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Patent Searching and Data


Title:
BUSHING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/132188
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a bushing (1), in particular a plain bearing bushing, which is formed from a material strip (2). A first joining end (6) of the material strip (2) has a projection (3), and a second joining end (8) has a recess (4) which interacts with the projection (3), a base side (9) of the projection (3) being oriented towards the first joining end (5). A bushing (1) is to be provided which is designed to be more advantageous with respect to the production method, in particular during the forming process, and with respect to dimensional tolerance and prolonged stability. This is achieved by a bushing (1) with clamping elements (3, 4), wherein the joining ends (6, 8) of the material strip (2) are fixed both in the axial direction (21) as well as the circumferential direction (19) of the bushing (1) in a frictional and/or formfitting manner.

Inventors:
RITTMANN STEFAN (DE)
KIRCHHOF KLAUS (DE)
MICHALSKI MATEUSZ (DE)
Application Number:
EP2015/054273
Publication Date:
September 11, 2015
Filing Date:
March 02, 2015
Export Citation:
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Assignee:
FEDERAL MOGUL WIESBADEN GMBH (DE)
International Classes:
F16C33/20; F16C17/02; F16C33/04; F16C43/02
Domestic Patent References:
WO2007087771A12007-08-09
Foreign References:
EP0451884A21991-10-16
US2855252A1958-10-07
EP0218274A11987-04-15
Attorney, Agent or Firm:
MEHLER ACHLER Patentanwälte (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Gleitlagerbuchse (1 ) mit zylindrischer Mantelfläche, welche aus einem Materialstreifen (2) derart umgeformt ist, dass in Umfangsrichtung zwei Stoßenden (6, 8) benachbart angeordnet sind, wobei an einem ersten Stoßende (6) ein Vorsprung (3) und an einem zweiten Stoßende (8) eine mit dem Vorsprung (3) formschlüssig in Eingriff stehende Ausnehmung (4) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,

dass der Vorsprung (3) und die Ausnehmung (4) in Umfangsrichtung ineinander einführbar und reibschlüssig miteinander verbunden sind.

2. Gleitlagerbuchse (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet,

dass, in der Projektion auf die Mantelfläche betrachtet, der Vorsprung (3) in Umfangsrichtung von seiner dem ersten Stoßende (6) benachbarten Basisseite (9) hin zu seinem freien Ende ohne Ausbildung einer

Hinterschneidung verjüngt ist und dass die Ausnehmung (4) komplementär ausgebildet ist.

3. Gleitlagerbuchse (1 ) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,

dass der Vorsprung (3) zwei in axialer Richtung beabstandete Schenkelseiten (1 3, 14) aufweist, von denen eine erste Schenkelseite (1 3), in der Projektion auf die Mantelfläche betrachtet, einen Winkel α1 mit der Umfangsrichtung von 5° bis 30° und eine zweite Schenkelseite (14) einen Winkel α2 mit der Umfangsrichtung von 0° bis 60° einschließt.

4. Gleitlagerbuchse (1 ) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,

dass die Summe der Winkel α1 und α2 von 10° bis 60° beträgt.

5. Gleitlagerbuchse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkel α1 und α2 dem Betrag nach gleich groß sind.

6. Gleitlagerbuchse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

dass der Vorsprung (3) trapezförmig oder trapezoidförmig ist.

7. Gleitlagerbuchse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

dass eine Höhe h3 des Vorsprungs (3) in Umfangsrichtung zwischen 2 und 8 mm beträgt.

8. Gleitlagerbuchse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

dass eine Länge L9 der Basisseite des Vorsprungs (3) zwischen 2 und 6 mm beträgt.

9. Gleitlagerbuchse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

dass wenigstens an einer axialen Stirnseite (30, 31 ) der Buchse (1 ) eine Anlaufscheibe (22) angeordnet ist.

10. Gleitlagerbuchse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

dass der Vorsprung (3) in der axialen Mitte der Buchse (1 ) angeordnet ist.

