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Title:
COMBINED ACCELERATING AND DECELERATING DEVICE HAVING SEPARABLE DEVICE PARTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/060760
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a combined accelerating and decelerating device, comprising at least one first control slot section (32) arranged parallel to the stroke directions of a piston rod (83) of a cylinder-piston unit (61) and at least one second control slot section (33) not parallel thereto, wherein a driving element (41) can be guided by means of the control slot sections. The driving element (41) and the piston rod (83) can be connected in a form-fit manner while the driving element is guided parallel to the stroke directions of the cylinder-piston unit. While the driving element is guided by means of at least one second control slot section (33), the driving element can be separated from the piston rod.

Inventors:
ZIMMER, Günther (Im Salmenkopf 7, Rheinau, 77866, DE)
ZIMMER, Martin (Mühlenstraße 6, Rheinau, 77866, DE)
Application Number:
DE2010/001337
Publication Date:
May 26, 2011
Filing Date:
November 17, 2010
Export Citation:
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Assignee:
ZIMMER, Günther (Im Salmenkopf 7, Rheinau, 77866, DE)
ZIMMER, Martin (Mühlenstraße 6, Rheinau, 77866, DE)
International Classes:
E05F5/00; E05F1/08
Attorney, Agent or Firm:
ZÜRN & THÄMER (Hermann-Köhl-Weg 8, Gaggenau, 76571, DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Kombinierte Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (10) mit mindestens einem parallel zu den Hubrichtungen (2) einer Kolbenstange (83) einer Zylinder-Kolben-Ein- heit (61) angeordneten ersten Steuerkulissenabschnitt (32) und mit mindestens einem hierzu nichtparallelen zweiten Steuerkulissenabschnitt (33) , wobei ein Mitnahmeelement (41) mittels der Steuerkulissenabschnitte (32, 33) führbar ist, dadurch gekennzeichnet ,

- dass das Mitnahmeelement (41) und die Kolbenstange (83) bei Führung des Mitnähmeelements (41) parallel zu den Hubrichtungen (2) formschlüssig verbindbar sind und - dass bei Führung des Mitnahmeelements (41) mittels

mindestens eines zweiten Steuerkulissenabschnitts (33) das Mitnahmeelement (41) von der Kolbenstange (83) trennbar ist.

2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnahmeelement (41) mittels eines Energiespeichers (111) belastet ist.

3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnahmeelement (41) mittels des Energiespeichers (111) von der Kolbenstange (83) trennbar ist.

4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (83) elastisch verformbar ist.

5. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Steuerkulissenabschnitte (32, 33) in zueinander pa- rallelen Ebenen liegen.

6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie in zumindest einer Verzögerungshubrichtung (3) hubab- hängige Feder- und Dämpfungskoeffizienten aufweist.

Description:
Kombinierte Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung mit trennbaren Vorrichtungsteilen

Beschreibung:

Die Erfindung betrifft eine kombinierte Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung mit mindestens einem parallel zu den Hubrichtungen einer Kolbenstange einer Zylinder-Kolben-Einheit angeordneten ersten Steuerkulissenabschnitt und mit mindestens einem hierzu nichtparallelen zweiten Steuerkulissenabschnitt, wobei ein Mitnahmeelement mittels der Steuerkulissenabschnitte führbar ist.

Aus der DE 10 2006 058 639 AI ist eine derartige Vorrichtung bekannt. Bei der Montage wird die Kolbenstange in das Mitnahmeelement dauerhaft eingerastet. Der maximale Schwenkwinkel des Mitnahmeelements - und damit der nutzbare Hebelarm des Mitnähmeelements - ist durch die Kolbenstangenbefestigung begrenzt .

Die DE 202 18 067 Ul schlägt vor, beim Einsatz eines Fluid- dämpfers die Kolbenstange und einen linear verfahrbaren

Schlitten jeweils mit einem Anschlag zu versehen, damit der Fluiddämpfer nur beim Einfahren wirksam ist. Das Wiederausfah- ren der Kolbenstange mit einer niedrigen Geschwindigkeit kann eine im Zylinder angeordnete Feder bewirken. Die Endgeschwindigkeit eines derartigen Systems ist von der Anfangsgeschwindigkeit der auftreffenden Masse abhängig, so dass in der Endlage ein Anschlagen erfolgen kann.

