- kel 2 und zwei sekundäre Schenkel 3 auf. Die einzelnen Filamente 4, aus denen die geflochtene Struktur 1 geflochten ist, sind in dieser Figur nicht dargestellt. Dabei ist die Gesamtheit der Filamente 4, aus denen die sekun- dären Schenkel 3 geflochten sind, gleich dem Ensemble an Filamenten 4, aus denen der primäre Schenkel 2 geflochten ist. Als Filamente 4 kommen dabei unterschiedlichste quasi-endlose längliche Gebilde in Betracht, insbe- sondere Fäden und Drähte.

Beim Übergang vom primären Schenkel 2 auf die sekundären Schenkel 3 entsteht zwischen den sekundären Schenkeln 3 ein Loch 5. Dieses Loch 5 ist für viele Anwendungsmöglichkeiten der geflochtenen Struktur 1 von Nachteil. Eine solche Anwendungsmöglichkeit ist die Verwendung der geflochtenen Struktur 1 als Stent. Der Stent hält dabei Gefäße oder Hohlorgane offen, ins- besondere Blutgefäße oder Bronchien. Bei der Verwendung der geflochtenen Struktur 1 als Stent bestehen die Filamente 4, vorteilhafterweise Drähte, aus einer Formgedächtnis-Legierung wie beispielsweise Nitinol. So kann der Stent zum Beispiel zusammengebunden werden, um in das Gefäß oder Hohlorgan eingeführt zu werden und entfaltet sich nach Lösen der Bindung zu seiner ursprünglichen Form. Ein Loch 5 zwischen den sekundären Schen- keln 3 eines verzweigten Stents bedeutet, dass in diesem Bereich weder ei- ne Stützung der Gefäße beziehungsweise Hohlorgane auftritt, noch in die sem Bereich wirksam Medikamente auf die Oberfläche des Stents aufge- bracht werden können.

Figur 2 zeigt eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen geflochte- nen Struktur 1 , bei der die Löcher 5 zwischen den sekundären Schenkeln 3 geschlossen sind. Bei dieser komplexen geflochtenen Struktur 1 verzweigt sich der primäre Schenkel 2 in die eine Richtung in drei sekundäre Schenkel 3. In die andere Richtung verzweigt sich der primäre Schenkel 2 zunächst in zwei sekundäre Schenkel 3, wobei sich einer der sekundären Schenkel 3 in zwei weitere Schenkel 6 verzweigt. Im Hinblick auf die Verzweigung und die im Rahmen dieser Verzweigung auftretenden Flechtmuster fungiert der se- kundäre Schenkel 3 hier als primärer Schenkel und die weiteren Schenkel 6 als sekundäre Schenkel. Selbstverständlich sind im Rahmen der Patentan- sprüche viele weitere Verzweigungsvarianten möglich, von einer einfachen verzweigten Struktur, wie sie in Figur 1 gezeigt ist, bis zu komplexen Struktu- ren mit einer Vielzahl an Verzweigungen.

Bei der in Figur 3 gezeigten geflochtenen Struktur 1 ist ein Übergangsbereich 7 zwischen dem primären Schenkel 2 und den sekundären Schenkeln 3 vor- gesehen. Dieser Übergangsbereich 7 ist aus dem gleichen Ensemble an Filamenten 4 geflochten, aus dem der primäre Schenkel 2 und die sekundä- ren Schenkel 3 geflochten sind.

Wie auch bei den anderen Ausführungsbeispielen gezeigt, verlaufen die bei- den sekundären Schenkel 3 im Wesentlichen parallel zu dem primären Schenkel 2. Die sekundären Schenkel 3 stehen somit nicht voneinander ab, sondern teilen den primären Schenkel 2 auf und verlaufen weiter im Wesent- lichen in derselben Richtung wie der primäre Schenkel 2. Auch wenn es grundsätzlich möglich wäre, die sekundären Schenkel 3 von dem primären Schenkel 2 abstehen zu lassen, so ist es insbesondere im Sinne einer durchgängigen bzw. kontinuierlichen Fertigung der Struktur 1 unter gleichzei- tiger Herstellung aller sekundären Schenkel 3 vorteilhaft, wenn die sekundä- ren Schenkel 3 im Wesentlichen parallel zum primären Schenkel 2 verlaufen. Sollte für eine spezielle Anwendung das Abstehen der sekundären Schenkel 3 erforderlich sein, so kann dies beispielsweise mit einer Wärmenachbe- handlung bewirkt werden.

