SCHULZ-DOBRICK, Martin (Friedrich-Karl-Str. 4, Mannheim, 68165, DE)
GOD, Colin (Jakoministrasse 31/2/6, Graz, A-8010, AT)
MOSER, Olivia (Reitschulgasse 10, Graz, A-8010, AT)
BAYER, Cornelia (Jakoministrasse 31/II/6, Graz, A-8010, AT)
KOLLER, Stefan (Jakoministrasse 28, Graz, A-8010, AT)
LEITNER, Klaus (Danziger Platz 3, Ludwigshafen, 67059, DE)
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| Patentansprüche Kathode (A) für Li-Ionen-Akkumulatoren umfassend (a1 ) mindestens einen Stromsammler, (a2) mindestens eine Schicht enthaltend mindestens ein kathodenaktives Li- Ionen einlagerndes/abgebendes Material, wobei mindestens ein Teil der Schicht (a2) verdichtet ist und/oder die der Anode zugewandte Seite der Schicht (a2) mindestens eine Schicht (a3) aufweist, die mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyt enthält, wobei der Festelektrolyt aus der Gruppe bestehend aus anorganischen Festelektrolyten sowie Mischungen davon ausgewählt und in dem im Li-Ionen-Akkumulator verwendeten Elektrolytsystem (B) nicht löslich ist. Kathode (A) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Li-Ionen leitenden anorganischen Festelektrolyte ausgewählt sind aus Oxiden von Metallen und Halbmetallen mit einer Schichtdicke von 1 nm bis 50 Mikrometer und keramischen, glasartigen und glaskeramischen Festelektrolyten. Kathode (A) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die keramischen, glasartigen und glaskeramischen Festelektrolyten ausgewählt sind aus Oxiden, Sulfiden, Phosphaten und Mischungen davon. Kathode (A) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Li-Ionen leitende Festelektrolyt ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus den Oxiden Al203, Si02, Zr02 und Ti02 mit einer Schichtdicke von 1 nm bis 50 Mikrometer und den keramischen, glasartigen oder glaskeramischen Festelektrolyten der Gruppe bestehend aus Li2S-P2S5, Li2S-P2S5- Li4Si04, Li2S-Ga2S3-GeS2, Li2S-Sb2S3-GeS2, Li3,25Ge0,25Po,75S4, Li4,2Ge0,8Ga0,2S , Li2,2 no,iZri,9S3, Li2S-GeS2-P2S5, Li2S-SiS2-AI2S3, Li2S-SiS2-P2S5, Li2S-SiS2, Li3P04-Li2S-SiS2, Li2S-SiS2-Li4Si04, (La,Li)Ti03 wie Lio,5Lao,5Ti03, Li2-xMg2xTi03+x, Li2xZn2-3xTi1 +x04, Li5La3Ta20i2, Li6La2CaTa20i2, Li6La2CaNb20i2, Li6La2SrNb20i2, Li2Nd3TeSbOi2, Li3BO2,5N0,5, Li9SiAI08, Li2+2xZn1-xGe04, Li1+xAlxGe2-x(P04)3, Lii+xTi2-xAlx(P04)3, Li1 +xTi2-xAlxSiy(P04)3-y, LiTi0,5Zr1 ,5(PO4)3, LixAIZr[P04]3, Li3Fe2(P04)3. Kathode (A) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine kathodenaktive Material ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus LiCo02, LiNi02, LiMn202, LiMn02, Li enthaltende Mischoxide mit Ni, Mn und/oder Co mit Metallen ausgewählt aus Mg, Zn, AI, Ga, W, Zr, Ti, Ca, Ce, Y und/oder Nb, LiFeP04 und Spinellen der allgemeinen Formel LiMxMn2-x04, mit M ausgewählt aus Cr, Ni, Co, Cu und/oder Fe, wobei 0 < x < 1 ist. Verfahren zur Herstellung einer Kathode (A) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 umfassen die die Schritte (i) Bereitstellen mindestens einer Schicht (a2) enthaltend mindestens ein kathodenaktives Material und mindestens einen Stromsammler, (ii) ggf. Aufbringen mindestens einer Schicht (a3) enthaltend mindestens einen Festelektrolyt auf die Schicht (a2), (iii) ggf. Verdichten der Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3) und (iv) ggf. Aufbringen mindestens einer Schicht (a3) enthaltend mindestens einen Festelektrolyt auf die Schicht (a2), wobei mindestens einer der Schritte (ii) bis (iv) durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (a2) und die ggf. vorhandenen Schicht (a3) in Schritt (iii) durch Pressen, Walzen und/oder Kalandrieren verdichtet werden. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt (iii) die Dicke der Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3) um mindestens 10 %, bezogen auf die Gesamtdicke der Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3) vor dem Verdichten, reduziert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Festelektrolyt in Schritt (ii) und/oder (iv) durch Atmospheric Pressure Ion Deposition, Tintenstrahldruck oder pneumatisch aufgebracht wird. Li-Ionen-Akkumulator umfassend (A) eine Kathode nach einem der Ansprüche 1 bis 5, (B) ein Li-Ionen leitendes flüssiges Elektrolytsystem und (C) eine Anode. 1 1 . Li-Ionen-Akkumulator nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialunterschied zwischen Kathode und Anode mindestens 3 V beträgt. 12. Li-Ionen-Akkumulator nach Anspruch 10 oder 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Anode mindestens ein anodenaktives Material ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Lithiuminterkalationsverbindungen auf Basis von kristallinem und/oder amorphen Kohlenstoff, Si, Sb, AI, Sn, W02, Sn02 und Li4Ti50i2 enthält. 13. Li-Ionen-Akkumulator nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige, Li-Ionen leitende Elektrolytsystem (b1 ) mindestens ein nicht wässriges Lösungsmittel und (b2) mindestens ein Li-Ionen enthaltendes Elektrolytsalz enthält. Li-Ionen-Akkumulator nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Lösungsmittel (b1 ) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus N-Methyl-acetamid, Acetonitril, Carbonaten, Sulfonen, N-substituierten Pyrrolidonen, azyklischen Ethern, zyklischen Ethern, Xylol, Siloxanen, Polyethern und Mischungen davon. Li-Ionen-Akkumulator nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Li-ionen enthaltende Elektrolytsalz (b2) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus LiPF6, LiBF4, LiB(C6H5)4, LiSbF6, LiAsF6, LiCI04, LiCF3S03, Li(CF3S02)2N , LiC4F9S03, LiAI04, LiAICI4, LiN(CxF2x+1S02)(CyF2y+1S02), LiSCN, LiCI, LiBr und Lil. |
Beschreibung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kathode für Li-Ionen-Akkumulatoren mit verbesserter Zyklusstabilität sowie Li-Ionen-Akkumulatoren, die diese Kathode enthalten. Mit den erfindungsgemäßen Kathoden lassen sich langlebige Li-Ionen-Akkumulatoren mit hoher Zellspannung realisieren. Es besteht ein großer Bedarf an Batterien und Akkumulatoren als Stromquellen in tragbaren Geräten wie Digitalkameras und Notebooks. Die Batterien und Akkumulatoren sollten für diesen Zweck eine möglichst hohe Energiedichte und eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen. Bei den Akkumulatoren tritt hinzu, dass sie möglichst viele Lade-/Entladezyklen durchlaufen können sollten, ohne dass ihre Kapazität dabei abnimmt.
