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Patent Searching and Data


Title:
BRAKE DEVICE IN A WIND TURBINE AND WIND TURBINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/158243
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a brake device (44) in a wind turbine (40) having a shaft (42) assigned to a rotor (41) and a brake disc (14) assigned to the shaft (42) and coupled to same in a rotationally fixed manner, comprising a brake piston (2), wherein the brake piston (2) can be applied against the brake disc (14), characterised in that the brake piston has a tubular section (4) with a longitudinal central axis (8) and with an end face (12) facing the brake disc (14) and with a through-opening (10), and the tubular section (4) of the brake piston is designed for being guided in a longitudinally moveable manner in a cylinder space (28) accommodating the brake piston, and a disc-shaped brake lining support plate (6) formed concentrically to the longitudinal central axis is introduced in the through-opening (10) in the region of the end face (12) of the tubular section (4) such that it is fixed in relation to the tubular section (4), and on which brake lining support plate a brake lining (16) cooperating with the brake disc (14) can be attached. The invention also relates to a brake device (44) in a wind turbine (40) having a nacelle (46) retaining and mounting a rotor and having a carrier tower (50) for the nacelle, wherein the nacelle (46) is mounted such that it can rotate about an axis (48) in relation to the carrier tower (50), wherein the brake device (44) is designed for securing the nacelle (46) in relation to the carrier tower (50) in a selectable rotational position, characterised in that the brake device (44) comprises a brake piston (2), wherein the brake piston (2) is arranged either on the nacelle (46) or on the carrier tower (50) and can be applied against a counter bearing (52) on the respective other part for exerting the braking force, and the brake piston has a tubular section (4) with a longitudinal central axis (8) and with an end face (12) facing the counter bearing (52) and with a through-opening (10), and the tubular section (4) of the brake piston is designed for being guided in a longitudinally moveable manner in a cylinder space (28) accommodating the brake piston, and a disc-shaped brake lining support plate (6) formed concentrically to the longitudinal central axis is introduced in the through-opening (10) in the region of the end face (12) of the tubular section (4) such that it is fixed in relation to the tubular section (4), and on which brake lining support plate a brake lining (16) cooperating with the counter bearing (52) can be attached.

Inventors:
LANGNER, Heinbert (Danziger Strasse 6, Rheda-Wiedenbrueck, 33378, DE)
FISCHER, Lukas (Aschendorfer Dever 26, Papenburg, 26871, DE)
Application Number:
EP2018/084309
Publication Date:
August 22, 2019
Filing Date:
December 11, 2018
Export Citation:
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Assignee:
KS GLEITLAGER GMBH (Am Bahnhof 14, St. Leon-Rot, 68789, DE)
International Classes:
F03D7/02; F16D55/00
Foreign References:
EP0945613A21999-09-29
DE10251198A12004-05-19
EP3246588A12017-11-22
DE202012008610U12013-03-19
DE3304903A11984-08-16
EP3246588A12017-11-22
Attorney, Agent or Firm:
DREISS PATENTANWÄLTE PARTG MBB (Friedrichstraße 6, Stuttgart, 70174, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Bremseinrichtung (44) bei einer Windkraftanlage (40) mit einer einem Rotor (41) zugeordneten Welle (42) und einer der Welle (42) zugeordneten und mit dieser drehfest gekoppelten Bremsscheibe (14), umfassend einen Bremskolben (2), wobei der Bremskolben (2) gegen die Bremsscheibe (14) zustellbar ist, dadurch

gekennzeichnet, dass der Bremskolben einen rohrförmigen Abschnitt (4) mit einer Längsmittelachse (8) und mit einem der Bremsscheibe (14) zugewandten Stirnende (12) und mit einer Durchgangsöffnung (10) aufweist und dass der rohrförmige Abschnitt (4) des Bremskolbens zur längsverschieblichen Führung in einem den Bremskolben aufnehmenden Zylinderraum (28) ausgebildet ist und dass in der Durchgangsöffnung (10) im Bereich des Stirnendes (12) des rohrförmigen Abschnitts (4) eine

scheibenförmige und zur Längsmittelachse konzentrisch ausgebildete Bremsbelagträgerplatte (6) gegenüber dem rohrförmigen Abschnitt (4) ortsfest eingefügt ist, an der ein mit der Bremsscheibe (14) zusammenwirkender Bremsbelag (16) anbringbar ist.

2. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass die Bremsbelagträgerplatte (6) gegenüber dem rohrförmigen Abschnitt (4) eingepresst oder unter Ausnutzung thermischer Ausdehnung und anschließender Zusammenziehung beim Abkühlen ortsfest verankert ist.

3. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Durchgangsöffnung (10) eine konzentrisch zu der Längsmittelachse (8) ausgebildete Stufe (20) vorgesehen ist, gegen welche sich die

Bremsbelagträgerplatte (6) axial abstützt.

4. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 4, dadurch

gekennzeichnet, dass die Stufe (20) mit ihrer

Anlagefläche für die Bremsbelagträgerplatte (6) von der Bremsscheibe (14) abgewandt ist.

5. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelagträgerplatte (6) einen ersten Abschnitt (22) mit einem ersten zylindrischen Außendurchmesser und einen zweiten Abschnitt (24) mit einem zweiten

zylindrischen Außendurchmesser aufweist, der geringer ist als der erste.

6. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 5, dadurch

gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt (22, 24) der Bremsbelagträgerplatte (6) eine konzentrisch zu der Längsmittelachse (8) ausgebildete Stufe (26) ausgebildet ist, mittels derer die

Bremsbelagträgerplatte (6) gegen die Stufe (20) in der Durchgangsöffnung (10) anliegt.

7. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt (22) der

Bremsbelagträgerplatte (6) eine Längserstreckung in Richtung der Längsmittelachse von von 5,0 mm - 15,0 mm oder von 8,0 % - 25,0 %des zylindrischen

Außendurchmessers der Bremsbelagträgerplatte aufweist.

8. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt (24) der

Bremsbelagträgerplatte (6) eine Längserstreckung in Richtung der Längsmittelachse von 5,0 mm - 15,0 mm oder von 7,0 % - 24,0 % des zylindrischen Außendurchmessers der Bremsbelagträgerplatte aufweist.

9. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Federstellkomponente (32), vorzugsweise in Form eines Druckfederpakets oder Tellerfederpakets (33) , vorgesehen ist für die Ausübung von für eine

Stellbewegung des Bremskolbens (2) erforderlichen

Stellkräften .

10. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 9, dadurch

gekennzeichnet, dass die Federstellkomponente (32) unmittelbar auf den rohrförmigen Abschnitt (4) und/oder auf das Bremsbelagträgerteil (6) einwirkt.

11. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsbelagträgerteil (6) in Richtung der

Längsmittelachse (8) vollständig innerhalb des

rohrförmigen Abschnitts (4) des Bremskolbens (2) angeordnet ist.

12. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsbelagträgerteil (6) in Richtung der

Längsmittelachse (8) vollständig innerhalb des

rohrförmigen Abschnitts (4) des Bremskolbens (2) angeordnet ist und gegenüber einem Stirnende (12) des rohrförmigen Abschnitts (4) in Richtung der Längsmittelachse (8) wenigstens 0,5 mm, insbesondere wenigstens 1,0 mm, insbesondere wenigstens 1,5 mm, insbesondere wenigstens 2,0 mm, insbesondere wenigstens 2,5 mm und insbesondere höchstens 3,5 mm zurückgesetzt ist, und dass der rohrförmige Abschnitt (4) zumindest an seinem Stirnende (12) aus einer Gleitlagerlegierung gebildet ist.

13. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 12, dadurch

gekennzeichnet, dass die Gleitlagerlegierung eine

Kupfer-Zinn-Legierung, insbesondere eine CuSnl2 oder CuSn7Zn4Pb4-Legierung, oder eine Aluminium-Zinn- Legierung, insbesondere eine AlSn2 OCu-Legierung, ist.

14. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Abschnitt (4) aus Stahl oder aus

seewasserbeständiger Bronze oder aus Aluminiumlegierung besteht .

15. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelagträgerplatte (6) aus Stahl oder aus

seewasserbeständiger Bronze oder aus Aluminiumlegierung besteht .

16. Bremseinrichtung (44) bei einer Windkraftanlage (40) mit einer einen Rotor haltenden und lagernden Gondel (46) und mit einem Trägerturm (50) für die Gondel, wobei die Gondel (46) gegenüber dem Trägerturm (50) um eine Achse (48) drehbar gelagert ist, wobei die Bremseinrichtung (44) zum Festsetzen der Gondel (46) gegenüber dem

Trägerturm (50) in einer wählbaren Drehstellung

ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (44) einen Bremskolben (2) umfasst, wobei der Bremskolben (2) entweder an der Gondel (46) oder an dem Trägerturm (50) angeordnet ist und gegen ein Gegenlager (52) am jeweils anderen Teil zum Ausüben der Bremskraft stellbar ist, und dass der Bremskolben einen rohrförmigen Abschnitt (4) mit einer Längsmittelachse (8) und mit einem der Bremsscheibe (14) zugewandten Stirnende (12) und mit einer Durchgangsöffnung (10) aufweist und dass der rohrförmige Abschnitt (4) des Bremskolbens zur längsverschieblichen Führung in einem den Bremskolben aufnehmenden Zylinderraum (28)

ausgebildet ist und dass in der Durchgangsöffnung (10) im Bereich des Stirnendes (12) des rohrförmigen

Abschnitts (4) eine scheibenförmige und zur

Längsmittelachse konzentrisch ausgebildete

Bremsbelagträgerplatte (6) gegenüber dem rohrförmigen Abschnitt (4) ortsfest eingefügt ist, an der ein mit dem Gegenlager (52) zusammenwirkender Bremsbelag (16) anbringbar ist.

17. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 16 dadurch

gekennzeichnet, dass das Gegenlager (52) von einer in Drehrichtung erstreckten Ringscheibe oder von

Ringscheibensegmenten gebildet ist.

18. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelagträgerplatte (6) gegenüber dem rohrförmigen Abschnitt (4) eingepresst oder unter Ausnutzung thermischer Ausdehnung und

anschließender Zusammenziehung beim Abkühlen ortsfest verankert ist.

19. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 16, 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass in der Durchgangsöffnung (10) eine konzentrisch zu der Längsmittelachse (8) ausgebildete Stufe (20) vorgesehen ist, gegen welche sich die Bremsbelagträgerplatte (6) axial abstützt.

20. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 19, dadurch

gekennzeichnet, dass die Stufe (20) mit ihrer

Anlagefläche für die Bremsbelagträgerplatte (6) von dem Gegenlager (52) abgewandt ist.

21. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche 16-20, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelagträgerplatte (6) einen ersten

Abschnitt (22) mit einem ersten zylindrischen

Außendurchmesser und einen zweiten Abschnitt (24) mit einem zweiten zylindrischen Außendurchmesser aufweist, der geringer ist als der erste.

22. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 21, dadurch

gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt (22, 24) der Bremsbelagträgerplatte (6) eine konzentrisch zu der Längsmittelachse (8) ausgebildete Stufe (26) ausgebildet ist, mittels derer die

Bremsbelagträgerplatte (6) gegen die Stufe (20) in der Durchgangsöffnung (10) anliegt.

23. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt (22) der

Bremsbelagträgerplatte (6) eine Längserstreckung in Richtung der Längsmittelachse von von 5,0 mm - 15,0 mm oder von 8,0 % - 25,0 %des zylindrischen

Außendurchmessers der Bremsbelagträgerplatte aufweist.

24. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 21, 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt (24) der Bremsbelagträgerplatte (6) eine Längserstreckung in Richtung der Längsmittelachse von 5,0 mm - 15,0 mm oder von 7,0 % - 24,0 % des zylindrischen Außendurchmessers der Bremsbelagträgerplatte aufweist.

25. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche 16-24, dadurch gekennzeichnet, dass eine Federstellkomponente, vorzugsweise in Form eines Druckfederpakets oder Tellerfederpakets (46), vorgesehen ist für die Ausübung von für eine

Stellbewegung des Bremskolbens (2) erforderlichen

Stellkräften .

26. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 25, dadurch

gekennzeichnet, dass die Federstellkomponente

unmittelbar auf den rohrförmigen Abschnitt (4) und/oder auf das Bremsbelagträgerteil (6) einwirkt.

27. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche 16-26, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsbelagträgerteil (6) in Richtung der

Längsmittelachse (8) vollständig innerhalb des

rohrförmigen Abschnitts (4) des Bremskolbens (2) angeordnet ist.

28. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche 16-27, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsbelagträgerteil (6) in Richtung der

Längsmittelachse (8) vollständig innerhalb des

rohrförmigen Abschnitts (4) des Bremskolbens (2) angeordnet ist und gegenüber einem Stirnende (12) des rohrförmigen Abschnitts (4) in Richtung der Längsmittelachse (8) wenigstens 0,5 mm, insbesondere wenigstens 1,0 mm, insbesondere wenigstens 1,5 mm, insbesondere wenigstens 2,0 mm, insbesondere wenigstens 2,5 mm und insbesondere höchstens 3,5 mm zurückgesetzt ist, und dass der rohrförmige Abschnitt (4) zumindest an seinem Stirnende (12) aus einer Gleitlagerlegierung gebildet ist.

29. Bremseinrichtung (44) nach Anspruch 28, dadurch

gekennzeichnet, dass die Gleitlagerlegierung eine

Kupfer-Zinn-Legierung, insbesondere eine CuSnl2 oder CuSn7Zn4Pb4-Legierung, oder eine Aluminium-Zinn- Legierung, insbesondere eine AlSn2 OCu-Legierung, ist.

30. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche 16-29, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Abschnitt (4) aus Stahl oder aus seewasserbeständiger Bronze oder aus Aluminiumlegierung besteht .

31. Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der

vorstehenden Ansprüche 16-30, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelagträgerplatte (6) aus Stahl oder aus seewasserbeständiger Bronze oder aus Aluminiumlegierung besteht .

32. Windkraftanlage (40) mit einer einem Rotor (41)

zugeordneten Welle (62) und einer der Welle (62) zugeordneten und mit dieser drehfest gekoppelten

Bremsscheibe (14), gekennzeichnet durch eine

Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-15.

33. Windkraftanlage (40) mit einer einen Rotor (41) haltenden und lagernden Gondel (46) und mit einem

Trägerturm (50) für die Gondel, wobei die Gondel (46) gegenüber dem Trägerturm (50) um eine Achse (48) drehbar gelagert ist, mit einer Bremseinrichtung (44) zum

Festsetzen der Gondel (46) gegenüber dem Trägerturm (50) in einer wählbaren Drehstellung, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (44) nach einem oder mehreren der Ansprüche 16-31 ausgebildet ist.

Description:
BREMSEINRICHTUNG BEI EINER WINDKRAFTANLAGE UND WINDKRAFTANLAGE

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung bei einer

Windkraftanlage mit einer einem Rotor zugeordneten Welle und einer der Welle zugeordneten und mit dieser drehfest

gekoppelten Bremsscheibe, umfassend einen Bremskolben, wobei der Bremskolben gegen die Bremsscheibe zustellbar ist. Weiter betrifft die Erfindung eine Bremseinrichtung bei einer

Windkraftanlage mit einer einen Rotor haltenden und lagernden Gondel und mit einem Trägerturm für die Gondel, wobei die Gondel gegenüber dem Trägerturm um eine Achse drehbar gelagert ist, wobei die Bremseinrichtung zum Festsetzen der Gondel gegenüber dem Trägerturm in einer wählbaren

Drehstellung ausgebildet ist.

