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Title:
CHANGEOVER APPARATUS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/141829
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a changeover apparatus (1) for uninterruptible changeover between two energy supply systems (17, 18), wherein the changeover apparatus (1) has a first external conductor section (2) having a first bypass switch (8) and a first semiconductor circuit arrangement (11) and a second external conductor section (5) having a second bypass switch (14) and a second semiconductor circuit arrangement (15), wherein the changeover device (1) has a first measurement device (31) for a first voltage and/or a first mains frequency, which is connected to the first external conductor section (2), wherein a control unit (13) definably actuates the first and second semiconductor circuit arrangement (11, 15), wherein the first measurement device (31) transmits first voltage measurement signals and/or first mains frequency measurement signals to the control unit (13), which compares said signals to at least one first energy supply system change criterion, wherein the control unit (13) is furthermore designed, when the first energy supply system change criterion is fulfilled, to first deactivate the first external conductor section (2) and to then immediately activate the the second external conductor section (5).

Inventors:
ASKAN, Kenan (Hahngasse 15/22, 1090 Wien, 1090, AT)
Application Number:
EP2019/051302
Publication Date:
July 25, 2019
Filing Date:
January 18, 2019
Export Citation:
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Assignee:
EATON INTELLIGENT POWER LIMITED (30 Pembroke Road, Dublin, 4, 4, IE)
International Classes:
H02J9/06; H01H9/54
Domestic Patent References:
WO2015028634A12015-03-05
Foreign References:
US6051893A2000-04-18
GB2221794A1990-02-14
US20080185914A12008-08-07
US20100264743A12010-10-21
US20020074863A12002-06-20
US6465911B12002-10-15
Attorney, Agent or Firm:
EATON IP GROUP EMEA (Route de la Longeraie 7, 1110 Morges, 1110, CH)
Download PDF:
Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E

1. Umschaltvorrichtung (1 ) zum unterbrechungsfreien Umschalten zwischen zwei Energieversorgungssystemen (17, 18), wobei die Umschaltvorrichtung (1 ) zumindest eine erste Außenleiterstrecke (2) und eine zweite Außenleiterstrecke (5) aufweist, wobei in der ersten Außenleiterstrecke (2) ein erster mechanischer Bypassschalter (8) angeordnet ist, wobei eine erste Halbleiterschaltungsanordnung (11 ) der Umschaltvorrichtung (1 ) parallel zum ersten Bypassschalter (8) geschaltet ist, wobei die Umschaltvorrichtung (1 ) eine erste Messeinrichtung (31 ) zur

Aufnahme einer ersten Spannung und/oder einer ersten Netzfrequenz aufweist, welche erste Messeinrichtung (31 ) mit der ersten Außen leiterstrecke (2) verbunden ist, wobei in der zweiten Außenleiterstrecke (5) ein zweiter mechanischer

Bypassschalter (14) angeordnet ist, wobei eine zweite

Halbleiterschaltungsanordnung (15) der Umschaltvorrichtung (1 ) parallel zum zweiten Bypassschalter (14) geschaltet ist, wobei eine elektronische Steuereinheit (13) der Umschaltvorrichtung (1 ) dazu ausgebildet ist, den ersten Bypassschalter (8), die erste Halbleiterschaltungsanordnung (11 ), den zweiten Bypassschalter (14) und die zweite Halbleiterschaltungsanordnung (15) vorgebbar zu betätigen, wobei die erste Messeinrichtung (31 ) zur Übertragung erster Spannungsmesssignale und/oder erster Netzfrequenzmesssignale mit der Steuereinheit (13)

nachrichtentechnisch verbunden ist, wobei die Steuereinheit (13) dazu ausgebildet ist, die ersten Spannungsmesssignale und/oder die ersten Netzfrequenzmesssignale mit wenigstens einem ersten Energieversorgungssystem-Wechselkriterium zu vergleichen, wobei die Steuereinheit (13) weiters dazu ausgebildet ist, bei

Erfüllung des ersten Energieversorgungssystem-Wechselkriteriums zuerst die erste Außenleiterstrecke (2) auszuschalten und unmittelbar anschließend die zweite Außenleiterstrecke (5) einzuschalten, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Bypassschalter (8) und dem zweiten Bypassschalter (14) sowie einem Ausgang der Umschaltvorrichtung (1 ) zumindest ein erster mechanischer

Trennschalter (9) zur Gewährleistung eines galvanischen Trennung angeordnet ist.

