DIETRICH, Michael (Hohe Strasse 133, Dortmund, 44139, DE)
| Patentansprüche
1. Einrichtung zum Spannen der Ketten von Raupenfahrzeugen, insbesondere der Ketten von Hydraulikbaggern, beinhaltend einen im Bereich eines Fahrwerks (2) des Kettenfahrzeuges angeordneten, über eine Kolbenstange (11) mit einem Leitrad (3) in Wirkverbindung stehenden, einen Spannzylinder bildenden ersten Zylinder (6) sowie einen mit dem ersten Zylinder (6) in Wirkverbindung stehenden, einen Federzylinder bildenden zweiten Zylinder (7), wobei der zweite Zylinder (7) den ersten Zylinder (6) zur Bildung eines Doppelzylinders (5) konzentrisch umschließt und jeder Zylinder (6,7) über einen eigenen Hydraulikanschluss (8,9) verfügt, wobei beim Anlassen des Kettenfahrzeuges die Hydraulikanschlüsse (8,9) des Doppelzylinders (5) mit einem vorgebbaren Vorspanndruck (pθ) beaufschlagt werden, der Federzylinder (7) aufgrund seiner größeren Querschnittsfläche in seine Endlage (16) mit maximalem Federweg (t) führbar ist und der Spannzylinder (6) die Kette mit einer Kraft, die dem Vorspanndruck (pθ) entspricht, vorspannt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der ölraum (14) des Federzylinders (7) im Betriebszustand des Kettenfahrzeugs mit einem Speicher (15) verbunden und der ölraum (13) des Spannzylinders (6) in diesem Zustand druckmäßig vollständig abgeschottet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannzylinder (6) mit Fett betreibbar ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der als Spannzylinderrohr ausgebildete Spannzylinder (6) und der als Federzylinderrohr ausgebildete Federzylinder (7) mit unterschiedlichen Vorspanndrücken (pθ) betreibbar sind. |
Kettenspanneinrichtung
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Spannen der Ketten von Raupenfahrzeugen, insbesondere der Ketten von Hydraulikbaggern.
Der DE-C 35 07 805 ist eine Vorrichtung zum Spannen der Ketten von Kettenfahrzeugen zu entnehmen, mit einem das, in einem in der Kettenmittelebene verschieblichen Lager gelagerten, Kettenumlenkrad spannenden ersten Hydrozylinder, der mit einem zweiten Hydrozylinder dergestalt verbunden ist, dass ein schwimmender Kolben mit einem die von diesem getrennten Kammerseiten verbindenden Rückschlagventil, das den Rückfluss von dem ersten Hydrozylinder sperrt, angeordnet ist. Der Kolben ist in dem weiteren Hydrozylinder zwischen vorderen und hinteren Anschlägen verschieblich, wobei der Verschiebeweg einem Volumen der Hydraulikflüssigkeit entspricht, das zur Entlastung der zuvor gespannten Kette auf die günstigste Kettenspannung erforderlich ist. Der zweite Hydrozylinder ist im Bereich der hinteren Anschläge mit einer Zuführungsleitung bzw. zum Zuführen von Druckmittel und im Bereich der vorderen Anschläge mit einer Rückflussleitung zum Abführen von Druckmittel mit einem dem Kettenspanndruck entsprechenden Druck versehen. Die Zuführleitung wird mit dem Tank verbunden, nachdem der Kolben gegen den vorderen Anschlag gefahren ist.
Bei diesem Stand der Technik sind die Hydrozylinder in Linie, d. h. hintereinander, angeordnet, so dass eine verhältnismäßig große Baulänge gegeben ist. Dadurch liegen die Zylinder jedoch sehr nah am Leitrad, sind verschmutzungsanfällig und nur schwer zu warten.
Ziel des Erfindungsgegenstandes ist es, eine Einrichtung zum Spannen der Ketten von Raupenfahrzeugen, insbesondere der Ketten von Hydraulikbaggern bereitzustellen, die eine kompakte Bauweise ermöglicht, einfach demontierbar/montierbar und auch bei geschlossener Kette austauschbar ist.
Dieses Ziel wird erreicht durch eine Einrichtung zum Spannen der Ketten von Raupenfahrzeugen, insbesondere der Ketten von Hydraulikbaggern, beinhaltend einen im Bereich eines Fahrwerks des Kettenfahrzeuges angeordneten, über eine Kolbenstange mit einem Leitrad in Wirkverbindung stehenden, einen Spannzylinder bildenden ersten Zylinder sowie einen mit dem ersten Zylinder in Wirkverbindung stehenden, einen Federzylinder bildenden zweiten Zylinder, wobei der zweite Zylinder den ersten Zylinder zur Bildung eines Doppelzylinders konzentrisch umschließt und jeder Zylinder über einen eigenen Hydraulikanschluss verfügt, wobei beim Anlassen des Kettenfahrzeuges die Hydraulikanschlüsse des Doppelzylinders mit einem vorgebbaren Vorspanndruck beaufschlagt werden, der Federzylinder aufgrund seiner größeren Querschnittsfläche in seine Endlage mit maximalem Federweg führbar ist und der Spannzylinder die Kette mit einer Kraft, die dem Vorspanndruck entspricht, vorspannt.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Gegenüber dem Stand der Technik wird somit eine kompakte und leichte Bauform gebildet, so dass der Doppelzylinder weitest möglich vom verschmutzungsanfälligen Leitrad entfernt in das jeweilige Fahrwerk eingebaut werden kann. Im oberen Teil des jeweiligen Fahrwerks ist in vorteilhafter Weise eine Wartungsöffnung vorgesehen, über welche der Doppelzylinder erreichbar und somit gewartet werden kann, respektive austauschbar ist.