Description:
Buchse

Die Erfindung betrifft eine Buchse, insbesondere eine Gleitlagerbuchse, mit zylindrischer Mantelfläche, welche aus einem Materialstreifen derart umgeformt ist, dass in Umfangsrichtung zwei Stoßenden benachbart angeordnet sind, wobei an einem ersten Stoßende ein Vorsprung und an einem zweiten Stoßende eine mit dem Vorsprung formschlüssig in Eingriff stehende Ausnehmung angeordnet ist.

Solche Buchsen sind seit langem bekannt und finden in den unterschiedlichsten technischen Bereichen Verwendung. Beispielhaft für den Stand der Technik werden die Dokumente DE 351 1 125 A1 , DE 331 6767 A1 , US 1 2981 00, EP 1248005 B1 oder die WO 2007/087771 A1 genannt.

Buchsen werden standardmäßig durch Umformungsprozesse, insbesondere Rollumformen oder Biegeumformen, eines Materialstreifens hergestellt. Dabei weisen die beiden Stoßenden des Materialstreifens einander entsprechende Verklinkungselemente auf, welche während des Umformungsprozesses tangential aufeinander zu bewegt und letztendlich miteinander verklinkt werden. D ie Stoßenden kennzeichnen die Seiten des Materialstreifens, zwischen denen sich nach dem Umformungsprozess eine Stoßfuge ausbildet. Typischerweise ist ein Verklinkungselement in Form eines Zapfens mit Hinterschneidungen ausgebi ldet und das andere Verklinkungselement in Form einer Ausnehmung, in die der Zapfen zur axialen und umfänglichen Fixierung eingreift. Diese Verklinkungselemente sind eingangs der Umformung nicht exakt komplementär. Vielmehr weist das Stoßende mit Ausnehmung zunächst einseitig oder beidseitig der Ausnehmung kleine Ausläufer auf, die beim Ineinanderschieben von Zapfen und Ausnehmung in die Hinterschneidungen des Zapfens geklappt werden, wodurch eine formschlüssige Fixierung der Stoßenden in Umfangsrich- tung, ein so genannter„Clinch", entsteht. Bei dem Einklappen findet eine Materialumformung statt.

Desweiteren sind Verklinkungselemente bekannt, bei denen der Zapfen in U m- fangsrichtung der Buchse eine größere Ausdehnung aufweist, als die komplementäre Ausnehmung, die wiederum in axialer Richtung der Buchse breiter ausgeformt ist, als der entsprechende Zapfen. Dies ist beispielsweise in der US 2283918 geschildert. Beim Ineinanderschieben von Zapfen und Ausnehmung wird der Zapfen zunächst gestaucht, sobald dieser an den der Öffnung der Ausnehmung gegenüberliegenden Randbereich der Ausnehmung trifft. Werden die Stoßenden weiter aufeinander zu bewegt, so weicht das gestauchte Material in axialer Richtung in die Zwischenräume zwischen Zapfen und Ausnehmung aus, wodurch ebenfalls Hinterschneidungen gebildet werden. Somit entsteht eine formschlüssige Verbindung der Stoßenden auch in Umfangsrich- tung der Buchse.

In beiden geschilderten Fällen entsteht eine formschlüssige Verbindung, ein Clinch, in Folge von Materialumformungen. Diese Methoden der Buchsenherstellung im Zuge von Materialumformungen haben jedoch den Nachteil, dass die Genauigkeit des Formschlusses maßgeblich von dem Materi- alfluss während des Zusammenfügens abhängig ist. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass nicht in allen Fällen ein geeigneter Formschluss erzielt werden kann, was in bestimmten Fällen dazu führt, dass sich die Verklinkungselemente lockern und somit die gesamte Buchse in der Lagerbohrung nachgibt. Um diese Gefahr zu mindern, sind strengere Kontrollen der Verklinkungselemente nötig, was sowohl den Ausschuss als auch den Fertigungsaufwand der Buchse erhöht.

Auch aus anderen technischen Gebieten sind ähnliche Verklinkungselemente bekannt, die beim Zusammenfügen einem Materialumformungsprozess unterli e- gen. Es wird beispielsweise auf die Schriften US 7,025,393 B2 oder US 7,794,609 B2 verwiesen.