Lithium besitzt eines der höchsten negativen Potentiale aller chemischen Elemente. Batterien und Akkumulatoren mit einer auf Lithium basierende Anode weisen daher sehr hohe Zellspannungen und sehr hohe theoretische Kapazitäten auf. Unter den auf Lithium basierenden Akkumulatoren besitzen Li-Ionen-Akkumulatoren besondere Vorteile, da diese kein metallisches Lithium enthalten, das mit den in den Akkumulatoren vorhandenen Elektrolyten reagieren und so zu Sicherheitsproblemen führen kann. Die Zellspannung in einem Li-Ionen-Akkumulator wird durch die Verschiebung von Li-Ionen erzeugt.
Als Anodenmaterial für Li-Ionen-Akkumulatoren werden üblicherweise Verbindungen eingesetzt, die Li-Ionen einlagern und abgeben können, beispielsweise Graphit.
Übliche kathodenaktive Materialien sind Lithium-Metalloxide wie LiCo0 2 , LiNi0 2 und LiMn 2 0 4 . Die elektrochemischen Reaktionen dieser Materialien laufen typischerweise bei einem Potenzial von etwa 3 bis 4 V ab. Einen Weg, die Leistungsfähigkeit von Li- Ionen-Akkumulatoren zu erhöhen, ist der Einsatz von kathodenaktiven Materialien, bei denen die elektrochemischen Reaktionen bei höheren Potenzialen ablaufen. Ein Beispiel für ein derartiges kathodenaktives Material ist LiNio ,5 Mn 1 5 0 4 , dessen elektroche- mische Reaktionen in einem Spannungsfenster von 4,5 bis 4,9 V ablaufen. Problematisch beim Einsatz derartiger kathodenaktiver Materialien ist, dass die bekannten und üblicherweise in Li-Ionen-Akkumulatoren eingesetzten organischen Elektrolytsysteme bei Spannungen oberhalb 4,5 V oxidativ zersetzt werden. Die Elektrolytkomponenten werden dabei irreversibel zerstört und die dabei entstandenen Gase erzeugen einen erheblichen Druckanstieg, was die Sicherheit des Li-Ionen-Akkumulators beeinträchti- gen kann, da es ab einem gewissen Druck bis zur Explosion des Akkumulators kommen kann.
Bei Li-Ionen-Akkumulatoren, die als Leitsalz LiPF 6 und im kathodenaktiven Material vierwertiges Mangan enthalten, tritt als weiteres Problem die teilweise Auflösung der kathodenaktiven Schicht hinzu. Enthält ein Elektrolyt Spuren von Wasser, so entsteht wegen der Reaktion des Wassers mit dem Leitsalz Flusssäure, wodurch das Mangan als zweiwertiges Mangan aus der Aktivschicht gelöst und auf der Anode abgeschieden wird.
Von S. Patoux et al., J. of Power Sources 189 (2009), Seiten 344-352 wird eine Lösung dieses Problems beschrieben, bei der dem flüssigen Elektrolyten ein Additiv zugesetzt wird, der die Grenzfläche zwischen der Kathode und dem Elektrolyten schützen und die Selbstentladung hemmen soll. Das Additiv bildet dabei eine Schutzschicht zwi- sehen Kathode und Elektrolyt. Damit lässt sich jedoch nur eine beschränkte Auswahl an Materialien als Schutzschicht einsetzen.
Aus Y. Fan et al., Electrochimica Acta 52 (2007), Seiten 3870-3875 und H. M. Wu et al., J. of Power Sources 195 (2010), Seiten 2909-2913 ist bekannt, Nanopartikel des kathodenaktiven Materials mit Si0 2 , Zr0 2 oder ZrP 2 0 7 zu beschichten und diese beschichteten Partikel als kathodenaktives Material zu verwenden. Dabei ist die Herstellung der beschichteten Partikel an sich vergleichsweise aufwendig, zudem sind die einzelnen Partikel untereinander jeweils durch die aufgebrachte Beschichtung voneinander getrennt, was eine Erhöhung des inneren Widerstands in der Kathode zur Fol- ge hat.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von Kathoden für Li-Ionen- Akkumulatoren und Li-Ionen-Akkumulatoren mit einer langen Lebensdauer bei einer hohen Anzahl von Lade-/Entladezyklen mit einer vergleichsweise geringeren Abnahme der Kapazität. Insbesondere sollen mit den erfindungsgemäßen Kathoden Li-Ionen- Akkumulatoren hergestellt werden können, die Zellspannungen von mindestens 4 V, insbesondere von mindestens 4,5 V besitzen und ebenfalls eine lange Lebensdauer aufweisen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Kathode (A) für einen Li-Ionen- Akkumulator umfassend
(a1 ) mindestens einen Stromsammler,
(a2) mindestens eine Schicht enthaltend mindestens ein kathodenaktives Li-Ionen einlagerndes/abgebendes Material,
wobei mindestens ein Teil der Schicht (a2) verdichtet ist und/oder die der Anode zugewandte Seite der Schicht (a2) mindestens eine Schicht (a3) aufweist, die mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyt enthält, wobei der Festelektrolyt aus der Gruppe bestehend aus anorganischen Festelektrolyten sowie Mischungen davon ausgewählt ist und in dem im Li-Ionen-Akkumulator verwendeten Elektrolytsystem (B) nicht löslich ist, und durch Li-Ionen-Akkumulatoren enthaltend die vorstehend beschriebenen Kathoden (A).
Bei den erfindungsgemäßen Kathoden für Li-Ionen-Akkumulatoren wird der Kontakt zwischen dem in der Kathode befindliche katodenaktive Material und dem Elektrolytsystem deutlich verringert und die durch diesen Kontakt hervorgerufenen Alterungserscheinungen wie starke Kapazitätsabnahme oder Druckanstieg vermindert. Liegt zumindest ein Teil des in Schicht (a2) enthaltenen kathodenaktiven Materials verdichtet vor, dann weist die verdichtete Schicht eine geringere Porosität auf und bietet einem flüssigen Elektrolyt weniger Angriffsfläche. Gemäß der zweiten Alternative wird die Oberfläche der das kathodenaktive Material enthaltenen Schicht mit einer Schicht aus einem Festelektrolyten geschützt und schirmt das kathodenaktive Material vor einem direkten Kontakt mit dem flüssigen Elektrolytsystem vollständig ab. Im Vergleich zu Schutzschichten, die nicht Li-Ionen leitend sind, weisen die erfindungsgemäßen Schutzschichten auf Lithium leitenden Festelektrolyten eine hohe Li-Ionen-Leitfähigkeit auf, so dass bei gleich großer Erhöhung des Widerstandes gegenüber dem Fluss der Lithium-Ionen die Schicht zwischen flüssigem Elektrolytsystem und kathodenaktivem Material dicker und dichter, d.h. weniger porös gestaltet werden kann. Dadurch wird die Elektrolytzersetzung wesentlich besser gehemmt. Besonders vorteilhaft ist die Kombi- nation aus beiden Alternativen, wobei sich Kathoden mit besonders guten Eigenschaften erhalten lassen, wenn auf die noch nicht verdichtet vorliegende, mindestens eine Schicht (a2) zunächst eine Schicht (a3) enthaltend mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyten aufgebracht wird, anschließend die Schichten (a2) und (a3) gemeinsam beispielsweise durch Dickereduktion mittels Kalandrieren verdichtet werden und anschließend eine weitere Schicht enthaltend mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyten aufgebracht wird.
Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Kathoden muss das in den Li-Ionen- Akkumulatoren verwendete flüssige Elektrolytsystem nur noch auf die Anode abge- stimmt werden. Neben den herkömmlichen anodenaktiven Materialien mit einem Potential zwischen 3 und 4 V können in den erfindungsgemäßen Kathoden prinzipiell alle kathodenaktive Materialien eingesetzt werden, die ein Potenzial oberhalb 4,5 V aufweisen, da der direkte Kontakt zwischen diesen Materialien und dem flüssigen Elektrolytsystem deutlich vermindert wird. Daher können trotz der bereits angesprochenen Prob- lematik bezüglich der oxidativen Stabilität der Elektrolytsysteme die herkömmlich gebräuchlichen Elektrolytsysteme auch mit kathodenaktiven Materialien mit einem Poten- tial von 4,5 V und mehr eingesetzt werden. Li-Ionen-Akkumulatoren mit den erfindungsgemäßen Kathoden weisen stabilere Kapazitäten in Langzeitversuchen auf. Weiterhin sind die erfindungsgemäßen Li-Ionen-Akkumulatoren stabiler gegenüber Temperaturerhöhungen.
Im Folgenden wird die Erfindung ausführlich erläutert.
Ein„Akkumulator" bedeutet im Rahmen der Erfindung eine wiederaufladbare elektrochemische Zelle, auch sekundäre Zelle genannt.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird mit„Anode" die negativ geladene Elektrode der elektrochemischen Zelle bezeichnet. An der negativen Elektrode findet beim Laden eines Akkumulators die Reduktion statt, in einem Li-Ionen-Akkumulator werden an der Anode beim Ladevorgang Lithium-Ionen eingelagert. Beim Entladen findet an der negativen Elektrode eine Oxidation statt, bei einem Li-Ionen-Akkumulator werden dabei die eingelagerten Lithium-Ionen abgegeben. Die Gegenelektrode wird„Kathode" genannt.
Der Begriff „anodenaktives Material" bzw. „kathodenaktives Material" bezeichnet im Rahmen der vorliegenden Erfindung Materialien, Verbindungen und/oder Substanzen, die als elektrochemisch aktive Materialien/Verbindungen/Substanzen in der Anode bzw. der Kathode von Li-Ionen-Akkumulatoren eingesetzt werden können, insbesondere Li-Ionen einlagernde/abgebende Materialien/Verbindungen/Substanzen. Dabei kann es sich um einzelne Verbindungen, Materialien oder Substanzen handeln, es können jedoch auch Mischungen aus verschiedenen Materialien/Verbindungen/Substanzen darunter zusammengefasst sein.
Die Elektroden des erfindungsgemäßen Li-Ionen-Akkumulators enthalten üblicherweise einen Stromsammler, der den Elektronenfluss zwischen der jeweiligen Elektrode und dem externen Stromkreislauf erleichtert. Der Stromsammler dient häufig auch als Substrat, auf dem mindestens eine Schicht enthaltend mindestens ein anodenaktives bzw. kathodenaktives Material aufgebracht ist. Im Falle der erfindungsgemäßen Kathode (A) ist auf dem ggf. vorhandenen Stromsammler die mindestens eine Schicht (a2) enthaltend mindestens ein kathodenaktives Material aufgebracht. Der Stromsammler ist übli- cherweise aus Metall, beispielsweise in Form einer Metallfolie oder eines Metallgitters. Als Metall wird vorzugsweise Nickel, Aluminium, Edelstahl, Kupfer und Ähnliches verwendet. Für die Kathode wird erfindungsgemäß ein Stromsammler aus Aluminium bevorzugt, für die Anode ist Kupfer als Material für den Stromsammler bevorzugt. Erfindungsgemäß können prinzipiell alle dem Fachmann als kathodenaktiv bekannte Materialien in der mindestens einen Schicht (a2) eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Lithium aufnehmende und abgebende Metalloxidzusammensetzungen. So können LiCo0 2 , LiNi0 2 , LiMn 2 0 2 , LiMn0 4 , Spinelle des Typs LiM x Mn 2-x 0 4 mit M ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Cr, Ni, Co, Cu und/oder Fe, wobei 0 < x < 1 ist, Lithium enthaltende Mischoxide mit Ni, Mn und/oder Co mit weiteren Metallen aus- gewählt aus Mg, Zn, AI, Ga, W, Zr, Ti, Ca, Ce, Y und/oder Nb und LiFeP0 4 und Mischungen davon eingesetzt werden, bevorzugt werden kathodenaktive Materialien eingesetzt, deren elektrochemische Reaktionen bei mindestens 3 V, bevorzugt bei mindestens 4,2 V und besonders bevorzugt bei mindestens 4,5 V erfolgen. Besonders bevorzugt werden erfindungsgemäß die Spinelle des Typs LiM x Mn 2-x 0 4 mit M ausge- wählt aus der Gruppe bestehend aus Cr, Ni, Co, Cu und/oder Fe und Mischungen davon, wobei 0 < x < 1 ist, verwendet.
Neben dem mindestens einen kathodenaktiven Material kann die mindestens eine Schicht (a2) Bindemittel wie Polyvinylidenfluorid, Polyethylenoxid, Polyethylen, Polypropylen, Polytetrafluorethylen, Polyacrylate, Ethylenpropylendienmonomer- copolymer (EPDM) und Mischungen und Copolymere davon enthalten. Falls die Schicht (a2) ein Bindemittel enthält, liegt dieses üblicherweise in einer Konzentration von 1 bis 20 Gew.-%, bevorzugt in einer Konzentration von 2 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der mindestens einen Schicht (a2) vor.
Darüber hinaus kann die mindestens eine Schicht (a2) ein oder mehrere elektrisch leitfähige Materialien enthalten, beispielsweise Graphit, Ruß, Kohlenstofffasern wie Kohlefasern, Graphitfasern oder sogenannte „Carbon-nano-tubes", Metallpulver wie Silberpulver, Metallfasern wie Edelstahlfasern und Ähnliches sowie Mischungen davon. Falls die Kathode ein oder mehrere derartige leitfähige Materialien enthält, liegen diese üblicherweise in einer Konzentration von 1 bis 25 Gew.-%, bevorzugt von 2 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der mindestens einen Schicht (a2) vor. Das oder die elektrisch leitfähigen Materialien sind von den kathodenaktiven Materialien verschieden.
