FRIEDRICH, Peter (Schlüsselgasse 2/10, Wien, A-1040, AT)
| Ansprüche 1. Hülse (1 ) für eine Rohrpostanlage mit einem Hülsenrohr (7), das mit mindestens einem Deckel (3), der aus mehreren Deckelsektoren (4) gebildet ist, verschlossen ist, wobei jeder Deckelsektor (4) um eine eigene, jeweils tangential zur Hülse (1) und normal zur Hülsenlängsachse (18) liegende Drehachse (5) schwenkbar gelagert ist, wobei jede dieser Drehachsen (5) in einem das Hülsenrohr (7) umfassenden Betätigungsring (19) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsring (19) vom Hülsenende weiter weg als die Drehachsen (5) der Deckelsektoren (4) eine ringförmige Nut (6) besitzt, die normal zur Hülsenlängsachse (18) der Hülse (1) angeordnet ist. 2. Hülse nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass beide Enden der Hülse mit einem wie in Anspruch 1 gekennzeichneten Deckel (3) verschlossen sind. 3. Hülse nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser der Hülse (1) im Bereich (20) von der Mitte der Hülse (1) bis zu den Deckeldrehachsen (5) im Bereich der Deckeldrehachsen (5) maximal ist. 4. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (1) im mittleren Bereich des Hülsenrohrs (7) am Außenumfang eine Verdickung (8), vorzugsweise einen Ring, besitzt. 5. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder drei Deckelsektoren (4) vorgesehen sind. 6. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei geöffnetem Deckel (3) die Deckelsektoren (4) von dem Hülsenrohr (7) axial überragt werden. 7. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelsektoren (4) um ihre Drehachse (5) in Richtung Schließstellung vorgespannt sind. 8. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelsektoren (4) durch Magnete in der Geschlossenstellung fixiert sind. 9. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (1) an jedem offenbaren Ende eine Dichtung, vorzugsweise eine Dichtplatte, aufweist. 10. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (3) mit einem Transponder ausgestattet ist. 11. Rohrpoststation mit Festhaltemechanik (11) und Laderohr (19), dadurch gekennzeichnet, dass zum Greifen einer Hülse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 die Festhaltemechanik (11) mindestens ein Festhalteelement (14) aufweist, das an einer Seite einen u-förmigen bzw. kreisbogenförmigen Randteil (15) besitzt, wobei dieser Teil zum formschlüssigen Eingriff in die ringförmigen Nut (6) des Betätigungsrings (19) zum Festhalten ausgebildet ist. 12. Rohrpoststation nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Laderohr (9) in der Nähe des offenen Endes einen Sensor (10) eingebaut hat. 13. Rohrpoststation nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Laderohr (9) ein mechanisches Förderelement, vorzugsweise einen Förderriementrieb, im Bereich des offenen Endes des Laderrohrs (9) eingebaut hat. |
Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hülse für eine Rohrpostanlage nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Rohrpoststation mit Festhaltemechanik und Laderohr.
Stand der Technik
[0002] Eine derartige Hülse bzw. eine derartige Rohrpoststation ist aus der EP 697354 B bekannt. Die Hülse ist durch einen Deckel verschließbar, der aus mehreren Deckelsektoren gebildet ist, und jeder dieser Deckelsektoren ist um eine eigene, jeweils tangential zur Hülse und normal zur Hülsenlängsachse liegende Drehachse an einem Betätigungsring schwenkbar gelagert. Der Betätigungsring weist einen nach außen ragenden Vorsprung auf und ist parallel zur Hülsenlängsachse verschiebbar um die Hülse herum angeordnet. Zum Öffnen dieser Hülse ist in einer Rohrpoststation ein Laderohr vorgesehen, welches Laderohr sich in Richtung offenes Ende erweitert und in dessen nicht erweitertem Teil seitlich am Umfang angeordnete Greifer zum Ergreifen des Betätigungsrings in das Laderohr ragen. Wenn die Hülse zum Öffnen in das Laderohr der Rohrpoststation gebracht wird, kommen die am Umfang des Laderohres nach innen ragenden Greifer in Eingriff mit dem nach außen ragenden Vorsprung des Betätigungsringes und ziehen diesen entlang der Hülsenachse vom Deckel weg, wodurch sich der Deckel öffnet.
