RICHTER, Uwe (Lönsstrasse 20, Alsfeld-Eudorf, 36304, DE)
ULRICH, Dirk (Am Holzberg 16, Alsfeld-Eudorf, 36304, DE)
KÖCHER, Johannes (Maximilian-Kolbe-Weg 16, Künzell, 36093, DE)
RICHTER, Uwe (Lönsstrasse 20, Alsfeld-Eudorf, 36304, DE)
ULRICH, Dirk (Am Holzberg 16, Alsfeld-Eudorf, 36304, DE)
| Ansprüche 1. Spannvorrichtung an einem Vibrator, mit dem ein Rohr (11 , 12), insbesondere ein dünnwandiges Rohr mit einem kleinen Durchmesser- /Längenverhältnis, ins Erdreich eingerammt wird, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Spannvorrichtung als Rohrspannzange mit mindestens zwei radial nach außen über ein oder mehrere Spreizelemente (14, 15) bewegbaren Teilbereichen ausgebildet ist, wobei die Rohrspannzangenlänge im Wesentlichen der Länge des einzurammenden Rohres oder Rohrteiles entspricht. 2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die über Spreizelemente bewegbaren Teilbereiche mittels Reibschluss mit der Innenwand des zu rammenden oder zu ziehenden Rohres (11 , 12) spannbar sind. 3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizelemente aus einer hydraulischen Kolbenzylinderanordnung (14, 15) besteht, die vorzugsweise quer zur Rohrspannzangenlängsachse (13) angeordnet ist. 4. Spannvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass über die Rohrspannzangenlängsachse (13) mehrere nebeneinander angeordnete Kolbenzylinderanordnungen vorgesehen sind. 5. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrspannzange zwei oder mehr in Längsrichtung geteilte Rohrabschnitte aufweist, die radial bewegbar sind. 6. Spannvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrabschnitte einen runden teilzylinderschalenförmigen Außenmantel aufweisen, dessen Radius vorzugsweise ein gleich großes oder ein geringfügig kleineres Maß als der Innenradius des zu rammenden oder zu ziehenden Rohres aufweist. 7. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizvorrichtung ein von einem hydraulischen Zylinder angetriebenes Koppelgetriebe oder eine Anordnung aufeinander gleitender Leisten (111 , 111') mit hintereinander angeordneten Keilflächen (112, 112') besitzt. 8. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das freie Rohrspannzangenende eine verschleißgeschützte konische Spitze (17) aufweist, die vorzugsweise gepanzert oder mit Hartmetallstiften bewehrt ist. 9. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abdichtung des Ringspaltes zwischen dem einzubringenden Rohr und der Spann Vorrichtung an dem vorderen Ende eine elastische aufweitbare Dichtung angeordnet oder eine ringförmige Dichtung aufgeschoben ist, deren Innendurchmesser vorzugsweise geringfügig kleiner als der Durchmesser des vorderen Mantels der Spannvorrichtung, insbesondere der Spitze (17) ist und deren Außendurchmesser geringfügig größer als der Innendurchmesser des einzubringenden Rohres ist. 10. Spannvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Dichtung auf einer zylindrischen Mantelfläche oder teilweise mit ihrem Querschnitt in einer Nut des Außenmantels der Spannvorrichtung liegt. 11. Spannvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufweitung der elastischen Dichtung hydraulisch erfolgt, vorzugsweise mit derselben Hydraulikeinrichtung, mit der auch die Spannvorrichtung betätigbar ist. 12. Verfahren zum Spannen eines Rohres auf einer Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , bei dem die Rohrspannzange über die gesamte Länge des Rohres in das Rohr eingeführt und anschließend die Spreizelemente der Rohrspannzange zur radialen Aufspreizung der Teilbereiche der Rohrspannzange bis zur reib- oder formschlüssigen Anlage an der Innenwand des zu spannenden Rohres betätigt werden, so dass das Rohr zumindest im Wesentlichen über seine gesamte Länge oder über die im Erdreich zu versenkende Länge mit der Rohrspannzange beaufschlagt wird. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrspannzange bis zum untersten Abschnitt in das Rohr eingeführt wird, so dass die Spitze (17) über das Rohrende hinausragt, bevor die Spreizelemente betätigt werden. |
Die Erfindung betrifft eine Spannvorrichtung an einem Vibrator, mit dem ein Rohr, insbesondere ein dünnwandiges Rohr mit einem kleinen Durchmesser-/Längen- verhältnis ins Erdreich eingerammt wird sowie ein Verfahren zum Spannen eines Rohres auf dieser Spannvorrichtung, ohne dass es zu Deformationen oder Einknickungen des Rohres kommt.