Falls die Kathode einen flächenförmigen Stromsammler (a1 ) aufweist, kann dieser auf einer Seite oder auf beiden Seiten eine oder mehrere Schichten (a2) aufweisen.
Gemäß einer Alternative der erfindungsgemäßen Kathode (A) liegt mindestens ein Teil der mindestens einen Schicht (a2) verdichtet vor.„Verdichtet" bedeutet im Rahmen der Erfindung, dass die Dichte durch Einwirkung äußerer Kräfte erhöht wurde, so dass der verdichtete Teil der mindestens einen Schicht (a2) eine höhere Dichte aufweist als vor dem Einwirken der äußeren Kräfte, bevorzugt liegt die gesamte mindestens eine Schicht (a2) verdichtet vor. Erfindungsgemäß bevorzugt wird durch das Verdichten die Dichte um mindestens 10 % erhöht, besonders bevorzugt um mindestens 30 %, ganz besonders bevorzugt um mindestens 50 % und insbesondere bevorzugt um mindestens 60 % erhöht, bezogen auf die Dichte vor Einwirkung der äußeren Kräfte. Die äußeren Kräfte, durch die das Verdichten hervorgerufen wird, können beispielsweise durch Pressen, Walzen und/oder Kalandrieren aufgebracht werden. Üblicherweise geht mit dem Verdichten mindestens eines Teils oder der gesamten Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3) eine Dickereduktion einher, erfindungsgemäß bevorzugt ist eine Dickereduktion der mindestens einen Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3) um mindestens 10 %, besonders bevorzugt um mindestens 30 %, ganz besonders bevorzugt um mindestens 50 % und insbesondere bevorzugt um mindestens 60 %, bezogen auf die Gesamtdicke der mindestens einen Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3) vor Einwirken der äußeren Kräfte. Durch das Verdichten wird die Porosität der Schicht (a2) herabgesetzt, das sich im Inneren der mindestens einen Schicht (a2) befindliche kathodenaktive Material ist für den schädlich wirkenden Elektrolyten weniger leicht zugänglich. Li-Ionen-Akkumulatoren, in denen die mindestens eine Schicht (a2) verdichtet vorliegt, zeigen eine verringerte Kapazitätsabnahme im Vergleich zu Li-Akkumulatoren, in denen die das kathodenaktive Material enthaltende Schicht nicht verdichtet vorliegt. Bei der Verdichtung liegt die Kathode üblicherweise im getrockneten Zustand vor, die angegebenen prozentualen Werte für die Reduktion der Dichte bzw. Dicke beziehen sich ebenfalls auf die Kathode im getrockneten Zustand. Getrockneter Zustand bedeutet, dass gegebenenfalls bei Aufbringen der Schicht (a2) und gegebenenfalls (a3) verwendetes Lösungsmittel und/oder flüchtige Hilfsmittel entfernt worden sind.
Gemäß der zweiten Alternative der Erfindung weist die Kathode mindestens eine auf (a2) aufgebrachte Schicht enthaltend mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyten auf. Die mindestens eine Schicht (a3) ist erfindungsgemäß so aufgebracht, dass das in der Kathode enthaltende mindestens eine kathodenaktive Material vor Kontakt mit dem flüssigen Elektrolytsystem geschützt ist, die Schicht (a3) trennt und schützt das in (a2) enthaltene mindestens eine kathodenaktive Material vor dem im Li-Ionen- Akkumulator enthaltenen Li-Ionen leitenden, flüssigen Elektrolytsystem. Die mindestens eine Schicht (a3) ist auf der Seite der Schicht (a2) aufgebracht, die der Anode bzw. dem zwischen Anode und Kathode befindlichen flüssigen Elektrolytsystem zuge- wandt ist. Falls die Kathode auf zwei Seiten jeweils mindestens eine Schicht (a2) aufweist, die jeweils der Anode bzw. dem zwischen Anode und Kathode befindlichen flüssigen Elektrolytsystem zugewandt sind, beispielsweise wenn der Li-Ionen-Akkumulator in Form einer Wicklung vorliegt, sind können jeweils beide Schichten (a2) mit einer Schicht (a3) versehen sein. Der mindestens eine Li-Ionen leitende Festelektrolyt ist erfindungsgemäß aus anorganischen Festelektrolyten und Mischungen davon ausgewählt. Unter die anorganischen Festelektrolyte fallen zum einen Oxide von Metallen und Halbmetallen, die an sich als Nicht-Leiter bekannt sind, jedoch Li-Ionen leiten können, wenn die Schicht aus dem Oxid ausreichend dünn ist, d.h. diese Schichten weisen erfindungsgemäß eine Dicke von 1 nm bis 50 Mikrometer auf, bevorzugt liegt die Dicke bei 10 nm bis 4 Mikrometer. Zu den Oxiden von Metallen und Halbmetallen, die in dieser Art verwendet werden können, zählen beispielsweise Al 2 0 3 , Si0 2 , Zr0 2 und Ti0 2 . Weiterhin zählen zu den anorganischen Festelektrolyten, die erfindungsgemäß verwendet werden können, die dem Fachmann allgemein als Li-Ionen leitend bekannten keramischen, glasartigen und glaskeramischen Festelektrolyte. Bevorzugt sind diese keramischen, glasartigen und glaskeramischen Festelektrolyte ausgewählt aus Oxiden, Sulfiden, Phosphaten und Mischungen davon. Darunter fallen auch die als LISICON (Lithium Super lonic Conductor) und thio-LISICON bekannten Lithium-Ionen-Leiter. Die keramischen, glasartigen und glaskeramischen Festelektrolyte umfassen unter anderem die Gruppe bestehend aus Li 2 S-P 2 S 5 , Li 2 S-P 2 S 5 -Li 4 Si0 4 , Li 2 S-Ga 2 S 3 -GeS 2 , Li 2 S- Sb 2 S 3 -GeS 2 , Li 3 , 25 Ge 0 , 2 5Po,75S 4 , Li 4 , 2 Ge 0 ,8Ga 0 , 2 S , Li 2 S-GeS 2 -P 2 S 5 , Li 2 S- SiS 2 -AI 2 S 3 , Li 2 S-SiS 2 -P 2 S 5 , Li 2 S-SiS 2 , Li 3 P0 4 -Li 2 S-SiS 2 , Li 2 S-SiS 2 -Li 4 Si0 4 , (La,Li)Ti0 3 wie Lio ,5 Lao ,5 Ti0 3 , Li 2-x Mg 2x Ti0 3+x , Li 2x Zn 2-3x Ti 1 +x 0 4 , Li 5 La 3 Ta 2 0i 2 , Li 6 La 2 CaTa 2 O i2 , Li 6 La 2 CaNb 2 0i 2 , Li 6 La 2 SrNb 2 O i2 , Li 2 Nd 3 TeSbO i2 , Li 3 BO 2 , 5 N 0 , 5! Li 9 SiAI0 8 , Li 2+ 2x ni. x Ge0 4 , Li 1 +x Al x Ge 2-x (P0 4 ) 3 , Li 1 +x Ti 2-x Al x (P0 4 ) 3 , Li 1 +x Ti 2-x Al x Si