Im Betriebszustand ist der Federzylinder mit einem Speicher (Membran-, Blasenspeicher oder dergleichen) verbunden, wobei der ölraum des Spannzylinders in diesem Betriebszustand druckmäßig vollständig abgeschottet ist.
Vorteilhafter Weise kann der Spannzylinder bedarfsweise auch mit Fett betrieben werden.
Ebenfalls denkbar ist, für den Spannzylinder und den Federzylinder verschiedene Vorspanndrücke zu verwenden, um somit unterschiedlichen Betriebszuständen gerecht werden zu können.
Die Federkraft ist hierbei unabhängig von der Vorspannkraft. Die Höhe der Vorspannkraft wird durch den Durchmesser des Federzylinders und die Speicherauslegung bestimmt.
Gegenüber dem Stand der Technik ergeben sich folgende Vorteile:
getrennte Einstellbarkeit von Kettenvorspannung und Federkraft bei separaten Medienanschlüssen und getrennter Beaufschlagung der Zylinder
äußerst kompakte Baulänge der Einrichtung und geringes Gewicht
einfache Demontage und Tausch des Doppelzylinders bei geschlossener Kette möglich
der Doppelzylinder kann weit vom verschmutzungsanfälligen Leitrad entfernt sein
Möglichkeit der automatischen Verschleißnachstellung ohne änderung der Vorspann- und Federkraft
der Doppelzylinder übernimmt keine Querkräfte
Wartung mit Standardwerkzeug möglich.
Der Erfindungsgegenstand ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung dargestellt und wird wie folgt beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 Teildarstellung eines Unterwagens eines Hydraulikbaggers
Figur 2 Einzelteildarstellung eines Fahrwerks
Figur 3 Einzelteildarstellung des Doppelzylinders
Figur 4 Prinzipieller hydraulischer Schaltplan zur Druckbeaufschlagung des
Doppelzylinders.
Figur 1 zeigt als Prinzipskizze einen nur angedeuteten Unterwagen 1 für einen nicht weiter dargestellten auf Raupen verfahrbaren Hydraulikbagger, beispielsweise einen in einer Mine oder dergleichen einsetzbaren Hydraulikgroßbagger. Der Unterwagen 1 ist mit Fahrwerken 2 versehen, zumindest beinhaltend ein Leitrad 3 sowie Laufrollen 4. Nur angedeutet ist eine Einrichtung 5 zum Spannen der hier nicht dargestellten Ketten (Raupen). Am Fahrwerk 2, respektive dessen Obergurt 2 1 , befindet sich eine Wartungsöffnung 2", über welche die Einrichtung 5 zugänglich ist.
Figur 2 zeigt eine Teilansicht des in Figur 1 dargestellten Fahrwerkes 2. Erkennbar ist das Leitrad 3, die Laufrollen 4 sowie die Einrichtung 5. Die Einrichtung 5 wird erfindungsgemäß gebildet durch einen Doppelzylinder, beinhaltend einen als Spannzylinderrohr 6 ausgebildeten Spannzylinder und einen diesen konzentrisch umgebenden, als Federzylinderrohr 7 ausgebildeten Federzylinder. Spannzylinder 6 und Federzylinder 7 verfügen über jeweils einen Hydraulikanschluss (hier nicht erkennbar), über welchen sie mit mindestens einer Druckquelle verbunden sind. Als Druckmedium soll in beiden Fällen Hydrauliköl zum Einsatz gelangen. Der Spannzylinder 6 beinhaltet einen Spannkolben 10, der mit einer Kolbenstange 11 in Wirkverbindung steht, die leitradseitig im Bereich eines dort vorgesehenen Gelenkpunktes 12 gelagert ist. Infolge der konzentrischen Anordnung des Spannzylinders 6 und des Federzylinders 7 bildet das Spannzylinderrohr 6 gleichzeitig den Federzylinderkolben 10'.
Figur 3 zeigt den Doppelzylinder 5 als Einzelteil. Erkennbar sind das Spannzylinderrohr 6, das Federzylinderrohr 7, der Spannzylinderkolben 10, der Federzylinderkolben 10', die ölräume 13,14 sowie die separaten Hydraulikanschlüsse 8,9 für den Spannzylinder 6 sowie den Federzylinder 7.
