FARRY, Bernd (Bruchstrasse 13, Korschenbroich, 41352, DE)
Patentansprüche
1. Kaugummizusammensetzungen, enthaltend
(a) einen wasserunlöslichen Basisanteil,
(b) einen wasserlöslichen Anteil, und
(c) physiologisch aktive Wirkstoffe die ausgewählt sind aus der Gruppe, die gebildet wird von (cl) Sterolen und/oder Sterolestern
(c2) mehrfach ungesättigten Fettsäuren, deren Estern oder Glyceriden und (c3) Hoodia-Extrakten bzw. den daraus erhältlichen aktiven Steroidglycosiden
sowie deren Gemischen.
2. Zusammensetzungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Komponente (a) wasserunlösliche Anteile enthalten, die ausgewählt sind aus der Gruppe, die gebildet wird von natürlichen oder synthetischen Elastomeren, Harzen, Fetten und ölen, Weichmachern, Füllstoffen, Softenern, Farbstoffen und Wachsen.
3. Zusammensetzungen nach den Ansprüchen 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Komponente (a) in Mengen von 5 bis 95 Gew.-% enthalten.
4. Zusammensetzungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn- zeichnet, dass sie als Komponente (b) wasserlösliche Anteile enthalten, die ausgewählt sind aus der Gruppe, die gebildet wird von Softenern, Süßstoffen, Füllstoffen, Geschmacksstoffen, Geschmacksverstärkern, Emulgatoren, Farbstoffen, Säuerungsmitteln, und Antioxidantien.
5. Zusammensetzungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Komponente (b) in Mengen von 5 bis 95 Gew.-% enthalten.
6. Zusammensetzungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Komponente (c) ß-Sitosterol, ß-Sitostanol oder deren Ester mit C 6 -C 22 -Fettsäuren enthalten.
7. Zusammensetzungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Komponente (c) konjugierte Linolsäuren, deren Ester oder Glyce- ride enthalten.
8. Zubereitungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Komponente (c) konjugierte Linolsäure (CLA), deren Ester oder Glyce- ride enthalten, bei denen der Acylrest wenigstens 30 Gew.-% tlO,cl2-Isomere, wenigstens 30 Gew.-% c9,tl 1 -Isomere und in Summe weniger als 1 Gew.-% 8,10-, 11,13- und t,t-Isomere aufweist.
9. Zubereitungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Komponente (c) omega-3 Fettsäuren enthalten.
10. Zubereitungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeich- net, dass sie als Komponente (c) Substanz P57 und/oder die zugehörigen Homologen,
Analogen und Isomeren enthalten.
11. Zusammensetzungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Komponente (c) in Mengen von 0,1 bis 10 Gew.-% enthalten.
12. Zusammensetzungen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie
(a) 5 bis 49 Gew.-% wasserunlösliche Basisanteile, (b) 5 bis 49 Gew.-% wasserlöslichen Anteil, und
(c) 2 bis 10 Gew.-% physiologisch aktive Wirkstoffe
mit der Maßgabe enthalten, dass sich die Mengenangaben zu 100 Gew.-% ergänzen.
13. Verwendung von physiologisch aktiven nach Anspruch 1 zur Herstellung von Kaugummizubereitungen. |
Kaugunimizubereitungen mit physiologischen Wirkstoffen
Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung befindet sich auf dem Gebiet der Nahrungsmittel und betrifft neue Kaugummizusammensetzungen mit speziellen physiologisch aktiven Wirkstoffen sowie die Verwendung dieser Wirkstoffe zur Herstellung von Kaugummizubereitungen.
Stand der Technik
Schon die Naturmedizin vieler Völker macht bis zum heutigen Tage Gebrauch von der Viel- falt chemischer Wirkstoffe, die in Tieren, Pflanzen oder Pilzen enthalten sind und aus diesen in mehr oder weniger reiner bzw. konzentrierter Form beispielsweise durch Extraktion gewonnen werden können. Auch heute vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer pflanzlicher oder tierischer Wirkstoff entdeckt wird, der sich dann als pharmakologisch wirksam erweist. Typische Beispiele sind Sterole und Sterolester, die dafür bekannt sind, dass sie den Gehalt an schädlichem Cholesterin im Serum erniedrigen, sowie konjugierte Linolsäure und Hoodia-Extrakte, die zum einen den Abbau von Körperfett unterstützen und zum anderen das Hungergefühl dämpfen. Dieser Gruppe von physiologisch aktiven Wirkstoffen ist gemeinsam, dass sie auf unterschiedliche Weise Herz-Kreislauferkrankungen - sei es durch Arteriosklerose oder übergewicht - entgegenwirken und damit einen Beitrag im Kampf gegen die häufigste Todesursache in der westlichen Welt leisten. Sofern es erforderlich ist, dass diese Wirkstoffe nicht topisch appliziert, sondern oral aufgenommen und damit über den Stoffwechsel metabo- lisiert werden müssen - was der Regelfall ist - kommen als galenische Handelsformen üblicherweise Dragees, Tabletten und dergleichen in Betracht. Diese stoßen beim Verbraucher jedoch nicht selten auf ein geringes Interesse, da ihnen stets der Makel eines Medikamentes anhaftet, welches man nicht gerne zu sich nimmt, solange keine Erkrankung vorliegt.