BESTÄTIGUNGSKOPIE Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, eine einfache Montage der Vorrichtung zu ermöglichen und Be- Schädigungen beim Betrieb zu verhindern.

Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Dazu sind das Mitnahmeelement und die Kolbenstange bei Führung des Mitnahmeelements parallel zu den Hubrichtungen formschlüssig verbindbar. Bei Führung des Mitnahmeelements mittels mindestens eines zweiten Steuerkulissenabschnitts ist das Mitnahmeelement von der Kolbenstange trennbar .

Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung schematisch dargestellter Ausführungsformen .

Figur 1 Kombinierte Beschleunigungs- und

Verzögerungsvorrichtung;

Figur 2 Vorrichtung in einer Parkposition;

Figur 3 Vorrichtung in einer Endposition;

Figur 4 Detail der Zylinder-Kolben-Einheit;

Figur 5 Mitnahmeelement ;

Figur 6 Kolbeneinheit ;

Figur 7 Schematische Darstellung der Vorrichtung

Die Figuren 1 bis 3 zeigen eine kombinierte Beschleunigungsund Verzögerungsvorrichtung (10) in einer isometrischen Ansicht sowie in Längsschnitten in einer Parkposition (11) und in einer Endposition (12) . Mit einer derartigen Vorrichtung (10) können beispielweise Schiebetüren oder Möbelstücke, z.B. Schubladen, verzögert in eine geöffnete und/oder geschlossene Endlage gefördert werden. Bei der Bewegung in Rich- tung dieser Endlage umgreift in einem an die Endlage angrenzenden Teilhub ein Mitnähmeelement (41) der Vorrichtung (10) einen relativ hierzu bewegten Mitnehmer. Das Mitnahmeelement (41) wird hierbei von der kraft- und/oder formschlüssig gesicherten Parkposition (11) in die Endposition (12) bewegt. Bei einer Bewegung aus der Endlage heraus wird das Mitnahmeelement (41) von der in der Figur 3 gezeigten Endposition (12) in die in der Figur 2 dargestellte Parkposition (11) gefördert . Die kombinierte Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (10) umfasst ein Trag- und Führungsteil (21), in dem eine Zylinder-Kolben-Einheit (61) und das Mitnahmeelement (41) gelagert sind. Das Trag- und Führungsteil (21) hat an seinen beiden Enden jeweils eine Durchgangsbohrung (22) . Beispiels- weise kann die Vorrichtung mittels Schrauben, die in diese

Bohrungen (22) eingesetzt werden, z.B. als Nachrüstteil in ein Schubladenführungssystem eingesetzt werden.

Das z.B. zu einer Mittenlängsebene symmetrische Trag- und Füh- rungsteil (21) umfasst einen Aufnahmebereich (23) sowie einen Führungsbereich (24) . Im Aufnahmebereich (23) ist die Zylinder-Kolben-Einheit (61) mittels zweier am Zylinderkopf- teil (64) eingreifenden Nasen (26) und mittels einer in den Zylinderboden (65) ragenden Tragnase (27) gehalten. Der Füh- rungsbereich (24) umfasst beispielsweise zwei einander gegenüber angeordnete Führungsbahnen (25) . Im Ausführungsbeispiel sind diese Führungsbahnen (25) Nuten, die jeweils einen parallel zu den Hubrichtungen (2) des Kolbens (82) und der Kolbenstange (83) der Zylinder-Kolben-Einheit (61) orientierten Abschnitt (28) und einen mit diesem einen stumpfen Winkel, z.B. 120 Grad, einschließenden Abschnitt (29) umfassen. Der zur Bewegungsrichtung (2) nichtparallele Abschnitt (29) kann gerade oder gebogen sein. Die Nutbreite beträgt im Ausfüh- rungsbeispiel drei Millimeter. Der in der Figur 3 waagerechte Abschnitt (28) hat an seiner Oberseite eine Ausbuchtung (31) . Diese Ausbuchtung (31) hat einen in Richtung des kurzen Abschnitts (29) zeigenden flachen Schenkel (36) , an den sich ein kreissegmentförmiger Abschnitt (37) anschließt. Der vom fla- chen Schenkel (36) mit dem waagerechten Abschnitt (28) eingeschlossene Winkel beträgt z.B. zwischen 15 und 30 Grad.