Zum Einbringen von Stahlträgern, Spundbohlen oder auch Stahlrohren wird vorzugsweise ein Vibrationsverfahren verwendet, bei dem von einem Vibrator vertikale Schwingungen erzeugt und über eine Spannvorrichtung auf das einzubringende Rammgut, das beispielsweise eine Bohle sein kann, übertragen wird. Die erzeugten Schwingungen regen den Boden an, einen quasi flüssigen Zustand einzunehmen, wodurch die Mantelreibung und der Spitzenwiderstand des einzubringenden Gutes drastisch reduziert werden. Durch das Eigengewicht der gesamten Einheit, bestehend aus der Spundbohle, der Spannzange und dem Vibrator, wird das Rammgut schnell und effizient in den Boden eingebracht.
Die nach dem Stand der Technik bekannten Spannelemente zur Verbindung des Vibrators mit dem Rammgut sind zangenförmig ausgebildet, wobei die sog. Beißbacken der Zangen der Kontur des einzubringenden Rammgutes angepasst sind. Die Beißbacken können somit für das Einbringen von Spundbohlen mit einer zumindest teilweise geraden Stirnseite eben oder zur Einbringung von Rohren teilzylinderförmig ausgebildet sein.
Zum Einbringen von Rohren werden im Regelfall mindestens zwei Zangen unter dem Vibrator möglichst achsensymmetrisch montiert. Die Beißbacken der Zangen weisen eine radiusförmige Kontur auf, die gleichgroß dem Radius des einzubringenden Rohres ist. Bei Rohren mit kleinerem Durchmesser tritt das Problem auf, dass die Zangenkörper von ihren Abmessungen zu groß sind, um gemeinsam ein Rohr klemmen zu können. Bei Rohren mit kleinem Durchmesser werden solche Rohrspannzangen eingesetzt, die ähnlich einer Rohrschelle um das einzubringende Rohr gelegt und über einen Spannzylinder auf dem Rohraußenmantel fixiert werden. Die rohrschellenartigen Spannvorrichtungen besitzen einen Innenmantel, dessen Radius gleichgroß dem Radius des Außenmantels des einzuspannenden Rohres ist.
Bei dickwandigen Rohren sowie bei Beton- oder Holzpfählen können Zangen verwendet werden, deren Spannbacken jeweils an diametral gegenüberliegenden Seiten des Rohres oder Pfahles am Außenmantel die erforderliche Spannkraft aufbringen. Der Nachteil solcher Spannzangen besteht darin, dass bei dünnwandigen Rohren die aufzuwendenden Spannkräfte relativ groß sind, so dass beim Spannen eine plastische Verformung des Rohres droht.
In der EP 0940506 A1 wird eine Spannzange vorgestellt, die in ein Rohr eingeführt wird und über Spreizelemente, die gegen die Rohrinnenwand gedrückt werden, das Rohr mit der Spannvorrichtung verspannt. Auch hier ist der Nachteil gegeben, dass die Spannkräfte, die im oberen Bereich des Rohres angreifen, dieses in diesem Bereich deformieren.