Um die geschilderten Probleme zu umgehen, werden für sehr präzise Anwendungen mit geringen Maßtoleranzen Buchsen mit glatten Stoßenden oder zumindest Stoßenden ohne Hinterschneidungen verwendet. Derartige Buchsen sind beispielsweise aus der EP 0 21 8 274, der DE 198 37 596 C1 , der DE 28 18 378 A1 oder der US 4909638 bekannt. Bei diesen Buchsen sind die Verklinkungselemente exakt komplementär zueinander eingerichtet. Dies führt dazu, dass diese Verklinkungselemente auch ohne jegliche Materialumformung formschlüssig ineinander greifen. Jedoch hat diese Art der Verklinkung den Nachteil, dass durch die exakt komplementären Verklinkungselemente während der Umformung sehr enge Fertigungstoleranzen eingehalten werden müssen, um eine Beschädigung des Zapfens oder der Ausnehmung und einen daraus resultierenden Ausschuss der Buchse zu verhindern. Ein weiterer Nachteil entsteht dadurch, dass die formschlüssige Fixierung der Stoßenden lediglich in axialer Richtung der Buchse erfolgt und kein Clinch entsteht. In Umfangsrich- tung der Buchse findet somit keine formschlüssige Fixierung statt. Die Buchse wird folglich nicht spaltfrei verschlossen werden können, was eine etwaige anschließende Bearbeitung und den Einbau in entsprechende Lager stark erschwert.

Aus der Schrift DE 40 1 9 055 C1 ist eine weitere Buchse mit Verklinkungselementen in Form miteinander verkeilbarer Vorsprünge und Rück- sprünge bekannt, wobei der Keilwinkel der miteinander in Eingriff bringbaren Keilflächen größer ist als der Selbsthemmungswinkel. Die Keilwinkel sind de mnach bewusst so gewählt, dass sichergestellt ist, dass die Buchse radial nach außen auffedern kann. Es handelt sich dementsprechend um eine Buchse, die ebenfalls nicht spaltfrei verschlossen werden kann. Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der Erfindung eine Buchse bereitzustellen, die die Nachteile des Standes der Technik weitestgehend behebt.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Buchse mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 .

Erfindungsgemäß ist die Buchse der eingangs genannten Art dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung und die Ausnehmung an den Stoßenden des Materialstreifens der Buchse in Umfangsrichtung ineinander einführbar und reibschlüssig miteinander verbunden sind.

Der Vorsprung und die Ausnehmung an den Stoßenden des Materialstreifens werden deshalb auch unter dem Begriff Klemmelemente zusammengefasst. Diese reibschlüssige Verbindung bietet den Vorteil, dass die umgeformte Buchse wesentlich widerstandsfähiger gegenüber äußeren Krafteinwirkungen und somit gegen Verformungen in Umfangsrichtung ausgeführt ist. Dies führt zu einer deutlichen Verlängerung der Lebensdauer der Buchse und zu einer Kosten- und Materialeinsparung. Desweiteren ist durch die reibsch lüssige Verbindung ein spaltfreier Verschluss der Buchse in deren Umfangsrichtung möglich, wodurch ein Austreten von Schmierstoffen oder anderen Materialien in die Halterung der Buchse und somit eine Lockerung und ein damit bedingter Ausfall der Buchse vermieden wird. Einen weiteren Vorteil bietet die reibschlüssige Verbindung dahingehend, dass die Buchse bereits freistehend in ihrer Endform hergestellt werden kann. Dies erleichtert den Einbau in entsprechende Buchsenlager deutlich. Die Buchse muss vor dem Einbau nicht erst zusammengedrückt werden, sondern kann direkt in die Lagerbohrung eingeschoben werden. Dieser Sachverhalt führt zu einer Verringerung der Montagezeit und der Kosten. Vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei der, in der Projektion auf die Mantelfläche betrachtet, der Vorsprung in Umfangsrichtung von seiner dem ersten Stoßende benachbarten Basisseite hin zu seinem freien Ende in der Gestalt ve rjüngt ist, dass er keine Hinterschneidung bildet. Die Ausnehmung ist vorzugsweise komplementär zu dem Vorsprung ausgebildet.