[0003] Diese Hülse lässt sich in einer Rohrpoststation automatisch öffnen und schließen, eignet sich somit zum automatischen Beladen und Entladen.
[0004] Nachteilig bei derartigen Hülsen ist der zum Öffnen der Hülse nach außen ragende Vorsprung des Betätigungsringes. Dieser Vorsprung ist notwendig, damit die Greifer des Laderohres den Betätigungsring greifen können. Da dieser nach außen ragende Vorsprung aufgrund der auftretenden Kräfte beim Eingriff der Greifer des Laderohres entsprechend dimensioniert sein muss, ragt dieser Vorsprung sehr nahe an die Innenwand des Fahrrohres heran. Durch diese Konstruktion ist ein Einsatz derartiger Hülsen bei kleinen Fahrrohrdimensionen nicht möglich.
[0005] Außerdem sind derartige Hülsen ungünstig, da durch den nach außen ragenden Vorsprung die Rohrpostanlage nur große Bogenradien aufweisen darf. Dies ist vor allem von Nachteil, wenn die Rohrpoststation als Bestandteil eines Arbeitsplatzes ausgeführt ist bzw. die Rohrpoststation in eine Arbeitsfläche integriert werden soll. Bei dieser Anwendung sind vorgeschriebene Arbeitshöhen und Einbaumaße vorgegeben und eine ergonomische Bedienung einer Rohrpoststation der bekannten Art nicht möglich.
[0006] Weiters ist nachteilig, dass das zum Öffnen der Hülse notwendige Laderohr mit den Greifern auf Grund der auftretenden Kräfte beim Öffnungsvorgang sehr stabil sein muss und dadurch große Einbaumaße der Rohrpoststation entstehen, was wiederum einen Einbau in Tischen oder anderen Arbeitsplätzen erschwert.
Darstellung der Erfindung
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Hülse der eingangs genannten Art bzw. die entsprechende Rohrpoststation derart zu verbessern, dass ein Einsatz in Rohrpostanlagen mit engen Bogenradien möglich ist; weiters soll ein Einbau in bestehende Laborplätze sowie eine Anbindung an Laboreinrichtungen wie Analysegeräte möglich sein, und die Rohrpoststation soll kleine Rohrdurchmesser haben, sodass ergonomische Arbeitsplätze möglich sind.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Hülse der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Betätigungsring vom Hülsenende weiter weg als die Drehachsen der Deckelsektoren eine ringförmige Nut besitzt, die normal zur Hülsenlängsachse der Hülse angeordnet ist.
[0009] Zum Öffnen der Hülse wird diese nach Ankunft in einer Rohrpoststation durch ein mechanisches Förderelement, welches als Schiebestempel oder vorzugsweise als Riementrieb ausgeführt sein kann, in Richtung Ladeöffnung der Rohrpoststation bewegt. Die Festhaltemechanik der Rohrpoststation weist mindestens ein Festhalteelement auf, das auf einer Seite einen u-förmigen bzw. kreisbogenförmigen Randteil besitzt, wobei dieser Teil zum formschlüssigen Eingriff in die ringförmige Nut des Betätigungsrings zum Festhalten ausgebildet ist. Der Ladeöffnung vorgelagert ist ein Sensor im Laderohr angebracht, welcher die ankommende Hülse erkennt, zu einem gesteuerten Zeitpunkt das Festhalteelement in die Nut des Betätigungsrings eingreifen lässt und auf diese Art den Betätigungsring festhält.
[0010] Bei der vorliegenden Erfindung kann die Hülse einseitig mit einem oben beschriebenen offenbaren Deckel und an der anderen Seite mit einem nicht offenbaren Deckel ausgestattet sein, aber gegebenenfalls auch mit beidseitiger Ausführung des offenbaren Deckels.
[0011] Es ist günstig, wenn der Außendurchmesser der Hülse im Bereich von der Mitte der Hülse bis zu den Deckeldrehachsen im Bereich der Deckeldrehachsen maximal ist. Anders ausgedrückt steht der Betätigungsring auf Höhe der Deckeldrehachsen in diesem Bereich am weitesten vor, sodass gute Kurvengängigkeit erzielt wird.
