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Patent Searching and Data


Title:
CIRCULAR WEAVING MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/181212
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a circular weaving machine (1), comprising a main axis (2e); a circular reed (2); a warp-band feeding device (3a) for feeding warp bands (4); at least two shuttles (12), which circulate along the circular reed (2) and each have a bobbin holder (15) for holding a weft bobbin (13; 13a, 13b) for rotation about the longitudinal axis (16) of the weft bobbin, wherein the bobbin holder (15) is designed to keep the longitudinal axis (16) of the weft bobbin (13) substantially parallel to the circulation direction (17) of the shuttle (12) as the shuttle (12) circulates; a weft-bobbin changing device (18) for replacing a weft bobbin (13) held in the bobbin holder (15) of the shuttle (12); and a guiding device (19) for guiding the changing device (18) between a standby position raised from the bobbin holder (15) and a changing position lowered to the bobbin holder (15).

Inventors:
HEHENBERGER, Reinhold (Herzogbergstraße 96, 2380 Perchtoldsdorf, 2380, AT)
HEHENBERGER, Philipp (Julius Raab Strasse 25/3, 2345 Brunn am Gebirge, 2345, AT)
Application Number:
AT2017/060103
Publication Date:
October 26, 2017
Filing Date:
April 21, 2017
Export Citation:
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Assignee:
HEHENBERGER, Reinhold (Herzogbergstraße 96, 2380 Perchtoldsdorf, 2380, AT)
International Classes:
D03D37/00
Foreign References:
DE627780C1936-03-23
Attorney, Agent or Firm:
SONN & PARTNER PATENTANWÄLTE (Riemergasse 14, 1010 Wien, 1010, AT)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Rundwebmaschine (1) mit

- einer Hauptachse (2e) ;

- einem Rundriet (2);

- einer Kettbändchen-Zuführeinrichtung (3a) zur Zuführung von Kettbändchen (4);

- mindestens zwei entlang des Rundriets (2) umlaufenden

Webschützen (12) mit jeweils einer Spulenhalterung (15) zur drehbaren Halterung einer Schussspule (13; 13a, 13b) um deren Längsachse (16), wobei die Spulenhalterung (15) dazu

eingerichtet ist, die Längsachse (16) der Schussspule (13) beim Umlauf des Webschützens (12) im Wesentlichen parallel zur

Umlaufrichtung (17) des Webschützen (12) zu halten,

gekennzeichnet durch

- eine Schussspulen-Wechseleinrichtung (18) zum Auswechseln einer in der Spulenhalterung (15) des Webschützens (12)

aufgenommenen Schussspule (13) und

- eine Führungseinrichtung (19) zur Führung der

Wechseleinrichtung (18) zwischen einer von der Spulenhalterung (15) abgehobenen Wartestellung und einer zur Spulenhalterung (15) abgesenkten Wechselstellung.

2. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechseleinrichtung (18) zumindest einen Greifer (22) zur lösbaren Verbindung mit einer Schussspule (13) aufweist.

3. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (22) ein Paar von Greiferelementen (23) zur lösbaren Verbindung mit gegenüberliegenden Enden einer

Schussspule (13) aufweist.

4. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch

gekennzeichnet, dass die Wechseleinrichtung (18) zumindest zwei Greifer (22) zur lösbaren Verbindung mit jeweils einer

Schussspule (13) aufweist.

5. Rundwebmaschine (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechseleinrichtung (18) einen Rahmen (25) aufweist, an dem die Greifer (22) jeweils zwischen einer Greifervorratsposition und einer Greiferwechselposition überführbar sind.

6. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechseleinrichtung (18) ein Förderelement (26) zum Überführen jedes Greifers (22) zwischen der

Greifervorratsposition und der Greiferwechselposition aufweist, wobei als Förderelement (26) bevorzugt ein Endloselement, insbesondere ein Endlosband oder eine Endloskette, zum Umlauf an dem Rahmen (25) der Wechseleinrichtung (18) vorgesehen ist.

7. Rundwebmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (19) eine erste Linearführung (20) zur Führung der Wechseleinrichtung (18) von der Wartestellung in eine Zwischenstellung und eine zweite

Linearführung (21) zur Führung der Wechseleinrichtung (18) von der Zwischenstellung in die Wechselstellung aufweist.

8. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die zweite Linearführung (21) im Wesentlichen

senkrecht zur ersten Linearführung (20) erstreckt.

9. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch

gekennzeichnet, dass die erste Linearführung (20) im

Wesentlichen senkrecht zur Hauptachse (2e) und die zweite

Linearführung (21) im Wesentlichen in Richtung der Hauptachse (2e) erstreckt ist.

10. Rundwebmaschine (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rasteinrichtung (36) zur

Verrastung der Wechseleinrichtung (18) in der Zwischenstellung vorgesehen ist.

11. Rundwebmaschine (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (19) ein bewegliches Führungselement (27) mit einem ersten Schenkel (27a) und mit einem zweiten Schenkel (27b) aufweist, wobei das

bewegliche Führungselement (27) zwischen einer oberen Position und einer unteren Position entlang eines ersten ortsfesten

Führungselements (28) verschieblich ist, wobei der erste Schenkel (27a) des beweglichen Führungselements (27) in der oberen Position in Verlängerung eines zweiten ortsfesten

Führungselements (29) angeordnet ist, wobei die

Wechseleinrichtung (18) in der oberen Position des beweglichen Führungselements (27) entlang des zweiten ortsfesten

Führungselements (28) und des ersten Schenkels (27a) des beweglichen Führungselements (27) in die Zwischenstellung und gemeinsam mit dem beweglichen Führungselement (27) von der

Zwischenstellung entlang des ersten ortsfesten Führungselements (28) in die Wechselstellung verschieblich ist.

12. Rundwebmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechseleinrichtung (18) ein Lagerelement (34) zur lösbaren Verbindung mit der

Führungseinrichtung (19), insbesondere mit dem zweiten

ortsfesten Führungselement (29), aufweist.

13. Rundwebmaschine (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Förderelement (26) der

Wechseleinrichtung (18) mit einer zweiten Antriebseinheit (40) verbunden ist oder verbindbar ist.