Für alle diese Spannvorrichtungen gilt, da sie im oberen Bereich des Rohres angreifen, dass bei dünnwandigen Rohren mit einem kleinen Durchmesser- /Längenverhältnis beim Vorgang des Einvibrierens aufgrund der statischen Auflastkraft oder einer evtl. über einen Mäkler zusätzlich aufgebrachten Vorschubkraft, die Gefahr des Ausknickens des Rohres droht. Diese Gefahr steigt, je dünnwandiger die Rohre sind. Unter dünnwandigen Rohren werden im Allgemeinen solche Rohre verstanden, die eine Wanddicke von 1 mm bis 3 mm haben. Die Länge handelsüblicher Rohre liegt z. B. bei 4 m und deren Durchmesser bei 160 mm, so dass sich für diesen Rohrtyp ein Durchmesser-/Längenverhältnis von 0,04 ergibt. Unter einem kleinen Durchmesser-/Längenverhältnis im Sinne der vorliegenden Anmeldung werden im Regelfall Werte zwischen 0,02 und 0,06 verstanden. Allerdings ist die Knickfestigkeit eines Rohres beim Einrammen auch von der Bodenbeschaffenheit abhängig, wobei bei festeren oder mit kleinem Gestein durchsetzten Böden eine größere Gefahr einer Ausknickung besteht.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Spannvorrichtung der eingangs genannten Art weiterzuentwickeln, die ein sicheres, knickfreies Einbringen eines Rohres in das Erdreich ermöglicht. Diese Spannvorrichtung soll insbesondere für Rohre mit geringem Durchmesser, kleinem Durchmesser-/Längenverhältnis sowie für dünnwandige Rohre geeignet sein. Das einzubringende Rohr soll an der Spannzange sicher fixiert werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Spannvorrichtung nach Anspruch 1 vorgeschlagen, die erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, dass die Spannvorrichtung als Rohrspannzange mit mindestens zwei radial nach außen über ein Spreizelement oder mehrere Spreizelemente bewegbaren Teilbereichen ausgebildet ist, wobei die Rohrspannzangenlänge im wesentlichen der Länge des einzurammenden Rohres oder des Rohrteils, das in den Boden eingerammt werden soll, entspricht. Anders als nach dem Stand der Technik üblich, wird die Spannzange tief in das an der Spannzange und damit an dem Vibrator zu fixierende Rohr eingeführt, wonach durch die radiale Auswärtsbewegung der Spreizelemente ein Reib- oder Formschluss mit der Rohrinnenwand erzeugt wird. Prinzipiell ist die Spannvorrichtung auch für das Herausziehen von Rohren aus dem Erdreich geeignet, was jedoch im Regelfall geringere Probleme bereitet als das Einrammen, bei dem in Abhängigkeit von der Knickfestigkeit des Rohres und der Bodenbeschaffenheit die Gefahr eines Aus- knickens des Rohres erheblich größer ist. Durch die weitgehend gleichmäßige Druckaufbringung auf den Rohrinnenmantel wird das Rohr signifikant vor einer Beschädigung geschützt.
Die radial bewegbaren Teilbereiche können durch ein radiales Ausfahren von Teilbereichen der Rohrspannzange realisiert werden. Vorzugsweise sind die über Spreizelemente bewegbaren Teilbereiche mittels Reibschluss mit der Innenwand des zu rammenden oder ziehenden Rohres spannbar. Durch das tiefe Einführen der Spannzange kann eine ausreichende Spannkraft ohne Deformation des Rohres insbeson- dere dadurch erreicht werden, dass konstruktiv eine möglichst große Reibschlussfläche mit dem Spanndruck der Spreizelemente beaufschlagt wird. In einer Ausführungsvariante der Erfindung besteht die Rohrspannzange aus einem Zylinderkörper, aus dem radial nach außen mehrere entlang seiner Längsachse ausfahrbare Hydraulikkolben mit schalenförmig ausgebildeten Stirnflächen vorgesehen sind. Alternativ hierzu ist es auch möglich, eine Hydraulikzylinder-Kolbenanordnung in längsaxialer Richtung der Rohrspannzange anzuordnen, die auf Keile einer Keilflächenpaarung einwirkt, welche eine radial nach außen gerichtete Verschiebung von Wandteilen der Rohrzange erlauben. In einem konkreten Ausführungsbeispiel kann die Rohrspannzange zwei Halbschalen besitzen, die über eine hydraulische Vorrichtung auseinanderbewegbar sind. Vorzugsweise haben die Halbschalen einen Außenradius, der gleich groß wie der Innenradius des zu spannenden Rohres ist.
