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Title:
BRAKING SYSTEM FOR MOTOR VEHICLES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/025797
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a "brake-by-wire" braking system comprising a main cylinder (3), to which the wheel brake circuits (I, II) may be connected, a first piston (11), coupled to a brake pedal (9), by means of a pressure rod (10), transmitting the operating forces, a second piston (12), by means of which the main cylinder (3) is operated, a third piston (13), which may be operated by the first piston (11) and which may be brought into a force-transmitting connection to the second piston (12), a cavity (21) which may be hydraulically pressurised between the second (12) and third pistons (13), wherein pressurisation of the cavity (21) loads the second and third piston (12, 13) in opposing directions. According to the invention, a complicated buffering of hydraulic operating energy can be avoided by storing the pressure medium which is necessary for the pressure controlled by electrical regulation in the cavity (21), in the pressure generating device (2) at atmospheric pressure and subjecting the same to a higher pressure when required. L'invention concerne un système de freinage du type "Brake-by-wire" ("à freinage électrique"), comprenant un maître-cylindre (3) auquel des circuits de freinage de roues (I, II) peuvent être raccordés, un premier piston (11) qui est accouplé avec une pédale de frein (9), via une tige de pression (10) transmettant une force de commande, un deuxième piston (12) au moyen duquel le maître-cylindre (3) est commandé, un troisième piston (13), qui peut être commandé par le premier piston (11) et qui peut être amené en liaison par transmssion de force, avec le deuxième piston (12), un espace intermédiaire (21) sollicité par une pression hydraulique entre le deuxième piston (12) et le troisième piston (13), une pression exercée par l'espace intermédiaire (21) chargeant le deuxième et le trosième piston 812, 13) en des directions opposées. L'invention a pour but d'éviter un stockage intermédiaire complexe d'énergie hydraulique de réglage et, à cet effet, est caractérisée en ce que le fluide de pression requis pour la régulation électrique de la pression contrôlée dans ledit espace intermédiaire (21) est stocké sous pression atmosphérique, dans le dispositif générateur de pression (2) et est soumis, en cas de besoin, sous une pression plus élevée.

Inventors:
DRUMM, Stefan (Burgunderstrasse 18, Saulheim, 55291, DE)
Application Number:
EP2007/058989
Publication Date:
March 06, 2008
Filing Date:
August 29, 2007
Export Citation:
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Assignee:
CONTINENTAL TEVES AG & CO. OHG (Guerickestrasse 7, Frankfurt, 60488, DE)
DRUMM, Stefan (Burgunderstrasse 18, Saulheim, 55291, DE)
International Classes:
B60T8/40
Attorney, Agent or Firm:
CONTINENTAL TEVES AG & CO. OHG (Guerickestrasse 7, Frankfurt, 60488, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Bremsanlage für Kraftfahrzeuge mit

• einem Hauptzylinder (3), an den Radbremskreise (I, II) angeschlossen sind,

• einem ersten Kolben (11), der über eine Betätigungskräfte übertragende Druckstange (10) mit einem Bremspedal (9) gekoppelt ist,

• einem zweiten Kolben (12), über den der Hauptzylinder

(3) betätigt wird,

• einem dritten Kolben (13), der vom ersten Kolben (11) betätigbar ist, und der in eine kraftübertragende Verbindung mit dem zweiten Kolben (12) bringbar ist,

• mit einer Simulationseinrichtung mit mindestens einem elastischen Element (27,28), die in der Betriebsart „brake-by-wire" dem Fahrzeugführer ein angenehmes Pedalgefühl vermittelt,

• mit einem mit hydraulischem Druck beaufschlagbaren Zwischenraum (21) zwischen dem zweiten (12) und dritten Kolben (13), wobei eine Druckbeaufschlagung des Zwischenraums (21) den zweiten und den dritten Kolben (12, 13) in entgegen gesetzter Richtung belastet,

• mit einer vom dritten Kolben (13) begrenzten, hydraulischen, mittels eines Sperrventils (33) absperrbaren Kammer (17), mit der bei Bedarf eine Bewegung des dritten Kolbens (13) in Betätigungsrichtung verhindert wird,

• mit einer Druckbereitstellungseinrichtung (2), die den Druck im Zwischenraum (21) steuert,

• mit einem unter Atmosphärendruck stehenden Druckmittelvorratsbehälter (39), der mit dem Zwischenraum (21) hydraulisch verbindbar ist, sowie

• mit Mitteln zur elektrischen Regelung des Drucks im Zwischenraum (21),

dadurch gekennzeichnet, dass das zur elektrischen Regelung des im Zwischenraum (21) eingesteuerten Druckes benötigte Druckmittel in der Druckbereitstellungseinrichtung (2) unter Atmosphärendruck bereitgehalten und bei Bedarf unter einen höheren Druck gesetzt wird.

2. Bremssystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbereitstellungseinrichtung (2) durch eine Zylinder-Kolben-Anordnung (29) gebildet wird, deren Kolben (31) durch einen elektromechanischen Aktuator (30) betätigbar ist.

3. Bremssystem nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass ein elektrischer Energiespeicher (49) vorgesehen ist, der den elektromechanischen Aktuator (30) mit Energie versorgt, solange dieser nicht direkt aus einem elektrischen Fahrzeugbordnetz gespeist wird.

4. Bremssystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Energiespeicher (49) aus dem elektrischen Fahrzeugbordnetz nachgeladen und sein Ladezustand und seine Funktionsfähigkeit von einer dem Bremssystem zugeordneten Elektronikeinheit (41, 42) überwacht wird.

5. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass im dritten Kolben (13) eine hydraulische Druckkammer (14) ausgebildet ist, die der Erfassung einer am Bremspedal (9) wirkenden Betätigungskraft dient.

6. Bremssystem nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die hydraulische Druckkammer (14) in absperrbarer Verbindung mit einer hydraulischen Simulatorkammer (25) steht, die von einem hydraulischen Simulatorkolben (26) begrenzt wird, der mit den den Pedalwegsimulator bildenden Elementen (27, 28) in kraftübertragender Verbindung steht.

7. Bremssystem nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen der hydraulischen Druckkammer (14) mit der hydraulischen Simulatorkammer (25) durch eine Bewegung des dritten Kolbens (13) absperrbar ist.

8. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbereitstellungseinrichtung (2) unter Zwischenschaltung eines elektrisch schaltbaren 2/2- Wegeventils (37) an den Druckmittelvorratsbehälter (39) angeschlossen ist.

9. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrventil (33) zum Absperren der Kammer (17) als ein elektrisch schaltbares 2/2-Wegeventil ausgebildet ist.

10. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass an die Druckbereitstellungseinrichtung

(2) ein hydraulisches Volumenaufnahmeelement (43) angeschlossen ist.

11. Bremssystem nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass die Volumenaufnahmefunktion des hydraulischen Volumenaufnahmeelements mit Hilfe eines Elektromagnetventils (44) zu- und abschaltbar ist.

12. Bremssystem nach einem der Ansprüche 5 bis 11 dadurch gekennzeichnet, dass die Druckkammer (14), die Simulatorkammer (25), die hydraulische Kammer (17) und eine erste Kammer (38) eines Druckmittelvorratsbehälters einem ersten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis und die Druckbereitstellungseinrichtung (2), der Zwischenraum (21) und eine zweite Kammer (39) eines Druckmittelvorratsbehälters einem zweiten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis zugeordnet sind und dass während des Betriebs des Bremssystems zwischen dem ersten und zweiten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis, sowie den Radbremskreisen (I, II) kein Druckmit-

telaustausch stattfindet.

13. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12 dadurch gekennzeichnet, dass ein Niederdrücken des Bremspedals (9) erfasst, elektronisch verarbeitet und in eine Aktivierung der Druckbereitstellungseinrichtung (2) umgesetzt wird.

14. Bremssystem nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass das Niederdrücken des Bremspedals über eine den Pedalweg repräsentierende Messgröße und/oder eine die Pedalkraft repräsentierende erfasst wird.

15. Bremssystem nach Anspruch 14 dadurch gekennzeichnet, dass die den Pedalweg repräsentierende Größe der Weg des Kolbens (11) ist und durch einen Kolbenwegsensor (19) erfasst wird.