[0012] Das mechanische Förderelement, vorzugsweise ein Riementrieb, schiebt bei Ankunft einer Hülse die Hülse weiter in Richtung Stationsöffnung, wodurch das Hülsenrohr die Deckelsektoren in Öffnungsstellung bringt, während der Betätigungsring durch das Festhalteelement fixiert ist. Als Anschlag für die Öffnungsbewegung ist am Umfang des Hülsenrohres im mittleren Teil des Hülsenrohres am Außenumfang eine Verdickung, vorzugsweise ein Ring, vorgesehen, wodurch die Bewegung des Hülsenrohres in Richtung Laderohr stoppt. Die Position dieses Anschlages wird in Abhängigkeit von der Hülsenlänge gewählt.
[0013] Die Hülsenöffnung ist nun frei zugänglich und der Inhalt kann leicht entnommen bzw. die Hülse kann leicht befüllt werden, wenn bei geöffnetem Deckel die Deckelsektoren von dem Hülsenrohr axial überragt werden.
[0014] Zum Schließen der Hülse bewegt der Riementrieb die Hülse weg von der Stationsöffnung, und sobald die Deckelsegmente das Ende des Hülsenrohres erreichen, werden diese durch die Federkraft der Scharniere wieder geschlossen. Durch diese Konstruktion des Systems Hülse-Rohrpoststation ist ein automatisches Öffnen und Schließen der Rohrposthülse in jeder Lage in der Rohrpoststation möglich, sofern die Deckelsektoren um ihre Drehachse entsprechend vorgespannt sind. Weiters ist diese Ausführung sowohl für einen Stationsbetrieb mit Ankunft von oben als auch für Ankunft von unten geeignet.
[0015] Um eine zuverlässige Fixierung der Deckelsegmente in der
Geschlossenstellung zu erreichen, ist es zweckmäßig, dass die Deckelsektoren durch Magnete in der Geschlossenstellung fixiert sind. Magnete haben in unmittelbarer Nähe eine sehr große Haltekraft, die aber mit zunehmendem Abstand schnell abnimmt. Magnete fixieren also gut in der Geschlossenstellung, erhöhen aber den Kraftaufwand beim Öffnen nur ganz zu Beginn. Im Gegensatz dazu würden entsprechend stärkere Federn den Kraftaufwand beim Öffnen generell erhöhen und somit eine entsprechend größere Dimensionierung aller beteiligten Elemente erforderlich machen. Durch solche Magnete wird also mit geringem Aufwand ein unbeabsichtigtes Öffnen der Deckelsegmente im System oder auch vor oder nach dem Be- bzw. Entladen der Hülse verhindert.
[0016] Bei Anwendungen in Krankenhäusern mit Anbindung an automatische Laboreinrichtungen werden vor allem „kritische" Proben wie z.B. Blutproben transportiert. Für den Transport solcher Stoffe ist bei der vorliegenden Erfindung das Hülsenrohr so gestaltet, dass es eine Dichtung bzw. eine Dichtplatte an seinem Ende aufnehmen kann. Bei dieser nicht zwingenden Verwendung einer entsprechenden Dichtplatte kann eine dichte Ausführung der Hülse erreicht werden, wodurch ein Auslaufen von Flüssigkeiten aus der Hülse verhindert wird.
[0017] Um in der Rohrpoststation die verschiedenen Hülsentypen erkennen zu können, werden die Hülsendeckel mit Transpondern ausgestattet, mittels derer in der Rohrpoststation Hülsendeckel und Hülsenrichtung erkannt werden können. Wird nun eine Rohrposthülse einer anderen Hülsentype oder mit der falschen Richtung in die Rohrpoststation eingeschleust, wird dies durch Auslesen der am Transponder gespeicherten Informationen erkannt. Somit kann das System falsch gesendete Rohrposthülsen retour senden oder an einem anderen Ort der Rohrpostanlage wenden und nochmals senden. [0018] Die kompakte Ausführung des Hülsendeckels in Verbindung mit dem gedrängten Aufbau der Rohrpoststation mit Festhalteteil ermöglicht einen Einbau in ergonomische Arbeitsplätze bzw. Arbeitsflächen, wie z.B. in Krankenhauslabors. Diese Arbeitsplätze weisen weltweit eine vorgeschriebene ergonomische Arbeitshöhe auf, welche bisher den Einbau von Rohrpoststationen mit Ankunft von unten nicht möglich machte. Durch die vorliegende Erfindung können engere Bogenradien der Fahrrohre verwendet werden, und somit kann die Rohrpoststation in die Arbeitsfläche integriert werden.
