Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
CALIBRATION OF DUST LOAD FLOW MEASURING SYSTEMS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/037009
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for calibrating a dust load flow measuring system, wherein the dust delivery line (5) leading from a metering vessel (1) to the gasification reactor (4) can be connected in the delivery direction downstream of the installed dust load flow measuring device (3) instead of to the gasification reactor with a calibration line (6) leading to the input sluice (2). The input sluice is provided with a weighing unit (WG) such that the weight of the content of the input sluice can be determined. A settable differential pressure (PIC) is controlled between the metering vessel and the input sluice (10). From the set differential pressure and the change of the weight in the input sluice, the dust load flow can be determined in a time interval. The advantages are that necessary functional tests and calibration experiments in dust input systems of gasification units can be carried out with only minor additional effort under on-site delivery conditions and with sufficiently long experiment durations.

Inventors:
TIETZE, Günter (Albert-Einstein-Str. 1H, Freiberg, 09599, DE)
FISCHER, Norbert (Poststr. 11, Lichtenberg, 09638, DE)
HANNEMANN, Frank (Am Ruhstein 42, Buckendorf, 91054, DE)
Application Number:
EP2008/058059
Publication Date:
March 26, 2009
Filing Date:
June 25, 2008
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Wittelsbacherplatz 2, München, 80333, DE)
TIETZE, Günter (Albert-Einstein-Str. 1H, Freiberg, 09599, DE)
FISCHER, Norbert (Poststr. 11, Lichtenberg, 09638, DE)
HANNEMANN, Frank (Am Ruhstein 42, Buckendorf, 91054, DE)
International Classes:
G01F25/00
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Kalibrierung eines Staubmassenstrommess-Sys- tems demzufolge - die von einem Dosiergefäß (1) zum Vergasungsreaktor (4) führende Staubförderleitung (5) in Förderrichtung hinter der installierten Staubmassenstrommess- Einrichtung (3) anstelle mit dem Vergasungsreaktor mit einer zu der Eintragschleuse (2) führenden Kalibrierleitung (6) verbindbar ist,

— die Eintragschleuse mit einer Wägeeinrichtung (WG) ausgestattet ist, derart, dass die Masse des Inhalts der Eintragschleuse ermittelbar ist,

— ein vorgegebener Differenzdruck (PIC) zwischen Dosier- gefäß und Eintragschleuse geregelt wird,

— aus dem vorgegebenen Differenzdruck und der änderung der Masse in der Eintragschleuse in einem Zeitintervall der Staubmassenstrom ermittelbar ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Staubförderleitung (5) in Förderrichtung hinter der installierten Staubmassenstrommess- Einrichtung (3) mit dem Vergasungsreaktor verbunden wird und der ermittelte Staubmas- senstrom nach Maßgabe des vorgegebenen Differenzdrucks zwischen Dosiergefäß und Vergasungsreaktor in den Vergasungsreaktor gefördert wird.

3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Betriebsdruck im Dosiergefäß konstant gehalten wird.

4 . Verfahren nach Anspruch 3 d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s der vorgegebene Differenzdruck (PIC) zwischen Dosiergefäß und Eintragschleuse durch Regelung (10) der Ableitung des Fördergases aus der Eintragschleuse erfolgt.

5. Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzei chnet , das s das abgeleitete Fördergas aus der Eintragschleuse gefiltert (9) wird.

6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2 dadurch gekennzei chnet , das s im Empfangsbehälter auf konstanten Absolutdruck geregelt wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6 dadurch gekennzei chnet , das s der vorgegebene Differenzdruck (PIC) zwischen Dosiergefäß und Eintragschleuse durch eine Gaszu- bzw. -abführung in bzw. aus dem Dosiergefäß geregelt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 2 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass im laufenden Vergasungsbetrieb die überschreitung einer Abweichung zwischen dem nach Maßgabe des eingestellten Differenzdrucks geförderten Staubmassenstrom einerseits und einer Kohlenstoffbilanzierung über den Vergasungsreaktor andererseits ausgewertet wird.