16. Bremssystem nach Anspruch 14 dadurch gekennzeichnet, dass die den Pedalweg repräsentierende Größe der Drehwinkel des Bremspedals (9) ist und durch einen Drehwinkelsensor erfasst wird.

17. Bremssystem nach Anspruch 14 dadurch gekennzeichnet, dass die die Pedalkraft repräsentierende Größe die Kraft in der Druckstange (10) ist, welche durch einen in die Druckstange (10) eingefügten Kraftsensor erfasst wird.

18. Bremssystem nach Anspruch 14 dadurch gekennzeichnet, dass die die Pedalkraft repräsentierende Größe der Druck in der Druckkammer (14) ist, welcher durch einen Drucksensor (48) erfasst wird.

19. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 18 dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Erfassung des vom zweiten Kolben (12) zurückgelegten Weges vorgesehen sind.

20. Bremssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 19 dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem zweiten (12) und dem dritten Kolben (13) ein Druckübersetzungskolben (16) vorgesehen ist.

21. Bremssystem nach Anspruch 20 dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (23) zur Erfassung des vom Druckübersetzungskolben

(16) zurückgelegten Weges vorgesehen sind.

Description:

BremsSystem für Kraftfahrzeuge

Die Erfindung betrifft ein Bremssystem für Kraftfahrzeuge mit

• einem Hauptzylinder, an den Radbremskreise angeschlossen sind,

• einem ersten Kolben, der über eine Betätigungskräfte übertragende Druckstange mit einem Bremspedal gekoppelt ist,

• einem zweiten Kolben, über den der Hauptzylinder betätigt wird,

• einem dritten Kolben, der vom ersten Kolben betätigbar ist, und der in eine kraftübertragende Verbindung mit dem zweiten Kolben bringbar ist,

• mit einer Simulationseinrichtung mit mindestens einem elastischen Element, die dem Fahrzeugführer ein angenehmes Pedalgefühl vermittelt,

• mit einem mit hydraulischem Druck beaufschlagbaren Zwischenraum zwischen dem zweiten und dem dritten Kolben, wobei eine Druckbeaufschlagung des Zwischenraums den zweiten und den dritten Kolben in entgegen gesetzter Richtung belastet,

• mit einer vom dritten Kolben begrenzten, hydraulischen, mittels eines Sperrventils absperrbaren Kammer, mit der bei Bedarf eine Bewegung des dritten Kolbens in Betätigungsrichtung verhindert wird,

• mit einer Druckbereitstellungseinrichtung, die den Druck im Zwischenraum steuert,

• mit einem unter Atmosphärendruck stehenden Druckmittelvorratsbehälter, der mit dem Zwischenraum hydraulisch verbindbar ist,

• sowie mit Mitteln zur elektrischen Regelung des im Zwischenraum eingesteuerten Druckes.

In der Kraftfahrzeugtechnik finden „brake-by-wire"-Bremssysteme eine immer größere Verbreitung. Bei diesen Bremssystemen kann die Bremse einerseits ohne aktives Zutun des Fahrzeugführers aufgrund elektronischer Signale "fremd-" betätigt werden. Diese elektronischen Signale können beispielsweise von einem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP oder einem Abstandsregelsystem ACC ausgegeben werden. Andererseits kann auf eine Betätigung des Bremssystems ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn eine vom Fahrzeugführer über eine Bremspedalbetätigung angeforderte Bremswirkung beispielsweise durch Umschalten eines elektrischen Fahrzeugantriebs in einen Generatorbetrieb erzielt wird. In beiden Fällen entspricht der Betätigungszustand der Bremse nicht der vom Fahrzeugführer vorgegebenen Bremspedalbetätigung. Bei herkömmlichen Bremssystemen führt dies zu einer Rückwirkung auf das Bremspedal. Die Bremspedalcharakteristik - d.h. die Abhängigkeit des Bremspedalwegs von der Bremspedalkraft ist durch die beschriebene Rückwirkung gestört. Dieser Rückwirkungseffekt auf das Bremspedal kann für den Fahrer überraschend und unangenehm sein, so dass der Fahrer in einer kritischen Situation des Straßenverkehrs das Bremspedal nicht in einem dieser Situation angepassten Maße betätigt, da er durch die für ihn nicht vorhersehbare Rückwirkung auf das Bremspedal