2. Umschaltvorrichtung (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltvorrichtung (1 ) eine zweite Messeinrichtung (32) zur Aufnahme einer zweiten Spannung und/oder einer zweiten Netzfrequenz aufweist, welche zweite Messeinrichtung (32) mit der zweiten Außenleiterstrecke (5) verbunden ist, und dass die zweite Messeinrichtung (32) zur Übertragung zweiter

Spannungsmesssignale und/oder zweiter Netzfrequenzmesssignale mit der

Steuereinheit (13) nachrichtentechnisch verbunden ist.

3. Umschaltvorrichtung (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (13) dazu ausgebildet ist zum Einschalten der zweiten Außenleiterstrecke (5), gleichzeitig die zweite

Halbleiterschaltungsanordnung (15) einzuschalten und den zweiten Bypassschalter (14) zu schließen, und vorzugsweise nachfolgend nach erfolgter Schließung des zweiten Bypassschalters (14) die zweite Halbleiterschaltungsanordnung (15) auszuschalten.

4. Umschaltvorrichtung (1 ) nach Anspruch 1 , 2 oder 3, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (13) dazu ausgebildet ist, zum

Unterbrechen der ersten Außenleiterstrecke (2) den ersten Bypassschalter (8) zu öffnen.

5. Umschaltvorrichtung (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (13) dazu ausgebildet ist, bei Erfüllung eines zweiten Energieversorgungssystem-Wechselkriteriums durch das erste

Spannungsmesssignal und/oder das erste Netzfrequenzmesssignal, zuerst die zweite Außenleiterstrecke (5) auszuschalten und unmittelbar anschließend die erste Außenleiterstrecke (2) einzuschalten.

6. Umschaltvorrichtung (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Außen leiterstrecke (2) eine erste

Strommessanordnung (12) angeordnet ist, dass in der zweiten Außenleiterstrecke (5) eine zweite Strommessanordnung (16) angeordnet ist, dass die erste

Strommessanordnung (12) zur Übertragung erster Strommesssignale mit der

Steuereinheit (13) nachrichtentechnisch verbunden ist, und dass die zweite

Strommessanordnung (16) zur Übertragung zweiter Strommesssignale mit der Steuereinheit (13) nachrichtentechnisch verbunden ist.

7. Umschaltvorrichtung (1 ) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (13) dazu ausgebildet ist, die ersten und/oder zweiten Stromsignale mit wenigstens einem Überstrom- und/oder Kurzschlusskriterium zu vergleichen, wobei die Steuereinheit (13) weiters dazu ausgebildet ist, die erste Außenleiterstrecke (2) auszuschalten, wenn das erste Stromsignal das Überstrom- und/oder Kurzschlusskriterium erfüllt, und/oder die zweite Außenleiterstrecke (5) auszuschalten, wenn das zweite

Stromsignal das Überstrom- und/oder Kurzschlusskriterium erfüllt.

8. Umschaltvorrichtung (1 ) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (13) ausgebildet ist, zur Begrenzung eines Einschaltstromes einer nachgeschalteten Last (23), bei geöffnetem Bypassschalter (8) die erste Halbleiterschaltungsanordnung (11 ) in Abhängigkeit eines gemessenen Laststromes vorgebbar getaktet, insbesondere zufolge einer Pulsweitenmodulation, Ein/Aus zu schalten.

9. Unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlage mit einer

Umschaltvorrichtung (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.

Description:
Umschaltvorrichtung

Die Erfindung betrifft eine Umschaltvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Es ist bekannt elektrische Anlagen mit einem oder mehrere zusätzlichen

Stromversorgungssystemen gegen den Ausfall der Hauptstromversorgung

abzusichern. Beispiele für derartige zusätzliche Stromversorgungssysteme sind etwa Batteriesysteme und/oder Dieselgeneratoren.

Derzeit sind vor allem sog.„static transfer switches“ geläufig. Dabei handelt es sich um mechanische Umschaltrelais. Diese weisen zwar einen geringen

Durchgangswiderstand auf, was im Betrieb Vorteile hat, jedoch sind gleichzeitig die Umschaltzeiten derart lang, dass es zu einem Ausfall einer versorgungskritischen Last kommen kann.