14. Rundwebmaschine (1) nach Anspruch 13, dadurch

gekennzeichnet, dass die zweite Antriebseinheit (40) an der Führungseinrichtung (19) montiert ist, wobei die zweite

Antriebseinheit (40) in der Wartestellung der Wechseleinrichtung

(18) von dem Förderelement (26) getrennt und in der

Zwischenstellung mit dem Förderelement (26) verbunden ist.

Description:
Rundwebmaschine

Die Erfindung betrifft eine Rundwebmaschine gemäß dem

Oberbegriff von Anspruch 1.

Im Stand der Technik sind Rundwebmaschinen dieser Art seit langem bekannt. Beispielsweise beschreibt die EP 0 786 026 Bl eine gattungsgemäße Rundwebmaschine, bei welcher eine Mehrzahl von Schützen im so genannten Web- oder Wanderfach zwischen zwei Scharen von Kettbändchen auf einer horizontalen Kreisbahn umläuft. Die Schützen tragen Schussspulen, von welchen

Schussbändchen an den Geweberand des erzeugten Schlauchgewebes abgegeben werden. Das Schlauchgewebe kann dann nach oben

abgezogen und zu einem flachen Schlauchgewebe zusammengelegt werden. Bei diesem Stand der Technik sind die Längsachsen der Schussspulen im Wesentlichen in Richtung der Tangente an die kreisförmige Umlaufbewegung der Schützen orientiert.

Aus der EP 1 967 623 A2 ist eine anderartige Rundwebmaschine bekannt, aufweisend ein Kettfadenhubmittel, welches kreisförmig um eine zentrale Achse der Rundwebmaschine angeordnet ist, und eine erste und zweite jeweils um eine zentrale Achse drehbar antreibbare Hubsteuerkurve.

Die EP 2 570 530 AI beschreibt einen Kettbändchenwächter für Webmaschinen, mit einem Sensorstück, das einen Durchgang für ein Kettbändchen aufweist, wobei das Sensorstück zwischen einer Ruhelage, in die es vorgespannt ist, und einer Arbeitslage, in die es durch eine Zugspannung des durch den Durchgang

hindurchlaufenden Kettbändchens verlagerbar ist, hin- und herbeweglich ist.

Die CH 199413 A offenbart eine Schussspulen- Auswechselvorrichtung für andersartige Webstühle mit

feststehendem Spulenvorratsbehälter. Dabei wird eine Lade in einer solchen Stellung angehalten, dass der Schützen mit einer abgelaufenen Spule genau unter einer neuen Spule und einem

Einschlaghammer zu stehen kommt. Der Einschlaghammer kann über eine Stoßstange, beispielsweise durch einen Exzenternocken, betätigt werden, sodass die abgelaufene Spule durch die neue Spule verdrängt wird.

Die bekannten Rundwebmaschinen bringen jedoch den Nachteil mit sich, dass das Austauschen verbrauchter Schussspulen umständlich ist. Dafür muss bisher die Rundwebmaschine angehalten werden. Danach werden die Schussspulen manuell getauscht. Beim Hantieren mit den Schussspulen ist besondere Vorsicht geboten, um eine Beschädigung der Schussspulen, des Gewebes, eventuell sogar der Rundwebmaschine, zu vermeiden.

Demnach besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, die Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen bzw.

zumindest zu lindern. Demnach setzt sich die Erfindung

insbesondere zum Ziel, die Handhabung der Schussspulen zu vereinfachen und die Stillstandzeiten der Rundwebmaschine zu reduzieren .

Diese Aufgabe wird durch eine Rundwebmaschine mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Rundwebmaschine weist eine Schussspulen- Wechseleinrichtung zum Auswechseln einer in der Spulenhalterung des Webschützens aufgenommenen Schussspule auf, wobei eine Führungseinrichtung zur Führung der Wechseleinrichtung zwischen einer von der Spulenhalterung abgehobenen Wartestellung und einer zur Spulenhalterung abgesenkten Wechselstellung vorgesehen ist .

Vorteilhafterweise kann so das Auswechseln verbrauchter

Schussspulen wesentlich vereinfacht werden. Dadurch kann der Personaleinsatz reduziert werden, wobei zudem geringere

Anforderungen an das Bedienpersonal gestellt werden können.

Dadurch wird einerseits die Betriebssicherheit erhöht.

Andererseits können die Stillstandszeiten der Rundwebmaschine verkürzt werden. Somit kann die Leistung der Rundwebmaschine erhöht und der Abfall reduziert werden. Die Wechseleinrichtung ist zwischen einer zur Spulenhalterung abgesenkten

Wechselstellung und einer von der Spulenhalterung abgehobenen Wartestellung überführbar. Um die Umstellung der Wechseleinrichtung zuverlässig zu gewährleisten, ist eine Führungseinrichtung zur Führung der Wechseleinrichtung zwischen der Wartestellung und der

Wechselstellung vorgesehen.

Wenn eine Schussspule verbraucht ist, kann die betroffene

Schussspule in eine Austauschposition am Rundriet verfahren werden. Der Verbrauchszustand der Schussspule (d.h. die Länge des auf der Schussspule aufgewickelten Schussbändchens) kann mit einem geeigneten Sensor erfasst werden. Danach kann die obere Kettbändchenschar auseinander gezogen werden, um den Zugang zur Spulenhalterung mit der Schussspule zu schaffen. Die

Wechseleinrichtung kann zunächst in einer Wartestellung

angeordnet werden, welche sich vorzugsweise vollständig oberhalb des Rundriets befindet. Danach kann die Wechseleinrichtung in die Wechselstellung abgesenkt werden, in welcher die

Wechseleinrichtung mit der verbrauchten Schussspule in Eingriff gebracht werden kann. Durch Anheben der Wechseleinrichtung in die Wartestellung kann die Schussspule danach von der

Spulenhalterung des Webschützens entfernt werden. Schließlich kann eine volle Schussspule in die Spulenhalterung eingesetzt werden, um den Austausch der verbrauchten Schussspule gegen eine volle Schussspule abzuschließen.

Die Längsachse der Schussspule ist im Wesentlichen in Richtung der Tangente an die kreisförmige Umlaufbewegung des Webschützen, d.h. in tangentialer Richtung in der Ebene im Wesentlichen senkrecht zur Hauptachse der Rundwebmaschine, orientiert.