[0019] Dadurch wird die Benutzerfreundlichkeit der Rohrpost in diesen Anwendungsbereichen erheblich verbessert.
[0020] Einen weiteren Vorteil stellt die vorliegende Erfindung bei der Anbindung an automatische Analysestraßen in Krankenhäusern oder in der Industrie dar, da hier durch die vorliegende Konstruktion der Einbau in bestehende Laboreinrichtungen ermöglicht wird. Weiters ist durch die frei zugängliche Hülsenöffnung ein Zugriff auf das Transportgut durch einen Roboterarm zur automatischen Entladung und Beladung ohne Behinderung möglich.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfindung näher erläutert. Es zeigt: Fig. 1 eine Darstellung der erfindungsgemäßen Rohrposthülse mit einseitig ausgeführtem offenbaren Deckel in geschlossenem Zustand; Fig. 2 eine isometrische Ansicht der erfindungsgemäßen Rohrposthülse mit der erfindungsgemäßen Festhaltemechanik; Fig. 3 die erfindungsgemäße Rohrposthülse in geöffnetem Zustand mit erfindungsgemäßer Festhaltemechanik; und Fig. 4 einen Achsenschnitt einer erfindungsgemäßen Rohrposthülse.
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
[0022] In Fig. 1 ist die Ansicht einer einseitig offenbaren Hülse 1 dargestellt. Die Hülse 1 besteht aus einem nicht offenbaren Hülsendeckel 2 und einem automatisch offenbaren Deckel 3, bestehend aus vorzugsweise drei Deckelsektoren 4, welche vorzugsweise unter Federvorspannung, jeder um eine Drehachse 5 drehbar gelagert, mit dem Betätigungsring 19 verbunden sind. Dieser Betätigungsring weist eine ringförmige Nut 6 auf, die normal zur Hülsenlängsachse 18 verläuft. Die beiden Deckel 2 und 3 sind durch ein Hülsenrohr 7 verbunden, auf welchem Hülsenrohr 7 eine Verdickung 8, vorzugsweise in der Form eines Ringes, gefertigt ist, um als Anschlag beim Öffnen der Hülse 1 zu dienen und den Öffnungsvorgang zu beenden.
[0023] Fig. 2 zeigt eine Hülse 1 in einem Laderohr 9 einer nicht dargestellten Rohrpoststation in Detektierposition eines Sensors 10, der in vorgeschalteter Position zur Festhaltemechanik 11 angebracht ist. Die Festhaltemechanik besteht aus einem Antrieb 12, einer Grundplatte 13 und einem Festhalteelement 14, welches eine Seite mit kreisbogenförmigem Randteil 15 besitzt, der formschlüssig zur Nut 6 ausgefertigt ist. Der Sensor 10 detektiert die ankommende Hülse 1 , und zeitmäßig angesteuert befördert ein nicht dargestelltes mechanisches Förderelement, welches vorzugsweise als Riementrieb ausgeführt ist, die Hülse 1 in Richtung Stationsöffnung 16.
[0024] Wird diese Stationsöffnung 16 erreicht, wird das Festhalteelement 14 durch den von einer Steuerung aktivierten Antrieb 12 in die Nut 6 des Betätigungsrings 19 geschoben, wodurch der Betätigungsring 19 in seiner Position festgehalten wird.
[0025] Fig. 3 zeigt die Stellung der Hülse, nachdem das Hülsenrohr 7 die
Deckelsektoren 4 geöffnet hat und das Festhalteelement 14 in die Nut 6 eingreift. Das Hülsenrohr 7 überragt die Deckelsektoren 4. Das Hülsenrohr 7 bzw. die Hülsenöffnung 17 sind frei zugänglich.
[0026] In Fig. 4 ist zu erkennen, dass im Bereich direkt oberhalb der
Deckeldrehachsen 5 der Außendurchmesser maximal ist. Außerdem zeigt Fig. 4, wie der Deckel 3 mit Betätigungsring 19 und ringförmiger Nut 6 das Hülsenrohr 7 im geschlossenen Zustand der Hülse umgreift.
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