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass Kaugummimassen mit pflanzlichen Wirkstoffen bereits aus dem Stand der Technik bekannt sind: Gegenstand der beiden Druckschriften DE 69704426 T2 und US 5,866,179 A sind beispielsweise (medizinische) Kaugummizubereitungen, die als Wirkstoffe Extrakte von Ginkgo biloba oder Camellia sinensis enthalten können. Die DE 69107429 T2 betrifft geschmacksfreisetzende Strukturen für Kaugummi, offenbart jedoch keine Zubereitungen welche Pflanzenextrakte enthalten. Aus der US 6,350,435 Bl sind Nahrungsmittelzubereitungen, beispielsweise auch in Form von Kaugummis bekannt, welche einen Gehalt an den fetten ölen des Olivenbaums und der Petersilie aufweisen. Die EP 1072254 Al betrifft Nahrungsmittelzubereitungen, die als Kaugummis vor- liegen können, welche polyphenolhaltige Pflanzenextrakte (als Beispiele genannt sind Camellia sinensis, Vitis vinifera, Vaccinium myrtillus) zusammen mit Vitaminen oder ProVitaminen enthalten können. Gegenstand der US 2002127189 Al sind Kaugummizusammensetzungen mit einem Gehalt an Sα/Wα-Extrakten. Schließlich sind aus der JP 02/031648 A Kaugummizubereitungen bekannt, welche als Wirkstoffe Extrakte des Ginkgo biloba enthal- ten. Schließlich werden auch in der DE 10300187 Al Kaugummimassen verschiedenen Pflanzenextrakten vorgeschlagen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung hat folglich darin bestanden, eine neue galenische Form zur oralen Aufnahme von physiologischen Wirkstoffen zur Senkung des Gehaltes an schädlichem Cholesterin im Blut und/oder zur Verminderung des Körperfettes zur Verfügung zu stellen, die einerseits vom Verbraucher akzeptiert wird und bei der andererseits sichergestellt ist, dass die aktiven Prinzipien sich problemlos einarbeiten und ebenso leicht wieder - vorzugsweise mit zeitlicher Verzögerung - herauslösen lassen.
Beschreibung der Erfindung
Gegenstand der Erfindung sind Kaugummizusammensetzungen, enthaltend
(a) einen wasserunlöslichen Basisanteil,
(b) einen wasserlöslichen Anteil, und
(c) physiologisch aktive Wirkstoffe die ausgewählt sind aus der Gruppe, die gebildet wird von
(cl) Sterolen und/oder Sterolestem
(c2) mehrfach ungesättigten Fettsäuren, deren Estern oder Glyceriden und (c3) Hoodia-Extrakten bzw. den daraus erhältlichen aktiven Steroidglycosiden sowie deren Gemischen.
Die Einarbeitung der genannten Wirkstoffe in handelsübliche Kaugummizubereitungen ermöglicht eine einfache und für den Verbraucher akzeptable Möglichkeit, physiologisch aktive Prinzipien in dosierter Form aufzunehmen und auf diese Weise insbesondere Herz- Kreislauferkrankungen vorzubeugen und eine aktive Gewichtsregulierung zu unterstützen. Die Kaugummimassen können sowohl mit dem Attribut „Health Food" oder „Healthgums" vermarktet werden, die Wirkstoffe können aber genauso gut als ein Bestandteil typischer Genuss-Kaugummis vorliegen und auf diese Weise so zu sagen „nebenbei" einen Beitrag zur Gesundheitsprophylaxe leisten.