Ein Bremssystem der eingangs genannten Gattung ist aus der DE 10 321 721 Al bekannt. Das in der genannten Veröffentlichung offenbarte Bremssystem kann u. a. bei Fahrzeugen mit einem Hybridantrieb verwendet werden, bei denen so genannte Rekuperati- onsbremsvorgänge durchgeführt werden. Das der Regelung des im erwähnten Zwischenraum eingesteuerten Druckes dienende Druckregelventil wird bei dem vorbekannten Bremssystem mittels mechanischer Kraftübertragungsmittel angesteuert, die wirkungsmäßig zwischen dem ersten Kolben und dem Ventilkörper des Druckregelventils angeordnet sind. Als Mittel zur elektrischen Regelung des im Zwischenraum eingesteuerten Druckes sind elektromagnetisch ansteuerbare Ventileinrichtungen vorgesehen, die als analog regelbare, stromlos geschlossene (SG-) 2/2-Wegeventile aus-

gebildet sind. Als nachteilig wird bei dem vorbekannten Bremssystem die Tatsache empfunden, dass die zu dessen Betrieb notwendige Stellenergie in einem Hochdruckspeicher bereit gehalten werden muss, dessen Druckmittel während einer Bremsbetätigung in die Radbremskreise strömt. Einerseits ist es energetisch ineffizient, das Druckmittel zunächst auf das hohe Druckniveau des Hochdruckspeichers zu bringen, obwohl bei der Mehrzahl der Bremsungen nur ein Bruchteil dieses Speicherdruckniveaus benötigt wird und andererseits besteht hierbei die Gefahr dass bei einer möglichen Kontamination des Druckmittels durch Gasblasen das Bremssystem dadurch ausfallen kann, dass die Gasblasen durch ihre mit dem Ausströmen aus dem Hochruckspeicher verbundene Volumenausdehnung eine zur hydraulischen Kraftübertragung notwendige Flüssigkeitssäule aus den Bremsleitungen verdrängen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Bremssystem der eingangs genannten Gattung vorzuschlagen, bei dem auf die aufwändige, energetisch ungünstige und einen Ausfall des Bremssystems begünstigende Zwischenspeicherung hydraulischer Stellenergie verzichtet werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das zur elektrischen Regelung des im Zwischenraum eingesteuerten Druckes benötigte Druckmittel in der Druckbereitstellungseinrichtung unter Atmosphärendruck bereitgehalten und bei Bedarf unter einen höheren Druck gesetzt wird.

Zum Konkretisierung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, dass die Druckbereitstellungseinrichtung durch eine Zylinder- Kolben-Anordnung gebildet wird, deren Kolben durch einen elekt- romechanischen Aktuator betätigbar ist.

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des Erfindungsgegenstandes ist ein elektrischer Energiespeicher vorgesehen, der den elektromechanischen Aktuator mit Energie versorgt.

Eine andere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass die Simulationseinrichtung einem ersten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis und die Druckbereitstellungseinrichtung, einem zweiten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis zugeordnet sind, wobei während des Betriebs des Bremssystems zwischen erstem und zweitem Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis und den Radbremskreisen kein Druckmittelaustausch stattfindet. Durch diese Maßnahmen wird die Betriebssicherheit des erfindungsgemäßen Bremssystems erheblich erhöht, da von einer möglichen Leckage in einem der hydraulischen Kreise die anderen nicht betroffen sind.

Bei einer anderen Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes ist die Druckbereitstellungseinrichtung unter Zwischenschaltung eines elektrisch schaltbaren 2/2-Wegeventils an eine unter Atmosphärendruck stehende Kammer des zweiten Druckmittelvorratsbehälters angeschlossen. Selbstverständlich ist es auch möglich, das oben erwähnte Bereithalten des Druckmittelvorrats auf Atmosphärendruckniveau - wie in der Bremsentechnik üblich - durch ein Schnüffelloch, ein Kippventil oder ein Zentralventil zu erreichen. Das elektrisch schaltbare 2/2-Wegeventil bietet jedoch den Vorteil, dass der Aktuator der Druckbereitstellungseinrichtung im Bedarfsfall sofort mit dem Druckaufbau beginnen kann und nicht erst nach dem Zurücklegen eines Ventilschaltweges .