y (P0 4 ) 3-y , LiTi 0,5 Zr 1 ,5 (PO 4 ) 3 , Li x AIZr[P0 4 ] 3 und Li 3 Fe 2 (P0 4 ) 3 . Erfindungsgemäß bevorzugt wird der mindestens eine Li-Ionen-Ieitende Festelektrolyt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus den Oxiden Al 2 0 3 , Si0 2 , Zr0 2 und Ti0 2 mit einer Schichtdicke von 1 nm bis 50 Mikrometer, bevorzugt von 10 nm bis 4 Mikrometer und den keramischen, glasartigen oder glaskeramischen Festelektrolyten Li 2 S-P 2 S 5 , Li 2 S-P 2 S 5 -Li 4 Si0 4 , Li 2 S-Ga 2 S 3 -GeS 2 , Li 2 S-Sb 2 S 3 -GeS 2 , Li 3,25 Ge 0,25 Po,75S 4 , Li 4 , 2 Geo, 8 Ga 0 , 2 S 4 , Li 2 ,2 no,iZri, 9 S3, Li 2 S-GeS 2 -P 2 S 5 , Li 2 S-SiS 2 -AI 2 S 3 , Li 2 S-SiS 2 -P 2 S 5 , Li 2 S- SiS 2 , Li 3 P0 4 -Li 2 S-SiS 2 , Li 2 S-SiS 2 -Li 4 Si0 4 , (La,Li)Ti0 3 wie Lio ,5 Lao ,5 Ti0 3 , Li 2-x Mg 2x Ti0 3+x , Li 2x Zn 2-3xx Ti 1 +x 0 4 , Li 5 La 3 Ta 2 0i 2 , Li 6 La 2 CaTa 2 0i 2 , Li 6 La 2 CaNb 2 0i 2 , Li 6 La 2 SrNb 2 0i 2 , Li 2 Nd 3 TeSbOi 2 , Li 3 B0 2 , 5 No,5, Li 9 SiAI0 8 , Li 2+2x Zn 1-x Ge0 4 , Li 1+x Al x Ge 2-x (P0 4 ) 3 , Li 1 +x Ti 2- X AI X (P0 4 ) 3 , Li 1 +x Ti 2-x Al x Si y (P0 4 ) 3-y , LiTi 0,5 Zr 1,5 (PO 4 ) 3 , Li x AIZr[P0 4 ] 3 und Li 3 Fe 2 (P0 4 ) 3 .
Die mindestens eine Schicht (a2) kann einen Festelektrolyt oder mehr Festelektrolyte enthalten und/oder eine, zwei oder mehr Schichten, die jeweils einen oder mehr Festelektrolyte enthalten, umfassen. Eine Übersicht über anorganische Li-Ionen leitende Festelektrolyte für Li-Ionen- Batterien findet sich bei J.W. Fergus, J. of Power Sources 195 (2010), S. 4554-4569. Li-Ionen-Akkumulatoren umfassen neben Kathode und Anode mindestens ein Li-Ionen leitendes Elektrolytsystem, sehr häufig ein flüssiges Elektrolytsystem (B). Das Elektrolytsystem ist dabei zwischen Anode und Kathode angeordnet und dient dem Transport der Li-Ionen zwischen Anode und Kathode. Erfindungsgemäß ist der mindestens eine in (a3) enthaltene Li-Ionen leitende Festelektrolyt nicht in dem für den Li-Ionen- Akkumulator eingesetzten flüssigen Elektrolytsystem (B) löslich. Auf diese Weise wird die schützende Schicht (a3) enthaltend den Festelektrolyten durch das flüssige Elektrolytsystem nicht angegriffen und schützt das kathodenaktive Material vor dem Kontakt mit dem flüssigen Elektrolytsystem.„Nicht löslich" bedeutet gemäß der Erfindung, dass mindestens 1 Gew.-%, bevorzugt mindestens 50 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 90 Gew.-% und insbesondere mindestens 99 Gew.-% des mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyten in dem flüssigen Elektrolytsystem (B) nicht löslich ist, bezogen auf das Gesamtgewicht aus gelöstem Festelektrolyt und nicht gelöstem Festelektrolyt.
Umgekehrt soll die mindestens einen Festelektrolyt enthaltende Schicht (a3) möglichst wenig von dem(n) im flüssigen Elektrolytsystem enthaltenen Lösungsmittel(n) aufnehmen, bevorzugt soll die Schicht (a3) höchstens 99 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens 50 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens 10 Gew.-% und insbesondere höchstens 1 Gew.-% an Lösungsmittel(n) aus dem flüssigen Elektrolytsystem aufnehmen, bezogen auf das Gesamtgewicht der Schicht (a3) vor Kontakt mit dem flüssigen Elektrolytsystem. Die Schicht (a3) soll somit soweit möglich inert gegenüber dem flüssigen Elektrolytsystem und dem(n) darin enthaltenen Lösungsmittel(n) sein, dies bedeutet, sie soll weder durch das flüssige Elektrolytsystem angelöst oder gar aufgelöst werden, noch soll die Schicht (a3) im flüssigen Elektrolytsystem enthaltene Lösungsmittel beispielsweise durch Quellung und/oder Diffusion aufnehmen und zum kathodenaktiven Material weiterleiten. Gemäß der dritten Alternative der erfindungsgemäßen Kathode (A) liegt mindestens ein Teil, vorzugsweise die gesamte mindestens eine Schicht (a2) verdichtet vor und die der Anoden bzw. dem flüssigen Elektrolytsystem zugewandte Seite der mindestens einen Schicht (a2) weist mindestens eine Schicht (3) auf, die mindestens einen Li- Ionen leitenden Festelektrolyt enthält, wobei der Festelektrolyt aus der Gruppe beste- hend aus anorganischen und polymeren Festelektrolyten sowie Mischungen davon ausgewählt und in dem im Li-Ionen-Akkumulator verwendetem Elektrolytsystem (B) nicht löslich ist. Dabei ist besonders bevorzugt, wenn mindestens eine Schicht (a3) auf die unverdichtete Schicht (a2) aufgebracht wurde, so dass ein Teil des in der Schicht (a3) enthaltenen Li-Ieitenden Festelektrolyten in möglicherweise in der Schicht (a2) enthaltenen Poren eindringt, anschließend die Schichten (a2) und (a3) gemeinsam verdichtet wurden und dann eine weitere Schicht (a3) aufgebracht wurde. Diese Kathoden zeigen eine besonders gute Stabilität bei Lanzeitversuchen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung betrifft die Kathode (A) für einen Li- Ionen-Akkumulator umfassend
(a1 ) mindestens einen Stromsammler,
(a2) mindestens eine Schicht enthaltend mindestens ein kathodenaktives Li-Ionen einlagerndes/abgebendes Material,
wobei mindestens ein Teil der Schicht (a2) verdichtet ist und die der Anode zugewand- te Seite der Schicht (a2) ggf. mindestens eine Schicht (a3) aufweist, die mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyt enthält, wobei der Festelektrolyt aus der Gruppe bestehend aus anorganischen Festelektrolyten sowie Mischungen davon ausgewählt ist und in dem im Li-Ionen-Akkumulator verwendeten Elektrolytsystem (B) nicht löslich ist. Bevorzugt liegt dabei die gesamte vorhandene Schicht (a2) verdichtet vor, beson- ders bevorzugt werden bei Gegenwart der ggf. vorhandenen Schicht (a3) beide Schichten bei der Herstellung der Kathode verdichtet. Die Kathode (A) kann dabei ggf. eine weitere Schicht (a3) auf der vorherigen Schicht (a3) aufweisen, die üblicherweise nach Verdichten von (a2) und (a3) aufgebracht wird. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung betrifft die Kathode (A) für einen Li-Ionen-Akkumulator umfassend