Weiters sind sog. Solid-State-Umschalter bekannt. Dabei handelt es sich um reine Halbleiterumschalter. Derartige Solid State Lösungen weisen den Vorteil eines sehr schnellen, unterbrechungsfreien Umschaltens auf. Allerdings befindet sich je umzuschaltender Energiequelle wenigstens ein Leistungshalbleiter, etwa ein Thyristor, im Strompfad. Da es sich dabei um Notfallsysteme handelt, müssen die entsprechenden Komponenten, welche den Notfallbetrieb gewährleisten sollen, ständig in Betrieb bzw. betriebsbereit sein. Die erforderlichen Leistungshalbleiter befinden sich daher ständig im durchgeschalteten Zustand in den elektrischen Zuleitungen. Diese weisen einen nicht unerheblichen elektrischen Widerstand auf, welcher zu einer erheblichen Erwärmung führen kann. Neben den erforderlichen Maßnahmen um diese Wärme abzuführen, verringert die dennoch erhöhte

Umgebungstemperatur an den Halbleitern deren Lebensdauer. Die entstehende Wärme ist dabei meist derart groß, dass passive Kühlung nicht mehr ausreichend ist, und Ventilatoren bzw. Flüssigkeitskühlung erforderlich ist. Dadurch sind derartige Anlagen meist sehr voluminös, aufwendig, kostenintensiv und verursachen Lärm. Solid-State-Umschalter werden oftmals in Kombination mit sog.„Offline UPS“ eingesetzt.

Bei besonders sensitiven Lasten ist zudem eine exakte Synchronisierung der Netzspannung erforderlich. Derartige Systeme weisen daher in der Regel einen Gleichrichter und einen Wechselrichter auf, wodurch diese noch aufwendiger sind. Dies wird auch als„Double Conversion“ bezeichnet.

Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Umschaltvorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit welcher die genannten Nachteile vermieden werden können, welche wenig Bauraum beansprucht, einen einfachen Aufbau, eine geringe Eigenerwärmung und eine lange Lebensdauer aufweist.

Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Patentanspruches 1 erreicht.

Dadurch kann eine Umschaltvorrichtung geschaffen werden, welche einen geringen Innenwiderstand aufweist. Dadurch weist diese auch eine geringe Eigenerwärmung auf. Die entstehende Wärme kann einfach über passive Kühlelemente aus dem Gehäuse abgeführt werden, ohne dass hiezu zusätzliche Elemente, wie

insbesondere Ventilatoren, erforderlich wären. Dadurch kommt es nicht zu einer Entwicklung von Geräuschen bzw. Vibrationen. Durch die geringe Erwärmung weisen die beteiligten Halbleiter eine hohe Lebensdauer auf. Durch den Verzicht auf aufwendige Kühlmaßnahmen kann ein technisch einfacher Aufbau erreicht werden, welcher einfach herstellbar ist, und ein geringes Volumen beansprucht.

Eine gegenständliche Umschaltvorrichtung kann auch als Schutzschalter verwendet werden, wodurch auf einen weiteren separaten Schutzschalter bzw. eine Sicherung verzichtet werden kann.

Eine gegenständliche Umschaltvorrichtung kann weiters zum Anfahren einer leistungsstarken Last mit einem hohen Einschaltstrom verwendet werden, etwa um einen Elektromotor zu starten, wodurch auf ein weiters entsprechendes und separates Gerät verzichtet werden kann.

Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Ausdrücklich wird hiermit auf den Wortlaut der Patentansprüche Bezug genommen, wodurch die Ansprüche an dieser Stelle durch Bezugnahme in die Beschreibung eingefügt sind und als wörtlich wiedergegeben gelten.

Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen, in welchen lediglich bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft dargestellt sind, näher beschrieben. Dabei zeigt:

Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer gegenständlichen Umschaltvorrichtung in schematischer Darstellung; und

Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer gegenständlichen Umschaltvorrichtung in schematischer Darstellung.

Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine Umschaltvorrichtung 1 zum

unterbrechungsfreien Umschalten zwischen zwei Energieversorgungssystemen 17, 18, wobei die Umschaltvorrichtung 1 zumindest eine erste Außen leiterstrecke 2 und eine zweite Außenleiterstrecke 5 aufweist, wobei in der ersten Außenleiterstrecke 2 ein erster mechanischer Bypassschalter 8 angeordnet ist, wobei eine erste

Halbleiterschaltungsanordnung 11 der Umschaltvorrichtung 1 parallel zum ersten Bypassschalter 8 geschaltet ist, wobei die Umschaltvorrichtung 1 eine erste

Messeinrichtung 31 zur Aufnahme einer ersten Spannung und/oder einer ersten Netzfrequenz aufweist, welche erste Messeinrichtung 31 mit der ersten

Außenleiterstrecke 2 verbunden ist, wobei in der zweiten Außenleiterstrecke 5 ein zweiter mechanischer Bypassschalter 14 angeordnet ist, wobei eine zweite

Halbleiterschaltungsanordnung 15 der Umschaltvorrichtung 1 parallel zum zweiten Bypassschalter 14 geschaltet ist, wobei eine elektronische Steuereinheit 13 der Umschaltvorrichtung 1 dazu ausgebildet ist, den ersten Bypassschalter 8, die erste Halbleiterschaltungsanordnung 11 , den zweiten Bypassschalter 14 und die zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15 vorgebbar zu betätigen, wobei die erste

Messeinrichtung 31 zur Übertragung erster Spannungsmesssignale und/oder erster Netzfrequenzmesssignale mit der Steuereinheit 13 nachrichtentechnisch verbunden ist, wobei die Steuereinheit 13 dazu ausgebildet ist, die ersten

Spannungsmesssignale und/oder die ersten Netzfrequenzmesssignale mit

wenigstens einem ersten Energieversorgungssystem-Wechselkriterium zu

vergleichen, wobei die Steuereinheit 13 weiters dazu ausgebildet ist, bei Erfüllung des ersten Energieversorgungssystem-Wechselkriteriums zuerst die erste

Außenleiterstrecke 2 auszuschalten und unmittelbar anschließend die zweite Außenleiterstrecke 5 einzuschalten. Während des Umschaltens sind eventuelle bzw. bevorzugt vorhandene Trennschalter 9, 10 geschlossen. Dadurch kann eine Umschaltvorrichtung 1 geschaffen werden, welche einen geringen Innenwiderstand aufweist. Dadurch weist diese auch eine geringe

Eigenerwärmung auf. Die entstehende Wärme kann einfach über passive

Kühlelemente aus dem Gehäuse abgeführt werden, ohne dass hiezu zusätzliche Elemente, wie insbesondere Ventilatoren, erforderlich wären. Dadurch kommt es nicht zu einer Entwicklung von Geräuschen bzw. Vibrationen. Durch die geringe Erwärmung weisen die beteiligten Halbleiter eine hohe Lebensdauer auf. Durch den Verzicht auf aufwendige Kühlmaßnahmen kann ein technisch einfacher Aufbau erreicht werden, welcher einfach herstellbar ist, und ein geringes Volumen beansprucht.

Eine gegenständliche Umschaltvorrichtung 1 kann auch eine Schutzschalterfunktion aufweisen, wodurch auf einen weiteren separaten Schutzschalter bzw. eine

Sicherung verzichtet werden kann.

Eine gegenständliche Umschaltvorrichtung 1 kann weiters zum Anfahren einer leistungsstarken Last 23 mit einem hohen Einschaltstrom verwendet werden, etwa um einen Elektromotor zu starten, wodurch auf ein weiters separates Gerät verzichtet werden kann.

Dadurch können vielfältige elektrische Funktionen zum Betrieb und der Absicherung elektrischer Anlagen mit nur einer Vorrichtung durchgeführt werden.

Die gegenständliche Umschaltvorrichtung 1 ist dazu vorgesehen zwischen zumindest zwei unterschiedlichen und in der Regel voneinander unabhängigen

Energieversorgungssystemen 17, 18 und zumindest einer Last 23 bzw. einer nachgeschalteten Installationsumgebung angeordnet zu werden. Bei dem ersten und zweiten Energieversorgungssystem 17, 18 kann es sich um jedes beliebige Energieversorgungssystem 17, 18 handeln, insbesondere umfassend zumindest einen Netzanschluss, ein Stromaggregat, ein Batteriespeichersystem usw. Die Umschaltvorrichtung 1 verbindet im Regelbetrieb das erste

Energieversorgungssystem 17 mit der Last 23. Dabei können noch weitere

elektrotechnische Komponenten zwischen den Energieversorgungssystemen 17, 18 und der Last 23 angeordnet sein, beispielsweise ein Fehlerstromschutzschalter und/oder dergleichen. Insbesondere bei Ausbildung des zweiten Energieversorgungssystems 18 als Akkumulator kann vorgesehen sein, dass dieser, zu dessen ständiger Ladung eingangseitig mit dem ersten Energieversorgungssystem 17 verbunden ist.