Wasserunlösliche Basis
Die wasserunlösliche Basis, die auch als „Gummibasis" bezeichnet wird (Komponente a), umfasst üblicherweise natürliche oder synthetische Elastomere, Harze, Fette und öle, Weich- macher, Füllstoffe, Softener, Farbstoffe sowie gegebenenfalls Wachse. Der Anteil der Basis an der Gesamtzusammensetzung macht üblicherweise 5 bis 95, vorzugsweise 10 bis 50 und insbesondere 20 bis 35 Gew.-% aus. In einer typischen Ausgestaltungsform der Erfindung setzt sich die Basis aus 20 bis 60 Gew.-% synthetischen Elastomeren, 0 bis 30 Gew.-% natürlichen Elastomeren, 5 bis 55 Gew.-% Weichmachern, 4 bis 35 Gew.-% Füllstoffe, 5 bis 35 Gew.-% Softener und in untergeordneten Mengen Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Antioxidantien und dergleichen zusammen, mit der Maßgabe, dass sie allenfalls in geringen Mengen wasserlöslich sind.
• Elastomere
Als geeignete synthetische Elastomere kommen beispielsweise Polyisobutylene mit durchschnittlichen Molekulargewichten (nach GPC) von 10.000 bis 100.000 und vorzugsweise 50.000 bis 80.000, Isobutylen-Isopren-Copolymere („Butyl Elastomere"), Sty- rol-Butadien-Copolymere (Styrol: Butadien- Verhältnis z.B. 1 : 3 bis 3 : 1), Polyvinylace- täte mit durchschnittlichen Molekulargewichten (nach GPC) von 2.000 bis 90.000 und vorzugsweise 10.000 bis 65.000, Polyisoprene, Polyethylene, Vinylacetat-Vinyllaurat- Copolymere und deren Gemische. Beispiele für geeignete natürliche Elastomere sind Kautschuks wie etwa geräucherter oder flüssiger Latex oder Guayule sowie natürliche Gummistoffe wie Jelutong, Lechi caspi, Perillo, Sorva, Massaranduba balata, Massaran- duba chocolate, Nispero, Rosindinba, Chicle, Gutta hang kang sowie deren Gemische.
Die Auswahl der synthetischen und natürlichen Elastomere und deren Mischungsverhältnisse richtet sich im wesentlichen danach, ob mit den Kaugummis Blasen erzeugt werden
sollen („bubble gums") oder nicht. Vorzugsweise werden Elastomergemische eingesetzt, die Jelutong, Chicle, Sorva und Massaranduba enthalten.
• Weichmacher
In den meisten Fällen erweisen sich die Elastomere in der Verarbeitung als zu hart oder zu wenig verformbar, so dass es sich als vorteilhaft erwiesen hat, spezielle Weichmacher mitzuverwenden, die natürlich insbesondere auch alle Anforderungen an die Zulassung als Nahrungsmittelzusatzstoffe erfüllen müssen. In dieser Hinsicht kommen vor allem Ester von Harzsäuren in Betracht, beispielsweise Ester von niederen aliphatischen Alkoholen oder Polyolen mit ganz oder teilweise gehärteten, monomeren oder oligomeren Harzsäuren. Insbesondere werden für diesen Zweck die Methyl-, Glycerin-, oder Pentareythri- tester sowie deren Gemische eingesetzt. Alternativ kommen auch Terpenharze in Be- tracht, die sich von α-Pinen, ß-Pinen, δ-Limonen oder deren Gemischen ableiten können.
• Füllstoffe und Texturiermittel
Als Füllstoffe oder Texturiermittel kommen Magnesium- oder Calciumcarbonat, gemahlener Bimsstein, Silicate, speziell Magnesium- oder Aluminiumsilicate, Tone, Aluminiumoxide. Talkum, Titandioxid, Mono-, Di- und Tricalciumphosphat sowie Cellulosepo- lymere.
• Softener und Emulgatoren
Geeignete Softener bzw. Emulgatoren sind Talg, gehärteter Talg, gehärtete oder teilweise gehärtete pflanzliche öle, Kakaobutter, Partialglyceride, Lecithin, Triacetin und gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren mit 6 bis 22 und vorzugsweise 12 bis 18 Kohlenstoffatomen sowie deren Gemische.
• Farbstoffe und Weißungsmittel
Als Farbstoffe und Weißungsmittel kommen beispielsweise die für die Färbung von Lebensmitteln zugelassenen FD&C-Typen, Pflanzen- und Fruchtextrakte sowie Titandioxid in Frage.
