LUEDE, Dirk (Radlmaier Weg 10, Bad Wiessee, 83707, DE)
| Patentansprüche 1. Kettenführung für eine Zweirad kette, die mit einer Kettenblattgarnitur (4) und einem Ritzelpaket in Wirkeingriff steht, mit einem Führungsteil (8) zum Spannen eines Leertrums der Kette (6), dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsteil (8) von der Kette (6) gleitend durchsetzt ist und über einen Haltearm (12) mittelbar oder unmittelbar an einem Rahmen (2) des Zweirads, vorzugsweise beweglich, befestigt ist. 2. Kettenführung nach Patentanspruch 1 , wobei das Führungsteil (8) etwa rohrför- mig ausgeführt ist. 3. Kettenführung nach Patentanspruch 1 oder 2, wobei der Haltearm (12) gelenkig, vorzugsweise an der Kettenstrebe (2) gehalten ist. 4. Kettenführung nach Patentanspruch 3, wobei die Gelenkachse etwa parallel zu einem Kettenabschnitt verläuft. 5. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei das Führungsteil (8) gelenkig am Haltearm (12) befestigt ist. 6. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei ein Eintritt (10) des Führungsteils (8) mit Bezug zu einem, vorzugsweise zu einem mittleren Kettenblatt der Kettenblattgarnitur (4) ausgerichtet ist. 7. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Axiallänge des Führungsteils (8) größer als dessen Durchmesser ist. 8. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei das Führungsteil (8) mit die Reibung vermindernden Elementen und/oder aus einem die Reibung vermindernden Material ausgeführt ist. 9. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei der Haltearm (12) mit einem Konsolenabschnitt (14) zum Befestigen des Führungsteils (8) und einem etwa in einer Schwenkachse liegenden Gelenkabschnitt (20) ausgeführt ist. 10. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei das Führungsteil (8) und/oder der Haltearm (12) zweiteilig ausgeführt sind, wobei sie im zusammengefügten Zustand die Kette (6) bzw. ein Rahmenteil formschlüssig umgreifen. 1 1 . Kettenführung nach Patentanspruch 10, wobei die Teile durch eine Verrasterung und/oder Verschraubung verbunden sind. 12. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei der Haltearm (12) einen gabelförmigen Endabschnitt hat, der das Führungsteil (8) abschnittsweise umgreift. 13. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei das Führungsteil (8) zu seinen Stirnflächen etwa trompetenförmig erweitert ist. 14. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, mit einer Gelenkkonsole (22), die einerseits am Rahmen (2) befestigt ist und andererseits mit dem Haltearm (12) verbunden ist. 15. Kettenführung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei eine Schwenkachse des Haltearms (12) koaxial zu einem Achsabschnitt eines Bowdenzugs (28) eines Schaltwerks (5) verläuft. |
Kettenführung
Die Erfindung betrifft eine Kettenführung für eine Zweiradkette gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 .
Eine derartige Kettenführung wird insbesondere bei Mountainbikes verwendet, bei denen die Kette im Geländeeinsatz relativ starken Schwingungen ausgesetzt ist, so dass insbesondere beim Downhill oder beim Freestyle die Gefahr besteht, dass die Kette vom Ritzel oder vom Kettenblatt abspringt.
Üblicher Weise hat die Kettenführung eine an der Kette anliegende oder mit dieser kämmende Rolle, die von einem Arm gehalten wird. Letzterer kann an einer Kettenstrebe, am Sattelrohr oder auch am Tretlager, beispielsweise über eine ISCG-Auf- nahme befestigt sein. Bei hochwertigen Kettenführungen ist im Bereich des Lasttrums (Zugtrum) eine zusätzliche Führung vorgesehen. Eine derartige Kettenführung ist beispielsweise in der DE 20 2007 007 536 offenbart.