Für die Zwecke dieser Offenbarung beziehen sich die Orts- und Richtungsangaben, wie „oben", „unten", „vertikal", „horizontal", „nach oben", „nach unten", „anheben", „absenken" etc., auf den bestimmungsgemäßen Betriebszustand der Rundwebmaschine.

Die Hauptachse der Rundwebmaschine erstreckt sich im Betrieb vorzugsweise im Wesentlichen in vertikaler Richtung. Das

Rundriet ist im Wesentlichen symmetrisch um die Hauptachse der Rundwebmaschine angeordnet.

Um eine in der Spulenhalterung angeordnete, verbrauchte Schussspule aufzunehmen oder eine volle Schussspule in die

Spulenhalterung abzugeben, ist es günstig, wenn die

Wechseleinrichtung zumindest einen Greifer zur lösbaren

Verbindung mit einer Schussspule aufweist. Bevorzugt ist der Greifer zur formschlüssigen Verbindung mit der Schussspule eingerichtet. In einer weiteren Aus führungs form weisen der

Greifer und die Schussspule zusammenarbeitende Magnetelemente auf, so dass eine magnetische Verbindung zwischen dem Greifer und der Schussspule herstellbar ist. Der Greifer ist dazu ausgebildet, die Schussspule bei der Überführung der

Wechseleinrichtung von der Wartestellung in die Wechselstellung und umgekehrt mitzunehmen.

Zur Aufnahme der Schussspule von der Spulenhalterung bzw. zur Abgabe der Schussspule in die Spulenhalterung ist es günstig, wenn der Greifer ein Paar von Greiferelementen zur lösbaren Verbindung mit gegenüberliegenden Enden einer Schussspule aufweist. Bevorzugt greifen die Greiferelemente an

Anschlusselementen der Schussspule an, welche vorzugsweise symmetrisch um die Längsachse der Schussspule an den

längsseitigen Enden der Schussspule angeordnet sind.

Beispielsweise kann die Schussspule zwei Seitenscheiben

aufweisen, an deren von der Schussbändchenwicklung abgewandten Außenseiten die Anschlusselemente vorgesehen sind. Die

Anschlusselemente können insbesondere umlaufende Vertiefungen aufweisen, an welchen die Greiferelemente angreifen können. Zur Abgabe der Schussspule in die Spulenhalterung wird die

Verbindung zwischen den Greiferelementen und den

Anschlusselementen gelöst. Entsprechend wird die Verbindung zwischen den Greiferelementen und den Anschlussteilen

hergestellt, wenn die Schussspule aus der Spulenhalterung gehoben werden soll.

Bevorzugt sind die Greiferelemente in einem Abstand zueinander angeordnet, welcher dem Abstand zwischen den Angriffsstellen der Greiferelemente an der Schussspule entspricht. Wenn die

Spulenhalterung zur Halterung der Längsachse der Schussspule im Wesentlichen in tangentialer Richtung bezogen auf die Hauptachse der Rundwebmaschine eingerichtet ist, sind die Greiferelemente bevorzugt in tangentialer Richtung voneinander beabstandet. Um die Schussspule sicher und zuverlässig von der

Spulenhalterung anheben bzw. auf die Spulenhalterung absenken zu können, weist jedes Greiferelement in einer bevorzugten

Aus führungs form zwei Greiferschenkel auf, welche zwischen einer an den Enden der Schussspule fixierten Haltestellung und einer die Enden der Schussspule freigebenden Freigabestellung

gegeneinander verschwenkbar sind. Bei dieser Ausführung sind zwei jeweils um eine Schwenkachse verschwenkbare Greiferschenkel vorgesehen, welche zur Fixierung bzw. zur Freigabe der

Schussspule auseinandergeschwenkt werden können. In einer bevorzugten Ausführung ist an der Spulenhalterung des

Webschützens eine Kulisse vorgesehen, auf welche die

Greiferelemente auffahren können, um die Schussspule zur Abgabe an die Spulenhalterung freizugeben. Im Fall einer leeren

Schussspule fehlt die Wicklung, wodurch die Kulisse nicht im Eingriff ist und die Schussspule aufgenommen werden kann.

Alternativ kann eine beispielsweise pneumatische

Öffnungseinrichtung zum Auseinanderschwenken der Greiferschenkel vorgesehen sein.

Um die Aufbewahrung bzw. den Wechsel mehrerer Schussspulen zu ermöglichen, ist es von Vorteil, wenn die Wechseleinrichtung zumindest zwei Greifer zur lösbaren Verbindung mit jeweils einer Schussspule aufweist. Bei dieser Ausführung sind zumindest zwei Greifer vorgesehen, welche die Anordnung einer entsprechenden Anzahl von Schussspulen, also von zumindest zwei Schussspulen, ermöglichen. Dadurch wird die Wechseleinrichtung zudem als

Magazin ausgebildet. Aufgrund der zumindest zwei Greifer kann daher zumindest eine weitere Schussspule zusätzlich zu einer in die Spulenhalterung abzugebenden bzw. von der Spulenhalterung aufzunehmenden Schussspule an der Wechseleinrichtung montiert werden .

Um den Wechsel einer Schussspule vorzubereiten bzw.

abzuschließen, ist es günstig, wenn die Wechseleinrichtung

Rahmen aufweist, an dem die Greifer jeweils zwischen einer

Greifervorratsposition und einer Greiferwechselposition

überführbar sind. Bevorzugt weist die Wechseleinrichtung

zumindest zwei Funktionsstellungen auf, wobei in jeder Funktionsstellung der Wechseleinrichtung genau ein Greifer in der Greiferwechselposition und zumindest ein weiterer Greifer in der Greifervorratsposition angeordnet sind. In einer bevorzugten Ausführung wird der Greifer bei der Überführung von der

Greifervorratsposition in die Greiferwechselposition um einen Schwenkwinkel von vorzugsweise im Wesentlichen 90° verschwenkt.