Weitere vorteilhafte Ausführungen des erfindungsgemäßen Bremssystems sind in den Unteransprüchen 7 bis 21 aufgeführt.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend an zwei Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegende schematische Zeichnung näher erläutert, wobei die gleichen Komponenten mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind. In der Zeichnung zeigen :

Fig. 1 den Aufbau einer ersten Ausführung des erfindungsgemäßen Bremssystems; und

Fig. 2 den Aufbau einer zweiten Ausführung des erfindungsgemäßen Bremssystems.

Das in der Zeichnung dargestellte erfindungsgemäße Bremssystem besteht im Wesentlichen aus einer Betätigungseinrichtung 1, einer Druckbereitstellungseinrichtung 2, wobei die Betätigungseinheit und die Druckbereitstellungseinrichtung einen Bremskraftverstärker bilden, sowie einem dem Bremskraftverstärker wirkungsmäßig nachgeschalteten Hauptbremszylinder bzw. Tandemhauptzylinder 3, dessen nicht dargestellte Druckräume mit den unter Atmosphärendruck stehenden Kammern eines ersten Druckmittelvorratsbehälters 18 verbindbar sind. Andererseits sind an die Druckräume Radbremskreise I, II angeschlossen, die unter Zwischenschaltung eines bekannten ABS- oder ESP-Hydroaggregats bzw. eines steuerbaren Radbremsdruckmodulationsmoduls die Radbremsen 5 - 8 eines Kraftfahrzeuges mit hydraulischem Druckmittel versorgen. Dem Radbremsdruckmodulationsmodul 4 ist eine e- lektronische Steuer- und Regeleinheit 41 zugeordnet. Die Betätigungseinrichtung 1, die in einem Gehäuse 20 angeordnet ist, an das der Tandemhauptzylinder 3 angeschlossen ist, ist über ein Bremspedal 9 ansteuerbar, das über eine Betätigungsstange 10 mit einem ersten Kolben 11 der Betätigungseinrichtung 1 wirkungsmäßig verbunden ist. Der Betätigungsweg des Bremspedals 9 wird mittels eines Wegsensors 19 erfasst, der den Weg des ersten Kolbens 11 sensiert. Zum gleichen Zweck kann jedoch auch ein Drehwinkelsensor verwendet werden, der den Drehwinkel des Bremspedals 9 erfasst. Der erste Kolben 11 ist in einem dritten Kolben 13 angeordnet, in dem er eine Druckkammer 14 begrenzt, die eine Druckfeder 15 aufnimmt, die bei unbetätigtem Bremspedal 9 den ersten Kolben 11 zur Anlage am dritten Kolben 13 bringt. Alternativ oder zusätzlich kann im Bereich der Druckstange 10 oder des Bremspedals 9 eine Pedalrückstellfeder vorgesehen sein. Die Druckkammer 14 ist in unbetätigtem Zustand der Betätigungseinrichtung 1 mit einer Kammer 38 eines zweiten Druckmittelvorratsbehälters 38, 39 verbunden, der der Betätigungseinrichtung 1 zugeordnet ist. Der dritte Kolben 13 wirkt

mit einem zweiten Kolben 12 zusammen, der den Primärkolben des Tandemhauptzylinders 3 bilden kann, wobei im dargestellten Beispiel zwischen dem zweiten (12) und dem dritten Kolben 13 ein Druckübersetzungskolben 16 angeordnet ist. Zwischen dem dritten Kolben 13 und dem Druckübersetzungskolben 16 ist ein Zwischenraum 21 begrenzt, durch dessen Beaufschlagen mit einem hydraulischen Druck der dritte Kolben 13 an einem im Gehäuse 20 ausgebildeten Anschlag 22 gehalten wird, während der Druckübersetzungskolben 16 und damit der Primärkolben 12 des Tandemhauptzy- linders im Sinne eines Druckaufbaus im Tandemhauptzylinder 3 beaufschlagt werden. Eine aus dieser Belastung resultierende Bewegung des Druckübersetzungskolbens 16 wird mittels eines zweiten Wegsensors 23 erfasst. Außerdem begrenzt der dritte Kolben 13 im Gehäuse 20 eine hydraulische Kammer 17, deren Funktion im nachfolgenden Text erläutert wird. An die hydraulische Kammer 17 ist eine erste Leitung 34 angeschlossen, die ü- ber ein stromlos offenes (SO-) Sperrventil 33 mit einer zweiten Leitung 35 verbunden ist, die an die vorhin erwähnte Druckkammer 14 angeschlossen ist.