Die Umschaltvorrichtung 1 dient dazu, bei Ausfall oder einer vorgebbaren

Beeinträchtigung des ersten Energieversorgungssystems 17, vom ersten

Energieversorgungssystem 17 auf das zweite Energieversorgungssystem 18 umzuschalten, und so die Versorgung der Last 23 sicher zu stellen. Das Umschalten kann dabei im Wesentlichen unterbrechungsfrei erfolgen, daher so schnell bzw. übergangslos, dass die Last 23 nicht abschaltet oder beschädigt wird.

Die Umschaltvorrichtung 1 ist bevorzugt ein Niederspannungsgerät.

Die Umschaltvorrichtung 1 weist zumindest eine erste Außenleiterstrecke 2 und eine zweite Außenleiterstrecke 5 auf, wobei auch eine höhere Anzahl

Außenleiterstrecken vorgesehen sein kann, je nach der Verfügbarkeit alternativer Energieversorgungssysteme 17, 18. Im Regel-Betrieb ist vorgesehen, dass jeweils eine der Außenleiterstrecken 2, 5 mit einem der Energieversorgungssysteme 17, 18 schaltungstechnisch verbunden ist.

Die Außenleiterstrecken 2, 5 sind bevorzugt im Wesentlichen identisch aufgebaut.

Die dargestellten Umschaltvorrichtungen 1 zeigen jeweils nur die wenigstens zwei Außenleiterstrecken 2, 5. Darüber hinaus ist gemäß weiteren, nicht dargestellten Ausführungsformen einer gegenständlichen Umschaltvorrichtung 1 vorgesehen, dass die weiters auch wenigstens eine Neutralleiterstrecke aufweist. Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass die Umschaltvorrichtung 1 je Außenleiterstrecke 2, 5 auch eine, dieser zugeordnete Neutralleiterstrecke aufweist. Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass die Neutralleiterstrecke(n) jeweils identisch zu den

gegenständlich beschriebenen Außenleiterstrecken 2, 5 aufgebaut sind.

Dabei ist vorgesehen, dass in der ersten Außenleiterstrecke 2 ein erster

mechanischer Bypassschalter 8 angeordnet ist. Eine erste

Halbleiterschaltungsanordnung 1 1 der Umschaltvorrichtung 1 ist parallel zum ersten Bypassschalter 8 geschaltet. Entsprechend ist in der zweiten Außenleiterstrecke 5 ein zweiter mechanischer Bypassschalter 14 angeordnet. Eine zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15 der Umschaltvorrichtung 1 ist parallel zum zweiten Bypassschalter 14 geschaltet.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung, und wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt, ist weiters vorgesehen, dass in der ersten Außen leiterstrecke 2 eine erste Strommessanordnung 12 angeordnet ist, dass in der zweiten

Außenleiterstrecke 5 eine zweite Strommessanordnung 16 angeordnet ist, dass die erste Strommessanordnung 12 zur Übertragung erster Strommesssignale mit der Steuereinheit 13 nachrichtentechnisch verbunden ist, und dass die zweite

Strommessanordnung 16 zur Übertragung zweiter Strommesssignale mit der

Steuereinheit 13 nachrichtentechnisch verbunden ist. Dadurch kann etwa ein Überstrom oder ein Kurzschlussstrom detektiert werden. Dadurch kann weiters sichergestellt werden, dass nach einem Umschalten vom ersten Außenleiter 2 auf den zweiten Außenleiter 5 tatsächlich kein Strom mehr über den ersten Außenleiter 2 fließt. Dies ist relevant dafür, wie der erste Außenleiter 2 abzuschalten ist.

Die Außenleiterstrecken 2, 5 arbeiten dabei entsprechend dem Prinzip einer sog. hybriden Schaltungsanordnung, wie diese etwa aus der WO 2015/028634 A1 bekannt sind. Die Halbleiterschaltungsanordnungen 11 , 15 sind im Normalbetrieb nicht eingeschaltet und auch nicht stromdurchflossen. Diese werden lediglich während eines Schaltvorganges betrieben.

Gemäß den beiden dargestellten bevorzugten Ausführungsformen sind die

Halbleiterschaltungsanordnungen 11 , 15 umfassend sog. Back-to-Back IGBT 21 aufgebaut, wobei auch andere Leistungshalbleiter sowie andere Schaltkonzepte an dieser Stelle vorgesehen sein können.