Zum Auswechseln einer verbrauchten Schussspule kann ein leerer Greifer (d.h. ein Greifer ohne daran befestigte Schussspule) in die Greiferwechselposition gebracht werden. Danach kann die Wechseleinrichtung von der angehobenen Wartestellung in die abgesenkte Wechselstellung gebracht werden, um den Greifer mit der verbrauchten Schussspule in der Spulenhalterung in Eingriff zu bringen. Anschließend kann die Wechseleinrichtung nach oben in die Wartestellung überführt werden. Zum Einsetzen einer vollen Schussspule in die Spulenhalterung kann zunächst ein Greifer mit voller Schussspule in die Greiferwechselposition überführt werden. Danach kann die Wechseleinrichtung von der Wartestellung in die Wechselstellung abgesenkt und die volle Schussspule von dem Greifer in die Spulenhalterung abgegeben werden .

Der Wechselvorgang kann wesentlich erleichtert werden, wenn die Wechseleinrichtung ein Förderelement zum Überführen jedes

Greifers zwischen der Greifervorratsposition und der

Greiferwechselposition aufweist, wobei als Förderelement bevorzugt ein Endloselement, insbesondere ein Endlosband oder eine Endloskette, zum Umlauf an dem Rahmen der

Wechseleinrichtung vorgesehen ist. Bei dieser Aus führungs form ist ein Förderelement an dem Rahmen derart gelagert, dass die Greifer jeweils von der Greifervorratsposition in die

Greiferwechselposition und umgekehrt bewegt werden können. Bei einer Ausführung mit einem Endloselement weist der Rahmen bevorzugt ein oberes und ein unteres Lagerelement, insbesondere in Form von Lagerrollen, auf, um welche das Endloselement bei der Überführung der Greifer zwischen deren Vorrats- und

Greiferwechselposition umläuft.

Besonders bevorzugt ist eine Ausführung, bei welcher die

Führungseinrichtung eine erste Linearführung zur Führung der Wechseleinrichtung von der Wartestellung in eine

Zwischenstellung und eine zweite Linearführung zur Führung der Wechseleinrichtung von der Zwischenstellung in die

Wechselstellung aufweist. Bei dieser Aus führungs form wird die Zustellbewegung der Wechseleinrichtung zur Spulenhalterung in zwei Abschnitte aufgeteilt. Bevorzugt ist die Wechseleinrichtung in der Wartestellung in Draufsicht gesehen zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, außerhalb des Rundriets angeordnet. Dies bedeutet, dass die Wechseleinrichtung in der Wartestellung in radialer Richtung gesehen zumindest über das Rundriet

hinausragt. Dadurch wird die Anbringung der Wechseleinrichtung an der Führungseinrichtung erleichtert. Vorteilhafterweise ist die Führungseinrichtung in der Wartestellung für den Bediener besonders gut zugänglich, so dass das Hantieren mit der

Wechseleinrichtung und deren Austausch wesentlich vereinfacht wird. Ausgehend von der Wartestellung kann die

Wechseleinrichtung entlang der ersten Linearführung, d.h. in einer ersten linearen bzw. geradlinigen Bewegung, nach innen zur Hauptachse hin bewegt werden, bis die Wechseleinrichtung in die Zwischenstellung gelangt. Danach wird die Wechseleinrichtung entlang der zweiten Linearführung, d.h. in einer zweiten

linearen bzw. geradlinigen Bewegung, von der Zwischenstellung in die Wechselstellung abgesenkt, um die Aufnahme einer

verbrauchten Schussspule von der Spulenhalterung in die

Wechseleinrichtung oder die Abgabe einer vollen Schussspule von der Wechseleinrichtung in die Spulenhalterung zu ermöglichen. Diese Ausführung ermöglicht eine besonders einfache Handhabung der Wechseleinrichtung durch den Bediener der Rundwebmaschine. Weiters wird eine einfache Bauweise erzielt, welche sich durch geringen Wartungsaufwand auszeichnet.

Um zunächst eine Annäherung der Wechseleinrichtung an die

Hauptachse und danach eine Absenkung der Wechseleinrichtung zur Spulenhalterung zu erzielen, ist es insbesondere günstig, wenn sich die zweite Linearführung im Wesentlichen senkrecht zur ersten Linearführung erstreckt.

Besonders bevorzugt ist eine Ausführung, bei welcher sich die erste Linearführung im Wesentlichen senkrecht zur Hauptachse und die zweite Linearführung im Wesentlichen in Richtung der Hauptachse erstreckt. Vorzugsweise verläuft die erste Linearführung im Wesentlichen in radialer Richtung, die zweite Linearführung im Wesentlichen in axialer Richtung, jeweils bezogen auf die Hauptachse der Rundwebmaschine.

Um die Wechseleinrichtung zuverlässig in der Zwischenstellung anzuordnen, bevor die Absenkung in die Wechselstellung

vorgenommen wird, ist es von Vorteil, wenn eine Rasteinrichtung zur Verrastung der Wechseleinrichtung in der Zwischenstellung vorgesehen ist. Die Rasteinrichtung kann beispielsweise eine Greifereinheit mit zwei gegeneinander verschwenkbaren

Greiferarmen aufweisen, welche mit einem entsprechenden

Gegenelement in Eingriff gebracht werden können. Die

Greifereinheit kann hierbei an der Wechseleinrichtung und das Gegenelement an der Führungseinrichtung angebracht sein. Es ist jedoch auch eine vertauschte Anordnung möglich, bei welcher die Greifereinheit an der Führungseinrichtung und das Gegenelement an der Wechseleinrichtung montiert ist.

Zur Unterstützung der Bewegung der Wechseleinrichtung entlang der ersten Linearführung und/oder entlang der zweiten

Linearführung kann die Führungseinrichtung mit einer ersten Antriebseinheit verbunden sein. In einer bevorzugten

Aus führungs form ist die erste Antriebseinheit dazu eingerichtet die Absenkung der Wechseleinrichtung von der Zwischenstellung i die Wechselstellung zu bewerkstelligen.

In einer bevorzugten Aus führungs form ist die erste

Antriebseinheit dazu eingerichtet, die Absenkung der

Wechseleinrichtung von der Zwischenstellung in die

Wechselstellung zu bewerkstelligen. Die erste Antriebseinheit kann beispielsweise einen Zahnstangenantrieb aufweisen. Die Bewegung der Wechseleinrichtung entlang der ersten Linearführung kann bei dieser Ausführung ohne Unterstützung durch einen

Antrieb, d.h. manuell, bewerkstelligt werden.