Ein Nachteil all dieser Lösungen ist, dass die Montage sehr aufwendig ist und darüber hinaus der Schaltvorgang behindert werden kann. Die bekannten Kettenführungen sind darüber hinaus relativ voluminös, so dass es beispielsweise beim Überfahren von Steilstufen zu einem unerwünschten Kontakt der Kettenführung mit der Stufe und somit zu einem Abspringen der Kette oder zu einer Kollision der Kettenführung mit dem Reifen kommen kann.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfach aufgebaute Kettenführung zu schaffen, die eine zuverlässige Führung der Kette ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch eine Kettenführung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Erfindungsgemäß ist die Kettenführung für eine Zweiradkette ausgelegt, die mit einer Kettenblattgarnitur und einem Ritzelpaket kämmt. Die Kettenführung hat des Weiteren ein Führungsteil, das erfindungsgemäß von der Kette gleitend durchsetzt ist und über einen Haltearm mittelbar oder unmittelbar am Rahmen befestigt ist.
Da das Führungsteil einen Abschnitt der Kette vollständig umschließt, ist eine zuverlässige Führung der Kette gewährleistet. Durch die Befestigung dieses Führungsteils am Rahmen ist eine sehr einfache, raumsparende Montage ermöglicht, so dass die gesamte Kettenführung sehr schmal bauend ausgeführt werden kann und dementsprechend die eingangs beschriebenen Probleme durch Kollision mit dem Boden oder dem Reifen nicht oder in stark verringertem Umfang auftreten.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Führungsteil in etwa rohrförmig ausgeführt, so dass der vorrichtungstechnische Aufwand minimal ist.
Der das Führungsteil haltende Haltearm kann gelenkig an einer Kettenstrebe gehalten sein, wobei die Gelenkachse so gewählt sein kann, dass sich das Führungsteil beim Schalten der Kettenlinie selbsttätig anpasst.
Diese Gelenkachse kann koaxial zu einem Achsabschnitt eines Bowdenzugs zur Betätigung eines Schaltwerks angeordnet werden. Bei einer derartigen Variante durchsetzt somit der Bowdenzug einen Teil des Tragarms oder eines diesen haltenden Bauelementes.
Die Gelenkachse kann so gewählt sein, dass sie in etwa parallel zu einem Kettenabschnitt verläuft.
Alternativ oder zusätzlich kann die Kettenführung mit einem weiteren Gelenk ausgeführt sein, über das das Führungsteil gelenkig am Haltearm befestigt ist. In dem Fall, dass die Kettenführung mit zwei Gelenken ausgeführt ist, kann das letztgenannte, das Füh- rungsteil und den Haltearm verbindende Gelenk quer zum erstgenannten Gelenk ausgeführt werden.,
Erfindungsgemäß wird es besonders bevorzugt, wenn das Führungsteil bei einer Kettenblattgarnitur mit Bezug zu einem Kettenblatt, vorzugsweise zum mittleren Kettenblatt ausgerichtet ist. Auf diese Weise fällt die notwendige Spannung der Kette durch die Kettenführung geringer als bei einer herkömmlichen Kettenführung mit Rolle aus, da diese in der Regel mit Bezug zu dem kleinsten Kettenblatt ausgerichtet wird.
Bei einem Ausführungsbeispiel ist die Axiallänge des etwa rohrförmigen Führungsteils wesentlich größer als der Durchmesser ausgeführt, so dass eine relativ exakte Führung gewährleistet ist.
Bei einem Ausführungsbeispiel ist der Haltearm mit einem Konsolenabschnitt zum Befestigen des Führungsteils und einem schwenkachsenseitigen Gelenkabschnitt ausgeführt.
Zur Minimierung der Reibung kann das Führungsteil mit entsprechenden Gleitelementen oder aus einem Material mit geringem Reibungskoeffizienten ausgeführt sein.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind zumindest das Führungsstück und der Haltearm zweiteilig ausgeführt, so dass sie jeweils durch Verbinden der Führungsstückteile bzw. der Haltearmteile an die Kette bzw. an den Rahmen bzw. einen Bowdenzug ansetzbar sind.
Diese Verbindung kann formschlüssig, beispielsweise durch eine Verrastung erfolgen.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung hat der Haltearm einen gabelförmigen Gabelabschnitt, der das Führungsteil abschnittsweise umgreift und in diesem Bereich vorzugsweise gelenkig mit dem Führungsteil verbunden ist. Die Reibung zwischen Führungsteil und Kette lässt sich minimieren, wenn sich das Führungsteil zu seinen Stirnflächenmündungen hin erweitert, so dass beidseitig eine etwa trompetenförmige Rohrkontur ausgebildet ist.
