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Title:
BRAKE-MOTOR CONTROL UNIT, BRAKING SYSTEM FOR A VEHICLE HAVING AN ELECTRIC BRAKE MOTOR, AND METHOD FOR THE CONTROL OF THE BRAKE-MOTOR CONTROL UNIT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/145869
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a brake-motor control unit (24) for controlling an electric brake motor (13) of an electromechanical braking device (9) having a connection unit (28), to which an auxiliary control unit (11) for controlling the electric brake motor (13) in the event of a malfunction of the brake-motor control unit (24) can be connected.

Inventors:
REBHOLZ-GOLDMANN, Peter (Yokohama-Shi, Bosch Corporation, 〒224-8501, JP)
ZECHMEISTER, Steffen (Koenigsbergerstr. 25, Heilbronn, 74078, DE)
FRENZEL, Toni (Max-Planck-Strasse 14-4, Heilbronn, 74081, DE)
Application Number:
EP2018/051092
Publication Date:
August 16, 2018
Filing Date:
January 17, 2018
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
B60T8/88; B60T13/74
Domestic Patent References:
WO2000068053A12000-11-16
WO2007009826A12007-01-25
Foreign References:
EP1418103A12004-05-12
DE102008033309A12009-04-09
EP1964741A22008-09-03
DE102015200928A12016-07-21
DE102008033309A12009-04-09
DE102015200928A12016-07-21
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Claims:
Ansprüche

1. Bremsmotor-Steuergerät zur Ansteuerung eines elektrischen Bremsmotors (13) einer elektromechanischen Bremsvorrichtung, insbesondere als Parkbzw. Feststellbremse in einem Bremssystem für ein Fahrzeug, wobei der elektrische Bremsmotor (13) einen Bremskolben (6) gegen eine

Bremsscheibe (10) verstellt, dadurch gekennzeichnet, dass das

Bremsmotor-Steuergerät (24) eine Anschlusseinheit (28) aufweist, an die ein Zusatzsteuergerät (11) zur Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors (13) im Fehlerfall des Bremsmotor-Steuergeräts (24) anschließbar ist.

2. Bremsmotor-Steuergerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsmotor-Steuergerät ein ESP-Steuergerät (24) (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist.

3. Bremsmotor-Steuergerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mikrocontroller (25) des Bremsmotor-Steuergeräts (24) über eine Freigabeleitung (31) mit der Anschlusseinheit (28) zur Freigabe der

Anschlusseinheit (28) im Fehlerfall verbunden ist.

4. Bremsmotor-Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch

gekennzeichnet, dass die Anschlusseinheit (28) eine Strommesseinheit aufweist.

5. Bremsmotor-Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch

gekennzeichnet, dass die Anschlusseinheit (28) eine Erkennungseinheit (32) zum Erfassen des Schaltzustandes eines Betätigungsschalters aufweist, über den die elektromechanische Bremsvorrichtung steuerbar ist.

6. Bremsmotor-Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch

gekennzeichnet, dass die Anschlusseinheit (28) über einen oder mehrere Verbindungseinheiten (33), die zwischen einer Standard-Treibereinheit (26) und einer Leistungselektronik (27) des Bremsmotors (13) angeordnet sind, angeschlossen ist.

Bremssystem für ein Fahrzeug mit einer elektromechanischen

Bremsvorrichtung, die insbesondere als Park- bzw. Feststellbremse einsetzbar ist und eine Radbremseinrichtung (9) mit einem elektrischen Bremsmotor (13) aufweist, der einen Bremskolben (6) gegen eine

Bremsscheibe (10) verstellt, und mit einem Bremsmotor-Steuergerät (24) zur Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors (13) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an die Anschlusseinheit (28) des Bremsmotor-Steuergeräts (24) ein Zusatzsteuergerät (1 1) zur Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors (13) im Fehlerfall des Bremsmotor- Steuergeräts (24) angeschlossen ist.

Bremssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das

Zusatzsteuergerät (1 1) einer zusätzlichen Bremsvorrichtung oder

Bremseinheit des Bremssystems zugeordnet ist und das Zusatzsteuergerät (1 1) als Ergänzungsfunktion die Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors (13) im Fehlerfall des Bremsmotor-Steuergeräts (24) übernimmt.

9. Bremssystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das

Zusatzsteuergerät (1 1) als Hauptfunktion einen Aktor (10) der hydraulischen Fahrzeugbremse (1) ansteuert.

10. Bremssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das

Zusatzsteuergerät (11) als Hauptfunktion einen elektrischen

Bremskraftverstärker (10) der hydraulischen Fahrzeugbremse (1) ansteuert.

Bremssystem nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromechanischen Bremsvorrichtung zwei Bremseinheiten mit jeweils einem elektrischen Bremsmotor (13) und einem gemeinsamen Bremsmotor-Steuergerät (24) aufweist, wobei über die Anschlusseinheit (28) im Bremsmotor-Steuergerät (24) das Zusatzsteuergerät (1 1) zur Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors (13) im Fehlerfall des

Bremsmotor-Steuergeräts (24) angeschlossen ist.

12. Bremssystem nach einem der Ansprüche 7 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzsteuergerät (1 1) über Steckerverbindungen (29) mit der

Anschlusseinheit (28) des Bremsmotor-Steuergeräts (24) verbunden ist.

Bremssystem nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzsteuergerät (11) über eine Netzwerkverbindung (30) mit der Anschlusseinheit (28) des Bremsmotor-Steuergeräts (24) verbunden ist.

14. Verfahren zur Ansteuerung eines Bremsmotor-Steuergeräts nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem im Fehlerfall des Bremsmotor-Steuergeräts (24), insbesondere eines Fehlers in einem Mikrocontroller (25) des Bremsmotor- Steuergeräts (24) oder einer Standard-Treibereinheit (26), ein an eine

Anschlusseinheit (28) des Bremsmotor-Steuergeräts (24) angeschlossenes Zusatzsteuergerät (11) die Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors (13) übernimmt. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in einer

Strommesseinheit der Anschlusseinheit (28) der Bremsmotorstrom ermittelt wird.

Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass in einer mit der der Anschlusseinheit (28) kommunizierenden Erkennungseinheit (32) der Schaltzustand eines Betätigungsschalters erfasst wird, über den die elektromechanische Bremsvorrichtung vom Fahrer manuell gesteuert werden kann.

Description:
Beschreibung Titel

BREMSMOTOR-STEUERGERÄT, BREMSSYSTEM FÜR EIN FAHRZEUG MIT EINEM ELEKTRISCHEN BREMSMOTOR UND VERFAHREN ZUR ANSTEUERUNG DES BREMSMOTORSTEUERGERÄTS

Die Erfindung bezieht sich auf ein Bremsmotor-Steuergerät und auf ein

Bremssystem für ein Fahrzeug mit einer elektromechanischen Bremsvorrichtung, die eine Bremseinheit mit einem elektrischen Bremsmotor aufweist.

Stand der Technik

In der DE 10 2008 033 309 AI wird eine Feststellbremsanlage mit zwei

elektromechanischen Aktuatoren beschrieben, bei deren Betätigung eine das

Fahrzeug im Stillstand festsetzende Bremskraft erzeugt wird. Zusätzlich zu den

Aktuatoren zugeordneten Radansteuerungseinheiten umfasst die

Feststellbremsanlage eine weitere Steuereinheit, über die der Fahrerwunsch

erfasst wird. Da jedem Aktuator jeweils eine Radansteuerungseinheit zugeordnet ist, kann auch bei einem Ausfall einer Radansteuerungseinheit die noch intakte

Radansteuerungseinheit ihre Funktion ausführen und über den zugeordneten

Aktuator eine Parkbremskraft erzeugen.

Aus der DE 10 2015 200 928 AI ist ein Bremssystem für ein Kraftfahrzeug mit einer Betriebsbremse und einer elektrischen Parkbremse bekannt. Der

Betriebsbremse und der Parkbremse ist jeweils ein Steuergerät zugeordnet,

wobei es sich bei dem Steuergerät der Betriebsbremse um ein Steuergerät eines elektronischen Stabilitätsprogrammes handelt.