In einer bevorzugten Aus führungs form weist die

Führungseinrichtung ein bewegliches Führungselement mit einem ersten Schenkel und mit einem zweiten Schenkel auf, wobei das bewegliche Führungselement zwischen einer oberen Position und einer unteren Position entlang eines ersten ortsfesten Führungselements verschieblich ist, wobei der erste Schenkel des beweglichen Führungselements in der oberen Position in

Verlängerung eines zweiten ortsfesten Führungselements

angeordnet ist, wobei die Wechseleinrichtung in der oberen

Position des beweglichen Führungselements entlang des zweiten ortsfesten Führungselements und des ersten Schenkels des

beweglichen Führungselements in die Zwischenstellung und

gemeinsam mit dem beweglichen Führungselement von der

Zwischenstellung entlang des ersten ortsfesten Führungselements in die Wechselstellung verschieblich ist.

Um die Übergabe der Wechseleinrichtung von der ersten

Linearführung in die zweite Linearführung zu erleichtern, ist es günstig, wenn der erste Schenkel und der zweite Schenkel des beweglichen Führungselements im Wesentlichen senkrecht

zueinander angeordnet sind. Bei dieser Ausführung ist die erste Linearführung durch das zweite ortsfeste Führungselement und den ersten Schenkel des beweglichen Führungselements gebildet. Die zweite Linearführung ergibt sich aus der Linearverschiebung des beweglichen Führungselementes entlang des ersten ortsfesten Führungselementes .

Für die Zwecke dieser Offenbarung bedeutet „ortsfest", dass das erste und zweite ortsfeste Führungselement bei der Überführung der Wechseleinrichtung von der Wartestellung in die

Wechselstellung unbeweglich angeordnet sind.

Um die Handhabung der Wechseleinrichtung zu erleichtern, weist die Wechseleinrichtung bevorzugt ein Lagerelement zur lösbaren Verbindung mit der Führungseinrichtung, insbesondere mit dem zweiten ortsfesten Führungselement, auf. Das Lagerelement ist insbesondere zum Einhängen in die Führungseinrichtung,

insbesondere in das zweite ortsfeste Führungselement,

ausgebildet .

Um die Überführung des Greifers von der Greifervorratsposition in die Greiferwechselposition und umgekehrt zu unterstützen, ist das Förderelement der Wechseleinrichtung vorzugsweise mit einer zweiten Antriebseinheit verbunden oder verbindbar. Besonders bevorzugt ist eine Ausführung, bei welcher die zweite Antriebseinheit an der Führungseinrichtung montiert ist, wobei die zweite Antriebseinheit in der Wartestellung der

Wechseleinrichtung von dem Förderelement getrennt und in der Zwischenstellung mit dem Förderelement verbunden ist. Demnach kann bei der Überführung der Wechseleinrichtung von der

Wartestellung in die Zwischenstellung eine kraftübertragende Verbindung zwischen der zweiten Antriebseinheit und dem

Förderelement hergestellt werden, so dass die Umlaufbewegung des Förderelements in der Zwischenstellung der Wechseleinrichtung mit Unterstützung der zweiten Antriebseinheit erfolgen kann. Vorteilhafterweise kann so das Gewicht der Wechseleinrichtung reduziert werden, so dass die Handhabung der Wechseleinrichtung vor deren Anbringung an der Führungseinrichtung wesentlich erleichtert wird. Weiters ist vorteilhaft, dass die

Wechseleinrichtung selbst frei von einer Stromzuführung gehalten werden kann.

Die Erfindung wird nachstehen anhand eines bevorzugten

Ausführungsbeispiels, auf das ie jedoch nicht beschränkt soll, weiter erläutert. In de Zeichnung zeigt:

Fig. la eine schaubildliche Ansicht einer erfindungsgemäßen Rundwebmaschine mit einer Wechseleinrichtung zum Auswechseln verbrauchter Schussspulen gegen volle Schussspulen, wobei die Wechseleinrichtung in einer äußeren Wartestellung oberhalb eines Rundriets dargestellt ist;

Fig. lb, lc jeweils eine Detailansicht der Rundwebmaschine gemäß Fig. la in der Wartestellung;

Fig. 2 eine schaubildliche Detailansicht der in Fig. la, lb, lc gezeigten Rundwebmaschine, wobei die Wechseleinrichtung entlang einer ersten Linearführung in radialer Richtung nach innen in eine Zwischenstellung verschoben wurde;

Fig. 3a eine schaubildliche Ansicht der Rundwebmaschine der Fig. la bis 1c, 2, wobei die Wechseleinrichtung in eine

Wechseistellung zum Ergreifen einer verbrauchten Schussspule abgesenkt wurde;

Fig. 3b eine weitere schaubildliche Ansicht der Rundwebmaschine, wobei die Wechseleinrichtung wie in Fig. 3a in der

Wechselstellung dargestellt ist;

Fig. 4 eine Ansicht der Wechseleinrichtung der erfindungsgemäßen Rundwebmaschine in der Wartestellung (vgl. Fig. la, lb, lc) , wobei acht volle Schussspulen in seitlichen Vorratspositionen und ein leerer Greifer für eine verbrauchte Schussspule in einer unteren Greiferwechselposition angeordnet wurde;

Fig. 5 eine Ansicht der Wechseleinrichtung gemäß Fig. 4 in der Zwischenstellung, wobei sich der leere Greifer oberhalb und in einem Abstand zu der verbrauchten Schussspule an der (in Fig. 5 nicht dargestellten) Spulenhalterung befindet;

Fig. 6 eine Ansicht der Wechseleinrichtung gemäß Fig. 5 in der Wechselstellung, wobei der Greifer an der Unterseite der

Wechseleinrichtung die verbrauchte Schussspule ergriffen hat;

Fig. 7a eine Ansicht der Wechseleinrichtung, welche ausgehend von der Stellung der Fig. 6 nach oben in die Zwischenstellung verschoben wurde, wobei die leere Schussspule noch in der

Greiferwechselposition angeordnet ist;

Fig. 7b eine Seitenansicht der Wechseleinrichtung

Stellung gemäß Fig. 7a;

Fig. 8 eine weitere Ansicht der Wechseleinrichtung, wobei ausgehend von der Stellung gemäß Fig. 7a, 7b eine volle

Schussspule in die Greiferwechselposition und die verbrauchte Schussspule in eine Greifervorratsposition gebracht wurde; und

Fig. 9 eine weitere Ansicht der Wechseleinrichtung der

erfindungsgemäßen Rundwebmaschine, aus welcher die Halterung der Schussspulen an den Greifern der Wechseleinrichtung ersichtlich ist .