Die Basismassen können Wachse enthalten oder wachsfrei sein; Beispiele für wachsfreie Zusammensetzungen finden sich unter anderem in der US Patentschrift US 5,286,500, auf deren Inhalt hiermit ausdrücklich Bezug genommen wird.
Wasserlöslicher Anteil
Zusätzlich zu der wasserunlöslichen Gummibasis enthalten Kaugummizubereitungen regel- mäßig einen wasserlösliche Anteil (Komponente b), der beispielsweise von Softenern, Süßstoffen, Füllstoffen, Geschmacksstoffen, Geschmacksverstärkern, Emulgatoren, Farbstoffen, Säuerungsmitteln, Antioxidantien und dergleichen gebildet werden, hier mit der Maßgabe, dass die Bestandteile eine wenigstens hinreichende Wasserlöslichkeit besitzen. In Abhängigkeit der Wasserlöslichkeit der speziellen Vertreter können demnach einzelne Bestandteile sowohl der wasserunlöslichen wie auch der wasserlöslichen Phase angehören. Es ist jedoch auch möglich, Kombinationen beispielsweise eines wasserlöslichen und eines wasserunlöslichen Emulgators einzusetzen, wobei sich die einzelnen Vertreter, dann in unterschiedlichen Phasen befinden. üblicherweise macht der wasserunlösliche Anteil 5 bis 95 und vorzugsweise 20 bis 80 Gew.-% der Zubereitung aus.
• Softener und Plastifiziermittel
Wasserlösliche Softener oder Plastifiziermittel werden den Kaugummizusarnrnensetzun- gen hinzugegeben um die Kaubarkeit und das Kaugefuhl zu verbessern und sind in den
Mischungen typischerweise in Mengen von 0,5 bis 15 Gew.-% zugegen. Typische Beispiele sind Glycerin, Lecithin sowie wässrige Lösungen von Sorbitol, gehärteten Stärke- hydrolysaten oder Kornsirup.
• Süßstoffe
Als Süßstoffe kommen sowohl zuckerhaltige wie zuckerfreie Verbindungen in Frage, die in Mengen von 5 bis 95, vorzugsweise 20 bis 80 und insbesondere 30 bis 60 Gew.-% be- zogen auf die Kaugummizusammensetzung eingesetzt werden. Typische Saccharid-
Süßstoffe sind Sucrose, Dextrose, Maltose, Dextrin, getrockneter Invertzucker, Fructose. Levulose, Galactose, Kornsirup sowie deren Gemische. Als Zuckerersatzstoffe kommen Sorbitol, Mannitol, Xylitol, gehärtete Stärkehydrolysate, Maltitol und deren Gemische in
Frage. Weiterhin kommen als Zusatzstoffe auch sogenannte HIAS („High Intensity Arti- cifical Sweeteners") in Betracht, wie beispielsweise Sucralose, Aspartam, Acesulfamsal- ze, Alitam, Saccharin und Saccharinsalze, Cyclamsäure und deren Salze, Glycyrrhizine, Dihydrochalcone, Thaumatin, Monellin und dergleichen alleine oder in Abmischungen. Besonders wirksam sind auch die hydrophoben HIAS, die Gegenstand der internationalen
Patentanmeldung WO 02/091849 Al (Wrigleys) sind. Die Einsatzmenge dieser Stoffe hängt in erster Linie von ihrem Leistungsvermögen ab und liegt typischerweise im Bereich von 0,02 bis 8 Gew.-%.
• Füllstoffe
Insbesondere für die Herstellung kalorienarmer Kaugummis eignen sich Füllstoffe wie beispielsweise Polydextrose, Raftilose, Rafϊtilin, Fructooligosaccharide (NutraFlora), Pa- latinoseoligosaaccharide, Guar Gum Hydrolysate (Sun Fiber) sowie Dextrine.
• Geschmacksstoffe und Geschmacksverstärker
Die Auswahl an Geschmacksstoffen ist praktisch unbegrenzt und für das Wesen der Erfindung unkritisch. üblicherweise liegt ihr Anteil bei 0,1 bis 15 und vorzugsweise 0,2 bis 5 Gew.-% bezogen auf die Kaugummizusammensetzung. Geeignete Geschmacksstoffe stellen beispielsweise essentielle öle, synthetische Aromen und dergleichen dar, wie etwa Pfefferminzöl, Krauseminzöl, Anisöl, Sternanisöl, Kümmelöl, Eukalyptusöl, Fenchelöl, Citronenöl, Wintergrünöl, Nelkenöl, Menthol und dergleichen.