Die Basisseite des Vorsprungs wird nachfolgend auch „lange Grundseite" des Vorsprungs genannt, die gegenüberliegende„kurze Grundseite" des Vorsprungs bildet das freie Ende. Die Klemmelemente weisen in dieser Ausgestaltung weder Ausläufer noch Hohlräume auf, welche durch einen entsprechenden Materi- alfluss während der Umformung umgebogen oder gefüllt werden müssen. Somit ermöglicht die erfindungsgemäße Ausführungsform eine reibschlüssige Verbi ndung der Stoßenden eines Materialstreifens in Umfangsrichtung der Buchse ohne jegliche Materialumformung oder Materialfluss. Folglich können Buchsen mit wesentlich geringeren Maßtoleranzen hergestellt werden. Vorteilhaft ist ebenfalls, dass sich die Klemmelemente leichter ineinander einführen lassen und zudem eine leichtere Zentrierung des Vorsprungs innerhalb der Ausne hmung erfolgt.

Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Buchse weist der Vorsprung zwei in axialer Richtung der Buchse beabstandete Schenkelseiten auf, von denen eine erste Schenkelseite einen Winkel CM mit der Umfangsrichtung von 5° bis 30° und eine zweite Seitenfläche einen Winkel α 2 mit der Umfangsrichtung von 0° bis 60° einschließt. In einer besonders vorteilhaften Ausführung liegt die Summe der Winkel α1 und α 2 in einem Bereich zwischen 10° und 60°. Selbiges gilt für die Winkel ß 1 und ß 2 zwischen den jeweils komplementären ersten bzw. zweiten Schenkelseiten der Ausnehmung und der Umfangsrichtung. Erfindungsgemäß sind die Winkel α 1 und α 2 vorteilhafterweise gleich groß. Insbesondere ist in einem Winkelbereich von 5° bis 30° für die Winkel α- 1 , ß 1 und α 2 , ß 2 die Reibung zwischen den Flächen der jeweils aneinander anliegenden Schenkelseiten des Vorsprunges und der Ausnehmung ausreichend für eine sichere Klemmung. Darüber hinaus ist die Kräfteverteilung aufgrund der Winkelsymmetrie gleich und die Zentrierung des Vorsprungs in der Ausnehmung während des Umformens besonders sicher.

Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Buchse weist einen trapez- oder trapezoidförmigen Vorsprung auf. Diese Form hat die Vorteile, dass sich zum einen die Klemmelemente besonders leichtgängig reib- und formschlüssig ineinanderschieben lassen und zum anderen der Reibschluss optimiert wird.

Vorteilhafterweise weist der Vorsprung eine Höhe h 3 in Umfangsrichtung zwischen 2 und 8 mm auf, wobei die Höhe h 3 den größten Abstand von der Basisseite zu der gegenüberliegenden kurzen Grundseite des Vorsprungs beschreibt.

Vorteilhafterweise weist der Vorsprung eine Länge L 9 der langen Grundseite zwischen 2 und 6 mm auf.

Die erfindungsgemäße reibschlüssige Verbindung der Stoßenden ermöglicht vorteilhafter Weise auch Materialstreifen aus porösen Sinterwerkstoffen oder Streckmetallen, insbesondere mit imprägniertem Kunststoffgleitmaterial, zu Buchsen umzuformen und die Stoßenden derselben in Umfangsrichtung miteinander zu fixieren. Poröse und spröde Materialien, wie beispielsweise Streckmetall oder ein metallischer Sinterwerkstoff mit imprägnierter Kunststoff- Gleitschicht, eignen sich aufgrund geringerer Zugfestigkeit wenig, um die bekannten Verklinkungen an den Stoßenden durch plastische Verformung der Verklinkungselemente zu erzeugen. Generell kann eine Verklinkung mit Hinterschneidung aus diesen Materialien leichter beschädigt werden, was sogar zum Versagen der Buchse führen kann. Bei der erfindungsgemäßen Buchse erfolgt die Kraftübertragung zwischen den Klemmelementen wesentlich homogener und ohne oder nahezu ohne plastische Verformung des Materials, wodurch eine deutliche Steigerung der Lebensdauer der Buchse auch bei sensiblen Materialien mit wirksamer Fixierung der Enden möglich wird.