In der Zeichnung ist eine Rundwebmaschine 1 gezeigt, deren grundlegender Aufbau im Stand der Technik seit langem bekannt ist (vgl. z.B. EP 0 786 026 Bl oder EP 2 829 645 AI) . Die

Rundwebmaschine 1 ist für die Verwendung von Bändchen, Fäden, Monofilamenten und Multifilamenten als Kettbändchen und

Schussbändchen vorgesehen.

Die Rundwebmaschine 1 weist ein Rundriet 2 auf, welches um eine in der gezeigten Betriebsstellung im Wesentlichen vertikal verlaufende Hauptachse 2e angeordnet ist. Üblicherweise verläuft die Hauptachse 2e entlang einer Maschinenwelle (nicht gezeigt) .

Die Rundwebmaschine 1 weist eine Kettbändchen-Zuführeinrichtung 3a mit einer Vielzahl von Kettbändchen-Führungselementen 3b auf, die als Längenausgleichskompensatoren ausgebildet sind, die jeweils einen Federstab und eine Öse am oberen Ende des

Federstabs zum Hindurchführen und Umlenken eines Kettbändchens 4 umfassen. Die Kettbändchen-Führungselemente 3b sind verteilt um das Rundriet 2 der Rundwebmaschine 1 herum angeordnet. Der besseren Übersicht halber ist nur eine Zuführeinrichtung 3a in schematischer Darstellung gezeigt. Das Rundriet 2 umfasst einen oberen Reifen 2a und einen unteren Reifen 2b, zwischen denen gleichmäßig verteilt eine Vielzahl von Rietstabsegmenten 2d mit Zwischenräumen zwischen benachbarten Rietstäben angeordnet sind. Die Kettbändchen 4 werden von nicht dargestellten

Kettbändchenspulen durch die Kettbändchen-Führungselemente 3 hindurch und weiter durch die Zwischenräume zwischen den

Rietstäben hindurch geführt.

Zwischen den Kettbändchen-Führungselementen 3b und dem Rundriet 2 sind um das Rundriet 2 herum verteilt

Fachbildungseinrichtungen 5 angeordnet. Die

Fachbildungseinrichtungen 5 umfassen eine Vielzahl erster Litzen 6 und eine Vielzahl zweiter Litzen 7, die an ihren Enden

miteinander verbunden sind und eine obere Rolle sowie eine untere Rolle 8a umschlingen. Jede der ersten Litzen 6 weist eine Öse auf, durch die ein Kettbändchen 4 hindurchgeführt ist. Diese durch die Ösen der ersten Litzen 6 hindurchgeführten

Kettbändchen 4 bilden eine erste Kettbändchenschar 10. Jede der zweiten Litzen weist eine Öse auf, durch die ein Kettbändchen 4 hindurchgeführt ist. Diese durch die Ösen der zweiten Litzen 7 hindurchgeführten Kettbändchen bilden eine zweite

Kettbändchenschar 11. Alternativ können Ösenbänder verwendet werden. In einer Ausführung bewegt ein von einem Exzenter angesteuerter Hebel das um die ortsfesten Rollen umlaufende Ösen- bzw. Litzenband nach oben bzw. unten (nicht gezeigt) .

Dadurch wird den beiden Kettbändchenscharen 10, 11 eine

zueinander entgegengesetzte Wechselbewegung nach oben bzw. unten verliehen, wodurch ein Webfach 9 (auch Wanderfach genannt) geöffnet und geschlossen wird. Das Webfach 9 bildet im

geöffneten Zustand einen von den beiden Kettbändchenscharen 10, 11 definierten Raum, in dem sich ein Webschützen 12, der eine Schussbändchenspule (nachstehend kurz Schussspule) 13 trägt, auf einer Kreisbahn entlang des Rundriets 2 bewegt und dabei ein nicht dargestelltes Schussbändchen von der von ihm getragenen Schussspule 13 abzieht und in das Webfach 9 einträgt. Das

Webfach 9 ist geschlossen, wenn sich die Litzen 6, 7 in einer Mittelstellung befinden, in der die Ösen der ersten Litzen 6 und der zweiten Litzen 7 auf gleicher Höhe sind, wodurch beide

Kettbändchenscharen 10, 11 in derselben Fläche liegen bzw.

gemeinsam diese Fläche aufspannen. In anderen Worten ist die Fläche des geschlossenen Webfachs 9 im Wesentlichen die

Winkelhalbierende zwischen der ersten Kettbändchenschar 10, die in Fig. la die obere Kettbändchenschar ist, und der zweiten Kettbändchenschar 11, die in Fig. la die untere

Kettbändchenschar ist. Es gilt somit, dass der Winkel zwischen erster Kettbändchenschar 10 und der Fläche gleich dem Winkel zwischen zweiter Kettbändchenschar 11 und der Fläche ist. Die Fläche ist gleichzeitig als ene Fläche definiert, die die geometrischen Verbindungslinien zwischen den Kettbändchen- Führungselementen 3b und dem Webring 14 enthält.

Die Größe des von den beiden Kettbändchenscharen 10, 11

definierten Raumes des Webfachs 9 ändert sich ständig mit der gegenläufigen Bewegung der beiden Kettbändchenscharen 10, 11, beginnend bei Null bei geschlossenem Webfach. Der Raum des

Webfachs 9 erreicht ein Maximum, wenn sich die beiden

Kettbändchenscharen 10, 11 an den entgegengesetzten

Umkehrpunkten ihrer gegenläufigen Wechselbewegung befinden, wie in Fig. la dargestellt. An diesen Umkehrpunkten beginnt der so genannte Fachwechsel durch Umkehr der den gegenläufigen Kettbändchenscharen 10, 11 verliehenen Bewegung. Durch den

Fachwechsel wird das zuletzt in das Webfach 9 eingetragene

Schussbändchen im Gewebe fixiert, und es kann vom nächsten

Schützen 12 das nächste Schussbändchen in das Webfach

eingetragen werden. Wie in Fig. la zu sehen, laufen eine gerade Anzahl von Webschützen 12, beispielsweise acht Webschützen 12, in gleichen Abständen voneinander im Rundriet 2 um (in Fig. la sind der besseren Übersicht halber nur zwei Schützen 12

gezeigt) . Das erzeugte schlauchförmige Gewebe wird nach innen zu einem zentral angeordneten Webring 14 geführt, an dem es zu (nicht dargestellten) Abzugsrollen hin umgelenkt wird.