Offenbarung der Erfindung Das erfindungsgemäße Bremsmotor-Steuergerät kann zur Ansteuerung eines elektrischen Bremsmotors in Fahrzeugen eingesetzt werden, der Teil einer elektromechanischen Bremsvorrichtung in einem Bremssystem für das Fahrzeug ist. Die elektromechanische Bremsvorrichtung wird insbesondere als Park- bzw. Feststellbremse zum Festsetzen des Fahrzeugs im Stillstand eingesetzt.

Der elektrische Bremsmotor ist vorteilhafterweise in eine Radbremseinrichtung integriert und verstellt einen Bremskolben gegen eine Bremsscheibe. Bei der Radbremseinrichtung handelt es sich vorzugsweise um die Radbremseinrichtung der hydraulischen Fahrzeugbremse im Fahrzeug, so dass der Bremskolben in der Radbremseinrichtung sowohl von dem hydraulischen Bremsfluid der hydraulischen Fahrzeugbremse als auch gleichzeitig oder zeitlich versetzt und unabhängig voneinander von dem elektrischen Bremsmotor in Richtung auf die Bremsscheibe verstellt werden kann.

In bevorzugter Ausführung umfasst die elektromechanische Bremsvorrichtung jeweils einen elektrischen Bremsmotor an den beiden Radbremseinrichtungen links und rechts an der Hinterachse des Fahrzeuges. Den beiden elektrischen Bremsmotoren ist vorzugsweise ein gemeinsames Bremsmotor-Steuergerät zugeordnet.

Das Bremsmotor-Steuergerät erzeugt Ansteuersignale zur Ansteuerung des zugeordneten elektrischen Bremsmotors. Je nach Ansteuerung wird der elektrische Bremsmotor zugespannt, um den Bremskolben gegen die

Bremsscheibe zu drücken und eine elektromechanische Bremskraft zu erzeugen, oder in entgegengesetzte Richtung in Löserichtung verstellt, um die Zuspann- Bremskraft abzubauen und den Bremskolben in Richtung einer Ausgangsposition zu verstellen, in der keine elektromechanische Bremskraft wirksam ist.

Das Bremsmotor-Steuergerät ist des Weiteren mit einer Anschlusseinheit versehen, die es erlaubt, ein Zusatzsteuergerät anzuschließen, welches im Fehlerfall des Bremsmotor-Steuergeräts, insbesondere eines Mikrocontrollers des Bremsmotor-Steuergeräts oder einer Standard-Treibereinheit, die

Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors übernimmt. Über das

Zusatzsteuergerät ist somit sichergestellt, dass über den elektrischen Bremsmotor auch dann eine elektromechanische Bremskraft erzeugt werden kann, wenn das Bremsmotor-Steuergerät ganz oder teilweise ausfällt. Die Anschlusseinheit im Bremsmotor-Steuergerät ermöglicht eine redundante Auslegung der Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors.

Als Zusatzsteuergerät kommt insbesondere ein Steuergerät einer zusätzlichen Bremsvorrichtung oder Bremseinheit des Bremssystems in Betracht,

beispielsweise das Steuergerät für einen Aktor der hydraulischen

Fahrzeugbremse. Das Zusatzsteuergerät übernimmt in seiner Hauptfunktion die Ansteuerung des Aktors in der hydraulischen Fahrzeugbremse und in seiner

Zusatzfunktion die Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors für den Fall eines Fehlers im Bremsmotor-Steuergerät.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführung handelt es sich bei dem Bremsmotor- Steuergerät um ein ESP-Steuergerät (Elektronisches Stabilitätsprogramm), mit dem in der Hauptfunktion eine Hydraulikpumpe des ESP-Systems sowie Ventile in der hydraulischen Fahrzeugbremse angesteuert werden. Das ESP- Steuergerät übernimmt als Zusatzfunktion die Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors. Diese Zusatzfunktion kann im ESP-Steuergerät im Fehlerfall über die Anschlusseinheit und das an die Anschlusseinheit angedockte

Zusatzsteuergerät durchgeführt werden.