Die Montage der Kettenführung ist besonders einfach, wenn diese mit einer Gelenkkonsole ausgeführt ist, die einerseits rahmenfest festlegbar ist und andererseits mit dem Halterahmen oder einem entsprechenden Bauelement verbunden ist.
Wie bereits vorstehend erwähnt, kann die Schwenkachse des Haltearms koaxial zu einem Achsabschnitt eines Bowdenzugs verlaufen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgenden anhand schema- tischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Prinzipdarstellung eines Zweirads mit einer erfindungsgemäßen Kettenführung;
Figur 2 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Kettenführung;
Figur 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Kettenführung;
Figur 4 die Kettenführung gemäß Figur 3 in Einzeldarstellung;
Figur 5 eine Explosionsdarstellung der Kettenführung aus Figur 4;
Figur 6 ein drittes Ausführungsbeispiel einer Kettenführung;
Figur 7 eine Einzeldarstellung der Kettenführung aus Figur 6;
Figur 8 eine Explosionsdarstellung der Kettenführung gemäß Figur 7; und
Figur 9 einen Schnitt durch die Kettenführung gemäß Figur 6. In Figur 1 ist stark vereinfacht ein Mountainbike dargestellt, bei dem eine erfindungsgemäße Kettenführung 1 vorgesehen ist, über die das Leertrum einer Kette 6 geführt und mit einer Spannung beaufschlagt ist. Gemäß der Darstellung in Figur 1 greift die Kettenführung 1 im Bereich zwischen einer Kettenblattgarnitur 4 und einem Schaltwerk 5 an der Kette 6 an und ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel an einer
Kettenstrebe 2 des Mountainbikes befestigt. Selbstverständlich können auch andere Rahmenteile zur Befestigung vorgesehen sein. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel verläuft ein Bowdenzug 28 zur Betätigung des Schaltwerks 5 unterhalb der Kettenstrebe 2. Eine im Folgenden noch näher erläuterte Schwenkachse der Kettenführung 1 ist dabei so gewählt, dass sie koaxial zur Bowdenzug-Achse verläuft. D.h., der Bowdenzug 28 durchsetzt einen Teil der Kettenführung 1 .
Figur 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Kettenführung 1 , wobei lediglich schematisch die Kettenstrebe 2 und die Kettenblattgarnitur 4 angedeutet sind. Die Kette 6 des Kettenantriebs ist ebenfalls lediglich angedeutet. Die Kettenführung 1 hat ein etwa rohrförmiges Führungsteil 8, dessen Achse in etwa in Richtung des dargestellten Leertrums der Kette 6 verläuft und dessen Eintritt 10 in etwa mit Bezug zu einem mittleren Kettenblatt der Kettenblattgarnitur 4 ausgerichtet ist. D.h. der Abstand des Führungsteils 8 zur Kettenstrebe 2 ist in etwa so gewählt, dass die Achse des Führungsteils 8 in erster Näherung tangential zum mittleren Kettenblatt verläuft.
Bei der dargestellten Lösung ist das Führungsteil 8 mit einem runden Rohrquerschnitt ausgeführt. Prinzipiell kann natürlich auch eine abweichende Form, beispielsweise ein Rechteckquerschnitt oder ein elliptischer Querschnitt gewählt werden. Das Material des Führungsteils 8 ist im Hinblick auf einen minimalen Verschleiß und optimale
Gleiteigenschaften ausgewählt, so dass die Reibung minimal ist. Im Führungsteil 8 können die Reibung mindernde Elemente, wie beispielsweise Führungsrollen, eine Beschichtung oder dergleichen vorgesehen werden.