Eine Bremseinrichtung der zuletzt genannten Art ist bekannt aus DE 20 2012 008 610 Ul.

DE 33 04 903 Al beschreibt einen aus Mantel und Boden

gebildeten Kolben bei einer Scheibenbremse.

Bei einer weiteren vorbekannten Bremseinrichtung gemäß EP 3 246 588 Al ist ein Bremskolben komplexen Aufbaus bekannt, bei dem eine Bremsbelagträgerplatte unter Vorspannung durch ein Druckfederpaket steht. Sämtliche Komponenten einschließlich der Bremsbelagträgerplatte sind mehr oder weniger schwimmend aneinander gelagert und stehen unter axialer Vorspannung. Nur die Bremsbelagträgerplatte gleitet mit ihren Umfangsrändern gegen einen Zylinderraum. Hierdurch können Seitenkräfte, die auf die Bremsbelagträgerplatte einwirken, nicht optimal von einem Gehäuse aufgenommen werden, und es werden Knickmomente in der Tragstruktur innerhalb des Druckfederpakets erzeugt, die zu Schäden führen können. Durch Überlast-Peaks wirken große Kräfte auf den Bremskolben ein, wobei die

Bremsbelagträgerplatte den größten Kraftanteil aufnimmt;

sollte die einwirkende Kraft größer als die Vorspannkraft sein, hat das eine Überspannung des Druckfederpakets zur Folge. Dies wiederum führt dazu, dass die

Bremsbelagträgerplatte auf das Druckstück des Federpakets ausschlägt und es zu Schäden bis zum Ausfall kommen kann.

Diese Probleme sollen mit der vorliegenden Erfindung vermieden werden . Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Bremseinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Bremseinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 16.

Die Bremsbelagträgerplatte kann dabei in den rohrförmigen Abschnitt eingepresst oder eingeklebt sein, oder sie ist unter Ausnutzung thermischer Ausdehnung und Zusammenziehung beim Abkühlen ortsfest verankert. Erfindungsgemäß ist die letztere Variante bevorzugt, wobei hierfür vor dem Fügevorgang der rohrförmige Abschnitt erwärmt und/oder die

Bremsbelagträgerplatte abgekühlt wird. Durch eine

Temperaturanpassung nach dem Fügevorgang sind die Komponenten dann ortsfest aneinander verankert.

Es wird also vorgeschlagen, dass den Bremskolben der

Bremseinrichtung eine an sich übliche typische Kolbenform aufweist, mit der er in einem typischen Zylinderraum

längsverschieblich aufgenommen werden kann, wodurch Querkräfte über große Flächen von dem rohrförmigen Abschnitt an die

Zylinderlauffläche abgegeben werden können. Weiter wird vorgeschlagen, dass der Bremskolben infolge des rohrförmigen Abschnitts innen hohl ausgebildet ist, um dort Stell- bzw. Antriebskomponenten für den Bremskolben unterzubringen oder angreifen zu lassen. Außerdem wird durch die Verwendung eines rohrförmigen Abschnitts zur Herstellung des Kolbens eine materialoptimierte preiswertere Herstellung möglich als wenn der Kolben aus einem Vollmaterial gefertigt wird. Durch die ortsfeste Einfügung der Bremsbelagträgerplatte wird der

Bremskolben in seinen primären Bestandteilen komplettiert.

Dies eröffnet auch die Möglichkeit, unterschiedliche

Materialien für den rohrförmigen Abschnitt und die

Bremsbelagträgerplatte zu verwenden. Die so ausgebildete Bremseinrichtung eignet sich gleichermaßen als aktive als auch als passive Bremseinrichtung, welch letztere keine komplexen hydraulischen Steuerungs- und

Antriebskomponenten umfasst, sondern einen mechanischen

Gestängeantrieb und/oder einen Federkraftantrieb aufweist.