• Weitere Hilfs- und Zusatzstoffe
Die Kaugummis können des weiteren Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, die beispielsweise für die Zahnpflege, speziell zur Bekämpfung von Plaque und Gingivitis geeignet sind, wie z.B. Chlorhexidin, CPC oder Trichlosan. Weiter können pH-Regulatoren (z.B. Puffer oder Harnstoff), Wirkstoffe gegen Karies (z.B. Phosphate oder Fluoride), biogene Wirkstoffe (Antikörper, Enzyme, Koffein, Pflanzenextrakte) enthalten sein, solange diese Stof- fe für Nahrungsmittel zugelassen sind und nicht in unerwünschter Weise miteinander in
Wechselwirkung treten.
Sterole und Sterolester
Sterole - gelegentlich auch als Sterine bezeichnet - die die Gruppe (cl) der physiologisch aktiven Wirkstoffe repräsentieren, stellen Steroide dar, die durch eine einzelne Hydroxylgruppe in C3-Stellung gekennzeichnet sind. Des Weiteren können Sterole, die üblicherweise 27 bis 30 Kohlenstoffatome aufweisen, auch über eine Doppelbindung verfugen, die sich vorzugsweise in der 5/6-Stellung befindet. Die Hydrierung dieser Doppelbindung - auch als Härtung bezeichnet - führt zu speziellen Sterolen, die als Stanole bezeichnet werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Struktur des bekanntesten Vertreters aus der Gruppe der Sterole, des Cholesterols, das zur Gruppe der Zoosterole gehört.
Aufgrund ihrer überlegenen physiologischen Eigenschaften stellen pflanzliche Sterole, die so genannten Phytosterole, wie Ergosterol, Stigmasterol und insbesondere Sitosterol sowie dessen Hydrierungsprodukt Sitostanol die bevorzugten Steroltypen dar. Alternativ können anstelle der Sterole bzw. Stanole auch deren Ester mit gesättigten und/oder ungesättigten Fettsäuren eingesetzt werden, wobei die Acylreste dann 6 bis 22 Kohlenstoffatome und 0 bzw. 1 bis 6 Doppelbindungen aufweisen können. Typische Beispiele sind die Ester von ß-Sitosterol oder ß-Sitostanol mit Capronsäure, Caprylsäure, 2-Ethylhexansäure, Caprinsäure, Laurinsäure, Isotridecansäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Palmoleinsäure, Stearinsäure, Isostearinsäure, ölsäure, Elaidinsäure, Petroselinsäure, Linolsäure, Linolensäure, Elaeostearinsäure, Arachin- säure, Gadoleinsäure, Behensäure und Erucasäure sowie deren technische Mischungen, die z.B. bei der Druckspaltung von natürlichen Fetten und ölen, bei der Reduktion von Aldehyden aus der Roelen'schen Oxosynthese oder der Dimerisierung von ungesättigten Fettsäuren anfallen. Ganz besonders bevorzugt sind jedoch die Ester der beiden vorgenannten Sterole mit C 6 -C 22 Fettsäuren und insbesondere konjugierter Linolsäure (CLA).
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Ein gemeinsames Kriterium der physiologisch aktiven mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die als Komponente (c2) in Betracht kommen, besteht darin, dass sie über einen hinreichend lan- gen Lipidrest und eine ausreichende Zahl von Doppelbindungen verfügen. Für diesen Zweck eignen sich daher insbesondere solche Fettsäuren die 18 bis 24 Kohlenstoffatome und 2 bis 5 Doppelbindungen aufweisen.
In einer ersten Ausführungsform der Erfindung werden für diesen Zweck konjugierte Linol- säure (CLA), deren Ester - speziell solche mit niederen aliphatischen Alkoholen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen - oder deren Glyceride, speziell die synthetischen Triglyceride eingesetzt. Dabei handelt es sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch basenkatalysierte Isomeri- sierung von Distelöl oder entsprechenden Alkylestern und nachfolgende enzymatische Hydrolyse hergestellt werden. Es hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, wenn die CLA bzw. CLA- Derivate eine bestimmte Spezifikation erfüllen, gemäß der der Acylrest wenigstens 30 Gew.- % tlO,cl2-Isomere, wenigstens 30 Gew.-% c9,t 11 -Isomere und in Summe weniger als 1 Gew.-% 8,10-, 11,13- und t,t-Isomere aufweist. Entsprechende Produkte sind beispielsweise unter der Bezeichnung Tonalin® CLA-80 (Cognis) im Handel.