In einer weiter vorteilhaften Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Gleitlagerbuchse wenigstens eine Anlaufscheibe an der axialen Stirnseite auf.

Werden Anlaufscheiben direkt an der Buchse durch Umformung des Materialstreifens angeformt, so neigt die Buchse aufgrund von Rückstellkräften verstärkt zum Öffnen. Deshalb treten gerade bei solchen Buchsen hohe Kräfte an den Klemmelementen und dem Materialstreifen auf, denen insbesondere Materialstreifen aus einem porösen Sinterwerkstoff oder einem Streckmetall mit imprägniertem Kunststoffgleitmaterial aufgrund ihrer geringen Zugfestigkeit regelmäßig nicht Stand halten. Die Zugbelastung führt zu einem Versagen formschlüssig ineinandergreifender Verklinkungselemente während des oder nach dem U m- formungsprozess und somit tatsächlich zu einem Öffnen der Buchse. Die erfi ndungsgemäße Gleitlagerbuchse bewirkt infolge der reibschlüssigen Verbindung zwischen den Klemmelementen eine erhebliche Verbesserung. Die reibschlüssigen Klemmung zwischen dem Vorsprung und der Ausnehmung ist gerade bei besagten strukturschwächeren Materialien bei Zugbelastung in Umfangsrichtung wesentlich widerstandsfähiger als ein Formschluss.

In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Gleitlagerbuchse sind der Vorsprung und die Ausnehmung in der axialen Mitte der Buchse angeordnet.

Bei einer Gleitlagerbuchse ohne Anlaufscheibe befinden sich die Klemmeleme nte folglich in der Mitte des Materialstreifens, aus dem die Buchse umgeformt wird. Bei Buchsen mit einer einseitig angeformten Anlaufscheibe liegen die Klemmelemente außerhalb der Mitte des Materialstreifens. Und bei einer Buchse mit an beiden Stirnseiten angeformten Anlaufscheiben sind der Vorsprung und die Ausnehmung vorzugsweise wiederum in der axialen Mitte der umgeformten Buchse angeordnet.

Diese Ausführungsformen werden aus Gründen der Symmetrie bevorzugt.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend mit der Hilfe der Figuren näher erläutert. Es zeigen :

Figur 1 eine schematische Darstellung einer umgeformten Gleitlagerbuchse mit einer trapezförmigen Keilklemmung,

Figur 2 eine vergrößerte schematische Darstellung der trapezförmigen

Klemmelemente,

Figur 3 eine schematische Darstellung einer Gleitlagerbuchse mit trapezförmiger Keilklemmung und einer angeformten Anlaufscheibe,

Figur 4 eine schematische Darstellung der Gleitlagerbuchse mit trapezfö rmiger Keilklemmung und einer ersten aus dem Materialstreifen umgeformten Anlaufscheibe vor dem Anformen einer zweiten Anlaufscheibe,

Figur 5 eine schematische Darstellung der Gleitlagerbuchse gemäß Figur 4 nach dem Anformen einer zweiten Anlaufscheibe.

In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Gleitlagerbuchse 1 dargestellt, welche durch Umformen, insbesondere durch Roll- oder Biegeum- formen aus einem Materialstreifen 2 hergestellt ist. Die Buchse 1 weist trapezförmige Klemmelemente in Form eines Vorsprungs 3 an einem ersten Stoßende 6 des Materialstreifens 2 und einer mit dem Vorsprung 3 wechselwirkenden, komplementären Ausnehmung 4 an einem zweiten Stoßende 8 des Materialstreifens 2 auf. Der Vorsprung 3 und die Ausnehmung 4 sind derart geformt, dass sie ineinander einführbar und reibschlüssig miteinander verbindbar sind.