Weiterhin ist Fig. 1 zu entnehmen, dass die vorhin erwähnte Druckkammer 14 über eine absperrbare Verbindungsleitung 24 mit einer Simulatorkammer 25 in Verbindung steht, die von einem Simulatorkolben 26 begrenzt wird. Dabei wirkt der Simulatorkolben

26 mit einer Simulatorfeder 27 sowie einer der Simulatorfeder

27 parallel geschalteten Elastomerfeder 28 zusammen. Dabei bilden die Simulatorkammer 25, der Simulatorkolben 26, die Simulatorfeder 27 sowie die Elastomerfeder 28 einen Pedalwegsimulator, der dem Fahrzeugführer bei der Betätigung des Bremssystems das gewohnte Pedalgefühl vermittelt, das einer üblichen Bremspedalcharakteristik entspricht. Dies bedeutet, dass bei geringem Bremspedalweg der Widerstand langsam ansteigt und bei größerem Bremspedalweg überproportional zunimmt. Zur Dämpfung der Bewegung des Simulatorkolbens 26 können nicht dargestellte, beispielsweise pneumatische Dämpfungsmittel vorgesehen sein. Die hydraulische Verbindungsleitung 24 zwischen der Simulatorkammer 25 und der Druckkammer 14 bzw. der Kammer 38 des zweiten

Druckmittelvorratsbehälters wird durch eine Bewegung des dritten Kolbens 13 in Betätigungsrichtung des Hauptbremszylinders 3 abgesperrt, wodurch der Pedalwegsimulator wirkungsmäßig abgeschaltet wird. Der erste Kolben 11, die Feder 15, die hydraulische Kammer 14, die hydraulische Verbindung 24, die Simulatorkammer 25, der Simulatorkolben 26, die Simulatorfedern 18 und 27, sowie die nicht dargestellten Dämpfungsmittel bilden zusammen die Simulationseinrichtung, die zusammen mit einer unter Atmosphärendruck stehenden Kammer 38 des zweiten Druckmittelvorratsbehälters einem ersten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis zugeordnet ist, der von den Radbremskreisen I, II vollständig getrennt ist.

Die vorhin erwähnte elektrohydraulische Druckbereitstellungseinrichtung 2 besteht im Wesentlichen aus einer hydraulischen Zylinder-Kolben-Anordnung 29 sowie einem elektromechanischen Aktuator 30, der beispielsweise durch einen Elektromotor mit einem Untersetzungsgetriebe gebildet wird, der eine translatorische Bewegung eines hydraulischen Kolbens 31 gewährleistet, so dass in einem Druckraum 36 der hydraulischen Zylinder- Kolben-Anordnung 29 ein hydraulischer Druck aufgebaut wird. Der elektromechanische Aktuator 30 wird von einem elektrischen E- nergiespeicher mit Energie versorgt, der mit dem Bezugszeichen 49 versehen ist. Die Bewegung des Kolbens 31 wird mittels eines Wegsensors erfasst, der mit dem Bezugszeichen 32 versehen ist. Der Druckraum 36 ist einerseits an den Zwischenraum 21 angeschlossen und andererseits mittels eines stromlos offenen (SO-) 2/2-Wegeventils 37 mit einer unter Atmosphärendruck stehenden Kammer 39 eines zweiten Druckmittelvorratsbehälters verbindbar. Dabei sind die Druckbereitstellungseinrichtung 2, der Zwischenraum 21 sowie die Kammer 39 des zweiten Druckmittelvorratsbehälters einem zweiten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis zugeordnet, der sowohl vom ersten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis als auch von den Radbremskreisen I, II vollständig getrennt ist. Ein Drucksensor 40 dient dem Erfassen des von der Druckbereitstellungseinrichtung 2 bereitgestellten bzw. des im Zwischenraum 21 herrschenden Druckes.