Angedeutet ist ferner der Federweg t des Spannzylinderrohrs 6, der - wie bereits angesprochen - durch den Federzylinderkolben 10' gebildet ist. Selbiger liegt bei maximalen Federweg t an einem Anschlagelement 16 an. Lediglich durch ein Symbol ist der Membran- oder Blasenspeicher 15 dargestellt.
Figur 4 zeigt lediglich als Ausführungsbeispiel einen denkbaren Hydraulikschaltplan zur Betätigung des Doppelzylinders 5. Aus Gründen der besseren übersicht sind Spannzylinder 6 und Federzylinder 7 nebeneinander positioniert. Erkennbar ist eine Pumpe 17 die Hydrauliköl aus einem Tank 18 fördert und es über eine Leitung 19 in Richtung der beiden Zylinder 6,7 transportiert. Zur einfacheren Darstellung werden die Zylinder 6,7 von der gleichen Pumpe 17 mit Hydrauliköl versorgt, obwohl zwei separate Kreisläufe denkbar sind, um alle Vorteile des Erfindungsgegenstandes zu erreichen. Die Leitung 19 wird in zwei Stränge 20,21 aufgeteilt und das Hydrauliköl dem jeweiligen Hydraulikanschluss 8,9 zugeführt. Im jeweiligen Strang 20,21 sind Druckbegrenzungsventile 22,23 eingebaut. In gleicher Weise sind Rückschlagventile 24,25 vorgesehen, die in diesem Beispiel als automatisch betätigbare hydraulische Absperrhähne fungieren. An dem Strang 20 ist der bereits angesprochene Membran- oder Blasenspeicher 15 angeschlossen.
Beim Anlassen des Hydraulikbaggers werden die separaten Hydraulikanschlüsse 8,9 des Spann- 6 und Federzylinders 7 mit einem Vorspanndruck pθ beaufschlagt. Aufgrund der größeren Querschnittsfläche des Federzylinderrohres 7 fährt dieses zwangsläufig mit maximalem Federweg t in seine Endlage 16. Der Spannzylinder 6 spannt die Ketten mit einer Kraft, die dem Vorspanndruck pθ entspricht. Der Vorspanndruck pθ muss daher an die jeweilige Gerätegröße bzw. Kettenlänge, den Kettendurchhang und das Kettengewicht angepasst sein.
Beide Zylinder 6,7, respektive Zylinderrohre, werden daraufhin über die Druckbegrenzungsventile 24,25 druckmäßig voneinander getrennt und vom jeweiligen Strang 20,21 des Vorspanndruckes pθ abgekoppelt. Der ölraum 13 des Spannzylinders 6 ist nunmehr komplett abgeschottet, während der ölraum 14 des
Federzylinders 7 über den Hydraulikanschluss 9 und den Strang 20 mit dem Speicher 15 verbunden ist.
Der Spannzylinder 6 dient in diesem Betriebszustand nur noch der statischen Kopplung zwischen Spannkolben 10 und Federkolben 10'. Der Federzylinder 7 nimmt nun alle im Betrieb auftretenden änderungen der Kettenlänge auf (z. B. Polygoneffekte, Stöße oder dergleichen).
Die Federkraft ist somit unabhängig von der Vorspannkraft. Die Höhe der Vorspannkraft wird durch den Durchmesser des Federzylinderrohrs 7 und die Auslegung des Speichers 15 bestimmt.
Gegenüber dem Stand der Technik wird durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Doppelzylinders 5 eine äußerst kompakte Baulänge erreicht. Durch die Wartungsöffnung 2" kann eine einfache Demontage und ein Tausch des Doppelzylinders 5 auch bei geschlossener Kette realisiert werden. Der Doppelzylinder 5 ist weit vom verschmutzungsanfälligen Leitrad 3 entfernt und übernimmt keine Querkräfte.
Bedarfsweise können die Zylinder 6,7 bei Einsatz separater Medienkreisläufe mit unterschiedlichen Vorspanndrücken betrieben werden.
Bezugszeichenliste
1 Unterwagen
2 Fahrwerk
2' Obergurt
2" Wartungsöffnung
3 Leitrad
4 Laufrollen
5 Doppelzylinder (Einrichtung)
6 Spannzylinderrohr (Spannzylinder)
7 Federzylinderrohr (Federzylinder)
8 Hydraulikanschluss
9 Hydraulikanschluss
10 Spannkolben
10' Federzylinderkolben A Spannzylinderrohr
11 Kolbenstange
12 Gelenkpunkt
13 ölraum
14 ölraum
15 Membran- oder Blasenspeicher
16 Anschlagelement
17 Pumpe
18 Tank
19 Leitung
20 Strang
21 Strang
22 Druckbegrenzungsventil
23 Druckbegrenzungsventil
24 Rückschlagventil
25 Rückschlagventil
Next Patent: CLEANING APPARATUS FOR SPRAYERS, IN PARTICULAR SPRAY GUNS, AND METHOD FOR CLEANING A SPRAYER