Sofern mehrere elektrische Bremsmotoren im Bremssystem vorhanden sind, können diese vorteilhafterweise jeweils über eine Anschlusseinheit im ESP- Steuergerät angesteuert werden, wobei an jede Anschlusseinheit bevorzugt das gleiche Zusatzsteuergerät angeschlossen ist. Gegebenenfalls ist es auch möglich, dass nur eine Anschlusseinheit zum Anschluss des Zusatzsteuergeräts vorgesehen ist und über die eine Anschlusseinheit beide Bremsmotoren angesteuert werden.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung ist ein Mikrocontroller des Bremsmotor-Steuergeräts, der dem elektrischen Bremsmotor zugeordnet ist, über eine Freigabeleitung mit der Anschlusseinheit verbunden. Über die Freigabe der Leitung wird im Fehlerfall die Anschlusseinheit im Bremsmotor-Steuergerät, an die das Zusatzsteuergerät angeschlossen ist, freigegeben. Die Freigabe erfolgt entweder für den Fall, dass eine Standard-Treibereinheit des elektrischen Bremsmotors nicht mehr verfügbar ist oder dass die Systemverfügbarkeit des Bremsmotor-Steuergerätes zu einer NichtVerfügbarkeit degradiert worden ist. In diesem Fall kann die Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors über die freigegebene Anschlusseinheit und das Zusatzsteuergerät übernommen werden.

Die Anschlusseinheit umfasst vorteilhafterweise eine Backup-Treibereinheit und eine Logikeinheit mit der Ansteuerungslogik. Gegebenenfalls kann die

Anschlusseinheit noch eine Strommesseinheit zur Ermittlung des Motorstroms und/oder eine Erkennungseinheit zum Erfassen des Schaltzustandes eines Betätigungsschalters aufweisen, über den die elektromechanische

Bremsvorrichtung vom Fahrer manuell steuerbar ist.

Bei einem festgestellten Fehler im Bremsmotor-Steuergerät, insbesondere im Mikrocontroller des Bremsmotor-Steuergeräts oder in der Standard- Treibereinheit, wird die Backup-Treibereinheit freigeschaltet und durch Signale des Zusatzsteuergerätes angesteuert. Die Logikeinheit mit der

Ansteuerungslogik in der Anschlusseinheit für den elektrischen Bremsmotor kann über die Backup-Treibereinheit angesteuert werden. Die Kontrolle der

Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors erfolgt gegebenenfalls über die Auswertung des in der Strommesseinheit in der Anschlusseinheit ermittelten Motorstroms des elektrischen Bremsmotors.

Die Anschlusseinheit des Bremsmotor-Steuergerätes weist vorteilhafterweise eine Schnittstelle zum Anschließen des Zusatzsteuergerätes auf. Die

Schnittstelle ist entweder als Steckerverbindung und/oder als

Netzwerkverbindung, beispielsweise LIN-Bus ausgeführt. Über die Schnittstelle werden Signale des Zusatzsteuergerätes im Bremsmotor-Steuergerät eingelesen, insbesondere Signale zur Ansteuerrichtung des Bremsmotors (Zuspannrichtung oder Löserichtung) und ein Aktuierungssignal, mit dem die Ansteuerung des Bremsmotors ausgelöst wird.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung ist die Anschlusseinheit über einen oder mehrere Schalter bzw. Verbindungseinheiten, die zwischen der Standard-Treibereinheit und einer Leistungselektronik des Bremsmotors angeordnet sind, angeschlossen. Der Anschluss erfolgt über einen

Aktuierungspfad mit mehreren Verbindungsleitungen, welche jeweils zur

Ansteuerung des linken und des rechten Bremsmotors dienen. Die

Leistungselektronik des Bremsmotors umfasst beispielhaft H-Brücken zur Ansteuerung der elektrischen Bremsmotoren.