(a1 ) mindestens einen Stromsammler,
(a2) mindestens eine Schicht enthaltend mindestens ein kathodenaktives Li-Ionen einlagerndes/abgebendes Material,
wobei die der Anode zugewandte Seite der Schicht (a2) mindestens eine Schicht (a3) aufweist, die mindestens einen Li-Ionen leitenden Festelektrolyt enthält, wobei der Festelektrolyt aus der Gruppe bestehend aus anorganischen Festelektrolyten sowie Mischungen davon ausgewählt ist und in dem im Li-Ionen-Akkumulator verwendeten Elektrolytsystem (B) nicht löslich ist, und ggf. mindestens ein Teil der Schicht (a2) ver- dichtet ist. Bevorzugt liegt die gesamte vorhandene Schicht (a2) verdichtet vor, besonders bevorzugt werden dabei (a2) und ggf. (a3) bei der Herstellung der Kathode verdichtet. Die Kathode (A) kann dabei ggf. eine weitere Schicht (a3) auf der vorherigen Schicht (a3) aufweisen, die üblicherweise nach Verdichten von (a2) und (a3) aufgebracht wird.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der vorstehend beschriebenen Kathode (A) umfassend die Schritte
(i) Bereitstellen mindestens einer Schicht (a2) enthaltend mindestens ein kathodenaktives Material und mindestens einen Stromsammler,
(ii) ggf. Aufbringen mindestens einer Schicht (a3) enthaltend mindestens einen
Festelektrolyt auf die Schicht (a2) (iii) ggf. Verdichten der Schicht (a2) und der ggf. vorhandenen Schicht (a3),
(iv) ggf. Aufbringen mindestens einer Schicht (a3) enthaltend mindestens einen Festelektrolyt auf die Schicht (a2),
wobei mindestens einer der Schritte (ii) bis (iv) durchgeführt wird, sowie die nach die- sem Verfahren herstellbaren Kathoden (A).
Je nach dem, welche Alternative bzw. Ausführungsform der Kathode (A) hergestellt werden soll, umfasst das Verfahren lediglich einen der drei Schritte, zwei der drei Schritte oder alle drei Schritte (ii) bis (iv). Einzelne oder auch alle Schritte können dabei wiederholt werden.
Schritt (i) ist dem Fachmann prinzipiell bekannt. Beispielsweise kann das mindestens eine kathodenaktive Material, gegebenenfalls vermischt mit Bindemittel und weiterem leitfähigen Hilfsmittel, mit einem oder mehreren Lösungsmitteln vermischt zu einer Dis- persion verarbeitet werden, die auf eine oder beiden Oberflächen eines Stromsammlers, beispielsweise einer Aluminiumfolie, aufgebracht und anschließend getrocknet werden.
In Schritt (ii) wird auf die präparierte Kathode umfassend mindestens eine Schicht (a2) enthaltend mindestens ein kathodenaktives Material ggf. mindestens eine Schicht (a3) enthaltend mindestens einen Festelektrolyt aufgebracht. Dazu wird üblicherweise eine Dispersion des Festelektrolyten in einem Dispersionsmedium hergestellt und dieses auf der mindestens einen Schicht (a2) aufgebracht. Dies kann beispielsweise durch Atmospheric-Pressure Ion Deposition, Tintenstrahldruck oder pneumatisch, beispiels- weise durch Sprühen, erfolgen. Dabei können organische Lösungsmittel als Dispersionsmittel verwendet werden, wie zum Beispiel Ethanol oder Propylencarbonat.
Der Atmospheric-Pressure Ion Deposition (APID) liegt das Prinzip zugrunde, dass eine Lösung des zu verarbeitenden Materials durch eine Kapillare gepumpt wird, an die ein hohes elektrostatisches Potenzial gegenüber ihrer Umgebung angelegt wird. Dadurch kommt es zum elektrostatischen Versprühen der Lösung und zur Bildung von Ionen des Materials nach dem Mechanismus der Electrospray Ionisation. Die unter Atmosphärendruck gebildeten Pseudomolekül-Ionen werden in weiterer Folge gezielt auf ein Substrat abgeschieden.
Ein wesentlicher Unterschied zu anderen verwandten Methoden zum Aufbringen dünner Schichten wie dem Inkjet-Printing besteht darin, dass die Ionen bei der APID„trocken", d.h. ohne Dispergiermittel auf dem Target auftreffen. Dies besitzt den Vorteil, dass kein Lösungsmittel auf die zu beschichtende Oberfläche auftrifft. Wenn noch Lö- sungsmittel beim Auftreffen vorhanden wäre, könnte dieses die bis zu diesem Zeit- punkt bereits gebildeten Schichten anlösen und zerstören. Derartige Vorgänge können beispielsweise beim Spincoating beobachtet werden.
Schritt (iii) wurde bereits vorstehend beschrieben. Dabei wird mindestens ein Teil der Schicht (a2), vorzugsweise die gesamte Schicht (a2) verdichtet. Wurde vorher Schritt (ii) durchgeführt, werden in Schritt (iii) bevorzugt beide vorhandenen Schichten (a2) und (a3) verdichtet.
Schritt (iv) wird in Analogie zu Schritt (ii) durchgeführt.
Mit dem beschriebenen Verfahren können auch Kathoden mit mehreren Folgen von Schichten (a2) und (a3) hergestellt werden, in dem noch mindestens ein weiterer Schritt (v) durchgeführt wird, in dem mindestens eine weitere Schicht (a2) enthaltend mindestens ein kathodenaktives Material aufgebracht wird. Danach können je nach gewünschtem Ergebnis die Schritte (ii) bis (iv) und ggf. auch (v) wiederholt werden.
Weiterer Gegenstand der Erfindung sind Li-Ionen-Akkumulatoren umfassend
(A) eine Kathode wie vorstehend beschrieben,
(B) ein Li-Ionen leitendes flüssiges Elektrolytsystem und
(C) eine Anode.
Das flüssige Li-Ionen leitende Elektrolytsystem enthält bevorzugt
(b1 ) mindestens ein nicht wässriges Lösungsmittel und
(b2) mindestens ein Li-Ionen enthaltendes Elektrolytsalz.