Description:

Beschreibung

Kalibrierung von Staubmassenstrommess-Systemen

Der Anmeldungsgegenstand betrifft Verfahren zur Kalibrierung eines Staubmassenstrommess-Systems mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

In Vergasungsanlagen muss die dem Vergasungsreaktor zuge- führte Brennstoffmenge messtechnisch sehr genau erfasst werden. Das gilt insbesondere auch für Kohlenstaubdruckver- gasungsanlagen mit pneumatisch arbeitenden Staubeintragsystemen. Vor der Erstinbetriebnahme derartiger Anlagen sind Funktionstests und Kalibrierversuche der eingesetzten Staubmas- senstrommess-Systeme erforderlich. In bestimmten Zeitabständen sowie nach längeren Betriebsunterbrechungen sind diese überprüfungen zu wiederholen. Wünschenswert ist die Durchführung derartiger Tests und überprüfungen unter möglichst betriebsnahen Bedingungen. Auch im laufenden Vergasungsbe- trieb sind kontinuierliche Plausibilitätsüberprüfungen der Staubmassenstrommess-Systeme sinnvoll, um das allmähliche Wegdriften der Mess-Systeme rechtzeitig zu erkennen.

Bekannt sind Vorrichtungen zur Durchführung der erforderli- chen Funktionstests und Kalibrierungen unter Verwendung separater Wägebehälter. Hierbei wird aus dem Dosiergefäß des Staubeintragsystems in einen auf Wägezellen montierten Wägebehälter gefördert.

Die Realisierung betriebsnaher Förderbedingungen bei Betriebsdrücken oberhalb 4 MPa (40 bar) sowie hinreichend langer Versuchszeiten sind hierbei jedoch sehr aufwendig. Für mehrsträngige Vergasungsanlagen ist die Aufstellung mehrerer Wägebehälter regelmäßig nicht zu vermeiden. Für die Plausibilitätsüberprüfung ermittelter Messwerte für den Staubdurchsatz ist es üblich, den Differenzdruck zwischen Dosiergefäß und Reaktor heranzuziehen. Diese Verfahrensweise liefert jedoch nur dann brauchbare Ergebnisse, wenn in den Staubförderleitungen keine veränderbaren Strömungshindernisse

(z.B. Regelarmaturen) enthalten sind und ein möglichst enger Bereich der Förderdichte gewährleistet wird. Diese Methodik kann sich auch bei einem Wechsel der Kohlequalität oder bei einer Veränderung der Körnungsparameter bzw. des Feuchtege- halts des Vergasungsstaubs als nicht oder nur eingeschränkt brauchbar erweisen. Nachteilig hierbei ist, dass für die Plausibilitätsüberprüfung der Staubmassenstrommessung auf Messwerte zurückgegriffen werden muss, die auch in die Staubmassenstrommessung selbst einfließen.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren zur Kalibrierung eines Staubmassenstrommess-System für eine Brennstaub-Vergasungseinrichtung zu schaffen, das eine hohe Genauigkeit im Vergasungsbetrieb mit sich bringt.

Das Problem wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst.

Die Erfindung umfasst die Nutzung einer von mehreren ohnehin erforderlichen Eintragschleusen des Staubeintragsystems als Empfangsbehälter für die bei Funktionstests und Kalibrierungen der Staubmassenstrommesstechnik notwendigen Förderversuche .

Dazu ist die hierfür vorgesehene Eintragschleuse mit Wägezellen WG ausgestattet. Für die Durchführung der Kalibrierungen sind ferner Vorkehrungen für eine vollständige kräftemäßige Entkopplung der betreffenden Eintragschleuse im Stahlbau zu treffen. Zur Ableitung des Fördergases aus der Schleuse ist weiterhin eine geeignete Filtereinrichtung vorgesehen, die die Entstaubung des abzuleitenden Fördergases unter Druckbe- dingungen gestattet. Das entstaubte Fördergas wird über ein

Regelventil abgeleitet, welches gleichzeitig für die Regelung des Differenzdrucks zwischen Dosiergefäß und Empfangsbehälter/Schleuse genutzt werden kann. Der Betriebsdruck im Dosiergefäß wird in diesem Falle konstant gehalten. Alternativ hierzu kann eine konstante Absolutdruckregelung im Empfangsbehälter/Schleuse erfolgen und die Differenzdruckregelung durch eine geregelte Gaszu- bzw. -abführung in bzw. aus dem Dosiergefäß realisiert werden. Die hierfür erforderliche

Regelung ist für die Inbetriebnahme des Systems ohnehin notwendig.