Die Befestigung des Führungsteils 8 an der Kettenstrebe 2 erfolgt über einen Haltearm 12, der beim dargestellten Ausführungsbeispiel einen etwa O-förmigen Querschnitt aufweist, wobei an einem Konsolenabschnitt 14 das Führungsteil 8 befestigt ist, das entlang eines Mantelabschnittes mit dem Konsolenabschnitt 14 verschraubt, verlötet, verklebt, verschweißt oder auf sonstige Weise befestigt ist. Ausgehend vom Konsolenabschnitt 14 erstrecken sich zwei Arme 16, 18 hin zu einem Gelenkabschnitt 20, der gelenkig an der Kettenstrebe 2 befestigt ist. Anstelle zweier Arme 16, 18 kann auch ein einziger, beispielsweise in C-Form gekrümmter Arm verwendet werden. Die Anlenkung erfolgt beim dargestellten Ausführungsbeispiel über eine Gelenkkonsole 22, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel ein Basisteil 24 hat, an dem ein Gelenkring 26 gehalten ist, der den Gelenkabschnitt 20 und den Bowdenzug 28 umgreift, so dass dieser um die in etwa parallel zur Kettenstrebe 2 verlaufende Bowdenzug-Achse
verschwenkbar ist. Der Gelenkabschnitt 20 und das Basisteil sind jeweils mit einer Hohlkehle versehen, die an den Außendurchmesser des Bowdenzugs 28 angepasst ist. D.h. die Verschwenkung erfolgt in etwa parallel zur Achse der Kettenblattgarnitur, so dass sich das Führungsteil 8 beim Schalten selbsttätig an die Kettenlinie der Kette 6 anpasst und somit immer mit Bezug zum aktiven Kettenblatt ausgerichtet ist.
Der Haltearm 12 ist im Hinblick auf ein minimales Gewicht und eine maximale Steifigkeit ausgelegt. Der Gelenkring 26 kann beispielsweise durch einen sehr stabilen Kabelbinder gebildet sein, der das Basisteil 24 durchsetzt - die Montage ist auf diese Weise äußerst einfach durchführbar. Das Basisteil 24 kann seinerseits an der Kettenstrebe 2 angeklemmt oder aber auch durch Löten oder dergleichen befestigt sein.
Durch die sich nach oben, zur Kettenstrebe 2 hin erstreckende Befestigung des Führungsteils 8 baut die Kettenführung äußerst schmal, so dass eine Kollision mit dem Reifen nicht zu befürchten ist.
Wie erwähnt, kann die Geometrie des Haltearms 12 und des Führungsteils 8 je nach Anwendungsfall und Rahmengeometrie optimiert werden.
Die Axiallänge des Führungsteils 8 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel zur Optimierung der Führung und Vorspannung der Kette wesentlich größer als der Durchmesser des Führungsteils 8 ausgebildet.
In Figur 3 ist der Anbauzustand eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Kettenführung 1 gezeigt. Diese hat einen in erster Näherung etwa C-förmigen Haltearm 12, der an seinem einen, kettenstrebenseitigen Endabschnitt den Gelenkabschnitt 20 trägt, der in Zusammenwirkung mit der an der Kettenstrebe 2 festgelegten Gelenkkonsole 22 ein Schwenkgelenk der Kettenführung 1 bildet. An dem anderen C-Endabschnitt ist das rohrförmige Führungsteil 8 befestigt. Diese Befestigung erfolgt beim dargestellten Ausführungsbeispiel über ein Gummiband 30, einen Klettverschluss oder dergleichen.
Wie Figur 3 weiter entnehmbar ist, ist bei diesem Ausführungsbeispiel das Führungsteil 8 nicht als Hohlzylinder ausgeführt, sondern hat zwei sich etwa trompetenförmig erweiternde Endabschnitte 34, 36, wobei der dazwischenliegende Bereich hohlzylinderförmig ausgeführt ist. In diesen Bereich greift das Band 30 ein, so dass das Führungsteil 8 durch die sich radial auswölbenden Endabschnitte 34, 36 in Axialrichtung gesichert ist. Der genannte untere C-Schenkel des Haltearms 12 ist weg vom Führungsteil 8 aufgebogen, so dass das Band 30 ebenfalls am Haltearm 12 gesichert ist.