Bei einer Weiterbildung der Bremseinrichtung ist vorgesehen, dass in der Durchgangsöffnung eine konzentrisch zu der

Längsmittelachse ausgebildete Stufe vorgesehen ist, gegen welche sich die Bremsbelagträgerplatte axial abstützt. Hierbei erweist es sich als vorteilhaft, wenn diese Stufe mit ihrer Anlagefläche für die Bremsbelagträgerplatte von der

Bremsscheibe oder dem Gegenlager abgewandt ist. Dies hat den Vorteil, dass bei Einleitung einer Stellkraft, insbesondere einer Federkraft, auf die Bremsbelagträgerplatte diese

Stellkraft über die Stufe auf den restlichen Kolben, also den rohrförmigen Abschnitt, übertragen wird, ohne dass die Gefahr besteht, dass der Presssitz infolge der Stellkräfte in

Löserichtung kraftbeaufschlagt wird.

Es erweist sich weiter als vorteilhaft, dass die

Bremsbelagträgerplatte einen ersten Abschnitt mit einem ersten zylindrischen Außendurchmesser und einen zweiten Abschnitt mit einem zweiten zylindrischen Außendurchmesser aufweist, der geringer ist als der erste.

In weiterer Ausbildung erweist es sich als vorteilhaft, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt der

Bremsbelagträgerplatte eine konzentrisch zu der

Längsmittelachse ausgebildete Stufe ausgebildet ist, mittels derer die Bremsbelagträgerplatte gegen die Stufe in der

Durchgangsöffnung anliegt.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Bremseinrichtung ist vorgesehen, dass der erste Abschnitt der

Bremsbelagträgerplatte eine Längserstreckung in Richtung der Längsmittelachse von 5,0 mm - 15,0 mm oder von 8,0 % - 25,0 % des zylindrischen Außendurchmessers der Bremsbelagträgerplatte aufweist .

Weiter ist bevorzugtermaßen vorgesehen, dass der zweite

Abschnitt der Bremsbelagträgerplatte eine Längserstreckung in Richtung der Längsmittelachse von 5,0 mm - 15,0 mm oder von 7,0 % - 24,0 % des zylindrischen Außendurchmessers der

Bremsbelagträgerplatte aufweist.

Es wird weiter vorgeschlagen, dass eine Federstellkomponente, vorzugsweise in Form eines Druckfederpakets oder

Tellerfederpakets, vorgesehen ist für die Ausübung von für eine Stellbewegung des Bremskolbens erforderlichen

Stellkräften .

Dabei erweist es sich als vorteilhaft, wenn die

Federstellkomponente unmittelbar auf den rohrförmigen

Abschnitt und/oder auf das Bremsbelagträgerteil einwirkt.

Vorzugsweise wirkt die Federstellkomponente unmittelbar auf das Bremsbelagträgerteil ein und stützt sich hiergegen ab.

Es erweist sich weiter als ganz besonders vorteilhaft, wenn das Bremsbelagträgerteil in Richtung der Längsmittelachse vollständig innerhalb des rohrförmigen Abschnitts des

Bremskolbens angeordnet ist. Solchenfalls werden die Seiten- oder Querkräfte, die auf das Bremsbelagträgerteil einwirken gleichmäßig auf den rohrförmigen Abschnitt übertragen und können von dort gleichmäßig an die den Zylinderraum

begrenzende Zylinderfläche abgeleitet werden.