Das Trag- und Führungsteil (10) kann auch eine zentrale Führungsbahn (25) oder mehrere, z.B. in unterschiedlichen Ebenen angeordnete Führungsbahnen (25) aufweisen. Diese können auch eine Kante des Trag- und Führungsteils (10) umfassen. Jede dieser Führungsbahnen (25) hat mindestens einen parallel zur Bewegungsrichtung (2) orientierten Abschnitt (28) und/oder einen Abschnitt (29), der mit der Bewegungsrichtung (2) einen Winkel ungleich einem ganzzahligen Vielfachen von n einschließt .

Der waagerechte Abschnitt (28) umfasst beispielsweise einen Steuerkulissenabschnitt (32) . Analog hierzu umfasst der nicht zu den Hubrichtungen (2) parallele Abschnitt (29) einen Steuerkulissenabschnitt (33) . Die Normalen der beiden Steuerkulissenabschnitte (32, 33) können einen Schnittpunkt haben oder sich kreuzen. Bei sich kreuzenden Normalen liegen die beiden Steuerkulissenabschnitte (32, 33) in parallel zueinander lie- genden Ebenen.

Die Zylinder-Kolben-Einheit (61) umfasst einen Zylinder (62), in dem eine Kolbeneinheit (81) geführt ist. Der Zylinder (62), vgl. auch Figur 4, umfasst einen Zylindermantel (63) mit einem Kopfteil (64) und ein in den Zylindermantel (63) eingesetzten Zylinderboden (65) . Der Zylindermantel (63) und der Zylinderboden (65) sind beispielsweise als Spritzgussteile aus thermoplastischem Kunststoff, z.B. Po- lyoximethylen, hergestellt. Der Zylindermantel (63) ist hier auf seiner Außenseite zylindrisch und hat eine Einschnürung (66) . Seine Länge beträgt beispielsweise das Neunfache des Außendurchmessers. Die nichtzylindrische Zylinderinnenwan- dung (67) ist beispielsweise zur Entformung z.B. in Form eines Kegelstumpfmantels ausgebildet. Die kleinere Querschnittsfläche dieses Kegelstumpfmantels befindet sich am Kopfteil (64) des Zylinders (62), die größere Querschnittsfläche am Zylinderboden (65) . Die letztgenannte Querschnittsfläche beträgt z.B. 62 mm 2 . Die Steigung dieses Kegels beträgt beispielsweise 1:140. Die Innenwandung (67) ist gegebenenfalls poliert. Die minimale Wandstärke des Zylindermantels (63) beträgt z.B. 6% seines Außendurchmessers. In der Zylinderinnenwandung (67) ist hier eine Längsnut (68) angeordnet. Ihre Länge beträgt beispielsweise 70% der

Zylinderlänge und endet am Zylinderboden (65) . Ihre Breite beträgt z.B. 2% des größeren Durchmessers der Zylinderinnenwandung (67) . Die Tiefe der Nut (68) beträgt in diesem Ausfüh- rungsbeispiel ein Viertel ihrer Breite. Die Nut (68) ist zur Innenwandung (67) hin scharfkantig, der Nutauslauf hat beispielsweise eine Steigung von 45 Grad. Statt einer einzelnen Nut (68) können auch mehrere Nuten (68) an der Innenwandung (67) angeordnet sein. Auch können sich diese z.B. schrau- benlinienförmig an der Innenwandung (67) des Zylindermantels (63) entlangwinden.

Am Bodenende (71) des Zylindermantels (63) befindet sich in diesem Ausführungsbeispiel eine weitere Längsnut (72) in der Zylinderinnenwandung (67) . Diese Längsnut (72), sie ist z.B. um 180 Grad versetzt zur Nut (68), ist beispielsweise doppelt so breit wie die Nut (68) , ihre Länge beträgt z.B. 15% der Zylinderlänge. Die Tiefe dieser Nut (72) beträgt hier ein Achtel ihrer Breite. Auch diese Nut (72) ist zur Zylinderinnenwan- dung (67) hin scharfkantig und hat z.B. eine Auslaufschräge von 45 Grad.