Einzelheiten dieses Ausführungsbeispiels werden anhand der Figuren 4 und 5 erläutert. Dabei zeigt Figur 4 eine dreidimensionale Einzeldarstellung der Kettenführung 1 und Figur 5 eine Explosionsdarstellung der Kettenführung. Sichtbar ist in der Darstellung gemäß Figur 4 der Haltearm 12 mit dem oberen C-Schenkel, der durch den Gelenkabschnitt 20 gebildet ist und mit dem unteren C-Schenkel 38 mit seinem aufgebogenen Endabschnitt. Der Gelenkabschnitt 20 des Haltearms 12 ist dabei etwa U-förmig mit zwei Seitenwangen 40, 42 ausgeführt, die sich hin zur Kettenstrebe 2 erstrecken. Beide Seitenwangen 40, 42 haben ein Durchgangsloch 41 , 43, dessen Durchmesser an den Außendurchmesser des Bowdenzugs 28 angepasst ist und von diesem durchsetzt wird. Um das Ansetzen des Haltearms 12 an den Bowdenzug 28 zu vereinfachen, können die beiden Seitenwangen 40, 42 in irgendeiner Form teilbar ausgeführt sein, so dass diese zum Ansetzen an den Bowdenzug 28 geöffnet werden. Anhand des dritten Ausführungsbeispiels wird eine derartige Variante erläutert.
Nicht dargestellt in Figur 4 ist die in Figur 3 gezeigte Gelenkkonsole 22. Diese hat einen Haltebügel 44 mit zwei U-Schenkeln 46, 48, an denen ein Röhrchen 50 gehalten ist, das vom Bowdenzug 28 durchsetzt ist. Dieses Röhrchen 50 wird mit seinen Endabschnitten in Aufnahmebohrungen der beiden U-Schenkel 46, 48 und in die Durchgangslöcher 41 , 43 eingesetzt und die ganze Anordnung in Axialrichtung über zwei Halteringe 52, 54 gehalten. Die Befestigung dieser Gelenkkonsole 22 erfolgt dann über einen Kabelbinder 56, der die Kettenstrebe 2 und das Röhrchen 50 umspannt. Dabei werden die Seitenwangen 40, 42, die U-Schenkel 46, 48 und das Röhrchen 50 vom Bowdenzug 28 durchsetzt. Die Einzelheiten dieser Kettenführung sind in Figur 5 dargestellt. Man erkennt das beidseitig trompetenförmig erweiterte Führungsteil 8, dessen sich zu den Endabschnitten 34, 36 hin erweiternder Innenraum mit einer Gleitschicht beschichtet oder aber aus einem einen geringen Reibungskoeffizienten und hohe Verschleißfestigkeit aufweisenden Material ausgeführt sein kann, so dass der Verschleiß und die Reibung durch die Kette 6 minimiert ist. Das Band 30 ist bei diesem Ausführungsbeispiel elastisch ausgeführt, so dass es den als Zylinder ausgeführten Mittelteil des Führungsstücks 8 spannend umgreift. Deutlich zu sehen ist auch die Form des Haltearms 12 mit dem am unteren Endabschnitt ausgebildeten C-Schenkel 38 und dem am oberen Schenkel ausgebildeten Gelenkabschnitt 20 mit den Seitenwangen 40, 42 und den in diesen ausgebildeten Durchgangslöchern 41 , 43. Die beiden Halteringe 52, 54 sind als O-Ringe ausgeführt.
Prinzipiell kann man auch auf die Gelenkkonsole 22 verzichten und die ohnehin an der Kettenstrebe 2 oder einem sonstigen Rahmenteil vorhandenen Führungs- und
Haltestücke 90 (siehe beispielsweise Figur 6) für den Bowdenzug 28 verwenden, um den Tragarm 12 lagezufixieren. D.h., die beiden Seitenwangen 40, 42 umgreifen dann dieses Haltestück, und der Bowdenzug 28 durchsetzt die Durchgangslöcher 41 , 43, wobei die vorgesehene Relativposition des Haltearms 12 mit Bezug zum Bowdenzug 28 über die Halteringe 52, 54 lagefixiert wird, die dann von innen her an den beiden Seitenwangen 40, 42 anliegen. Der Haltearm 12 wird dann über einen Kabelbinder 56 oder dergleichen festgelegt.