Das erfindungsgemäße Bremssystem für ein Fahrzeug weist eine

elektromechanische Bremsvorrichtung mit einer oder mehreren

Radbremseinrichtungen auf, die mit einem elektrischen Bremsmotor versehen sind, welche einen Bremskolben gegen eine Bremsscheibe verstellt. Das

Bremssystem umfasst das vorbeschriebene Bremsmotor-Steuergerät zur Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors, wobei das Bremsmotor-Steuergerät mit einer Anschlusseinheit für den Anschluss eines Zusatzsteuergerätes ausgestattet ist. Dementsprechend kann im Fehlerfall des Bremsmotor- Steuergerätes die Ansteuerung des elektrischen Bremsmotors oder der elektrischen Bremsmotoren im Fehlerfall über das Zusatzsteuergerät

übernommen werden.

Das Bremssystem weist insgesamt vorteilhafterweise zwei elektrische

Bremsmotoren auf, insbesondere in den Radbremseinrichtungen am linken und rechten Hinterrad des Fahrzeugs, wobei die elektromechanische

Bremsvorrichtung als Feststell- bzw. Parkbremse eingesetzt werden kann. Die beiden elektrischen Bremsmotoren werden vorzugsweise über ein gemeinsames Bremsmotor-Steuergerät angesteuert. Die Funktion des Zusatzsteuergerätes wird vorteilhafterweise von einem Steuergerät übernommen, das als

Hauptfunktion einen Aktor der hydraulischen Fahrzeugbremse im Fahrzeug ansteuert, beispielsweise einen elektrischen Bremskraftverstärker.

Weitere Vorteile und zweckmäßige Ausführungen sind den weiteren Ansprüchen, der Figurenbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Es zeigen: eine schematische Darstellung einer hydraulischen Fahrzeugbremse mit einem Bremskraftverstärker, wobei die Radbremseinrichtungen der Fahrzeugbremse an der Fahrzeughinterachse zusätzlich mit einer elektromechanischen Bremsvorrichtung mit einem elektrischen

Bremsmotor ausgestattet sind,

Fig. 2 einen Schnitt durch eine elektromechanische Bremsvorrichtung mit einem elektrischen Bremsmotor,

Fig. 3 ein ESP-Steuergerät, das auch die elektromechanische

Bremsvorrichtung ansteuert und eine Schnittstelle für ein

Zusatzsteuergerät aufweist.

In den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Die in Fig. 1 dargestellte hydraulische Fahrzeugbremse 1 für ein Fahrzeug umfasst einen Vorderachs-Bremskreis 2 und einen Hinterachs-Bremskreis 3 zur Versorgung und Ansteuerung von Radbremseinrichtungen 9 an jedem Rad des Fahrzeugs mit einem unter Hydraulikdruck stehenden Bremsfluid. Die

Bremskreise können auch als zwei Diagonalbremskreise mit jeweils einem Vorderrad und einem diagonal dazu angeordneten Hinterrad ausgebildet sein.

Die beiden Bremskreise 2, 3 sind an einen gemeinsamen Hauptbremszylinder 4 angeschlossen, der über einen Bremsflüssigkeitsvorratsbehälter 5 mit Bremsfluid versorgt wird. Der Hauptbremszylinderkolben innerhalb des Hauptbremszylinders 4 wird vom Fahrer über das Bremspedal 6 betätigt, der vom Fahrer ausgeübte Pedalweg wird über einen Pedalwegsensor 7 gemessen. Zwischen dem

Bremspedal 6 und dem Hauptbremszylinder 4 befindet sich ein elektrischer Bremskraftverstärker 10, der beispielsweise einen Elektromotor umfasst, welcher bevorzugt über ein Getriebe den Hauptbremszylinder 4 betätigt (iBooster). Der Bremskraftverstärker 10 stellt eine aktive Bremskomponente zur Beeinflussung des hydraulischen Bremsdrucks dar.