Weiter erweist sich als vorteilhaft, wenn das

Bremsbelagträgerteil in Richtung der Längsmittelachse

vollständig innerhalb des rohrförmigen Abschnitts des

Bremskolbens angeordnet ist und gegenüber einem Stirnende des rohrförmigen Abschnitts in Richtung der Längsmittelachse (8) wenigstens 0,5 mm, insbesondere wenigstens 1,0 mm,

insbesondere wenigstens 1,5 mm, insbesondere wenigstens 2,0 mm, insbesondere wenigstens 2,5 mm und insbesondere höchstens 3,5 mm zurückgesetzt ist, und wenn der rohrförmige Abschnitt zumindest an seinem Stirnende aus einer Gleitlagerlegierung gebildet ist. In diesem Fall kann nämlich der rohrförmigen Abschnitt selbst als Notbremse gegenüber der Bremsscheibe oder einem sonstigen Gegenlager dienen, für den Fall, dass der Bremsbelag von dem Bremsbelagträgerteil durch große

Krafteinwirkung abgeschert sein sollte. Somit können

Beschädigungen an der kostenintensiven Bremsscheibe oder dem sonstigen kostenintensiven Gegenlager vermieden werden. Die Gleitlagerlegierung ist dabei vorzugsweise eine Kupfer-Zinn- Legierung, insbesondere eine CuSnl2 oder CuSn7Zn4Pb4- Legierung, oder eine Aluminium-Zinn-Legierung, insbesondere eine AlSn2 OCu-Legierung .

Dessen ungeachtet erweist es sich weiter als vorteilhaft, wenn der rohrförmige Abschnitt aus Stahl oder Edelstahl oder aus seewasserbeständiger Bronze oder aus Aluminiumlegierung besteht und/oder wenn die Bremsbelagträgerplatte aus Stahl oder Edelstahl oder aus seewasserbeständiger Bronze oder aus Aluminiumlegierung besteht.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine Windkraftanlage nach den Ansprüchen 33 und 34.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Patentansprüchen und aus der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.

In der Zeichnung zeigt:

Figur 1 eine Längsschnittansicht eines rohrförmigen Abschnitts des Bremskolbens der erfindungsgemäßen

Bremseinrichtung;

Figur 2 eine Längsschnittansicht einer Bremsbelagträgerplatte des Bremskolbens der erfindungsgemäßen

Bremseinrichtung;

Figur 3 eine Längsschnittansicht des aus den Komponenten nach

Figuren 1 und 2 gebildeten Bremskolbens in einem angedeuteten Zylinderraum der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung;

Figur 4 und 5 eine schematische Ansicht einer

erfindungsgemäßen Windkraftanlage .

Die Figuren zeigen einen insgesamt mit dem Bezugszeichen 2 bezeichneten Bremskolben einer erfindungsgemäßen

Bremseinrichtung, der nicht aus einem massiven Material gebildet ist, sondern aus einem rohrförmigen Abschnitt 4 und einer Bremsbelagträgerplatte 6 gebaut ist. Der rohrförmige Abschnitt 4 ist im beispielhaft und bevorzugt dargestellten Fall konzentrisch zu einer Längsmittelachse 8 ausgebildet und begrenzt eine in Richtung der Längsmittelachse 8 erstreckte Durchgangsöffnung 10 und weist ein Stirnende 12 auf, welches einer in Figur 3 angedeuteten Bremsscheibe 14 zugewandt ist, die ihrerseits drehfest mit einer Welle einer Windkraftanlage gekoppelt ist. Im Bereich des Stirnendes 12 ist in die

Durchgangsöffnung 10 die Bremsbelagträgerplatte 6 ortsfest gegenüber dem rohrförmigen Abschnitt 4 eingefügt. Die

Bremsbelagträgerplatte 6 ist so ausgebildet und konfiguriert, dass dort ein mit der Bremsscheibe 14 zusammenwirkender

Bremsbelag 16 anbringbar ist. Diese Anbringung ist

vorzugsweise lösbar, so dass ein verschlissener Bremsbelag gegen einen neuen ausgewechselt werden kann, insbesondere durch eine nicht dargestellte Schraubverbindung, die sich durch eine zentrische Öffnung 18 in der Bremsbelagträgerplatte 6 hindurcherstreckt.

In der Durchgangsöffnung 10 des rohrförmigen Abschnitts 4 ist eine vorzugsweise konzentrisch zu der Längsmittelachse 8 ausgebildete Stufe 20, vorzugsweise einstückig mit dem

rohrförmigen Abschnitt 4 vorgesehen, gegen welche sich die Bremsbelagträgerplatte 6 im eingefügten, insbesondere

eingepressten oder eingeschrumpften, Zustand axial abstützt.