Die Figuren 6 bis 9 zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel, bei dem das Ansetzen an den Bowdenzug 28 gegenüber den eingangs beschriebenen Lösungen verbessert ist. Ähnlich wie bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen hat die Kettenführung 1 einen Haltearm 12, an dessen kettenstrebenseitigem Endabschnitt wiederum ein Gelenkabschnitt 20 ausgebildet ist, der vom Bowdenzug 28 durchsetzt ist. Wie im Folgenden näher erläutert, ist eine Besonderheit dieses Haltearms 12, dass er mehrteilig ausgebildet ist, so dass er sehr einfach, ohne Abnehmen des Bowdenzugs 28 vom Schalt- werk 5 an den Bowdenzug 28 angesetzt werden kann. An dem unteren Endabschnitt des Haltearms 12 ist ähnlich wie beim zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel das von der Kette 6 durchsetzte Führungsteil 8 angeordnet. Beim Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 6 bis 9 ist das Führungsteil 8 gelenkig an dem Haltearm 12 angelenkt, so dass sich das Führungsteil 8 an die Anstellung der Kette 6 mit Bezug zur Kettenstrebe 2 anpassen kann. Wie im Folgenden erläutert, ist auch das Führungsteil 8 zweistückig ausgebildet. Die Befestigung der Kettenführung 1 erfolgt wiederum über einen Kabelbinder 56 oder dergleichen. Figur 7 zeigt eine Einzeldarstellung der Kettenführung 1 gemäß Figur 6. Man erkennt in dieser Darstellung, dass das Führungsteil 8 durch zwei Halbschalen 8a, 8b gebildet ist, wobei die Teilebene in einer Diametralebene liegt. Entsprechend ist auch der Haltearm 12 aus zwei Haltearmteilen 12a, 12b ausgebildet, deren Teilebene etwa in der gleichen Ebene wie diejenige des Führungsteils 8 liegt. Ein Endabschnitt des Haltearms 12 ist wiederum als Gelenkabschnitt 20 mit zwei Seitenwangen 40, 42 ausgebildet, die sich zum Ansetzen an die Kette 6 öffnen lassen. Zwischen den beiden Seitenwangen 40, 42 wird ein Röhrchen 50 gehalten, das, wie im Folgenden näher erläutert wird, ebenfalls teilbar ausgeführt ist. Diese Konstruktion ermöglicht es, durch Öffnen des Führungsteils 8 dieses auf die Kette 6 aufzusetzen, ohne dass das Kettenschloss geöffnet werden muss. In entsprechender Weise kann der Haltearm 12 an den Bowdenzug 28 angesetzt werden, ohne dass dieser am Schaltwerk ausgehängt werden muss. Einzelheiten der Konstruktion erschließen sich besonders gut aus Figur 8. Man erkennt die beiden Halbschalen 8a, 8b des Führungsteils 8. Diese sind wechselseitig mit Rastvorsprüngen 58 und Rastausnehmungen 60 versehen, so dass die beiden Halbschalen 8a, 8b durch Verrasten zusammengefügt werden können.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß Figur 8 wird jede Halbschale 8a, 8b durch eine Querbohrung 62a, 62b durchsetzt, die am Außenumfang der jeweiligen Halbschale 8a, 8b in einer Abflachung 63 mündet. Auch das Führungsteil 8 gemäß den Figuren 6 bis 9 ist zu den Endabschnitten hin trompetenförmig erweitert, um die Reibung mit der Kette 6 zu verringern.
Wie bereits erläutert, ist auch der Haltearm 12 aus zwei Haltearmteilen 12a, 12b ausgebildet, deren Trennebene ebenfalls mittig verläuft und in etwa der Trennebene des Führungsteils 8 entspricht. An dem in Figur 8 oberen Endabschnitt jedes Haltearmteils 12a, 12b ist jeweils eine Hälfte 20a, 20b des Gelenkabschnitts 20 ausgebildet, wobei jede Gelenkabschnitthälfte 20a, 20b mit einem Seitenwangenteil 40a, 40b bzw. 42a, 42b ausgebildet ist, die sich in zusammengebautem Zustand zu den Seitenwangen 40, 42 mit den Durchgangslöchern 41 , 43 ergänzen. D.h., in jedem Seitenwangenteil 40a, 40b; 42a, 42b ist ein Umfangssegment 41 a, 41 b; 43a, 43b ausgebildet, die sich im
zusammengebauten Zustand zu den Umfangswandungen der Durchgangslöcher 41 , 43 ergänzen.