Gemäß der bevorzugten Ausführungsform ist parallel zum ersten Bypassschalter 8 weiters ein erster Varistor 19 geschaltet. Parallel zum zweiten Bypassschalter 14 ist bevorzugt ein zweiter Varistor 20 geschaltet.

Die Umschaltvorrichtung 1 weist wenigstens eine elektronische Steuereinheit 13 auf, welche bevorzugt umfassend einen Mikrokontroller ausgebildet ist. Weiters weist die Umschaltvorrichtung 1 ein nicht dargestelltes Netzteil zur Versorgung der Steuereinheit 13 und anfälliger weiterer aktiver Komponenten auf.

Die Steuereinheit 13 ist dazu ausgebildet, den ersten Bypassschalter 8, die erste Halbleiterschaltungsanordnung 1 1 , den zweiten Bypassschalter 14 und die zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15 vorgebbar zu betätigen, daher ein- oder auszuschalten.

Die Umschaltvorrichtung 1 weist zumindest eine erste Messeinrichtung 31 zur Aufnahme einer ersten Spannung und/oder einer ersten Netzfrequenz auf, welche erste Messeinrichtung 31 mit der ersten Außenleiterstrecke 2 verbunden ist. Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass die erste Messeinrichtung 31 als Voltmeter ausgebildet ist, welches schaltungstechnisch zwischen der ersten

Außenleiterstrecke 2 und einem elektrischen Bezugspotential 33 angeordnet ist, wie dies etwa in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist.

Die erste Messeinrichtung 31 ermittelt erste Spannungsmesssignale und/oder erste Netzfrequenzmesssignale und übermittelt diese an die Steuereinheit 13, mit welcher die erste Messeinrichtung 31 nachrichtentechnisch verbunden ist.

Bevorzugt erfolgt diese Verbindung leitungsgebunden. Dabei kann etwa aus dem Verlauf der Spannungsmesssignale durch Zählen der Zeitabstände zwischen den Nulldurchgängen der Spannungsmesssignale auch direkt die Netzfrequenz ermittelt werden. Es hat sich gezeigt, dass die Spannung bzw. Netzspannung sowie die Frequenz bzw. Netzfrequenz gute Indikatoren für den Zustand einer elektrischen Wechselspannungsquelle sind.

Die Steuereinheit 13 vergleicht die ersten Spannungsmesssignale und/oder die ersten Netzfrequenzmesssignale mit wenigstens einem ersten

Energieversorgungssystem-Wechselkriterium. Dadurch kann überwacht werden, ob von dem ersten Energieversorgungssystem 17 stabile elektrische Leistung an die Last 23 geliefert wird. Das Energieversorgungssystem-Wechselkriterium kann entsprechend den Anforderungen der Last 23 definiert werden oder in Hinblick auf übliche entsprechende Anforderungen bestimmter typischer Lasten 23. Weiters kann vorgesehen sein, dass das Energieversorgungssystem-Wechselkriterium neben der Höhe der Netzfrequenz und/oder der Höhe der Netzspannung weiters das Vorhandensein transienter Spannungen, einen Oberwellenanteil, die Verteilung der Oberwellen und/oder dergleichen umfassen kann. Die Steuereinheit 13 ist gegebenenfalls entsprechend auszubilden, um etwa die Verteilung der Oberwellen und dergleichen aus den gelieferten Messsignalen, etwa unter Durchführung einer Transformation, wie etwa einer FFT, zu ermitteln.

Wenn das erste Spannungsmesssignal und/oder das erste Netzfrequenzmesssignal das erste Energieversorgungssystem-Wechselkriterium erfüllt, schaltet die

Steuereinheit 13 zuerst die erste Außenleiterstrecke 2 ab und im Wesentlichen unmittelbar nachfolgend bzw. anschließend die zweite Außenleiterstrecke 5 ein. Selbstverständlich kann das Energieversorgungssystem-Wechselkriterium auch derart formuliert sein, dass das entsprechende Umschalten dann erfolgt, wenn ein solches Kriterium nicht erfüllt wird.