Das vorhin erwähnte Sperrventil 33 ermöglicht ein Absperren der Kammer 17 gegenüber der Druckkammer 14, wodurch eine Bewegung des dritten Kolbens 13 in Betätigungsrichtung verhindert wird. Die Kammer 17, die erste Druckmittelleitung 34, das Sperrventil 33, die zweite Druckmittelleitung 35, die Druckkammer 14, die Verbindungsleitung 24, die Simulatorkammer 25 sowie der zweite Druckmittelvorratsbehälter 38 bilden einen zweiten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis, der vom ersten Bremskraftverstärkerdruckmittelkreis sowie von den beiden Radbremskreisen I, II vollständig getrennt ist. Den genannten Elementen ist eine eigene elektronische Steuereinheit 42 zugeordnet, die mit der vorhin erwähnten elektronischen Steuer- und Regeleinheit 41 zusammenwirkt und die der Erfassung von Sensordaten, der Verarbeitung dieser Daten, dem Austausch von Daten mit anderen Steuereinheiten, der Ansteuerung des elektromechanischen Aktuators 30, sowie der Bremsleuchten des Fahrzeugs dient.

Der Aufbau der in Fig. 2 gezeigten zweiten Ausführung des erfindungsgemäßen Bremssystems entspricht weitgehend dem der ersten Ausführung, die im Zusammenhang mit Fig. 1 ausführlich erläutert wurde. Der hydraulische Druckraum 36 bzw. der Zwischenraum 21 ist an ein hydraulisches Volumenaufnahmeelement 43 angeschlossen, dessen Kolben 45 einen Raum 46 begrenzt, der eine Druckfeder 47 aufnimmt. Der Raum 46 steht unter Zwischenschaltung eines stromlos offenen (SO-) 2/2-Wegeventils 44 mit dem dritten Druckmittelvorratsbehälter 39 in Verbindung.

Im nachfolgenden Text wird die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Bremssystems im Zusammenhang mit Fig. 1 näher erläutert.

Ein erster Betriebsmodus entspricht einer rein elektrischen, der sog. „Brake-by-wire"-Betriebsart, bei der sämtliche Komponenten des Bremssystems intakt sind und einwandfrei arbeiten. In diesem Modus werden zum Aufbau eines hydraulischen Druckes im Zwischenraum 21 das 2/2-Wegeventil 37 und der elektromecha- nische Aktuator 30 angesteuert, so dass der von der Druckbe-

reitstellungseinrichtung 2 bereit gestellte bzw. der in ihrer Zylinder-Kolben-Anordnung 29 erzeugte Druck dem Zwischenraum 21 zugeführt wird. Durch die Druckwirkung wird der dritte Kolben 13 am Anschlag 22 gehalten und der Druckübersetzungskolben 16 nach links verschoben, wodurch der Hauptbremszylinder 3 betätigt wird. Zum Zweck des Druckhaltens wird der Kolben 31 der Kolben-Zylinder-Anordnung 29 in der eingesteuerten Position fest gehalten. Das in der Verbindung zwischen dem Zwischenraum 21 und dem zweiten Druckmittelvorratsbehälter 38 eingefügte, stromlos offene 2/2-Wegeventil 37 wird sowohl beim Druckaufbau als auch beim Druckhalten in seiner geschlossenen Schaltstellung festgehalten.

Für einen Druckabbau wird der Kolben 31 der Zylinder-Kolben- Anordnung 29 zurück gefahren. Dabei strömt Druckmittel aus dem Zwischenraum 21 zurück in den Druckraum 36. Zum vollständigen Abbau des Druckes auf Atmosphärendruckniveau wird schließlich das vorhin genannte 2/2-Wegeventil 37 geöffnet, wodurch eine hydraulische Verbindung zur zweiten Kammer 39 des zweiten Druckmittelvorratsbehälters hergestellt wird. Um einen Unterdruck im Zwischenraum 21 bzw. im Druckraum 36 zu vermeiden kann das 2/2-Wegeventil 37 so ausgestaltet sein, dass es im bestrom- ten Zustand einen Druckmittelvolumenstrom vom dritten Druckmittelvorratsbehälter 39 in die Druckräume 21, 26 erlaubt.