Jede dieser Nuten (68, 72) vergrößert den Querschnitt des Zy- linderinnenraumes (69) .

Zum Einsetzen des Zylinderbodens (65) verfügt das Bodenende (71) z.B. über eine zweistufige rotationssymmetrische Einkerbung (73) . Bei der Montage des Zylinderbodens (65) wird die Luft aus dem Bereich der äußeren Einkerbung nach außen verdrängt, während die Luft aus der inneren Einkerbung in den Zylinderinnenraum (69) verdrängt wird. Es ist auch denkbar, im Zylinderboden (65) eine zentrale Bohrung anzuordnen, die nach dem Einsetzen des Zylinderbodens (65) mittels eines Ver- schlussstopfens verschlossen wird.

Im Kopfteil (64) sind in diesem Ausführungsbeispiel die Kolbenstangendurchführung (74) und eine den Zylinderinenn- raum (69) gegen die Umgebung (1) abdichtende Kolbenstangen- dichtung (75) angeordnet. Die Kolbenstangendichtung (75) kann an den Kopfteil (64) angeformt sein.

In den Darstellungen der Figuren 2 und 3 hat der Zylinder (62) seiner Unterseite eine Federaufnahme (76) . Diese trägt zusam- men mit einer zweiten, am Mitnähmeelement (41) angeordneten Federaufnahme (46) einen Energiespeicher (111), z.B. eine Feder (111) . Im Ausführungsbeispiel ist dies eine Zugefe- der (111) . Die Kolbeneinheit (81) umfasst einen z.B. zweiteiligen Kolben (82) und eine Kolbenstange (83) . Der Kolben (82) trägt zwei Kolbendichtelemente (91, 92) . Diese grenzen zumindest in einem Teilhub der Einschubbewegung des Kolbens (82) einen Ver- drängungsraum (15) von einem Ausgleichsraum (16) ab.

Der Kolben (82) hat einen an die Kolbenstange (83) angeformten Aufnahmebereich (101) mit einem Anschlagschild (102) und einen Tragteil (103) . Letzteres sitzt auf dem Aufnahmebereich (101) auf und ist mit diesem z.B. verklebt. Das Tragteil (103) hat einen Führungsabschnitt (104) und ein Frontschild (105) . Das Frontschild (105) und der Führungsabschnitt (104) weisen beispielsweise zwei Längskanäle auf, so dass der Innenraum (97) des zweiten Kolbendichtelements (92) immer mit dem Verdrän- gungsraum (15) verbunden ist.

Beide Kolbendichtelemente (91, 92) sind im Ausführungsbeispiel in Richtung des Zylinderbodens (65) orientiert. Der in Richtung des Verdrängungsraums (15) orientierte Wellendicht- ring (91) liegt mit seiner außenliegenden Dichtlippe (93) zumindest in der in der Figur 2 dargestellten Parkposition (11) an der Zylinderinnenwandung (67) an. In der in der Figur 3 dargestellten Endposition (12) ist die Dichtlippe (93) von der Zylinderinnenwandung (67) gelöst. Der Innenring (94) sitzt mit Spiel auf einer Kolbentaille (88) . Mit einem Ringsteg (95) legt sich der ellendichtring (91) bei Druckbeaufschlagung an das zweite Kolbendichtelement (92) an.

Das zweite Kolbendichtelement (92) ist eine Bremsman- schette (92) . Sie ist zwischen dem Anschlagschild (102) und dem Tragteil (103) eingespannt. Mit einem Bund (96) ist sie am Führungsabschnitt (104) geführt. Die Kolbenstange (83), vgl. Figur 6, ist aus einem elastisch verformbaren Werkstoff, z.B. einem thermoplastischen Werkstoff, hergestellt. Beispielsweise ist sie im biegbaren Führungsbereich (84) zylindrisch ausgebildet und hat einen Durch- messer von drei Millimetern. Der Kolbenstangenkopf (85) hat stirnseitig eine Anschlagfläche (86) , die im Ausführungsbeispiel normal zur Bewegungsrichtung (2) orientiert ist. An den Kolbenstangenkopf (85), dessen Länge beispielsweise zwei Drittel des Durchmessers des Führungsbereichs (84) beträgt, schließt sich ein Abschnitt tallienartig reduzierten Durchmessers (87) an. Seine Länge beträgt das Zweifache des Führungsbereichsdurchmessers und sein Durchmesser zwei Drittel dieses Bezugswertes . Das Mitnähmeelement (41) ist als Einzelteil in der Figur 5 dargestellt. Es umfasst zwei jeweils einander gegenüber angeordnete Paare von Führungselementen (42, 43) , die in die Führungsbahnen (25) eingreifen. Die Mitnahmeausnehmung (48) ist durch zwei beispielsweise parallel zueinander angeordnete Anschläge (44, 45) begrenzt. Der von der Zylinder-Kolben-Einheit (61) abgewandte Anschlag (44) ist hakenförmig ausgebildet. Er hat eine Auflaufschräge (47) und ist elastisch verformbar.