Nachfolgend werden die typischen Schaltvorgänge beschrieben, wobei die

Steuereinheit 13 entsprechend ausgebildet ist, diese Vorgänge zu steuern bzw. die entsprechenden Komponenten anzusteuern. Die Steuereinheit 13 kann

beispielsweise mittels mR, pC bzw. FPGA einfach umgesetzt werden.

Wie bereits dargelegt, ist zum Umschalten von der ersten Außenleiterstrecke 2 auf die zweite Außenleiterstrecke 5 vorgesehen, dass die Steuereinheit 13 die erste Außenleiterstrecke 2 abschaltet und die zweite Außenleiterstrecke 5 unmittelbar danach einschaltet. Bei der Erfüllung des Energieversorgungssystem - Wechselkriteriums wird dabei zuerst der erste Bypassschalter 8 geöffnet und die erste Halbleiterschaltungsanordnung 1 1 eingeschaltet. Danach wird mit der ersten Halbleiterschaltungsanordnung 1 1 die erste Außenleiterstrecke 2 abgeschaltet. Unmittelbar danach wird die zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15 und gleichzeitig damit der zweite Bypassschalter 14 eingeschaltet.

Als„unmittelbar“ wird dabei verstanden, dass von der Steuereinheit 13 sofort, daher innerhalb einer möglichst geringen Anzahl an Prozesstakten, insbesondere mit dem nächsten Prozesstakt, nach dem Abschalten der ersten Außenleiterstrecke 2 der Einschaltbefehl an die zweite Außenleiterstrecke 5 ausgegeben wird.

Insbesondere ist vorgesehen, dass der Einschaltbefehl weniger als 10 ps nach dem Abschalten der ersten Außenleiterstrecke 2 von der Steuereinheit abgegeben wird. Der erste und der zweite Bypassschalter sind als elektromechanische Schalter ausgebildet. Insbesondere sind diese als sog. Hochgeschwindigkeitsschalter ausgebildet. Derartige Hochgeschwindigkeitsschalter können innerhalb einiger weniger 100 ps öffnen.

Wenngleich der zweite Bypassschalter 14 sehr schnell schalten, schaltet die zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15, bei im Wesentlichen gleichzeitiger Ansteuerung erheblich schneller als die mechanischen Kontakte des zweiten Bypassschalters 14 und ist innerhalb einiger weniger Mikrosekunden voll leitfähig, sodass der Laststrom innerhalb dieser wenigen Mikrosekunden über die zweite

Halbleiterschaltungsanordnung 15 fließen kann. Sobald die Kontakte des zweiten Bypassschalters 14 geschlossen sind, und auch kein Prellen der Kontakte mehr auftritt, dies kann nach Abwarten einer vorgebbaren Zeitspanne, etwa einige hundert Mikrosekunden, nach dem Schließbefehl angenommen werden, schaltet bevorzugt die Steuereinheit 13 die zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15 ab.

Der Strom fließt nun vom zweiten Energieversorgungssystem 18 über die

geschlossenen mechanischen Schaltkontakte des zweiten Bypassschalters 14 unter Umgehung der zweiten Halbleiterschaltungsanordnung 15 zur Last 23. Alternativ kann auch vorgesehen sein, die zweite Halbleiterschaltungsanordnung 15 nicht auszuschalten, da der Übergangswiderstand des zweiten Bypassschalters 14 geringer ist, als der Widerstand der zweiten Halbleiterschaltungsanordnung 15.

Bevorzugt ist weiters vorgesehen, dass die Steuereinheit 13 dazu ausgebildet ist, zuerst die zweite Außenleiterstrecke (5) auszuschalten und unmittelbar

anschließend die erste Außenleiterstrecke (2) einzuschalten, wenn das erste

Energieversorgungssystem 17 wieder funktioniert. Dies kann etwa gegeben sein, wenn das erste Spannungsmesssignal und/oder das erste Netzfrequenzmesssignal ein zweites Energieversorgungssystem-Wechselkriterium erfüllt. Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass durch unterschiedliche erste und zweite

Energieversorgungssystem-Wechselkriterien eine Schalthysterese gebildet wird, um unnötiges Hin- und Herschalten zwischen den beiden Energieversorgungssystemen 17, 18 zu vermeiden.