Nach einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung bestehen die Spreizelemente aus einer hydraulischen Kolben-Zylinder-Anordnung, die insbesondere quer zur Rohrspannzangenlängsachse angeordnet ist. Häufig werden die eingangs genannten Vibratoren auf einem Mäkler eines Baufahrzeugs befestigt, das über entsprechende Hydraulikleitungen und -anschlüsse verfügt, die zum Betrieb der Rohrspannzange verwendbar sind. Zur Bestätigung kann jedoch auch ein separates Hydraulikaggregat verwendet werden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind über die Rohrspannzangenläήgsachse mehrere nebeneinander angeordnete Kolben-Zylinderanordnungen vorgesehen. Die vorzugsweise quer angeordneten Kolben werden nach Einführen der Rohrspannzange in das Rohr jeweils radial ausgefahren, wobei -je nach Konstruktion - so viele Kolben-Zylinderanordnungen vorhanden sein können, dass der Innenmantel des Rohres über seine gesamte Innenlänge spannbar ist. Durch eine solche Ausbildung werden insbesondere dünnwandige Rohre über ihre gesamte Höhe gleichmäßig mit einem Spanndruck beaufschlagt, was eine Formstabilisierung des einzubringenden Rohres begünstigt bzw. unerwünschten Deformationen entgegenwirkt. Weiterhin vorzugsweise besitzt die erfindungsgemäße Rohrspannzange zwei oder mehr in Längsrichtung geteilte Rohrabschnitte, die radial bewegbar sind. Sind nach einer weiteren Ausgestaltung die Rohrabschnitte als runde Teilzylinderschalen mit einem Außenmantelradius ausgebildet, der ein gleichgroßes bzw. ein geringfügiges kleineres Maß als der Innenradius des zu rammenden oder zu ziehenden Rohres aufweist, kann eine ideale vollflächige Anlage der radial bewegbaren Rohrabschnitte an die Innenwand des einzurammenden oder zu ziehenden Rohres geschaffen werden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung besitzt die Spreizvorrichtung ein von einem hydraulischen Zylinder angetriebenes Koppelgetriebe oder eine Anordnung aufeinander gleitender Leisten mit hintereinander angeordneten Keilflächen. Solche Ausbildungen ermöglichen eine exakte Führung der Spreizvorrichtung, die robust und verschleißunanfällig ist.
Bei dünnen Rohren, die ins Erdreich eingerammt werden sollen, besteht die Gefahr, dass aufgrund des geringen Widerstandsmomentes des Rohres aufgrund des beim Einrammen auftretenden Spitzendruckes und bei Hindernissen wie Steinen eine Verformung der Rohrstirnseite auftreten kann, unter Umständen ist dann aufgrund dieser Verformung die Solltiefe, bis zu der das Rohr eingerammt werden soll, nicht erreichbar. Auch kann die Deformation des Rohres bewirken, dass keine hinreichende statische Tragfunktion mehr gegeben ist. Um diesen Nachteilen abzuhelfen, wird nach einer Weiterbildung der Erfindung das freie Rohrspannzangenende mit einer verschleißgeschützten konischen Spitze versehen.
Diese Spitze hat im Anwendungsfall den Zweck, die Rohrspannzange im eingespannten Zustand zu schützen. Hierzu wird die Spannzange mit Spitze soweit in das Rohr eingeführt, dass die Spitze über das Rohrende hinausragt. Vorsorglich ist der verbleibende Randbereich zwischen dem größten Durchmesser der Spitze und der Rohrinnenwand noch mit einer flexiblen oder elastischen Masse abzudichten. Durch diese Maßnahme wird vermieden, dass beim Rohrvortrieb Erdreich in den Rohrinnenraum gelangt und dort möglicherweise die Rohrspannzange beschädigt oder übermäßigen Verschleiß verursacht. Zweckmäßigerweise ist die Spitze mit einem vorderen Verschleißschutz versehen, beispielsweise mit einer Panzerung oder Hartmetallstiften.
Eine Möglichkeit den Ringspalt zwischen einzubringendem Rohr und Pfahlspannzange abzudichten besteht darin, dass die Spitze in ihrer Geometrie so ausgebildet ist, dass sie eine zylindrische Mantelfläche aufweist, auf die ein elastischer Dichtring aufgeschoben werden kann, z. B. ein O-Ring. Bei der Aufnahme des Rohres durch die Spannzange wird die Spitze so weit über das Rohrende hinausgeschoben, dass der Bereich der zylindrischen Mantelfläche axial auf der Höhe des Rohrendes liegt. Anschließend wird der O-Ring von unten auf die zylindrische Mantelfläche der Spitze geschoben. Der Innendurchmesser des O-Ringes oder des elastischen Dichtringes ist geringfügig kleiner als der Durchmesser der Mantelfläche der Spitze, so dass beim Aufschieben der Dichtring auf der Mantelfläche geklemmt bleibt und nicht herunter rutschen kann. Der Außendurchmesser des O-Ringes oder des elastischen Dichtringes ist leicht größer als der Innendurchmesser des Rohres unter Beachtung der Toleranzen. Durch diese Anordnung wird beim Einfahren des Rohres in das Erdreich der Dichtring in den Ringspalt zwischen Spannzange und Rohr eingepresst, so dass kein Erdreich eindringen kann.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung sieht vor, dass die Rohrspannzange in ihrem unteren Bereich vor der Spitze einen zylindrischen Abschnitt aufweist, dessen Durchmesser geringfügig kleiner ist als der Innendurchmesser des zu spannenden Rohres. In einer ringförmigen nutartigen Vertiefung in diesem Bereich befindet sich ein dehnbares elastisches Material. Über eine Zuleitung in der Spannzange wird über ein gasförmiges oder flüssiges Medium radialer Druck auf das elastische Medium in der Nut aufgebracht, dass das elastische Material soweit dehnt, dass es gegen die Innenseite der Rohrwandung gepresst wird und so den Ringspalt zwischen Rohr und Spannzange gegen eindringendes Erdreich abdichtet.