An seiner der Zylinder-Kolben-Einheit (61) zugewandten Seite hat das Mitnahmeelement (41) eine Kolbenstangenkopfauf- nähme (51) . Diese umfasst im Ausführungsbeispiel einen Doppelhaken (52) , eine Kopfzugfläche (53), eine Kopfschubfläche (54) und eine Einführausnehmung (55) .

Der Doppelhaken (52) hintergreift in der Darstellung der Figur 3 den Kolbenstangenkopf (85) im Abschnitt reduzierten Durchmessers (87) der Kolbenstange (83) . Bei der Bewegung des Betätigungselements (41) aus der in der Figur 3 dargestellten Endposition (12) in Richtung der in der Figur 2 gezeigten Parkposition (11) liegt die Kopfzugfläche (53) des Doppelhakens (52) am Kolbenstangenkopf (85) an und zieht so die Kol- benstange (83) heraus. Beim Einschieben der Kolbenstange (83) in den Zylinder (62) liegt die Anschlagfläche (86) der Kolbenstange (83) an der Kopfschubfläche (54) des Betätigungselements (41) an. Der Doppelhaken (52) umgreift weiterhin den Abschnitt reduzierten Durchmessers (87) der Kolbenstange (83), so dass das Mitnahmeelement (41) und die Kolbenstange (83) formschlüssig miteinander verbunden sind.

Bei der Montage werden das Mitnahmeelement (41) und die Zylinder-Kolben-Einheit (61) in das Trag- und Führungsteil (21) eingesetzt. Die Feder (111) kann bereits in den Federaufnehmen (46, 76) sitzen. Beispielsweise bei der erstmaligen Bewegung des Mitnahmeelements (41) aus der Parkposition (11) in Richtung der Endposition (12) kontaktiert der Doppelhaken (52) mit einer Einführfläche (56), die z.B. mit der Kopfzugflä- che (53) einen Winkel von 30 Grad einschließt, die Anschlagfläche (86) der Kolbenstange (83) . Beim weiteren Bewegen des Mitnahmeelements (41) wird die Kolbenstange (83) unter elastischer Verformung in der Darstellung der Figur 3 nach unten gedrückt. Sie gleitet entlang des an seiner Unterseite offenen Doppelhakens (52) und rastet in diesen ein. Auf die beschriebene Art kann das Mitnahmeelement (41) und die Kolbenstange (83) auch bei einem z.B. versehentlichen Aushaken im Betrieb wieder eingekoppelt werden. Es ist auch denkbar, z.B. bei stehendem Mitnahmeelement (41) die Kolbenstange (83) in die Einführausnehmung (55) einzuschieben und zu verrasten.

Nach der Montage der kombinierten Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (10) und eines relativ zu dieser bewegbaren Mitnehmers ist das Mitnahmeelement (41) in der Parkposi- tion (11) beispielsweise ohne Kontakt mit dem Mitnehmer. Das Mitnahmeelement (41) liegt mit den voneinander abgewandten Seiten der Führungselemente (42, 43) im Abschnitt (29) und in der Ausbuchtung (31) an. Die Berührung kann eine Punkt-, Li- nien oder Flächenberührung sein. Es können auch beide Führungselemente (42, 43) in dem geneigten Abschnitt (29) gelagert sein. Auch andere Anlagepunkte des Mitnahmeelements (41) am Trag- und Führungsteil (21) sind denkbar. Das sich so selbsthaltende Mitnahmeelement (41) ist ohne Kontakt mit der z.B. ausgefahrenen Kolbenstange (83) . Der Energiespeicher (111) ist gespannt und trägt beispielsweise zusätzlich zur Arretierung des Mitnahmeelements (41) bei.