Figur 2 enthält zur Erläuterung der Geometrie der erfindungsgemäßen Klem melemente eine vergrößerte Darstellung der Stoßenden 6 und 8 des Materialstreifens 2 gemäß Figur 1 . Die Stoßenden sind zwecks Übersichtlichkeit voneinander beabstandet dargestellt. Der Vorsprung 3 weist zwei Grundseiten 9 und 10 auf. Die Grundseite 9, hierin auch als Basisseite bezeichnet, ist die längere der Grundseiten und grenzt an das erste Stoßende 6, genauer an die Stirnseite des ersten Stoßendes 6 des Materialstreifens 2 an. Die Basisseite 9 bildet also die gedachte Verbindungslinie zwischen den Flanken des Stoßendes 6 seitlich des Vorsprungs 3. Die kürzere Grundseite 1 0 ist parallel zur Basisseite 9 an dem freien Ende des Vorsprunges angeordnet. L 9 und L 0 kennzeichnen die Längen der Grundseiten 9 und 10 des Vorsprungs 3.

Die Ausnehmung 4 weist zu dem Vorsprung komplementär eine längerer Basisoder Grundseite 1 1 und eine kürzere, der Basisseite 1 1 gegenüberliegende Grundseite 12 auf. Die Basisseite 1 1 liegt in der Ebene des zweiten Stoßendes 8, genauer der Stirnseite des zweiten Stoßendes 8 des Materialstreifens 2. Die Grundseite 12 ist parallel zur Basisseite 1 1 in Umfangsrichtung 1 9 in den Materialstreifen 2 hinein versetzt angeordnet. L-n und L 2 kennzeichnen die Längen der Grundseiten 1 1 und 1 2 der Ausnehmung 4.

Der Vorsprung 3 weist ferner zwei in axialer Richtung 21 der Buchse 1 beabs- tandete Schenkelseiten 13, 14 und die Ausnehmung zwei korrespondierende Schenkelseiten 1 5 und 1 6 auf. Sind die Ecken 17 des Vorsprunges 3 oder der Ausnehmung 4 abgerundet, was in Figur 2 durch den Krümmungsradius R angezeigt wird, so sind die Längen L 9 , L- 10 , L- 11 und L- 12 durch die Schnittpunkte der verlängerten Schenkelseiten 1 3, 14, 1 5 und 1 6 mit den verlängerten Grundseiten 9, 10, 1 1 und 12 bestimmt.

In der Projektion auf die Mantelfläche der Buchse 1 betrachtet, verjüngen sich somit beide Klemmelemente 3 und 4 in Umfangsrichtung 19 von dem ersten zum zweiten Stoßende hin (Figur 1 ). Der Vorsprung 3 verjüngt sich von seiner Basisseite 9 hin zu seiner kürzeren Grundseiten 10. Folglich bildet der Vo rsprung 3 keine Hinterschneidungen aus. In der gleichen Richtung verjüngt sich die Ausnehmung 4 von ihrer längeren Basisseite 1 1 hin zu ihrer kürzeren Grundseiten 12 im Inneren des Materialstreifens 2. Es gilt demnach L 9 > L 0 und L 11 > L 12 .

Der Vorsprung 3 weist eine Höhe h 3 auf, die durch den größten Abstand zwischen der Basisseite 9 und der gegenüberliegenden kürzeren Grundseite 1 0 definiert ist. Sie beträgt vorzugsweise zwischen 2 und 8 mm. Die Länge L 9 der Basisseite 9 beträgt vorzugsweise zwischen 2 und 6 mm. Entsprechend weist die Ausnehmung 4 eine Höhe h 4 bevorzugt gleicher Gestalt und im Wesentlichen gleicher Dimension auf.

Die Schenkelseiten 1 3, 14 schließen mit der Umfangsrichtung 19 der Buchse 1 die Winkel α 1 und α 2 ein. Komplementär hierzu schließen die in axialer Richtung 21 der Buchse 1 beabstandeten Schenkelseiten 15 und 1 6 der Ausnehmung 4 mit der Umfangsrichtung 19 der Buchse 1 die Winkel ß 1 und ß 2 ein. Die Schenkelseite 1 3 des Vorsprungs 3 und die Schenkelseite 1 5 der Ausnehmung 4, sowie die Schenkelseite 14 des Vorsprungs 3 und die Schenkelseite 1 6 der Ausnehmung 4 liegen nach der Umformung des Materialstreifens 2 und dem Einführen des Vorsprunges 3 in die Ausnehmung 4 jeweils aneinander an. Die Winkel α 1 und ß 1 bzw. α 2 und ß 2 sind jeweils im Wesentlichen komplementär.