Wie aus Fig. la schematisch ersichtlich, weist der Webschützen 12 eine Spulenhalterung 15 auf, welche die Längsachse 16 der Schussspule 13 im Wesentlichen parallel zu einer Tangente an eine Umlaufrichtung 17 des Webschützens 12 am Rundriet 2, d.h. im Wesentlichen in tangentialer Richtung bezogen auf die

Hauptachse 2e, hält.

Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weist die Rundwebmaschine 1 weiters eine Schussspulen-Wechseleinrichtung 18 zum Auswechseln von verbrauchten Schussspulen 13a (vgl. z.B. Fig. 3b) in den Spulenhalterungen 15 auf. Gemäß Fig. la ist die

Wechseleinrichtung 18 in einer Wartestellung dargestellt, in welcher die Wechseleinrichtung 18 von einem Bediener der

Rundwebmaschine 1 lösbar mit einer Führungseinrichtung 19 verbunden werden kann. In der Wartestellung befindet sich die Wechseleinrichtung 18 in radialer Richtung, bezogen auf die Hauptachse 2e, außerhalb des Rundriets 2. Zudem ist die

Wechseleinrichtung 18 in der Wartestellung in axialer Richtung, wiederum auf die Hauptachse 2e bezogen, oberhalb des Rundriets 2 angeordnet. Dadurch kann die Wechseleinrichtung 18 von außen her an der Führungseinrichtung 19 angebracht bzw. hiervon abgenommen werden. Die Führungseinrichtung 19 weist eine erste

Linearführung 20 zur Führung der Wechseleinrichtung 18 von der Wartestellung in derselben Höhenposition nach innen in eine Zwischenstellung und eine zweite Linearführung 21 zur Führung der Wechseleinrichtung 18 von der Zwischenstellung nach unten in die Wechselstellung auf. Die zweite Linearführung 21 erstreckt sich im Wesentlichen senkrecht zur ersten Linearführung 20. In der gezeigten Ausführung verläuft die erste Linearführung 20 im Wesentlichen senkrecht zur Hauptachse 2e in radialer Richtung, wohingegen sich die zweite Linearführung 20 im Wesentlichen in Richtung der Hauptachse 2e, d.h. in axialer Richtung, erstreckt. Somit kann die Wechseleinrichtung 18 von der Wartestellung entlang der ersten Linearführung 20 in radialer Richtung nach innen in die Zwischenstellung und danach von der

Zwischenstellung in axialer Richtung nach unten in die

Wechselstellung verlagert werden. Die Führungseinrichtung 19 weist in der gezeigten Ausführung zwei erste Linearführungen 20 und zwei zweite Linearführungen 21 auf, welche zur Führung gegenüberliegender Längsseiten der Wechseleinrichtung 18

ausgebildet sind. Die nachstehenden Ausführungen beziehen sich auf beide erste Linearführungen 20 und zweite Linearführungen 21 gleichermaßen .

Die Wechseleinrichtung 18 weist eine Mehrzahl von Greifern 22 zum Ergreifen bzw. Halten von Schussspulen 13 auf. In der gezeigten Ausführung weist die Wechseleinrichtung 18 neun

Greifer 22 auf, an welchen eine entsprechende Anzahl von

Schussspulen 13 befestigt werden kann. In dem dargestellten Zustand der Fig. la sind acht volle Schussspulen 13b an der Wechseleinrichtung 18 angeordnet, wobei ein Greifer 22 an der Unterseite der Wechseleinrichtung 18 leer, d.h. frei von einer Schussspule 13, ist.

Jeder Greifer 22 weist ein Paar von Greiferelementen 23 zur lösbaren Verbindung mit gegenüberliegenden Enden einer

Schussspule 13 auf. Die Greiferelemente 23 weisen jeweils zwei Greiferschenkel 24a auf, welche zusammen eine Ausnehmung 24b zur Aufnahme von Anschlusselementen 24c der Schussspulen 13

ausbilden (vgl. Fig. 9) .

In Fig. 9 ist der Aufbau der Schussspulen 13 und die Halterung der Schussspulen 13 an der Wechseleinrichtung 18 ersichtlich, wobei lediglich aus Gründen des besseren Verständnisses an einzelnen Greifern 22 die Einzelteile der Schussspulen 13 dargestellt sind. Demnach weisen die Schussspulen 13 in Richtung der Längsachse 16 gesehen zwei Enden auf, an denen die

Anschlusselemente 24c angeordnet sind. Die Anschlusselemente 24c springen von Seitenscheiben 13c der Schussspulen 13 nach außen vor. An den Anschlusselementen 24c sind umlaufende Vertiefungen 24d ausgebildet, welche als Angriffsstellen für die

Greiferschenkel 24a ausgebildet sind. Im verbundenen Zustand ist die Schussspule 13 über die Anschlusselemente 24c an den

Greiferelementen 23 der Greifer 22 befestigt.

Die Greiferschenkel 24a sind zwischen einer die

Anschlusselemente 24c an den längsseitigen Enden der Schussspule 13 festhaltenden Haltestellung und einer die Anschlusselemente 24c der Schussspule 13 freigebenden Freigabestellung

gegeneinander verschwenkbar.

Wie insbesondere aus Fig. 4 bis 9 ersichtlich, weist die

Wechseleinrichtung einen Rahmen 25 auf, an dem die Greifer 22 jeweils zwischen einer Greifervorratsposition und einer

Greiferwechselposition überführbar sind. In der Darstellung der Fig. 4 sind die Greifer 22 mit den acht vollen Schussspulen 13b jeweils in einer Greifervorratsposition angeordnet, wohingegen der Greifer 22 an der Unterseite in der Greiferwechselposition angeordnet ist.