Ein weiteres erfindungsgemäßes Merkmal besteht darin, dass die bisher üblicherweise angewandte Plausibilitätskontrolle der Staubmassenstrommessung im Vergasungsbetrieb mittels der Bewertung des Differenzdrucks zwischen Dosiergefäß und Reaktor durch eine Kohlenstoffbilanz über den Vergasungsprozess ergänzt oder ersetzt wird

Die Erfindung nutzt eine der ohnehin erforderlichen Eintragschleusen des Staubeintragsystems als Empfangsbehälter bei den Förderversuchen, die bei Funktionstests und für die Kalibrierung der Staubmassenstrommess-Systeme in Vergasungsanlagen mit pneumatisch arbeitenden Staubeintragsystemen unumgänglich sind.

Die Vorteile bestehen darin, dass erforderliche Funktionstests und Kalibrierversuche in Staubeintragsystemen von Vergasungsanlagen mit nur geringem zusätzlichen Aufwand unter betriebsnahen Förderbedingungen und mit ausreichend langer Versuchsdauer durchgeführt werden können.

Bei Plausibilitätsüberprüfungen der Staubmassenstrommessungen im laufenden Vergasungsbetrieb können Auswirkungen störender Einflussgrößen, die sich auf den Druckverlust in den Förderleitungen auswirken, vermindert bzw. ausgeschlossen werden, indem eine Kohlenstoffbilanzierung über den Vergasungsreaktor einbezogen wird. Das betrifft Einflussgrößen wie veränderte Förderbedingungen ( Strömungsgeschwindigkeit; Förderdichte ), veränderliche Strömungshindernisse (z.B. Regel- armaturen) oder Kohlenstaubparameter (Feuchte, Körnungsaufbau, Reindichte u.a.).

Die Erfindung wird im Folgenden als Ausführungsbeispiel in einem zum Verständnis erforderlichen Umfang anhand einer Figur näher erläutert. Dabei zeigt:

Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel für die Durchführung von Funktionstests der Staubförderung und Kalibrierungen der Staub-

massenstrommesstechnik im Staubeintragsystem einer Vergasungsanlage .

Die vom Dosiergefäß (1) zum Vergasungsreaktor (4) führende Staubförderleitung (5) wird im Anschluss an die installierte Staubmassenstrommess- und überwachungstechnik (3) auf die zu einer Eintragschleuse (2) führende Kalibrierleitung (6) umgebunden . Die Staubförderleitung (5) ist also in Förderrichtung hinter der installierten Staubmassenstrommess- und überwachungstechnik (3) anstelle des Vergasungsreaktors mit der zu der Eintragschleuse (2) führenden Kalibrierleitung ( 6) verbindbar . Diese Eintragschleuse (2) ist mit Wägezellen ausgestattet und kräftemäßig entkoppelt im Stahlanbau angeordnet. Ferner wird die Eintragschleuse zur Durchführung der Tests mit einer Filtereinrichtung (9) zur Entstaubung des abzuführenden Fördergases (11) unter Druckbedingungen von z.B. 4 MPa (40 bar) oder höher ausgerüstet. Die Ableitung des entstaubten Fördergases erfolgt über eine Differenzdruckregelung (10) zwischen Dosiergefäß und Eintragschleuse. Das Dosiergefäß arbeitet hierbei mit konstantem Betriebsdruck.

Durch Variation des Differenzdrucks zwischen Dosiergefäß und Eintragschleuse wird der im jeweiligen Test angestrebte Staubmassenstrom eingestellt. Dies erfolgt analog zur Einstellung des Staubmassenstroms im Vergasungsbetrieb durch die Regelung des Differenzdrucks zwischen Dosiergefäß und Vergasungsreaktor .

Auf die beschriebene Art und Weise kann die Staubförderung sowie die Staubmassenstrommess- und -überwachungstechnik in sämtlichen Staubförderleitungen einer Vergasungsanlage getes- tet bzw. kalibriert werden.

Nach Entleerung des Staubinhalts der Eintragschleuse (2) in das Dosiergefäß (1) können die Tests beliebig oft wiederholt werden .