Die Bremsbelagträgerplatte 6 weist im beispielhaft und

bevorzugt dargestellten Fall einen ersten Abschnitt 22 mit einem ersten zylindrischen Außendurchmesser und einen zweiten Abschnitt 24 mit einem zweiten zylindrischen Außendurchmesser auf, der geringer ist als der erste. Zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt der Bremsbelagträgerplatte ist eine im beispielhaft und bevorzugt dargestellten Fall konzentrisch zu der Längsmittelachse 8 ausgebildete Stufe 26 vorgesehen, mittels derer die Bremsbelagträgerplatte 6 komplementär gegen die Stufe 20 in dem rohrförmigen Abschnitt 4 anliegt, so wie dies in Figur 3 dargestellt ist. Ferner ist in Figur 3 ein Zylinderraum 28 einer erfindungsgemäßen Bremseinrichtung 44 angedeutet, innerhalb dessen der Bremskolben 2 entlang der Längsmittelachse 8 stellbar ist. Dabei werden Querkomponenten, die im Zuge des Bremsbetriebs auftreten, von einer

Zylinderlauffläche 30 des Zylinderraums 28 aufgenommen.

Die für eine Stellbewegung des Bremskolbens 2 erforderlichen Stellkräfte können auf an sich beliebige Weise auf den

Bremskolben 2 übertragen werden. Bei einer bevorzugten

Ausführungsform kommen mechanische Komponenten zur Anwendung, bei denen es sich um nicht dargestellte stellbare

Gestängekomponenten handeln kann oder - wie dargestellt - um eine Federstellkomponente 32, vorzugsweise um ein

Druckfederpaket 33. Vorzugsweise greifen die Stellkomponenten direkt an der Bremsbelagträgerplatte 6 an und belasten die Bremsbelagträgerplatte 6 und damit den Bremskolben 2 in

Richtung auf die Bremsscheibe 14. Anderenends stützt sich die Federstellkomponente 33 bzw. das Druckfederpaket 33 gegen ein Gegenlager 34 ab. Dieses Gegenlager 34 ist von einem zur

Längsmittelachse 8 beispielhaft konzentrischen Bauteil 36 gebildet, welches in das Druckfederpaket 33 eingreift und dieses von innen führt. Auf das Bauteil 36 wird in lediglich schematisch angedeuteter Weise in Richtung der

Längsmittelachse 8 die Brems- bzw. Stellkraft eingeleitet (Doppelpfeil 38). Figur 4 zeigt schematisch eine Windkraftanlage 40 mit einem Rotor 41 und mit einer Welle 42, auf der eine Bremsscheibe 14 drehfest angeordnet ist. Mit dieser Bremsscheibe 14 wirkt der vorstehend beschriebene Bremskolben 2 zusammen. Der

Bremskolben 2 ist dabei Teil einer schematisch angedeuteten Bremseinrichtung 44 der Windkraftanlage 40.

Figur 5 zeigt schematisch eine Windkraftanlage 40, bei der eine den Rotor 41 haltende und lagernde Gondel 46 um eine ungefähr vertikale Achse 48 bezüglich eines die Gondel 46 tragenden Trägerturms 50 drehbar und damit bezüglich der Windrichtung optimal ausrichtbar ist. Wirktechnisch zwischen der Gondel 46 und dem Trägerturm 50 ist eine Bremseinrichtung 44 zum Festsetzen der Gondel 46 gegenüber dem Trägerturm 50 in einer wählbaren Drehstellung schematisch angedeutet. Die

Bremseinrichtung 44 umfasst einen Bremskolben der vorstehend beschriebenen Art, der gegen ein Gegenlager 52, insbesondere in Form einer Ringsscheibe oder gegen Ringscheibensegmente, stellbar ist.