Bei dem anhand der Figuren 6 bis 9 erläuterten Ausführungsbeispiel ist jedes Haltearm- teil 12a, 12b an seinem unteren Endabschnitt mit einem Halteschenkel 64, 66 ausgeführt, die im montierten Zustand den Außenumfang des in etwa rohrförmigen Führungsteils 8 abschnittsweise umgreifen. An einer Innenwandung jedes Halteschenkels 64, 66 ist ein Gelenkzapfen 68 ausgebildet (Gelenkzapfen des Halteschenkels 64 nicht sichtbar in Figur 8), der im montierten Zustand in die entsprechende Querbohrung 62a bzw. 62b der benachbarten Halbschale 8a, 8b eintaucht, so dass das Führungsteil 8 schwenkbar zwischen den Halteschenkeln 64, 66 gehalten ist.
Der Übergangsbereich zwischen den Halteschenkeln 64, 66 und der jeweils zugeordneten Gelenkabschnittshälfte 20a, 20b ist in der Seitenansicht sich nach oben hin etwa dreieckförmig erweiternd ausgebildet, wobei in diesem relativ dickwandig ausgeführten Bereich jeweils eine Durchgangsöffnung 70, 72 ausgebildet ist, die in etwa parallel zu der durch die Gelenkbolzen 68 ausgebildeten Schwenkachse verläuft. Jede Durch- gangsöffnung 70, 72 mündet in einer gegenüber dieser erweiterten Aufnahme 74, 76, wobei in die in Figur 8 linke Aufnahme ein Kopf einer Schraube 78 einsetzbar ist, während in die andere Aufnahme 74 eine Mutter 80 eingelegt werden kann. Der Gewindebolzen der Schraube 78 durchsetzt dabei beide Durchgangsöffnungen 70, 72 und kann somit in Gewindeeingriff mit der Mutter 80 gebracht werden. Durch Anziehen dieser Schraubverbindung werden dann die beiden Haltearmteile 12a, 12b miteinander verbunden und verspannt und dabei auch das Führungsteil 8 lagefixiert und zusammengehalten. Die Relativpositionierung zwischen den genannten Halteelementen kann über geeignete Rastelemente (Rastausnehmungen und korrespondierende Rastvorsprünge) verbessert werden. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist im montierten Zustand (siehe Figur 7) an den beiden zueinander beabstandeten Seitenwangen 40, 42 das Röhrchen 50 gehalten. Gemäß Figur 8 ist dieses Röhrchen zweiteilig aus zwei Rohrschalen 50a, 50b gebildet, die sich miteinander zum Röhrchen 50 verrasten lassen. Die beiden Endabschnitte des Röhrchens 50 tauchen dann in das benachbarte Durchgangsloch 41 , 43 der Seitenwange 40, 42 ein. Am Außenumfang des Röhrchens 50 (im zusammengebauten Zustand) sind zwei umlaufende, in Radialrichtung vorspringende Postionierbun- de 86, 88 ausgebildet, die in montierten Zustand an den Innenflächen der Seitenwangen 40, 42 anliegen und somit das Röhrchen 50 in Axialrichtung verbinden.
Die Montage dieser Kettenführung 1 ist denkbar einfach. Die beiden Halbschalen 8a, 8b werden einfach an die geschlossene Kette 6 angesetzt und miteinander verrastet. In einem weiteren Arbeitsgang werden die beiden Rohrschalen 50a, 50b an den Bowden- zug 28 angesetzt und miteinander verrastet und anschließend die beiden Haltearmteile 12a, 12b angesetzt, so dass diese mit ihren Seitenwangen 40, 42 das Röhrchen 50 umgreifen. Dabei gelangen die Gelenkbolzen 68 der Halteschenkel 64, 66 in Eingriff mit der jeweiligen Querbohrung 62a, 62b, so dass das Führungsteil 8 gelenkig am Haltearm 12 befestigt ist. Als Sicherung kann dann wiederum ein Kabelbinder oder dergleichen verwendet werden, um die Kettenführung 1 an einem rahmenfesten Teil schwenkbar zu befestigen.