Der sich weiter relativ zur Vorrichtung (10) bewegende Mitnehmer kontaktiert das Betätigungselement (41) am Anschlag (45) . Das Betätigungselement (41) löst sich aus der Arretierung und wird entlang der Steuerkulissenabschnite (32, 33) verschoben. Hierbei wird das Betätigungselement (41) geschwenkt und der Doppelhaken (52) umgreift den Kolbenstangenkopf (85) . Der Energiespeicher (111) wird entlastet und zieht das Mitnahmeelement (41) in Richtung der Zylinder-Kolben-Einheit (61) . Die Kopfschubfläche (54) stößt gegen die Anschlagfläche (86) und schiebt die Kolbenstange (83) ein. Die Führung des Mitnahmeelements (41) erfolgt nun entlang des parallel zur Hubrichtung des Kolbens (82) angeordneten Steuerkulissenabschnitts (32) oder den Steuerkulissenabschnitten (32) . Diese Führung ist beispielsweise eine Gleitlagerung.

In der gegenüber der Umgebung (1) verschlossenen Zylinder-Kol- ben-Einheit (61) wird beim Beginn der Bewegung nach dem Prinzip der Selbsthilfe die Dichtlippe (93) des Kolbendichtelements (91) nach außen an die Zylinderinnenwandung (67) ange- presst und der Ringsteg (95) gegen die Bremsmanschette (92) gedrückt. Der Verdrängungs- (15) und der Ausgleichsraum (16) sind nun quasi hermetisch voneinander getrennt. Der im Ausgleichsraum (16) entstehende Unterdruck verstärkt die Abdichtung der beiden Räume (15, 16) voneinander und damit die Verzögerung der bewegten Masse.

Die Masse beispielsweise der Schublade wird stark verzögert. Die Verzögerung ist z.B. abhängig von der Massenträgheit der bewegten Masse, beispielsweise der Schublade mit dem Mitnehmer und dem Mitnahmeelement (41) .

Beim weiteren Entladen des Energiespeichers (111) wird die das Mitnahmeelement (41) und die Kolbenstange (83) in den Figuren 2 bis 4 nach rechts, in die Verzögerungshubrichtung (3) gezogen. Das Mitnahmeelement (41) ist hierbei am Steuerkulis- senabschnitt (32) gelagert. Die Dichtlippe (93) reibt entlang der Zylinderinnenwandung (67) . Gleichzeitig wird die Gassäule - das Gas kann z.B. Luft sein - im Verdrängungsraum (15) komprimiert. Die Luftsäule baut eine Gegenkraft gegen die weitere Bewegung des Kolbens (82) auf. Die von ihrem Innenraum (97) aus druckbeaufschlagte Bremsmanschette (92) legt sich an die

Innenwandung (67) an und verstärkt die Bremswirkung.

Sobald die Dichtlippe (93) den Beginn der Längsnut (68) passiert, strömt Gas aus dem Verdrängungsraum (15) durch diesen Drosselspalt (68) in den Ausgleichsraum (16) . Der Druck im Verdrängungsraum (15) nimmt schlagartig ab, so dass die Gassäule nur noch eine geringe Gegenkraft gegen die Vortriebskraft des Kolbens (82) ausübt. Die Reibungsverzögerung hat mit zunehmendem Hub einen abnehmenden Einfluß auf die Kolbenbewe- gung. Die Verzögerung nimmt ab.

Die beiden Kolbendichtelemente (91, 92) lösen sich vollständig von der Zylinderinnenwandung (67), sobald die bodenseitige Längsnut (72) erreicht ist. Da nun der Verdrängungs- (15) und der Ausgleichsraum (16) drosselfrei miteinander verbunden sind, findet keine Verzögerung mehr statt. Der sich weitere entladende Energiespeicher (111) zieht die bewegte Masse langsam in die Endlage. Die Endgeschwindigkeit ist somit unabhän- gig von der Geschwindigkeit, mit der der Mitnehmer auf das

Mitnähmeelement (41) trifft. Die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (10) ist nun der in der Figur 3 dargestellten Endposition (12) . Die Figur 7 zeigt eine schematische Darstellung dieses kombinierten Beschleunigungs- und Verzögerungssystems (10) . Die hier reibungsfrei angenommene bewegte Masse (35) ist rechts dargestellt. Sie ist entlang der Steuerkulissenabschnitte (32, 33 ) bewegbar .