Das mindestens eine nicht wässrige Lösungsmittel kann aus den üblichen, dem Fachmann als Lösungsmittel für Elektrolytsysteme in Li-Ionen-Batterien bekannten Lösungsmitteln ausgewählt sein, beispielsweise aus N-Methylacetamid, Acetonitril, Car- bonate, Sulfolane, Sulfone, N-substituierte Pyrrolidone, azyklische Ether, zyklische Ether, Xylol, Polyether und Siloxanen. Unter die Carbonate fallen Methylcarbonat, Ethylcarbonat und Propylcarbonat, unter die Polyether fallen beispielsweise Glyme umfassend Diethylenglykoldimethylether (Diglyme), Triethylenglykoldimethylether (Triglyme), Tetraethylenglykoldimethylether (Tetraglyme) und höhere Glyme, weiterhin Ethylenglykoldivinylether, Diethylenglykoldivinylether, Triethylenglykoldivinylether, Dipropylenglykoldimethylether und Butylenglykolether.
Azyklische Ether umfassen beispielsweise Dimethylether, Dipropylether, Dibutylether, Dimethoxymethan, Trimethoxymethan, Dimethoxyethan, Trieetoxymethan, 1 ,2- Dimethoxypropan und 1 ,3-Dimethoxypropan. Die zyklischen Ether umfassen Tetrahydrofuran, Tetra hydropy ran, 2- Methyltetrahydrofuran, 1 ,4-Dioxan, Trioxan und Dioxolane.
Erfindungsgemäß bevorzugt werden als nicht wässrige Lösungsmittel für das Elektro- lytsystem Ethylencarbonat, Propylencarbonat und Mischungen davon eingesetzt. Als Li-Ionen enthaltendes Elektrolytsalz können die üblichen, dem Fachmann für die Verwendung in Lithium-Batterien und Li-Akkumulatoren bekannten Elektrolytsalze verwendet werden. Beispielsweise kann das mindestens eine Li-Ionen enthaltende Elektrolytsalz (b2) ausgewählt werden aus der Gruppe bestehend aus LiPF 6 , LiBF 4 , LiB(C 6 H 5 ) 4 , LiSbF 6 , LiAsF 6 , LiCI0 4 , LiCF 3 S0 3 , Li(CF 3 S0 2 ) 2 N, LiC 4 F 9 S0 3 , LiAI0 4 , LiAICU, LiN(C x F2x + iS02)(C y F2y + iS0 2 ), LiSCN, LiCI, LiBr und Lil sowie Mischungen davon.
Weiterhin enthält der erfindungsgemäße Li-Ionen-Akkumulator eine Anode (C). Dabei kann jede üblicherweise in Li-Ionen-Akkumulatoren einsetzbare Anode verwendet werden. Üblicherweise enthält die Anode mindestens ein anodenaktives Material, das in der Lage ist, Li-Ionen einzulagern und abzugeben. Dazu eignen sich insbesondere Lithiumintercalationsverbindungen auf Basis von Kristallinen und/oder amorphem Kohlenstoff, Si, Sn0 2 und Li 4 Ti 5 0i 2 . Auf Kohlenstoff basierende Verbindungen sind bei- spielsweise Graphit, Graphen, Kohlenstoff-Nanotubes und Acetylen Black.
Weiterhin können Si, AI, Sn, Sb und W0 2 als Wirtsverbindungen für die Li-Ionen- Intercalationsverbindungen für die Anode verwendet werden. Der erfindungsgemäße Li-Ionen-Akkumulator kann weiterhin einen Separator enthalten, der den Anodenraum vom Kathodenraum trennt. Üblicherweise ist der Separator ein poröses nicht leitendes oder isolierendes Material, das die Anoden- und die Kathodenregion voneinander trennt oder isoliert und den Transport von Ionen durch den Separator zwischen dem Anoden- und dem Kathodenraum der Zelle erlaubt. Der Separa- tor ist üblicherweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus porösem Glas, poröser Keramik und porösem Polymeren.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen weiter erläutert. In allen dargestellten Beispielen wurde als Anode eine handelsübliche Anode auf Basis von Lithiumtitanat als Aktivmaterial eingesetzt. Das Lithiumtitanat stammt von der Firma Südchemie, die Elektrode setzte sich zusammen aus 88 Gew.-% Aktivmaterial, 7 Gew.-% PVdF„Kynar 761 " (Polyvinylidenfluorid) und 5 Gew.-% Super-P (Leitruß). Als kathodenaktives Material wurde in allen Beispielen LiNi 0,5 Mn 1 5 O 4 auf AI-Folie als Stromsammler verwendet. Das LiNi 0,5 Mn 1 5 O 4 stammt von der Firma BASF, die Zusammensetzung der Elektrode war 88 Gew.-% Aktivmaterial, 7 Gew.-% PVdF„Kynar 761 " (Binder) und 5 Gew.-% Super-P (Leitruß). Das flüssige Elektrolytsystem bestand jeweils aus einer Mischung von Ethylencarbonat/Propylencarbonat (1 :1 , V:V) mit LiPF 6 als Leitfähigkeitssalz in einmolarer Lösung. Die elektrochemischen Reaktionen solcher Zellen finden zwischen 4,5 und 4,9 V statt.
Die spezifischen Entladekapazitäten für die Kathoden aus den Beispielen 1 bis 8 bei der Konstantstromzyklisierung wurden mit einer cut-off Spannung von 4,9 V (vs. Li/Li + ) zwischen 3,5 und 4,9 V bestimmt. Die Lade- und Entladegeschwindigkeit lag bei jeweils 1 C und es wurde jeweils für 0,25 Stunden Erhaltungsladen durchgeführt. Bei den Beispielen 1 bis 6 wurde die Temperatur konstant gehalten. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt, es sind jeweils die Absolutwerte der spezifischen Entladekapazitäten und die auf den ersten Zyklus normierten spezifischen Entladekapazitäten in % dargestellt. Bei den Beispielen 7 und 8 wurde unter sonst gleichen Messbedingungen nach 80 Stunden Messdauer die Temperatur von 25 auf 40 °C erhöht und nach 120 Stunden Messdauer wieder auf 25 °C gesenkt. Während der gesamten Messungen der Beispiele 7 und 8 wurde Druck in der Zelle gemessen, der als Indikator für eine möglicherweise auftretende oxidative Zersetzung des Elektrolyten dient. Diese Messungen geben auch Aufschluss über die thermische Stabilität der Kathoden. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zu sehen.
Beispiel 1 (Vergleich):
Die Kathode weist lediglich eine nicht verdichtete Schicht des kathodenaktiven Materials auf. Es ist weder eine Schicht (a3) enthaltenden einen Li-Ionen leitenden Festelekt- rolyten vorhanden, noch liegt die Schicht (a2) verdichtet vor.
Beispiel 2 (erfindungsgemäß):
Die Verdichtung der Kathode erfolgte durch mehrfaches Kalandrieren zwischen zwei Stahlwalzen. Die Elektrode wurde mehrmals durch den Kalander gezogen, bis der gewünschte Verdichtungsgrad erreicht wurde. Die Gesamtschichtdicke der kalandrierten Kathode betrug 40,75 Mikrometer, die Schichtdicke des Aktivmaterials (a2) betrug 1 1 ,25 Mikrometer. Durch das Kalandrieren wurde die Dicke der Schicht (a2) um 47,1 % reduziert.