Bevorzugt kann die Abdichtung hydraulisch erfolgen, so dass die Spannfunktion und die Abdichtfunktion gleichzeitig über eine Zuleitung erfolgen. Zum Spannen eines Rohres auf einer Spannvorrichtung wird nach einer weiteren Ausgestaltung das Verfahren nach Anspruch 12 verwendet, wonach die Rohrspannzange in das Rohr eingeführt und anschließend die Spreizelemente der Rohrspannzange zur radialen Aufspreizung der Teilbereiche der Rohrspannzange bis zur reib- oder formschlüssigen Anlage an der Innenwand des zu spannenden Rohres betätigt werden, so dass das Rohr zumindest im Wesentlichen über seine gesamte Länge oder über die im Erdreich zu versenkende Länge mit der Rohrspannzange beaufschlagt wird.
Wie bereits vorstehend angesprochen, kann die mit einer Spitze versehene Rohrspannzange bis zum untersten Abschnitt in das Rohr eingeführt werden, so dass die verschleißgeschützte Spitze über das Rohrende hinausragt, bevor die Spreizelemente betätigt werden. Die Spitze dient dann als Schutz für die Rohrspannzange.
Die Rohrspannzange dient somit als eine Art Spreizdorn, über den die Vibrationen des Vibrators auf das einzubringende Rohr übertragen werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt
Fig. 1a eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Spannvorrichtung,
Fig. 1b eine Querschnittsansicht derselben Spannvorrichtung,
Fig. 1c eine Seitenansicht einer Spannzange,
Fig. 1d,e eine teilgeschnittene Seitenansicht und eine Queransicht der Spannzange nach Fig. 1c
Fig. 1f eine alternative Ausführungsform einer Spannzange und Fig. 2 eine Ausführungsvariante der Spannvorrichtung gemäß Fig. 1 mit einer
Spitze,
Fig. 2a eine Teilquerschnittsansicht der Spannvorrichtung mit einer Spitze, die ohne Abdichtung des Ringraums in das Rohr eingefügt ist und
Fig. 2b dieselbe Teilquerschnittsansicht wie in Fig. 2a mit abgedichtetem Ringraum zwischen Spannvorrichtung und Rohr, sowie
Fig. 3 eine Teilquerschnittsansicht der Spannvorrichtung mit einer Spitze, auf die ein O-Ring aufgeschoben ist.
Die in den Figuren dargestellte Rohrspannzange besteht aus einem zylindrischen Grundkörper 10, dessen Durchmesser geringfügig kleiner ausgebildet ist als der Innendurchmesser des einzubringenden langen Rohres 11 oder kürzeren Rohres 12. Senkrecht zur Zylinderachse 13 ist mindestens ein Zylinder, vorzugsweise, wie auch dargestellt, sind mehrere Zylinder 14 in einer Ebene übereinander angebracht. In diesen Zylinder stecken Kolben, die hydraulisch betätigbar und quer zur Achsrichtung über den Durchmesser des Zylinders ausfahrbar sind, so dass sie einen beweglich angeordneten Teilbereich 15 bzw. mehrere Teilbereiche radial nach außen bewegen. Der Teilbereich 15 wird durch einen schalenförmig gekrümmten Mantel der Kolbenstirnfläche gebildet. Durch eine radial geführte Bewegung der Kolben kommt es zur Anlage der Teilbereiche 15 am Innenmantel des Rohres 11 oder 12, das hierdurch mit der Spannvorrichtung verspannt wird, wobei der Zylindermantelteil, der der Kolbenseite abgewandt ist, an der gegenüberliegenden Rohrinnenseite zur Anlage kommt.