Figur 4 zeigt eine mögliche Ausgestaltung des Übergangsbereichs 7. Dabei schließt an den primären Schenkel 2 ein Teilungsbereich 8 an. Dieser Tei- lungsbereich 8 überführt eine Flechtstruktur des primären Schenkels 2 in Flechtstrukturen der sekundären Schenkel 3. An den Teilungsbereich 8 schließt sodann ein Überkreuzungsbereich 9 an. Im Überkreuzungsbereich 9 überkreuzen sich Filamente 4, die dem ersten und dem zweiten sekundären Schenkel 3 zugeordnet sind. Dadurch wird das Loch 5, das ansonsten zwi- schen den sekundären Schenkeln 3 auftreten würde, geschlossen. An den Überkreuzungsbereich 9 schließt sich ein weiterer Teilungsbereich 10 an, der eine nach dem Überkreuzungsbereich 9 herrschende Flechtstruktur in die Flechtstrukturen der sekundären Schenkel 3 überführt. An diesen weiteren Teilungsbereich 10 schließen sodann die beiden sekundären Schenkel 3 an.

Selbstverständlich sind auch mehr als zwei sekundäre Schenkel 3 denkbar. Dann können im Überkreuzungsbereich 9 Überkreuzungen derart stattfinden, dass sich Filamente 4 von jedem der sekundären Schenkel 3 überkreuzen. Des Weiteren ist es möglich, dass nur ein Teilungsbereich 8 vorgesehen ist und/oder dass der Teilungsbereich 8 mit dem Überkreuzungsbereich 9 iden- tisch ist, das heißt, dass im Rahmen des Überkreuzens der Filamente 4 auch gleich die Flechtstruktur vom primären Schenkel 2 in die Flechtstrukturen der sekundären Schenkel 3 übergeführt wird.

Figuren 5 bis 8 zeigen den Überkreuzungsbereich 9 am Übergang vom pri- mären Schenkel 2 zu den sekundären Schenkeln 3, wo sich ohne die Über- kreuzungen das Loch 5 befände.

Figur 5 zeigt eine einfache Überkreuzung von zwei Filamenten 4, die einer halben Umdrehung einer Verdrehung der Filamente 4 entspricht. Die Fila- mente 4 kehren dabei nach der Überkreuzung wieder zu den sekundären Schenkeln 3 zurück, von denen sie gekommen sind. Diese Überkreuzung führt zu einem einfachen Schließen des Lochs 5.

Figur 6 zeigt eine Verdrehung der Filamente 4 um eine ganze Umdrehung. Die Filamente 4 wechseln dabei vom einen sekundären Schenkel 3 zum an- deren. Durch die längere Verdrehung der Filamente 4 wird das Loch 5 bes- ser geschlossen als bei der einfachen Überkreuzung.

Eine Verdrehung der Filamente 4 um drei halbe Umdrehungen, wie in Figur 7 gezeigt, führt dazu, dass die Filamente 4 wieder zu den sekundären Schen- keln 3 zurückkehren, von denen sie gekommen sind. Das Loch 5 wird durch die relativ lange Verdrehung der Filamente 4 geschlossen.

Figur 8 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Überkreuzungsbereichs 9, bei dem an der Überkreuzung jeweils zwei Filamente 4 der sekundären Schenkel 3 beteiligt sind. Die Überkreuzung ist dabei eine einfache Über- kreuzung. Es ist aber auch möglich, mit zwei Filamenten 4 Verdrehungen um eine ganze Umdrehung oder mehr durchzuführen. Ebenso ist es möglich, dass sich mehr als zwei Filamente 4 pro sekundärem Schenkel 3 überkreu- zen. Bei dem in Figur 9 gezeigten Ausführungsbeispiel überkreuzen sich im Über- kreuzungsbereich 9 Filamente 4, die von Seiten der sekundären Schenkel 3 kommen, die dem jeweils anderen sekundären Schenkel 3 abgewandt sind, mit anderen Worten überkreuzen sich Filamente 4 von den Außenseiten der sekundären Schenkel 3. Durch dieses Überkreuzen wird das Loch 5 ge- schlossen und die sekundären Schenkel 3 werden zusätzlich zusammenge- halten.