Insbesondere beträgt der Winkel α 1 zwischen 5 und 30° und der Winkel α 2 zwischen 0 und 60°.

Die zwischen den Schenkelseiten 1 3, 14 und der kurzen Grundseite 10 befindlichen Ecken 17 des Vorsprungs 3 können spitz zulaufen oder aber, wie bereits erwähnt, mit einem Krümmungsradius R versehen sein. Das Verhältnis R / h 3 des Radius R zur Höhe h 3 des Vorsprunges 3 liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 0 bis 0,5.

Die Ausnehmung 4 ist so eingerichtet, dass infolge der Umformung der Vo rsprung 3 und die Ausnehmung 4 formschlüssig in axialer Richtung 21 der Buchse 1 und reibschlüssig in Umfangsrichtung 1 9 der Buchse 1 ineinandergreifen.

In einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Buchse 1 sind die Klem melemente 3, 4 exakt komplementär zueinander. Die entsprechenden Schenkelseitenpaare 13, 15 und 14, 1 6, die Grundflächenpaare 9, 1 1 und 1 0, 1 2 sowie die Winkelpaare α 1 , ß 1 und α 2 , ß 2 des Vorsprungs 3 und der Ausnehmung 4 sind in ihrer Lage und ihrem Betrag nach identisch.

In einer weiteren Ausführungsform der in Figur 1 gezeigten Gleitlagerbuchse 1 sind der Vorsprung 3 und die Ausnehmung 4 nicht exakt komplementär zueinander. Das heißt, wenigstens eines der Schenkelseitenpaare 1 3, 15 und/oder 14, 1 6 und/oder der Grundseitenpaare 9, 1 1 und/oder 1 0, 12 und/oder der Wi n- kelpaare α 1 , ß 1 und/oder α 2 , ß 2 weichen in der Gestalt voneinander ab, dass eine verstärkte Klemmwirkung sichergestellt ist. Vorzugsweise gilt für wenigstens eines der Winkelpaare α 1 < ß 1 oder α 2 < ß 2 und das Grundseitenpaar 1 0, 1 2 L 10 > L 12 . Wahlweise gilt für wenigstens eines der Winkelpaare α 1 > ß 1 oder α 2 > ß 2 und das Grundseitenpaar 9, 1 1 L 9 > L 11 . Alternativ können bei identischen Winkeln α 1 = ß 1 und a 2 = ß 2 beide Grundseiten 9, 1 0 des Vorsprunges 3 länger gewählt werden als die korrespondierenden Grundseiten 1 1 , 1 2 der Ausnehmung 4: L 9 > L 11 und L-m > L 10 . Die Unterschiede sind freilich nur gering und betragen bevorzugt nur wenige Prozent der jeweil igen Abmessungen. In diesem Sinne werden hierin die exakt komplementären und die nicht exakt komplementären Klemmelemente als (im Wesentlichen) „komplementär" bezeichnet.

Der für die Umformung zur Buchse 1 verwendete Materialstreifen 2 kann in bekannter Weise einschichtig aufgebaut sein oder aus einem Schichtverbund mit unterschiedlichen Funktionsschichten bestehen. Insbesondere kann dieser eine tragende Streckmetallschicht oder einen Stahlrücken und eine poröse Sintermetallschicht, jeweils in Verbindung mit einer imprägnierten Kunststoffgleitschicht, beispielsweise auf PTFE-Basis, aufweisen.

Bei der in den Figuren 1 und 2 abgebildeten erfindungsgemäßen Gleitlagerbuchse 1 handelt es sich um eine Ausführungsform, bei der die Klemmelemente 3 und 4 in der axialen Mitte des Materialstreifens 2 angeordnet sind. Folglich sind die mittleren Abstände a und b zwischen den Schenkelseiten 1 3 bzw. 1 4 einerseits und 1 5 bzw. 1 6 andererseits zu der jeweils benachbarten Stirnseite 30 bzw. 31 der Gleitlagerbuchse 1 gleich groß. Weist die Gleitlagerbuchse 1 keine Anlaufscheibe auf, so befinden sich die Klemmelemente 3 und 4 dann auch in der axialen Mitte der Buchse 1 .