Bevorzugt und wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist weiters vorgesehen, dass die Umschaltvorrichtung 1 eine zweite Messeinrichtung 32 zur Aufnahme einer zweiten Spannung und/oder einer zweiten Netzfrequenz aufweist, welche zweite Messeinrichtung 32 mit der zweiten Außenleiterstrecke 5 verbunden ist, und dass die zweite Messeinrichtung 32 zur Übertragung zweiter Spannungsmesssignale und/oder zweiter Netzfrequenzmesssignale mit der Steuereinheit 13

nachrichtentechnisch verbunden ist. Dadurch kann auch die Qualität des zweiten Energieversorgungssystems 18 überprüft werden. Insbesondere bei einer

Erweiterung um ein drittes Energieversorgungssystem könnte dadurch auf dasjenige Energieversorgungssystem umgeschaltet werden, welches jeweils den Strom höchster Güte bereitstellt.

Wenngleich die erste und die zweite Außenleiterstrecke 2, 5 jeweils mechanische Kontakte in Form des ersten bzw. zweiten Bypassschalters 8, 14 aufweisen, ist bevorzugt vorgesehen, dass zwischen dem ersten Bypassschalter 8 und dem zweiten Bypassschalter 14 und der Last 23 bzw. einem Ausgang der Umschaltvorrichtung 1 zumindest ein erster mechanischer Trennschalter 9 zur Gewährleistung einer galvanischen Trennung angeordnet ist. Die Bypassschalter 8, 14 sind insbesondere hinsichtlich einer besonders schnellen Kontaktöffnung ausgelegt, nicht jedoch betreffend einem besonders großen Kontaktabstand. Durch den zumindest einen ersten mechanischen Trennschalter 9 kann die galvanische Trennung der Last 23 sichergestellt werden.

Die Ausführungsform gemäß Fig. 2 weist lediglich einen einzigen Trennschalter 9 auf. Die Ausführungsform gemäß Fig. 1 weist in der ersten Außenleiterstrecke 2 einen ersten Trennschalter 9 auf, sowie in der zweiten Außen leiterstrecke 5 einen zweiten Trennschalter 10 auf.

Es kann vorgesehen sein, dass die gegenständliche Umschaltvorrichtung 1 als eigenständiges Schaltgerät ausgebildet ist, welches in diesem Fall ein Gehäuse, sowie entsprechende Anschlussklemmen für die Last 23 und die

Energieversorgungssysteme 17, 18 aufweist. Weiters ist bevorzugt wenigstens eine Kommunikationsschnittstelle vorgesehen, welche mit der Steuereinheit 13 verbunden ist.

Es kann auch vorgesehen sein, dass die Umschaltvorrichtung 1 integraler Teil einer sog. unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlage ist. Besonders bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass die Umschaltvorrichtung 1 eine Baugruppe mit einem Batteri espei ch ersystem bi Idet .

Zusätzlich zu den beschriebenen Umschaltfunktionen kann gemäß einer

bevorzugten Weiterbildung vorgesehen sein, dass die Steuereinheit 13 ausgebildet ist, zur Begrenzung eines Einschaltstromes einer nachgeschalteten Last 23, bei geöffnetem Bypassschalter 8 die erste Halbleiterschaltungsanordnung 11 in

Abhängigkeit eines gemessenen Laststromes vorgebbar getaktet, insbesondere zufolge einer Pulsweitenmodulation, Ein/Aus zu schalten. Dadurch kann etwa eine sog. Softstart- Funktion implementiert werden, um etwa einen Motor anzufahren.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist bevorzugt vorgesehen, dass die

Umschaltvorrichtung 1 weiters als Überstrom/Kurzschluss-Schutz funktioniert.

Hiezu ist die Steuereinheit 13 dazu ausgebildet ist, die ersten und/oder zweiten Stromsignale mit wenigstens einem Überstrom- und/oder Kurzschlusskriterium zu vergleichen, wobei die Steuereinheit 13 weiters dazu ausgebildet ist, die erste Außenleiterstrecke 2 auszuschalten, wenn das erste Stromsignal das Überstrom- und/oder Kurzschlusskriterium erfüllt, und/oder die zweite Außenleiterstrecke 5 auszuschalten, wenn das zweite

Stromsignal das Überstrom- und/oder Kurzschlusskriterium erfüllt.

Dadurch kann auch die Schutzfunktion voll in die Umschaltvorrichtung 1 integriert werden, und es ist kein weiterer Schutzschalter mehr erforderlich. Das Abschalten der jeweiligen Außenleiterstrecke 2, 5 erfolgt dabei zufolge des Schaltmusters, wie dies in der WO 2015/028634 A1 beschrieben ist.