Die vom Pedalwegsensor 7 gemessene Stellbewegung des Bremspedals 6 wird als Sensorsignal an ein Steuergerät 11 des Bremssystems übermittelt, in welchem Stellsignale zur Ansteuerung des Bremskraftverstärkers 10 erzeugt werden. Die Versorgung der Radbremseinrichtungen 9 mit Bremsfluid erfolgt in jedem Bremskreis 2, 3 über verschiedene Schaltventile, die gemeinsam mit weiteren Aggregaten Teil einer Bremshydraulik 8 sind. Zur Bremshydraulik 8 gehört des Weiteren eine Hydraulikpumpe, die Bestandteil eines elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) ist. Auch die Hydraulikpumpe ist eine aktive Bremskomponente zur Beeinflussung des hydraulischen Bremsdrucks. Die einstellbaren Komponenten des elektronischen Stabilitätsprogramms - Ventile und die Hydraulikpumpe - werden von einem ESP-Steuergerät 24 (Fig. 2, 3) angesteuert.

In Fig. 2 ist die Radbremseinrichtung 9, die an einem Rad an der Hinterachse des Fahrzeugs angeordnet ist, im Detail dargestellt. Die Radbremseinrichtung 9 ist Teil der hydraulischen Fahrzeugbremse 1 und wird aus dem Hinterachs- Bremskreis mit Bremsfluid 22 versorgt. Die Radbremseinrichtung 9 weist außerdem eine elektromechanische Bremsvorrichtung auf, die bevorzugt als Feststellbremse zum Festsetzen eines Fahrzeugs im Stillstand eingesetzt wird, jedoch auch bei einer Bewegung des Fahrzeugs, insbesondere bei kleineren Fahrzeuggeschwindigkeiten unterhalb eines Geschwindigkeits-Grenzwerts zum Abbremsen des Fahrzeugs eingesetzt werden kann.

Die elektromechanische Bremsvorrichtung umfasst einen Bremssattel 12 mit einer Zange 19, welche eine Bremsscheibe 20 übergreift. Als Stellglied weist die Bremsvorrichtung eine Motor-Getriebe-Einheit mit einem Gleichstrom- Elektromotor als Bremsmotor 13 auf, dessen Rotorwelle eine Spindel 14 rotierend antreibt, auf der eine Spindelmutter 15 rotationsfest gelagert ist. Bei einer Rotation der Spindel 14 wird die Spindelmutter 15 axial verstellt. Die Spindelmutter 15 bewegt sich innerhalb eines Bremskolbens 16, der Träger eines Bremsbelags 17 ist, welcher von dem Bremskolben 16 gegen die

Bremsscheibe 20 gedrückt wird. Auf der gegenüberliegenden Seite der

Bremsscheibe 20 befindet sich ein weiterer Bremsbelag 18, der ortsfest an der Zange 19 gehalten ist. Der Bremskolben 16 ist auf seiner Außenseite über einen umgreifenden Dichtring 23 druckdicht gegenüber dem aufnehmenden Gehäuse abgedichtet.

Innerhalb des Bremskolbens 16 kann sich die Spindelmutter 15 bei einer Drehbewegung der Spindel 14 axial nach vorne in Richtung auf die

Bremsscheibe 20 zu bzw. bei einer entgegen gesetzten Drehbewegung der Spindel 14 axial nach hinten bis zum Erreichen eines Endanschlags 21 bewegen. Zum Erzeugen einer Klemmkraft beaufschlagt die Spindelmutter 15 die innere Stirnseite des Bremskolbens 16, wodurch der axial verschiebbar in der

Bremsvorrichtung gelagerte Bremskolben 16 mit dem Bremsbelag 17 gegen die zugewandte Stirnfläche der Bremsscheibe 20 gedrückt wird. Die Spindelmutter 15 stellt ein Übertragungsglied zwischen dem Bremsmotor und dem

Bremskolben dar.