In einer zweiten alternativen Ausführungsform kommen als Komponente (a) auch sogenannte omega-3 Fettsäuren in Frage, die typisch 18 bis 26 und insbesondere 20 bis 22 Kohlenstoffatome enthalten und dabei wenigstens 4, bis hin zu 6 Doppelbindungen aufweisen. Auch solche Stoffe sind nach üblichen Methoden der organischen Chemie erhältlich, beispielsweise durch Umesterung von Fischöl, Harnstofffällung der erhaltenen Alkylester und nachfolgende Extraktion mit unpolyren Lösemitteln, wie beschrieben in der deutschen Patentschrift DE 3926658 C2 (Norsk Hydro). Auf diese Weise werden Fettsäuregemische erhalten, die reich an omega-3 (all-Z)-5,8,l l,14,17-eicosapentansäure (EPA) C 20 : 5 und (all-Z)-4,7,10,13,16,19- Docosahexansäure (DHA) C 22 : 6. sind. Solche Produkte sind beispielsweise unter der Bezeichnung Omacor® (Pronova) im Handel.
Hoodia-Extrakte
Hoodia, speziell Hoodia gordonii, ist eine Kaktuspflanze, die in Südafrika beheimatet und der einheimischen Bevölkerung seit langem als Mittel zur Bekämpfung des Hungergefühls bekannt ist. Es wird berichtet, dass in früheren Zeiten Buschmänner bei ihren Jagdzügen nur durch das Kauen von Hoodiawurzeln mehrere Wochen praktisch ohne Nahrung auskamen. Die Extrakte dieser Pflanze kommen als Komponente (c3) in Frage. In den vergangenen Jah-
ren wurde gefunden, dass die erstaunlichen Eigenschaften dieser Pflanze mit ihrem hohen Gehalt an speziellen aktiven Steroidglykosiden zusammenhängen. In 2001/2002 gelang es erstmals, eine dieser Spezies zu isolieren und zu charakterisieren; sie wird in der Literatur seitdem als Substanz P57 bezeichnet:
Aus der Patentliteratur ist bislang wenig über Hoodia und Hoodia-Extrakte bekannt. In der internationalen Patentanmeldung WO 98/046243 Al (CSIR) werden jedoch pharmazeutische Zubereitungen auf Basis von Extrakten von Pflanzen des Genus Trichocaulon oder Hoodia beansprucht, die über eine appetitzügelnde Wirkung verfügen sollen.
Die genannten Wirkstoffe haben gemeinsam, dass sie Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Sie können den Kaugummimassen als solche oder aber in verkapselter Form zugesetzt werden.
Herstellung der Kaugummizusammensetzungen
Die Vermischung der Komponenten kann in jeder bekannten und daher herkömmlichen Weise erfolgen. Dazu gehört insbesondere auch das Aufschmelzen, um Komponenten mit unterschiedlichen Schmelzpunkten besser gemeinsam verarbeiten zu können. Die fertigen Zuberei- tungen können dann in beliebige stückige Formen gebracht werden, also beispielsweise Streifen, Blöcke, Kugeln und dergleichen. Ebenfalls ist es möglich, zunächst eine Grundmasse herzustellen und diese dann mit ausgewählten Komponenten zu beschichten. Typischerweise besitzen die Kaugummizubereitungen folgende Zusammensetzung;
(a) 5 bis 49 Gew.-% wasserunlösliche Basisanteile,
(b) 5 bis 49 Gew.-% wasserlöslichen Anteil, und
(c) 2 bis 10 Gew.-% physiologisch aktive Wirkstoffe
mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben zu 100 Gew.-% ergänzen.
Gewerbliche Anwendbarkeit
Die neuen Kaugummizubereitungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie infolge ihres Gehaltes an den genannten physiologisch aktiven Wirkstoffen Herz-Kreislauferkrankungen entgegenwirken und eine aktive Gewichtsregulierung unterstützen. Ein weiterer Gegenstand der vorlie- genden Erfindung betrifft ihre Verwendung sowohl alleine als auch in beliebigen binären oder ternären Mischungen zur Herstellung von Kaugummizubereitungen, in denen diese in Mengen von in Mengen von 0,1 bis 10, vorzugsweise 0,5 bis 8 und insbesondere 1 bis 5 Gew.-% enthalten sein können.
In der folgenden Tabelle 1 sind eine Reihe von typischen Formulierungsbeispielen gegeben.
Beispiele
Beispiele 1 bis 8
Tabelle 1: Formulierungsbeispiele (Mengenangaben als Gew.-%)