Alternativ werden zwei in Längsrichtung geteilte Rohre der Spannvorrichtung im Inneren des zu spannenden Rohres 11 , 12 radial auseinandergedrückt, insbesondere über ein von einem hydraulischen Linearzylinder angetriebenen Koppelgetriebe oder einer Anordnung (s. Fig. 1e) aufeinander gleitender Leisten 111 , 111' mit hintereinander angeordneten Keilflächen 112, 112'. Hierbei wird die Leiste 111 ' in Pfeilrich- tung 113 geführt, so dass die Keilflächen 112, 112' aneinander gleiten. Bedingt durch die Keilform wird der Teilbereich 114 radial nach außen gedrückt. Alternativ können auch zwei Halbschalen von mehreren integrierten Hydraulikkolben auseinandergedrückt werden.
Durch die Radialbewegung der Teilbereiche entsteht eine relativ große Klemmfläche, so dass die Klemmkraft eine geringe Flächenpressung am Rohrinnenmantel hervorruft. Durch die Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Spannzangenzylinders mit einem geringfügig geringeren Außendurchmesser als dem Innendurchmesser des Rohres wird zudem eine plastische Deformation des Rohres 11 , 12 verhindert.
Ein wesentlicher Vorteil der beschriebenen Spannzange liegt darin, dass mit Hilfe einer Verlängerung 16, wie sie in den Zeichnungen dargestellt ist, Rohre von größerer Länge 11 als die Zylinderlänge der Spannzange 10 ausmacht, so geklemmt werden können, dass die Klemmung im unteren Bereich des Rohres erfolgt. Hierdurch wird erreicht, dass der untere Bereich des Rohres ausgesteift ist und der obere Bereich des Rohres dadurch gegen Knicken geschützt ist, dass er ziehend eingebracht wird.
In Fig. 2 ist zusätzlich eine Spitze 17 am unteren Ende der Spannvorrichtung dargestellt, mit der eine Deformation der Rohrwand durch spitze Widerstände und Hindernisse vermieden wird.
Zum Spannen der Spannvorrichtung an dem Rohr wird zunächst die Spannvorrichtung 11 , ggf. mit der Verlängerung 16 in das Rohr eingeführt und anschließend die Kolben-Zylinder-Anordnung betätigt.
Die Spitze 17 kann vorzugsweise mit Hartmetallstiften bestückt sein, was den Verschleiß verringert und Störungen in an sich vibrierfähigem Boden, wie sie durch Stein oder festere Schichten auftreten können, leichter überwinden hilft. Die Spannvorrichtung oder die Verlängerung 16 ist über eine Anschlussplatte 19 mit einem Vibrator verbunden, der senkrechte Schwingungen erzeugen kann, die über die Spannvorrichtung auf das einzutreibende oder herauszuziehende Rohr übertragen werden.
Wie in Fig. 2a und 2b oder Fig. 3 jeweils schematisch dargestellt ist, kann ein Eindringen von Erdreich in den Ringspalt zwischen der Spannvorrichtung und dem Rohrinnenmantel 11 bzw. 12 durch eine Dichtung 20 oder 22 vermieden werden. Bei der Ausführungsvariante nach Fig. 2a und 2b besitzt die Spitze 17 einen zylinderförmigen Übergangsbereich mit einer Ringnut 23, in der eine im Querschnitt U-förmige Dichtung, die von der Spitzeninnenseite her mit Druck beaufschlagbar ist, wie dies in den Fig. 2a und 2b durch Pfeile 21 angedeutet ist. Wird eine solche Dichtung beaufschlagt, bewegt sie sich von der eingefahrenen Position gemäß Fig. 2a, bei der sie im Wesentlichen bündig mit dem Außenmantel des Zylinders abschließt, in eine Lage, bei der sie sich dichtend an den Rohrinnenmantel 121 des Rohres 12 anlegt. Solche Dichtungen sind als Elastomer ausgefertigt und kehren in den in Fig. 2a angedeuteten Ausgangszustand zurück, sobald die Druckbeaufschlagung aufgehoben wird.
Eine technisch alternative Ausführungsform einer Dichtung mittels eines O-Ringes 22 zeigt Fig. 3. In diesem Fall wird auf die Spitze 17 ein O-Ring entlang des Kegels 171 aufgeschoben, wobei der O-Ring soweit aufgeweitet wird, bis er in der in Fig. 3 dargestellten Lage reibschlüssig anliegt, wobei er den Ringspalt zwischen dem Rohr 11 und dem Zylinderteil 172 der Spitze abdichtet. Das Aufschieben dieses Ringes erfolgt vorzugsweise, nachdem die Spannvorrichtung komplett in das Rohr 11 eingeführt worden ist. Der O-Ring ist hinsichtlich seiner Elastizität sowie seiner Härte und Dimensionierung den jeweiligen maximalen Durchmesser der Spitze anzupassen.