In der Figur 3 ist eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Gleitlagerbuchse V mit Anlaufscheibe 22 dargestellt. Diese Anlaufscheibe 22 ist vorzugsweise durch Umformen eines einstückigen Materialstreifens 2' herge- stellt. Er definiert die Stirnseite 30 der Buchse 1 . Die Klemmelemente 3 und 4 sind wiederum in der axialen Mitte der Buchse 1 angeordnet, die Abstände a und b also gleich groß. Aufgrund des für die Anlaufscheibe 22 benötigten Materials des Materialstreifens 2 sind die Klemmelemente 3 und 4 jedoch nicht in der Mitte des ursprünglichen Materialstreifens 2 angeordnet.

Figur 4 zeigt eine weitere Gleitlagerbuchse 1 " mit einer einseitig angeformten Anlaufscheibe 22. Dies stellt einen Zwischenzustand der Buchse 1 " dar, die nach erfolgtem Einbau in einen Lagersitz auch auf der gegenüberliegenden, offenen Stirnseite 31 durch Umformung mit einer Anlaufscheibe versehen we rden soll. Im Unterschied zu der Ausführungsform in Figur 3 befinden sich die Klemmelemente 3 und 4 deshalb in diesem Zustand nicht in der axialen Mitte der Buchse 1 ", sondern aus Symmetriegründen in der Mitte des Materialstrei- fens 2". Der Abstand der Klemmelemente zu der offenen Stirnseite 31 ist größer als der Abstand zu der Stirnseite 30 mit der Anlaufscheibe 22.

In der Figur 5 ist die in der Figur 4 dargestellte Buchse 1 " nach Anformen einer zweiten Anlaufscheibe 23 abgebildet. Die Buchse ist also in ihrer Einbauform (ohne Darstellung des Lagersitzes) gezeigt. Hiernach sind die Klemmelemente 3 und 4 wieder in der axialen Mitte der fertigen Buchse 1 " angeordnet.

Selbstverständlich können im Sinne der Erfindung anstelle jeweils eines Klemmelements an jeder Stoßkante auch jeweils mehrere Klemmelemente vorgesehen sein. Diese Klemmelemente können gleichsinnig oder auch wechselseitig angeordnet sein, d.h. mehrere Vorsprünge und die komplementären Ausnehmungen können an demselben oder an den gegenüberliegenden Stoßenden angeordnet sein. Bezugszeichenliste

1 , 1 ', 1 " Buchse

2, 2', 2" Materialstreifen

3 Vorsprung

4 Ausnehmung

6 erstes Stoßende

8 zweite Stoßende

9 erste Grundseite/ Basisseite des Vorsprungs

10 zweite Grundseite des Vorsprungs

1 1 erste Grundseite/ Basisseite der Ausnehmung

12 zweite Grundseite der Ausnehmung

13 erste Schenkelseite des Vorsprungs

14 zweite Schenkelseite des Vorsprungs

15 erste Schenkelseite der Ausnehmung

1 6 zweite Schenkelseite der Ausnehmung

17 Ecke

19 Umfangsrichtung der Buchse

21 axiale Richtung der Buchse

22 Anlaufscheibe

23 Anlaufscheibe

30 Stirnseite der Buchse

31 Stirnseite der Buchse a Abstand Zwischen Schenkelseite des Vorsprungs oder der Ausnehmung und Stirnseite der Buchse

b Abstand Zwischen Schenkelseite des Vorsprungs oder der Ausnehmung und Stirnseite der Buchse

R Radius der Ecken h 3 Höhe des Vorsprungs

h 4 Tiefe der Ausnehmung

L 9 Länge der ersten Grundseite des Vorsprungs

L-10 Länge der zweiten Grundseite des Vorsprungs

L 11 Länge der ersten Grundseite der Ausnehmung

L- 12 Länge der zweiten Grundseite der Ausnehmung α-1 , α 2 Winkel zwischen Schenkelseiten des Vorsprungs und Umfangs- richtung der Buchse

ß-1 , ß 2 Winkel zwischen Schenkelseiten der Ausnehmung und Umfangs- richtung der Buchse