Der Vorgang der Ansteuerung des elektromechanischen Aktuators 30 wird von der elektronischen Steuereinheit 42 derart durchgeführt, dass der Druck im Zwischenraum 21 einem Solldruckwert angenähert wird. Dieser Solldruckwert ergibt sich einerseits aus einer erfassten Betätigungskomponente des Bremspedals 9 und andererseits aus einer Fremdbetätigungskomponente . Die Betätigungskomponente des Bremspedals 9 wird aus dem Betätigungsweg des Bremspedals 9 bzw. des ersten Kolbens 11 und aus dem hydraulischen Druck in der Druckkammer 14 ermittelt, der mittels eines Drucksensors 48 erfasst wird und der der Betätigungskraft des Bremspedals 9 proportional ist.

In einem zweiten Betriebsmodus, der durch eine Störung der E- lektronik bzw. durch das Fehlen eines von der hydraulischen Druckbereitstellungseinrichtung 2 erzeugten Druckes charakterisiert ist und einer Rückfallebene entspricht, ist kein elektronisch gesteuerter Druckaufbau im Zwischenraum 21 möglich. In diesem Betriebsmodus kann das Bremssystem rein mechanisch betätigt werden. Der dritte Kolben 13 bewegt sich unter dem Ein- fluss einer Bremspedalbetätigung von seinem Anschlag 22 weg und verschiebt den zweiten Kolben 12 durch mechanischen Kontakt. Die Betätigung des Hauptbremszylinders 3 erfolgt ausschließlich mit Muskelkraft des Fahrzeugführers.

In einem dritten Betriebsmodus, der einer Rekuperationsbremsung entspricht, muss der im Zwischenraum 21 eingesteuerte Druck trotz einer Betätigung des Bremspedals 9 bis auf Null reduziert werden können, um eine möglichst vollständige Rekuperation der kinetischen Energie des Fahrzeugs zu erreichen. Zu diesem Zweck wird das Sperrventil 33 geschlossen, so dass die Kammer 17 abgesperrt wird. Durch das Absperren der Kammer 17 wird eine Bewegung des dritten Kolbens 13 in der Betätigungsrichtung verhindert. Ein Verzögerungsbedarf, der durch Rekuperation nicht vollständig abgedeckt werden kann, wird durch eine der Differenz entsprechende Teilbremsung abgedeckt. Alternativ zur Verwendung des Sperrventils 33 kann im dritten Betriebsmodus, d.h. während einer Rekuperationsbremsung mit Hilfe der Druckbereitstellungseinrichtung 2 im Zwischenraum 21 ein Druck eingesteuert werden, der sowohl größer als der größte der momentan benötigten Radbremsdrücke als auch größer als der zum Zurückhalten des Kolbens 13 benötigte Druck gewählt wird. Mit Hilfe der nachgeschalteten ABS- bzw. ESP- Radbremsdruckmodulationseinheit werden aus diesem Druck die achs- oder radindividuellen Bremsdrücke erzeugt.

Durch die vorliegende Erfindung wird eine einfach aufgebaute Bremsanlage erreicht, bei der in einer „Brake-by-wire"- Betriebsart, sowie bei Rekuperationsbremsungen die Bremspedalcharakteristik nicht vom Betätigungszustand der restlichen

Bremsanlage abhängt, wodurch das Pedalgefühl bei einer Fahrerbremsung weder durch das gleichzeitige Vorliegen einer Fremdbremsung noch durch andere Regelungsaktivitäten des Bremssystems wie Antiblockierregelung, Traktionskontrolle oder Fahrsta- bilitätsregelung gestört werden kann.

Die erfindungsgemäße Bremsanlage hat weiterhin den Vorteil, dass keine aufwändigen hydraulischen Bauelemente wie Pumpe, Hydrospeicher und Schieberventil benötigt werden. Als einzige hydraulische Komponenten werden im Vergleich zu den gerade genannten Komponenten einfache und kostengünstige elastomergedichtete Kolben und Zylinder, sowie die in der Bremsentechnik millionenfach bewährten 2/2-Elektromagnetventile eingesetzt. Die Erfindung ermöglicht den Einsatz eines mechatronischen Ak- tuators, der sowohl aus einem elektrischen Stellenergiespeicher als auch direkt aus einem elektrischen Fahrzeugbordnetz gespeist werden kann.