Zum Überführen eines Greifers 22 von der Greifervorratsposition in die Greiferwechselposition weist die Wechseleinrichtung 18 ein Förderelement 26 auf, welches in der gezeigten Ausführung als Endlosband ausgebildet ist, das für einen vollen Umlauf an dem Rahmen 25 der Wechseleinrichtung 18 eingerichtet ist. Damit kann jeder Greifer 22 in eine der acht Greifervorratspositionen oder in die Greiferwechselposition gebracht werden. Die Greifer 22 sind in Förder- bzw. Umlaufrichtung gesehen in Abständen an dem Förderelement 26 angeordnet. In den Greifervorratspositionen sind die Schussspulen 13 horizontal liegend übereinander an beiden Längsseiten des Rahmens 25 der Wechseleinrichtung 18 angeordnet. In der gezeigten Ausführung sind je vier

Greifervorratspositionen an jeder Längsseite des Rahmens 25 und genau eine Greiferwechselposition an der Unterseite des Rahmens 25 ausgebildet.

Aus den Fig. 4 bis 9 ist weiters die Führungseinrichtung 19 zur Führung der Wechseleinrichtung 18 zwischen der Wartestellung und der Wechselstellung in größerem Maßstab ersichtlich.

Demzufolge weist die Führungseinrichtung 19 ein bewegliches Führungselement 27 bestehend aus einem ersten Schenkel 27a und einem zweiten Schenkel 27b auf, wobei der erste Schenkel 27a und der zweite Schenkel 27b im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind. Das bewegliche Führungselement 27 ist zwischen einer oberen Position und einer unteren Position entlang eines ersten ortsfesten Führungselements 28 verschieblich. Der erste Schenkel 27a des beweglichen Führungselements 27 verlängert in der oberen Position ein zweites ortsfestes Führungselement 29. Die Wechseleinrichtung 18 ist in der oberen Position des

beweglichen Führungselements 27 von der Wartestellung (vgl. Fig. 4) entlang des zweiten ortsfesten Führungselements 29 und des ersten Schenkels 27a des beweglichen Führungselements 27 in die Zwischenstellung (vgl. Fig. 5) verschieblich, bevor die

Wechseleinrichtung 18 zusammen mit dem beweglichen

Führungselement 27 von der Zwischenstellung entlang des ersten ortsfesten Führungselements 28 in die Wechselstellung (vgl. Fig. 6) verschieblich ist.

Die Führungseinrichtung 18 ist mit einer ersten Antriebseinheit 30 verbunden, mit welcher die Überführung der Wechseleinrichtung 18 entlang der zweiten Linearführung 21 angetrieben wird. In der gezeigten Ausführung weist die erste Antriebseinheit 30 einen Elektromotor 31 auf, welcher über eine Abtriebswelle 32 und ein Zahnrad 33 mit dem als Zahnstange ausgebildeten zweiten Schenkel 27b des beweglichen Führungselements 27 verbunden ist (vgl Fig. 4) . Das Zahnrad 33 ist kämmend mit der Zahnstange des zweiten Schenkels 27b des beweglichen Führungselements 27 angeordnet, um die Drehbewegung der Abtriebswelle 32 in die lineare Bewegung des beweglichen Führungselementes 27 entlang des ersten

ortsfesten Führungselementes 28 zu bewerkstelligen.

Die Wechseleinrichtung 18 weist ein Lagerelement 34 zur lösbaren Verbindung mit dem zweiten ortsfesten Führungselement 29 der Führungseinrichtung 19 auf. Als Lagerelement 34 ist in der gezeigten Ausführung eine Laufrolle vorgesehen, welche entlang des zweiten ortsfesten Führungselements 29 und des ersten

Schenkels 27a des beweglichen Führungselements 27 läuft. Zu diesem Zweck sind das zweite ortsfeste Führungselement 29 und der erste Schenkel 27a des beweglichen Führungselements 27 jeweils als Führungsschiene ausgebildet. Die ortsfesten

Führungselemente 28, 29 sind an einem Rahmengestell 35

befestigt .

Weiters ist in der Zeichnung eine Rasteinrichtung 36 zu sehen, mit welcher die Wechseleinrichtung 19 bei Erreichen der

Zwischenstellung verrastbar ist. Die Rasteinrichtung 36 weist eine Greifereinheit 37 mit zwei gegeneinander verschwenkbaren Greiferarmen 38 auf, welche mit einem entsprechenden

Gegenelement 39 in Eingriff gebracht werden können. Die

Greifereinheit 37 ist hierbei an der Wechseleinrichtung 18 und das Gegenelement 39 an der Führungseinrichtung 19 angebracht.

In der gezeigten Ausführung ist zudem eine zweite

Antriebseinheit 40 vorgesehen, mit welcher die Umlaufbewegung des Förderelementes 26 am Rahmen 25 der Wechseleinrichtung 18 angetrieben wird. Die zweite Antriebseinheit 40 ist hierbei an dem beweglichen Führungselement 27 der Führungseinrichtung 19 montiert, wobei die zweite Antriebseinheit 40 in der

Wartestellung der Wechseleinrichtung 18 von dem Förderelement 26 getrennt und in der Zwischenstellung mit dem Förderelement 26 verbunden ist. Zu diesem Zweck weist die zweite Antriebseinheit 40 einen Antrieb, insbesondere einen Elektroantrieb 41, auf, dessen Abtriebswelle über ein in der gezeigten Ausführung konisches Verbindungselement 42 mit einer Antriebswelle des Förderelements 26 koppelbar ist. Das Verbindungselement 42 kann in der Zwischenstellung ausgefahren werden, um eine

drehmomentübertragende Verbindung mit dem Förderelement 26 herzustellen .

In der Zeichnung sind lediglich die für das Verständnis der Erfindung notwendigen Bauteile der Rundwebmaschine 1

dargestellt, wobei zahlreiche im Stand der Technik bekannte Bauteile der besseren Übersicht halber weggelassen bzw. nur schematisch angedeutet wurden. Beispielsweise ist in der

Zeichnung ein Sauger 43 ersichtlich, mit welchem die

Schussbändchen von den Schussspulen 13 angesaugt werden können.