Auch bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen ist die Spannung des Kabelbinders 56 oder des sonstigen Befestigungsmittels vorzugsweise so zu wählen, dass eine Querverschwenkbarkeit der Kettenführung 1 möglich bleibt. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Figur 6 umgreifen die beiden Seitenwangen 40, 42 das ohnehin an der Kettenstrebe 2 vorhandene Haltestück 90 für den Bowdenzug 28. Dieses Haltestück 90 (siehe Figur 6) kann durch Löten oder Schweißen oder dergleichen mit der Kettenstrebe 2 befestigt sein.
Figur 9 zeigt die Kettenführung 1 gemäß den Figuren 6 bis 8 in einer Schnittdarstellung und im montierten Zustand, wobei die Schnittebene senkrecht zur Zeichenebene in Figur 6 und mittig durch die Halteschenkel 64, 66 verläuft. Man erkennt die beiden Halteschenkel 64, 66, die den Außenumfang des mittleren Abschnitts des Führungsteils 8 gabelförmig umgreifen und die mit ihrem Gelenkbolzen 68 in die jeweilige Querbohrung 62a, 62b der Halbschalen 8a, 8b eintauchen. Im montierten Zustand greifen dabei die Rastvorsprünge 58 in die entsprechenden Rastausnehmungen 60 ein. Die Verspan- nung der beiden Halbschalen 8a, 8b und der beiden Haltearmteile 12a, 12b erfolgt durch Einschrauben der Schraube 78 in die Mutter 80, wobei diese im verschraubten Zustand vollständig in die Aufnahmen 72, 74 eintauchen.
Des Weiteren erkennt man in der Darstellung gemäß Figur 9 die beiden Rohrschalen 50a, 50b, die sich im verrasteten Zustand gemeinsam zum Röhrchen 50 ergänzen und an den beiden Seitenwangen 40, 42 gehalten sind, von denen im Schnitt gemäß Figur 9 lediglich die Seitenwange 42 sichtbar ist.
Die meisten Bauelemente der vorbeschriebenen Kettenführungen 1 können auf einfache Weise im Spitzgießverfahren hergestellt werden, so dass dieses zum einen mit minimalem Gewicht und zum anderen sehr preisgünstig herstellbar ist. Die erfindungsgemäße Kettenführung lässt sich in einer der vorbeschriebenen Varianten an nahezu jedem Zweirad befestigen, wobei auch das Vorsehen eines Bowdenzugs nicht notwendigerweise erforderlich ist, da die Halterung auch über geeignete Gelenkkonsolen oder dergleichen erfolgen kann, die am Rahmen, beispielsweise an der Kettenstrebe, festgelegt werden.
Offenbart ist eine Kettenführung für ein Zweirad mit einem von der Kette durchsetzten Führungsteil, das über einen Haltearm am Rahmen des Zweirads befestigt ist.
Bezuqszeichenliste:
1 Kettenführung
2 Ketten strebe
4 Kettenblattgarnitur
5 Schaltwerk
6 Kette
8 Führungsteil
8a, 8b Halbschale
10 Eintritt
12 Haltearm
12a, 12b Haltearmteile
14 Konsolenabschnitt
16 Arm
18 Arm
20 Gelenkabschnitt
20a, 20b Gelenkabschnitthälften
22 Gelenkkonsole
24 Basisteil
26 Gelenkring
28 Bowdenzug
30 Band
34 Endabschnitt
36 Endabschnitt
38 C-Schenkel
40 Seitenwange
41 Durchgangsloch
41 a, 41 b Umfangssegmente
42 Seitenwange
43 Durchgangsloch
43a, 43b Umfangssegmente
44 Haltebügel
46 U-Schenkel U-Schenkel
Röhrchen
Rohrschalen
Haltering
Haltering
Kabelbinder
Rastvorsprung
Rastausnehmung
Querbohrung
Abflachung
Halteschenkel
Halteschenkel
Gelenkbolzen
Durchgangsöffnung
Durchgangsöffnung
Aufnahme
Aufnahme
Schraube
Mutter
Rohrschale
Rohrschale
Positionierbund
Positionierbund
Haltestück