Der Zylinder (62) der Zylinder-Kolben-Einheit (61) hat drei Abschnitte (77, 78, 79) . Im ersten Abschnitt (77) ist die Zylinderinnenwandung (67) glatt. Im zweiten Abschnitt (78) hat die Zylinderinnenwandung (67) zusätzlich die Drosselnut (68). Der dritte Abschnitt (79) umfasst zusätzlich die Längsnut (72) .

Bei Annahme einer reibungsfreien Bewegung dieses mechanischen Systems lautet seine Bewegungsgleichung zweiter Ordnung: m * x* v + k(x) * x + c (x) * x = 0

In dieser Gleichung bezeichnet der Koeffizient m die bewegte Masse in Kilogramm, k(x) die Dämpfung in Newtonsekunde pro Me- ter und c (x) die Federsteifigkeit in Newton pro Meter.

Die Variable x bezeichnet den Hub, ihre erste Ableitung nach der Zeit x v die Geschwindigkeit und ihre zweite Ableitung nach der Zeit x' * die Beschleunigung. Die bewegte Masse ist in allen Abschnitten (77- 79) konstant. Die Kraft m * x v * ist die Trägheitskraft. Im ersten Abschnitt (77), in dem 0 kleiner als x und x kleiner ist als sl, wird die Dämpfungskraft k(x) * x* durch die Summe der Reibungsdämpfungskraft der Kolbendichtelemente (91, 92) an der Zylinderinnenwandung (67) und der Luftdämpfung durch Leckageverluste zwischen dem Verdrängungs- (15) und dem Aus- gleichsraum (16) bestimmt. Aufgrund der Abdichtung zwischen Verdrängungs- (15) und Ausgleichsraum (16) ist der letztgenannte Summand nahe Null.

Die Federkraft c(x) * x ergibt sich aus der Summe der Feder- kräfte der Feder (111) und der Gasfeder (112), die hier zur besseren Darstellung ihrer Wirkung in der Kolbenstange (83) gezeichnet ist. Die Gasfeder (112) ergibt sich durch die Kompression der Gassäule im Verdrängungsräum (15) . Im zweiten Abschnitt (78) , in dem sl kleiner x kleiner s2 gilt, wird die Dämpfungskraft im Wesentlichen durch die Drosselwirkung der Längsnut (68) bestimmt. Die Wirkung der Reibungskraft nimmt mitzunehmendem Hub ab, da sich beide Kolbendichtelemente (91, 92) von der Zylinderinnenwandung (67) lö- sen. Damit nimmt auch die Wirkung der durch die Gasfeder (112) verursachten Gegenkraft ab. Die durch den ersten Energiespeicher (111) verursachte Federkraft wirkt weiter, beispielsweise nimmt sie mit zunehmendem Hub nur geringfügig ab. Im dritten Abschnitt (79), in dem s2 kleiner x kleiner s gilt, ist die Dämpfungskraft vollständig aufgehoben. Der Dämpfungskoeffizient ist Null, auch die Gasfeder (112) hat keinen Ein- fluss mehr auf die Bewegung. Die Trägheitskraft und die durch den Energiespeicher (111) verursachte Federkraft sind nach der obengenannten homogenen Gleichung betragsmäßig gleich. Die Endgeschwindigkeit der bewegten Masse (35) ist damit nur von der Kraft des Energiespeichers (111) und der Reibung des Führungssystems der Masse (35) abhängig.