Für die hydraulische Bremskraft wirkt auf den Bremskolben 16 der hydraulische Druck des Bremsfluids 22 aus der hydraulischen Fahrzeugbremse 1. Der hydraulische Druck kann auch im Fahrzeugstillstand bei Betätigung der elektromechanischen Bremsvorrichtung unterstützend wirksam sein, so dass sich die Gesamt-Bremskraft aus dem elektromotorisch gestellten Anteil und dem hydraulischen Anteil zusammensetzt. Während der Fahrt des Fahrzeugs ist entweder nur die hydraulische Fahrzeugbremse aktiv oder sowohl die

hydraulische Fahrzeugbremse als auch die elektromechanische

Bremsvorrichtung oder nur die elektromechanische Bremsvorrichtung, um

Bremskraft zu erzeugen. Die Stellsignale zur Ansteuerung sowohl der

einstellbaren Komponenten der hydraulischen Fahrzeugbremse 1 als auch der elektromechanischen Radbremseinrichtung 9 werden in dem ESP-Steuergerät 24 erzeugt.

In Fig. 3 ist das ESP-Steuergerät 24 dargestellt, das zusätzlich zur Ansteuerung der Komponenten des elektronischen Stabilitätsprogramms auch die elektrischen Bremsmotoren 13 der elektromechanischen Bremsvorrichtung ansteuert. Das ESP-Steuergerät 24 umfasst einen Mikrocontroller 25, der mit einer Standard- Treibereinheit 26 für die Aktuierung der beiden elektrischen Bremsmotoren 13 an den Radbremseinheiten am linken und rechten Hinterrad des Fahrzeugs verbunden ist. Die Standard-Treibereinheit 26 beaufschlagt als elektronische Komponenten die H-Brücken 27 zur Ansteuerung der elektrischen Bremsmotoren 13.

Das Steuergerät 24 ist mit einer Anschlusseinheit 28 versehen, die eine

Schnittstelle zum Anschließen eines Zusatzsteuergerätes 11 darstellt, mit dem im Falle eines Fehlers im ESP-Steuergerät 24 die Ansteuerung eines oder beider elektrischen Bremsmotoren 13 erfolgt. Bei dem Zusatzsteuergerät 11 handelt es sich insbesondere um das Steuergerät 11 für den elektrischen

Bremskraftverstärker 10 (Fig. 1). Der Anschluss des Zusatzsteuergerätes 11 an die Anschlusseinheit 28 erfolgt entweder über Steckerverbindungen 29 und/oder über eine Netzwerkverbindung 30.

Die Anschlusseinheit 28 kommuniziert über eine Freigabeleitung 31 mit dem Mikrocontroller 25. Hierdurch ist der Mikrocontroller 25 in der Lage, im Fehlerfall die Anschlusseinheit 28 und eine darin enthaltene Backup-Treibereinheit freizugeben. Neben der Backup-Treibereinheit umfasst die Anschlusseinheit 28 eine Logikeinheit zur Erstellung von Ansteuersignalen. Des Weiteren kann die Anschlusseinheit 28 mit einer Strommesseinheit zur Ermittlung des

Bremsmotorstroms und einer Erkennungseinheit 32 versehen sein bzw. mit Erkennungseinheit 32 kommunizieren, mit der der Schaltzustand eines

Betätigungsschalters erfasst wird, über den die elektromechanische

Bremsvorrichtung vom Fahrer manuell gesteuert werden kann.

Die Anschlusseinheit 28 ist an Schalter bzw. Verbindungseinheiten 33 angeschlossen, die zwischen der Standard-Treibereinheit 26 und den H-Brücken 27 eines Bremsmotors 13 angeordnet sind. Die Verbindungseinheiten 33 ermöglichen es, im Fehlerfall die H-Brücken 27 und den zugeordneten

Bremsmotor 13 von der Standard-Treibereinheit 26 abzukoppeln und stattdessen die Anschlusseinheit 28 anzukoppeln und die H-Brücken 27 und den

zugeordneten Bremsmotor 13 von dem Steuergerät 11 steuern zu lassen.

Die Standard-Treibereinheit 26 und die Anschlusseinheit 28 können mit einer Ladungspumpe 34, 35 versehen sein, um die H-Brücken 27 mit den

erforderlichen Spannungspegeln zu betreiben.