Figuren 10a bis 10c zeigen Flechtprogrammschritte für einen Teilungsbe- reich 8 auf einem Variationsflechter 11 mit 4 x 4 Flügelrädern 12. In Figur 10a ist dabei der Besatz mit Klöppeln 13 und die Stellung der Weichen 14 für das Flechten des primären Schenkels 2 dargestellt. Dabei bedeutet bei den Weichen 14 ein„x“, dass ein Kreuzen der Klöppel 13 stattfindet, und ein „II“ bzw.„=“, dass kein Kreuzen der Klöppel 13 stattfindet. Die Drehrichtung 15 der Flügelräder 12 ist durch ein kleines Dreieck angezeigt.

Für das Flechten des Teilungsbereiches 8 werden nun die umzustellenden Weichen 16, die durch eine gestrichelte Umrandung gekennzeichnet sind, umgestellt. Die Flügelräder 12 werden sodann um 90° weitergedreht. Es ergibt sich der Besatz mit Klöppeln 13 und die Stellung der Weichen 14 der Figur 10b. Zum Abschluss des Teilungsbereichs 8 werden die in Figur 10b umzustellenden Weichen 16 umgestellt. Es ergibt sich der Besatz mit Klöp- peln 13 und die Stellung der Weichen 14 der Figur 10c, wonach zwei sekun- däre Schenkel 3 geflochten werden.

Figuren 11 a bis 11 e zeigen Flechtprogrammschritte für einen Übergangsbe- reich 7, der einen Teilungsbereich 8 und einen Überkreuzungsbereich 9 ver- eint. Der Ausgangspunkt der Figur 11 a ist wie in Figur 10a der Besatz mit Klöppeln 13 und die Stellung der Weichen 14 für das Flechten des primären Schenkels 2. Nach Stellen der umzustellenden Weichen 16 und Drehung der Flügelräder 12 um 90° erhält man den Besatz mit Klöppeln 13 und die Stel lung der Weichen 14 der Figur 11 b. Es werden nun wieder die umzustellen- den Weichen 16 gestellt und die Flügelräder 12 um 90° gedreht, um den Be- satz mit Klöppeln 13 und die Stellung der Weichen der Figur 1 1 c zu erhalten. Noch einmal werden die umzustellenden Weichen 16 gestellt und die Flügel räder 12 um 90° gedreht, um den Besatz mit Klöppeln 13 und die Stellung der Weichen der Figur 1 1 d zu erhalten. Nach dem Stellen der umzustellen- den Weichen 16 gelangt man zum Besatz mit Klöppeln 13 und zur Stellung der Weichen der Figur 1 1 e, wonach wie in Figur 10c zwei sekundäre Schen- kel geflochten werden. In vier kurzen Schritten werden also gleichzeitig der Teilungsbereich 8 und Überkreuzungsbereich 9 geflochten.

Figur 12 zeigt eine schematische Ansicht einer weiteren geflochtenen Struk- tur ähnlich Figur 2 mit einem Trennbereich 20 an dem primären Schenkel 2. Die hier gezeigte komplexe geflochtene Struktur 1 wird vorzugsweise in dem Trennbereich 20 auseinandergetrennt. Die Trennung kann beispielsweise durch einen Laserschnitt erfolgen. Hierdurch erhält man zwei geflochtene Strukturen T und 1“. Der Trennbereich 20 kann alternativ oder zusätzlich an einem oder mehreren der sekundären Schenkel 3 bzw. 6 angeordnet sein (nicht gezeigt).

In dem Trennbereich 20 ist eine geänderte Maschenstruktur der Filamente 4 angedeutet. Beim Trennen der Struktur 1 in dem Trennbereich 20 kann hier durch bewirkt werden, dass die Filamente 4 an dem dadurch entstehenden Ende der Struktur T bzw. 1“ vorteilhaft, zum Beispiel kompakter, angeordnet sind und damit einen vorteilhaften Abschluss der Struktur 1‘ bzw. 1“ bilden.

Selbstverständlich können mehrere Strukturen T bzw. 1“ aneinandergereiht werden und dementsprechend auch mehrere Trennbereiche 20 vorgesehen sein (nicht gezeigt). Grundsätzlich ist eine Trennung einer solchen komple- xen Struktur auch möglich, ohne dass Trennbereiche 20 vorgesehen sind. Die losen Enden der Filamente 4 können je nach Anwendungsfall entspre- chend abstehen oder weiterverarbeitet werden, sodass beispielsweise durch Schlaufenbildung ein stumpfes Ende der Struktur T bzw. 1“ erzeugt wird. Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentan- sprüche sind ebenso möglich wie eine Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen dargestellt und be- schrieben sind.