Beispiel 3 (erfindungsgemäß):
Auf eine kalandrierte Kathode gemäß Beispiel 2 wurde eine dünne Si0 2 Schutzschicht mittels APID aufgebracht (Schicht (a3)). Das feinteilige Si0 2 wurde dafür in Ethanol dispergiert und dann mittels des AIP D-Verfahrens aufgetragen. Die Schichtdicke der Si0 2 -Schicht betrug nach Berechnung aus der Auftragsmenge 1 Mikrometer. Die Dickereduktion durch das Kalandrieren betrug 47,1 %, die Dicke der kathodenaktiven Schicht (a2) betrug 1 1 ,25 Mikrometer.
Beispiel 4 (erfindungsgemäß):
Die Kathode wurde durch Kalandrieren, wie in Beispiel 2 beschrieben, stark verdichtet. Die Gesamtschichtdicke der kalandrierten Kathode betrug 37 Mikrometer, die Schichtdicke des Aktivmaterials (a2) betrug 7,5 Mikrometer. Durch das Kalandrieren wurde die Dicke der Schicht (a2) um 68,6 % reduziert.
Beispiel 5 (erfindungsgemäß):
Auf die stark kalandrierte Kathode aus Bespiel 4 wurde eine dünne Si0 2 Schutzschicht mittels APID aufgebracht (Schicht (a3)). Die Schichtdicke der Si0 2 -Schicht betrug nach Berechnung aus der Auftragsmenge 1 Mikrometer. Die Schichtdicke des Aktivmaterials (a2) betrug 7,5 Mikrometer. Durch das Kalandrieren wurde die Dicke der Schicht (a2) um 68,6 % reduziert. Beispiel 6 (erfindungsgemäß):
Auf eine nicht kalandrierte Kathode wurde zunächst eine Schicht dünne Si0 2 Schutzschicht mittels APID aufgebracht (Schicht (a3)). Anschließend wurde die Kathode (Schichten (a2) und (a3)) kalandriert und zum Schluss eine weitere dünne Si0 2 Schutzschicht mittels APID aufgebracht (weitere Schicht (a3)).
Tabelle 1 :
Beispiel Zyklus 1 2 10 50 70 100
1 Entladekapazitä
t
(Vergleich)
[mAhg ] 518,58 520,07 482,22 251 ,13 186,34 168,65
[%] 100 100,29 92,99 48,43 35,93 32,52
2 Entladekapazitä
t
(erfindungs¬
[mAhg 1 ] 537,64 536,39 520,6 485,21 465,13 451 ,18 gemäß)
[%] 100 99,77 96,83 90,25 86,51 83,92
3 Entladekapazitä
t
(erfindungs¬
[mAhg 1 ] 512,35 519,56 506,88 483,39 466,98 432,07 gemäß)
[%] 100 101 ,41 98,93 94,35 91 ,14 84,33
4 Entladekapazitä
t 580,37 587,09 570,44 509,9 475,02 464,22 (erfindungs[mAhg 1 ]
gemäß) [%] 100 101 ,16 98,29 87,86 81 ,85 79,99
5 Entladekapazitä
t
(erfindungs¬
[mAhg 1 ] 538,79 536,66 534,83 486,76 475,71 460,55 gemäß)
[%] 100 99,6 99,27 90,34 88,29 85,48
6 Entladekapazitä
t
(erfindungs¬
[mAhg 1 ] 604,17 626,96 641 ,9 610,19 597,91 583,65 gemäß)
[%] 100 103,77 106,24 101 98,96 96,6
Sowohl die Verdichtung der Schicht (a2) als auch das Aufbringen einer Schicht (a3) aus einem anorganischen Li-Ionen leitenden Festelektrolyt führt zu deutlich verbesserter Stabilität der erfindungsgemäßen Kathoden. Liegt die Schicht (a2) verdichtet vor und enthält die Kathode zudem noch eine Schicht (a3) aus einem anorganischen Li- Ionen leitenden Festelektrolyten wird eine weitere Verbesserung erreicht. Das beste Ergebnis zeigt die Kathode, bei der auf die nicht verdichtete Schicht (a2) eine Schicht (a3) aufgebracht wurde, beide Schichten gemeinsam verdichtet wurden und eine weitere Schicht (a3) aufgebracht wurde. Diese Kathode zeigt die höchste spezifische Ka- pazität und die geringste Änderung der Kapazität der getesteten Kathoden.
Beispiel 7 (Vergleich):
Eine Kathode gemäß Beispiel 1 wurde in einem dichten Li-Ionen-Akkumulator unter- sucht und unter Änderung der Temperatur der in der Zelle herrschende Druck gemessen. Nach 80 Stunden Messung bei 25°C wurde die Temperatur sehr schnell auf 40°C erhöht, für 40 Stunden bei 40°C gehalten und nach insgesamt 120 Stunden Messzeit sehr schnell auf 25 °C gesenkt und bis zum Ende der Messung nach insgesamt 240 Stunden bei diesem Wert gehalten.
Beispiel 8 (erfindungsgemäß):
Eine Kathode gemäß Beispiel 6 wurde in einer dichten Li-Ionen-Akkumulator unter- sucht und unter Änderung der Temperatur der in der Zelle herrschende Druck gemessen. Nach 80 Stunden Messung bei 25°C wurde die Temperatur sehr schnell auf 40°C erhöht, für 40 Stunden bei 40°C gehalten und nach insgesamt 120 Stunden Messzeit sehr schnell auf 25 °C gesenkt und bis zum Ende der Messung nach insgesamt 240 Stunden bei diesem Wert gehalten.
Tabelle 2 Messpunkt Messzeit Temperatur Beispiel 7 Beispiel 8
[Stunden] [°C] Druck [mbar] Druck [mbar]
1 0 25/ 1013,75 981 ,25
2 80 25 1013,02 984,79
3 80 40 1065,94 1033,33
4 120 40 1085,00 1039,69
5 120 25 1032,08 990,42
6 240 25 1063,85 994,58
Die Vergleichskathode aus Beispiel 7 zeigt vor der Temperaturerhöhung keine wesentliche Veränderung des Drucks, nach Erhöhung der Temperatur steigt der Druck kontinuierlich an, auch nachdem wieder die ursprüngliche niedrigere Temperatur von 25 °C eingestellt wurde. Zwischen den Messpunkten 2 und 3 nimmt der Druck um 1 ,8 % zu, zwischen den Messpunkten 5 und 6 nimmt der Druck um 3,1 % zu, insgesamt erhöht sich der Druck ab Einstellen der erhöhten Temperatur bis Messende um 5 %. Bei der erfindungsgemäßen Kathode aus Beispiel 8 liegen diese Werte bei 0,6 %, 0,4 % und 1 %. Die erfindungsgemäße Kathode aus Beispiel 8 zeigt somit eine deutlich verbesserte Temperaturstabilität hinsichtlich des Drucks und damit gegenüber oxidativer Zersetzung des Elektrolyts.