Der Dämpfungskoeffizient und der Koeffizient der Federsteifig- keit des mechanischen Systems sind damit wegabhängig und nicht konstant . Wird beispielsweise die Schublade wieder ausgezogen, bewegt sich das Mitnähmeelernent (41) entlang der Steuerkulissenabschnitte (32, 33) von der in der Figur 3 dargestellten Endposition (12) in die in der Figur 2 gezeigte Parkposition (11) . Beim Verlassen der Endposition (12) zieht der Doppelhaken (52) die Kolbenstange (83) mit. Der Kolben (82) bewegt sich hierbei weitgehend widerstandsfrei im Zylinder (62) . Sobald das Mitnahmeelement (41) den nichtparallel zur Bewegungsrichtung (2) orientierten Steuerkulissenabschnitt (33) erreicht, bewirkt der Energiespeicher (111) ein Schwenken des Mitnahmeele- ments (41) Dieses kippt in Richtung der hier unteren offenen Seite des Doppelhakens (52) . Der Doppelhaken (52) wandert relativ zur Kolbenstange (83) nach oben. Die formschlüssige Verbindung zwischen dem Mitnahmeelement (41) und der Kolbenstange (83) wird getrennt. Die Kolbenstange (83) bleibt ste- hen. Das Mitnahmeelement (41) wird nun mittels des Mitnehmers weiter in die Parkposition (12) bewegt, wo es durch Anlage an den Führungsbahnabschnitten (29, 31) arretiert. Der Mitnehmer verlässt die Mitnahmeausnehmung (48) . Der Schwenkwinkel des Mitnahmeelements (41) ist damit unabhängig von der Kolbenstan- genkopfaufnähme (51) .

Die kombinierte Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (10) kann auch so aufgebaut sein, dass der Verdrängungsraum (15) der Zylinder-Kolben-Einheit (61) zwischen dem Kol- ben (82) und dem Zylinderkopfteil (64) angeordnet ist. Die Verzögerungshubrichtung (3) ist dann in Richtung des Zylinderkopfes (64) orientiert. Auch Kombinationen der verschiedenen Ausführungsbeispiele sind denkbar .

Bezugszeichenliste :

1 Umgebung

2 Bewegungsrichtungen, Hubrichtungen

3 Verzögerungshubrichtung

10 Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung

11 Parkposition

12 Endposition

Verdrängungsraum

Ausgleichsraum

21 Trag- und Führungsteil

22 Durchgangsbohrung

23 Aufnahmebereich

24 Führungsbereich

25 Führungsbahnen

26 Nasen

27 Tragnase

28 Abschnitt von (25)

29 Abschnitt von (25)

31 Ausbuchtung, Führungsbahnabschnitt

32 Steuerkulissenabschnitt, parallel zu (2)

33 Steuerkulissenabschnitt, nicht parallel zu (2)

35 bewegte Masse

36 flacher Schenkel

37 kreissegmentförmiger Abschnitt

41 Mi tnähmee1ement , Betätigungseiement

42 Führungseiemente

43 Führungseiemente 44 Anschlag, hakenförmig

45 Anschlag

46 Federaufnahme

47 Auflaufschräge

48 Mitnahmeausnehmung

51 Kolbenstangenkopfaufnähme

52 Doppelhaken

53 Kopfzugfläche

54 Kopfschubfläche

55 Einführausnehmung

56 Einführfläche

61 Zylinder-Kolben-Einheit 62 Zylinder

63 Zylindermantel

64 Kopfteil

65 Zylinderboden

66 Einschnürung

67 Zylinderinnenwandung

68 Längsnut, Drosselspalt

69 Zylinderinnenraum

71 Bodenende

72 Längsnut

73 Einkerbung

74 Kolbenstangendurchführung 75 Kolbenstangendichtung

76 Federaufnahme

77 Abschnitt von (62)

78 Abschnitt von (62)

79 Abschnitt von (62)

81 Kolbeneinheit 82 Kolben

83 Kolbenstange

84 Führungsbereich

85 Kolbenstangenkopf

86 Anschlagfläche

87 Abschnitt reduzierten Durchmessers

88 Kolbentaille

91 Kolbendichtelement, Wellendichtring 92 Kolbendichtelement , Bremsmanschette

93 Dichtlippe

94 Innenring

95 Ringsteg

96 Bund

97 Innenraum 01 Aufnahmebereich

02 Anschlagschild

03 Tragteil

04 Führungsabschnitt

05 Frontschild

Energiespeicher, Feder, Zugfeder Gasfeder

Ende des ersten Abschnitts (77) Ende des zweiten Abschnitts (78) Ende des dritten Abschnitts (79) Weg, Hub

Geschwindigkeit

Beschleunigung